Bauer Willi
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Der Koalitionsvertrag der Ampel – eine zweite Analyse

Ich habe im November 2021 eine erste Analyse des Koalitionsvertrages vorgenommen. Jetzt sind wir über ein Jahr weiter und jetzt will ich den genau gleichen Text wie damals noch einmal überprüfen und schauen, was seitdem realisiert wurde. Die damalige Bewertung (11/2021) habe ich in rot gehalten, die neue Bewertung (02/2023) in blau.

S. 31: Wir verbessern die Rahmenbedingungen für fairen Wettbewerb –> gut –-> nichts passiert. Der LEH ist noch brutaler geworden.

S. 32: Überflüssige Bürokratie werden wir abbauen –> gut –> es ist schlimmer geworden, nicht besser.

S. 37:…stärken den Naturschutz und sehen Kooperation mit den Flächennutzern als zentralen Baustein an.  … stärken wir den Vertragsnaturschutz deutlich und ermöglichen regionale Spielräume sowie flexible Lösungen wie den niederländischen Weg  –> sehr gut, der niederländische Weg ist ein wirklicher Fortschritt –> wir warten immer noch und haben vom niederländischen Weg nichts mehr gehört

…..und erhöhen die Mittel auch für die Vertragsnaturschutzprogramme der Länder. –> gut –> ist das so? Habe nichts davon gehört…

S. 38: …Wir setzen uns für konsequenten Insektenschutz ein, werden den Einsatz von Pestiziden deutlich verringern und die Entwicklung von natur- und umweltverträglichen Alternativen fördern.  –> was meint “deutlich” konkret? Alternativen fördern ist in Ordnung. –>keine neuen Erkenntnisse

S. 41/42: ….Um den Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke
auf das 30-ha-Ziel bis spätestens 2030 zu reduzieren, werden wir Anreize setzen, Fehlanreize vermeiden und durch wirksame Initiativen Versiegelung reduzieren. –> gut, aber das haben schon viele gewollt –> und dabei scheint es auch zu bleiben

S. 43: Wir wollen die Landwirte dabei unterstützen, die Nutztierhaltung in Deutschland artgerecht umzubauen. Dafür streben wir an, ein durch Marktteilnehmer getragenes finanzielles System zu entwickeln, mit dessen Einnahmen zweckgebunden die laufenden Kosten landwirtschaftlicher Betriebe ausgeglichen und Investitionen gefördert werden ohne den Handel bürokratisch zu belasten. –> wie soll das gehen?  Warum fehlt da die Borchert-Kommission? Und nur “Kosten ausgleichen” reicht nicht! –> da ist was passiert! 250 Millionen statt 4 Milliarden wurden angekündigt. Beantragen können die Fördermittel aber nur Klein(st)betriebe.

S. 44: Wir überführen Teile des Tierschutzrechts in das Strafrecht und erhöhen das maximale Strafmaß.  –> na, wer das da wohl so drin haben wollte?  –> nichts Neues

S. 46: Wir wollen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß beschränken.  –>  kann man mit leben, lässt aber Raum zur Interpretation…Und Kupfer ist auch ein Pflanzenschutzmittel…  –>aktuell nichts Neues

S. 46: Wir wollen 30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030 erreichen. –> dafür braucht man Öko-Bauern. Und einen Markt, der die Produkte abnimmt. Was ist eigentlich mit Versorgungsicherheit? Denn bei 30% Ökolandbau importieren wir noch mehr!  –> das BMEL macht kostenlos Werbung für Bio-Landwirtschaft. Was fehlt, ist die Werbung für den Absatz. An einer Kette muss man ziehen, schieben bringt nichts.

S. 46: Pflanzen sollen so geschützt werden, dass Nebenwirkungen für Umwelt, Gesundheit und Biodiversität vermieden werden. –> das ist nahezu unmöglich. Jede Maßnahme ist ein Eingriff, auch im Bio-Landbau.  –> es bleibt unmöglich

Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln muss transparent und rechtssicher nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen, bestehende Lücken auf europäischer Ebene werden geschlossen. Gleichzeitig muss eine schnellere Entscheidung stattfinden. –> wissenschaftliche Kriterien ist sehr gut, schnellere Entscheidung ist sehr gut, Schließen von Lücken ist sehr gut –> eines ist erreicht: die Erschwernisse (Neonics)  gelten jetzt europaweit. Harmonisierung rückwärts

Zudem sorgen wir für eine Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für Anwendungen von geringfügigem Umfang bei vielfältig angebauten Sonderkulturen, für den Vorratsschutz und für geeignete Resistenzstrategien.  –> das wäre tatsächlich ein Fortschritt!  –> keine Verbesserungen

Wir setzen auch auf digitale Anwendungen und moderne Applikationstechnik zur zielgenauenAusbringung und Vermeidung von Abdrift.  Wir stärken Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln (Biologicals, low risks, Pflanzenstärkungsmittel, physikalisch, biologisch, Anbaumethoden, Robotik, Drohnen, Digitalisierung, Prognosemodelle etc.) und verbessern die zugehörigen Verfahren. –> das klingt doch insgesamt sehr ordentlich. Da war eine Fachfrau am Werk. Und ich meine nicht Renate Künast 🙂   –> ich kann nicht erkennen, wie das politisch gelöst werden kann. Hier ist die Industrie gefragt

Wir nehmen Glyphosat bis Ende 2023 vom Markt. –> Ein Fehler, aber nicht überraschend. Die FDP kann sich ja nicht immer durchsetzen. Und ob das mit EU-Recht vereinbar ist?  –> nichts Neues

S. 47:  Die BVVG-Flächen werden für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Klima- und Artenschutz genutzt. Dabei werden landwirtschaftlich genutzte Flächen vorrangig an nachhaltig bzw. ökologischwirtschaftende Betriebe verpachtet und nicht veräußert. –> das ist eine Zwei-Klassen-Politik! Nicht gut!  –> genau das wurde realisiert

S. 48: Wir unterstützen fairen Wettbewerb mit fairen Preisen im Lebensmittelmarkt. Wir werden die kartellrechtliche Missbrauchsaufsicht und Fusionskontrolle im Bundeskartellamt stärken. Wir gehen gegen unfaire Handelspraktiken vor und prüfen, ob der Verkauf von Lebensmitteln unter Produktionskosten unterbunden werden kann. –> Das wollten schon viele, sind aber an Aldi, Lidl und Co. kläglich gescheitert. Prüfen ob unter Produktionskosten verkauft wird? Das ist doch nicht euer Ernst! Das muss nicht geprüft sondern verboten werden.  –> das größte Versagen des Ministerium. Nicht mal im Ansatz hat Cem Özdemir dieses Thema angepackt. Schweinebauern sterben im großen Stil,  der LEH kann in der Krise seine Gewinne noch weiter erhöhen.

Den Milchmarkt werden wir weiter beobachten und die Bilanz der Lieferbeziehungen evaluieren. –> Das bedeutet nichts. —> nichts Neues

S. 57: Für die Windenergie an Land sollen zwei Prozent der Landesflächen ausgewiesen werden.  –> wie geht das ohne Versiegelung? Wenn das 30-ha-Ziel erreicht werden soll? Siehe S. 41/42   –>  ist das schon Gesetz? Soll es zumindest werden.

S. 64: Wir setzen uns für einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz ein –> ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Daraus lässt sich was mit machen…  –-> Leider passiert gerade das Gegenteil

S. 88: Unser Ziel ist der Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr  –> siehe Windenergie. Dafür braucht man Land…viel Land…  –> Hohe Baupreise, hohe Bau-Zinsen. Große Bau-Gesellschaften investieren nicht, die Inflation vernichtet Kapital.

Meine damalige persönliche Zusammenfassung: da kann man was draus machen. Es hätte schlimmer kommen können.

Meine jetzige Zusammenfassung: Özdemir und seine drei Staatssekretärinnen sind kaum wahrnehmbar. Wer nichts macht, macht auch nichts falsch. Allerdings Wurden und werden selbst die drängendsten Probleme nicht angegangen.

Im Gegensatz zum Bild über den Artikel: das Signal für die Landwirte kommt nicht.

 

Hier findet ihr den Koalitionsvertrag_2021-2025

 

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63 Kommentare

  1. Ferkelhebamme sagt

    Weiß gar nicht, was du hast? Özdemir ist ein Macher! Heute Titelblatt unserer Zeitung, eine halbe Seite, fette Schlagzeile: Özdemir plant Werbeverbot für Süßigkeiten. Zum Schutz von Kindern.
    Der macht alles richtig. Viel Aufmerksamkeit für Nichtigkeiten. Während wir uns mit dem Kreis und dem LANUV um die Emmissionsberechnung von Tierwohlställen streiten. Die Behörden zucken mit den Schultern und verweisen auf fehlende Befugnisse von oben. Ich könnte schreien!

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  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Heute ein umfangreiches Interview mit dem Foodwatch-Chef Thilo Bode, eine Foodwatch-/Greenpeace-Leuchtgestalt in medialer Wahrnehmung, auf Seite 2 einer Regionalzeitung im Wirtschaftsteil:

    Bode rechnet gnadenlos mit Cem Özdemir ab und attestiert ihm, ein Totalausfall zu sein. Insoweit gehe ich mit ihm durchaus d‘accord. 🙂

    Im Auszug Frage der Redaktion: „Wer aber gute Ware direkt ab Hof von Landwirten bezieht, entzieht sich doch der Ohnmacht gegenüber der Massenproduktion.“

    Die Antwort Bodes lässt aufhorchen:
    „Ich rede nicht über Nischenangebote, sondern die Versorgung von Millionen Menschen, die nicht von einem Hofladen zum anderen fahren können, was auch ökologisch zweifelhaft wäre. Die Gesamtheit der Verbraucher hat das Recht auf ausreichende, gesunde und ökologische Lebensmittel.”

    …Und das aus „berufenem Munde“. – Damit weist er den Verbrauchern quasi den direkten Weg zu unseren BIG FOUR, man lasse sich das förmlich auf der Zunge zergehen.

    Unsere Entscheider in Regierungsverantwortung allesamt spielen ungeachtet dessen extrem fahrlässig mit den hier thematisierten Rechten ALLER(!) Verbraucher. Ja, wir bekommen eine mehr als schwache Performance geliefert, aber man lässt Özdemir & Co. noch immer ungebremst schalten und walten, irrlichternes agrarpolitisches Handeln, gespeist in erster Linie von ideologisch verbrämtem grünem Un-/Nichtwissen!!! – Das brandgefährliche Spiel mit dem Feuer!!!

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    • Arnold Krämer sagt

      T. Bode hat ganz aktuell ein Buch geschrieben mit dem Titel “Der Supermarkt-Kompass – Informiert einkaufen, was wir essen” (erschienen im sehr seriösen S. Fischer Verlag). Er setzt sich sehr kritisch mit dem Gebaren des LEH und der Lebensmittelindustrie auseinander.

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  3. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    “Da kann man was draus machen”. Ihre Zusammenfassung, Herr Kremer-Schillings. Da befinden sie sich in bester Gesellschaft mit dem Chefredakteur von Top Agrar Herrn Schulze-Steinmann, der damals sagte Herr Özdemir hätte eine Chance verdient. Was für groteske Fehleinschätzungen, die vor allem absehbar waren. Sie haben sich wohl alle nicht genug mit dem Programm der Grünen befasst die hier federführend sind. Nur leider satteln die anderen Parteien hier wohlwollend auf so das eigentlich alles eine Soße ist. Das gilt auch für die (Oppositionspartei ??????!!!!!) CDU. Man sollte sich mal ansehen wer denn den Koalitionsvertrag für die Landwirtschaft verhandelt hat: (laut agrarheute)
    1. SPD
    Till Backhaus —- o.K.
    Olaf Lies —-o.K.
    Susanne Mittag —– stark ökologisch orientiert
    Franziska Kersten—– Ziele lt Webseite: Klima- und Umweltschutz
    2. Grüne
    eine Truppe um Renate Künast —- Kommentar überflüssig
    3. FDP
    Carina Konrad —– Überschrift ihrer Webseite: “Die Zeiten ändern wir, denken wir neu”
    Ja wahrhaftig! Und dies ist die größte Enttäuschung, da viele frustrierte CDU-Anhänger FDP gewählt haben und das so nicht wollten.
    Also: bei Beschwerden fragt nicht den Arzt oder Apotheker sondern kontrolliert wo das Kreuz gemacht wurde.

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    • “Die Zeiten ändern wir, denken wir neu”

      also denken wir falsch?
      Zu egoistisch? Zu sehr von unseren individuellen Erregungen geprägt? Deswegen funktioniert die Erregungsbewirtschaftung so gut. (Werbung und aufregende Schlagzeilen ist auch eine Geldfaktor)

      Wir müssen mehr Rücksicht auf die Realität nehmen,und die auf diesem Erdball ist ökologisch geprägt!

    • Bauer Willi sagt

      Na, dann ist es doch gut, dass wir Sie hier haben. Sie haben es ja schon immer (besser) gewusst…

  4. Ich dachte wir brauchen schon die Ukraine, um uns zu ernähren.
    Wie weit liegt das im Osten, Oberländer?

    Unsere Politiker glauben fest an den Industruestaat, das ist und war erstrebenswert.
    Deswegen verbrauchen wir mehrere Erdbälle ökologisch gesehen, Also mehr Fläche als unsere Nation groß ist.
    Wie Ökologisch das ist, das kommt auf das Gewissen unsere Politiker an.
    Ich dachte der grüne Gedanke wäre modern, weil notwendig.
    Und der funktioniert nur mit den Bauern zusammen, nicht gegen sie.

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  5. oberländer sagt

    Die Menschen in der Bunten Republik Deutschland werden mehr .
    Die Tierhalter werden ausgequetscht und mit hirnlosen Paragraffen
    (kein Schreibfehler ) zur Aufgabe gezwungen ,
    Das in Deutschland produzierte Obst und Gemüse ist seit letzter
    Woche ausgefressen .
    Wir brauchen bald neuen Lebensraum !!! vielleicht wieder im Osten ???
    Bei den Flachleuten in Berlin und Brüssel würd mich nix wundern .
    Sleepy Jo hilft ihnen da sicher

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Für die Abstockung der deutschen Schweinebestände werden in unserer Zeitung von Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen 4 Gründe genannt:
        Unterschied zwischen politischem Vorhaben und tatsächlichem Einkaufsverhalten beim Thema Tierwohl
        Wegfall des Wettbewerbsvorteils billiger Leiharbeitskräfte in den Schlachthöfen
        Wegfall des Chinaexports nach dem Ausbruch der Schweinepest
        gesunkener Pro-Kopf-Verzehr von unter 30 Kilo pro Jahr

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        • Reinhard Seevers sagt

          Mercedes macht Milliardengewinne mit Exporten und fordert Kurzarbeit. Warum wird hier nicht der gleiche Maßstab angelegt?

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          • Mercedes kann schneller auf Kundenwünsche eingehen.
            Ein neues Auto ist schneller ohne Rücksicht auf Natur hergestellt, als ein Schwein. Das auch noch geschlachtet werden muss und dann erst in den Verkauf kommt. Sieht noch so aus wie vor 99 Jahren in es hat nicht nur Schnitzel, sondern auch Rippchen, Bauchspeck und Eisbein, neben Innereien.
            Und Mercedes hat eine viel höhere Lobby in der Politik.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Am dämlichsten finde ich immer die Darstellung der von den Landwirten versorgten Anzahl Bürger.
      Wenn es irgendwann nur noch 10 Betriebe in diesem Land gibt, dann sind alle Ziele erreicht, oder was soll das zeigen. Die Landwirtschaft nutzt diese Korrelation immer, um die Produktivität zu untermauern, eigentlich ist es ein Indikator für zunehmende Konzentration und Bauernsterben. Welches sollte die “richtige” Verhältnismäßigkeit” sein? 1:100 oder 1:1000?
      Und noch eines. Ich glaube die Zahlen zum Fleischkonsum sind statistisch nicht abgesichert, sie basieren auf vielen Quellen und Abschätzungen und sind schon gar nicht vergleichbar mit anderen Ländern und Kulturen…das ist reine politische Steuerung, so wie auch Ernte -Vorabschätzungen, die dazu dienen Preise zu beeinflussen und Spenden zu generieren.

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      • Smarti sagt

        Wenn es bald einmal gleich viele Landwirtschaftsbetriebe gibt wie es Lebensmittelläden gibt…
        hat dann jeder Betrieb seinen eigenen Hofladen ?
        oder hat dann jeder Lebensmittelladen seinen eigenen Betrieb ?

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    • Smarti sagt

      Frau Ertl, auch beim Zucker habe ich schon öfters gelesen, dass letztes Jahr viel Zucker importiert wurde, wegen schlechten Erntebedingungen. Zucker und Zuckeraustauschstoffe kann man ja auch aus Mais, Getreide etc. machen, was sagt das also aus ?
      Vielleicht hat man ja die Empfehlung vom Zahnarzt hochgerechnet auf die Einwohnerzahl ?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Dass etwas importiert wird, schließt ja nicht aus, dass auf der anderen Seite noch mehr exportiert wird, z.B. in Hochpreisländer.

        Manipulativ sind diese Tabellen deshalb, weil es einen EU – Markt gibt, wo jedes Land eben das produziert, was dort am besten geht. Also sagt eine Überversorgung mit Zucker und Fleisch wenig aus.
        Gemüse kam halt aus Südeuropa, weil man dort mehrere Ernten pro Jahr hat. Das Problem ist, dass jetzt dort der Klimawandel zuschlägt. GB hat sich auf Südeuropa verlassen, um Geld zu sparen, und jetzt stehen sie blöd da: https://orf.at/stories/3306689/

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      Traue keiner Grünen Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!

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      • Wieviel % davon sind Verschwörungsrheoretiker!?!

        Wer weiss wieviel von denen ein heftiges Bauern-batching betreiben,

        9% der Leute sollen das sein.
        Sehe gerade einen Vortrag von Tobias Meillicke, Soziologe
        Soziologe und Politikwissenschaftler von der Beratungsstelle Veritas.

      • Egon Meyerhoff sagt

        Die Zahlen, die in der Statistik drinstehen, stimmen normalerweise. Das Problem liegt woanders, nämlich in der Interpretation der Statistik: Die Zahlen geben oft nicht die Interpretation her, für die sie herangezogen werden.

        Dafür ist der Selbstversorgungsgrad ein gutes Beispiel. Er gibt nämlich nicht an, zu welchem Anteil sich Deutschland selbst versorgt, sondern zu welchem Anteil sich Deutschland über das Jahr gemittelt theoretisch selbst versorgen könnte. Das ist für bestimmte Fragen durchaus nützlich, darf aber eben nicht als Autarkie-Grad verstanden werden.

  6. Ferkelhebamme sagt

    Ein Landwirtschaftsministerium, was sich für die Belange der LW einsetzt, ist garnicht mehr existent. Das BMEL ist ein billiger Abklatsch des Bundesumweltministeriums, der LW-Minister Steffi Lemkes Sockenpuppe, der die immer gleichen Phrasen wiederholt, der zur Scheinbewahrung ein paar nebensächliche landwirtschaftliche Dinge beschließt, sich ansonsten aber lieber mit Außenpolitik befasst. Die Landwirte werden mit ein paar Ankündigungen hingehalten, während Landwirtschaft und Wirtschaft unter dem Deckmantel des Umweltschutzes voll vor die Wand gefahren werden. Warum?
    @Elisabeth Ertl: das Ziel der deutschen Regierung ist nicht der Tierschutz, sondern der radikale Abbau der Tierhaltung. Das wird ganz offen kommuniziert. Sicherung der Selbstversorgung ist vollkommen unter den Tisch gefallen. Warum? Der angebliche Tierschutz ist nur Mittel zum Zweck, um Verordnungen durchzudrücken, die dem eigentliche Ziel dienen. Und da Natur- und Tierschutz in Deutschland einen Heiligenstatus haben, wagt es niemand, das zu hinterfragen.

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  7. Pälzer Buh sagt

    “Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln muss transparent und rechtssicher nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen, bestehende Lücken auf europäischer Ebene werden geschlossen. Gleichzeitig muss eine schnellere Entscheidung stattfinden.”

    Das heißt es werden noch mehr als bisher “Notfallzulassung” zugelassen. Neue organische Produkte > Fehlanzeige. Systematisch unterdrückt durch den BMU!!! Schlimmer als zu Merkel’s zeiten.

    “Zudem sorgen wir für eine Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für Anwendungen von geringfügigem Umfang bei vielfältig angebauten Sonderkulturen, für den Vorratsschutz und für geeignete Resistenzstrategien.”

    Heuchelei!! Meinen kompletten PSM Vorrat für 2023 musste ich jetzt schon bestellen,einlagern und bezahlen! Der Markt ist leergefegt. (Warum nur?)Antiresistenzmanagment ist absoluter Standard. Antiresistenzmanagment im Bio- Weinbau> Fehlanzeige. Teilweise nur 1 Mittel für 3 Schadpilze verfügbar. Viele andere PSM- Bio Mittel haben nur Placebo – Effekt.

    Habe irgend Wo noch etwas gelesen von Düsen und Sprühgeräten

    Recyclingsprühgeräte sparen zwar ca. im Durchschnitt 30- 35% an PSM ein. Sind aber ( trotzt 30%Zuschuss) sowas von Sackteuer dass es sich ökonomisch nicht rechnet. Was die Düsentechnik betrifft gibt es sehr gute Düsen. Ich benutze CVI 080.

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    • Pälzer Buh sagt

      Da gibt es noch etwas, PSM hat man Umweltverträglichkeitspunkte unterteilt. Bio- Weinbau kommt da miserable weg. Vom Dieselverbrauch ganz zu schweigen.

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  8. Schorsch Summerer sagt

    Was haben die Discounter doch für ein Glück dass es keinen Dexit gegeben hat. Was das Einkaufsverhalten dieser Blutsauger verursachen kann das bekommen derzeit die Briten bei Gemüse und vor allem bei Obst anschaulich zu spüren. Zitat aus The Guardian (übersetzt): >>Grund sei, dass ihnen die Erträge aus dem Verkauf an den Handel nicht reichten. Jedes Jahr müssten eine Million neue Bäume gepflanzt werden, um die 5500 Hektar große Produktionsfläche im Vereinigten Königreich zu erhalten, wird Ali Capper, Vorsitzende des britischen Apfel- und Birnenhandelsverbands, zitiert. Der Verband vertrete etwa 80 Prozent der Hersteller im Land. In diesem Jahr wollten die Landwirte schon nur 480.000 Apfel- und Birnbäume bestellen, und diese Zahl sei noch auf 330.000 reduziert worden. Hauptgrund für die mangelnden Investitionen seien die »unhaltbaren Supermarktrenditen«, sagte Capper.Die Kosten der Obstbauern seien zwar um etwa 23 Prozent gestiegen, da die Ausgaben für Ernte, Energie, Transport und Verpackung angezogen hätten, dem stehe aber nur ein Anstieg der Erträge um weniger als ein Prozent gegenüber. »Die Mehrheit der Erzeuger macht Verluste.« Einige planten gar, aus der Branche auszusteigen, andere hätten ihre Obstplantagen praktisch eingemottet oder rodeten sie, da die Erträge schwinden. »Das ist eine sehr ernste Situation«, so Capper. »Die Zukunft des Apfel- und Birnenanbaus im Vereinigten Königreich ist ernsthaft infrage gestellt.«
    Meine Meinung dazu: es ist an der Zeit die Discounter zu zerschlagen weil sie die Versorgungssicherheit in der EU und weltweit ernsthaft in Gefahr bringen.
    Wartet die Politik auf den Ukrainemoment? Auf eine Zeitenwende?
    Vergleichen wir doch einmal die Nahrungsmittelpolitik mit der Sicherheitspolitik. Die Bundeswehr wären die Bauern. Kaputtgespart bis zum geht nicht mehr. Nabu und sonstige NGOs sind jene die Soldaten immer als potenzielle Mörder bezeichneten und eine Abschaffung der Bundeswehr forderten. Die Handelsunternehmen wären die Russen und deren Besitzer die Oligarchen. Wollen die Politiker warten bis die Oligarchen den gesammten Erzeugungsbereich auch kontrollieren? Den möchte ich sehen der dann nicht nach deren Pfeife tanzt. Schon jetzt wäre eine Rückabwicklung teuer aber später eigentlich unmöglich. Wenn ich länger darüber nachdenke, dann sind die Paralellen unübersehbar.

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    • Smarti sagt

      Herr Summerer, ja das sehe ich ebenso. Eine Gesellschaft funktioniert halt nur, wenn ihre Mitglieder mit der Gesellschaftsordnung einverstanden ist. Und dieser Punkt gerät immer mehr in Schieflage, wenn die Arbeitenden “die Früchte ihrer Arbeit” nicht mehr ernten dürfen.
      Eine Zerschlagung der Grossen LEH nützt aber auch bald nichts mehr, weil ja trotzdem die ganzen kleinen Läden sowie Metzger und Bäcker hopsgehen. Sogar die Milchtankstellen am Hof werden mit einem einzigen Gesetz so gut wie verboten. Solange die ganz Kleinen nicht mehr leben dürfen, nützt es nichts, zu deren Schutz die ganz Grossen zu sprengen.
      Vielleicht wäre der Ansatz “der moralische Mindestpreis” von Bauer Willi, Seite 103

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Auszug aus der steirischen Landwirtschaftszeitung: “Schweinemarkt: Erwartet wird ein gutes Jahr für Mäster und Ferkelerzeuger … doch Tierwohlprogramme kommen nicht vom Fleck … Das aktuelle Preishoch wird sich noch bis in den Herbst hineinziehen, weil europaweit zu wenig Schweine da sind und die Urlaubsdestinationen im Sommer doch viel Fleisch benötigen. Aufgrund der hohen Preise wird aktuell die Produktion wieder angekurbelt. Darauf wird etwa in einem dreiviertel Jahr der Markt reagieren, bei den Ferkeln schon früher. Natürlich kann es in dieser Zeit auf hohem Niveau zu Marktschwankungen kommen. Jedenfalls fällt aber der Preistaktgeber Deutschland aus. Die politischen Rahmenbedingungen zermürben in Deutschland momentan die Schweinebranche sowie die Veredelung … Außerdem ist es für die deutschen Halter durchaus interessant, Getreide zu guten Preisen zu verkaufen … Zurück in die Steiermark … Im Vorjahr haben die Ferkelerzeuger sehr gelitten, sie brauchen einfach eine Verschnaufpause. Die Deckungspreise sind bei den aktuell guten Schlachtschweinepreisen und bei vor vier Monaten geringen Ferkelpreisen sehr gut, bei den jetzt hohen Ferkelpreisen werden sie jedoch nicht mehr so gut ausfallen. Die Mäster zögern schon beim Einstallen aufgrund der noch nie dagewesenen Ferkelkosten … Im Gegensatz zu Deutschland haben wir den richtigen Weg eingeschlagen. Unser Nachbar macht Tierschutz per Gesetz, und wir machen marktkonformen Tierschutz über das Gesetz. Der Markt lässt sich einfach nicht aushebeln, wir sind mit Tierwohlprogrammen massiv unter Druck. Bio hat sich stabilisiert – es gibt sicher keine weiteren Ausbauschritte … Unser Markt ist der Heimmarkt, und der Handel kauft zu Österreich-Preisen … Der Schweinezyklus lebt … Wer in dieser Branche erfolgreich sein will, muss kontinuierlich ein- und ausstallen … Betriebe, die in der Branche bleiben, werden in der Veredelung mit Schweinehaltung ein gutes Familieneinkommen erzielen können … Im Gegensatz zu arbeitskräfteintensiven ausländischen Großbetrieben und wegen der Kostenvorteile durch Nassmais haben bäuerliche Familienbetriebe in der Steiermark mehr Zukunft. Großbetriebe können oft die Qualität nicht halten und kommen wegen der massiv gestiegenen Lohnkosten unter Druck.”

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Noch etwas aus der LW – Zeitung:
      Herausforderungen der Landwirtschaft – Umfrage: was wird wie oft genannt:
      Dieselpreis 91%
      Steigende gesetzliche Auflagen 78%
      Bürokratie 74%
      Richtlinien der EU 67%
      Klimawandel 66%
      Arbeitsbelastung 64%
      Am wenigsten fühlen sich die Landwirte von der mangelnden Wertschätzung in der Gesellschaft betroffen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Alle Länder um uns herum sind realistischer unterwegs. Offensichtlich egal, um welchen Bereich es sich handelt: Energie, Nahrung, Verkehr, Immigration. Die Deutschen, nein, ihre “Führer” sind Ideologen und immer noch oder wieder von der Idee besessen, “Am deutschen Wesen soll die Welt genesen”.

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      • Ja,
        Bildung und Wissen sind deshalb modern,
        deswegen will jeder gebildet sein und mehr wissen als der andere.
        Das hat unsere Gesellschaft geprägt.

        Jeder will als Gebildet gelten.

        Deswegen gibt auch so viel selbsternannte Führer hier, die haben eben mehr Bildung, äh Einbildung als andere.
        Und wehe einer widerlegt das mit Fakten.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Bioanteil über alle Warengruppen in Österreich im LEH
      2016 8,1%
      2018 8,9%
      2020 10%
      2022 11,5%
      Am stärksten gestiegen ist der Bioanteil bei Fleisch, Frischobst und Frischgemüse.
      So unrecht hat vielleicht Özdemir bei euch auch nicht.

      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        Der Deutsche kauft “gut und günstig” und will nach Malle!
        Siehe Geschäftsberichte der Discounter und Supermärkte.
        Özdemir hat theoretische Visionen,verbunden mit ideologischen Grundsätzen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Die Institutionen in diesem Lande sind derart öko-geframt, dass sie den Realitätsbezug komplett verloren haben. Diakonie Deutschland z.B.:

          Sehr geehrte Damen und Herren

          immer mehr Menschen haben aufgrund von geringem Einkommen oder Armut nicht die Möglichkeit, sich für nachhaltige und gesunde Lebensmittel zu entscheiden.

          Sie können nicht nachhaltig konsumieren. Das schadet ihnen, das schadet den Produzent:innen und das schadet der Umwelt.

          Unsere Berechnungen zeigen: Der Regelsatz des Bürgergeldes reicht nicht aus, um sich nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gesund zu ernähren. Für Nahrungsmittel und Getränke sind monatlich aktuell nur knapp 175 Euro vorgesehen.

          Menschen mit wenig Geld sind auf Dumpingpreise und Billigprodukte der Discounter angewiesen, auf unökologisch und oft unsozial hergestellte Lebensmittel.

          Die Diakonie Deutschland fordert eine aktive Armutsbekämpfung. Sozialleistungen und Einkommen müssen hoch genug sein, damit sich jeder Mensch für gesunde, nachhaltige Lebensmittel entscheiden kann. Gesundes Essen darf kein Luxus sein darf!

          Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

          Ihre Maria Loheide
          Vorstand Sozialpolitik

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  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Der „Qualitätsweizen“ aus der Ukraine geht derzeit nach Spanien, um den edelsten Schinken der dortigen Iberico-Schweine zu mästen, während man anderenortens zum großen „Insektenfressen“ herabgewürdigt werden darf.

    Für Sarah Wiener die(!) Freiland-Supersau – man glaubt, dass diese Vorzeige-Wutz für Verbraucher nur mit Eicheln gefüttert wird, was für ein Trugschluss. Passt sich aber generell geschmeidigst in sämtliche Lügenkonstrukte ein, die derzeit durch die Lüfte donnern…

    Cem Holgersson priorisiert auch Insekten…!? Insektenschutz untersteht heute einer ganz neuen Definition: „Aufgeräumt“ im menschlichen Verdauungstrakt weltweit. – Bon appétit. 😉

    Karl der Käfer wurde nicht gefragt…!!!

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nach derzeitigen Stand wäre am Kaiserstuhl kein Weinbau mehr möglich, in der Gemeinde Zell-Weiherbach würde die Hälfte aus der Bewirtschaftung fallen.

      Der Weinbau mit dem Pflanzenschutz war da, als die Gebiete unter Schutz gestellt wurden, und jetzt sollen auf einmal die Insekten usw. gefährdet sein.

      Hier eine Kopie eines Artikels aus der Badischen Zeitung, veröffentlicht von der FDP

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        • firedragon sagt

          Es ist ja auch der Irrglaube unterwegs, dass Weinbaubetriebe nur einfach auf PiWi’s umsteigen sollten.
          Erstens bräuchte es weit mehr als hundert Jahre, um Deutschlands Weinbauregionen komplett auf PiWi’s umzustellen.
          Zweitens, auch die PiWi’s benötigen PSM. Man kann PSM einsparen, allerdings nicht ‘null fahren’.

          Was bei Dir der Kaiserstuhl ist, Ehemaliger Landwirt, ist bei uns die Region Bad Dürkheim, die dadurch in ihrer Existenz stark gefährdet ist.

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          • Eine schrittweiser Umbau hin zu PIWIs wäre auf jeden Fall ein wichtiger Schritt zu einem ökologischeren Weinbau. Und man könnte wenigstens auf chemisch-synthethische PSM verzichten, was für diese Gebiete schon ein riesiger Gewinn wäre. Mit 80 % weniger biologischen Spritzmitteln wäre auch für die Winzer viel Arbeit erspart. Und die neusten PIWI-Sorten weisen noch einmal eine deutlich bessere Resistenz auf, wie der Rebschulist Volker Freytag hier erklärt: https://www.weinbau-der-zukunft.com/sind-piwis-die-loesung-fuer-den-green-deal/

            • Schmeckt gut sagt

              Herr Geissbühler, werden diese neuen Sorten von den Weintrinkern akzeptiert? Denkbar ist vieles, nur der Verkauf muss klappen, sonst droht die Pleite. Und bitte nicht die Forderung, dass die Weinbaubranche diese Megaherausforderung alleine stemmen soll. Das Ausland liefert weiter die bekannten Sorten. Diese Marktmechanismen sehen wir zur Zeit massiv bei Obst und Gemüse. Und beginnend beim Fleisch. Den Weinbau wird es auch treffen.

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              • Wenn man die Weintrinker ehrlich und transparent über die Vorteile von PIWIs informiert, werden wohl die meisten offen dafür sein. Wer möchte schon einen Wein mit Pestizidrückständen trinken? Auch bei Blindverkostungen sind die PIWI-Weine qualitativ oft nicht mehr zu unterscheiden zwischen den traditionellen Sorten. Je früher die Winzer mit dem zukunftsfähigen Umbau beginnen, desto einen grösseren Vorsprung verschaffen sie sich, denn das ganze braucht Zeit und Geld. Wer so weitermacht wie in den letzten 50 Jahren, wird auf längere Zeit gar keine Perspektive mehr haben.

                • schmeckt gut sagt

                  Lieber Olivier, wir Wein-, Obst- und auch Gemüsebauern haben nie und werden auch nie so weitermachen, wie vor 50 Jahren (oder alternativ wie früher). Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Und das bleibt auch weiterhin wichtig. Uns zu unterstellen, rückständig zu sein, ist absolut falsch. Als Unternehmer allerdings falsch zu investieren und deutlich mehr als 50 Tsd Euro pro ha in die Hand zu nehmen für den Umbau der Anbauflächen und ahnungslos das Marktverhalten der Kunden “hinzunehmen”, ist naiv. Als Realo bin ich dann definitiv raus.

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                • schmeckt gut sagt

                  PS: haben sie eine Ahnung, was zur Zeit auch auf dem Bio-markt los ist? Um deutlich zu sprechen: Import verdrängt auch hier Regio.

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                • Rückständigkeit will ich keinem Winzer oder Bauern unterstellen! Als Unternehmer würde ich persönlich jedoch in Sorten investieren, die auch noch in 20 Jahren regelmässig Ertrag geben und dies ohne aufwändigen Pflanzenschutzmittel-Einsatz. Wenn man die ersparten Arbeitsstunden, PSM und Erträgsausfälle in schwierigen Jahren einrechnet bei diesen Sorten, lohnt sich das nach einigen Jahren meistens, so die Erfahrung vieler PIWI-Winzer. Es stimmt, Bio-Markt ist im Moment schwierig, aber das kann sich auch ziemlich schnell wieder ändern, wie die letzten Jahre gezeigt haben.

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                • firedragon sagt

                  Herr Geissbühler,
                  sind Sie Unternehmer?
                  Wissen Sie was Rodung von Weinstöcken und die Neuanlage eines Wingerts kosten?
                  Ein Unternehmer stellt mit Bedacht um und marktorientiert. Eine Rebanlage sollte 20 Jahre halten, je länger desto besser.
                  Und ja, als Winzer kann man natürlich alle Vorzüge von PiWi’s aufzählen … der Kunde kauft trotzdem nach Vorliebe und die Umstellung des Kunden ist etwas schwieriger.

                • Ja, ich weiss – die Kosten sind hoch. Ich würde ja auch keinem Winzer empfehlen, sämtliche Weinstöcke auf einmal auszureissen und nur noch PIWIs zu pflanzen. Aber bei denjenigen Flächen, die sowieso erneuert werden müssen, lohnt sich die Überlegung, auf eine robuste Sorte zu setzen. Die Chance, dass diese Sorten in 20 Jahren eine höhere Akzeptanz aufweisen als krankheitsanfällige Sorten, ist meines Erachtens hoch (Green Deal lässt grüssen).

                • Schmeckt gut sagt

                  Herr Geissbühler, leider sind wir mit “tollen”, neuen Sorten (im Obstbau) mittlerweile dermassen oft auf die Nase gefallen, dass wir sehr genau überlegen, ob etwas funktioniert oder nicht. Hierzu sind Eigenversuche mit ein paar Dutzend Pflanzen gut. Das machen wir seit 25 Jahren so. Wir wissen also ziemlich genau, was zu unserem Standort passt und was nicht. So soll es doch sein – oder? Bedauerlicherweise kommt in der Diskussion immer wieder zur Sprache, dass wir keine neuen Wege gehen wollen. Das ist schade, denn das Gegenteil ist der Fall. In unseren Versuchsanstalten (wir sind dort Mitglied) wird neben dem anbautechnisch Möglichen, zusätzlich immer auch die Wirtschaftlichkeit beleuchtet. Seit Generationen.

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                • Das stimmt, neu bedeutet nicht immer gut. Neue Sorten müssen sich zuerst bewähren und das Wichtigste steht in Ihrem Namen: “Gut schmecken”. Standortbezogene Eigenversuche sind auf jeden Fall etwas vom sinnvollsten bei der Sortenwahl. Ich möchte auch niemandem unterstellen, dass er keine neuen Wege gehen will, sondern lediglich für eine langfristig funktionierende (und wirtschaftliche!) Lösung ermuntern.

            • Manuela sagt

              Im Prinzip das gleiche das über den Weinbau von Ehemaliger und firedragon gesagt wurde, gilt für den Obstbau. Die Bauern sind die ALLERERSTEN die schorfresistente Sorten anbauen WOLLEN (Schorf ist die gefährlichste Pilzkrankheit im Apfelanbau am Bodensee und macht richtig Stress). Vor einiger Zeit galt noch oft “resistent gegen Schorf = resistent gegen Verzehr”, was inzwischen tatsächlich besser aussieht. Die Entscheidung wird doch aber ganz woanders getroffen. Beispiel: Magic Star, toller Geschmack, tolle Lagereigenschaften (= Natyra als konventionell), Anbaurechte bei Edeka > die bestimmen was angebaut wird von wem und wo es verkauft wird (bei Edeka), Kontingent Bodensee: 200 ha (ich meine es gibt insgesamt ca 8000 ha Kernobst am Bodensee). Mal abgesehen davon dass wir uns in D nicht selbstversorgen mit Obst. Und für 79ct pro kg Ladenverkauspreis kann die hier auch niemand produzieren, auch nicht mit halben PS-Einsatz. Wer fliegt dann übrigens aus dem Regal? Gala oder Braeburn, die man auch aus dem Ausland bekommt?
              Versteht mich nicht falsch: Ich verspreche mir einiges von dem Projekt. Probiert die Sorte mal! Superlecker! Wird auch im Alten Land usw angebaut.
              .
              Und weil ichs mir nicht verkneifen kann: Ja, Obstanbau ist pflanzenschutzintensiv, weist aber auch eine sehr hohe Biodiversität auf. Warum dieses pauschale Verteufeln? Um die Sache geht’s ja wohl meistens nicht…
              Für den Obstanbau stelle ich einfach mal in Frage ob das Bio-PS-Programm die “bessere” Variante ist.
              Jedenfalls sind die Obstbauern dran. Sie würden sich leichter tun, wenn die Auszahlungspreise passen würden.

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  11. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Dem Bürger gehts doch gut!
    In den Medien wird gerade darauf hingewiesen,dass die Urlaubsschnäppchen für Sommer 23 langsam knapp werden,man sich beeilen müsse.
    DIE “Ampel” hatte und hat keinen PLAN.
    Der Krieg soll doch gar nicht beendet werden,Chinesen und Amis sind daran überhaupt nicht interessiert.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die Zeitschrift TINA schreibt unter der Rubrik “Zahl der Woche”:
      4,8 Millionen weniger Schweine wurden im Jahr 2022 geschlachtet. Ein kleiner guter Schritt.
      Lesen Sie auf Seite 43 den tina- Report über das Essen der Zukunft.

        • Reinhard Seevers sagt

          Lust kann man das nicht gerade bezeichnen….ich lese alles, was so rumliegt. Bei jedem Arzt liegen andere Journalien rum, und 2 Jahre konnte man sie nicht lesen, wegen der Bakterien….Beim Hautarzt liegt nur Yacht, Geo, Manager-Magazin oder Hochglanz-Wohnzeitschriften. Beim Zahnarzt liegen Stern, Spiegel, Hörzu und Freundin…..usw….und zu Hause ploppen Chrismon, lokale Werbezeitungen und Regionalprawda auf. Da ich einen selektiven Blick auf landw. Themen habe, sehe ich auch nur diese dämlichen Beiträge und merke, dass dieses Land von Blöden verblödet wird. Hauptsache die Klicks oder die Verkaufszahlen stimmen. Bauern quälen Tiere ausschließlich für Profit sagt man….die Medien quälen dafür die Bauern. Alles ist gut, es steht 1:1.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          @Hebamme,
          als Mann muss man die TINA, Bild der Frau usw. unbedingt lesen, man sollte die geheimen Wünsche der Frauen auch Wissen, wie sonst kann man die Ehefrau verwöhnen, wenn man deren Wünsche gar nicht kennt?😉

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  12. Reinhard Seevers sagt

    Leute, es gibt wahrlich wichtigere Entscheidungen zu fällen dieser Tage…pffpf Bauern.
    Müllermilch darf mit Friesland Campina fusionieren, Hannes Jaenneke gibt Interview zu böser Ernährungsindustrie und die Schuld am Weltuntergang, in Berlin demonstrieren Sarah und Alice gemeinsam für Frieden…Galdbach hat gegen Mainz verloren.😳

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    • Was sollen die armen Städter denn sonst denken? Die haben doch nichts anderes.
      Das wissen die nur nicht , deswegen hat unser Erdball dann zu leiden.

  13. Arnold Krämer sagt

    Überwiegend ist von SOLLEN, WOLLEN, MÜSSEN, WERDEN UNS EINSETZEN die Rede. Es zeigt, dass man den Gestaltungsspielraum als realistisch klein einschätzt. Das Geflecht bestehender Regelungen auf EU-, und auf Bundesebene und weitere vertragliche Verpflichtungen weltweit sind in über 70 Jahren zu einem nahezu undurchdringlichen Dickicht geworden. Weil man da selbst nicht mehr durchblickt und die Wirkungszusammenhänge kaum noch versteht, bleibt man besser untätig, beschränkt sich auf Symbolpolitik oder lässt die EU machen.

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  14. waldschrat sagt

    “S. 32: Überflüssige Bürokratie werden wir abbauen”

    Passt doch. Es würde halt nichts als ‘überflüssig’ wahrgenommen 😉

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  15. Frikadellen piet 44 sagt

    moin bei diesen Nachrichten wünsche ich trotzdem einen schönen Sonntag und frage mich ob vielleicht der Kaffeeverbrauch und der Mettbrötchen Verbrauch in der Regierung angestiegen ist da sie mal zusammensetzt und nichts gebacken kriegen vielleicht muss man bald Geld in die Regierung schicken für neue Sofa

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