Bauer Willi
Kommentare 109

Was wollen Sie später mal werden…

Ich bin neulich gebeten worden, an einem Berufsorientierungstag eines Gymnasiums den Bereich Landwirtschaft, Natur, Umwelt vorzustellen. Es lag eine Liste aus. Für meinen Bereich hatten sich 6 Schüler eingetragen.

Für was interessierten sich die Schüler sonst noch? Hier die Berufsgruppen in absteigender Reihenfolge: (in Klammer die Zahl der interessierten Schüler)

  1. Wirtschaft, Verwaltung           (160)
  2. Medizin, Psychologie                (105)
  3. Maschinenbau, Bauwesen        (57)
  4. Lehramt, soziale Berufe            (46)
  5. Medien                                          (45)
  6. Architektur, Vermessung          (42)
  7. Kunst, Kultur                               (40)
  8. Verkehr, Logistik                         (27)
  9. IT, Informatik                               (24)
  10. Sprache und Literatur                 (9)
  11. Landwirtschaft, Umwelt             (6)
  12. Pflege                                              (-)

Von den 6 Schülern im Bereich Landwirtschaft interessierten sich zwei für Tiermedizin, einer für Landtechnik, einer für Umweltschutz. Die zwei anderen hatten keine klaren Vorstellungen.

Ich möchte zu den Zahlen keinen Kommentar abgeben. Was meint ihr?

Euer Bauer Willi

(Aufrufe 932 gesamt, 1 heute)

109 Kommentare

  1. Gephard sagt

    Interessant, dass Landwirtschaft und Umwelt in einen Topf geworden werden. Was, wenn die 6 zu Greenpeace wollen?

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    • Schmeckt gut sagt

      Das ist doch ganz einfach. Wenn die sechs zu Greenpeace gehen, und dasselbe mit den wenigen Nachfolgern über die folgenden Jahre passiert, bleibt niemand der für die Ernährungssicherung sorgt. Konvi, Bio, Weidehaltung, Vegan, SoLWi, Perma ode irgendetwas mittendrin? Finde eine Lösung und Bekloppte, die das Spiel weiterhin mitmachen 😉

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  2. Aufklärer sagt

    Hallo nochmal!
    Danke für ihre freundliche Ausführung.

    „Das sie ein Herz für die Landwirtschaft und die Landwirte haben, konnte ich in ihren Beiträgen nicht herauslesen.“
    Was ich feststellen musste war, dass sie an billigen Lebensmittel interessiert sind, deshalb nehmen sie gerne große landwirtschaftliche Betriebe in kauf.

    Ich möchte preiswerte gute Lebensmittel. Ich sehe nicht ein, das Landwirte sich eine Traumidylle aus dem vorigen Jahrhundert zusammenschustern, sich zurücklehnen und sagen: Gesellschaft zahl halt!

    Das ist das was ich nicht will. Ich möchte ehrliche Landwirte, die einsehen können, das die moderne Landwirtschaft für fast 8, bald 10 und am Ende vermutlich 12 Milliarden Menschen nicht durch rücksichtslose Luxusproduktion für Reiche möglich ist. Es gibt kein Recht auf Gourmet-Produktion. Wenn ein Landwirt das wirklich kann, will und durchsetzt am Markt – bitteschön. Es gibt Kunden, die es haben möchten und zahlen können. Das sind aber wenige Prozent unserer Bevölkerung. Dann streiten sich diese Landwirte halt und machen in Bio-Siegel, Bio-Super-Siegel, Bio-Mega-Siegel. Das ist aber nicht die Nahrungsquelle für die Bevölkerung.

    Ich möchte auch keine Landwirtschaft, die ignoriert, das globale Produktionsverhältnisse herrschen und ständig nach einem Merkantilismus aus dem Spätmittelalter schreit.

    Ich möchte das man ehrlich ist. Es sind größere Betriebe nötig, es wird viele Betriebsaufgaben geben. Produktionstechnik von Vorgestern oder esoterischer Quark aus Biomythen hat in der Realität keinen Platz.

    „Sie sind zumindest ehrlich, ehrlicher als die wo immer erklären, sie würden gerne mehr bezahlen und anschließend zum Discounter gehen.“

    Das ist auch etwas, was man verstanden haben sollte.

    Die Leute sind aus psycho-sozialen Gründen gezwungen solchen Unsinn zu erzählen.
    Der moralische Druck dazu kommt aus der Ecke Grün-Öko-Bio-Überzeugten, oft medizinisch verbrämt, aus der Reklameindustrie mühsam in Kampagnen aufgebaut, von PR-Huren und dem ÖRF auf allen Kanälen verbreitet. Von der Tierschutzfront erzwungen, die nie zufrieden sein wird. Auch aus der oberen Mittelschicht, eine Pseudo-Elite, die sich darüber definiert und das als Weihe ihres Besser-Seins scheinheilig vorexerziert.
    Sowas sagte mal die Sarah Wiener von sich „wir sind eine Elite“ und erwartete dieses Verhalten [Biokauf] von ihresgleichen geradezu.

    Letztens sogar die Predigt eines Pfaffen, die hier jemand verlinkte. Der sagt von der Kanzel, das es in der Landwirtschaft so nicht weiter gehen könne

    Ja ist doch klar, das die Leute dann von sich sagen, sie wären für die Veränderung, gegen Billigwaren und es vielleicht sogar wollen – wenigstens ein bischen. Aber nur Sonntags, wenn überhaupt, Alltags gehts in den Discounter, sonst ist man ja schon mitte des Monats pleite. Das Geld der allermeisten reicht für das Luxusfutter einfach nicht. 50-60% der Bevölkerung verfügt über monatliche Mittel von unter! 22.000 Euro.

    Das sind bekannte Mechanismen. Ich hab die passenden Begrifflichkeiten nicht parat grad, aber die Psychologen, die Marketingleute, die wissen das.
    Trotzdem will man die Leute mit Angstapellen, mit sozialem Druck und anderen Nudging-Techniken dazu zwingen, diesen heillos überteurten Kram zu kaufen.
    Ich halte etwaiges Mobbing als Fan von preiswerten Nahrungsmitteln schon durch. Viele wollen nicht negativ auffallen und teilweise
    die Identitätsaneignung mitmachen und sich zur „Ernährungs-Elite“ etc. zählen und posen deshalb mit, wollen dafür Anerkennung wie die Pharisäer.

    Naja, sorry ich schreib immer länger. Kürzer kürzen krieg ich nicht hin … auch wenn ich den kürzeren im Dialog dadurch ziehe *lach

    Das die Einkommens- bzw. Vermögenslage der Bürger dazu führt, das die Kinder keine Zuschüsse oder weniger erhalten, ist fair und logisch.
    Wers nicht nötig hat, der muss selbst zahlen.

    Sozial bleibt aber: Wenn ihr Sohn studiert, sind die Gebühren noch lange lange nicht die Kosten des Studiums. Das kostet eher irgendetwas zwischen 30.000-70.000 Euro im Jahr und einzelne Fächer können auch erheblich teurer sein.
    Also der Beitrag, den wir selbst leisten müssen zum Studium ist eher klein. Seien Sie froh, das Sie ihrem Sohn das finanzieren können und trotzdem klar kommen.
    Das muss man sich auch erst leisten können! Für ihren Sohn ist das ein enormer Studienvorteil.

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    • Mark sagt

      „50-60% der Bevölkerung verfügt über monatliche Mittel von unter! 22.000 Euro.“ Nee,echt is ja furchtbar.

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      • Aufklärer sagt

        ach, haha, Danke.

        scho klar, pro Jahr gemeint. ;>

        Das hat mir doch jemand reingefälscht! Wer hat noch Zugang zum Server?!?!?! :-p

        jaja, witzboldhochdrei…

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Würde der Sohnemann nix arbeiten,
      dann bekäme er vom Staat Harz IV
      und wir könnten uns ein paar Tage in der Karibik verwöhnen lassen. 🙂

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      • Aufklärer sagt

        Naja, Hartz4 kann man als Student aber nicht regelhaft bekommen. Dann ist man nicht mehr Student …
        Nur in wenigen umrissenen Sonderfällen (plötzlich alleinerziehend, letztes Semester nur noch eben fertig machen müssend … oder vergleichbares)

        Hartz4 ist keine Alternative, sondern die Waffe der Politik und Arbeitgeberverbände, die Bürger durch Abstiegsdruck, Entrechtung und Zwangsverarmung dazu zu bringen, sich auch unter schlechtesten Bedingungen in den Arbeitsmarkt vermitteln zu lassen.

        Notfalls bringt das Amt noch Geld mit – bis zu 75% des Lohns eines Langzeitarbeitslosen kann als Förderung erworben werden, meistens liegen die Förderungen bei bis 50% für 12-24 Monate.

        Finanziert wird dies nicht etwa nur über Steuermittel, sondern aus den Sozialbeiträgen! von Versicherten.
        Der Arbeitnehmer finanziert seinen eignen Dumping-Lohn-Feind mit den Zwangsabzügen auf seinen Lohn.

        Es läßt sich nicht gut von Hartz4 leben. Früher, Sozialhilfe, das war eine andere Haltung und in Kombination mit Arbeitslosenversorgung damals, das war soziale Sicherung auch auf dem Lebensniveau, das sich die Bürger erarbeitet hatten, da hatte der Bürger noch Bestandsschutz

        Da galt bei der Sozialgesetzgebung noch das Motto „Wo Not ist, müssen wir helfen, diese Not zu beseitigen!“
        Heute ist Fördern und Fordern ein Euphemismus dafür, das soziale Leistungen mit Blick auf die Not des Individuums, der „Sozial-Tierschutz“ für den Menschen abgeschafft ist.
        Hilfeleistungen oft nur noch als Darlehen müssen zurückgezahlt werden. Leistungshöhe und Summen sind arg runtergerechnet – Schon die Hartz4 Komission unter Peter Hartz hat 510 Euro etwa ausgerechnet das war 2003/4!! 2018 mit 409 Euro 15 Jahre später …
        Von der Politik wurde auf !345 statt 510 Euro runtergekürzt, viel mit alten Zahlen aus den 90Jahren gerechnet. Einzelfall und Härtefallregelungen, Zuschüsse und viele Leistungen auf die ein Bürger ein Recht hatte, wurden zu einer „Kann-Leistung“, die dem Gutdünken der Bearbeiter obliegt.
        Ohne die ärgsten Korrekturen durch Gerichte, sähe es noch immer viel schlechter für die Betroffenen aus. Wirklich verwöhnt wird als Hartz4-Leistungsberechtigter in Deutschland niemand mehr.

        Trotzdem liegen natürlich die eigenen Erlebnisswelten jedem näher, als ein theoretisches Modell.
        Einfühlungsvermögen fordern viele für sich ein, Verständniss fordern viele für sich ein, aber dasselbe für andere tun, das ist etwas ganz ganz anderes.

        Guten Tag Herr Landwirt

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Leistungen nach Arbeitslosengeld II soll für die da sein, die es benötigen,
          in unserem Staat kann man sich entscheiden nicht zu Arbeiten, dann bekommt man Arbeitslosengeld II.

          Selbstverständlich ist einem das eigene Wohlergehen näher, besonders wenn man es mit wesentlich mehr Arbeitsstunden erreicht hat, wie seine Kritiker.

          Deshalb muss ein jeder im Arbeitsalter für seinen Unterhalt im Alter sorgen, die Landung ist dann weniger hart.

          Ehemaliger Landwirt

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    • Gephard sagt

      Dass Bio teurer ist als konventionelle Landwirtschaft muss ja nicht so sein, wenn man die Folgekosten der konventionellen Landwirtschaft mit in den Preis einrechnen würde. Zudem könnte man Förderungen anders Verteilen, die, die Umwelt und Natur belasten bekommen weniger, als die, die sich darum kümmern dass der Boden intakt bleibt.

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  3. Paulus sagt

    Die Auflistung der Berufssparten hätte man deutlich differenzierter darstellen können.
    Ebenfalls 12 Berufsgruppen hätten dazu gereicht. Dass die Lehrkräfte an NRW-Gymnasien dazu nicht im Stande sind wundert mich allerdings nicht.
    Wer sich z.B. für Logistik interessiert, sollte auch über anspruchsvolle Aufgaben im Bereich des Militärs und des Zivilschutzes informiert werden. Schenker, Amazon und Konsorten sind nicht alles. Dies nur mal am Rande.
    Bauer Willi dort einzuladen war sicher eine gute Wahl. Nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass studierte Agrarier auch außerhalb von Bauernhöfen, z.B. in der Industrie ihren Platz finden, und bestimmt nicht zu den schlechtesten Konditionen.
    Es wäre interessant zu erfahren wie Willis Diskussion mit den sechs Schülern verlaufen ist. Eine reine Vorlesung hat er bestimmt nicht gehalten.

    Eine taffe Kollegin von mir war mal zu einer ähnlichen Veranstaltung eingeladen und hat als erstes eine einfache Matheaufgabe auf die Tafel geschrieben. Dann bat sie darum diese Aufgabe zu lösen und hat wohl (sinngemäß) erklärt, dass ihr Vortrag nur für jene interessant sei, die zu einem richtigen Ergebnis gelangen. Das war didaktisch/pädagogisch vielleicht ungeschickt; offenbarte aber gravierende Defizite in der Schülerschaft. Die Kids mit einem NRW-Zwangsabitur, Note 1,x erweisen sich zunehmend als nicht studierfähig. Anders lassen sich die Abbrecherquoten von z.T. 70% an der RWTH nicht erklären.
    Tja, was bleibt? Ein paar Semester Theologie oder Theaterwissenschaften oder sonstigen Nonsens zu studieren und eine Parteikarriere bei den Grünen anzustreben erscheint sinnvoll.
    Eine abgeschlossene Berufsausbildung gilt bei denen ja fast als Ausschlusskriterium.

    3+
  4. WILfried Schulze sagt

    Ich weis nicht ob es weiser Rat war als ich meiner Tochter empfohlen habe den Betrieb
    nach meinen Renteneintritt weiterzuführen. Mit Sorge beobachte ich die zunehmde
    Schärfe und Radikalität in der politschen Debatte. Ich weis nicht ob eine junge Familie
    sich das antuen muß. Ich bin mir sicher das eine Agrawende kommt, eine von Oben.
    Danach wird man feststellen das keine Bauern mehr da sind. Ein Pyrhussieg halt.
    Aber Klima gerettet!

    5+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn man so in den sozialen Medien mitliest, die ganzen Experten, welche ihre landw. Fähigkeiten uns mitteilen, die werden bestimmt Schlange stehen, um ein Betrieb zu pachten!

      Handhacke, statt Glyphosat, das Wellnisprogramm der Zukunft. 😉

      5+
  5. Da der Mensch sich immer mehr auf Durchschnitt trimmen lässt und sich innerhalb der Durchschnittlichkeit immer mehr spezialisiert, nimmt die Möglichkeit zu, dass immer mehr Beruf der Digitalisierung anheim fallen werden. Die Tätigkeiten, die breit gestreute Fähigkeiten verlangen und nicht in eine einzige Schublade passen, werden immer weniger, weil die Vernetzung eben das Zusammenarbeiten vieler verschiedener Spezialisten möglich macht. Interessant an der Auflistung oben, ist, dass zuhauf Mediziner werden wollen, aber keiner (!) in die Pflege will. Pflege ist einer der wenigen Jobs, die sich nicht grundlegend digitalisieren lassen werden, während Diagnosestellungen mehr und mehr von Künstlicher Intelligenz übernommen werden. Zudem werden immer mehr Menschen immer chronisch kränker und bedürfen, je älter sie werden, immer mehr Unterstützung und Pflege, wobei die Familien kleiner und die Metropolen immer voller werden. EINE fatale Entwicklung, die aktuell in Japan für immer mehr soziokulturelle Probleme sorgt …

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  6. Friedrich sagt

    In der Zukunft brauchen wir mehr in der Produktion/Praxis. Sehr viele Wunschberufe im oberen Bereich werden mit Arbeitslosigkeit konfrontiert werden. Eine gute Ausbildung im Handwerk verspricht in der Zukunft ein sicheres und gutes Einkommen. Auch mit Tierärzten kann man heute schon die Straße pflastern. Landwirtschaft steht schlecht dar , weil das Einkommen nur mit viel persönlichen Einsatz und Verzicht verbunden ist. Nur durch einen a.o. Knall kann sich das Einkommen und Wertschätzung ändern. Wir haben unseren Kindern gesagt , daß sie uns auf Knien bitten müßen den Betrieb weiter zu führen.
    Es hat sich keiner gemeldet.– Abbi eben ?! Trotzdem geht es in unserer Betriebsgemeinschaft weiter und das erfreut natürlich , wenn es noch junge Leute gibt , die den Kampf aufnehmen und Perspektiven sehen. Denn eins ist auch klar , daß es für mich immer der beste Beruf war , den ich finden konnte. Habe nie meiner langjährigen ,außerldw. Tätigkeit hinterhergetrauert. Würde es immer wieder machen.

    6+
    • Lieschen Müller sagt

      Vor 10 Jahren hatten die Handwerker sehr schwer zu kämpfen. Die Leute von hier waren quasi immer auf Montage. Fast alle waren als Ein-Mann-Betrieb unterwegs. Die öffentlichen Aufträge wurden teilweise einfach nicht bezahlt und trieben die Leute immer wieder in die Insolvenz. Gerade scheint es besser zu gehen, aber wer weiß schon, was in 10 Jahren sein wird?
      Ich wüsste zur Zeit nicht, was ich 16-18 jährigen raten sollte. Pflege scheint zukunftssicher, aber die Bezahlung, die Arbeitsbedingungen sind schwer. Klassisches Handwerk? Fliesenleger, Sanitärinstallateur, Elektriker wird es wohl noch eine Weile geben. Andere Handwerksberufe wie Schneider oder Hutmacher oder Uhrmacher, nun ja, wissen wir alle selber. Und was sollen die Mädchen machen? Wieder Erzieherin? Dann kommt wieder eine Geburtendelle in 10 Jahren und sie werden alle auf Teilzeit gesetzt, außerdem muss die Ausbildung selber bezahlt werden. Soll man in einen Industriebetrieb gehen? Ein Rädchen im Getriebe…..
      Irgendwie scheinen die Jugendlichen auf Nummer sicher gehen zu wollen: „Verwaltung“.

      2+
      • Aufklärer sagt

        NE, da ist auch eine Menge Unlust zu arbeiten und auch harter Arbeit nachzugehen.

        Viele junge Leute wollen saubere hochdotierte und gesellschaftlich angesehene Jobs haben.

        Das ist eines der Probleme.

        Ich hab heute ein paar Zahlen gewälzt:

        Weniger als 3% der Deutschen hat ein Nettoeinkommen über 7500 Euro monatlich.
        es sind 50-60% mit weniger als 22.000 Netto jährlich.

        Alle wollen aber zu den 3% oder wenigstens den ca. 20 Prozent dazwischen gehören.

        Da sollten auch mal Landwirte ihre innere moralische Umsatz/Gewinneichungen neu vornehmen.

        Einige von diesen werden zu den 3% gehören, viele zu den 20% und nur wenige Landwirte drunter fallen. Das mag trotzdem bei den eingesetzten Mitteln oft eine miese Verzinsung darstellen, trotzdem muss man das Einkommen mal in Relation zu dem der Restbevölkerung sehen. Und die schuften oft auch ne Menge und zwar nicht um ihren Besitz zu bewahren, sondern um über die Runden zu kommen und nicht auf der Straße zu landen.

        2+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Das Dilemma unserer Zeit ist, dass die Aufklärer nicht mal den Unterschied zwischen Umsatz/Gewinn und Einkommen kennen.

          Würde man mal die Mühe machen, die BMEL Statistik zu Gemüte führen, dann würde man schnell eines besseren belehrt.

          https://berichte.bmel-statistik.de/BFB-0111101-2015.pdf

          Dort steht im Jahre 2014/15 Einkommen = 28.100 Euro je Arbeitskraft.
          Davon müssen die Krankenversicherung und die Altersvorsorge noch bezahlt werden.

          Nur mal eine Beispielrechnung bei einem Arbeitnehmer:

          Einkommen 28.100 Euro
          Steuern 725,76 €
          Sozialabgaben 5.823,73 €
          Nettolohn 21.550,52 €

          Der Arbeitnehmer bekommt zusätzlich die Arbeitgeberanteile in der Sozialversicherung, das ist ein Geldwertvorteil von 5800 Euro, um eine gerechte Beurteilung vorzunehmen , muss dieser Betrag beim Einkommen des Landwirtes noch abgezogen werden, somit sind wir bei einem Einkommen von 15.750 Euro und das bei einer 6 Tage Woche, Sonntagsarbeit, vielleicht 8 Tage Urlaub.

          2+
          • Aufklärer sagt

            Unsinn. Diese Unterstellung ist für deinen Frisör.

            Natürlich weiß ich das.

            Was Sie aber wieder mal unterschlagen, ist die Tatsache, das der Landbesitzer auf seinem Grund, für seinen Besitzstand, dessen Mehrung, Erhalt und Ausbau arbeitet. Meiner Auffassung nach – ich lasse mich gerne eines besseren belehren – sind viele Landwirte mit Hobbylandwirtschaft diejenigen, die den Durchschnittsverdienst runterziehen. Wieviele Betriebe haben geringen Umfang? Vor ein paar Wochen dröselte ich mir die Daten der Betriebsgrößen auf. Viele Landwirte wirtschaften Nebenberuflich bzw. auf kleinem Hof ohne die Chance das sich das auszahlt.
            Für mein Hobby werde ich auch nicht bezahlt.

            Trotzdem: Das Vermögen des Landwirtes wächst oder bleibt wenigstens stabil erhalten. Der Arbeitnehmer jedoch hat kaum eine Chance auf Bildung von Vermögen. Dessen Einkommen fließt direkt in andere Hände- weil der Arbeitnehmer konsumieren muss um zu leben und nicht mit oder durch sein Vermögen/Landbesitz/eigenes Wirtschaften leben kann wie der Landwirt.

            Selbst wenn ein Arbeitnehmer Vermögen aufbauen wollte, wird ihm dagegen durch die heutige vorgeschriebene Zwangsverarmung im Alter, bei Arbeitslosigkeit alles entzogen, was er jemals sammeln konnte während Unternehmer ihre Betriebe oft vererben können, ohne dabei zu verarmen.

            Die Berichte über Landwirte – so ähnliche Daten hatte ich schon öfters – ignorieren die oft viel zu kleinen Betriebsgrößen, negieren die unterschiedliche Führungsqualität des einzelnen Landwirtes und differenzieren nicht zwischen den einzelnen Betriebsrentabilitäten – z.B. mehr oder weniger fruchtbarer Boden.

            Eine Angabe mit Aussagekraft wäre vielleicht Einkommen je Hektar oder Kapitalverzinsung. Das diese dann nicht besonders hoch ausfallen muss, je nach Kostenstruktur, klar, weiß ich. Landwirtschaft ist unter Preis- und Konkurrenzdruck, ja. Dann muss man Konkurrenten verdrängen, übernehmen oder mit ihnen zusammenarbeiten. So funktioniert Wirtschaft heute.

            Es ist es nicht dasselbe im eigenen Betrieb auf eigenem Grund mit eigenen Betriebsmitteln zu arbeiten und das Einkommen der Arbeitnehmer daneben zu stellen und den vermeintlichen geldwerten Vorteil durch „soziale“ Absicherung zu sehen, aber dabei nicht zu berücksichtigen, das die „soziale“ Absicherung immer weniger für die zahlende Masse der abhängig Beschäftigten ausgegeben wird, sondern mehr und mehr vom Staat veruntreut werden und in die Hände von Betriebsmitteleigentümern wandern.

            Auch in Kapitalistan ist der Arbeiter trotz passablem Einkommen weit hinter dem Stand der Produktionsmitteleigentümer anzusiedeln.

            Wo sich der Landwirt am Ende seines Schaffens auf seinen Altenteil entweder nach Aufgabe des Betriebs / Verkauf von Eigentum zurückziehen kann, hat der mittellose Arbeitnehmer als zwangsverarmter Rentner (Vermögen muss aufgezehrt werden, ehe er in Genuß von sozialen Leistungen kommt – Obwohl ihm ja mit großen Lohnanteilen diese Beiträge schon als Vermögen entzogen wurden!) mit Aussicht auf ein dahinsiechen in einem Altenheim bei magerster Kost trotz großer Kosten.

            0815 Infos reichen halt nicht. Man muss die Zahlen nicht einfach runterrappeln sondern analysieren und die Einkommen und Lebenswirklichkeiten gegeneinander stellen Herr Landwirt ;>

            Übrigens sage ich nicht, das Landwirte nicht was sie haben verdienen oder sogar mehr Verdienten. Nur um das klar zu stellen und keine Unterstellungsspielräume bleiben :-p

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Durch schreiben von ewig langen eigenen Meinungen wird falsches auch nicht richtiger.

              Der Beruf des Landwirtes ist der einzige, der seine Einkünfte veröffentlichen muss. Es macht halt ein bisschen Mühe, dies im Net zu suchen, lieber macht der „Aufklärer“ seine einzige Statistik, nach seinem Gut Dünken. Das Nebenerwerbsbetriebe in der Statistik nicht mitgezählt werden interessiert wohl nicht.

              https://www.bmel-statistik.de//fileadmin/user_upload/010_Jahrbuch/Agrarstatistisches-Jahrbuch-2016.pdf

              Dass Landbesitzer auf seinem Grund, für seinen Besitzstand, dessen Mehrung, Erhalt und Ausbau arbeitet, das sehen sie Richtig, der Landwirt muss seinen ganzen Besitz seinem Betriebsnachfolger übergeben, nur so kann der Betriebsnachfolger überleben. Dann kommen wir noch zum Altenteiler, der kann sein Besitz verkaufen, wenn er keinen Nachfolger hat, Betriebsaufgaben haben Steuern zu Folge, das tun Menschen wie sie gerne vergessen.

              Ist es ihnen schon mal aufgefallen, dass Landwirte im Rentenalter täglich beim Hofnachfolger auf dem Betrieb arbeiten um eigener maßen zu überleben? Mein Vater hat mir bis zu seinem 86 zigsten Lebensjahr geholfen, da für hatte er die Wohnung, Strom, Wasser und Heizung frei.
              Es ist mir schon bekannt, dass es Rentner gibt, die mit sehr wenig auskommen müssen, viel leicht lag es daran, dass einige es nicht auf die Reihe bekamen, Beruflich.

              Was mich stört ist immer den Neidfaktor.

              Ein Altvorderer von mir, von Beruf als Weber hat 1833 mit der Herstellung von Ziegelsteinen begonnen, hat Flächen gekauft, wie alle weiteren Vorfahren. So ist der ganze Betrieb entstanden.

              So was entsteht nicht dadurch, dass man sich selber bemitleidet, sondern nur durch Fleiß und Können.

              Natürlich kann man sich nicht die Eltern aussuchen, wenn sie mal den Anfang machen mit Eigentum zu bilden, dann wäre der Anfang für ihre Kinder.

              Möglicherweise werden mittellose Arbeitnehmer in 180 Jahren voller Neid auf ihre Nachkommen schauen.

              2+
            • Aufklärer sagt

              Viele sind froh, wenn sie bis 86 überhaupt noch arbeitsfähig wären ;>

              Natürlich ist mir das klar und der Vorwurf „Neiddebatte“ hätte eigentlich von meinem letzten Satz verhindert werden sollen.

              Für Fehler bei meinen Einschätzungen kann ich um Entschuldigung bitten. Ich bin Interessierter Laie und werde nicht bezahlt für Recherchearbeit – Mein Interesse hat u.A. damit zu tun, das mein Herz für Landwirtschaft und die hart arbeitenden Landwirte schlägt. Ich möchte trotzdem jeden Sachverhalt so real und sachlich richtig wie möglich sehen und das Wesentliche erkennen.

              Es ist nicht einfach, ein hoher Anspruch. So wie Sie den an sich legen. So wie Ihre Vorfahren einen hohen Anspruch hatten und sparsam und mühevoll Besitz aufbauten.

              Das ist das Recht dann von ihrem Besitz zu zehren, keine Frage. Schön wenn man die richtigen Vorfahren hatte, die einem Land, Hof und Vermögen hinterließen.

              Aber an Ihren Formulierungen bemerkt man schon, das es auch um Verteilungskämpfe im Landwirtschaftsgewerbe geht.

              Ich sage gerne respektvoll das jeder Interessen hat und das gehört dazu. Jeder will über die Runden kommen. Der Landwirt mit seinem ganzen Besitz und Vermögen bis zur Betriebsweitergabe.
              Der Arbeiter / Arbeitnehmer mit seinem Hintern im warmen bei guter Pflege will sich selbst und vielleicht noch die Familie durchbringen – dabei satt sein.

              Damit kommen wir wenigstens überein, das wir einander brauchen: Ihr die Kunden wir eure Produkte.
              Interessen überschneiden sich auch mal. Das ist gut so, dann finden sich auch Kompromisse.

              Danke für die Richtigstellungen!

              Beste Grüße

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Das sie ein Herz für die Landwirtschaft und die Landwirte haben, konnte ich in ihren Beiträgen nicht herauslesen.
              Was ich feststellen musste war, dass sie an billigen Lebensmittel interessiert sind, deshalb nehmen sie gerne große landwirtschaftliche Betriebe in kauf.
              Sie sind zumindest ehrlich, ehrlicher als die wo immer erklären, sie würden gerne mehr bezahlen und anschließend zum Discounter gehen.

              Auch ich will eine warme Stube haben, wir haben auch ein Haus am Hals, dazu noch Wirtschaftsgebäude, die Unterhalten werden müssen, Wasser und Strom müssen wir auch kaufen, wie jeder anderer Rentner auch. Dann haben wir noch einen Student, der uns rund einen Tausender im Monat kostet.

              Wir waren halt mal so blöd und haben das gespart, was andere auf Malle versoffen haben, jetzt müssen wir das an unseren Sohn abdrücken, weil wir nach Meinung des Staates zu Reich sind.

              1+
  7. Rainer Henking sagt

    Erschreckend finde ich allerdings, dass die Naturwissenschaften einschließlich Mathematik überhaupt nicht auftauchen. Was ist hier schiefgelaufen?

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    • Das ist kein Problem, hat doch die Mathematik der Menschheit respektive dem Leben an sich auf diesem Planeten weit mehr Probleme beschert als die Sesshaftigkeit unserer Spezies 🙂

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        • Ganz einfach. Die “einfachste“ mathematische Rechnung 1 +1=2 gibt es von Natur aus nicht, weil es nicht zwei exakt Gleiches zur selben Zeit am exakt selben Ort geben kann und somit von Natur aus immer gilt: 1+1=1+1.

          1+1=2 setzt voraus, dass in der Rechnung etwas verloren geht, was das Eine und das Andere von Natur aus verbunden hält. Somit beginnt mit dieser “einfachen“ Rechnung die Vereinfachung aller natürlichen Gegebenheiten, die aktuell sich als flächendeckende Digitalisierung der Welt widerspiegelt.

          1+
  8. …. „Das weiß ich noch nicht.“ – „Suchen Sie sich einen Beruf, in dem Sie nicht viel schreiben müssen, am besten Zahnarzt oder so etwas.

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  9. Lieschen Müller sagt

    Ich denke auch, die, die dann tatsächlich Landwirtschaft studieren oder lernen, sind doch gar nicht so wenig. Bei deiner Liste frage ich mich aber, was sich hinter „Wirtschaft“ verbirgt?
    Und keiner will in die Pflege……. 🙁

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