Alois, Bauer Willi
Kommentare 61

Winterschlaf?

Sandra führt einen landwirtschaftlichen Betrieb östlich von Lüneburg. Hier schildert Sie, warum es mit dem Winterschlaf nichts geworden ist.

Ich höre es immer wieder: „Ihr Landwirte liegt doch den ganzen Winter nur auf dem Sofa!“! Oder die Frage „Wird es dir im Winter nicht langweilig?“ Deshalb habe ich euch einmal aufgeschrieben, wie eine Woche im Januar bei mir ausgesehen hat.

Sonntag, 20:30 Uhr, der Tatort läuft und nebenbei plane ich so die Woche: Kartoffeln verladen, Holz spalten, mal die Wohnung auf Vordermann bringen und mal ausspannen, das wäre so das Wichtigste diese Woche. Mein Mitarbeiter hat frei, also bleibt´s an mir hängen.

Montag 5:30 Uhr, der Wecker klingelt, wie jeden Tag, 5:40 Uhr, Blick durchs Fenster nach draußen und aufs Thermometer. Ganz schön kalt. 6:10 Uhr, ich heize einen unserer 2 Holzvergaserkessel an. 7:00 Uhr, Frühstück mit meiner Mutter, 7:45 Uhr, der erste LKW, der Kartoffeln zur Stärkefabrik bringen soll, kommt auf den Hof gerumpelt. 8:00 Uhr, ich beginne den LKW mit Kartoffeln zu beladen. Bis 10:30 Uhr hab ich dann LKW Nummer zwei und drei auch beladen, Jetzt wird’s aber höchste Zeit die Mutterkühe zu füttern. Danach lese ich erstmal in meine E-Mails und blättere einmal durch die Zeitung.12:00 Uhr, Mittag, ich sitz mit meiner Mutter am Tisch, das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist der Leiter des Posaunenchors: „Wir haben Donnerstag um 13 Uhr Beerdigung und brauchen jemand, der Trompete spielt. Ist ja Winter, du hast ja jetzt Zeit.“ Bevor ich zu Wort komme, hat er für mich schon zugesagt.13:00 Uhr, Holzspalten in der Scheune, meine Brüder haben an einigen Feldrändern Bäume ausgeschnitten, nun stehen 3 Wagen voll Holz da, und wollen gespalten werden. 14:30 Uhr, der Kartoffelschälbetrieb ruft an und fragt, ob ich Dienstag bis Freitag jeden Tag 50 t Kartoffeln liefern kann. Einige Telefonate mit meinem Mitarbeiter, der Spedition und den Sammelfrauen. Ich rufe zurück und sage zu. 16:00 Uhr, ich füttere die Mutterkühe und heiz den zweiten Holzvergaserkessel an, im Anschluss erstmal eine Tasse Kaffee. 17:30 Uhr, kurze Besprechung mit meinen Brüdern. 19:00 Uhr, Gespräch mit dem Jagdpächter. 20:00 Uhr, Versammlung der Jagdgenossenschaft.

Der Dienstag und Mittwoch verlaufen ähnlich wie Montag: Nur, dass mein Mitarbeiter zusammen mit den Sammelfrauen und meiner Mutter Kartoffeln sortiert, ein LKW vormittags, einen nachmittags. Den Dienstagnachmittag verbringe ich damit, Holz mit dem Frontlader an die Öfen zu bringen. Der Mittwochnachmittag geht mit warten beim TÜV dahin. Wieder zuhause angekommen wartet schon ein Bekannter aus dem Dorf mit der Frage auf mich: „Kannst du mir Samstag mein Brennholz nach Hause holen? Ist ja Winter, du hast ja jetzt Zeit.“ Ich sage zu, denn eine Hand wäscht ja bekanntlich die andere! 19:30 Uhr, ich brauche Abwechslung und übe mit der Trompete für Donnerstag.

Der Donnerstag verläuft wie die anderen Tage, der Nachmittag ist durch die nicht ganz freiwillige Teilnahme an der Beerdigung auch zu größten Teil weg. Bevor es dunkel wird hole ich noch schnell einen Ballen Grassilage und Maissilage in den Stall.

19:00 Uhr, Probe der Dorfkapelle. Normalerweise wäre dieser um ca. 21 Uhr zu Ende, aber zwei Leute haben Geburtstag und geben einen aus… 23:45 Uhr, ich falle todmüde und leicht besoffen ins Bett….

Freitag, 11:00 Uhr, Versammlung vom Beregnungsverband, dauert auch länger wie gewohnt. 13:00 Uhr, meine Brüder kippen das Holz ab, welches ich eigentlich die Woche über spalten wollte. Die beiden wollen in unseren Wald und brauchen leere Anhänger. Ich verbringe den Nachmittag am Sortiertisch, da meine Mutter mit dem Landfrauenverein Kaffeetrinken ist. 19:00 Uhr, ich fahre einen Freund besuchen, den ich schon lange vertröstet habe. Ist ja Winter…

Samstag 8:00 Uhr, ich sag meiner Mutter, sie solle bitte für mich Einkaufen fahren. 9:00 Uhr, ich beginne das „Fremdholz“ aufzuladen. Es ist mehr als geschildert und wohl wird den ganzen Tag dauern. Eigentlich wollte ich nachmittags meinen Brüdern helfen. 18:00 Uhr, Feierabendbier mit meinen Brüdern in der Werkstatt. 19:30 Uhr Kommers der Feuerwehr, ich „darf“ 3 Stunden Blasmusik mit der Dorfkapelle machen.

Sonntag, kurz nach 5:00 Uhr morgens. Die Katze schlabbert mir an der Nase rum, weil sie Hunger hat. 9:00 Uhr, Rinder füttern und Futter in den Stall holen. 10:00 Uhr, Büroarbeit, die die Woche über liegen geblieben ist. 15:00 Uhr kurze Radtour durch die Feldmark, um Frischluft zu schnappen, vor dem Rinder füttern. 20.30 Uhr, der Tatort läuft und nebenbei plane ich die Woche…

Diese Woche ist nun gelaufen! Und das, was ich eigentlich machen wollte, Holzspalten, die Wohnung mal aufräumen, mal Zeit für mich haben, ist ins Wasser gefallen und wartet jetzt, eine Woche später, noch immer darauf, gemacht zu werden.

Das, was ich in dieser Woche erlebt habe, ist der ganz normale Ablauf an den meisten Tagen im Winter für mich und für viele Berufskollegen. Nun habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon, was wir so im Winter machen. Eines jedenfalls nicht: auf dem Sofa liegen!

Eure Sandra

(Aufrufe 1.411 gesamt, 1 heute)

61 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    heute wieder ein interessantes erlebnis gehabt:
    meine cousine(lehrerin)wohnt direkt an meinem waldrand und heute wurden von ner firma randbäume geschnitten,wo ich halbe kostenübernahme zugesagt hatte.
    jammert sie mir vor,dass ihr garten jetzt ja voller äste läge und ich müsse jemanden schicken,der die weg räume,weil jetzt wäre ja aufem hof nix zu tun.
    ich hatte ihr dann geraten,den nachbarn zu aktivieren,der immer gern kostenlos kaminholz nimmt.

    0
  2. Palla sagt

    Sobald man Verantwortung übernimmt, hat man doch immer was zu tun, oder?
    Dabei ist es egal ob man Landwirt, irgendein anderer selbständiger Unternehmer oder schlicht Familienvater oder -mutter ist. Aber dann wirds nicht langweilig!

    Die Besonderheit beim landwirtschaftlichen Betrieb ist vielleicht, dass es ständig zu unvorhergesehen Dingen kommt, weil man es mit Lebewesen und vielen verschiedenen Maschinen zu tun hat. Und diese ständigen Vertreterbesuche sind wirklich nervig und kaum einzudämmen!

    3+
    • Sandra Harms sagt

      Ihr trefft es bei auf den punkt, palla und eva.
      arbeit ist immer, entweder draussen, oder drinnen… und das sofa ist meist weit weit weg… aber es sind dann aber wider so die kleinen dinge, die einen aufmuntern wenns mal tage oder wochenlang nur in stress ausartet. Sicher, wenn man verantwortung übbernommen hat, kann man sich nicht drücken und muss auch unliebsame dinge machen, ob man lust hat oder nicht, danach fragt keiner. Auch die unvorhersehbaren dinge, gehören mit dazu, es kostet mich meist mehr nerven das eine maschine kaputt geht, als das dann die arbeit liegen bleibt… man muss halt lernen damit umzugehen und ruhig zu bleiben, mittlerweile kann ich das auch, aber wie ich mit 16 den hof geerbt habe, konnte ich das nicht, da musste alles funktionieren und alles auf anhieb klappen… tat es natürlich nicht.
      die unliebsamen vertreter hab ich mir in den fast 12 jahren jetzt soweit es ging schon erzogen, das sie sich entweder vorher ankündigen oder nur dann auftauchen wenn ich mir auch die zeit für sie nehmen kann… den werkzeug heini zb., hab ich soweit, das er freitags abends auftaucht, und gleich eine kiste bier mitbringt… manchmal muss man den leuten, es halt nur so sagen, das sie denken es wäre ihre eigene idee…
      eva, kinder hab ich noch keine, von daher kann ich da nicht so mitreden, aber ich stell mir das ein paar nummern intersiver vor als wenn man 20 kälber im stall stehen hat …. naja, irgendwann werd ich schon noch die erfahrung machen, aber solange ich single bin wird das wohl nichts werden, und der „Partnerschafts Button“ von Bauer Willi und Alois lässt ja auch noch auf sich warten…. gut ding braucht eben weile.

      1+
      • Eva Rahe sagt

        Die unliebsamen Vertreter sind mittlerweile in meinen Aufgabenbereich gefallen. Da gibt es doch tatsächlich immer noch Vertreter, die es nicht begriffen haben, dass sie erst mal an den Frauen vorbei müssen, um ins Haus zu kommen ?.
        Tja dass mit dem Nachwuchs ist so eine Sache. Das kann man sich vorher wirklich nicht vorstellen. Aber Bauern und Bäurinnen sind ja von Natur aus flexibel. Ich muss allerdings gestehen, dass ich im Moment nicht mehr schaffe als Kind, Haushalt und ab und zu Überweisungen und Rechnungen. Wenn dann doch mal Hilfe im Stall gefragt ist, ist ja noch die Oma da. Ich hab auch schon die Kombination Bollerwagen und Maxicosi getestet, geht auch ?

        1+
        • Sandra Harms sagt

          bei mir traf es damals meine brüder…. die wollten lieber mit ihren freundinen spazieren gehen 😉 und die mussten mich dann samt kinderwagen mitnehmen… das halten die mir heute nach 27 jahren immer nach vor…

          1+
      • Martin Grube sagt

        Meine Hochachtung mit 16 einen Betrieb zu übernehmen.
        Ich finde mit dem Alter wird man gelassener. Früher war ich so ähnlich drauf und sauer wenn es nicht sofort hinhaut.
        Jetzt beginne ich jeden Tag mit dem Satz: „Mal kucken was heut so schiefgeht…“

        Ist gut für den Blutdruck…

        Martin 37, Vor-vorruheständler.

        0
        • Sandra Harms sagt

          @ Martin
          den hof wollte ich schon so lange ich denken kann übernehmen, und genauso lange kann ich mir kein anderes leben vorstellen. das mich das mit 16 schon erwischt, war nicht geplant, ich wollt erst ne ausbildung machen, und nochmal ein zwei jahre in andere betriebe reinschnuppern, angepeilt war das ich den hof irgendwann nach meinem 25ten übernehme… tja, kommt eben manchmal anders wie man sich das denkt

          0
      • Marko sagt

        Vielleicht sind es ja gar keine Vertreter, sondern verkappte Freier die ihr Werkzeug huldigen. 😉

        0
    • Stephan Becker sagt

      Von wegen dieser Vertrerter: Kommt denn da von jeder zweiten Firma im Bundesland einmal pro Jahr ein Vertreter vorbei, um hallo zu sagen?
      Gibt es da keine Listen wo man sich eintragen kann, damit keine Vertreter mehr kommen. Braucht man die Vertreter denn?
      Reichen da nicht inzwischen das Internet, die Landwirtschaftsberater oder der gelegentliche Besuch einer Landwirtschaftsmesse und vor allem das Gespräch mit Kollegen?

      0
      • Sandra Harms sagt

        Sag das den firmen die was los werden wollen…..
        mal sehen was die dann sagen….
        ist genau wie mit den Zeugen Jehovas, die kann man ja auch nicht abbestellen…

        0
        • Martin Grube sagt

          Ich hatte immer das Gefühl das sich alle Vertreter oft abstimmen…

          Um Ihnen das zu erleichtern wollte ich immer noch ne Website bauen

          http://www.stress-your-buddy.com

          Dort können Vertreter, Besamungstechniker, Handwerker, Lohnunternehmer und Tierärzte ihre Terminpläne abstimmen und dann wie immer gleichzeitig aufschlagen…

          Steht aber auf der Liste „Was ich schon immer tun wollte“ nicht in den Top Ten aber vor Sekte gründen und Weltherrschaft an mich zu reissen…

          0
      • Palla sagt

        Klar reicht das und man ist selbst in der Lage sich über die Dinge, die man wissen will zu informieren. Leider ist die Strategie vieler Firmen noch immer so, dass sie regelmäßig Jemanden hinschicken in der Annahme, dass der vermeintliche Kunde ja sowieso auf dem Hof ist und bestimmt Zeit hat!

        Um es deutlich zu sagen: Liebe Firmen, Es nervt! Ich habe weder Zeit, noch Lust ständig Leute abzuwimmeln! Wenn ich einen Berater brauche, rufe ich an, versprochen!

        1+
  3. Eva R. sagt

    Liebe Sandra, ich bin Landwirtsfrau und habe eine kleine Tocher (7,5) Monate. Früher war ich mal Stadtmensch und habe mir das mit der Kindererziehung so vorgestellt: Wir erziehen gleichberechtigt und den 13. und 14. Monat Elternzeit nehmen wir natürlich zusammen und fahren vllt irgendwo hin.
    Jetzt ist Winter – und ich bin froh, dass mein Mann mal nur einen ’normalen‘ 8 Stunden Arbeitstag hat, denn die Kleine kriegt grade die ersten Zähne und die Nächte sind Horror.
    Früher hat mein Mann immer gesagt, im Winter, da habe ich mehr Zeit. Mit den Jahren habe ich gelernt, was das wirklich bedeutet: Zeit um auf Versammlungen und Vorträge, also quasi Weiterbildungen, zu gehen, oft abends, wie du beschrieben hast. Zeit im Maschinen zu pflegen und Ställe zu reparieren, Zeit um Bürokram zu erledigen, der schon lange liegengeblieben ist usw. Klar der Acker liegt noch im Winterschlaf aber die Tiere wollen weiterhin versorgt werden und zwar an jedem Tag im Jahr. Ich glaube, wenn ich nicht selbst vom Bauernhof käme, es wäre für mich eine harte Nuss gewesen, das Arbeitspensum zu akzeptieren, vor allem die Hochphasen im Frühjahr, zur Ernte und im Herbst die Aussaat.
    Klar, es gibt auch schöne Seiten am bäuerlichen Familienleben, sonst würde ich es ja nicht mitmachen: Viel Zeit draußen im Feld, tägliche Arbeit mit den Tieren, zu sehen, wenn’s ihnen gut geht und alles gut klappt, gemeinsame Mittagessen, eine kurze Kaffeepause oder Picknick auf dem Acker, um das Mittagessen nicht ausfallen zu lassen. Und wenn’s wirklich mal brennt, ist mein Mann binnen 10 Minuten zu Hause. Das schätze ich wirklich sehr! Aber das mit dem Sofadurchliegen im Winter, das hat noch nie geklappt…

    5+
    • Bauer Willi sagt

      Hallo Eva
      Toll geschrieben. Ja, so ist Landwirtschaft und deshalb sind wir Bauern.
      Bauer Willi

      2+
  4. Markus Frank sagt

    Das schöne am Winter …
    Keiner da der ständig frägt : Chef was Arbeit ?
    Ich kann all das machen was das Jahr über liegen geblieben ist. Mal ganz für mich alleine dahin werkeln. Bäume schneiden , Holz machen , Werkstatt auf Vordermann bringen , Werkstatt wieder durcheinander bringen…
    Revision , Inventur , TÜV , anbauplanung; Versammlungen mit der Frau einkaufen . Ach ja die 2-3 Wochen Jahresurlaub sind auch noch fällig ( urlaubssperre vom 1.3.bis 22.12.)
    Eigentlich geht der Winter viel zu schnell vorbei!!!

    5+
  5. Martin Grube sagt

    Ich kenne auch keinen Winterschlaf…
    Habe allerdings ja Kühe+Nachzucht+Mastbullen+Mastschweine(obwohl die ja gerade nicht, da bauen wir grad ein bisschen um)
    Komme also weder zum Holz, noch dazu meinen 8to zu streichen….
    Aber vielleicht nächstes Jahr dann sind alle Baustellen abgeschlossen.
    Sandras Tagesabläufe kenn ich zu gut. Dann kommt noch ein Vertreter oder sonst was dazwischen und der Plan ist hinfällig. Gerade wenn man Tiere hält ist ein großer Murphy Faktor einzukalkulieren…
    Bin auch nicht mehr in der freiwilligen Feuerwehr, macht halt keiner meine Arbeit, wenn ich auf der A1 Ölspuren abstreue oder BMW Fahrer aus der Leitplanke schneide.
    Wenn´s gut läuft werde ich heute noch Star Wars anschauen.

    Gruß Martin

    1+
  6. Stadtmensch sagt

    Trecker fahren, Holz machen, heizen, musizieren, nur 5h Büroarbeit pro Woche,
    zwischendurch ein Plausch mit der Familie beim Kaffee, Kontakte pflegen….
    Wo ist das Problem? 😉
    Viele Städter müssen ihre Freizeit „nutzen“, um einfach mal Dinge erledigen zu können, die auch zum Leben gehören.
    z.b. Einkaufen, oder mit dem Auto zur HU oder für ein Kaffekränzchen in Familie.

    0
    • Sandra Harms sagt

      Stadtmensch
      da hängen noch ein paar mehr stunden büro mit dran. mein part im büro geht eher in richtung lieferscheine abheften und rechnungen überweisen… den großteil machen mein bruder und meine schwägerin. und heizen klingt vielleicht nach kaminofen und ein wenig romantik, aber wenn du insgesamt 80 kw heizleistung hast, bei ca 500 qm altbau wohnfläche, kannst du dir ja vorstellen wieviele stücke holz du jeden tag anfassen musst…
      Ich weis ja nicht in welchen verhältnissen du lebst, aber bei uns wird noch miteinander gesprochen und wenns geht sitzt man zumindest mittags an einem tisch, mit 10 bzw 11 leuten. mit dem auto zum tüv fahren ist ja auch nicht vergleichbar als wenn ich mit einem trecker und 2 anhängern dahin fahr, dazu kommt, das die berufskollegen auch alle im winter hinfahren, weil sie zeit haben oder sich die nehmen, ist zwar nie langweilig beim tüv, aber man könnte die zeit die man warten muss auch sinnfoller verbringen als mit kollegen zu schwatzen.
      ein problem hab ich nur damit, wenn jemand behauptet, man würde den ganzen winter auf dem sofa liegen. ich denke es ist deutlich zu erkennen das ich mehr wie 40 stunden mache in der woche, und wo der stadtmensch vielleicht in die muckibude nach feierabend geht, sitz ich auf irgendeiner versammlung und arbeite quasi noch…

      0
      • Stadtmensch sagt

        Die Muckibude spar ich mir genau so wie den Tatort. Dafür hab ich Fahrrad und Laufschuhe.
        Heizen muss ich nur den Werkstattofen, wenns was zu basteln gibt (ansonsten Gas-Zentralheizung/Altbau). Die Kinder auf haben vor kurzem auf vielfachen Wunsch 2 Zwergkaninchen geschenkt bekommen. Wat ne Arbeit!! Ein geräumiger Stall musste gebaut werden
        Stroh muss beschafft werden (gar nicht so leicht für Städter).

        0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @ Stadtmensch

      Wenn beim normalen Arbeitnehmer die 35 Stunden, oder auch 40 Stunden um sind, dann kann der Nichtlandwirt die Dinge erledigen, die auch eine Landwirtin erledigen muss. Selbstverständlich muss die Landwirtin die Stunden des Holzmachens für ihre Wohnung abziehen, das musste jetzt mal gesagt werden.

      Da fällt mir ein junger Landwirtsohn ein, der nach seiner Heirat einen „Halbtagsjob“ annahm, von morgens 6 Uhr bis 14 Uhr, 5 Tage in der Woche. Anschließend stand die Arbeit in der Landwirtschaft an, bis zum Einbruch der Dunkelheit an. Nicht wenige meinten, der junge Mann Arbeitet nur halbtags.

      0
      • Stadtmensch sagt

        @Ehemaliger Landwirt:
        Tja – nur die Besten werden Landwirt (hab ich hier irgendwo aufgeschnappt). Oder nur die Harten kommen in den Garten 🙂
        Ich muss aber auch noch bis 18 Uhr Software stricken. Ist auch anstrengend, wenns nicht läuft. Dann noch ab ins REWE (liegt am Fahrradweg). Und dann noch die Hausarbeit – sonst gibts was auf den Deckel vom ebenfalls gehetzten Fräulein. Wenns gut läuft 1,5h zur freien Verfügung pro Tag (z.B. Leseliste),

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Zu mir hat mal eine Frau gesagt, der dümmste unter zwei Brüdern soll die Landwirtschaft übernehmen, der hellere geht in den Steinbruch.

          Selbstverständlich wird in fast jedem Beruf was abverlangt, das ist überhaupt keine Frage.
          Ein Vorteil habe ich, wenn ich in etwa 19 Uhr30 Feierabend habe, dann brauche ich keine Hausarbeit machen.
          Aber jeder so wie er es verdient. 🙂

          0
          • bauerhans sagt

            auf platt kann is das nich:
            der dumme geht hinterm pflug, der schlaue wird pfarrer.

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Na ja,
              ein Bruder als Pfarrer hat auch seine Vorteile, der kann ein Vaterunser beten, falls man es nötig hat. 🙂

              0
      • Sandra Harms sagt

        Ehemaliger landwirt
        ob ich die stunden mit holzspalten nun abziehe oder nicht, es ist arbeit die gemacht werden muss… ich gönn es ja jedem wenn er nur einfach auf 3 drehen muss, und die bude ist warm…

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Bei mir ist im Winter auch Holz angesagt, meistens.
          Heute hatten wir 14 Grad plus, da habe ich den Ölbrenner angeworfen. 🙂

          0
  7. Rufer aus der Wüste sagt

    Da gibt es ein Sprichwort:

    Wann weiss man bei den Bauern das der Winter vorbau ist?

    Wenn die Rauchkammer leergefressen ist
    Das Sofa durchgelegen und die Frau schwanger ist.

    Vielleicht war das frueher mal so.

    0
    • Sandra Harms sagt

      nicht ganz… rufer aus der wüste, der schinken durfte früher nicht eher angeschnitten werden, bevor der kukuck nicht gerufen hat…

      0
  8. bauerhans sagt

    DONNERWETTER,du hast aber verdammt viel zu tun.
    da bin ich ja ein richtiger faulpelz!
    ich hatte am wochenende aufregung,weil totalen stromausfall im stall,den ich ausschliesslich selbst beheben konnte,der elektriker hat nur die anschlüsse verdrahtet.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.