Ab 2026 müssen Kühe laut EU-Vorgabe auf der Weide stehen, wenn die Milch weiter als „Bio“ gelten soll. 316 Ökobauern sind deswegen in Bayern schon ausgestiegen.
Hier ein paar Zitate aus top agrar:
Bislang konnten Ökobauern in Bayern Biomilch erzeugen, auch wenn ihre Kühe nur auf den Auslauf statt auf die Weide kamen. Doch das ist ab 2026 vorbei, dann müssen die Kühe Weidezugang haben. Das gilt für Öko-Milch- und Mastbetriebe. Wer das nicht nachweisen kann, hat nun ein Problem und muss aus der Bio-Landwirtschaft aussteigen, berichtet der Bayerische Rundfunk.
Der Druck aus dem Berufsstand auf das Münchner Landwirtschaftsministerium wächst. Die Interessengemeinschaft „Kein Zwang zur Weide“ sieht durchaus noch Spielraum in der Definition von Weide. Sie hoffen nun auf Klärung durch den Europäischen Gerichtshof, was genau die Definition von „bio“ ist und ob fehlender Weidezugang nicht durch Maßnahmen wie frisches Gras als Futter und Auslauf unter freiem Himmel kompensiert werden kann.
Wie ist eure Meinung? Soll es eine befristete Ausnahmeregelung geben oder muss das Gesetz so umgesetzt werden?


Man muß immer dreimal überlegen was man anstellt. Politik und Verbände reagieren auf
Stimmungen und sind nicht verlässlich. Einen großen Stall auf eine Fläche zu stellen wo
nach Fahrsilo und Maschinenhallenbau keine Fläche mehr zur Verfügung steht, waren
mir immer schon suspekt. Nicht einmal eine fußkranke Kuh, geschweige die Trockensteller
kann man nach draußen stellen. In Bayern sind Streusiedlungen eher selten. Die Höfe
standen nebeneinander. Trotzdem wurde ausgetrieben, weil es trotz des Aufwandes eine
Erleichterung war das Futter nicht mehr über ein Futterloch hereinziehen zu müssen.
Als System kannte man nur die sparsam zugeteilte Portionsweide. Die Flächen um die Dörfer die längst zugebaut sind, waren unansehnliche Ampfersteppen. Die Bekämpfung
des Unkrauts war Lehr und Prüfungsstoff. Die Fachbehörden forderten auf den Winter-
versammlungen auf: “ Die geländegänigen Altenteiler mit dem Dochtstab loszuschicken“
Heute ist der Wirkstoff böse, und ohne Sachkundenachweis geht nichts mehr.Die ersten
trauten sich an den Bau von Laufställen, ansonsten wurden Anbindeställe aufgerüstet.
Der Weidegang wurde weniger. Mit dem Hochleistungswahn hörten auch Betriebe damit
auf die eigentlich könnten. Es gibt das ganze Jahr Silage,vor dem Fahrsilo liegt ein Schlauch mit Treber. Am Stall stehen Polyestersilos mit mehren Sorten Kraftfutter.
Und dann fällt ihnen die Weideplicht ein. Besinnliche Feiertage!
https://share.google/a76aNGPShcWELkrSe
Dieser Beitrag ist sehenswert.
Herr Dr. Kremer-Schillings, Sie hatten ein Interview im Kintrafunk gegeben.
Nimmt man den obigen Beitrag, Ihr Interview und die Bioweidehaltung zusammen, was kann da nur das Ergebnis sein?
Allein die Flächengröße eines Betriebes, ob in Deutschland oder anderswo, entscheidet darüber, in welcher Größenordnung Bioweidetierhaltung bewerkstelligt werden kann.
Das Label „Bio“ suggeriert seit Jahrzehnten, dass glückliche Kühe auf grünen Weiden friedlich grasen. Jetzt müssen die eben ‚liefer‘. Und wer das nicht kann, fliegt raus – zu dieser Denkweise wird man genötigt.
Sie fragen „… Es geht um die Weidepflicht, die von der Mehrzahl der Bio-Betriebe eingehalten wird. Aber eben nicht von allen und da ist meine Frage, wie man damit umgehen soll. …“
Damit wird nicht umgegangen. Diese Betriebe werden ihren Biostatus aufgeben müssen und/oder die Viehhsltung einstellen. Warum sollte die EU diese Betriebe „retten“, wenn es die Mercosurstaaten gibt oder die Ukraine oder demnächst China ?
Die „Nischenproduktion“ wird nicht alle retten können. Und wenn keine Fläche für Weidehaltung in Deutschland/Bayern vorhanden ist, kann keine hergezaubert werden, nicht bei dem Flächenfraß, der immer noch besteht.
„Und wer das nicht kann, fliegt raus – zu dieser Denkweise wird man genötigt.“
Wieso genötigt? Es ist freiwillig, man muss ja nicht. Wenn man aber mitspielen möchte, dann muss man die Spielregeln einhalten. Ist doch nie anders gewesen….ok, beim Bürgergeld gibt es Ausnahmen.😎…duck und wech.
Herr Seevers,
so zu denken, habe ich geschrieben.
Was der einzelne Betriebsleiter letztendlich macht, obliegt ihm.
Es ist die Denkweise von außen.
Wie will man einer Weidepflicht entgegen treten? Durch Fristen? Und dann? Durch Gelder? Was sollen die bewirken?
Die EU Vorgabe kippen bliebe da nur.
Und wenn die gekippt würde, dann müßte „Bio“ vom hohen Roß, namentlich beste Haltungsform, herabsteigen.
Da z.Bspl konventionelle Viehhalter, wie ich, dem Vieh Weidegang ermöglicht. Ganz ohne „Bio“Label und ohne Förderung.
Hi @firedragon
Ich verstehe die Vermischung zwischen regional und global nicht.
Oder zwischen Bayern und Brasilien.
Grüße
Nicolai
Herr Asmussen,
schauen Sie sich den TV Beitrag an, dann verstehen Sie die „Vermischung“.
Deutschland ist keine Insel und Bayern ebenso wenig.
Selbst innerhalb der EU wird die geforderte Weidepflicht unterschiedlich umgesetzt werden können.
Moin vom Fjord
@Bauer Willi
Wir haben uns bisher nur über Kühe und Milch unterhalten.
Aber es gibt Rinder, die keine Kühe sind.
Bullen auf der Weide können ziemliche Probleme machen.
Also ist es dann auch aus mit der Mast?
Ist nur ’ne Frage.
Grüße
Nicolai
die Rinder, die noch keine Kühe sind Jungfrauen, evenutell schon trächtig.
Nach dem Kalben sind sie eie Kuh und geben Milch.
Diese Rinder kann man mästen, wie Bullen, die nicht zur Zucht zugelassen sind. von ihnen wird nur Fleisch und eventuell Leder vom Fell gewonnen.
Rind ist auch der Oberbegriff für die gesammte
Riergattung.
Moin vom Fjord
Hi @Inga
‚Nach dem Kalben sind sie eie Kuh und geben Milch.‘
Das ist der einzige Satz, der in deinen Ausführen richtig ist.
Die gängige Lehrmeinung der PRO7-Universität ist:
‚Eine Färse ist eine Kuh die noch nicht gekalbt hat.‘
Also eine Mutter, die noch kein Kind bekommen hat.
Geht nicht, oder?
Grüße
Nicolai
Für uns Bio-Milcherzeuger hat die Verschärfung der Weideplicht schon mal den Vorteil, dass viele Milchviehhalter wieder auf konventionelle Produktion umstellen müssen . Die Biomilcherzeugung sinkt und der Preis kann auf dem jetzigen hohen Niveau bleiben. Die A….karte haben jetzt die konventionellen Milcherzeuger. Die Milchmenge wird sich weiter erhöhen, damit sinkt aber auch der konventionelle Milchpreis wieder mal auf unter 40 Cent.
https://www.agrarheute.com/markt/milch/milchpreise-fuer-landwirte-fallen-deutlich-rohstoffwert-stuerzt-40-cent-637604
Die Gesamtmilchmenge wird bestimmt nicht von dem geringen Anteil Rückumsteller beeinflusst. So ist z.B. ein Rückgang des Schokoladenumsatzes schon ein größerer. Ich denke der Stellungskrieg der großen LEH-player spielt da gut mit.
@Andreas
Verstehe ich Sie richtig, dass Sie sich darüber freuen, dass Ihre Bio-Kollegen gezwungen werden, wieder auf konventionell umzustellen?
Freuen natürlich nicht . Aber man profitiert halt davon.
Die Konvi. Kollegen leben doch auch ganz gut damit, dass ihre Zahl immer kleiner wird.
Nur bei den Biobauern wird immer eine Katastrophe daraus gemacht,
wenn sich ihre Anzahl mal nicht zweistellig steigert.
@Andreas
Die Zahl der Biobauern stagniert doch im Wesentlichen. Oder bin ich da falsch informiert? Ich denke, der Strukturwandel erfasst alle Betriebsarten und ich bin nicht froh, dass mein Nachbar das Tor zu macht…
„Für uns Bio-Milcherzeuger hat die Verschärfung der Weideplicht schon mal den Vorteil, dass viele Milchviehhalter wieder auf konventionelle Produktion umstellen müssen .“
Bemerkenswerter Satz! Wer ist uns bei „Für uns Bio Milcherzeuger“?
Muß es nicht heissen ich @Andreas Bio Milcherzeuger freue mich das Kollegen bald die Produktion von Bio Milch einstellen müßen und ich dann möglicherweise einen höheren Milchpreis erhalte.
Man wird sehen ob die Strategie einfach mal lästige Kollegen entsorgen die jahrelang mit ihrer Milch auch die Bio Molkerei ermöglicht haben aufgeht. Ob die die Idee weniger Milch verbunden mit geringerer Auslastung der vorhandenen Anlagen in den Molkereien mittelfristig aufgeht und im Wettbewerb bestehen kann wird sich zeigen.
Alternative zusätzlich Milch aus grösserer Entfernung holen um die Anlagen auszulasten das dann alles heile Bio Welt oder.
In der Realität ist das was hier im Kopf geistert das gleiche Geschäftsmodell wie bei den viel gescholtenen Konzernen.
Vor ein paar Jahren hat es noch geheißen, dass die Milcherzeuger bei Bio Schlange stehen und nicht rein gelassen werden. Da will man den Preis hoch halten.
Umweltpolitisch ist das ein Verbrechen. Ich fordere eime Aufnahmepflicht.
Moin
Hi @Evonik
Was hat ,Bio‘ mit Umwelt zu tun?
Wir haben genug Auflagen, um der Umwelt mehr als gerecht zu sein.
Grüße
Nicolai
Hat alle Merkmale einer Polit Posse. Politiker wollen über Gesetze ein Wirtschaftsmodell regeln, fordern vehement scharfe Gesetze auf allen politischen Ebenen lokal (Dorf, Kreis), Land, Bund und ja sogar scharfe gesetzliche Vorgaben auf Europa Ebene. Müssen allerdings nach einiger Zeit lernen sie haben die Forderungen ihr nahestehender Lobbyisten nicht zu Ende gedacht und das gewünschte Geschäftsmodell in diesem Fall Bio kommt in die Bredoullie.
Peinlich und gänzlich zur Polit Posse wurde es als die politischen Kräfte welche diese Gesetze vehement gefordert haben nun als Retter auftauchen.
https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/landwirtschaft-und-ernaehrung/landtags-gruene-setzen-sich-in-berlin-erfolgreich-fuer-bayerns-milchvieh-betriebe-ein-kombihaltung-bleibt/
Moin vom Fjord
Die Rangfolge ist eindeutig:
1. Bayern
2. EU
3. Deutschland
4. Unwichtige Bundesländer
Grüße
Nicolai
Wie ist es bei großen Bio-Milchern
mit Laufstall,Auslauf und eingrasen?
Moin
Nee, @Evonik .
Ich glaube da ist mal eine Zahl von 600 m² (pro Tier) herumgegeistert.
Ohne Gewähr…
Grüße
Nicolai
lieber Willi. wir haben auf unseren Betrieb
Haltungsstufe 4. Hier sind die Anforderungen bezüglich Tierwohl und
CO2 Belastung mit Sicherheit höher wie
Bio den Verbraucher erzählt man ,dass bio
der höchste Standart ist darum habe ich
kein Mitleid mit den Betrieben die die
Anforderungen der Weidehaltung nicht
erfüllen können, obwohl laut EU die
Anforderungen schon seit 2007 Bestand haben
Uns fragt auch keiner wegen sehr vielen
Vorschriften die wir erfüllen müssen .
Betriebe welche die Anforderungen nicht
erfüllen können sollten zur Realität zurück
finden oder die Kühe abschaffen.
jetzt hat die sogenannte Bioland-Wirtschaft
Probleme, weil sie das was sie den Verbraucher erzählt haben nicht stimmt.
Bio Landwirtschaft ist einfach gesägt
Bullerbü
Moin @Otto Loewl
Eventuell liegt es am Internet.
Die Konsumementen glauben nicht mehr immer alles.
Besonders das nicht, was mit dem Geldbeutel zu tun hat.
Grüße
Nicolai
@Otto Loewl
Bitte noch einmal lesen. Es geht um die Weidepflicht, die von der Mehrzahl der Bio-Betriebe eingehalten wird. Aber eben nicht von allen und da ist meine Frage, wie man damit umgehen soll.
Meiner Meinung nach hat jeder Biolandwirt ohne direkten Weidezugang für alle seine Rinder auf Zeit gespielt. Dass die Weidehaltung irgendwann für Bios kommt war mir klar, ebenso dass die Anbindehaltung früher oder später verboten wird. Tierische Lebensmittel werden mit „Bildern“ verkauft, und die Biomilchkuh steht da nun mal immer auf der Weide. Der Milchkäufer wird darauf bestehen, und wenn nicht der, dann sein Dealer, der Lebensmittelhändler.
Da nun aber der Biolandwirt nicht von heute auf morgen seine Kühe verkaufen kann, wird er kurz auf konventionell umsteigen und dann in Ruhe den Bestand abstocken. Die trächtigen Kühe noch abkalben lassen und melken, aber vielleicht nicht mehr besamen.
Der Zeitpunkt, um Milchkühe zu verkaufen ist gerade schlecht, der Milchpreis ist im freien Fall. Trächtige Kühe dürfen zu Recht nicht geschlachtet werden.
Hätte ich einen Biobetrieb in Bayern und keine Weidehaltung, dann würde ich eher die Rinderhaltung aufgeben als den Biostatus ( viel weniger Arbeit für gleichviel Erlös ). Vielleicht ein paar Pensionsrinder für die Weiden im Sommer wenn ich einen Anbindestall hätte… oder Jungtieraufzucht für andere Betriebe wenn ich einen guten Laufstall hätte.
dann sind diese Bilder eben irreführend.
warum wissen daa Verbraucher nicht,
besonders die Biokonsumenten, denn die müssten doch ganz anderes Wissen von der Matherie haben, weil sie sich bewusster ernähren wollen.
Oder?
Moin vom Fjord
Ich habe die Bayerische Milchviehaltung schon lange auf dem Schirm.
Zuerst die Anbindehaltung; watt ’ne Farce.
Aber jetzt das Bio-Debakel.
Die IG ‚Kein Zwang zur Weide‘ hat genau solche absurden Gedanken.
Sie wollen ernsthaft, daß es als Weide gilt, wenn nur die Nachzucht auf die Weide kommt.
D.h. kein Tropfen Milch von der Weide.
Wahrscheinlich läuft es auf eine dauerhafte Übergangslösung hinaus.
Als Kompromiß haben die Landwi… äh Bauern dann Bilder von der grünen Weide im Stall aufzuhängen, oder ein Kruzifix.
Grüße
Nicolai
Wo laufen denn im Winter durchgehend Kühe auf einer Weide, dessen Gras zur Milchgewinnung dient? In Lummerland?
Moin
„Wo laufen denn im Winter durchgehend Kühe auf einer Weide, dessen Gras zur Milchgewinnung dient? In Lummerland?“
Zu 2: Lummerland ist eine Insel mit 2 Bergen (und ’ner Dampfeisenbahn).
Zu 1: Es ist nur die Weidesaison von Mai bis Oktober gemeint.
Es ist enorm, was die Werbung sich ausdenkt.
‚Privatmolkerei‘?
Gibt’s auch Öffentliche?
Verbraucher werden verarscht, was sonst.
Mit Universalgrantie.
Grüße
Nicolai
„Zu 1: Es ist nur die Weidesaison von Mai bis Oktober gemeint.“
Gemeint? Wie kann es dann sein, dass sich heute auf der Packung Weidemilch sehr?
Bist du so naiv, oder willst du uns verka..eiern?
Und ja, es gibt Genossenschaftsmolkereien, die das Gegenteil von Privat Molkereien sind.
Vielleicht ist der Begriff als Inhabergeführt zu verstehen und nicht im Sinne von Privateigentum und Staatseigentum…..aber wer es falsch verstehen will, der tut es, nicht war Nic?
Moin @Reinhard
Weidemilch ist so definiert das die Tiere regelmäßig auf die Weide dürfen.
Und wenn es nur in der Saison ist.
1x im Jahr ist auch regelmäẞig.
Eine Genossenschaftsmolkerei ist auch privat.
Mein Name ist Nicolai.
Der ganze Name ist bezahlt.
Grüße
Nicolai
Ich kenne die Definition von Weidemilch. Dennoch ist es eine Verbrauchertäuschung, am 22.12. im Regal Weidemilch anzubieten, nur weil diese per Dekret unter bestimmten formalen Regeln so genannt werden darf. Hier sind Verbraucher,Erzeuger, Verarbeiter, Vermarkter allesamt gleich heuchlerisch unterwegs….oder voll verblödet, such dir was aus.
@Reinhard Seevers
Ja klar ist das Verarsche.
Die Werbung: In einem Werbespot für ein Milchprodukt werden Kühe gezeigt, die richtig abspacken als sie aus dem Stall kommen.
Bloß wer weiß das Verhalten zu deuten?
Jemand ohne Wissen sagt:“Oh, glückliche Kühe‘
Ein gute, gebrauchte Milchkuh trottet ganz gemütlich auf die Weide.
Das letzte Mal, daß ich sowas sah, war als mein Vater die Kühe aus der Anbindehaltung nach dem Winter auf die Weide gelassen hat.
Werbung täuscht.
Grüße
Nicolai
Weidemilch kommt von Weidebetrieben, diese Milch wird separat erfasst und ganzjährig mit einem Aufschlag von 1-2 Cent abgerechnet. Für Käufer, welche die Kühe gerne auf der Weide sehen eine super Sache. Sollen wir die Milch im Winter Matschmilch nennen ? Ginge aber auch nicht, denn im Wasserschutzgebiet ist Weidehaltung grundsätzlich verboten, außer die Wiese wird nicht übermäßig beschädigt.
Auf der Verpackung steht, dass die Kühe mindestens 8 h pro Tag auf der Weide stehen, so lange es die Witterung zulässt. Bei der Schwarzwaldmilch ist es auf der HP genau beschrieben und wir führen alljährlich einmal ein Weidetagebuch für den GAP ( 50.- Entschädigung pro Tier und Jahr) und ein Weidetagebuch für die Molkerei.
Niemand bezweifelt, dass der Erzeuger alles tut, um den Vorgaben zu entsprechen. Aber das ist doch nicht der Punkt. In großen Lettern steht auf der Packung „Weidemilch“ Niemand liest sich die Rückseite oder gar den Link zur Molkerei durch. DAS ist nur ein Teil der Verarsche und Voraussetzung, damit sie funktioniert. Wenn es demnächst „Streichel -Milch“ geben sollte, wird auch das dokumentarisch astrein umgesetzt.
Der Kunde ist König. Anstatt die Biobetriebe mit Stallhaltung und Auslauf zur Aufgabe zu zwingen besser ein neues Label her: Bio2.
Dann den Beipackzettel entsprechend ergänzen.
Und raus damit.
Oder Rewe stelle neue Containerfilialen auf: Bio2 – mit Auslauf aber ohne Weide
…
Aus meiner Sicht ist die Politik Schuld an der ganzen Misere. Dem Machterhalt der Regierungsparteien ist es geschuldet, dass man sich das ideologische Ziel von 30% Biolandwirtschaft gesetzt hat. Tatsächlich ist es aber so, dass der Anteil der biologischen Landbewirtschaftung in fünf Jahren näher an der 3% Marke kratzen wird als an der 10% Marke (geschweige denn 30%). Wenn Bio nicht in der Nische bleibt, fällt es dem gleichen Wachsen-und-Weichen zum Opfer wie die konventionelle Landwirtschaft. Darüber hinaus sollte man sich im klaren sein, dass die biologisch wirtschaftenden Betriebe derzeit mit 800-1100 €/ha und die konventionellen Betriebe mit 250-450 €/ha Ausgleichszahlungen entschädigt werden. Das Ganze wäre also garnicht finanzierbar! Auch im Klaren sollten wir uns darüber sein, dass 5% Biobetriebe unter 3% der Bevölkerung ernähren….. die restlichen 97% der Bevölkerung aber von den 95% konventionellen Betrieben ernährt werden. In der Hand der Wähler liegt es, sich für eine Politik-für-das-Volk zu entscheiden, die auch in Zukunft die Ernährung der Bevölkerung sichert und nicht nur die Fleischtöpfe der Mächtigen.
P.S. Die Verpflichtung zur Weidehaltung bei Biobetrieben besteht seit über 20 Jahren….. Gut möglich, dass sie noch weitere 10 Jahre verschoben wird.
RGB, wo haben Sie die Zahlen von 800,- bis 1000.- Euro pro ha her ? Das ist viel zu hoch !
@RGB
Wenn Sie ihre Thesen mit Zahlen untermauern wollen, dann sollten Sie sich wenigstens um Korrektheit bemühen.
Der Marktanteil von „Bio“ liegt aktuell bei 6,9% in Deutschland und wächst (wieder).(www.handel-dhbw)
Richtig ist: Das ist weit von den politisch angestrebten 30% entfernt.
Und richtig ist auch: Markttreiber sind derzeit die Discounter.
Moin
@Dietmar Groß
‚Richtig ist: Das ist weit von den politisch angestrebten 30% entfernt.‘
Warum denn das?
Bio ist doch besserer.
Herr Özdemir hat doch alles dafür getan.
Er hat die Anbindehaltung erhalten.
Er hat die Kennzeichnung für Fleisch nicht durchgezogen.
Er hat Frau Kari eingestellt, die nichts zu melden hatte.
Er hat beim Tierwohl auf ganzer Linie versagt.
Er hat was erfunden, was es schon lange gab, die flächengebundene Tierhaltung.
Was hab ich vergessen?
All dieses hätte die Aktzeptanz der Konventionellen Landwirtschaft stärken können.
Aber das hieße ja, daß er gegen sein Ziel an arbeitet; 30 % Bio.
Grüße
Nicolai
@NA
Ich bin kein Politiker. Was „besserer“ ist „liegt im Auge“ der KundInnen.
Da können wir mit unserem Bauernhof und unserem Hofladen in unserer Region konkrete Angebote machen und damit Erfolg haben oder auch nicht.
Von Özdemir haben wir dabei keine Hilfe erwartet und ansonsten habe ich großes Verständnis für Ihren Unmut über die Ergebnisse seiner Politik.
Glauben Sie, dass es unter der neuen Regierung besser wird?
@Dietmar Groß
beim Anteil Bio muss man unterscheiden, zwischen Anteil an der Fläche und Anteil im Lebensmittelmarkt.
Der Anteil an der Fläche liegt bei 12 %, der Anteil am Lebensmittelmarkt bei ca. 7% monetär und zwischen 4 und 5% mengenmäßig.
Das macht auch die Problematik von Bio deutlich, die Erträge sind zu niedrig.
Bio deckt nur zwischen 4 und 5 % des Kalorienbedarfes, beansprucht dafür aber 12 % der Fläche.
Richtig wäre daher eine Begrenzung des Bioanbaus auf maximal 20% zufordern statt eine Ausdehnung auf 30%. Eine solche Ausdehnung wird schlicht nicht möglich sein.
Alpenvorland hier, klassisch extensive Rinderhaltung. Ich kenne etliche Betriebe, die jetzt von Bio zurück zu „Konventionell“ müssen. Wobei sich das hier in der Praxis ja kaum unterscheidet.
Es gibt einfach nicht den Platz, um die Richtlinie umzusetzen. Die Besiedlung ist hier zu dicht.
Mein Mitleid hält sich etwas in Grenzen. Es wird ja immer suggeriert, man müsse ja nur einfach auf Bio umstellen. Dann wären alle Probleme gelöst. Dazu noch aus dem Land ein großes Naturschutzgebiet machen, dann ist alles gut.
Die Realität ist halt, dass wir auch deswegen eine intgegrierte-intensiv Landwirtschaft haben, weil wir schlicht nicht den Platz für extensive Bewirtschaftung haben. Und auch nicht die Willigen, die in so einer extensiven Landwirtschaft arbeiten wollen. Bio als System wird mit vielen Erwartungen aufgeladen und selten kritisch hinterfragt. Aber wie so vieles aus dem grünen Dunstkreis, wenn dann mal die normative Kraft des Faktischen zuschlägt, dann muss man sich den Realitäten stellen. Seien es die Kupfer“pestizide“ im Bio-Obst und Weinbau oder eben jetzt die Weidepflicht.
Stef hat geschrieben:
Wobei sich das hier in der Praxis ja kaum unterscheidet.
Bei uns hier unterscheidet sich das auch kaum. Bio-Milch wird mit meist Luzerne und Mais produziert. So machen das viele Konvis auch. Wenn der Bio-Bauer dann noch gespritztes Kunstdünger-Stroh von Glyphosat-Äckern zukauft und einstreut verwischen die Unterschiede fast vollständig.
Ein Bio hat vor ein paar Jahren aufgehört weil die Tiere krank waren. Das schieben die Einschleppung von Krankheiten durch viel betriebsfremdes Personal. Ich denke aber, dass die lebenslange Fütterung mit Luzerne und Mais wegen einseitiger Fütterung auch schuld sein könnte.
Eine natürliche Milch erzeugt man auf diesem Weg auch nicht.
…. gespritztes Kunstdünger-Stroh von Glypfhosat-Äckern.
Wer so einen Satz veröffentlicht, zeigt für aller Augen Seine ideologisch, verpeilte Gesinnung und dass Er keine Ahnung hat.
Vielleicht sollten Sie in den Bereichen bleiben in denen Sie was verstehen und dort Ihre Weißheiten veröffentlichen.
@RGB Die Biobetriebe dürfern nur biozertifiziertes Futter, wie Heu,Stroh ect. and Einstreu sowie Mist zukaufen bzw. verwenden. Dies wird auch streng von den Bioverbänden und staatlichen Stellen geprüft und geahndet wenn es Abweichungen geben sollte.
Die gesamte Erzeugungs und Lieferkette ist bestens dokumentiert und nachvollziehbar und strengstens kontrolliert auch in konventionellen Betrieben.
Na ja, die Dünger im Öko-Anbau (Maltaflor, Vinasse, Haarmehlpellets, Knochen- Horn- und Blutmehl, Aminosol) gehen überwiegend auf Abfall- und Reststoffe aus der Nicht-Bio-Landwirtschaft zurück. So viel Rohstoff, wie da benötigt wird, fällt aus Bio-Abprodukten gar nicht an !
Das ist auch aus meiner Sicht kein Problem … widerspricht aber schon ein wenig der „Reinen Lehre“. Ist ja auch nicht so ganz leicht mit der üblichen Abgrenzung zu vereinbaren.
Es ist einfach so, dass bei Bio, genau wie in der normalen Landwirtschaft die „ausgerufene“ Kreislaufwirtschaft ohne Input von Außen eine Illusion ist.
@TB Ja ,eim Dünger im Bio und dessen Herkunft (Rohstoffe) wird nicht so genau unterschieden zwischen reinen bio und konvi. Rohstoffen sowie teilweiser chem.bzw, synthhischer Verarbeitung. Je nach Verband ist mehr oder weniger erlaubt. Hier gibt es auch verschieden Richtlinien EU und nationale. EWG, EWG ökö,FIBL ect
Aber Bioaminosol gibt es seit ein paar Jahren von glücklich verendeten
Tieren um hier auch mal auf das Tierwohl hinzuweisen. Ironie off
Bio ist eben nicht gleich Bio und eben schon gar nicht die ganze Produktionskette. Es werden auch Traktoren eingesetzt und nicht nur Pferdegespanne oder ähnliches.Es soll ja immer mehr Esel geben
aber der großteil versucht sich wohlbezahlt noch als Drehstuhlpilot in der Branche oder Politik ansonsten müssten sich die Bioverbände einig und das geforderte 30 % Ziel erreichbar sein.
Ich wünsche mir zu Weihnachten Einigkeit im Berufstand wie vor 2 Jahren. Wenn wir jetzt nur weiter Spalten bzw. uns spalten lassen und keine gemeinsamen Forderungen Eu-weit an die Politik stellen,
gehen wir alle mit unter und diskutieren unter widrigsten Ümständen im Schützengraben in der Ukraine weiter.
So wie die EU unseren Berufsstand mit Mercosur opfern will,
so werden sie uns auch als nicht mehr benötigte Landbewirschafter
als Kanonenfutter für de Finanzeliten opfern.
Der Weltpolitik geht es nicht um unsere Fruchtfolgen oder Züchterei auf unserem Land, sondern im Moment nur um die darunter verborgenen Bodenschätze und daraus kapitalisierbarer Macht.
Das Wort GEO sollte von unserer Branche weiterhin beansprucht werden und nicht von fachunkundigen, ignoranten und arroganten angeblichen Volksvertreten und
wenigen monopolartigen Großkonzernen und Banken welche weltweit nur von wenigen Familien(Hochfinanzeliten) beherrscht werden.
Sorry , Bauer Willi, daß ich schon wieder kurz vor Weihnachten politisch werde.
Ich habe 3 Kinder und ich will mir von niemanden nachsagen lassen ,
ich hätte mich bemüht, auf Misstände bzw. Entwicklungen hinzuweisen.
Mein Vater ist ein Zwangsarbeiterkind aus einer verbotenen bzw. nichtarischen Beziehung. Meine Oma wurde aus der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt und mein Vater von ihr getrennt und auf kinderlosen Bauerhof adoptiert.
Er hat je 2 Halbschwestern in Deutschland und der Ukraine.
Ein Sohn von ihnen, also meine Cousine ist vor 18 Monaten an seinem
42 Geburtstag Tapfer für die Ukraine bei Rettung bereits verwundeter
kameraden und(darüber könner wir diskutieren) gefallen. Wir konnten
ihn leider nicht beisetzten, da er von einer Artelleriegranate getroffen wurde und die Stellung schnell verloren ging. Trotz Verhandlungen und Geldangebote an die Besatzer konnten keine Überreste übergeben oder menschenwürdig beigesetzt werden.
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf !
In diesem Sinne friedvolle und besinnliche Weihnachten !
Na ja, das verstehe ich nun überhaupt nicht. Da gibt es doch schon mal die Ausnahme-Regelung die zum Standard geworden ist:
Wenn keine biologische Ware verfügbar ist, darf der Bio-Bauer auch konv. Ware zukaufen/verwenden.
Und damit sind die Türen für Lug und Betrug geöffnet.
Der erste Bio-Bauer (Demeter) in meiner Region hat ein Schlachthaus gebaut. Dann auch konv. Tiere gekauft , ein paar Wochen gefüttert und dann als Bio-Fleisch vermarktet.
Der mir am nächsten liegende bio-Milcher hat kein eigenes Stroh. Kauft zu 100 % konv. Stroh zu und den Mist (Kompost) holen dann größtenteils andere Bio-Bauern.
Wir brauchen eine strikte Trennung von Bio und Konvi. weil dann erst die Leistung der verschiedenen Systeme erkannt werden kann.
Bei mir sind es wenigstens Weißheiten. Bei Ihnen sind es Schwarzheiten.
Hab das schon oft geschrieben und niemand hat sich aufgeregt.
Der andere Kommentar ist auch voll wilder Spekulationen.
Bio ist in erster Linie ein Marktabgrenzungskonzept und somit als so etwas wie eine Marke zu bezeichnen. Die Regelungen für die Produzenten , die dieser „Marke“ andienen, bestimmen deren Verbände, also Bioland, Naturland, usw. Da hat eigentlich Staat und EU gar nichts drin rumzurühren, die Regelungen sind deren Sache. Die staatliche Aufgabe ist ,für die Lebensmittelsicherheit zu sorgen und in diesem Zusammenhang gleiche Mindestanforderungen für ALLE Lebensmittelerzeuger und -Inverkehrbringer zu gestalten und zu kontrollieren.
So gesehen habe ich wenig Mitleid, wenn man innerhalb der Bio-Branche zum Schluss selbst erzeugten Abgrenzungserzählungen aufsitzt.
Ich bin dafür, jedwede Sonderförderung von „Markenerzählungen“ abzuschaffen. Insgesamt gehört die Agrarförderung abgeschafft … es sei denn, man macht sich ehrlich und wirft den ganzen Müll der Green Deal Erzählungen über Bord und bezeichnet die Flächen- oder einzelbetrieblichen Förderungen als das was sie eigentlich sind: Die Abfederung der höheren Kosten für die nationale/europäische Landwirtschaft zu Sicherung eines gewissen Maßes an nationaler/europäischer Eigenversorgung. Da Weltmarktpreise auf teils sehr verschiedenen Niveaus von Sozial- und Umweltkosten (nebst Vor und Nachteilen natürlicher Gegebenheiten) entstehen muss man die „Schwachstellen“ (z.B. „zu teure“ LW) stützen (Direktzahlungen) oder schützen (Zollbarrieren).
Das sollten Staat und EU auch so kommunizieren. Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen gehören direkt gefördert und und dann auch klar so benannt und finanziert. Auch so kann ja der Bauer das sein, was er schon immer, parallel dazu, dass er Alle mit Nahrungsmitteln versorgt, ist: Landschaftsgärtner und Landschaftspfleger .
Das Anliegen mit einer Extensivierung der Produktionssysteme zu verkoppeln ist falsch und aberwitzig.
Bio war in diesen Fällen auch als Rettungsanker für „bäuerliche“ Landwirtschaft gedacht. Man hatte wieder Zeit gewonnen, und konnte das schöne Bild aufrechterhalten. Ehrliche ökonomische und politische Sicht auf die Dinge hätte Vielen viel Stress erspart, finde ich.
Aber es gilt für alle gepamperten Bereiche: Mitspielen geht nur bei Einhaltung der Regeln.
@TB
Ihre These, „Bio“ sei in erster Linie ein Marktabgrenzungsinstrument ist so nicht richtig.
Mit der „McSharry-Reform“ Ende der 80er wurde „Bio“ ein Bestandteil zur damaligen Regulierung der überbordenden Überschüsse.
Als Ausgleich für die geringeren Ernten erhielten Biobetriebe flächenbezogene Subventionszahlungen.
In der Folge kamen die Staatenlenker in einigen Staaten auf die Idee, „Bio“ auch als Marke zu pushen, weil es durchaus auch der nationalen Interessenlage entsprach (Österreich unter dem Einfluss von EU-Kommissar Fischler)
Um die Jahrtausendwende und unter dem Eindruck von BSE und MKS-Seuchenzügen und einer Ministerin Künast war auch Deutschland soweit, die Marktdifferenzierung mit dem Biosiegel staatlich zu fördern.
Das geschah in Abstimmung mit dem LEH und in der Erwartung, dass die KonsumentInnen Bio kaufen, wenn es in den Regalen liegt.
Diese Hoffnung hat sich nur sehr begrenzt bewahrheitet und zugleich unterschiedliche Interessenlagen innerhalb der Biobranche offenbart:
Für viele sind die Bioprämien inzwischen existenziell und auch die (regionale) Politik kann dies nicht mehr ignorieren.
Andere setzen in den nächsten Jahren wieder auf das Prinzip der „Graswurzelbewegung“ : Bio und Regional in sozialverträglichen Strukturen und werden damit in ihrer kleinen Nische erfolgreich sein, wenn sie es gut machen.
Ihre Hoffnung, dass die Staatenlenker gänzlich auf Flächenprämien verzichten und stattdessen gezielte gesellschaftliche Leistungen honorieren, erscheint mir illusorisch.
Da spielen ja nicht mal die ostdeutschen Ministerpräsidenten mit.
@D.G.
Aa stimme ich mit Ihnen weitgehend überein … insbesondere, was Ihre Prognose für die Zukunft betrifft. Es ist aber nicht ganz richtig, dass der versuchte Hype nur von Staatslenkern ausging. Ausgangspunkt waren und sind die auf Wachstum programmierten Anbauvereine und die Oberverbände der Ökologischen Wirtschaft (BÖLW für Dt.) mit Verarbeitung, Großhandel und LEH in ihrem Mitglieds- und Bezugsumfeld. Daher kommt die überproportionale Erwartungshaltung bei Politik und Medien die bei genauer Betrachtung auch von der Öko LW. nicht erfüllt werden können.
„DA“ … Stimme ich zu … war ein Versehen, kein „Freudscher Versprecher“🤔😎
@TB
Hab ja nicht behauptet, dass die Forcierung des Ökolandbaus nur von den Staatenlenkern ausging (-geht).
Aber sie sind eben auch nicht unbeteiligt.
Wenn die Discounter derzeit ihre Chance in der Ausweitung des Biosortiments sehen, dann wird auch die Lebensmittelindustrie liefern müssen und kein Minister egal welcher Coleur wird sich trauen, Förderinstrumente infrage zu stellen.
Herr Seevers würde das mit Dialektik erklären.
Was dabei für die landwirtschaftlichen Erzeuger heraus kommt, steht auf einem anderen Blatt. Da scheiden sich je nach Marktausrichtung auch die (Bio)Geister.
Jede pauschale „für und wider“-Diskussion ist überflüssig und Häme völlig deplatziert.
Vorschlag für die Milch: Wir machen es, wie beim Strom. Jeder Erzeuger produziert nach ihm genehmen Bedingungen und wird von seinen Zertifizierern überwacht. Die Milch kommt in einen großen Topf und die Molkerei füllt anteilig so ab, wie ihm angeliefert wird. Dann stehen unterschiedliche Milchen im Regal und der Kunde glaubt, dass er die Milch kauft, die auf dem Etikett steht. Ist beim Strom doch auch so, oder hat schon jemand grünen Strom aus der Dose kommen sehen?🥳
Dann brauchts auch keine Grossverteiler mehr, denn dann können die „Kontrolleure, Beamten, Zöllner von Mercosour“ gleich selber die Milch abfüllen und sich im Laden neben die Tüten packen 🙂 .
Mit der „McSharry-Reform“ Ende der 80er wurde „Bio“ ein Bestandteil zur damaligen Regulierung der überbordenden Überschüsse.
Als Ausgleich für die geringeren Ernten erhielten Biobetriebe flächenbezogene Subventionszahlungen.
Da bin ich nun aber komplett überrumpelt. Ich dachte bei Bio ginge es um gesunde Böden, Umwelt, gesundes Essen,….!
Was BSE betrifft, habe ich doch schon mehrmals geschrieben, dass es da um Medizin aus Rindergehirnen ging. Muss der Staat verständlicher Weise vertuschen.
Wenn die Gier aber den Verstand ausschaltet zockt man mit dem Argument.
Bio im LEH fördert die Bio- Landwirtschaft. Ich bemerke bei mir selber, dass ich immer mehr Bio kaufe .Z.B. Pastinaken gibt es meist nur in Bio. Unser Dorfladen hat nur Milch in Bio und dann nehme ich halt diese.
guten Morgen und schönen Sonntag, verstehe erstmal nicht warum die bayerischen Rinder nicht auf die Weide dürfen? bin mal gespannt wenn ich später den Link lese ob es mir dann klar wird. ich kann mir vorstellen dass die bayerischen Kühe nicht raus dürfen, da sie ja besonders gut sind deshalb nicht den umwelteinflussen ausgesetzt werden dürfen.! das war Quatsch unwahrscheinlich ist der Grund anders ich bin sehr gespannt und wünsche einen schönen Tag
@Frikadellen Piet 47
Die bayrischen Bio-Kühe sollen ja unbedingt auf die Weide! Es gibt aber Betriebe, die mitten im Dorf liegen und den Tieren keinen Auslauf anbieten können. Es sei denn, man holt sie zwei Mal am Tag zum Melken rein. Das ist aber für viele nicht machbar.
Wenn es aber Bio sein soll, dann gehört die Weidepflicht nun mal dazu. Wenn diese Pflicht nicht eingehalten wird, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Man hebt die Pflicht auf oder 2. es ist kein Bio mehr.
Früher gab es Weidemelkanlagen
Ja, an diese Melkanlagen habe ich auch gerade gedacht, im Winter kann die Anlage dann stationär am Stall stehen. Dann könnte vielleicht auch der eine oder andere Anbindestall preisgünstig zu einem Laufstall (Fressboxenlaufstall, dahinter ein Mistroboter oder Schieber) umgenutzt werden. Allerdings brauchen solche 24 h Weiden auch Futterraufen, Wasserfässer und Schatten… Waldrand oder Zelte… das ist schon richtig umständlich.
Zäune nicht zu vergessen!☝️
Das ist mal ein Kommentar der zu meiner Denke passt!
Ich bin für 100 % Weidemilch! Aber der Deife steckt im Dedai1!
Genau Inga, Heute gibt es auch mobile Melkstände, auch mobile AMS (Automatisch Melk Systeme). Wenn ich jetzt Junglandwirt wäre, würde ich damit anfangen. Frühjahrsabkalbung, MuKa-Haltung, 1 x am Tag melken und im Herbst in die trockene, Vieh-arme Gegenden „Öko-System-Prozess“-Dienstleistung machen. (Zwischenfrüchten abweiden) und so die Ackerbetrieben gleichzeitig helfen, ihre Produktion wiederstandsfähiger zu gestalten. Überwintern mit trockene Kühe und Jungrindern geht am Trockenstandorte gut, teilweise mit Vorräte „auf Stamm“, notfalls mit Zufütterung. Und am allerwichtichsten: ohne die Arbeits- und Kostenfalle „Stall“, gibt es auch bei schlechte Milchpreisen immer noch gute Gewinne für uns Bauern und Bäuerinnen, mit sehr wenig Bedarf an Startkapital.
Auah…….🥴
Eine Weidemelkanlage hatte „unser“ Bauer im Rheinland auch – aber halt nicht mal ein Dutzend Kühe.
Dann hat er mal nachgerechnet und festgestellt, daß er bei jedem Liter draufzahlt.
Nun hat er Limousin-Mastrinder, das geht wohl besser.