Bauer Willi
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Pseudo-Ökologie

Zitat aus nachfolgendem Artikel: „Das bunte Vogelhäuschen über einem „runtergehobelten Psychopathenrasen“ (Berthold) ist jedenfalls reine Pseudoökologie – ähnlich widersprüchlich, wie sich über Feinstaub in der Luft zu sorgen und gleichzeitig den eigenen Schwedenofen anzuheizen.“

Der Autor redet uns schon recht heftig ins Gewissen. So was würde ich mir nie erlauben…:-)

Wie dieser Satz auch: „Da streut der Kleingartenbesitzer liebevoll ein per Amazon geliefertes Päckchen Trockeninsekten in das schneewittchendesignte Vogelhäuschen, um danach kopfschüttelnd einen verirrten Käfer von den kompressorgestrahlten Bitumen-Platten zu fegen. Und wehe eine Raupe klettert auf den gestutzten Baumarkt-Rosenstock.“

https://www.sueddeutsche.de/wissen/deutschland-voegel-fuettern-winter-1.4321837?fbclid=IwAR2-ERG6tRo140VChw_-xUDZIG-tvHKrxd3S1PqWeI__1hiMmfAg015uwoU

So sind wir Menschen. Inkonsequent und auch ein wenig schizophren…

Wir haben übrigens gerade Pellets für unsere Heizung geliefert bekommen. Deshalb schimpfe ich auch nicht über Feinstaub….

Bauer Willi

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77 Kommentare

  1. Ehemaliger Landwirt sagt

    Kein vernünftiger Landwirt bestreitet, dass Landwirtschaft kein Eingriff in die Natur wäre, das war vor 500 Jahren so und heute auch in der BIO Landwirtschaft. Auch die BIO Landwirtschaft ist daran beteiligt, wenn die ihre zugelassenen Insektizide anwenden, hat das dieselben Wirkungen auf die Insekten. Man solle auch nicht so tun, als wäre die moderne Landwirtschaft alleine Schuld, dass in Krefeld weniger Insekten gefangen wurden.

    Ich kann mich noch daran erinnern, dass mein Vater mit der Kuh auf das Feld fuhr, Bremsen und Stechmücken waren unsere Begleiter und die Viecher stachen bei der Kuh so zu, dass sie kaum zu beruhigen war. Das ist vorüber, weil es keine Rinder im Ort mehr gibt.
    Statt dessen wird gebaut wie die Weltmeister, nur noch Beton und Dächer und dann wundert man sich, wenn keine Insekten mehr vorbei kommen.
    Gestern konnte ich Bienen, ein Tagpfauenauge, zwei Zitronenfalter und eine Holzbiene in unserem Garten beobachten, ja, die haben in unserem Garten was zu fressen, weil in unserem Garten auch noch was anderes gibt, als Rasen und Schotter.

    Und das besondere ist, 10 Meter daneben stehen Obstbäume, die mit PSM behandelt werden, natürlich erst bei Bedarf.

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  2. Mark Rössler sagt

    Die „Rote Liste“,
    eigentlich ein Beispiel, dass es heute besser als „früher“ ist, denn im Grund sind 97% aller Arten vor über 30 Jahren bis hin zu vor 200 Jahren ausgestorben, seit dem hat sich der Trend verlangsamt und noch erfreulicher, es kommen ganz neue Arten hinzu, die es vor 30, 70, 100 Jahren hier gar nicht gab.
    Bei Wildbienen gilt eine Art als ausgestorben in den letzten 40 Jahren aber 4 neue Wildbienenarten sind hinzu gekommen. Eigentlich ein Grund sich zu freuen.

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    • Obstbäuerin sagt

      Damit kann man aber keine Spenden generieren, Mark und es grenzt ja schon an hysterische Besessenheit mit der das Insektensterben verteidigt wird.

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      • Schmeckt gut sagt

        Nach den paar warmen (zu warmen) Tagen schwirrt die Luft vor Insekten. Wo die wohl plötzlich herkommen? Aber auf diesem Auge sind die Insektenhysteriker anscheinend blind. Jetzt soll es wieder kalt werden und ein massenhaftes Insektensterben wird einsetzen. Auch im letzten Jahr war es schon so. Ein wenig später und andere Voraussetzungen, aber extrem viele Insekten vor der Jahrhunderttrockenheit. Im Mai setzte dann der Rückzug der Insekten ein. Bei der Trockenheit kein Wunder. Diese Zusammenhänge werden nicht erwähnt, gesehen, tabuisiert. Warum nur? Ach ich vergaß – als Bauer darf man hierauf ja garnicht hinweisen 😉

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Jetzt soll es wieder kalt werden und ein massenhaftes Insektensterben wird einsetzen.“

          Das finde ich so was von traurig und dann gibt es noch Fliegen die nur einen Tag, oder wenige Stunden leben, die machen das nur weil der Bauer mit dem Glyphosat kommt. 😉

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  3. Marzellus sagt

    „Pseudo-Ökologie“ – ein gutes Stichwort. Von ökologischen Zusammenhängen haben die wenigsten Zeitgenossen auch nur eine Ahnung. Wäre das anders, dann bräuchte man Vögeln überhaupt nicht über den Winter zu helfen oder sich über Überpopulationen von Bussarden Gedanken machen. Natürlich ist es grotesk über Amazon Trockeninsekten zu ordern, und über den „runtergehobelten Zierrasen lässt sich trefflich spötteln.

    Aber wer als Bauer im Intensivgrünland zu Grasmischungen wie „Platinum Intensiv“ (Raiffeisen) zurückgreift, der zeigt auch nicht mehr Sinn für Ökologie. Deutsches Weidelgras, aus 5 Sorten zusammengemischt, als Monokultur eingesät (oft nach Vorbehandlung der Fächen mit Glyphosat) kann man öfter schneiden (Grassilage) und intensiver beweiden- ist mir schon klar – aber da bleibt für Insekten und Vögel nichts.

    Die Anzahl der Pflanzenarten bei extensiven Grünlandflächen liegt bei 30 bis 45 verschiedenen Gräsern und Gefäßpflanzen pro 25 m² Referenzfläche mit entsprechend höherem Angebot auch für die faunistische Artenvielfalt.

    Noch einmal zur Klarstellung und zur Vorbeugung gegen die üblichen Selbstverteidigungsreflexe: Selbstverständlich sind nicht allein die Landwirte an der desaströsen ökologischen Gesamtsituation schuld. Golfrasen, Schottergärten, totgeschredderte Straßensäume, kommunale Grünflächen, … Friedhöfe mit Kieswegen und Grababdeckungen aus polierten Steinplatten … ich könnte hunderte Beispiele für katastrophalen Umgang mit Natur nennen, für den die Landwirte keinerlei Schuld haben.

    Die dahinter erkennbaren Einstellungen und gesellschaftlichen Phänomene wie „Bambitierliebe“ und „deutscher Ordnungs- und Hygienewahn“, der auch auf die Restnatur übertragen wird, „groteske Haftungsfragen“ bei Altholzbeständen, vor allem aber ein noch nicht einmal im Ansatz feststellbares ökologisches Wissen und Verständnis für komplexe Wechselwirkungen … all das ergibt in Summe „Insektensterben“, „Vogelsterben“, „Lurchesterben“… kurz: „Artensterben“. ( Schaut euch mal die sogenannte „Rote Liste“ an.)

    Ökologisches Bewußtsein beginnt mit der Einsicht, dass Alles mit Allem zusammenhängt (Alexander von Humboldt).

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mit dem Gehalt eines Beamten lässt sich trefflich über Wiesen, oder frisch gesätes, vorübergehendes Grünland schreiben.

      Der Bauer muss von diesem Grünland leben, ohne eine finanzielle Absicherung eines Beamtensoldes.

      Schön, dass sie auch ökologische Versäumnisse der gesamten Bevölkerung sehen, die Kosten ihrer Forderungen müssen jedoch die Bauern alleine tragen.
      Das ist der Unterschied.

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      • Ein wahres Wort, Ehemaliger Landwirt!!!

        Es muß ein Umdenken stattfinden,
        ein Umdenken und mehr Allgemeinbildung, wo Umweltbewußtsein dazu gehört!

        Die Zeiten sind vorbei, wo nur einseitig für Industrie und Freizeit ausgebildet und gelebt wurde.

        Das ganze Leben ist viel vielseitiger…
        Das muß auch bildungsferne Schichten bewusst werden.

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      • Marzellus sagt

        Statistisch zahlt der Staat 42 Prozent der Einkommen in der Landwirtschaft. Und das unter anderem mit der Begründung, dass damit die besonderen Leistungen der Landwirtschaft für den Umweltschutz ausgeglichen werden.

        Was soll bitte schön der penetrante polemische Hinweis auf das „garantierte“ Gehalt eines Beamten. (Sind Sie der Meinung, dass wir das nicht verdienen?) Ohne den Subventionstopf der EU hätten die Landwirte Grund zu der Klage, die Sie hier anstimmen.

        Seit 2013 erhält ein Landwirt 86 €uro pro Hektar für sogenannte „Greening Maßnahmen“. Dazu gehören das Brachliegenlassen von Flächen , die Schaffung von ungenutzten Pufferstreifen entlang von Gewässern, die Erhaltung von Hecken oder Teichen. …

        Auch der Anbau von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Ackerbohnen oder Lupinen oder von Zwischenfrüchten wie Ackersenf oder Ölrettich wird gefördert. Seit letztem Jahr wird ausdrücklich mit einem erhöhten Förderfaktor der Anbau von sogenannten Honigpflanzen unterstützt (Die EU hat doch auf das Insektensterben reagiert, aber die Bauern sind doch gefordert das auf ihren Flächen umzusetzen.)

        Das Problem bei den Zwischenfrüchten ist doch, dass sie vor allem im Spätherbst auflaufen. (zumindest im Kölner Umland) Ökologische Auswirkungen auf die bedrohte Insektenwelt hat das so gut wie keine. Die befinden sich in der Winterruhe, wenn der Ackersenf die Agrarlandschaften gelb färbt.

        Mit der Problematik der Agrarsubventionen habe ich mich auf meiem Blog beschäftigt. Da ist aus meiner Sicht einiges im Argen, und es wird Zeit, dass das Gießkanenprinzip mal abgelöst wird zu Gunsten von ökologisch wirkungsvollen und nachgewiesenen landbaulichen Maßnahmen.

        https://imkermagazin.com/2017/10/26/insektensterben-wo-haengts/

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wo habe ich geschrieben, dass Lehrer kein gerechtes Gehalt bekommen sollten, wenn sie es schon ansprechen, ich hatte einen Lehrer, eine Niete und mein jüngster Sohn genau so, beide haben vielleicht 20 % des Soldes verdient.

          Bei ihnen ist das sicherlich anders, sie klären die Kinder und Jugendlichen sicher auf, wie der Zusammenhang zwischen den Bienen und den Bauern liegt und auch wie viel der Bauer an Subventionen bekommt und dennoch zu wenig Bienenweiden aussät.

          Offensichtlich haben sie Probleme damit, dass ein Teil des Bauerneinkommens vom Steuerzahler kommt, für Flächen, auf denen Lebensmittel wachsen, anders sind ihre Auflistung von Subventionen nicht zu verstehen. Dass diese Subventionen die Lebensmittel für den Verbraucher verbilligen sagen sie den Schülern auch, das gehört sicherlich zu Bildungsauftrag eines Lehrers.

          Zu einem Dank bin ich verpflichtet.

          Jahrzehntelang war der Bezirksvorsitzende der Imker ein Landwirt, jetzt ein Lehrer in Ruhe und dessen Parolen stimmen genau mit denen in ihrem Artikel im Imkermagazin überein.
          Ich glaube, dass ich ihnen es schon mal geschrieben habe, seine Mitglieder schütteln den Kopf über das aggressive verbale Vorgehen gegenüber den Landwirten. Die meisten der Imker wissen genau, dass ein vernünftiges Miteinander mehr bringt, als das Mediale Nachlaufen des Mainstream.

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          • Marzellus sagt

            Ich unterrichte Deutsch, Englisch und ITK (informationstechnische Kulturtechniken). Das Fach Landwirtschaft gibt es bekanntlich an einer weiterführenden Schule nicht.

            Über Landwirtschaft diskutiere ich privat mit Kollegen, Freunden und Bekannten (darunter viele Landwirte), und natürlich mit Imkern und öffentlich bei gelegentlichen Vorträgen und in meinem Blog.

            Ich habe kein Problem damit, dass Bauern subventioniert werden. Ich habe allerdings ein Problem damit, dass die Steuergelder in Bezug auf Artenschutz ihre Wirkung verfehlen, wie ich oben dargestellt habe.

            Dass Ihr Lehrer (Nur einer?) eine Niete war, tut mir leid für Sie. Vielleicht erklärt das ja, dass Sie die Mitteilungen der zuständigen Landwirtschaftskammern zum Thema „Greening“ nicht richtig verstanden haben. Das sind nicht meine „aggressiven“ „Mainstream“-„Parolen“, wie Sie anscheinend glauben.

            Als Bettlektüre empfehle ich Ihnen den Ratgeber der Landwirtschaftskammer Rheinland.
            https://www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/pdf/ratgeber-foerderung-2018.pdf (kostenloser Download; hab ich schon im letzten Jahr gelesen, und ich bin kein Bauer, sondern nur interessierter Laie)

            Aber trösten Sie sich: Das Leben ist ja auch eine gute Schule.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Sehr geehrter Herr Marzellus, vielen Dank für den Link.

              Beruflich bringt mir das „Greening“ nichts mehr im Rentenalter, auch nicht als ich noch den ganzen Betrieb bewirtschaftet habe.

              Meine Flächen waren ALLE begrünt und die jetzigen Restflächen auch, die ich jetzt noch bewirtschafte, folglich war ich – wie meine Kollegen im Ort auch – ein Vorbild.

              Unter den Obstbäumen und den Rebzeilen wenden wir noch ein Herbizid an, würden wir das nicht machen, dann ginge unserer Bevölkerung die Themen aus, um über die Bauern zu schimpfen.

              Zwei Cousinen, eine Nichte und die Freundin meines ältesten Sohnes sind, bzw. waren Lehrerinnen. An die werde ich mich wenden, wenn mir das Leben nicht mehr weiter helfen kann.

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              • bauerhans sagt

                2 schwestern,2 cousinen und 3 freundinnen meiner tochter waren/sind lehrer.
                an die werde ich mich auf gar keinen fall wenden!

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „An die werde ich mich wenden, wenn mir das Leben nicht mehr weiter helfen kann.“

                  Steht oben in meinem Beitrag, noch kann ich darauf verzichten. 🙂

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            • Paulus sagt

              Unterricht in Sachen ITK als Deutsch und Englischlehrer? Ihre Bemühungen in Ehren, aber gestatten sie mir ein freundliches Lächeln.

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        • „Wenn man das mal endlich untersuchen würde, dann wird wahrscheinlich herauskommen, dass ein Kopfsteinpflaster mehr ökologische Qualität hat, als intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen.“ Quelle: Imkermagazin 2017/10/26
          Ein schönes Beispiel für hirnrissige Ökopolemik, der Artikel und die homepage ist voll davon. Das Schlimme ist, dass sich die ahnungslose Öffentlichkeit und damit auch die Politik von der permanenten Polemik treiben lässt, was die Polemiker zu noch mehr populistischem Aktionismus veranlasst. Es scheint sich in Deutschland eine Art ökopopulistisches perpetum mobile entwickelt zu haben, an deren Ende die Selbstzerstörung steht.

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          • Marzellus sagt

            Richtig: Das war polemisch im besten Sinne des Wortes. „Polemik soll den Gegner um seine Seelenruhe bringen“, sagte einmal der östereichische Satiriker Karl Kraus. Polemik ist immer eine Provokation, und die halte ich für absolut legitim, solange man seitens der Landwirte nicht einsehen lernt, dass der momentane Umgang mit Natur in eine ökologische Sackgasse führt.
            Interessant finde ich, dass Sie zu meiner Aussage, dass Greeningmaßnahmen in der täglichen Realität keine nennenswerten ökologischen Verbesserungen erzielen, keine Gegenposition beziehen. Das liegt dann möglicherweise doch daran, dass objektive Forschung und Wissenschaft nur schwer widerlegbar ist. Es sei denn, man strickt sich seine eigenen Wahrheiten.

            Es gibt jenseits des Insektensterbens auch zahlreiche Studien zu anderen ökologischen Problemkreisen. Gestern erst habe ich eine interessante Studie gelesen, wie die „moderne“ Landwirtschaft die Bodenwürmer massiv schädigt. Und ich habe mich daran erinnert, zum Thema „Vernachlässigung der Bodenbiologie“ und „Pestizidduschen“, über die sich nur die chemische Industrie freut, erinnert. Absolut sehenswert. Ich habe es wiedergefunden. Das sollte sich jeder konventionele Landwirt mal ansehen. Danach kann man dann die dort interviewten Kollegen als „Nestbeschmutzer“ beschimpfen oder man wird grundsätzlich über seine ackerbaulichen Praktiken nachdenken. Ich freue mich über Ihre Reaktion.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ich habe gelesen, dass die Bauern mit dem Heiligenschein, die Biobauern auch Pestizide anwenden, unter anderem auch Kupfer.

              Denn auch sie kommen nicht ohne Gift aus, wenn Insekten oder Pilze ihre Ernte zerstören. Sie setzen lediglich keine synthetischen Gifte ein, also solche aus Chemiefabriken. Doch die Liste der im Biolandbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel umfasst Dutzende Stoffe, darunter pflanzliche Substanzen, Mineralöle, Bakterienstämme und Chemikalien. Kupfer wird hauptsächlich im Obst- und Weinbau und bei Kartoffeln eingesetzt. Weil Biobauern für bestimmte Pilzerkrankungen kein wirksames Fungizid zur Verfügung steht, spritzen sie Lösungen von Kupfersalzen.

              Die EFSA hat sich im Jahr 2008 mehrmals mit dem Problem beschäftigt. Die dortigen Experten halten den Einsatz des Schwermetalls für hoch riskant. In einem wissenschaftlichen Report der EFSA heißt es, dass Kupfer Regenwürmer, wirbellose Wassertiere und auch Fische tötet.
              Quelle: Welt.de

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      • Annikarla sagt

        Was hat das Gehalt mit dem Argument zu tun? Der Zusammenhang erschliesst sich mir nicht. Dürfen nur unmittelbar betroffene argumentieren? Haben Bauern (ich bin selbst gelernter Bauer und habe viele Jahre lang einen Betrieb geführt) qua Beruf recht?
        Natürlich sind Landwirte bei Eingriffen in ihr Eigentum besonders sensibel, das finde ich nachvollziehbar – aber im Umkehrschluss den anderen das Recht an der Diskussion abzusprechen ist doch albern.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wer spricht den Marzellus das Recht zur Diskussion ab?
          Mit einem satten Gehalt kann man trefflich Forderungen stellen, die der Bauer mittels Minderertrag alleine bezahlt.

          Wenn ich es richtig vernommen habe, waren sie mal Bauer, warum jetzt nicht mehr, möchten sie zu den guten gehören, die nur von der Landwirtschaft fordert?

          Übrigens: Annikarla ist ein interessanter Nickname für einen ex Bauern.

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  4. Paulus sagt

    „Deshalb schimpfe ich auch nicht über Feinstaub….“ Der war gut, lieber Willi.
    Bei vorherrschendem Wind aus West-Südwest inhaliere ICH den von deiner Pelletheizung emittierten Feinstaub.
    Ich beklage mich aber nicht sondern huste halt so leise vor mich hin. 🙂 🙂 🙂

    Was die oft beklagte Ortshygiene bzw. Sterilität öffentlicher Grünanlagen und privater Vorgärten betrifft, gibt es übrigens noch eine durchaus logische Erklärung. Sobald diese nicht mehr clean sind, werden diese gem. der Broken-Windows-Theorie ganz schnell zu Abfall-Abladeplätzen. Da findet man sofort weggeworfene Papiertaschentücher, Zigarettenschachten, leere Getränkedosen, etc.
    Nicht zuletzt gibt es in unserem Kaff – zumindest in unserer näheren Umgebung – eine ausgeprägte soziale Kontrolle, die einem harmonischen Zusammenleben nicht entgegensteht. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass wir unseren Vorgarten nebst Garagenvorplatz verwildern lassen nur der Insekten wegen. Der Bannstrahl der Nachbarn würde uns treffen. Ist halt so und wir sind damit nicht unzufrieden.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Getränkedosen bringen Pfand, dass musst du mal von der positiven Seite sehen. 😉

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      • Paulus sagt

        @Ehemaliger, da ich zwangsläufig dem Rentenalter entgegensehe, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als meine Aufmerksamkeit auf weggeworfene Getränkedosen zu lenken. Jou, think positive! 🙂

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Als Rentner ist man auf jedes kleine Zubrot angewiesen. 😉

          Wenn dann noch die Hunde vorbeikommen, dann hast noch den Dünger für die Zwetschgen umsonst. 😉

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          • bauerhans sagt

            ich muss bis ende märz den antrag bei der alterskasse stellen,aber vorher noch klären,ob sich das für mich wegen der kranken/pflegekassenbeiträge lohnt.

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    • bauerhans sagt

      „Ich beklage mich aber nicht sondern huste halt so leise vor mich hin.“

      ich hab seit 16 jahren eine biomasseheizung,die von einem genialen erfinder stammt.
      die funktion der anlage hab ich mir erarbeiten müssen,war immer nah dran,hab aber keinen husten.
      unsere dauerraucherin in der famile hustet,nicht ohne.

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  5. Christian Bothe sagt

    Ganz schlecht Bauer Willi das mit den Holzpellets…Wenn das Schule macht verfehlen wir ja die Klimaziele um weitere Monate…Lese gerade den Artikel von Kachelmann dazu.
    Spaß beiseite. Sehr gute Formulierung von dem Autor und der prägende Höhepunkt diePseudoökologie! Ich wohne in einer 100000er Einwohnerstadt und erlebe ständig wie unsinnig da Grünflächen,Flussufer etc.mehrfach gemäht werden sobald grüne Spitzen zu sehen sind.Habe das schon mehrfach in der hiesigen Presse angemahnt,insbesondere wenn man wieder gegen unsere Landwirtschaft schießt.Amerikanischer Kurzrasen ist auch hier mittlerweile Standard trotz Trump…

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    • Wie kriegt man das nur aus den Köpfen heraus,
      aber dann auch die Unart Müll wie leere Zigarettenschachteln u.ä. darein zu werfen.

      Aufklärung müßte da helfen, oder?

      Im vorigen Jahr für ich mit der Straßenbahn durch die Südstadt, wo viele Einzelhäuser mit Grünflächen dazwischen stehen, Die meisten schon sauber gemäht, aber eine größere, wo ich dachte, da könnten Kälber grasen und ab muß es auch bald,denn sonst wird es hart, es blühte ja schon, da war bestimmt so eine Grasmischung mit vielen verschiedenen Wildblumen hin gesät worden.
      So die sind nicht für Kälber, sonder Bienen und die dürfen so hart werden wie sie wollen.
      Die beiden (ca. 17) jährigen Jungen gegenüber meinten, hach da muß mal der Rasenmäher ran, ob der das noch schafft,bei der Länge.
      Da klärte ih cdie b4eidenauf und sagte, das ist eine Wildblumenwiese fürdie Insekten.
      Der eine hat es sofort kapiert und der andere nicht.

      Der eine mit Einsicht für unsere Bienen (Umwelt) dafür Verzicht auf Ästhetik und der andere das genaue Gegenteil, er wollte lieber Ästhetik (Ordnung)
      Könnten ihm das die Eltern ode rdie Lehrer austreiben? Auch die Wildblumenwiese kann ästhetisch aussehen.

      Auch wenn das Gras hoch ist, da haben Sachen für die Abfalltonne nicht zu suchen,wir sind doch Menschen und können das reflektieren, oder nicht?

      Sogar die Schweine können das, die haben ihre Mistkuhle extra.
      Aber nicht in ihrem Wohnzimmer.
      Dern ihr Wohn- und Schlafzimmer muß trocken sein.

      Manche Menschen können das noch nicht mal, sie schmeißen ihren Abfall in hohes Gras mit Wildblumen aber auch in Mais oder Getreide oder sonstige Anbaukulturen zwischen denen ihren Radwegen!?!
      Aber die können es lernen, oder?
      Der Umwelt zu Liebe!

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  6. Obstbäuerin sagt

    Der Vorgartenbesitzer, so er denn zu den mehr als 10% Bienenrettern gehört, müsste eigentlich die gesamte Fläche den Insekten und Vögeln zur Verfügung stellen, denn er baut ja keine Nahrungsmittel an. Der Widerspruch ausreichend Essen produzieren zu wollen, zu einem von allen erschwinglichen Preis oder vorrangig Naturschutz zu betreiben und Nahrungskonkurrenten mehr zu fördern als zu bremsen, wird leider völlig ausgeblendet. Pflanzenschutzmittel schützen Pflanzen vor Schädlingen, die Ernten vernichten können. Vielleicht geht es mit den Forderungen, die unsere Bienenretter durchsetzen werden, ein paar Jahre gut, vielleicht trifft es uns aber auch wie die Gegend von Fukushima, wo die Menschen die warnenden Hinweise ihrer Vorväter ignoriert und vergessen haben.

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  7. Friedrich sagt

    Unsere Autorin hat sicherlich vom Ansatz Recht, aber folgt auch dem Mainstream, denn es gibt keine Datenerfassung zu den Insektenvorkommen.
    Das sind alles nur Behauptungen. Nur in UK gibt es eine wissenschaftliche Datenerfassung seit den 1930er Jahren und diese Erfassung sagt keinen Rückgang der Insekten aus. Lediglich in den urbanen Räumen , also den Großstädten gibt es einen Rückgang von rd. 30% von Faltern. Wenn ich vom Rückgang hier von Rebhühnern , Kibitzen u.v.m. höre , dann kann ich nur sagen , daß man mal die Zunahme der Beutegreifer, wie Falken , Habichte , Bussarde,
    Milane , Krähen usw. erfassen sollte . Diese Beutegreifer sind geschützt. Im Jagdlehrgang habe ich gelernt , daß auf dreihundert Hektar nur ein Bussardpaar sein darf, aber wir haben das Zehnfache hier . Sowie hier Frost und Schnee die Landschaft bedecken , verhungern diese armen Geschöpfe. Die fressen alles , was kommt. Jedes Jahr holen die unsere auf unserem Hof gesetzten Junghasen , Amseln , Drosseln, oder auf dem Rübenacker die jungen Kibitze. Die eigentliche Gefahr sind unsere GRÜNEN , die in die Natur ohne Sinn und Verstand eingreifen . Mit den GRÜNEN sind uns die heute fehlenden Tiere abhanden gekommen. Unser Jagdrecht war das Nachhaltigste in der Welt und wurde von den Grünen derart ausgehöhlt , daß wir diese fehlenden Tiere nicht mehr haben. Aktuell können wir am Wolf sehen , wie man sich über den Tierschutz hinwegsetzt.
    Gefressene Nutztiere spielen keine Rolle mehr. Haben halt Pech gehabt.

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    • Naive sagt

      Verstehe ich das richtig – es gibt keinen Rückgang der Insekten??? Allerhöchstens in urbanen Gegenden in UK ein paar Falter?
      Nur seltsam, dass man in meiner Kindheit vor 45 Jahren nicht Auto fahren konnte, ohne in sehr regelmäßigen Abständen die Frontscheibe zu säubern, weil sie voll mit draufgeknallten Insekten war. Heute kann ich fahren und fahren und fahren und muss meine Scheibe nicht säubern. Eine Erklärung dafür liefert ihr mir sicher auch, wenn ich hier so manche Kommentare lese – bestimmt haben die Insekten heute alle die Verkehrsregeln gelernt und warten brav an der roten Ampel – man findet doch für alles eine Statistik, die einen passt.

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      • Bauer Willi sagt

        Es geht um Wissenschaft, nicht um Windschutzscheiben. Vielleicht machen Sie sich die Mühe, diesen Blog auf das Thema Insekten hin mal durchzustöbern. Es gibt neben der Untersuchung der Hobby-Entomologen aus Krefeld eben auch wissenschaftliche Studien über mehr als 30 Jahren sowohl in Agrar- als auch urbanen Gebieten. Von dieser Studie des Rothhampsted Research Institute redet aber niemand. Wohl aber über persönliche Erfahrungen mit seiner Windschutzscheibe.

        2+
        • Naive sagt

          Top agrar (ist ja nicht unbedingt öko/grünverseucht oder?), 20.10.2017, heute abgerufen:
          „top agrar meint:
          Die Anmerkungen von Scienceblog zeigen, dass es noch viele offene Fragen zum Thema Insektensterben gibt, die die Wissenschaft bearbeiten muss. Dass das Insektensterben Realität ist und dass auch die Landwirtschaft daran einen Anteil hat, ist unstrittig. Inzwischen sind viele landwirtschaftliche Aktivitäten angelaufen, der Abnahme der Biodiversität entgegenzusteuern. Das top agrar Spezial „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“, das Ende November als Beilage zur Printausgabe 12/2017 erscheint, zeigt Beispiele auf. “

          Wikipedia, heute abgerufen:
          „Internationale Studien[
          Anfang 2019 wurde eine Übersichtsarbeit der beiden in Australien arbeitenden Forscher Francisco Sánchez-Bayo und Kris A. G. Wyckhuys in der wissenschaftlichen Zeitschrift Biological Conservation veröffentlicht, die sich mit der weltweiten Dimension des Phänomens befasste.[25] Die Studie fand ein breites internationales Medienecho, weit über Fachkreise hinaus.[26][27][28][29][30][31] Die beiden Forscher werteten 73 Studien zum Insektensterben aus verschiedenen Weltregionen aus und kamen zu dem Schluss, dass es in den vorangegangenen Jahrzehnten zu einer massiven Abnahme der Biomasse und der Biodiversität der Insekten gekommen war. Sie prognostizierten ein Aussterben von etwa 40 Prozent aller Insektenspezies in den nächsten Jahrzehnten, falls sich diese Entwicklung fortsetze.“

          ????? Es gibt kein Insektensterben ???? Und wenn, dann nur wegen des Klimas???

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          • Obstbäuerin sagt

            73 Studien sind ja noch relativ wenige aber solange unbekannt bleibt, wer und in welchem Interesse sie durchgeführt wurden, sagt das wenig aus. Wenn 73 Studien von Atheisten beweisen, dass es keinen Gott gibt und 73 theologische Studien beweisen, dass es Gott gibt – dann entscheidet der Glaube.

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            • Naive sagt

              73 Studien sind eine enorme Zahl für Studien. Und ich gehe mal davon aus, dass in der Veröffentlichung die Studien genau angegeben sind, ohne das könnte es nicht Eingang in Wissenschaft finden. Mein Englisch ist leider zu schlecht für Fachliteratur, aber wenn es in Wikipedia drin steht (und ohne weiteren Kommentar drin steht), dann kann das nicht völlig daneben sein. Ich bin nicht Wikipedia-Gläubig – aber das ist das neutralste was ich kenne, eine Diskussionsgrundlage, die man von allen Seiten akzeptieren könnte.

              Und Top agrar?

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              • Sabine sagt

                Erstmal hat sich in den Vergangenheit kaum jemand um Insekten, deren Verhalten, Krankheiten, Lebenszyklen etc. gekümmert. Insektenforscher sind selbst unter Biologen eher dünn gesät. Da gab es in den vergangen Jahrzehnten andere Felder wo junge Wissenschaftler Jobs und Geld finden konnten, das Liebesleben der getüpfelten Heupferdchen zu beobachten, brachte niemanden Ruhm oder Reichtum.
                Daher gibt es bisher kaum verbindliche Standards was Erhebungen und Auswertungen angeht.
                Niemand hat sich bisher tiefere Gedanken darüber gemacht, was z.B. die ganzen Pour-Ons, Repellents und Entwurmmittel, die wir ja in den letzten Jahrzehnten verstärkt gerade im Heimtierbereich einsetzten, eigentlich in der Umwelt veranstalten. Die häufig etwas besser untersuchten Mittel sind dann sogar die, die in der Landwirtschaft zugelassen sind, weil da wenigstens verlässliche Daten zum Abbau im und auf den jeweiligen Tieren erhoben wurden. Was man auf seinen Dackel so alles draufschmiert und wo das am Ende bleibt, ist meist weniger gut untersucht, weil da ja die Hauptsache ist, dass der Dackel keine zu argen Gesundheitsschäden davon trägt und nicht ob und wie lange das Zeug wirklich im Organismus bleibt.
                Genauso sieht es bei der Bau aus. Unsere Häuser werden nicht mehr von Holzwürmern heimgesucht, unsere Haus-Dämmungen nicht von Motten und Mäusen zerfressen und die Mittel, die das Verhindern sind oft so hoch dosiert oder so giftig, dass man einem Landwirt wohl den Betrieb zusperren würde, wenn er ähnliche Substanzen in selber Konzentration verwenden würde. Auf der anderen Seite sind wir auch ordentlicher geworden und unsere Häuser sind besser abgedichtet, da findet sich dann auch für den Nützling keine Spalte mehr, in der er den Winter verschlafen könnte. Was das alles an Folgen für die Tierwelt hat, darüber machte man sich bisher keine Gedanken.
                Es könnten also ganz viele Faktoren für ein Ungleichgewicht in der für uns ja eher unsichtbaren Welt der Insekten sorgen. Auch bestimmte Arten der Beleuchtung stehen im Verdacht Insekten, die ja oft ganz andere Strahlungslängen und auch die Polarisation des Lichts wahrnehmen, schlicht irre zu machen. Auch könnten bestimmte elektromagnetische Wellen die Tiere verunsichern, denn die Biene kann – da ist man inzwischen recht sicher – die elektrische Ladung von Blüten wahrnehmen. Diese Ladung spielt wohl gerade bei der Aufnahme von Pollen eine große Rolle.
                Was wie genau bei wem welche Auswirkungen hat, das müsste erstmal richtig erforscht werden, denn sonst kann keine wirklich Schutzmaßnahmen ergreifen. Sonst bleibt halt Vieles wie das Bienenhotel aus dem Baumarkt: Hübsch, viel zu teuer und für die Bienen kaum zu gebrauchen.
                Das was man aber jetzt machen kann, wenn man sich um Insekten sorgt, ist ihnen ein Heim und Nahrungspflanzen anbieten. Ein Blumenkasten mit ungefüllten Blumen und ein paar Pappröhrchen in einer ollen Dose helfen schon weiter.

                2+
                • Naive sagt

                  Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, den ausführlicheren Hinweis von ehemaliger Landwirt mit dem Mobilfunk finde ich auch wichtig, das alles könnten Puzzleteile zu einem Gesamt-„Schadensbild“ sein.
                  Nur – das alles zu schreiben um damit die Landwirtschaft komplett (!) aus der Verantwortung zu nehmen, (und bei manchen Kommentaren hier drängt sich mir der Eindruck auf)- das finde ich nicht in Ordnung. Dass manche „Idee“ und Auflagen von Landwirtschaftsämtern hier nicht weiter helfen weiß ich auch. Und dass es viel billiges Bauern-Bashing (Tschuldigung für den englischen Ausdruck, aber mir fällt kein passender deutscher ein) gibt ebenso. Aber was ich weiter unten schreibe ist mir wichtig – mit der Haltung kann ich ja ohne Nachdenken weiter machen wie bisher – und damit tue ich der Landwirtschaft meiner Meinung nach erst recht einen Bärendienst.

                  0
                • Thomas Apfel sagt

                  Das „ohne Nachzudenken weiter machen wie bisher“ ist eine über NABU, BUND und UBA in die Köpfe gehämmerte Behauptung (Teil des Anti- Landwirtschafts- Frames).
                  Ich arbeite jetzt 40 Jahre im Gartenbau und Ackerbau.
                  In dieser Zeit hat sich (übrigens durch Nachdenken von Praktikern und Wissenschaftlern) in der LW sehr viel verändert.
                  Die Pflanzenschutzmittel sind deutlich weniger giftig (das sehen wir insbesondere im Obstbau an der Entwicklung bei Spinnmilben deren Gegner, die Raubmilben sind extrem empfindlich) Wir haben nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel, wir verwenden keine Bienengefährdenden Insektizide.
                  Rückstände werden in deutschen Erzeugnissen kaum noch gefunden. Die Stickstoffeffizienz hat sich permanent verbessert. Die Oberflächengewässer sind inzwischen so sauber, dass klammheimlich neue Grenzwerte für Stickstoff eingeführt wurden (Vergleich zu „Frei vom anthropogener Beeinflussung“).
                  Ich emfinde es als ein Unding, dass Fehlentwicklungen bei der Nährstoffbilanzierung zu Gunsten der BIO-Energieerzeugung (NAWARO-Bonus), die in wenigen Gebieten die Stickstoffeinträge zumindestens nicht gemindert haben, pauschal allen Bauern angelastet werden. Es ist, gelinde gesagt, ein starkes Stück, was da an Fehlinformationen unter die Menschen gebracht wird. Es gibt Probleme für die Biodiversität, die in unserer Nahrungsmittelproduktion ihre Ursache haben, aber so zutun, als könnte es nur „unberührte Natur“ und trotzdem genug zu fressen geben ist eine Schnapsidee der Städter.
                  Das Verhältnis von Landbewirtschaftung zu Umweltbeeinflussung ist komplex und je nach Gegend sehr variabel. Neben allgemein sinnvollen Maßnahmen (Greening und ÖVF) müssen die speziellen Probleme der konkreten Landschaften vor Ort über spezielle Analyse, Beratung und für das spezielle Problem geeignete Maßnahmen gelöst werden.

                  4+
                • Sabine sagt

                  Es geht nicht darum die Landwirtschaft aus der Verantwortung zu nehmen. Es geht darum unsere letzten noch aktiven Bauern nicht in den Ruin zu treiben, nur weil jemand behauptet, dass z.B. Glyphosat Insekten und Vögel tötet und Gülle grundsätzlich das Wasser vergiftet.
                  Es ist für diese Debatte bezeichnend, dass z.B. nachdem viele Baumärkte Glyphosat aus dem Angebot genommen wurde, dem ordentlichen Gartenbesitzer empfohlen wurde Essigsäure auf unerwünschte Kräuter zu spritzen und den Rasen kräftig mit Kalkstickstoff zu düngen. Diese Alternativen sind sehr viel schädlicher als die sachgemäße Anwendung von Glyphosat. Dann wird so getan, als wäre der biologische Landbau frei von Nebenwirkungen. Wenn ich mir ansehe wie viel Kupferverbindungen im biologischen Anbau in einem feuchten Sommer da noch in die Welt geschossen werden, wird mir ganz anders.
                  In der Glyphosat Kampagne, aber auch was das Verbot bestimmter Beizen angeht, geht es wohl eher darum den Markt für bestimmte Importe frei zu schießen, als wirklich was für die Umwelt zu tun. Denn über die Art wie z.B. der schöne Schotter im Vorgarten landet, die Erze für unsere neuen Handys gewonnen werden oder nur der Kakao billig gehalten wird, darüber spricht niemand. Würden wir hier die selben Standards anlegen, die wir für die Landwirte in D fordern, sähe unser leben ganz anders aus. Und genau das will niemand. Lieber auf 4% der Bevölkerung den Job , als 96% das Handy wegnehmen. So sieht das für mich aus.

                  5+
                • bauerhans sagt

                  „Rückstände werden in deutschen Erzeugnissen kaum noch gefunden.“

                  das sehen H.Kruse uni kiel und M.te Kolossa umweltbundesamt ganz anders und schimpfen in MARKT im WDR vom 27.2.19:
                  die synergieeffekte verschiedener pestizide im obst und gemüse müssen dringend untersucht werden,weil dort eine zeitbombe ticken könnte.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @bauerhans.

                  Bei uns sind die Kirschbäume sehr hoch, weil es Brennkirschen sind. Zwetschgenbäume waren es auch, zb. die Bühler Frühzwetschge.
                  Der Pflanzenschutz würde früher mit der Spritzpistole ausgeführt. Erfahrungsgemäß hat man da jede Menge abbekommen, ohne dass es jemals zu gesundheitliche Schäden gekommen ist.
                  Genaueres weiß ich jedoch nicht. Es kann sein, dass mein Vater deshalb nur 90 Jahre alt wurde, weil er eben diese Aerosole eingeatmet hat. Möglicherweise wäre er ohne das E605 120 Jahre alt geworden, wie gesagt es ist eine Hypothese.

                  Deshalb werde ich heute Mittag mir ein Schnäpschen genehmigen, denn mit 90 ist eh alles vorbei. 😉

                  1+
                • Thomas Apfel sagt

                  Hallo Sabine,

                  das oben gesagte kann ich nur bestätigen.
                  Wir suchen gerade für ein Monitoring-Projekt nach Wissenschaftlern und Wissenschaftlichen Methoden, die überhaupt in der Lage sind insbesondere bei Insekten eine abgesicherte Quantifizierung vornehmen zu können.
                  Ich bin schon insofern erfreut, dass das Enthomologische Institut Müncheberg sich beteiligt.
                  Abgegriffen werden aber immer nur „Zeigerarten“, da sich die ganze (vorhandene !!) Vielfalt der Insekten nicht abbilden lässt.
                  Der NABU übernimmt Wildbienen, Flora, Reptilien und Vögel.
                  Die Enthomologen übernehmen Laufkäfer und Schwebfliegen.
                  Um die Libellen kümmert sich ein Spezialist aus Eigeninitiative.
                  Ich bin gespannt, ob es uns gelingt, schon mal nur den Ausgangszustand in diesem Jahr zu erfassen und darzustellen. Ohne Selbigen macht es ja wenig Sinn, die in den kommenden 5 Jahren erfassten Daten hinsichtlich der Auswirkungen von Maßnahmen zur Verbesserung der Landschaftsstruktur zu bewerten.

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                • Sabine sagt

                  Thomas, ich wünsch dir viel Glück und viele positive Überraschungen bei dem Projekt.
                  Macht ihr da auch eine Bestandsaufnahme im Boden?

                  0
        • Naive sagt

          Ich werde die eigentlich interessanten Kommentare auf Ihrer Seite nicht mehr lesen – wenn man hier eine andere Ansicht vertritt, wie es einigen Leuten, die hier öfters schreiben, passt, wird man entweder beschimpft oder als doof (warum habe ich wohl meinen Namen Naive gewählt – ich ahnte es schon) hingestellt. Anstelle von sachlicher Diskussion (dabei natürlich gerne auch persönliche Erfahrungen und Austausch darüber, das Ganze wäre eine tolle Chance), Beleidigungen oder/und Gejammer- dafür ist mir meine Zeit zu schade.
          Ich weiß übrigens auch schon, was dann unter diesem Kommentar stehen wird: entweder überempfindlich oder Heulsuse – das passt doch wunderbar oder? Damit kann man ja wieder weitermachen wie bisher. Aber irgendwas voran bringen wird man leider nicht. Schade für die, die hier sachlich und interessant schreiben – egal ob aus der konventionellen oder ökologischen Ecke.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            „Heute kann ich fahren und fahren und fahren und muss meine Scheibe nicht säubern. Eine Erklärung dafür liefert ihr mir sicher auch, wenn ich hier so manche Kommentare lese – bestimmt haben die Insekten heute alle die Verkehrsregeln gelernt und warten brav an der roten Ampel – man findet doch für alles eine Statistik, die einen passt.“

            Wie meinen sie, wie das von Landwirten aufgefasst wird?

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            • Naive sagt

              Da haben Sie vollkommen Recht, das war falsch und tut mir leid! Bei meinen anderen Kommentaren habe ich die Kommentare in dieser Art hoffentlich vollständig wieder gelöscht, bevor ich sie abgeschickt habe – denn so schreiben und austeilen kann ich ja durchaus auch, nur: auch wenns von mir kommt finde ich das für eine sachliche Diskussion nicht angebracht. Natürlich wird jeder emotional, und besonders wenn man ständig kritisiert wird -aber damit gibt man den Weg vor und zeigt, was man eigentlich will. Das ist auch in Ordnung, aber dann doch eher im privaten Forum, dann braucht man sich wirklich nicht mit kritischen Fragen auseinandersetzen. Manchmal hat man keine Lust mehr zum Diskutieren, aber immer noch: hier fühlte ich mich eingeladen zu fragen und meine Ansicht zu äußern – aber wie schon geschrieben, Beleidigungen oder Jammern brauch ich dabei nicht.
              Falls es Sie interessiert: wir sind in der privilegierten Lage (weil es noch ein anderes Gehalt gibt) nur ein Nebenerwerbsbetrieb zu sein, wir sind ein Biobetrieb und sind damit auf weiter Flur allein, nicht die komplette Verwandtschaft aber doch die 4 Landwirte und die Freunde aus der Landwirtschaft arbeiten konventionell – obwohl wir dieses Thema meiden und uns auf keine Diskussionen mehr einlassen, dürfen wir uns seit Jahren manches anhören oder „ernten“ ein herablassendes Lächeln. Und: die Gründe für meinen Mann vor 23 Jahren aus einem konventionellen Betrieb kommend, umzustellen waren in dieser Reihenfolge: dass er gerechnet hat, dass er mit Biobewirtschaftung finanziell besser gestellt ist als vorher, dass nix spritzen auf jeden Fall besser ist als spritzen (und wenn ich nix sage, dann meine ich absolut gar nichts, ist bei Getreide aber auch „einfach“; und dass es ihn als Landwirt herausfordert, es so auf die Reihe zu kriegen – aber wie gesagt immer im Wissen: wenns in einem Jahr schief geht, tuts weh, aber es ist nicht unser finanzieller Ruin und im nächsten und übernächsten auch nicht. Bisher gab es manche Enttäuschung, ein paar wenige richtig tolle „Erfolge“, kompletten Ausfall gabs noch nie. Deswegen erlaube ich mir überhaupt kein Urteil über jeden der konventionell arbeitet, wir können es uns „leisten“, aber mein Mann hat richtig gerechnet, er steht grundsätzlich finanziell besser seit er auf Bio umgestellt hat, bei denen die nebenerwerbsmäßig unterwegs sind würde ich deshalb schon mal gerne weiter fragen und diskutieren.
              Aber jetzt endgültig: alles Gute euch!

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                @ Naive,
                ich möchte es gerne wissen, wer ich vor mir habe.
                Ist es ein Verbraucher, eine landwirtschaftliche Familie die von der Landwirtschaft lebt, oder ein Nebenerwerbslandwirtin, die sich die Landwirtschaft als Hobby leisten kann, nur so kann ich deren Beiträge einordnen. Ob es Ein konv. Betrieb, oder ein Biobetrieb ist erst einmal zweitrangig.

                Wollen wir mal festhalten, derzeit rechnet sich BIo besser, vor 23 Jahren war das anders, da sollte man es auch verstehen, dass die Berufskollegen dies mit Argwohn betrachteten.
                Wie sie schreiben „wenns in einem Jahr schief geht, tuts weh, aber es ist nicht unser finanzieller Ruin und im nächsten und übernächsten auch nicht.“ das muss man sich mal leisten können, mit einem Satten außerlandwirtschaftlichem Einkommen ist das machbar, der Bauer von nebenan fragt sich, kann ich den Bankberater von meinem Vorhaben überzeugen.

                Ihr Beitrag würde mich – wenn ich noch das Alter dazu hätte – nicht dazu bewegen diesen Weg zu bestreiten, es ist zu viel Negatives drinne.

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          • Obstbäuerin sagt

            Sehr geehrte Naive, die nicht naiv genannt werden möchte. Wenn Sie schon mal in anderen Blogs oder Kommentarfunktionen unterwegs waren, müssten Sie eigentlich wissen, dass es hier sehr zivilisiert zugeht und ganz selten zu verbalen Entgleisungen kommt. Ihre Vorwürfe kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Was sollte man denn ändern, damit irgendwas – aber was – vorangebracht wird?

            1+
            • Naive sagt

              Natürlich weiß ich das mit den anderen Blogs und es ist nicht wirklich schlimm hier, und trotzdem habe ich das Gefühl, man geht auf die kritischen (aber im allgemeinen doch nicht abwertenden oder?) Stimmen hier nicht ein. Ist in Ordnung, aber dann verbringe ich meine Zeit lieber anders.
              Und was ich gerne hätte? Da bin ich jetzt wirklich Naiv, aber ohne diese Hoffnung, ohne diese Motivation zu leben, wäre noch schlimmer, also versuch ich lieber, mir das zu erhalten: dass Landwirtschaft wieder anerkannt wird mit dem was sie leistet, dass die Preise gerechter werden, so dass man als Landwirt ein wirkliches Einkommen hat und, geb ich gerne zu: mein Herz schlägt für Bio, also dass wir uns in diese Richtung entwickeln. Was mir dabei am schlimmsten ist sind auf gar keinen Fall die konventionell wirtschaftenden Landwirte, auch nicht die Konsumenten, woher sollen die eine Ahnung von Landwirtschaft haben, auch keine Parteien, sondern: Großbetriebe, denen wirklich alles egal ist, weil sie eigentlich auch keine Ahnung von und kein Interesse an Landwirtschaft haben, also so große Betriebe dass erst ganz weit unten ein Landwirt kommt, alles andere sind Manager und Finanzbosse und so, und dann Aktiengesellschaften, die mit Getreide an die Börse gehen, und auch manche Firmen im Umfeld von Landwirtschaft, die so tolle Sachen für die Landwirte züchten, dass sie nirgendwo anders mehr kaufen können – bei uns glücklicherweise noch nicht, aber die Beispiele aus manchen Entwicklungsländer sprechen Bände, und diese mit so viel Macht, da sie in Richtung Monopolstellung gehen, ausgestatteten Großabnehmer landwirtschaftlicher Produkte, also z.B. manche Milchgenossenschaft, die riesigen Lebensmittelhändler oder große Verarbeiter.
              Ich weiß auch nicht was tun, aber sich als die an der Basis arbeitenden Landwirte gegenseitig abzuwerten/abzuschotten/…. ist zwar verständlich, hilft wohl aber am ehesten diesen anderen. Keine wirklich befriedigende Antwort – aber mehr weiß ich nicht.
              Auch Ihnen alles Gute.

              Natürlich weiß ich das mit den anderen Blogs und Komme

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              • Naive sagt

                Letzter Satz muss natürlich weg, keine Ahnung wieso nochmal reingerutscht. Satz am Ende ist: Auch Ihnen alles Gute.

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                • Naive sagt

                  Mir fällt gerade auf, das „auch ihnen alles Gute“ könnte ironisch verstanden werden – ist aber in keinster Weise so gemeint, sondern wirklich von Herzen alles Gute für Sie.

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      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Naive, vielleicht haben die Insekten dazugelernt und meiden die viel befahrenen Straßen mit enormer Zugluft und starken Verwirbelungen durch die schnellen Autos. Bei starkem Wind ziehen sich die Insekten im Garten auch in die Büsche zurück oder gehen woanders in Deckung. Abseits der Straßen und in unseren Obstanlagen ist die Scheibe leider nach wie vor mit toten Insekten bedeckt. Da fühle ich mich dann wirklich als Insektenvernichter.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        https://www.br.de/nachricht/insektensterben-weniger-insekten-auf-der-windschutzscheibe-factfox-100.html

        Bin mir sicher, sie als umweltbewusster Mensch setzen sich nie in einen Flieger, wenn man das nachts macht, dann sieht man von oben, wie hell es ist, An diesen Straßenlampen kommen täglich eine Milliarde Insekten um, dazu kommen noch die Solarleuchten, nein, die stehen nicht im Maisacker, sondern in den Vorgärten.
        Ich kann mich noch daran erinnern, dass man die Straßenfunzeln in meinem Ort mit der Lupe suchen müssen, wenn ich nach dem Sport nach Hause lief.

        In unserer Tageszeitung steht ein Artikel, wo ein Biologe 975 Arten von Rüsselkäfern in Neuguinea entdeckt hat, bezahlt vom deutschen Steuerzahler.

        Bei den Insekten in Deutschland überlässt man dies einem Verein!
        Darüber sollten sie auch mal nachdenken.

        4+
        • Naive sagt

          Zum einen: siehe meine Antwort auf Bauer Willi.
          Zum anderen – es geht nicht darum einseitig irgend jemand die „Schuld“ in die Schuhe zu schieben – es geht darum, sich Kritik und kritisches Nachfragen anzuhören und nicht blind zurück zu schlagen, sondern sachlich zu forschen und dann sein Verhalten begründet zu ändern oder begründet so weiter zu machen wie bisher – aber nicht jede kritische Anfrage mit Selbstmitleid oder Zynismus oder… abzuschmettern.
          Das sachliche Forschen ist natürlich sehr schwer, beim Thema Glyphosat glaube ich zum Beispiel schlichtweg keiner Studie – weder denen, die sagen, ungefährlich noch denen die belegen, dass es z.B. krebserregend ist. Und aufgrund dieser Gemengelage eine „sichere“ Haltung zu finden und dann verantwortlich (!?) zu handeln, eigentlich unmöglich. Wie jeder entscheidet, das hat er dann selbst zu vertreten und muss dann auch die eventuellen Folgen (finanziell, moralisch…) tragen. Allerdings darf keiner mehr sagen: ich wusste es doch nicht… so rum und so rum nicht.
          Ich denke, wir sind in einer schlimmen Situation: Profit- und Machtgier von zu vielen und zu mächtigen Firmen und deren Inhabern/von Institutionen/ von Staaten (und damit meine ich nicht BRD sondern z.B. China),mehr als 7 Milliarden Menschen, Zahl steigend und Möglichkeiten, von denen wir nicht wissen, ob sie helfen oder zerstören, und persönlich meine eigene Bequemlichkeit (obwohl ich in den letzten 20 Jahren nicht geflogen bin :-)). Ich weiß, diese Ängste gab es zu allen Zeiten und trotzdem – die Möglichkeit diese Welt auszulöschen sahen sie in früheren Zeiten nicht. Was nicht hilft, ist, sich gegenseitig fertig zu machen.

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          • Obstbäuerin sagt

            Oder man verlässt sich auf seine Erfahrung und das was man in der Natur wahrnimmt, Naive. Und wenn nach 40 Jahren Glyphosateinsatz die Wildbienen eher zunehmen, Schmetterlinge sehr zahl- und artenreich vorhanden sind, sowie seltene Vogelarten bei uns brüten, dann brauche ich keine Studien, die mir was anderes erzählen.

            1+
            • Naive sagt

              Komisch nur, dass mir weiter oben von Bauer Willi gesagt wird, dass es um Wissenschaft und nicht um Windschutzscheiben geht? Was nun – jeweils nur, wenn es meine Sicht bestätigt???

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              • Obstbäuerin sagt

                Liebe Naive, es wäre schön, wenn Sie demjenigen antworten, zu dem die Antwort gehört. Ich habe nur meine Erfahrungen wiedergegeben, die ich in unseren Obstanlagen seit 25 Jahren gemacht habe und die sind:
                HOHE BIODIVERSITÄT TROTZ GLYPHOSAT; PFLANZENSCHUTZMITTELN UND MINERALISCHEM DÜNGER.
                Vielleicht sind wir jedoch ein Naturwunder aber entgegen aller medialen Gewohnheiten, Wundern auflagensteigernd auf den Grund zu gehen passiert was? Nichts!!!

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              • fingerphilosoph sagt

                1. Obst zieht Insekten in großen Mengen an. Obst ist für Insekten, was für Motten das Licht. Deshalb ist der Obstanbau nicht repräsentativ für die Gesamtmenge der vorhandenen Insekten. Oder anders: wenn’s im Obstanbau nicht mehr wimmelt, dann wimmelt es nirgendwo mehr, dann sind die Insekten ausgestorben.

                2. Die Bauern beziehen sich bei ihren angeblich wissenschaftlichen Aussagen zum Nicht-Insektensterben auf eine einzige Studie, nämlich die von Rothamsted (GB) und ignorieren 73 Studien, die Rothamsted offenbar nicht bestätigen können. Diese überaus einseitige Auswahl nennen Bauern „objektiv“ und „sachlich“ und sprechen jedem, der nicht zum selben Schluss kommt, dessen „Objektivität“ ab.

                Die Rothamsted-Studie dauerte von 1973 bis 2002, ist also nicht aktuell, und stellt immerhin in einem von vier Testgebieten einen Insektenschwund fest. In der Studie wird weiterhin vermutet, dass der größere Teil des Insektensterbens vor 1973 stattgefunden hat. Diese interessanten Einzelheiten werden von den Bauern bei ihren „sachlich-objektiven“ Verweisen auf Rothamsted leider nicht erwähnt. Das Butterfly Monitoring (ebenfalls GB) stellt hingegen seit 1976 bis heute einen Rückgang von 61% der Falter fest.
                Das Senckenberg-Museum weist 2013 anhand von alten Aufzeichnungen gegenüber 1880 das Verschwinden von 46 Arten von Tagfaltern nach.

                Zudem haben offenbar hier in diesem Blog nur Bauern das Recht, sich auf ihre eigenen Erfahrungen zu berufen, alle Nicht-Bauern haben sich an die von den Bauern empfohlenen wissenschaftlichen veralteten Studien wie Rothamsted zu halten.

                3. Aufgrund der insektenfreundlichen Klimaerwärmung und dem deutlichen Rückgang insektenfressender Vogelpopulationen müsste es heute deutlich mehr Insekten geben als vor 20 Jahren. Wo sind diese Insekten?

                Fazit: Die Aussagen der Bauernseite überzeugt hier in keiner Weise.

                3+
                • Obstbäuerin sagt

                  Dann müsste der Obstanbau, egal ob Bio oder nicht, generell aus der Artensterbendiskussion herausgenommen werden oder? Sind wir jetzt die Naturschutzgebiete der Nation, wenn in den offiziellen Naturschutzgebieten die Insekten aussterben, wie in Krefeld? Warum sollte aber dann Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel verboten werden, wenn es doch kaum Einfluss auf die Biodiversität in Obstanlagen hat?

                  1+
                • Mark sagt

                  Im Obstbau, egal ob bio- oder konvi haben wir mit die höchsten Pestizid- (vorallem Insetizid) Einsätze der Landwirtschaft. Wenn diese die Ursache eines angeblichen Insektensterbens sein sollten, mmüssten sie in Obstbau am deutlichsten zu Tage treten!
                  Zu der Anzahl der Studien: Die Zahl der Studien über einen Sachverhalt sagt nicht über deren Richtigkeit aus. Ist ein Thema populär, steigt die Anzahl der Studien darüber (die alle in eine Richtung gehen) auf wundersame Weise inflationär an. Allein auf der Basis der Krefelder Daten wurden bisher 20 – 30 Studien abgeliefert, nächstes Jahr sind es dann vielleicht schon 300, und damit hat man dann eine unumstössliche wissenschaftliche Mehrheitsmeinug geschaffen.
                  Insofern ist es nicht nur die Bauernseite, die hier in keiner Weise überzeugt.

                  3+
                • Thomas Apfel sagt

                  Guten Morgen @fingerphil.,

                  Was ich beobachte, ist ein starker Einfluß vorhandener oder nicht vorhandener Saumstrukturen. Der Einfluss des Pflanzenschutzes auf die behandelte Fläche ist in Bezug auf Biodiversitäts nach unseren Beobachtungen gering. Dauerkulturen entwickeln eine an Pflanzenschutz angepasste sehr biodiverse Artenstruktur. Einjährige Ackerkulturen können in diesem Zusammenhang keine angepasste Biodiversität entwickeln, schon weil sie neben der Unkrautbekämpfung jährlich die Pflanzenart wechseln (nennt man im Übrigen Fruchtfolge= eine der entscheidenden Pflanzenschutzmaßnahmen).
                  Die Lösung liegt tatsächlich in der Wiederbelebung von Landschaftsstruktur und Saumbiotopen. Der (notwendige) chemische Pflanzenschutz kann über Injektortechnik fast abdriftfrei auf die reinen Produktionsflächen begrenzt werden.
                  Diese Maßnahmen zur Saumstruktur (5% „dunkelgrüne“ Greening-Maßnahmen, so der DBV) werden und müssen kommen. Die Extesivierung der Produktionsflächen ist Nonsens, weil blütenreiche Getreideflächen bei Konvi- wie Bio „Betriebsunfälle“ sind, die eigentlich durch Herbizidspritzung oder herbizides Mehrfachstriegeln
                  verhindert werden, wenn ich was ernten will. Der durch diese beiden Maßnahmen (gewollt) gestörten Segetalflora und Fauna helfen Schutzäcker im Rahmen der „Dunkelgrünen“ Maßnahmen.
                  Der Ackerbau lässt sich weder bei Bio´s noch bei Konvi´s so weit extensivieren, dass die Artenvielfalt des 19. Jhd´s in den Acker zurückkehrt.

                  2+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  „Zudem haben offenbar hier in diesem Blog nur Bauern das Recht, sich auf ihre eigenen Erfahrungen zu berufen, alle Nicht-Bauern haben sich an die von den Bauern empfohlenen wissenschaftlichen veralteten Studien wie Rothamsted zu halten.“

                  Der EL versteht zb. auch was von der Elektroinstallation, denn ich mache jeden Tag das Licht an.
                  Ich käme jedoch nie auf die Idee, dem Elektriker zu sagen, wie er seine Arbeit verrichten soll.

                  1+
                • fingerphilosoph sagt

                  @ Mark
                  Dass mich die Aussagen der Naturschutzverbände nicht im Geringsten überzeugen, habe ich hier schon häufig genug dargelegt. Umso deprimierender, wenn die Bauern auch nicht anders argumentieren, denn das heißt, ich kann mich weder auf die Aussagen der Einen noch der Anderen verlassen. Mit dem Ergebnis, dass ich dem Thema gegenüber zunehmend gleichgültiger werde und es mir letztlich dann auch egal ist, ob die Nahrungsmittel importiert werden oder nicht. Wenn man als Konsument von allen Seiten nur noch genudged und manipuliert wird, hat man irgendwann keinen Bock mehr.

                  @ Thomas Apfel
                  Genau solche Argumente wie in dem Kommentar fehlen in der Diskussion. Stattdessen Orginalton Bauer Willi: „Wir können alles, wenn es nur bezahlt wird.“ Aber einjährige Ackerpflanzen UND gleichzeitig Biodiversität können Bauern eben nicht, weder als Bio noch konventionell. Nicht nur die NGOs erzeugen jedoch die Vorstellung, das man alles kann, was man nur will, die Bauern tun das ja ebenso. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die Bauern die Grenzen dessen aufzeigen, was möglich ist, und dass sie entsprechend zu diesen Grenzen stehen.

                  Ich schätze mal, dass die Rothamsted Vermutung richtig ist, dass der größte Insektenschwund im Rahmen der Industrialisierung der LW mit Flurbereinigung und damaligem Pestizideinsatz erfolgt ist. Die damaligen Brachialmethoden dürften sowohl der Vogel- wie der Insektenwelt schwersten Schaden zugefügt haben. Davon haben sich die Bestände bis heute nicht erholt und können sie auch gar nicht.

                  Sicher gibt es gegenüber dem Vorgehen in den 60er und 70er Jahren heute Verbesserungen, was Pestizide und Saumstrukturen angeht, die aber durch zunehmende Vermaisung wieder aufgehoben werden.

                  Was klar gesagt werden sollte und was durchweg in der Diskussion fehlt, ist, dass die durch die Industrialisierung der LW erfolgte „Naturamputation“ nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Schon verrückt, wie „geschichtsvergessen“ hier argumentiert wird und von allen Seiten so getan wird, als hätte es vor Glyphosat überhaupt kein Insektensterben gegeben.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Im November fand in Neckartenzlingen ein Vortrag zum Thema Mobilfunk und Insekten statt. Referent des Abends war Dr. Niels Böhling aus Kirchheim. Eingeladen hatte die Ortsgruppe „InfoMobilFunk Neckartenzlingen und Umgebung“.

        Böhling referierte anhand vieler einschlägiger Studienergebnisse über den aktuellen Stand des Wissens. Die Fülle von Informationen machte deutlich, dass die künstlichen elektromagnetischen Felder, wie sie durch Mobilfunk erzeugt werden, für Insekten zum Problem werden können, weil sie selbst elektromagnetische Wesen sind. Die elektromagnetischen Eigenschaften von Bienen seien seit den 1970er-Jahren bekannt. 2007 habe der Saarländer Biologe Ulrich Warnke über die Zerstörung der Natur durch Elektrosmog im Hinblick auf Bienen, Vögel und Menschen publiziert.

        Insekten leben in natürlichen elektromagnetischen Feldern, und wenn diese durch die künstlichen Mobilfunkfelder überlagert werden, dann habe das Konsequenzen. Studienergebnisse belegen, dass bei Bienen die Größe der Kolonien, die Leistung der Arbeiterbienen, der Polleneintrag, die Honigproduktion, die Orientierungsfähigkeit leiden und ihre Immunabwehr unter Mobilfunkeinwirkung geschwächt wird.

        https://www.frankshalbwissen.de/2017/05/18/voegel-und-insekten-sterben-gruene-panikmache-oder-reales-problem/

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    • Hubbi sagt

      Das Gleiche beobachte ich bei uns ebenfalls. Es gibt viel mehr Greifvögel, Krähen…
      Da haben kleine Hasen und Fasane keine Chance.

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  8. Bergbäuerin sagt

    Passt nicht ganz hierher, dennoch:
    Vorgestern wurde in Tirol ein Almwirt zu 490.000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil eine Frau, welche eine Alm mit Mutterkuhherde trotz Warnschildern mit einem Hund betreten hatte, angegriffen und getötet wurde. Den Hund hatte sie auch nicht wie angeraten rechtzeitig von der Leine gelassen. Die Urteilsbegründung: Es handelte sich um einen stark frequentierten öffentlichen Weg, von dem Weidetiere fernzuhalten sind. Eine entsprechende beidseitige Abzäunung des Weges sei dem Almwirt zumutbar gewesen.
    Mit diesem Urteil wurde erstmals die Bedeutung der Freizeitwirtschaft höher gewichtet als jene der Landwirtschaft.
    Gegen das Urteil wird nun berufen, doch ist nach diesem Präzedenzfall frühestens in einem Jahr mit Rechtssicherheit für Almwirte zu rechnen. Doppelte Abzäunungen der hunderte Kilometer umfassenden mittlerweile überall stark frequentierten Wanderwege ist praktisch nicht möglich: hohe Kosten, Tränken liegen oft auf der anderen Seite des Weges, wie zäunt man Serpentinen doppelt ab etc.
    In der Zwischenzeit bleiben den Bauern nur drei Möglichkeiten:
    1) Die eigene Existenz riskieren, indem man in Zeiten zunehmender Hundehaltung die auf dem Weg zum Gipfel als immer unzumutbarer wahrgenommene freie Weide – bisher als besonders artgerecht gepriesen – dennoch weiter betreibt.
    2) Die Alm für den Tourismus sperren und auch damit die eigene Existenz gefährden, weil von Landwirtschaft allein kaum mehr als 1000 Euro pro Monat für eine Familie zu lukrieren sind, und der Tourismus oft die einzige Zuerwerbsmöglichkeit ist.
    3) Die Weidewirtschaft ersatzlos aufgeben mit allen Folgen für die landwirtschaftliche Selbstversorgung Österreichs und für die Ökologie bis hin zur Desertifikation. Tragischerweise würden junge Ökotouristen und Outdoorfreaks verwaldende und kahl zerklüftete Landschaften den gepflegten Weiden tatsächlich vorziehen!

    7+
  9. Thomas Apfel sagt

    Abgesehen davon, dass „Fass Dir dich mal an die eigene Nase“ berechtigt ist, macht mir etwas anderes an dem eingestellten Artikel Sorgen.: nämlich die zunehmende perfekte Vernetzung mit anderen Artikeln zu ähnlichen Themenbereichen. Wenn man im Artikel die blau unterlegten Reizworte Landwirtschaft und Pestizid anklickt, öffnet sich die gesamte Liste der Artikel zu diesem Thema aus dem letzten par Monaten. Und wenn du das in so geballter Form siehst, und die mediale Schwäche unserer Gegenreaktionen im Kopf hast, weißt du wer die Chanche hat Frames mit Inhalt zu füllen und wer nicht . Die Krefeld-Laus im Pelz und die aberwitzigen Ableitungen auf den Zustand in ganz Deutschland werden wir nicht mehr los.

    11+
  10. bauerhans sagt

    glyphosat aufem acker ist ja ganz schlimm,geht ja gar nicht!

    der eine rentner,anwohner an meinem acker vor der siedlung, meinte:
    „warum haste nicht da am rand ordentlich lang gehalten,weil die nachbarn dort ihren rasenschnitt unter den brennesseln entsorgen!!“

    1+
    • Thomas Apfel sagt

      Guten Morgen Bauer Hans,

      das ist bei mir genauso. Eine Fläche liegt direkt an einer Siedlung mit Leuten die vor 10 20 Jahren ihre Häuschen für den Ruhestand gebaut haben. Die kenne ich fast alle persönlich und da wird über den Gartenzaun schon mal über das böse Glyphosat und was sonst gerade Mode ist geschwätzt. Aber jeden 2. Tag finde ich in irgendeiner Ecke meines Ackers ein neues Häufchen mit Heckenschnitt, Rasenschnitt ,Unkraut und manchmal auch ganze grob zerlegte Gehölze. Bei 20 % der „Schubkarrenladungen“ ist nicht einmal der Müllsack, in dem der Rasenschnitt steckt, wieder mitgenommen worden.
      Ich erwisch die bloß leider nie persönlich.

      10+
      • Ja,
        das sind die Gutmenschen von heute!

        Bei uns haben welche (ältere Leute) ein Vogelhäuschen aus Plastik hingehängt!

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    • Frage,

      ich kenne welche die behaupten, dass es gut ist, wenn sie ihren Rasenschnitt bei den Kühen auf der Weide entleeren, denn dann könnten ihn die Kühe gleich fressen und so ist er dann gut verwertet.

      Eine gute Logik für einen Nichtlandwirt.

      Aber für Kuhkenner ist das doch fatal, oder?

      Denn die wissen doch, dass wenn die Wiederkäuer schon den eventuell an gegorenen und verklumpten Rasenschnitt fressen, dass es dann Probleme im Pansen geben kann, oder nicht?

      1+
      • Wie bringst man das den gut meinenden Städter bei?

        Schild vor und hinter die Weide?
        (Denn die Leute,die ich oben meinte wohnten hinter der Weide und schobenden Grasschnitt unter den Zaun durch!)

        Bitte mehr Respekt vor der Natur?

        Bitte bei BAUER WILLI mitlesen, denn der klärt auf?
        😉

        Durch andere Massenmedien und Schule?

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