Bauer Willi
Kommentare 135

Fridays for future

Julia und Willy sind Agrarstudenten und Mitglieder bei Fridays for future (FfF). Sie sind die deutschlandweite Anlaufstelle für die Ortsgruppen von FfF, wenn es um das Thema Landwirtschaft geht.

Am 11.3. haben wir zu Dritt eine etwa einstündige Zoom-Konferenz abgehalten, weil ich, angeregt durch einige, sehr konstruktive Konferenzen mit Extinction Rebellion, Kontakt mit FfF aufnehmen wollte, um zu erfahren, wie ihre Meinung und Einstellung zur Landwirtschaft ist.

Um es kurz zu machen: es war ein sehr intensives Gespräch, dass sehr viele Übereinstimmungen erbrachte. Schwerpunkt von Fridays for Future ist der Klimaschutz und so wurden alle Themen angesprochen, die die Landwirtschaft dazu betragen kann. Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Landwirte dass nicht zum Nulltarif machen können und von Politik und Gesellschaft die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen.

Es lohnt sich in jedem Fall, zu den örtlichen Gruppen von Fridays for Future aufzunehmen und sich über gemeinsame Ziele zu unterhalten.

Hier findet ihr die Regionalgruppen: https://fridaysforfuture.de/regionalgruppen/

Und hier ein Video von Fridays for Future zur Landwirtschaft:

 

(Aufrufe 2.324 gesamt, 1 heute)
+3

135 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    https://www.merkur.de/leben/games/pokemon-happy-meal-mcdonalds-2500-euro-minato-zr-90259333.html

    Soooo, sind das nun vegane Tierschützer, die MC Donald vorführen möchten, FfF – Schüler, die auf die Fleischindustrie aufmerksam machen möchten? Oder einfach nur fehlgeleitete Jugendliche, die nicht alle Tassen im Schrank haben?
    Oder ist MC Donald einfach zu blöde? Auf jeden Fall ist hier Nahrung verschwendet worden und Ressourcen vergeudet worden….vor den Augen der Welt, der Politiker und der Eltern. Wer fragt sich jetzt, was schlief läuft?

    0
  2. Ferkelhebamme sagt

    Ich kann die Angst und die Unsicherheit der Jugend verstehen, denn sie sind was Nahrungsmittel und Landwirtschaft angeht schlicht ungebildet. Die Lehrer, die das eigentlich vermitteln sollten, erfahrungsgemäß noch ahnungsloser.
    Dazu kommt, dass die Schüler nicht gelernt haben, Quellen kritisch zu hinterfragen, da wird in Oberstufen-Facharbeiten zum o.g. Thema z.B. fleißig die Albert Schweizer Stiftung zitiert.
    Die Bildungslücke ist inzwischen so immanent, dass ich eigentlich kaum eine Chance sehe, da nochmal die Kurve zu kriegen. Aber wir als Fachleute dürfen keine Chance, mit diesen jungen Leuten zu sprechen, vergeben!

    In diesem Zusammenhang sei das Engagement der Landfrauen erwähnt, Bildung in Sachen Ernährung in die Schulen zu bringen!

    https://www.wllv.de/weiterbildung/fachfrauen-fuer-ernaehrungs-und-verbraucherbildung

    +5
  3. Karl Uffelberger sagt

    Ach, die Freitage sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In naher Zukunft wird jeder Tag ein Freitag sein – freigetestet und freigeimpft, um die eigene “Freizeit“ und “Freiheit“ wieder zu genießen. Das Klima braucht keinen Schutz. Dem Klima genügt es, Ausdruck von Lebewesen zu sein, für die Lebendigkeit bedeutet, sich an jedweden Wandel aus eigenem Vermögen anzupassen. Wir Menschen schneiden diesbezüglich immer schlechter ab.

    +9
  4. Lieschen Müller sagt

    Ich denke trotzdem, dass man mit 20 anders auf die Zukunft blickt als mit 60. Als wir 20 Jahre alt waren, wurde bei Weitem weniger Öl zu Plastik verarbeitet, war der CO2 Gehalt der Atmosphäre noch deutlich niedriger. Der Großteil von Plastik wurde in den letzten 20 Jahren hergestellt. Die jungen Leute können wirklich nichts für die Welt, wie sie ist. Die Weichen wurden gestellt, als wir so alt waren. Aber rückblickend muss man sagen, ich weiß nicht, was ich hätte anders machen können. Die Vorwürfe muss ich mir sicher trotzdem gefallen lassen. Wir lügen uns in die Taschen, wenn wir sagen, der Jugend steht doch alles offen, die können doch alles machen. Vielleicht war unsere Erziehung doch nicht richtig? Vielleicht haben wir den falschen Experten geglaubt?

    +3
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn die FFF Jugend andere kritisieren (wie die Omas), dann sollten die sich vorher auch mal hinterfragen, ob sie nicht auch an der Umwelt mitgewirkt haben und noch mitwirken.

      Wenn ich jetzt den Wertegang unserer Kinder sehe, dann frage ich mich schon, in wie weit wir ihre Zukunft zerstört haben.

      +3
    • Reinhard Seevers sagt

      Ich erinnere mich noch an „Jute statt Plastik“, das ist jetzt auch schon 40 Jahre her. Im Studium haben wir das Fach „Biologisches Bauen“ eingeführt, die Kommilitonen strickten Pullis……also ich mache mir keine Vorwürfe.
      Die Mehrheit wollte keine verdichte Bauweise, sie wollte das Eigenheim mit Garage und Wintergarten, mit Landmann – Grill und Rasentraktor. Erst dann wenn man merkt, dass man Geld nicht essen kann, merkt man, dass etwas falsch gelaufen ist. Das nennt man Lebenserfahrung. Wie sagte einst ein kluger Freund: Jeder hat das Recht auf die eigenen Fehler! Jetzt ist die Frage, ob man mit Vorwürfen eine Zukunft gestalten kann.

      +2
      • Lieschen Müller sagt

        Aber warum haben wir es denn nicht geschafft, den Jutebeutel durchzusetzen?

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          …ich hab meine noch alle….zzgl. der neuen Stofftaschen von REWE. ☝
          Ich weiß nicht, was die anderen damit gemacht haben.

          +2
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Das heißt, sie haben die Beutel nicht genutzt, sonst wären die schon lange kaputt.😒

            +1
            • Reinhard Seevers sagt

              Die kann man flicken, das ist nachhaltig! ☝
              Mein Fahrrad ist auch 40 Jahre alt, ohne Chi Chi, läuft immer noch, wurde auch etliche Male runderneuert….man muss es nur wollen! 😉

              +1
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                bin über 70, nur linkes Knie runderneuert und laufe immer noch, wenn ich nicht gerade am PC sitze.🤣

                +1
                • Karl Timme sagt

                  Laufe gerade wieder, linke Hüfte erneuert.

                  +1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Prima,
                  habe selbst ein Jahr lang zu lange gewartet.

                  +1
                • Karl Timme sagt

                  Diagnose schon seit Herbst 2018.
                  Schmerztherapie Bestrahlung hat 1,5 Jahre vorgehalten,dann Corona, OP im Dez 2020, geht jetzt sehr gut.

                  +1
              • Stadtmensch sagt

                „wurde auch etliche Male runderneuert…“
                Dann kriegt es so einen schönen „used look“. Kannste nich kaufen sowas. Manchmal, wenn es besonders schlimm aussieht, wie jetzt nach dem Winter mit dem vielen Salz auf den Straßen, bin ich fast schon dran den Bestellknopf für ein schickes oPinion bike zu drücken. Aber dann mach ichs trotzdem nicht und freue mich, wie grausam ich mich wieder beschränken konnte. Meist klappt die Runderneuerung ganz gut und diese alljährliche „Sinnkrise“ verfliegt…

                +1
                • Bauer Willi sagt

                  Hab gerade mal nach dem E-Bike geschaut. Stolze Preise…

                  0
    • Obstbäuerin sagt

      Lieschen Müller, ich gebe Ihnen recht, wenn Sie sagen: „Die jungen Leute können wirklich nichts für die Welt, wie sie ist.“ Wir mussten mit dem leben, was unsere Eltern und Großeltern uns hinterlassen haben und so wird sich das fortsetzen. Es ist nur ein Frage des Umgangs mit dem Erbe. Dieses naive Beharren, dass von NGO`s und einigen Parteien noch geschürt wird, auf einer sofortigen Umstellung und Veränderung wird, falls es denn zur Tat kommt, mehr Schaden anrichten als Nutzen. Das können die Kinder nicht wissen und es sollte unsere Aufgabe sein, Ihnen das zu erklären aber da sind Fronten aufgebaut, die schwer zu durchbrechen sind.

      +4
  5. Schade, daß viele gleich dagegen mauern, wenn man hier mal lesen kann, wie der Dialog gesucht wird.

    Alle scheinen sich zu beschweren, daß junge Menschen auf Seiten der Verbraucher kritisch zur Landwirtschaft stehen, was einen letztlich jedoch nicht verwundern sollte nach dem, was das Wachse oder Weiche aus der Landwirtschaft gemacht hat. Wenn die Perspektive in der Landwirtschaft so miserabel ist, daß selbst die Kinder der Landwirte sich umorientieren, dann steckt da was ziemlich tief in der Grütze!

    Da interessieren sich Menschen wenigstens schon mal für Landwirtschaft. Wie viele Verbraucher wollen einfach nur was zu essen auf dem Tisch, ohne sich überhaupt für diejenigen zu interessieren, die dahinterstehen? Die Ignoranz nach dem Motto Essen wächst im Supermarkt würde mir da deutlich mehr Sorgen bereiten.

    Und daß nicht jeder alles weiß, sollten auch Bäuerinnen und Bauern selbst wissen. Tierhalter sind keine Ackerbauern, Konventionell ist nicht Bio, der eine schwört auf hybride/regenerative Landwirtschaft, der andere auf Gentechnik, Pflanzenschutzmittel und Satelliten. Und ich wette, über den Nährstoffhorizont und Stratifizierung (Stichwort pfluglos), daß Phosphat sich in den oberen 10 cm anreichert und schnell bei Regen rausgelöst werden kann etc., darüber haben auch die meisten Praktiker nichts gehört, oder ein bißchen Back to the Roots mit Indikatorpflanzen usw.

    Baut mehr Brücken und redet miteinander. Ja, ist schei*e, wenn man kritisiert wird. Doch wenn dahinter der Gedanke einer zukunftsfähigen Landwirtschaft steht, ist das viel mehr wert als „wachse oder weiche, sieh zu, wo Du bleibst“ – das ist nämlich das, wenn man nichts ändern will am Bestehenden, weil’s ja so gut läuft … 🙁

    Diejenigen, die es kritisieren, wollen wenigstens mit Bäuerinnen und Bauern was verändern und interessieren sich für Landwirtschaft. Auch sind diejenigen sichelrich eher bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch einen Eigenbeitrag zu leisten, indem sie höherpreisige Lebensmittel kaufen statt Billigheimermentalität.

    Daß es denen, die hier auch wieder Achse des Guten teilen, nicht gefällt, wenn jetzt ein Dialog entstünde und die Feindbilder zusammenbrechen, ist mir auch klar …

    Mein Vorschlag: Sprecht mit denen über Zielkonflikte, von denen es viele gibt. Erarbeitet gemeinsam Lösungen. Ein Beispiel: Unberührte Wälder bedeuten mehr Biodiversität, selektive Forstwirtschaft, Holz als Baumaterial, bindet langfristig CO2. Davon gibt es einiges, was man abwägen muß.

    +1
    • Elisabeth Ertl sagt

      „Alle scheinen sich zu beschweren.“ Nein, Herr Suhr, nicht alle. Aber es stimmt, dass das Wachse oder Weiche eine Selektion auf eine gewisse Form von Brutalität gebracht zu haben scheint.
      Nur Ihre Besserwisserei, die Sie da schon wieder verpacken, hilft auch nicht weiter.

      +1
      • Arnold Krämer sagt

        Jetzt zeigt Herr Suhr guten Willen und gute Ansätze (also keine „tausend“ Links) und dann „hauen“ gerade Sie ihm wieder eins drüber. Das ist nicht fair.

        +4
        • Elisabeth Ertl sagt

          Herr Krämer, ich glaube, ich muss da etwas in Ordnung bringen. Wenn ich bei einem anderen Thema hier den Vorwurf der Geistlosigkeit erhoben habe, dann habe ich damit sicher nicht Sie gemeint, den ich auch in diesem Sinn als sehr reflektiert erlebe und schätze.
          Es geht um den Unterschied zwischen intellektuell und geistvoll.
          Mich haben in der Jugend die Tiroler Bergbauern geprägt. Das waren sehr erdige knorrige Menschen, von der Härte der Bedingungen gezeichnet und äußerst erfindungsreich. Peter Anich, der mit seinem Atlas Tyrolensis die exakteste Kartendarstellung des 18. Jahrhunderts schuf, hatte sein Know how als Almhirte in dieser dreidimensionalen Landschaft autodidaktisch erworben. Auch Alois Negrelli, Miterbauer des Sueskanals, stammte aus einem Tiroler Bergdorf, ebenso wie Johann Bertolini, der sich um den Bau der Arlbergbahn verdient machte. Das waren also keine „Romantiker“
          Trotzdem habe ich diese hart arbeitenden Menschen, welche diese diverse Landschaft mit einem beeindruckenden ökologischen Wissen ausgestattet hatte, immer gleichzeitig auch als im weitesten Sinn als spirituell erlebt. Nicht nur Techniker wuchsen aus dieser bäuerlichen Welt heraus, auch Kunsthandwerker und Künstler: Jakob Prandtauer, der das Stift Melk erbaute, der Geigenbauer Jakob Stainer, die Maler Paul Troger, Franz Defregger, …. schließlich Felix Mitterer, der die Kindheit mit seiner Mutter auf der Alm verbrachte und mit der Piefke-Saga zum scharfen Kritiker kapitalistischer Verhältnisse wurde.
          Ich gehe davon aus, dass sich über deutsche Agrarlandschaften Ähnliches berichten ließe.
          Dass sich in der gegenwärtigen Landwirtschaft alles vor allem um schnöde beinharte Wirtschaftlichkeit im finanziellen Sinn zu drehen scheint, ist natürlich nichts anderes als die Kehrseite der „verweichlichten“ urbanen Welt mit jenen Eliten, die Bauer Willi oft geißelt. Die Bauern können einseitig daran nichts ändern, es steht mir daher als Hobbybäurin nicht zu, das zu verurteilen.
          Gut finden muss ich es trotzdem nicht. Die Diskussionen hier finden zweifellos auf einem sehr hohen intellektuellen Niveau im wissenschaftlichen und technischen Sinn statt.
          An gewissen Punkten finde ich sie dennoch geistlos, beispielsweise, wenn es hier an Empathie gegenüber den FfF – Leuten mangelt.

          +1
            • Elisabeth Ertl sagt

              Wie macht man diese Emoticons, Reinhard? Bei mir kommt immer ein Quadrat …

              0
              • Reinhard Seevers sagt

                Wenn du auf die rechte Maustaste drückst, müsste ein Fenster aufgehen, in dem oben die emojies stehen….

                +1
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Ein damit korrespondierender allgemeinsprachlicher Begriff ist Mitgefühl.
            Quelle. Wikipedia

            Sollte die Empathie nicht für beide Seiten gelten?
            Meiner Meinung nach, kann man von Studenten und solche die es werden wollen, verlangen, dass sie die Hintergründe beleuchten, bevor sie sich ein Urteil bilden.

            +1
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Sollten nicht WIR ihnen die Hintergründe beleuchten, wie es Bauer Willi jetzt begonnen hat? Hat offenbar zu emotionaler Betroffenheit geführt.

                  0
                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  wie war das noch gleich mit der Omma und Umweltsau? Wäre jetzt müßig, darüber zu diskutieren, wer, wann, wo empathisch ist oder nicht.
                  Sie dürfen davon ausgehen, dass die Menschen hier, hinter den Fantasienamen und alle übrigen Landwirte und in der Agrarbranche Tätigen, sich immer Zeit nehmen und Fragen, von wem auch immer, beantworten und Zusammenhänge gerne erklären.
                  Es kommt aber immer auf den Ton an.

                  +1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Frau Ertl,

                  noch einmal für sie persönlich.
                  Wenn die Jugendlichen meinen, wir Alte nehmen ihnen die Zukunft, dann sollten die mir auch sagen, was sie meinen. Dann, und nur dann bin ich zu einem Gespräch bereit und dann kann ich denen auch sagen, was wir unter einem vernünftigen Leben, auch ökologisch gesehen, verstehen. Derzeit könnte ich denen zeigen, wie ein ökologisch bewirtschafteter Garten aussieht., könnte ihnen Zitronenfalter, wie die Holzbiene zeigen und ein Bienenhotel, das von Wildbienen angeflogen wird, wie ich es noch nie gesehen habe. Ich gebe aber zu, ein Lob würde meiner Frau zu gestehen. Ich selbst bin für die CO2 freie Heizung zuständig, wie für meine PV Anlagen. Der Transport unseres Gemüses findet auch CO2 neutral statt, durch mich, mit meinen Füßen.

                  Selbstverständlich werde ich auch noch Tipps annehmen, aber Freitags nur auf die Demo zu gehen, wäre doch etwas zu mager.
                  Wie sagte der Direktor eines Gymnasiums in unserer Nähe:
                  Von der Oma sich mit dem SUV von der Schule sich zur Demo fahren lassen, wäre kein Beitrag zum Umweltschutz.

                  +3
          • Karl Timme sagt

            Danke für den Seitenhieb.
            Ja auch aus der deutschen Landwirtschaft sind viele, große Köpfe erwachsen.
            Nicht nur in der Historie sonder auch noch im Heutigen, Gegenwärtigen,
            Wirtschaftlichen Dasein.
            So stammen (als Beisspiel) die heute führenden Rübenroder und -verlader
            Entwicklungen nicht aus einer Ingenieursfeder, sondern eine Entwicklung eines Landwirts:

            https://www.ropa-maschinenbau.de/unternehmen/historie/

            Die Firma Holmar hat dabei den gleichen Ursprung.

            Auch die ersten Biogasanlagen waren Bastel-Ideen eines Bayrischen Landwirts.
            Ein Klassenkamerad, Harm Grobrügge hat diese kopiert und mit einem alten BMW-Motor den ersten Strom (eigenbedarf) in Norddeutschland produziert.
            https://www.biogaschannel.com/de/redner/173/harm-grobrugge/

            Material waren Rückstände aus seiner Brennerei, Landwirtschaft und Gaststätte.

            +1
          • Arnold Krämer sagt

            Die Landwirte, die hier mitdiskutieren oder sogar den Diskurs ein Stück weit bestimmen, haben in den letzten Jahrzehnten sehr viel aufgebaut. Sie sind in gewisser Weise auch „Sieger“ im Verdrängungswettbewerb. Das war er ein Stück weit, (da muss man nicht drumrum reden) in einzelnen Gemeinden mehr, in anderen weniger, weil das unternehmerische Potential, und der Wagemut genauso wie das kreative Potential ,das Sie hier mit vielen, mir unbekannten Namen, beschreiben, eben nicht gleichmäßig im Lande verteilt ist.
            Bei dem, was die Politik heute so anzettelt, gibt es viel zu verlieren, materiell aber vor allem auch an Freiheit, weil alle Forderungen der NGO’s, dazu gehört auch fff, in größere Staatsabhängigkeit münden. Und was der Staat zu leisten vermag, sehen wir gerade.
            Geschwiegen haben die Landwirte viel zu lange, das merken sie jetzt, wo es fast zu spät ist. Und deshalb helfen Empathie und Verständnis nicht weiter.

            Es ist in diesem ganzen Zusammenhang auch hilfreich zwischen Verstehen und Verständnis zu unterscheiden. Verstehen kann ich die jungen Menschen auch. Sie sind materiell (für Nachkriegsjahrgänge unvorstellbar) gesättigt, haben oft eine lausige Bildung erfahren müssen, sind von der german Angst der Eltern und Lehrer geprägt, aber doch noch groß geworden.
            Das Verständnis im Sinne von Einverstandensein muss sich m. E. aber absolut in Grenzen halten, wenn man z. B. erfährt, dass die deutsche Landwirtschaft mit 8% Anteil an den 2% der weltweiten Klimagase einen essenziellen Beitrag zu „Weltrettung“ leisten soll, und das vor allem mit der Abschaffung der Viehhaltung.
            Außerdem: Wie soll ein Land, das wirtschaftlich „heruntergefahren“ wird, die Welt retten? Auf eine solche Vorbildwirkung verzichten andere Länder dieser Erde gern.

            +8
            • Elisabeth Ertl sagt

              Wir diskutieren hier über das obige Video: „Man nimmt das große Problem, teilt es in verschiedene kleine Probleme auf, und löst diese dann nacheinander.“ UNTER ANDEREM ist die Landwirtschaft verantwortlich, aber auch Leidtragende. Sie verantwortet 8%, nicht mehr und nicht weniger. Ein Drittel davon macht die Tierhaltung aus. Der Viehbestand soll VERRINGERT (nicht abgeschafft) werden, aber die Landwirte können diese Entscheidung nicht allein treffen. Der Konsum muss sich verringern. Humusfördernde Anbauweise wirkt gegen den Klimawandel. An Verbesserungsmöglichkeiten wird noch geforscht. Auch Digitalisierung kann ihren Beitrag leisten.
              All das kann einen KLEINEN Teil dazu beitragen, ein großes Problem zu lösen.

              Ich verstehe nicht, warum man auf solche Informationen an andere AktivistInnen nicht mit Verständnis reagieren sollte.

              0
              • Arnold Krämer sagt

                Wir reden nicht nur über den Inhalt des Videos, sondern auch und vor allem über die Autoren und die Hintergründe der Autorenschaft.

                +2
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Man muss gewiss nicht alles gutheißen, was diese jungen Leute so reden, fordern und tun, ebensowenig, wie man alles gutheißen muss, was die 68er seinerzeit so getrieben haben.
                  Aber gerade Willis Bericht und das Video gehören zu den sympathischen unterstützenswerten Seiten der Bewegung, finde ich.

                  0
              • Brötchen sagt

                Frau Ertl……bezogen auf nh3 werden höhere Anteile genannt und die sollen substanziell verringert werden.

                Diese werden sich aber erhöhen, mit einer Umstellung der Tierhaltung nach jetzigen Stand der Technik!

                +2
              • Reinhard Seevers sagt

                Elisabeth, ich vergleiche die Diskussion mal mit dem Verhalten eines Menschen. Der Mensch ist krank, er raucht, er trinkt, er bewegt sich nicht, er hat Stress, er isst nur Ungesundes und er liest zu viel schlechte Lektüre.
                Nun wird ihm empfohlen den Anteil der schlechten Lektüre um 50% zu verringern…..ob das der Grund für seine Krankheit und die Lösung dafür sein kann? Ich glaube eher nicht….dennoch meinen viele, es sei der Hauptgrund.

                +3
    • Arnold Krämer sagt

      Herr Suhr, wenn Sie noch das „Wachse oder Weiche“ aus Ihrem Argumentationsrepertoire streichen würden, wären wir noch ein Stück weiter. Es ist in Westdeutschland längst ein „Weiche und Wachse“ geworden, mit all den Problemen, die der dann notwendige Übergang zur Fremdarbeitsverfassung in den Familienbetrieben mit sich bringt.
      Das frühere „Wachsen oder Weichen“ war unumgänglich, denn wer sich dem technischen Fortschritt verweigert hat (typisches Beispiel ist der Anbindestallbetrieb in bayerischen Dorflagen), der wird heute endgültig durch die Tierschützer, die Molkereien und den Einzelhandel platt gemacht.

      +3
      • Elisabeth Ertl sagt

        Naja, nicht alle Kleinbetriebe arbeiten gegen die Interessen der Natur- und Tierschützer.

        0
    • Paulus sagt

      @Suhr, unberührte Wälder kannst du haben, allerdings wird es nicht so laufen wie du es dir vorstellst. In NRW gibt es so genannte Naturwaldzellen, das ist ein schönes und wichtiges Experiment. Ausgerechnet der Fiskus kann nach nunmehr 50-jähriger Beobachtung mit den Ergebnissen nichts anfangen.
      Etwas überzogen könnte man auch sagen, überlasst die Felder der Natur. Ernteerfolg ist nun wirklich Denken von Vorgestern. Davon sollten wir uns, im Sinne der Linken, endlich mal befreien.

      +3
  6. Obstbäuerin sagt

    Ich habe den Kontakt gesucht und habe an einem runden Tisch von Parents ff teilgenommen. Von etwa 30 Interessierten, darunter auch drei Jugendliche, waren 28 voll auf der Paniklinie. Alle Schmetterlinge sterben, Bienen sowieso, Boden verseucht, Brunnen vergiftet – CO² muss radikal reduziert werden, sonst sind wir demnächst alle tot. Meine Versuche, den drei Kindern anhand unserer guten regionalen Gegebenheiten eine Perspektive aufzuzeigen, scheiterte sowohl an den Parents als auch an ihnen selbst. Mein Angebot, sich die Kulturlandschaft und vorhandene Flora und Fauna anzusehen, stieß auf Ablehnung. Alle Beiträge, die ein düsteres Bild zeigten, wurden mit viel Freude aufgenommen.

    +11
    • firedragon sagt

      „Meine“ Erdbienen sind seit gestern unterwegs und heute morgen hat mich eine Holzbiene im Stall besucht, sind alle sehr lebendig. Schmetterlinge übrigens auch …

      +2
      • Obstbäuerin sagt

        Bei uns auch, wie letztes Jahr zuerst die mit der Grubenlampe (die Männchen).

        +2
    • Brötchen sagt

      der Artikel hier trifft es ganz gut….https://www.achgut.com/artikel/die_angst_der_herdentiere_
      aber nur für Leute, die Neurechte Propaganda vertragen 😉

      Wir haben hier in D. ein Angstphobie sonders gleichen…..

      „Goethe und Schiller sind Tod und mir ist auch schon ganz schlecht.“

      Wegen Corona sollen wir uns alle bis Weihnachten im Keller verkriechen..

      Weltsprüchetag,….

      +3
    • Inga sagt

      Na klar,
      es dient dazu das Ego aufzupolieren,
      deswegen wollen die keine Aufklärung!

      Des wegen die Freude an düsteren Bilder.

      Richten die nicht mehr Schaden als Gutes an?

      0
      • Elisabeth Ertl sagt

        Aber die Freude an düsteren Bildern zeigt sich doch auch hier im Forum auf Bauernseite, Inga!

        0
  7. Mark sagt

    „I want you to panic… “ ist die Hauptbotschaft von Greta und fff trägt dies mit großem Eifer weiter. Um glaubwürdig zu wirken, versetzen sie sich dabei zu allererst selbst in Panik, was an dem übertriebenen Betroffenheitsgehabe deutlich erkennbar ist. Panik war jedoch noch nie ein guter Ratgeber, sondern im Gegenteil, sie blockiert den Blick aufs wesentliche. Um die Panik zu steigern, werden weitere Pseudoprobleme in den Klimapaniktopf geworfen und kräftig umgerührt. Und in der Tat, dieses Gebräu verfehlt die Wirkung nicht. Hinzu kommt, dass gewisse Teile der Gesellschaft (Politik,NGO´´s etc) und Teile der Wirtschaft und an fatalsten Teile der Wissenschaft von einer solchen panikbedingten Entwicklung profitieren, mithin das ihrige dafür tun dass der Paniklevel stabil bzw. steigend verläuft. fff wird eben auch ganz gezielt von gewissen Playern in diesem Spiel missbraucht. Das dramatische an der derzeitigen Situation ist, dass dieses Spiel schon so weit fortgeschritten ist, dass es kaum mehr umkehrbar ist. Es scheint nicht mehr möglich, die Panik raus zu nehmen und die Vernunft wieder ins Spiel zu bringen. Derjennige, der dies auch nur ansatzweisse versucht wird sofort als Leugner niedergemacht.

    +14
    • Thomas Apfel sagt

      Was ich eben erst gelesen habe: die Autoren des Films sind ja Agrarstudenten. Da würde mich mal interessieren in welchem Studienjahr und an welcher UNI. Aus diesem Blickwinkel ist die Bildauswahl verständlich, das Grundwissen über Zusammenhänge aber erschreckend flach.

      +1
      • firedragon sagt

        Man muss ja schauen, für welches Publikum dieses Video gedacht ist.
        Ich denke, es soll damit eine junge außerlandwirtschaftliche Generation angesprochen werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Info im zweiten Teil erst einmal ausreichend, was LW machen kann, um die eigene Ernte möglichst sicher einfahren zu können – aber das wissen die Betriebsinhaber auf ihren jeweiligen Standorten!
        Was mich natürlich immer etwas ratlos dastehen lässt, die Zahlen. Dt. LW 8% CO2 und LW von jetzt auf gleich die Welt retten muss …

        Und ja, LW muß mit der jungen Generation reden und muss Zusammenhänge erklären, wie will man denn sonst erreichen, dass sie ihre Forderungen auf Umsetzbarkeit hin prüfen und sich über Folgen von Forderungen im Klaren zu sein.

        Kommt immer mal wieder hier und hat Brötchen auch wieder geschrieben – raus in die Praxis mit denen … Theorie ist einfach … Praxis ist anders.

        +1
      • Christian Bothe sagt

        Das würde mich auch interessieren! FFF? Nix weiter wie protestierende Jugendliche(ohne Abschluss und erbrachten Leistungen für unsere Gesellschaft)und ohne Realitätsbezug! Das sich LW Studierende in so einem Verein engagieren…Wie wollen die mal praktische LW betreiben? Schade um die Studienplätze…

        +1
  8. Elisabeth Ertl sagt

    Berichtest du auch einmal über die Konferenzen mit Extinction Rebellion?

    0
    • Bauer Willi sagt

      Das ist schnell erzählt: Das Wissen dieser Gruppierung über Landwirtschaft ist nur rudimentär. Wir haben uns über die zahlreichen Zielkonflikte unterhalten, wobei diese vielen nicht bewusst waren. Beispiele: Weidehaltung und Wolf, Minimalbodenberarbeitung und Glyphosatverbot, Verbot der Anbindehaltung und Verschwinden der Tierhaltung in diesen Regionen. Schließlich die Bedeutung der Konsumenten bei dem Erreichen von Zielen. Über Massentierhaltung schimpfen ist das Eine, 2% Marktanteil von Bio-Fleisch passt aber nicht dazu. Da war auf der anderen Seite auch eine gewissen Betroffenheit zu spüren. Und Verständnis für die Landwirte.

      +3
      • Arnold Krämer sagt

        Dumme Menschen sind verführbar. Die Studierfähigkeit vieler Abiturienten ist seit vielen Jahren schon nicht mehr gegeben. Wo soll die ganze Intelligenz denn auch auf einmal herkommen. Abiquote insbesondere in den Stadtstaaten weit über 50 %.

        +4
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Was in den Nordländern Deutschlands beim Abi verlangt wird, ist Realschulniveau in BW und Bayern.

          +3
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Beim Studiengang unseres jüngsten Sohnes, haben sich 80 % während des Studiums verabschiedet, ob die verbliebenen 20 % alle aus BW und Bayern stammten, ist nicht überliefert.😊

              0
              • Reinhard Seevers sagt

                Ist bei meinem Jüngsten genauso….er gehört als Niedersachse zu den 20% Verbliebenen….ok, liegt sicher daran, dass sich die Uni nicht in BW oder Bayer befindet.😉

                0
          • Reinhard Seevers sagt

            Ehemaliger, früher hieß es auch: Ein guter Zimmermann ersetzt zwei Maurer…das stimmt natürlich! 😁

            0
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Ein Zentimeter ist kein Maaß, sprechen die Mauerer, sehr zum Ärger der Zimmermänner.

              0
      • Elisabeth Ertl sagt

        Danke für deine Aufklärung, Willi! Ich glaube, das Geheimnis ist eine wertschätzende menschliche Haltung, die Dir eben eigen ist. Diese jungen Leute sind ja jetzt nicht böse, sie wollen im Kern das Richtige, wissen aber nichts oder sind falsch informiert. Und mit dieser menschenfreundlichen Sachlichkeit hat man sehr wohl eine Chance, das ist auch meine Erfahrung.

        0
        • Karl Timme sagt

          Elisabeth Ertl,
          es ist die Richtung, in der der Strom fließt.
          Gegen den Strom zu schwimmen ist sehr schwierig. Das Ergebnis könnte ein Einzelgänger sein.
          Eine sachliche Auseinandersetzung kann durchaus zu Einsichten führen. Fraglich wie lange diese Einsichten.

          0
  9. Reinhard Seevers sagt

    Ich habe ja auch nicht den Bauer Willi persönlich angesprochen, was die Allianz angeht, sondern allgemein gemeint.
    Es hat gar keinen Zweck mit denen zu reden, weil die Redepartner schon feststehen. Es sind die, die auf die Emissionsproblematik die kausale Folge aufsatteln die da heißt: „…zusätzlich zu den von den Tieren emitierten Gasen kommt noch das zuviel an Nitrat, die falsche tierquälerische Tierhaltung, das Artensterben, die Verarmung der Kulturlandschaft….usw.“
    Die Emissionen sind nicht genug, deshalb wird das aufgesattelt, was dem Ganzen dann den „richtigen“ Anstrich verpasst….muss man nicht glauben, wird aber so kommen in den Diskussionen.
    Ich überhöhe das Video auch nicht, genauso wenig, wie ich das Firmenportrait von gestern erniedrigt habe, finde ich. Es ist doch nichts persönliches, es ist lediglich ein klitzekleines Teilchen einer Gesamtbetrachtung.

    +8
    • Brötchen sagt

      Reinhard, ich bin Deiner Meinung!

      Das holt man nicht mehr ein, die müssen das ganz einfach spüren…welche Auswirkungen Ihr Verrennen hat.

      +4
      • Bauer Willi sagt

        @Seevers @Brötchen
        wenn das wirklich eure Meinung ist, kann ich den Blog einstellen. „Bringt doch alles nichts“.
        Ich mach trotzdem weiter.

        +5
        • Reinhard Seevers sagt

          Das meine ich mit persönlich nehmen….es geht doch nicht darum, was Bauer Willi einstellt oder nicht. Es geht mir darum festzustellen, für mich, dass die Diskussion immer die gleiche Richtung nehmen wird und am Ende eben nichts weiter kommt.

          Hier mal ein podcast-Beitrag, den ich gut finde, was die Diskussion betrifft, ganz ohne Fleischbashing, aber voll mit Widersprüchen. Man kann aber die Sicht der jungen Generation gut erkennen finde ich:
          https://www.swr.de/swraktuell/radio/klimazentrale-podcast-100.html

          9.4.2020
          KLIMAFORSCHERIN DR. OTTO – „DAS PROBLEM SIND NICHT UNSERE URLAUBSREISEN“
          „Es geht nicht um unsere individuellen Handlungen. Wir müssen unser System so ändern, dass es nicht mehr auf fossilen Brennstoffen besteht!“, sagt Dr. Friederike Otto. Die Klimaforscherin & Philosophin ist in dieser Folge zu Gast bei Werner & Tobi und die drei diskutieren über Fragen wie: Nehmen wir den Klimawandel nicht ernst genug? Warum fällt es vielen von uns so schwer, die Gefahren des Klimawandels zu erkennen? Glaubt sie, dass wir die Klimakrise noch stoppen können? Wo müssen wir anpacken? Findet durch die Corona-Krise eventuell auch ein Umdenken in Sachen Umwelt & Klima statt?

          +3
          • Brötchen sagt

            Jau Reinhard, richtig!

            Es geht ja nur darum eine Analyse der Situation vorzunehmen und zu diskutieren.
            Deswegen kann man ja trotzdem seinen Weg weiter gehen.
            Ab und an mal stehen zu bleiben und nach dem Weg zu gucken, kann ja trotzdem nicht schaden.

            Manch einer ist eben mehr begeisterungsfähig als ein anderer.

            +1
            • Reinhard Seevers sagt

              Ändert sich doch täglich alles Elisabeth….die meisten halten das schon nicht mehr aus.
              Ich glaube, dass die Mehrheit nichts ändern will, aber alles anders haben möchte.

              +1
        • Arnold Krämer sagt

          Ein Fehler des Agrarsektors war es jahrzehntelang zu den vielen Vorwürfen bezüglich der Produktion (Tierhaltung, Ackerbau) geschwiegen zu haben, natürlich auch aus dem Wissen heraus, dass manches nicht i. O. war. Deshalb ist es um so wichtiger, jetzt bei dem neuen „Modethema“ Klima dagegen zu halten.

          +1
    • Elisabeth Ertl sagt

      Es ist sehr wohl eine Verantwortung der älteren Generation, mit der Jugend zu reden, um sie vor dem Verrennen zu bewahren. Nur wird man eine wertschätzende Grundhaltung ihnen gegenüber brauchen, ein Verständnis dafür, dass ihre grundlegenden Sorgen berechtigt sind.

      Das sind ja keine versteinerten Uralt-NGO – Vertreter wie beim WWF, denen es neben dem Erhalt der Spendenprivilegien am Ende um Geldscheffeln aus dem Öko- und Jagdtourismus geht.

      +1
      • Obstbäuerin sagt

        Aus diesen Reihen rekrutieren sich aber die neuen Mitglieder von Nabu, Bund und Co. und das nicht ganz zufällig. FFF ist doch nicht aus sich selbst entstanden, da haben die NGO´S und auch die veganen Strömungen wesentlich dran mitgearbeitet.

        +5
        • Brötchen sagt

          Guter Hinweis!

          Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

          (weil ja Weltsprüchetag ist ;))

          +1
        • Elisabeth Ertl sagt

          Wer die jetzt rekrutiert, hängt davon ab, wer sich um sie bemüht. Da haben Anhänger eines Urs Niggli mindestens die gleichen Chance wie NABU & Co.

          0
  10. Reinhard Seevers.

    Dein Vorschlag ist wirklich gut, und ich bin ganz deiner Meinung. Wenn CO2-Reduktion, dann geht das nur mit allen zusammen bis in den letzten Winkel der Privatpersonen. Ich bin sehr gespannt, was passiert, wenn die, die bisher immer nur auf andere zeigen, erkennen müssen, dass sie selbst nicht besser sind. Der Tag, an dem die Ideologen von den eigenen Träumen überraschend und unerwartet von hinten überrollt werden ist nicht mehr fern.

    +9
    • Elisabeth Ertl sagt

      Im Film wird aber die Landwirtschaft genau in diesen Rahmen gestellt. Das heißt, ich nehme an, dass es auch Filme über alle anderen Bereiche geben wird. Und sogar in diesem Film wird angesprochen, dass der Konsument eine Mitverantwortung hat.

      +1
      • Reinhard Seevers sagt

        Ja Elisabth, das ist doch die altbekannte Rethorik. Man betont, dass der Einzelne eine Mitverantwortung hat, dass er ein Rad im großen Getriebe ist, dass auch er einen kleinen Beitrag leisten kann…z.B. in dem er auf das tägliche Fleischessen verzichtet oder weniger Milchprodukte kauft. Und schon sind wir wieder drin in der Kausalitätskette, dann satteln wir noch schnell die altbekannten anderen Attribute drauf und fertig ist die Schuldfrage. Nee Elisabeth, für mich ist das Thema durch.
        Dann schaltetst du den Fernseher an und siehst die neuste Werbung über das Hightec E-Bike oder die neuste Asambeauty-Kosmetik….

        +4
        • Brötchen sagt

          jau und dann wird die nächste Weltreise geplant, da jettet man schnell mal nach Rom, da rennt man zu Primemark und kauft sich ne Tüte Klamotten, der halbe Schrank geht in die Mülltonne usw….

          Der Schuldige ist ausgemacht, es ist der Landwirt…..

          +5
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Herr Brötchen,

            meine Flugreise, mein Schottergarten, meine Fahrt in den Nationalpark, das ist doch unbedeutend, gegen das was die Landwirtschaft an CO2produziert.

            Genau dieser Ansicht sind gegen 100 % der Bevölkerung, die interessiert nicht, dass gerade die Masse den Beitrag leisten muss und wenn wir mal ehrlich sind, jeder kann dazu einem kleinen Beitrag leisten, ohne dass man sich besonders einschränken muss.

            +2
        • Die Tendenz zu weniger Fleisch- und Milcherzeugung ist schon eingeläutet.
          Für Milch aus ganzjähriger Anbindehaltung wird künftig deutlich weniger bezahlt, weil die Akzeptanz für diese Haltung schwindet und weil die Milch separat erfasst werden muss. Wenn an der normalen, konventionellen Milch schon nichts verdient wird, dann ist es betriebswirtschaftlich ein Unding, im Anbindestall ohne Weidegang noch Milch zu erzeugen. Die ach so coolen Soja- und Hafer- Milchdrinks verdrängen zusätzlich Kuhmilch. Ob sich die bäuerliche Jugend auf Stallbaukosten von 17.000 Euro pro Stallplatz einlässt, ist zudem fraglich.
          Bei der ganzen Diskussion, wie schädlich doch die Tierhaltung sei gibt es auch zu bedenken, was wir Landwirte mit unserem Grünland anfangen sollen, sofern es nicht mehr über den Pansen eines Rindes veredelt wird. Die Alternative Biogas unterliegt seit den neuesten Beschlüssen auch einer fragwürdigen Rentabilität.
          Das Umbruchverbot von Grünland verhindert einen Anbau von Ackerkulturen und Gemüse, sofern dies klimatisch überhaupt möglich ist.
          Ich glaube, ich lese mir den Beitrag von @Willi nochmal durch mit den Freiflächen PV Anlagen. Dazu kaufe ich mir ein Mulchgerät und einen Hara- Wischer und poliere dann bei Sonnenschein meine Module.
          Dann können mich die ganzen selbsterklärten Tierschützer, Düngeexperten, Bauernmilliarde-Verteiler und sonstige Dreinreder so was von gerne haben….

          +5
          • Thomas Apfel sagt

            Franz Kinker,
            Das kam mir Gestern auch in den Sinn. Ich hab den Solaris in Berlin schon mal ne Mail geschickt, dass wir uns hier vorOrt treffen. Wird dann meine Alterssicherung – die Pflege der Anlage.

            +2
              • Brötchen sagt

                2 Kunden, die geldgierig wieder ne Fläche der Solarstrommafia in den Rachen werfen 😉

                +1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Die 2 gehören dann auch zur Solarmafia, wie jeder der ein paar Module auf dem Dach hat.

                  +1
                • Brötchen sagt

                  Herr Schnapsbrenner!

                  Genau! 🙂

                  Verräter 😉

                  Die verkaufen noch ihre Schwiegermutter, für ein lächerliches Solarpanel, was kleine chinesische Kinderhände am Sonntag auf dem Fahrrad zum Hafen bringen 😉

                  +2
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Herr brötchen,
                  in diese schwierigen zeit, muss man was gegen dieses Virus tun.
                  Mit einem hochprozentigen kann man auch von innen, desinfizieren, deshalb leiste ich eine hohen Beitrag zur Volksgesundheit.

                  +4
                • Brötchen sagt

                  Sehr geehrter Herr Schwarzbrenner!

                  Ich schlage Sie für den Orden „Held der sozialistischen Arbeit“und für ein Bild vor der Truppenfahne vor!

                  Herzliche Grüße!

                  +1
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Herr Brötchen,
                  den Schwarzbrenner verbitte ich mir,
                  aus der Brennblase kam noch nie schwarzer Alkohol heraus, nicht einmal bei Kirschen.

                  +3
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Total vergessen, den Orden, kann man den an die Brust heften, oder soll ich den Gefrierfleischorden meines Vaters nehmen?

                  0
        • Elisabeth Ertl sagt

          Diese Fernsehwerbung zielt eben auf jene Jugend, die sich nicht bei FfF engagiert. Und wir sollten wissen, auf welche Seite wir uns stellen wollen, welche wir stärken wollen.
          Ich versteh nicht, was es bringt, Reinhard, jedes zarte Pflänzchen der Hoffnung gleich wieder mit einem verbalen Giftkübel zuzuschütten.

          0
  11. Reinhard Seevers sagt

    Echt jetzt….der junge Mann sagt in einem Satz, dass der Anteil der Landwirtschaft an CO² -Emissionen in Deutschland 8% beträgt, und anschließend ergießt er sich in detaillierte Lösungsvorschläge für dieses marginale Problem? Das soll wohl eine Expertise suggerieren oder wie? Ich finde, dass die Lügen über das Methan und CO² aus der Rinderhaltung endlich aufgelöst gehören und man sich von den Leuten nicht weiterhin solch einen Unsinn vorhalten muss. Der Ablasshandel funktioniert auch hier: weniger Fleisch und Milchprodukte!
    Wenn man alle Bereiche der Gesellschaft herausfiltert, die nicht zum Erhalt des Lebens beitragen, dann wird es eng für 80% der Handlungen, …..ich würde mit denen keine Allianz eingehen wollen, die schießen sich wiederum auf die Tierhaltung ein und erhöhen die Marginalität zum Hauptproblem.
    Wann kommt endlich der persönliche CO² – Nachweis mit Klassifizierung und Veröffentlichung des größten Verursachers? Wer seine CO² – Emissionen erreicht hat, darf weder Strom, noch andere Energieträger nutzen oder Lebensmittel einkaufen, nicht duschen und kein Auto waschen, nicht im Internet surfen und kein weiteres Paar Schuhe kaufen….DAS wäre ehrlich, nachhaltig und effektiv. Ob das wohl Augen öffnen würde?

    +15
    • Bauer Willi sagt

      „Ich würde mit denen keine Allianz eingehen wollen“. Wer redet denn davon? Ich habe auch nicht vor, mit Extinction Rebellion eine Allianz eingehen zu wollen.

      Was passiert denn, wenn niemand, der halbwegs Ahnung hat, mit diesen gesellschaftlichen Gruppen redet? Denken Sie da einmal drüber nach.

      Und noch mal: die Gespräche waren konstruktiv, am fehlenden Wissen lässt sich arbeiten. Und überhöhen Sie das Video nicht, Sie und ich hätten die Schwerpunkte sicher anders gesetzt.

      +7
    • Thomas Apfel sagt

      Dazu gelernt haben Die aber: Es werden keine mittelalterlichen Kleinbetriebe und Bio-Idylle gezeigt.
      Auch die gezeigte Technik ist auf dem Stand der Zeit (ausgenommen die „Gülleschleuder“, die immer genutz wird um den Eindruck „Gülle gleich Dreck“ zu vertiefen). Mein Eindruck ist, dass diese Generation durch das Zuballern mit einseitigen „Fakten“ nicht mehr in der Lage ist komplexe Dinge neutral zu betrachten und erfassen. Die haben tatsächlich die blanke Angst vor der Zukunft. Dazu kommt, dass jeder Zweifel der eventuell angemeldet wird mit Tabu und damit verbundener Ausgrenzung verkoppelt ist (Klimaleugner = Querdenker = Querulant = Rechtsradilaler). Das ist ein außerordentlich starker Disziplinierungsmechanismus.
      Reinhardt, auch wenn ich das ähnlich sehe, was die Tierhaltung betrifft, ist die einzige Möglichkeit an diese Generation heranzukommen, das Gespräch suchen wo immer es geht. Auch von der Seite der Landwirtschaft ist die Einstellung: „die sind doch alle dämlich und haben von keinem Zusammenhang eine Ahnung“ eine Ausgrenzungskeule, die vor allem uns schadet. Die Generation ist vor allem eins: „technikaffin“ – und das müssen wir nutzen.

      +4
      • Reinhard Seevers sagt

        Thomas, ich denke, das die Gesprächsführung zwischen den jungen Leuten verlaufen muss, zwischen denen, die sich auf Augenhöhe gegenüberstehen. Wir sind da sowieso raus, wir sind die Generation, der das Desaster zugesprochen wird.
        Ich würde die Auseinandersetzung den Jungen überlassen, ich persönlich mische mich da nicht ein….bis auf diese Einmischung hier im Treffpunkt der Altgedienten. 😎

        +1
          • Reinhard Seevers sagt

            Was soll er bewiesen haben? Dass junge Leute mit alten sprechen? Das ist doch wenig ungewöhnlich oder?
            Es schmälert ja nicht den guten Willen und den Einsatz von Bauer Willi. Am Ende steht immer die Frage: „……und, was bringt das?“

            +1
            • Bauer Willi sagt

              Das klingt für mich wie: „Lass den Trottel mal laufen, er wird schon merken, dass das nichts bringt“.

              Ich halte es da mit @Thomas Apfel: das „Zuballern“ mit Fakten (von denen wir meinen, dass es die richtigen sind!) bringt gar nichts.

              Und was mir auch gefällt: „Von der Seite der Landwirtschaft ist die Einstellung: „die sind doch alle dämlich und haben von keinem Zusammenhang eine Ahnung“ eine Ausgrenzungskeule, die vor allem uns schadet.“

              +1
              • Brötchen sagt

                Willi am meisten würde man erreichen, wenn man eine Woche Praktika o.ä. anbietet.

                Auch Redakteuren und Moderatoren der Medien würde das mal gut tun.

                Unserer Bunzelkanzelerin sowieso….

                +3
                • Brötchen sagt

                  Es gibt da einen Spruch: “ das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht“

                  So meint der Reinhard das höchst wahrscheinlich.

                  +3
                • Reinhard Seevers sagt

                  Auf jeden Fall meine ich es nicht so persönlich, wie Willi es empfindet.
                  Es geht um die Sache, nicht um die Person, die die Sache eingestellt hat!
                  Und die Ausgrenzungskeule gibt es bereits seit über 40 Jahren und länger, wenn nicht schon immer. Das hab ich ja sogar als Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer täglich aufs Brot geschmiert bekommen, von den „Praktikern“, dass die Sesselfurzer sowieso keine Ahnung hätten…das ist agrarische Normalität, das muss man im Blut haben! 😛

                  +3
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich glaube auch, dass Praktika sehr hilfreich wären. Aber auch die setzen voraus, dass man den Leuten die Ungeschicklichkeit, Unerfahrenheit und geringe körperliche Leistungsfähigkeit, die viele von ihnen wahrscheinlich mitbringen, nicht gleich zum Vorwurf macht, sondern geduldig an sie glaubt, sie freundlich, aber mit aller gebotenen Strenge an die Realität heranführt. Ohne positive Grundhaltung ihnen gegenüber wird man das Gegenteil erreichen.
                  Und leider gibt es nur wenige Bauern, die diesen pädagogischen Eros mitbringen. Man sollte sich bei solchen Praktika aber auf diese talentierten Lehrherren beschränken.

                  0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Ja, geil, der eine macht ein Praktikum bei einem 5000ha Ackerbau -Betrieb in der Magdeburger Börde und der andere auf einem Bergbauernhof mit Alpakahaltung und Käserei. Danach sind beide kompetente Mitstreiter bei der Diskussion um den richtigen Weg der Landwirtschaft.

                  Mahlzeit!

                  +3
                • Brötchen sagt

                  Elisabeth,
                  es geht nur im eigene Erfahrung!
                  Nicht um Pädagogik

                  Mal so richtig Scheiße ins Auge und so richtig Dreck geschluckt beim Stallfegen.
                  Eine Kuh steht mal auf dem Fuss, oder drückt einen ein wenig an die Wand. Mal den Schwanz um die Ohren bekommen.

                  Fünf Karren Mist aus dem Stall gefahren, gleichzeitig macht draußen der Habicht Harakiri mit der Lieblingshenne.
                  Die Hähne haben sich auch wieder in der Wolle usw…..

                  Mal so richtig bei voller Sonne Staub und Dreck auf dem Acker geschluckt…..

                  Früher im Sozialismus im Paradies gab es extra Leute die pädagogisch geschult waren, die haben sie um die Jugendlichen gekümmert……heute gibt es die nicht mehr. Heute werden die verwaltet!

                  +3
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Sie verstehen auch nicht alles, Brötchen.
                  Die entscheidende Frage ist:
                  Freu ich mich schon drauf, wie diesem Trottel die Scheiße ins Auge fliegt, um ihm einmal so richtig zu zeigen, was für ein Weichei er ist?
                  Oder tu ich menschenfreundlich alles, um solche Dinge zu vermeiden, und lasse ihn die Erfahrung machen, dass das nicht möglich ist, und man auch eine gewisse Härte braucht.

                  0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, ich glaube Brötchen meint, dass man es erleben muss, was es heißt Landwirtschaft zu kennen, nicht erfahren im Sinne von beigebracht bekommen.
                  Die Grenzen des Körpers zu erleben, um zu erkennen, was Technik bedeutet, die diese Arbeit erleichtert. Unangenehme Gerüche zu ertragen, und dennoch die Tiere zu pflegen und zu füttern, auch Sonntagsabend.
                  Die Wetterextreme zu erfahren, auch wenn man gerne ins Schwimmbad gehen würde. Die Schwielen auszuhalten, auch wenn man doch lieber dem Pädagogen an den Hals gehen würde…..einfach alles, was früher „normal“ war zu erkennen, und auch zu sehen, warum daraus das geworden ist, was es ist. Arbeit fürs Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu reicht ein Praktikum nicht. Entweder man ist da reingewachsen oder man macht mind. eine Lehre.

                  +6
                • Brötchen sagt

                  Genauso Reinhard mein ich das.

                  Ich habe ja auch so meine Ideale und Ideen und dann geh ich in den Stall und dann kann sich manches ganz schnell relativieren.

                  Sie könnten dann ihre Ideale an der Realität messen.

                  Sie würden auch nur die Arbeit machen, die ich auch mache.
                  Ich denke, das schaffen die auch.

                  Es geht nur um die Erfahrung und dem Abgleich im Kopf, ist das was ich „fordere“, realistisch, kann das der Landwirt umsetzen und was bedeutet das für ihn.
                  Das ganze ist sowieso nicht durchführbar.

                  Eben nur ne Idee.

                  Aus meiner eigenen Erkenntnis, der Mensch lernt nur durch eigene praktische Erfahrung und nicht durch vermitteltes abstraktes Wissen allein.
                  Das kann er zwar speichern, gefestigt und akzeptiert, wird es nur durch einen Abgleich mit der eigenen Erfahrung.

                  Vieles ist ja sehr widersprüchlich und folgt Kompromissen, die nicht immer angenehm sind.

                  +2
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Gebe dir recht, Reinhard, mit dem Erleben. Nur irgendwer muss ja die Gelegenheit bieten.
                  Und ich glaube schon, dass ein Praktikum besser ist als nichts. Im Sinne des Indianerspruches „Lass mich nicht über einen Menschen urteilen, ehe ich ein paar Tage in seinen Mokassins gelaufen bin.“
                  Ich war im Herbst ein paar Tage bei Christian Bachler auf Urlaub. Da war eine Praktikantin da, eine Lehrerin, die das für eine Zusatzausbildung brauchte. Die musste gleich beim Hühnerschlachten dabei sein, weil das zufällig an diesem Tag anstand. Christian war klar, was er ihr zumutete, und er gestand ihr gegenüber auch ein, welche eine Herausforderung von Null auf Hundert das ist, er hatte Verständnis, aber man kann dem Menschen die Realität halt nicht ersparen.
                  Das hat ihr Weltbild gehörig durcheinandergewirbelt, sie war ganz fertig. Ich hab mir ein wenig Zeit genommen für sie. Für mich war das mit dem Schlachten von Lämmern als Hobbybäurin ja auch ein innerer Prozess. Ich hab ihr erklärt, dass man halt an den eigenen Tod erinnert wird, weil jedes Leben irgendwann irgendwie endet. Man muss halt in diesem Fall bereit sein, die Verantwortung zu übernehmen.
                  Als sie nach ein paar Tagen wieder heimfuhr, hat sie Christians Mutter gegenüber bekannt, dass sie noch nie in ihrem Leben in so kurzer Zeit so viel gelernt hat.

                  0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Ja Elisabeth, das ist alles richtig. Aber wäre die Dame zu den gleichen Erkenntnissen gelangt, wenn sie auf einem 5000ha Ackerbaubetrieb gegangen wäre? Welche Erfahrung sollte Sie denn machen, damit sie eine Kompetenz erlangt, die ihr ein Urteil erlaubt über „DIE Landwirtschaft“. Sie hat etwas über sich gelernt, das ist in meinen Augen eher ein Psychologisches Projekt. Das hat ihr geholfen, es hilft aber nicht DER Landwirtschaft und deren Vorhaltungen insgesamt.

                  0
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Reinhard, sehe ich nicht so. Klar weiß sie deshalb nichts über Ackerbau, aber sie weiß besser, dass sie nichts weiß, weil sie dort nicht auf Praktikum war, und sie wird mit Urteilen vorsichtiger sein.

                  +1
                • Brötchen sagt

                  Reinhard, Sie kann das zumindest etwas einordnen.

                  Sowas macht auch selbstbewusster, weil man was erlebt hat.

                  Es macht auch einen Unterschied, ob man was in den Medien erlebt, oder ob man sich Auge in Auge gegenüber steht.

                  Allein das hilft schon.

                  Oder man sitzt mit den Traktoristen am Frühstückstisch oder am Ackerrand und sieht was die so essen und was die so sagen.

                  In dem 5000 ha Betrieb.

                  Der Landwirtschaft hilft es nicht, aber wieder einer der mal reingeschnuppert hat.

                  Übrigens Sarah Wiener hat mal mit Kindern zusammen Kaninchen geschlachtet in einer Folge.

                  +3
                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich sehe es ähnlich wie der Marco Scheele von der Nordwolle, der im Beitrag über sein startup ausratstete, und sagte, dass eben nicht alle in Berlin im Kiez am Lpatop sitzen und ihren Latte macciato mit lactose freier Hafermilch trinken können. Es müssen sich schon noch Menschen die Hände schmutzig machen, damit Geld generiert wird.
                  DAS ist das Grundproblem, das man auch mit Praktika nicht wegbekommt. Die Realwirtschaft wird der virtuellen geopfert. Das spiegelt sich eben auch im Leben wider.

                  +1
                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  Warum ist Schlachten eine Zumutung?
                  Wie soll man das Töten eines Tieres denn sonst zeigen?

                  Der Tod an sich und das Töten im Speziellen ist so weit weg aus dem Alltag, dass alles darum schon als Zumutung gewertet wird, obwohl es zum Leben gehört …
                  Ja, der Mensch ist in vieler Hinsicht verweichlicht … und hat teilweise vergessen, zu akzeptieren, was Leben ausmacht.

                  +2
                • Brötchen sagt

                  Reinhard Praktika ist nur ein klitzekleiner Baustein!

                  Woher soll denn ein Jugendlicher wissen, was ein bestimmter Beruf für Anforderungen hat und ob das seinen Fähigkeiten und Wünschen entspricht?

                  Das kommt in den Medien nicht vor, oder ganz wenig!

                  Das muss hier wieder mehr vom Kopf auf die Füsse gestellt werden!

                  Das habe ich auch nicht in Frage gestellt!

                  Die Wutrede von dem Wollfetischisten hätte ich auch halten können 😉

                  +1
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Die Zumutung bestand halt darin, dass sie ohne Vorbereitung hinein geschmissen worden ist. Ein Durchschnittsmensch erlebt das heute eben so. Das war ja dann auch für sie der Wert dieser Tage, dass sie, wenn auch sehr unsanft, am Boden der Realität angekommen ist. Sie hat das dankbar angenommen.
                  Nein, man soll das jemandem natürlich nicht ersparen.
                  Aber es braucht schon etwas Empathie, solche Erlebnisse nicht zum psychologischen Fiasko werden zu lassen für Leute, die halt nicht aus eigener Schuld von solchen Dingen entwöhnt sind. Sonst enden die wieder im militanten Veganismus.
                  Sie können auch nicht einen norddeutschen Flachländer innerhalb eines Tages mit der Seilbahn auf 3500 Meter hinaufbringen, ohne seinen Kreislauf zu gefährden. Das ändert auch nichts daran, dass der dauerhafte Aufenthalt in größeren Höhen die Gesundheit fördert.

                  +3
      • Paulus sagt

        @Thomas Apfel, technikaffin sind die jungen Leute ganz sicher, aber nur sofern es um die Anwendungen geht. Da sind die alle topfit.
        Ich übe hier mit einem „technikaffinen“ Schüler aus der Nachbarschaft Mathe und Physik, der Bursche möchte ein ingenieurwissenschaftliches Fach studieren und ist garantiert nicht auf den Kopf gefallen. Um das Ganze ein wenig interessanter zu gestalten habe ich mit ihm folgendes versucht: (Achtung Bauer Willi) Auf dem Gillbach in Rommerskirchen gibt es zwecks Volksbelustigung jährlich ein Entenrennen mit diesen kleinen gelben Gummienten. In der offenen Klasse dürfen die etwas frisiert werden. Die Aufgabe lautete, die A-Team-Delhoven-Ente nur mit Hilfe der Schwerkraft zum Sieg zu führen. Ist an sich eine leichte Aufgabe – dachte ich aber nur …
        Es ist eben nicht damit getan Laborratten zu züchten, die, wenn sie auf die richtige Taste drücken ein paar Krümel Futter bekommen.

        +3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.