Bauer Willi
Kommentare 14

In eigener Sache…

Liebe Leser/innen, liebe Kommentator/innen,

heute muss ich mal was in eigener Sache schreiben. Erst einmal einen riesigen Dank für die vielen Mails, persönliche Nachrichten bei Facebook, Anrufe usw. Das zeigt Alois und mir, dass unsere Themen euch wirklich interessieren.

Und genau da beginnt mein Problem: Ich bekomme so viele Ideen, Links auf interessante Seiten und Meinungsäußerungen in den Kommentaren und auch auf anderen Wegen von euch, dass das mit einem normalen Arbeitstag kaum mehr zu schaffen ist. So bin ich in den nächsten Wochen bis etwa Mitte April zu sehr vielen Vorträgen eingeladen. Letzte Woche war ich vier Tage in Berlin , diese Woche in der Nähe von Fehmarn, dann geht es nach Augsburg, Zeven in Niedersachsen, Straubing, drei Tage nach Linz in Oberösterreich, Friedberg, Herrenberg und so weiter. Das ist meist mit jeweils einem Tag An- und Abreise verbunden. Wenn es dann zwischendurch nach Gütersloh, Meschede, Osnabrück, Bochum oder in den Westerwald geht ist das schon fast ein Heimspiel, weil man in der Nacht zurückfahren kann. Dazu kommen noch Anfragen von Redakteuren, Medien oder anderen Institutionen, von denen ihr nichts mitbekommt. So darf ich unter anderem auch an einem Erdkunde-Buch für die 8. Klasse mitschreiben. Das ZDF hat bei mir gefilmt und dann ist da noch die ein oder andere Podiumsdiskussion oder Fachgespräch z.B. an Universitäten. Das alles freut uns, denn es zeigt, dass unsere Arbeit auch außerhalb der landwirtschaftlichen Branche wahrgenommen wird und auf ein großes Interesse stößt.

Aufgrund all dieser Aktivitäten komme ich aber nicht dazu, eure Kommentare, Hinweise und Vorschläge zeitnah zu beantworten. Dafür bitte ich um Verständnis. Ich möchte das aber in gewohnter Weise wirklich gerne machen, aber langsam wird die Zeit dafür knapp. Wir haben keine Agentur, kein Sekretariat oder sonst irgendeine Unterstützung (nein, wir werden weder von Monsanto noch vom Bauernverband bezahlt.). Das ist einerseits gut, weil wir uns so unsere absolute Unabhängigkeit bewahren können, andererseits kann auch manchmal die Qualität darunter leiden. (Siehe unseren Artikel zur Anzahl der Hähnchen pro Betrieb. Das war eine echte Panne und nicht beabsichtigt.) Reisekosten-Abrechnungen muss ich auch selbst machen, ebenso Bahntickets besorgen, Hotels buchen und sonst noch so einiges an Abstimmungen und Verwaltungs-Arbeit erledigen, die auch Zeit kosten und leider unproduktiv sind.

Und dann haben Alois und ich ja noch unsere Höfe, auf denen die Arbeit auch noch getan werden will. Von unseren Familien wollen wir gar nicht reden, die kommen eh schon seit längerem etwas zu kurz.

Trotz alledem: macht unbedingt weiter so! Wir freuen uns sehr über eure vielen Anregungen und Ideen. Nur habt bitte Verständnis, wenn wir nicht immer und auch nicht immer zeitnah antworten können. Mein Vater pflegte zwar immer zu sagen „Der Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, nehmen wir halt die Nacht dazu“, aber das war wohl eher humorvoll gemeint. Und ab Mitte April wird es hoffentlich auch wieder ein wenig ruhiger.

In diesem Sinne grüßen euch herzlich zwei „Überzeugungstäter“

Bauer Willi und Arbeiter Wohlfahrt = Alois

P.S.: Wem unsere Arbeit was wert ist, kann ja im Blog mal in das Impressum schauen. Da steht ein netter Satz unter der Adresse von Alois 🙂

 

 

 

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14 Kommentare

  1. Aufklärer sagt

    Ich bin ja nicht beruflich mit dem Thema verbändelt, mehr interessierter Beobachter der Diskurse um Landwirtschaft und Ideologie. Das ist alles in allem recht interessant. Man lernt über Land und Leute, über Gesellschaft und Institutionen. Auch über Technik und Forschung, Tier und Produktion, Wirtschaft und Handel.

    Ist das alles in allem überhaupt ein Diskurs auf Augenhöhe? Macht das Sinn, dem weiter zu folgen?

    Seit langem schmieren Leute wie Susanne Aigner ideologisch verbrämte provozierende Thesen in den Raum, die schon für ein Mickey-Mouse-Heftchen zu dümmlich wären. Beschimpfung statt Diskurs wird meiner Auffassung nach vor allem aus der ideologischen Ecke betrieben. Fachliche und sachliche Diskursbeiträge niedergebrüllt.

    Der Duktus ist klar und deutlich: Feindbildproduktion. Offensichtliche Lügenaffinität der öko-ideologisch Infizierten Biojünger. Oder ist es doch gezielte Propaganda der PR-Hurenbranche im Dienste der bioindustriell wirtschaftenden Betriebe? „Mach die Konventionellen mit ein paar Romanen und Kampagnen schlecht, damit unsere Bio-Waren besser laufen!“

    Kostprobe: https://www.heise.de/tp/features/Massentierhaltung-Ist-ein-Ende-der-Qualen-absehbar-3952551.html

    Mehr davon? *würg
    https://www.heise.de/tp/autoren/?autor=Susanne%20Aigner

    Nur ein Beispiel. Macht wenig Freude zu sehen, das der Diskurs so vergiftet wird. Da gibts ja noch das „Schweinesystem“ der NGOs, die es brodeln lassen müssen, weil das ihre Einkommensgrundlage ist. Dafür egelmäßig neue Machwerke der NGOs, der neue Fleischatlas z.B. oder andere Meinungsmachwerke derer, die das Bestehende auf keinen Fall dulden wollen.

    Diskussion ist wohl mehr und mehr zum Grabenkampf verkommen und Realitätssinn dabei nicht weiter von Relevanz.

    Vielleicht ja auch einfach nur ein Problem der beschleunigten und verbreiterten Diskussionsräume durch Netz und moderne Kommunikationsmedien. Zuviele Teilnehmer verderben wohl jedes Gespräch.

    Man kann aber auch sehen, das die Professionalisierung der Diskurse auf einer Seite in schwindelig machende Höhen getrieben wird, Überzeugungssysteme gebaut werden um die Image- und Markenprodukte mit Biolabel zu vermarkten. Religiöse Begrifflichkeiten und Ernähungsdogmatismus wird mit beigemengt, Gesundheits- und Heilsversprechen ausserdem eine bessere Welt inkludiert. Identifiktionsangebote mit dem armen geschundenen Landwirt (der immer noch Unternehmer und i.d.R. Land- und Hofbesitzer ist und nicht zu den armen Menschen in Deutschland gehört).
    Ungezählte bildungsferne Laien als Träger der Propagandameme und Erpressungsmasse der NGOs verwandeln jederzeit Diskussion in Shitstorm.

    Ich weiß nicht. Wenn man nicht selbst berufliche Interessen mit dem Thema verbindet verleidet einem diese „Waffenungleichheit“ den Diskurs.

    Eigentlich auch ein logischer Punkt: Man schaut solange bis man seine eigenen persönlichen Antworten hat, man leitet aber daraus nicht einen moralischen Mehrgewinn ab. Man gewinnt nicht Identität wie die Bio-Grün-Öko-Bewegten Teilnehmer, die aus Prinzip schon dabei sein wollen, weil sie sich so selbst als moralisch besser darstellen können und sich selbst bestätigen können.

    Naja, was wollte ich sagen? Irgendwie gings um Diskurs und Gift und Galle der „Frau Aigner“ bzw. all derer, die selbige in den Pamphleten verarbeiten, die sie über die Landwirtschaft verbreiten.

    Die elenden Gestalten, die sich besonders toll vorkommen, wenn sie moralisierend fordern können:
    „Weniger Fleisch SOFORT!! Methanalarm! CO2-Katastrophe! ÄtzÄtz KreischKreisch!!!“

    Es gibt nicht viel zu sagen zum Thema, was nicht dauernd irgendwo gesagt wird. Es ist nur sinnfrei. Der Diskurs ist nicht zielgerichtet, nicht inhaltlich, nicht sachlich-fachlich sondern er wird bestimmt und geführt von den Ideologen und diese treiben den Diskurs vor sich her, erzwingen sinnlose Veränderungen und machen den Landwirten die Arbreit mindestens genauso schwer, wie es die Preiskonkurrenz macht.

    Ich vermute: Es gibt kein Mittel dagegen.

    2+
    • Bauer Willi sagt

      Doch! Es gibt ein Mittel dagegen! Der lauten Minderheit keinen Platz einräumen! Und die schweigende Mehrheit dazu auffordern, sich zu Wort zu melden.
      Bauer Willi

      1+
      • Aufklärer sagt

        Naja, mal sehen. Vielleicht nutze ich demnächst eine Gelegenheit den Fleischatlas oder zu Glyphosat, Bienensterben oder sowas einen Vortrag auszuarbeiten und eröffne einigen Laien damit mal eine andere Perspektive.

        Dann haben die EINE Message mal von der anderen Seite gehört, das mag gut sein, manchen helfen.

        Allerdings haben dieselben Zuhörer in wenigen Wochen möglicherweise zig oder gar hunderte anderslautende Nachrichten durch alle Medienpropagandakanäle mitbekommen, die selten fair oder sachlich und inhaltlich korrekt sind.

        Mal schaun, Recht haben Sie.

        Man muss ja auch nicht alle Unterschiede wegwischen, sondern den Kompromiss finden, damit alle ihren Freiraum zur Entfaltung finden, ihre eigene Definition von Landwirtschaft und Lebensraum erreichen.
        Es muss halt ein Nebeneinander geben. Da sind staatliche Stellen, wissenschaftliche Institutionen in der Pflicht, die fortschreitende Ideologisierung ein wenig einzudämmen.

        Landwirte und ihre Verbände brauchen vielleicht auch mehr PR-Kompetenz im größeren Maßstab. Sie sind wohl ein sehr gutes Beispiel, das man damit Ziele definieren und erreichen kann, die Leute und unterschiedliche Meinungen zusammenbringt.

        Viel Erfolg weiterhin.

        1+
    • Gephard sagt

      Wow, das Argument mit der Feindbildproduktion bedienst du aber selbst auch recht heftig. Oder ist das die Aufregung? Du ziehst hier auch zig Schubladen auf.

      Davon abgesehen hast du mit Telepolis als Beispiel ja auch ganz schon tief ins Güllefass gegriffen. Wer liest das denn, welche Relevanz hat das?

      Es ist auch immer wieder schön zu lesen, wenn sich jemand über Ernährungsdogmatismus aufregt und dabei vergisst, dass die Ernährung schon seit Jahrtausenden dogmatisch bestimmt ist. Darfst du Fehlgeburten, Nachbarn oder deinen Chef essen? Und falls du es gar nicht willst, warum wohl nicht? Aus eigener Überzeugung oder hatte deine Sozialisation nicht doch Einfluss darauf.

      Es wäre der Sache dienlich, sich nicht immer die Schädel einzuschlagen, sondern einfach auch mal sachlich zu bleiben. Warum Frau Aigner persönlich angehen, statt mal ihre Argumente zu entkräften? So spielst du allen Aigner-Sympathisanten den Ball zu, von wegen: getroffene Hunde beißen. So steht sie zudem für Unbedarfte besser da als du, denn sie prangert an und jemand giftet zurück. Wer ist das wohl sympathischer. Leider zählt Sympathie oft mehr als Argumente, besonders wenn man sie noch nicht verstehen kann.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Der Serverumzug hat doch mit dem Impressum nichts zu tun. Das Impressum gibt Auskunft über den verantwortlichen Betreiber des Blogs. Das bin ich. Kannst mich ja dann mal „besuchen“, falls da mal was schief läuft…

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