Bauer Willi
Kommentare 186

Lieber Mitbürger – mach es doch selbst!

Wir Bauern bekommen viele Ratschläge von Menschen, die offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt:

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Rein rechnerisch bekommt jetzt jeder von euch 1454 qm Acker und 616 qm Grünland. Das ist die landwirtschaftliche Nutzfläche weltweit, geteilt durch die Weltbevölkerung. (Übrigens: ein Fußballfeld  ist ca. 7.140 qm groß) Auf den rund 2.000 qm könnt ihr dann so wirtschaften wie es euch gefällt. Aber alle Vorschriften, Verordnungen, Richtlinien, Erlasse und sonstige staatlichen Reglementierungen, die wir Landwirte einhalten, müsst ihr dann auch befolgen. Ihr zeichnet alles auf, was ihr wann wo und warum gemacht habt (nennt man Schlagkartei) und verwahrt das auf für die staatlichen Kontrollen. Macht ein wenig Arbeit, aber dafür gibt es ja Formulare. Wo es die gibt? Frag den Landwirt. Ihr haltet die Fruchtfolge ein und überlegt, wie ihr das Greening gestaltet. Dann macht ihr eine Düngeplanung für das kommende Jahr, was ihr wann, wo und wie viel düngen wollt und verwahrt die auch auf.  Aufschreiben, lochen, abheften. Falls ihr Hilfe braucht: Frag den Landwirt.

Was soll denn auf eurem Land wachsen? Das Grünland muss bleiben, das dürft ihr nicht umbrechen, das ist verboten. Von 600 qm bekommt ihr aber keine Kuh satt. Vielleicht noch ein Schaf, aber das auch nur im Sommer. Futter für den Winter wächst aber nur auf dem Acker. Wieviel Futter ihr da braucht? Frag den Landwirt. Und wie ihr Schafe schert, das wisst ihr ja. Und wie man die Klauen gesund hält auch. Vergesst bloß nicht die Ohrmarke und die Anmeldung in der HIT-Datenbank,  sonst droht Ärger.

SchafeNun geben Schafe zwar Milch, aber meist nur für die Lämmer. Na ja, dann gibt es halt keine Milch, Käse, Joghurt oder Kefir. Ihr wollt Schweinefleisch? Geht, aber nur mit Futter. Also wieder Futter auf dem Acker anbauen, für´s Schwein. Bis es groß ist, vergeht aber Zeit. Und da braucht man schon einiges an Futter. Was ist, wenn das Schwein mal krank wird? Was man da tun kann? Frag den Tierarzt. Übrigens, wenn ihr das eine Schwein aufgegessen habt, ist Ende mit Schweinefleisch. Oder ihr habt ein männliches und ein weibliches Schwein, dann gibt’s nämlich Ferkel (das ist der Nachwuchs von Schweinen 🙂 ) Zwei Schweine brauchen aber noch mehr Futter vom Acker. Und falls ihr die draußen frei rumlaufen lassen wollt: habt ihr das beim Amtsveterinär beantragt? Und auch hier: Ohrmarke, HIT-Datenbank und Bestandsregister nicht vergessen.

Wenn ihr Vegetarier seid, gibt es zwei Fragen:  1. Was macht ihr mit dem Gras vom Grünland? 2. Wo bekommt ihr jetzt den organischen Dünger her? Sonst ist das mit dem Ackerbau auch bald am Ende, so ganz ohne Dünger. Wie ihr das trotzdem hinbekommt? Frag den Landwirt.

Ihr wollt Eier? Kein Problem. Hühner oder Gänse kann man mit dem Schaf auf dem Grünland laufen lassen, muss nur auf den Fuchs aufpassen. („Fuchs du hast die Gans gestohlen“ 🙂 ) Aber auch hier gilt eine „Tierschutznutztierhaltungsverordnung“ und die Hühner brauchen im Winter auch Futter und einen Stall. So, jetzt wäre das mit der Tierhaltung geklärt. Falls ihr noch Fragen habt: Frag den Landwirt.

Kommen wir zu den Pflanzen. Was planen wir denn da? Gut, Getreide fürs Brot. Da nehmen wir am besten Weizen, weil Gerstenbrot? Gibt´s eigentlich nicht. Aus Gerste macht man z.B. Bier, oder Futter für die Tiere, siehe oben. Der Weizen kann auch krank werden, bekommt Mehltau, Rost oder giftige Fusarium-Pilze.  Oder kann Schädlinge kriegen wie Blattläuse oder Getreidehähnchen (kennt ihr nicht?). Was ihr da tun könnt? Frag den Landwirt. Und unbedingt an den Spritzen-TÜV denken!

Wenn ihr  Kuchen backen wollt, braucht ihr Zucker. Dafür gibt es Zuckerrüben. Den Zucker könnt ihr aber nicht selber machen, den macht die Zuckerfabrik. Wo die ist? Frag den Landwirt. Die Zuckerrüben tauscht ihr dort gegen Zucker ein. Das macht die Fabrik aber nicht umsonst, die will da Geld dafür. 🙁

Bei vielen Gerichten braucht man Öl. Das könnt ihr aus  Raps machen. Wie der bei euch am besten wächst? Frag den Landwirt. Kartoffeln wollt ihr auch? Prima, denn jetzt haben wir schon eine schöne Fruchtfolge aus Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Raps und Kartoffeln. Aber Achtung: damit das keine Pleite gibt, müssen die in der richtigen Reihenfolge angebaut werden. Wie das geht? Frag den Landwirt.

Jetzt fehlen aber noch die Vitamine. Obst wäre nicht schlecht, die Bäume pflanzt ihr am besten auf die Wiese. Aber Achtung: da laufen ja schon das Schaf und die Hühner und Gänse! Wie man die Obstbäume im Winter richtig schneidet? Frag den Landwirt. Wie wär’s mit Gemüse? Das wächst leider nur im Sommer, und im Winter wäre es etwas dünn mit den Vitaminen. Da baut ihr einfach Weißkohl an und macht davon Sauerkraut. Wie das geht? Frag den Landwirt. Das Sauerkraut könnt ihr auch im Winter essen. Geht auch mit Rosenkohl. Ist dann im Winter etwas viel Kohl und das bläht auch etwas. 🙁 Aber ihr seid ja viel draußen. 🙂 Es gäbe da auch noch andere schöne Kulturen wie zum Beispiel Chicoree. Aber das ist was sehr spezielles und da hätte ich einen sehr guten Rat: Frag den Landwirt!

So, diese Geschichte könnte man noch endlos weiterspinnen, will ich aber nicht. Was meint ihr? Schafft ihr das? Oder sollen wir Landwirte es nicht doch wieder für euch machen? Wir wissen wie es geht weil wir das alles in unserer Ausbildung gelernt haben. Und uns ständig weiterbilden. Und es mit Herzblut machen, weil wir jeden Tag mit und in der Natur leben und arbeiten. Ihr könnt natürlich auch die Redakteure, Politiker und Vertreter spezieller Organisationen fragen. Denkt mal drüber nach …

Ach so, für das Pachtland haben wir schon ein Angebot bekommen: von den Chinesen…

(Diesen Artikel habe ich in leicht abgewandelter Form schon einmal 2015 veröffentlicht. Er hat an Aktualität nichts eingebüßt)

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186 Kommentare

  1. Thomas Apfel sagt

    Hallo Gephard,
    In unseren Breiten kommen rund 40 % der Kalorien für die menschliche Ernährung aus der Tierhaltung. Dafür werden rund 70 % de LN genutzt. Diese Menge an Energie müsste also auf den „vegan“ bewirtschafteten Feldern zusätzlich erzeugt werden. Da die Bio-Felder ( mit tierischer Düngung) rund 40 – 50 % der Erträge ggü. moderner Landwirtschaft bringen, brauchst Du dann 100 % der vorhandenen Fläche für die Nahrungsmittelproduktion (für ein Plus an kompostierbarem Material bleibt da nicht viel, schon gar nicht für Kreislauf) :

    Meine „Milchmädchenrechnung“ auf einen Blick:
    Derzeit werden 25 % – 30 %der Fläche für landwirtschaftliche Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel genutzt. Bei gleichem Bedarf und halbem Ertrag sind das schon mal 50 – 60 % der Fläche. Auf den verbleibenden 40 – 50 % müssten die Kalorien, die aus der Tierproduktion kommen, pflanzlich ersetzt werden. Das geht bei den pflanzlichen Erträgen im Bio-Anbau nicht auf, weil diese Kalorien bei Bio-Erträgen die doppelte Fläche bräuchten wie die noch verfügbare LN. Die Effektivitätsdifferenz Bio zu moderne LW ist gerade und nur in der Tierhaltung deutlich geringer als im Pflanzenbau.

    Die Pflanzen für Deine Nahrung UND für Deinen Dünger müssten also zu großen Teilen auf Flächen ausserhalb Deutschlands gedeihen.

    Auf die anderen Punkte will ich gar nicht eingehen, da es derzeit kein Modell gibt, das mit veganem Kompost oder Kompost überhaupt irgendeine Art von Kreislaufwirtschaft gewährleistet. Dazu sind wir einfach schon zu Viele !

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  2. Arnold Krämer sagt

    Die Quelle unseres materiellen Wohlstand sind Produktinnovationen, (die es strenggenommen bei den landwirtschaftlichen Rohprodukten nicht gibt) und Prozessinovationen in der Erzeugung ermöglicht durch Kreativität, Arbeitsteilung und Spezialisierung. Die Innovationen sind/waren in ihrem Tempo und in ihrer Qualität bestimmend für die kapitalistische Realwirtschaft, zu der auch die Landwirtschaft gehört. Diese hatte seit dem 2. Weltkrieg die größten Produktivitätsfortschritte zu verzeichnen, die mittlerweile aber immer geringer ausfallen.
    Irgendwie scheint das Ende der Fahnenstange im Kapitalismus erreicht zu sein. Wie hätte man sonst auf der Suche nach mehr Rendite, mehr Gewinn, z.B. auf so einen Schwachsinn wie finanzkapitalistische Produkte kommen können. Es gibt auch andere Indizien.
    Und in der Landwirtschaft dreht man jetzt schon bewusst das Rad zurück. Das muss im dialektischen Prozess wahrscheinlich auch so sein. Die bisherigen Gewinner bzw. Profiteure in der Landwirtschaft wehren sich verständlicherweise dagegen während die eigentlich betroffenen „Endkunden“ die Wirkungszusammenhänge nicht überschauen (können).

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Herr Krämer, da bin ich vollkommen einverstanden!
      Ich bemühe mich, in meinem bescheidenen Wirkungskreis daran zu arbeiten, dass die Wirkungszusammenhänge versanden werden.

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    • Thomas Apfel sagt

      Guten Abend Herr Krämer,
      Nur mal eine Frage: Was genau haben „das Ende der Fahnenstange des Kapitalismus und der Schwachsinn der finanzkapitalistischen Produkte“ mit dem Beginn des „Rückdrehen des Rades in der Landwirtschaft zu tun“ ? Und wo und wohin soll sich denn genau welches Rad zurückdrehen ? Die Aussage halte ich so pauschal für schwierig. Einerseits, weil man Geld tatsächlich nicht essen kann und andererseits aber die Zahl der „Esser“ landwirtschaftlicher Produkte (gemeinhin Lebensmittel genannt) nicht weniger wird.

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      • Arnold Krämer sagt

        Das Rückdrehen des Rades ist besonders deutlich erkennbar in der Schweineproduktion. Aussenklimareize, Beschäftignungsmaterial, Kupierverbot der Schwänze, Kastrationsbetäubung, erhöhtes Platzangebot verringern die erreichte Arbeitsproduktivität, erhöhen die Arbeits- und Kapitalkosten. Andere Sektoren werden folgen.

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        • Karl Timme sagt

          Ja diese Aufzählung der
          zu rücknehmenden Maßnahmen kommen mir sowas von bekannt vor.
          1964 einen Trouw /Tedinghausen Schweinemaststall gebaut. War mit einer Verlustrate von 3% Kalkuliert. Auch nach dem 1. Jahr war die Rate um die 15%; nicht nur bei uns. Es hat sich eine Gemeinschaft dieser Stallbauer gebildet (ein von Hardenberg war auch dabei, der mit dem Schnaps) Schwanz beißen war zu 90% in den Ställen der Hauptabgangsgrund. Ihre Aufzählung waren Maßnahmen um das einzudämmen (Aussenklimareize, Beschäftignungsmaterial,erhöhtes Platzangebot und noch einige andere Versuche) geholfen hat, nachher nur das Schwanzkopieren, mit Gummiringen und Zange aus einem anderen Anwendungs-Bereich. Viele dieser dort in Versuch und Anwendung gewonnenen Erkenntnisse sind heute Standart, Klima, Lüftungstechnik u.a.

          Zurück zu alten Verhältnissen und entsprechenden Verlustraten.

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          • Inga sagt

            Ja,

            wenn unsere Erfahrung und Berufsausbildung nichts mehr zählt,
            und wir deswegen nach des Verbrauchers Vorstellungen arbeiten müssen.
            Diese Vorstellungen zählen in der Politik eben mehr in unserem reichen und demokratischen Land.

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        • fingerphilosoph sagt

          In der Geschichte der Menschheit ist „das Rad“ noch niemals zurückgedreht worden. Es geht auch jetzt nicht um Rückbesinnung, Bescheidenheit, Zurück zur Natur oder was immer als Leitbild bzw. Alibi vorangetragen wird.

          In Wirklichkeit geht es um die Durchsetzung neuer Technologien, mit deren Hilfe der Mensch den Planeten inklusive aller Lebewesen seinem Willen noch weit mehr untertan macht, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das Geschrei nach „kleinbäuerlicher Wirtschaftsweise“ dient nur dazu, die Entwicklung von Drohnen und Robotern voranzutreiben und deren Einsatz in der LW attraktiv zu machen.

          Das ganze „Humus“- und „Insekten“-Gedöns dient lediglich dazu, den Weg für den Einsatz von Nanotechnologien und Gentechnik freizumachen, denn natürlich ist das Ziel, anstelle von Bienen oder anderen Bestäubern Minidrohnen einzusetzen und anstelle von Regenwürmern und Bodenbakterien irgendwelche Nanomaschinchen oder gentechnisch manipulierte Biomaschinchen.
          Die Kontrolle über Tier und Pflanze wird dabei feinteiliger, aber auch umfassender.
          Züchtung war, bildlich gesprochen, der Holzhammer. Die neuen „smarten Technologien“ sind so was wie Akku-Schrauber.

          Gerade die Frau Ertls dieser Welt befördern mit ihren rückwärts gerichteten Sehnsüchten diesen Prozess und machen den Weg frei für die neuen Technologien, die von der sogenannten „Natur“ letztendlich überhaupt nichts mehr übrig lassen.

          Sorry, Frau Ertl, ich meine es nicht böse, aber Sie sind für mich der Typus Mensch, der mit dem, wofür er sich einsetzt, genau das Gegenteil von dem erreicht, was er sich im Grunde genommen wünscht. Das hauptsächlich deshalb, weil Sie den Menschen nicht als den nehmen, der er nun mal ist. Für die Art von LW, die Sie hier propagieren, müssten 40% der Deutschen oder Österreicher bereit sein, in der LW zu arbeiten. Sind sie aber nicht. Wenn die kleinbäuerliche Wirtschaftsweise per Dekret von oben aufgrund von solchen Sehnsüchten wie den Ihrigen durchgesetzt wird, werden Robober, Drohnen, gentechnisch manipulierte Organismen und dergleichen die Arbeit tun müssen.

          Die Geschichte des Menschen ist nichts anderes als die Geschichte einer Entfremdung. Menschsein ist gleichbedeutend mit der Herauslösung aus der Natur. Die Natur inklusive aller Lebewesen wird für den Menschen zum Objekt, das er nach seinem Willen gestaltet, und die anderen Lebewesen müssen sich entweder von selbst anpassen oder werden entsprechend umgebaut. Es gibt kein Zurück.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Sehr ich genauso FF!
            Hinzu kommt auch noch der Aberglaube, dass der Bürger/Mensch einem freiwilligen Verzicht mit gleichzeitigem Altruismus nachgehen wird.
            Die Motivation für das Handeln des Menschen ist nun Mal, Dinge leichter, bequemer oder mit mehr individuellem Mehrwert zu tun.

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            • fingerphilosoph sagt

              Im vergangenen Jahr wurde wegen Corona plötzlich Brotbacken zum Hype. Man hätte glauben können, dass Europas Bürger*innen nun wie die Weltmeister*innen backen und kochen. Doch gibt es im hiesigen Supermarkt nun auf einmal mindestens doppelt so viel Convenience Food wie vor Corona. Warum wohl?

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          • firedragon sagt

            fingerphilosph,
            mit Deinem zweiten Absatz wirst Du recht haben.
            Ich gehe aber so weit, dass da keine Anreize gegeben werden, um neue Technologien attraktiv für die LW zu machen. Vielmehr gehe ich davon aus, dass Drohnen- und Robotertechnik usw. in naher Zukunft verpflichtend sein werden.
            Am Küchentisch werde ich wegen diesem Gedankengang belächelt … mal sehen, was da noch so kommt …

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            • Ostbauer sagt

              Ist gar nicht so abwegig!
              Irgendwann werden die Ämter nur noch Daten von bestimmten Robotern akzeptieren und nicht die von Hand eingegebenen. Man könnte ja bescheißen. 🙂

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                • Lady sagt

                  Die meisten von uns verdrängen aber sehr gerne, dass sich sehr viel durch – ich nenn es jetzt mal Digitalisierung- ändern wird. Weit über die Produktionsprozesse hinaus.
                  Man kann es spannend finden oder Angst bekommen. Die ängstlichen wollen dann gerne zurück, wohin auch immer.

                  Übrigens liegt die Quelle unseres Wohlstands aus meiner Sicht doch etwas „tiefer“ als auf der Ebene der Innovationen. Es sind so profane Dinge wie soziale Marktwirtschaft , Demokratie, Rechtsstaat usw. Auch das ist nicht in Stein gemeißelt…

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                • firedragon sagt

                  Lady, es geht Ostbauer und mir nicht um die Angst vor Digitalisierung, da hast Du was falsch verstanden.
                  Es geht um die Verpflichtung, die einem durch die Hintertür aufgezwungen wird.

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                • Thomas Apfel sagt

                  „Innovationen sind die Quelle des Wohlstandes“ …. nur wir sind (frei nach Kästner) immer noch „die selben alten Affen“. Deshalb kommen wir mit schnellen Veränderungen so schlecht klar.

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                • Lady sagt

                  Drachen, euch wollte ich doch die Angst nicht anhängen. Das kam dann missverständlich rüber, sorry.
                  Menschen tun sich eben generell schwer mit Veränderung, wir alle. Aber wir gehen unterschiedlich damit um. Jeder Landwirt kennt Entscheidungen unter Unsicherheit, auch jeder Unternehmer.
                  Aber damit jagst du vielen anderen Menschen einen gewaltigen Schrecken ein, sie fühlen sie schlicht überfordert.

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ firedragon
                  Sachzwänge trifft es vielleicht eher als Verpflichtungen.
                  Natürlich werden diese Sachzwänge gezielt erzeugt. Vielleicht so:

                  Der Politiker braucht Wählerstimmen, deshalb wird er die Gesetze erlassen, die a) das Großkapital ihm nahelegt und b) die Sehnsüchte der Bevölkerung nach heiler Welt mit kleinbäuerlicher Wirtschaftsweise aufgreifen. Die meist gutgläubige Bevölkerung merkt nicht mal, dass ihre Retro-Sehnsüchte von den Big Playern geschickt ausgenutzt werden.

                  Der Landwirt muss die einmal erlassenen Gesetze einhalten, findet aber entweder die dafür notwendigen Arbeitskräfte nicht oder kann sie nicht angemessen bezahlen. Als einziger Ausweg bleibt ihm die Investition in entsprechende Technologien. Ein Sachzwang, zu dem sicherlich die vom Ostbauer erwähnte Entwicklung noch dazukommt.

                  Viele Betriebe können sich jedoch die neuen Technologien nicht leisten. Mit dem Versprechen, dass Lebensmittel irgendwann in ferner Zukunft teurer werden, weil diese mit den neuen Technologien noch „gesünder“ werden und der Verbraucher irgendwann „bewusster“ einkaufen wird, werden die Landwirte animiert, trotzdem weiterzumachen, d.h. sie werden aufs Glatteis geführt. Die Betriebe sollen sich nämlich verschulden, obwohl absehbar ist, dass der nun gezwungenermaßen kleinbäuerlich wirtschaftende Landwirt keine Chance hat, je aus den Schulden herauszukommen.
                  Es ist durchaus dasselbe Spiel, das mit den Landwirten schon einmal gespielt wurde. Da sie es deshalb durchschauen (könnten), muss sich die Gegenseite verstärkt hinter die Politik klemmen und die Landwirte mehr noch als in der Vergangenheit über die Politik in die Enge treiben. Genau das geschieht auch.
                  Früher oder später müssen die verschuldeten Landwirte ihre Betriebe aufgeben. Das Hofsterben wird weitergehen.

                  Investoren kaufen nun das Land auf, investieren in die notwendige Technik und verpachten das Land samt Technik an die besitzlos gewordenen Landwirte oder solche, die besitzlose Landwirte werden wollen.
                  Vielleicht ist auch der eine oder andere Landwirt, der das Zeug zum Großkapitalist hat, zum Investor geworden.
                  Das sind die Gewinner in diesem Spiel.

                  Nach dieser Phase der Verlagerung des Konkurrenzkampfs auf die Investitionskosten zugunsten scheinbar größerer Naturnähe, pro Klima und Nachhaltigkeit folgt dann wieder eine expansive Phase des „Wachsen oder Weichen“, wobei sicherlich einige der Großkapitalisten aus dem Spiel fliegen werden.
                  Am Schluss werden drei oder vier große Agrarkonzerne übrig bleiben.

                  Die Idealisten, die von einer heilen Welt träumen oder sich sogar konkret dafür einsetzen, werden wie Marionetten benutzt. Der Investor braucht die Gutgläubigen, weil ohne sie das Spiel nicht funktionieren würde.

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                • firedragon sagt

                  fingerphilosoph,
                  Sachzwang und Verpflichtung geben sich die Hand.
                  Nur ein Bspl., am Sonntag war Büro, habe die ZR Flächen wg. Cruiser angegeben. Zur Registrierung war man verpflichtet eine Mobilnummer anzugeben.
                  Also werde ich verpflichtet, mich einem Sachzwang zu unterwerfen, um überhaupt meiner Verpflichtung nachkommen zu können.
                  Das liest sich jetzt vielleicht kleinkariert, weil davon ausgegangen wird, jeder ist in Besitz eines Handys, ist aber nicht jeder.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  @FF, genauso so sind die fettarmen Schweine entstanden…..weil dem Verbraucher von berufene Stelle immer wieder gesagt wurde, dass fettarm gesünder sei…..dann kam die Geflügelphase, dann Bio, dann invitro…….usw.usw.
                  Schuld ist in jedem Fall der Bauer, immer…..

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                • Stadtmensch sagt

                  „Die meist gutgläubige Bevölkerung merkt nicht mal, dass ihre Retro-Sehnsüchte von den Big Playern geschickt ausgenutzt werden.“

                  @fingerphilosoph, die Big Player legen fest wo die Reise hingeht. Und das ist gut so. Die haben den Überblick. Sie merken, dass sie nur dann weiterhin „gestalten“ können, wenn sie die Ressourcen nicht übernutzen (indirekt über das Volk, das nach Beschäftigung und Spielzeug schreit). Jetzt müssen sie bei der Kehrtwende (Große Transformation) aufpassen, dass sie den Bogen nicht überspannen. Denn dann schwitzt das Volk Reichsbürger, Querdenker, Neurechte, Gaga-Linke, Terroristen und sonstige Egomanen aus, die glauben sie hätten sich irgendwas verdient oder ihnen stünde soundsoviel zu. Ist ja nicht so, als wäre das jetzt die erste Große Transformation. Man erinnere sich an Einhegungen, Arbeitshäuser, Arbeitszwang usw. Hat das Volk alles mit sich machen lassen und ich will nicht behaupten, dass die Entscheidung schlecht war.

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                • Smarti sagt

                  fingerphilosoph, Deine Erklärungen mit den Sachzwängen: genau auf den Punkt ! Das mit der hohen Verschuldung, darum „muss“ man weitermachen, um nicht den Hof zu verlieren – stimmt genau überein. Wir wollten vor vor 17 Jahren vom Anbindestall für Kühe in einen artgerechten Offenstall… damit hat der Rattenschwanz an vorgeschriebenen Investitionen angefangen und mit dem das Hamsterrad für ( fast ) die ganze Familie um Schuldenberge zu tilgen (nur mit zusätzlichem Einkommen war es zu schaffen).
                  Jetzt haben wir es aber endlich geschafft :). Nochmal möchte ich das nicht, obwohl ein Hof voller Tier und Kinder schon immer mein Lebenstraum war und noch immer ist.
                  Ich frage mich schon, wie lange es noch dauert, bis es die Mehrheit der Landwirte merkt…

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                • Stadtmensch sagt

                  @Smarti, es ist aber keine Verschwörung im Gange. Es gibt keine „Gegenseite“, die den Landwirten eins reindrehen will!
                  Es ist das Betriebssystem unserer Wirtschaft. Wachstum. Solange es mehr und mehr Versiegelung, Produkte, Dienstleistungen, Todesstern gibt oder wenigstens glaubhaft in Aussicht steht, kannst du Schulden machen und hast die Chance, die samt Finazierungskosten zurückzuzahlen. Ohne Wachstum aber, wachsen immer weniger Teilnehmer auf Kosten der anderen. „Reise nach Jerusalem“ wie Herr Suhr es nennt. Der letzte verbliebene Superkapitalist legt dann fest, was wo wie investiert wird und wer wieviel zum Leben bekommt. Siehe Grundeinkommen als kleinster gemeinsamer Nenner für eine Stillhalte-Abmachung.

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              • Paulus sagt

                @Ostbauer und @Firedragon, ist übrigens gar nicht so neu. Schon vor ca 40-50 Jahren verkloppten die sauerländischen Bauern im großen Stil Weihnachtsbäume. Man nannte das Durchforstung oder so, die ja nur Geld kostet. Das ging solange gut bis die Helikopter über dem Land der tausend Berge kreisten. Da hat so mancher eine böse Überraschung erlebt. Von Digitalisierung war man zu der Zeit noch sehr weit entfernt.

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  3. Gephard sagt

    Okay, bei einigen Punkten weiß Landwirt:in sicher schnell eine Antwort und man wird dieselben Antworten bekommen, egal wen man fragt. Aber bei vielen andere Dingen wird man doch sehr unterschiedliche Antworten bekommen.

    Beispiel Düngung: Womit soll ich düngen, wenn ich mich gar nicht erst auf eine endliche Ressource einschießen möchte (Mineraldüngung) und mich nicht von großen Agrarkonzernen abhängig machen möchte? Wird mir ein Landwirt, der mit Exkrementen düngt, eine Düngung in rein pflanzlicher Kreislaufwirtschaft erklären können? Oder wird er mich belehren wollen, dass das nicht ginge?

    Zur Vegetarierer-Frage: Wenn die Kuh aus Grasland Dünger macht, geht das nicht auch ohne Kuh? Dünger aus Klee gibt’s zumindest überall zu kaufen.

    Kann mir ein Landwirt, der die 3-gliedrige Fruchfolge nutz, Fragen zu höhergliedriger Fruchtfolge beantworten? Oder wird er mir solche Überlegungen ausreden wollen?

    Weiß wirklich jeder Landwirt, wie man Sauerkraut macht? Gehört das zur Ausbildung?

    Und wenn die Landwirte in landwirtschaften Fragen samt Einschätzung globaler Auswirkungen die erste Adresse sein sollen statt etwa NGOs oder Journalisten, warum wird genau diesen beiden Berufsgruppen inkl. Politiker hier im Blog ständig gesagt, wie sie zu arbeiten haben?

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    • Bauer Willi sagt

      Das alles ist nicht in zwei Sätzen zu erzählen. Dafür braucht man eben eine landwirtschaftliche Ausbildung. Ihre Fragen belegen, dass Sie mit der Erzeugung Ihrer eigenen Lebensmittel auf Dauer überfordert sind.

      Der Artikel soll dazu anregen, darüber nachzudenken, ob die derzeitige Arbeitsteilung nicht doch die bessere Lösung ist.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mineralien, die über die Menschen in den Kläranlagen verschwinden, muss alle in den Kreislauf zurück zu Führen.
      Sie wissen selbst, wie viel Chemikalien sich im Klärschlamm befinden, deshalb wird es nicht ohne Mineraldünger gehen.
      Ich weiß wie man Sauerkraut macht, zur Ausbildung gehört es nicht. Zufrieden?

      Ehlich gesagt ,mir ist nicht bekannt, ob NGOs oder Journalisten mehr verstehen, als Landwirte, in den Artikeln usw. kann ich nicht herauslesen, dass NGOs oder Journalisten einen besseren Durchblick haben, als Landwirte, stelle immer wieder fest, dass verschiedene Medien, genau den selben Text abbilden.

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  4. Lieschen Müller sagt

    Bei uns in der Stadt gibt es kaum freie Gärten. Es ist wieder mehr gemischt, viele Russen. Die bauen eher „ordentlich“ an, bei denen mit Kindern steht oft ein verunkrauteter Sandkasten auf der hügeligen Wiese. Bei uns kreischen die Kinder ganz normal rum, ist aber ok. Die Kleingartenverordnung wurde hier in den letzten Jahren wieder strenger umgesetzt. Das heißt, allzu hohe Hecken mussten gekürzt werden, Koniferen wurden entfernt. Es wird auf die Pflicht des Gemüseanbaus, Obstanbaus oder wenigstens einjähriger Blumen hingewiesen. Die Versorgung mit Beerenobst ist meiner Meinung nach im Kleingarten gut zu schaffen, ich bin der Meinung, das sollten nicht die Landwirte übernehmen. Und Landwirte können sich auch nicht selbst versorgen, aus Zuckerrüben muss der Zucker erst raus, aus dem Raps das Öl, das Getreide will gemahlen sein. Der ganze Artikel ist ja nur zur Provokation, bei irgendeiner Buga der letzten Jahre wurden die 2000 m² pro Person schon einmal thematisiert.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Die Versorgung mit Beerenobst ist meiner Meinung nach im Kleingarten gut zu schaffen, ich bin der Meinung, das sollten nicht die Landwirte übernehmen.“

      Ja, wie jetzt…..ist das Beerenobst bei REWE, LIDL und co aus deutschen Kleingartenkolonien?
      🤔😄

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      • Lieschen Müller sagt

        Nein, ich würde keine Beeren im Supermarkt anbieten und verkaufen lassen. Irgendwo musst du anfangen.

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    • Paulus sagt

      Lieschen Müller, die Versorgung mit eigenem Beerenobst mag bei einigen Kleingärtnern
      ja funktionieren, leider schaffen das noch nicht einmal unsere heimischen Landwirte.
      In Aachen gibt es eine bekannte Fabrik für Marmeladen und Fruchtzubereitungen, sowohl für den normalen Verbraucher als auch für die Back- und sonstige LM-industrie. Die sind schon aufgeschmissen wenn ein Frachter wie zur Zeit im Suezkanal havariert. Und jetzt träumen sei weiter von Kleingärten und ähnlichem Quatsch.

      +1
      • Bauer Willi sagt

        @Paulus
        So ein Quatsch. Zentis und Schwartau beziehen einen großen Teil der Beeren aus Europa, vor allem Polen. In der Verwandtschaft (Bergheim) hat jemand 16 Hektar Johannisbeeren gerodet, weil er gegen die polnische Konkurrenz nicht wettbewerbsfähig war.
        Andererseits kenne ich einen Betrieb in Niedersachsen, der Heidelbeeren anbaut. 300 Hektar….Massenbeerenhaltung

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        • Lieschen Müller sagt

          Ihr wolltet doch Lösungen, wie der Einzelne sich an der Produktion von Lebensmitteln beteiligen soll. Und ja, die Beeren kann jeder für sich selber machen, seine 20 Gläser Marmelade auch. Von euch Bauern möchte ich bitte den Zucker, aber nicht die Sonderkultur Johannisbeere.

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          • Reinhard Seevers sagt

            „Von euch Bauern möchte ich bitte den Zucker, aber nicht die Sonderkultur Johannisbeere.“

            DU willst das nicht, hast du die anderen 82 Millionen Bürger gefragt? Oder sollen die auf Beeren verzichten, bis sie sich alle selbst versorgen können? Lummerland?

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          • Inga sagt

            Was will ein aufstrebender Direktvermarkter machen, der aus Zeitgründen nicht noch einen Markt anfahren kann, aber REWE bietet ihm Verkaufsläche an?
            Also bietet er seine Beeren dort unter seinem Namen an.

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          • Stadtmensch sagt

            @Lieschen Müller
            Ist dir noch nie was misslungen beim Haltbarmachen? Stell dir vor alle müssen durch diese Lernkurve. So viel Energie und Lebensmittel vergeudet…
            Wenn jeder selbst einkocht vermindert sich die Gesamteffizienz, auch wenn dadurch der Transport wegfällt. Eine große Anlage braucht viel weniger Energie pro Lebensmitteleinheit zum Haltbarmachen, als du mit deinem Einkochtopf.
            Es sei denn du verwendest regenerative Energie, aber auch das lässt sich bei großen Anlagen besser realisieren.

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            • Paulus sagt

              @Stadtmensch, wir sind ja berufsverwandt insofern stimme ich dir zu.
              Es gibt aber einen kleinen Unterschied zwischen dem was ich selbst konserviere, auf welche Art auch immer, und dem was mir die LM-Industrie anbietet.
              Bei meinen eigenen Konserven bestimme ich selbst was dort hineinkommt, bei Nestlé und Konsorten sind es Lebensmittelchemiker, also sozusagen die Erfinder der künstlichen Geschmackswelten und der Haltbarmachung bis Ultimo.
              Klar sind die eigenen Bemühungen mitunter suboptimal, isch hab aber dat jute Jefühl und bilde mir auch noch ein, dass es besser schmeckt.

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        • Paulus sagt

          Ja Willi, ist ja alles richtig! Trotzdem beziehen die einen Teil ihrer Rohstoffe aus Übersee. Und selbst 300 ha Heidelbeeren-Massenhaltung ändern nichts an der Tatsache, dass selbst der LEH Heidelbeeren aus Marokko und Südamerika im Angebot hat.
          Mit der Heidelbeeren- und der heutigen Petersilien-Massenhaltung bist du übrigens im Begriff ein weiteres Fass aufzumachen. Pass mal schön auf, dass euch Bauern das nicht auch noch entgleitet. 😉

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die Bauern würden auch die Pflanzenabstände erhöhen, damit es die Pflanzen besser haben, der Preis steigt und die Restmenge aus Übersee kommt….alles möglich!✊😎

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  5. Elisabeth Ertl sagt

    Dieser Blog zerfällt in zwei Themenkreise.
    Das eine ist das landwirtschaftliche Knowhow, Fragen wie Bio oder Konventionell etc.
    Da lerne ich immer wieder was, und da kann ich mich mit Bauer Willi z. B. auf die Sichtweise von Urs Niggli einigen.

    Der zweite Themenkreis ist die Betriebsgröße. Und da fasse ich die Beiträge in diesem Forum jetzt einmal provokant so zusammen:
    Wachsen und Weichen war super, so lange wir die Sieger waren. Jetzt ist es Scheiße, weil wir die Verlierer zu werden drohen.

    Daraus kann ich gar nichts lernen, auch nicht, wenn ich mit dem Vorschlag einer 2000 m² – Landwirtschaft verarscht werde.

    +1
      • Reinhard Seevers sagt

        Letzter Absatz aus dem Text:
        „Das heißt auch: Sollte es künftig zu größeren agrarpolitischen Veränderungen bei den Kriterien der Vergabe von Subventionen kommen, würde dies riesige Einkommensverluste für die Nebenerwerbslandwirte bedeuten – und möglicherweise ein gewaltiges Höfesterben auslösen. Das gilt ganz besonders für Regionen wie etwa Baden-Württemberg oder Teile Bayerns, wo bereits zwei Drittel der Betriebe im Nebenerwerb wirtschaften.“

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    • Brötchen sagt

      „Der zweite Themenkreis ist die Betriebsgröße.“

      Da sich hier nur Kleinbetriebe äußern werden Sie auch nur deren Sicht zu hören bekommen.
      Es gibt aber eine ganze Reihe größerer Betriebe, die auch unter die Kategorie Familienbetrieb fallen, die finden eben hier nicht statt. Das heißt nicht, dass es die nicht gibt.

      Ist eben alles hier nicht ganz repräsentativ!

      +2
    • Reinhard Seevers sagt

      Elisabeth, der blog hat ja auch keinen „Elisabeth-Lehrauftrag“ oder den einzigen Erkenntnisweg.
      Die Welt ist auf dem Weg, nicht nur wir, es gibt, du glaubst es nicht, mehr als Deutschland oder Österreich. Und der Rest der Welt, speziell China gibt den Takt vor, nach dem wir zukünftig zu tanzen haben. Wer das nicht glauben will, oder sich noch nicht vorstellen kann, der möge sich umschauen.
      WEIL alles in Bewegung ist und nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich gerade alles am wackeln oder sich ändern ist, deshalb sind Prognosen so schwierig und deshalb haben die Menschen auch so viel Unsicherheit und Ängste, die sie wiederum in die Rückwärtsspirale der „früher war alles besser- Zeit“ bringen. Ökobewegungen sind Teil dieser Zeitenwende…..die Chinessen haben derweil das größte je von Menschenhand gebaute Wasserbauprojekt der Erde vollendet: 1500km Wasserstraße
      Elisabeth, wir denken einfach zu klein, das wird unser Verhängnis.

      +4
    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth

      Es ist ein Gedankenexperiment. Hier soll niemand „verarscht“ werden. Ich weiß auch nicht, wann ich das letzte Mal über Betriebsgröße geredet habe. Mit unserem 40 ha-Betrieb gehören wir ja nun wirklich nicht zu den Großen. Eine Heile-Welt-Landwirtschaft kann man sich wünschen, funktioniert aber im wirklichen Leben äußerst selten. Was nicht heißt, dass es nie funktioniert.

      +3
      • Elisabeth Ertl sagt

        Was bei euch Kleinbetriebe sind, sind bei uns Großbetriebe. Binswanger hat Recht, Landwirtschaft eignet sich nicht für Globalisierung.

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        • Karl Timme sagt

          Landwirtschaft ist längst Globalisiert! China hat riesige Flächen in Afrika gekauft (was uns bekannt ist, die Dunkelziffer läst größeres erwarten); Strategie Seidenstraße.

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        • firedragon sagt

          Klein, groß, Masse usw. definiert jeder für sich anders.
          Mein eingestellter Link gliedert in Haupt- und Nebenerwerb, diese Sicht ist vielleicht besser geeignet.

          +2
        • Mark Rössler sagt

          Landwirtschaft hat sich schon vor Jahrhunderten globalisiert. Handelsschiffe haben früher meist landwirtschaftliche Erzeugnisse transportiert.

          +2
          • Elisabeth Ertl sagt

            Vor allem aus den ausgebeuteten Kolonien. Wer fühlt sich denn immer von den tier- und artenschutzbewegten städtischen Schnäppchenjägern ausgebeutet?
            Ich werde in meinem Newsletter meinen städtischen Freunden weiterhin klarlegen, was die reale Landwirtschaft mit Konsumstil zu tun hat. Den Bauern zuliebe, die das zu schätzen wissen.

            +2
          • Inga sagt

            Wie Pfeffer?
            Ist deswegen das Kap in Südafrika von den Holländern besiedelt worden?

            Aber heutzutage wird es auch genutzt um Handelsbeziehungen aufrecht zu halten.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Elisabeth, die Folgen der Globalisierung werden immer erst in Krisenzeiten sichtbar. So waren die Hungerjahre 1916/17 auch auf die Seeblockade der Entente-Mächte zurückzuführen, die Getreide zurückhielten…..eigentlich gabe es ja genug Kleinbetriebe, die hatten aber weder genug Arbeitskräfte, noch genügend Dünger. Hinzu kam eine extrem schlechte Ernte in Deutschland.
          Selbstversorgung ist weder im Großen, noch im kleinen mehr möglich, alle hängen mit allen zusammen. Und heute kommt noch das globalisierte Kapital hinzu, das vermehrt nicht auf der Realwirtschaft basiert, sondern oft nur virtuell vorhanden ist….Elon Musk schichtet gerade sein Vermögen um auf bitcoins, damit man ihm sein Geld nicht wegnehmen kann.😎

          +1
          • Elisabeth Ertl sagt

            „Und heute kommt noch das globalisierte Kapital hinzu, das vermehrt nicht auf der Realwirtschaft basiert, sondern oft nur virtuell vorhanden ist….Elon Musk schichtet gerade sein Vermögen um auf bitcoins, damit man ihm sein Geld nicht wegnehmen kann.“
            Das ist eben der Punkt, den ich kritisiere.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Ich auch Elisabeth….aber wir kleinen Geister werden dies nicht ändern.
              Eine Revolution beginnt in den Köpfen Betroffener. Es sind aber in den wohlhabenden Staaten zu wenige betroffen, die Betroffenen aus den ärmeren Regionen treffen sich derzeit bei uns….und denen wird so lange geholfen, wie sich unsere Betroffenheit nicht in Aufständen oder Unruhen ausdrückt. Was dann folgt möchte ich nicht wissen.

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    • Inga sagt

      Das ist keine Verarsche, denke ich,

      Es soll nur dem landwirtschaftliche Fachwesen weit entfernte Verbraucher mal aufgezeichnet werden, wenn er selbst wie in der Steinzeit seine Lebensmittel selbst aus dem Boden.

      Früher konnten das die Stadtopas, weil sie %tual mehr in der Landwirtschaft mitgearbeitet haben. Deswegen könnten die auch noch mitreden, auch noch das Gras im Garten mit der Sense mähen und auch noch einen Obstbaum Pflanzen und pflegen.

      Aber heutzutage ihre Enkel können nur noch unqualifiziert mitreden und Ansprüche stellen.

      +1
  6. Smarti sagt

    Frau Ertl schreibt: „Bauern sind genauso auf die übrige Gesellschaft angewiesen wie umgekehrt.“ Das ist absolut richtig.
    Das Gesundheitssystem und viele andere mehr haben auch Sparzwang ( viel zu niedrige Erzeugerpreise ) und Dokumentationspflichten ohne Ende, das stimmt.
    Aber Landwirte haben noch zusätzlich Tierschutz-, Naturschutz- und Umweltschutzvereine an der Backe. ( Allesamt satt gefüttert von der Gesellschaft ! ), Organisationen die nur eines kennen – weil sie davon leben: immer noch mehr fordern, noch mehr verbieten, noch mehr „wenden“. Bis nichts mehr steht.
    Darf man „Grüne und Linke“ als weiteres Problem für die Landwirtschaft nennen ? Ich machs jetzt mal. Ausserdem sind gefühlt 90% der Reportagen über Landwirtschaft von vorneherein negativ (Gegendarstellungen haben keine Chance). Weitere 5 % der Artikel glorifiziert die vermeintlich natürlichere, tierfreundlichere „neue, andere Landwirtschaft“ – also auf gut Deutsch genauso abwertend gegen 95 % der Betriebe wie der ganze Rest.
    Wer auch nur am Rande mitbekommt, wie die ganze Energiewirtschaft gerade sehenden Auges an die Wand gefahren wird, wird sich doch als Landwirt wenigstens mal fragen dürfen, wie „Wir, die Gesellschaft“, das mit dem Lebensmittel selber machen hinkriegen wollen !
    Wir Landwirte wollen eigentlich gar nicht aufhören. Wir werden aufgehört. Und ich denke, die Gesellschaft sollte das fairerweise wenigstens vorher erfahren.
    Damit man sich vorher mal Gedanken machen kann, wie das ohne Bauern aussehen könnte.

    +6
    • Elisabeth Ertl sagt

      Herr Apfel,
      glauben Sie wirklich, die anderen Berufsgruppen haben keine zusätzlichen Gegner an der Backe? Die Gesundheitsberufe keine Patientenanwälte und Schulmedizinkritiker, die Ärzte als Handlanger der Pharmaindustrie sehen, so wie Bauern als Handlanger der Agrarkonzerne gesehen werden? Immer öfter kommt es zu Handgreiflichkeiten von Patienten gegenüber Ärzten und Gesundheitspersonal.
      Die Lehrer stehen im Kreuzfeuer der Elternverbände, Jugendanwaltschaften, Juristen, die Pädagogik in völlig praxisfremde Korsette zwängen und wirkliche Leistungen verhindern. Und in Wien gibt es jährlich zig gewalttätige Übergriffe auf Lehrer, die meist keine Konsequenzen haben, weil die Täter minderjährig sind und den Schulen ein Puffer pädagogischer Maßnahmen vorgeschrieben ist, der die Schüler weitgehend vor der Polizei schützt.
      Was stimmt ist, dass die Medien wechselnde Mode-Opfer haben, und dass die Lehrer und Schulmediziner im Moment gerade vergleichsweise weniger interessant sind als die Politiker und die Bauern, aber das kann sich auch schnell wieder ändern.
      Reinhard Seevers hat es richtig ausgedrückt: „Es geht ja eigentlich in unserer Diskussion um den Verlust an Vertrauen an allem und alles, von dem man vermeintlich abhängig ist.“
      Es geht um eine gemeinsame Meta-Ebene, auf die man sich begeben müsste, weil dort all die Gegner am ehesten wieder zusammenfinden würden.

      +2
      • Elisabeth Ertl sagt

        Entschuldigung @Smarti hätte es heißen müssen.

        Nachtrag: Dieses Bestreben, sich als Bauern mit seinen Problemen über die Probleme der anderen zu stellen, dient nur dem „Divide et Impera“ der neolibneralen Ordnung.

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        • Smarti sagt

          Elisabeth, teile und herrsche… ? Was machen wir hier ? Wir reden miteinander. In normalem Tonfall, mit allen Leuten die uns was fragen oder sich was von uns wünschen. Wir erzählen von unseren Betrieben, ehrlich und frei Schnauze. Das machen wir auch auf unseren Betrieben – nicht um „zu teilen“ sondern um zu informieren.
          Klar, manchmal denke ich auch: „es gibt gerade so viele schlimme Sachen, mache ich mich nicht zu wichtig ?“
          Vom Gefühl her denke ich aber, dass es eben doch sehr wichtig ist. Zuwenig Nahrungsmittel führt zu Bürgerkrieg. Vielleicht erstmal nicht bei uns, aber sicher in den Ländern, deren „Chefs“ die Lebensmittel gegen Devisen exportieren.
          Und das alles, weil ein paar „Weltretter“ den Hals nicht voll kriegen und ( zu ) viele landwirtschaftsferne Leute denen alles glauben.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Mir haben ja in letzter Zeit viele Beiträge von Bauer Willi sehr gut gefallen, weil sie eine sehr respektvolle Haltung den „Gegnern“ gegenüber gezeigt haben. Der aktuelle Beitrag wirkt auf mich eher wie ein Lückenbüßer.
            Klar geht es in einem Landwirtschaftsforum um Landwirtschaft und ihre spezielle Bedeutung.
            Wenn aber wie in einem weiter unten verlinkten Artikel das Gesundheitspersonal aus absoluter Überforderung aufhören muss, dann sterben auch viele Menschen. Und warum haben denn die NGOs mit ihrer Desinformation so leichtes Spiel, wenn nicht deshalb, weil das Bildungssystem schon vor der Landwirtschaft mehr oder weniger zusammengebrochen ist, was man an der Unbrauchbarkeit zu vieler AbsolventInnen sieht. So gesehen könnte man die Bedeutung der Bildung vor jene der Landwirtschaft stellen, und die Landwirtschaft ist ja jetzt auch gezwungen, eine Bildungsoffensive Landwirtschaft zu starten, ehe sie selber wieder weiterkommen kann.
            Aber ich halte ja eben nichts von solchen Konkurrenzkämpfen um die höchste Bedeutung für die Gesellschaft und um die maximale Monstrosität eines Problems.
            Mir geht es darum, das Bewusstsein aufrecht zu erhalten, dass all diese Probleme eine gemeinsame Wurzel haben, die nicht menschenfreundlich ist:
            dass das Geld wichtiger geworden ist als die Wirtschaft und ihre eigentliche Aufgabe, nämlich vorhandene Bedürfnisse zu befriedigen und nicht künstliche Bedürfnisse zu schaffen, wie das seit den späten 70er Jahren, verstärkt seit 1990 geschieht.
            Viel wird davon abhängen, auf welche Seite sich die Politik schlägt, wenn es darum geht, die Welt nach Corona zu gestalten: auf die Seite derer, die jetzt nicht wissen, was sie mit dem vielen Krisengewinnler-Geld tun sollen, oder auf die Seite der Gesamtgesellschaft mit einem neuen Konzept.

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            • Bauer Willi sagt

              @Elisabeth
              Mir geht es mit dieser Darstellung darum, klarzumachen, dass die Arbeitsteilung, so wie sie sich entwickelt hat, so verkehrt nicht ist. Das bedeutet aber auch, dass diejenigen, die uns kritisieren, diese Einsicht auch gewinnen. Da habe ich allerdings meine Zweifel.

              Nein, ein Lückenbüßer ist es nicht. Da steckt schon etwas Gehirnschmalz dahinter. Die Kommentare zeigen, dass er polarisiert. Und das finde ich für den Blog durchaus positiv.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Na, den „Prepper“, der ganz allein ohne irgendeinen Mitmenschen sich irgendwo selbst versorgt, den hat es in der Realität der ganzen Menschheitsgeschichte noch nie gegeben. Aber diese Spinner machen ja nicht das Gros der Landwirtschaftskritiker aus.
                Und umgekehrt habe ich schon den Eindruck, dass wir es in den letzten 30 Jahren mit der Arbeitsteilung überzogen haben – eben bis hin zu dieser gänzlichen Entfremdung, an der wir jetzt laborieren.
                Ich bin hier umgeben von Menschen, die ehemals von der Landwirtschaft gelebt haben und alle in gleicher Weise bedauern, dass das nicht mehr möglich ist. Die konnten alle Landwirtschaft, die haben sehr wohl für den Markt produziert und nicht nur zur Eigenversorgung. Die maxeln noch immer auf einem Teil ihrer Liegenschaft herum, weil sie ohne das nicht sie selber wären.
                Aber Brutalkapitalismus konnten sie nicht. Das konnte nur einer im Dorf, und mit dem ist bis heute nicht gut Kirschen essen.
                Und „die Gesellschaft“ bedauert auch, dass solche Bauern nicht mehr da sind. Sollte einem das nicht zu denken geben?
                Darum geht es doch. Und deshalb kann ich mit dem Vorschlag einer 2000 m² – Landwirtschaft als Antwort auf Landwirtschaftskritik wenig anfangen.

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                • Mark Rössler sagt

                  2000m² gibt es schon lange als Projekt.

                  Das scheint wohl erst die Gemüter zu erhitzen, wenn das mal andere als Vorschlag verbreiten.

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            • Lady sagt

              „auf die Seite derer, die jetzt nicht wissen, was sie mit dem vielen Krisengewinnler-Geld tun sollen, oder auf die Seite der Gesamtgesellschaft mit einem neuen Konzept.“

              Elisabeth, das ist doch genau das von Willi angesprochene Thema. Was ist ein Krisengewinnler? Und welche Gesamtgesellschaft sucht nach einem neuen Konzept wofür?
              Du bist vielleicht auf der Suche, ich nicht.
              Einige wenige aus unserer Gesellschaft wollen Landwirten erklären wie Landwirtschaft funktioniert. Andere wollen Menschen aus der Wirtschaft erklären wie Wirtschaft funktioniert. So wird es garantiert nichts.
              Wer wenig Ahnung hat,darf natürlich eine Meinung haben. Aber doch nicht den Besserwisser geben. Das ist schlicht anmaßend.

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            • Karl Timme sagt

              Elisabeth Ertl,
              „diese Probleme eine gemeinsame Wurzel haben, die nicht menschenfreundlich ist:
              dass das Geld wichtiger geworden ist als die Wirtschaft und ihre eigentliche Aufgabe, nämlich vorhandene Bedürfnisse zu befriedigen“

              Nicht das Geld ist wichtig. Der Wohlstand und das streben nach mehr, ist die Triebkraft.
              Das Geld hat keinen Wert, wenn dafür kein realer Gegenwert steht.

              Als Wessi begebe ich mich jetzt zwar auf Glatteis, ist aber dennoch ein gutes Beisspiel. An Geld hat es den wenigsten DDR-Bürgern gefehlt. Es gab aber nichts dafür zukaufen.
              Warum war ein 10 Jahre alter Trabi teurer als ein neuer?
              Warum wurden Dinge gekauft die knapp waren, aber die mann nicht brauchte?- Andere die etwas hatten, was mann brauchte, konnten es aber gebrauchen. (Zement, Kloschüssel, Dachziegel u.s.w.)

              Diese Tauschwirtschaft hat Funktioniert, bishin zum Velux-Fenster und Villeroy und Bloch Waschbecken!

              Dann auch ohne Devisen.

              Nicht das Geld erzeugt die Nachfrage, diese kann mit Geld nur befriedigt werden, wenn es noch einen Gegenwert hat.

              Genau davon verabschieden wir uns gerade! Daher die Flucht in „feste“ Werte (Land, Immobilien Edelmetal u.a.).

              Noch ist der Glaube an den Gegenwert nicht erschüttert, die Zeichen sind aber unübersehbar (negativ Zinsen, Überschuldung, Geldschwemme)

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Aber dieser Link, den ich oben gepostet habe, zeigt ja genau das: da gibt es Leute, die haben Geld wie Sand am Meer, und ihr ganzes Problem besteht darin, zu verhindern, dass es jemand anderer – außer ihrer eigenen Verwandtschaft – bekommt und damit etwas kaufen kann. Denen geht es nicht um den Gegenwert, weil sie eh schon alles haben, für die ist es ein Selbstzweck, man kann auch sagen: Macht – denn POTENTIELL kann man sich damit die Welt kaufen. Und so etwas hätte die Politik nie zulassen dürfen.

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                • Karl Timme sagt

                  „ihr ganzes Problem besteht darin, zu verhindern, dass es jemand anderer – außer ihrer eigenen Verwandtschaft – bekommt und damit etwas kaufen kann.“
                  Wenn dann haben sie Angst das ihre Krisengewinne (Fam Schwarz, Aldi und Co.) so besteuert werden, das diese weg sind. Was nicht mehr als gerecht wäre, denn irgend jemand muß die Zeche bezahlen.
                  Mit dem Geld soll nichts gekauft werden, ihr Link sagt doch, das damit das Sozialsystem gestüzt werden soll, weil dies Geld schon ausgegeben wurde.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Klar, die Sozialsysteme sollen es kriegen – zu Recht auch. Ob die Politik den Mumm haben wird – hoffentlich!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, es ist immer beliebt, seinen Unmut über das System auf die großen privaten Profiteure zu projizieren (Tönnies, Aldi, Schwarz und CO)
                  Aber wenn sogar eine deutsche Krankenkasse, die sehr erfolgreich junge Menschen durch günstige Tarife ködert, seine Mitarbeiter in den unteren Gruppen (Post, Scannung, etc.) ausschließlich über Zeitarbeitsfirmen mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen einstellt und nach der zweiten Verlängerung durch neue Zeitarbeiter ersetzen lässt, damit sie sie bloß nicht fest anstellen muss, dann sehe ich einen grundsätzlichen Systemfehler.
                  In einem mir bekannten Fall dürfen die abgehenden Mitarbeiter dann die neue einarbeiten und zum Dank bekommen alle ein Wertschätzungsgeschenk…..wie zynisch ist das denn? Lebensplanungen sind nicht mehr möglich, auch hier regiert allein die Kohle.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Genau, es ist ein grundsätzlicher Systemfehler.

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    • Stadtmensch sagt

      „Darf man „Grüne und Linke“ als weiteres Problem für die Landwirtschaft nennen ? Ich machs jetzt mal.“

      Der „Arbeiter und Bauernstaat“ war ja eine Idee von Linken. Wüsste jetzt nicht, was dabei für die Bauern nicht funktioniert hätte. Sozial bestens abgesichert konnten die genug produzieren, dass es für die „Werktätigen“ und für den Export gereicht hat. Staatlich gelenkte wissenschaftliche Landwirtschaft – ein Graus für jeden „Unternehmer“, der auf seinem Handtuch kaum die 3000 Euronen zusätzlich für eine Weiterbildung erwirtschaften kann. Lieber regt er sich auf, dass die neuen Vorschriften von dekadenten Städtern, immer höhere Anforderungen zur Emissionsreduktion, Transparenz, Tierwohl usw. bringen.
      Ist es die Schuld „linker Weltverbesserer“ dass in der mitteleuropäischen Ausprägung des „Spätkapitalismus“ das Modell bäuerlicher Familienbetrieb, der ein Einkommen mit Lebensmittelproduktion erwirtschaften kann, nicht zu halten ist? Das es keinen Rententopf für alle gibt? Dann gibts eben saftige Pachten nach Marktpreis. Wer den Markt will bekommt ihn. Viele kleine Minisozialsysteme für jeden Stand. Also beschwert euch nicht.
      Was ist schlimm daran, anders fremdbestimmt, als LPG, oder weniger, oder gar nicht mehr zu arbeiten? So wie es mit Tönnies gelaufen ist, wird es auch mit den übrigen Strukturen im primären Sektor laufen. Was haben Linke damit zu tun? Die würden diesen Fortschritt zu einem undemokratischen HNWI-Staat doch nur stören…

      +1
  7. Paulus sagt

    Da ist er wieder, der typische Bauer Willi, mit seinen mitunter mäßig intelligenten hypothetischen Konstrukten. 😉
    Und nahezu alle hier fahren erstaunlicherweise darauf ab.
    Ich hätte übrigens, das ist jetzt genau so mäßig intelligent und genau so hypothetisch, gar nichts dagegen. Da meine Mitbürger mit dem System hoffnungslos überfordert wären kam mir spontan eine Geschäftsidee in den Sinn. Ich würde sie von jeglicher Plackerei entlasten und deren Flächen für einen Appel und ein Ei sofort übernehmen, sozusagen als Generalbewirtschafter oder so. Dazu bräuchte ich nur ein paar qualifizierte Landwirte, jeweils Fachleute in ihrer Sparte. Der Rest ist Management, davon verstehe ich ein wenig und kann das auch als Nichtlandwirt.
    Gleichzeitig wäre das selbstverständlich das Ende des freien bäuerlichen Lebens. Und jetzt denkt mal darüber nach wem damit geholfen wäre.

    0
    • Arnold Krämer sagt

      Wenn Willis Input immer perfekt wäre, gäb’s ja nichts anzumerken und zu diskutieren, auch nicht für Paulus.

      +3
    • Arnold Krämer sagt

      Die Plackerei sollen dann ein paar qualifizierte Landwirte und Spezialisten übernehmen.
      Ein solches System haben wir doch, da brauchen wir keinen überbezahlten Manager, wie das heute in so vielen anderen Branchen der Fall ist. Aber vielleicht haben die Manager der zukünftigen Agrarkonzerne, die das (enteignete) Land für’n Appel und nen Ei bewirtschaften lassen, mehr Einfluss auf die Politik, dass diese weniger „Schwachsinn“ produziert?
      Paulus als neuer LPG-Leiter? Schöne neue Welt?

      +3
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Uih – die Rolle des Traumtänzers steht Ihnen leider nicht so gut zu Gesichte, werter Herr Krämer…;-)

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    • Bauer Willi sagt

      Der arme Paulus kann einfach nicht abstrahieren.
      Seine Geschäftsidee existiert ja längst und nennt sich Selbsterntefelder oder auch Solidarische Landwirtschaft.
      Und wie wir alle wissen, sind diese beiden Modelle derzeit der absolute Renner: für weniger als 0,01 % der Bevölkerung.

      +3
      • Paulus sagt

        Lieber Willi, du bist auf dem völlig falschen Dampfer. Ich käme nicht im Traum auf
        die schwachsinnige Idee von wegen Solawi oder Selbsterntefelder.

        +1
            • Inga sagt

              Von Selbsterntefelder, in der Solawi

              deswegen können nicht sich nicht alle aus eigener Hände Arbeit ernähren.

              Vielleicht sind sie dann im Betteln erfolgreicher.

              0
        • Bauer Willi sagt

          Hab ich schon verstanden. Ich bin zwar alt, aber nicht senil… 🙂
          Du machst den Chef, lässt ein paar Bauern für dich Arbeiten und ziehst anderen Leuten das Geld aus der Tasche. 🙂

          +1
  8. Ehemaliger Landwirt sagt

    “ EINMALIGE GELEGENHEIT; ihre Lebensmittel nach eigenen Vorstellungen anbauen.“

    So kann es nicht gehen!
    Eine Linie muss schon vorgegeben werden, zb. ohne Pestizide, ohne Dünger, höchstens eigener Kompost und liegt der Garten nicht beim Haus, muss alles mit dem Lastenfahrrad transportiert werden.

    +4
    • Bauer Willi sagt

      @Ehemaliger
      Nö, jeder so wie er will. Gerne auch mit Pestiziden, mit Kunstdünger… Dann wächst einfach mehr…

      0
    • Inga sagt

      Das haben wir doch früher in Omas Garten auch immer gemacht!
      Ertrag war ja egal, man brauchte ja nicht seinen Lebensunterhalt davon bestreiten!

      Wo der Ertrag nicht reichte, konnte man ja
      Dank der Bauern
      nachkaufen!

      Aber wenn es keine Bauern mehr gibt?

      und wie soll mit der sehr unrentablen Methode von Oma das ganze Volk satt werden!

      +3
  9. Meyer sagt

    Willi , ein Toller Text heute. Nach dem Krieg mußte jeder Hof Land für Gartenparzellen abgeben , damit die Mitbürger sich selbst versorgen konnten. Heute sind die Parzellen , wenn sie nicht schon lange wieder Ackerland geworden sind, reine Freizeitparzellen mit Rasen und ein wenig Alibigemüse. Die meisten Leute heute können auch nicht mehr kochen , sondern kaufen alles in Gefrierkost oder in Dosen als Fertigessen. Da darf man nur das Warmmachen nicht vergessen. Früher hackte man nach der Arbeit Brennholz und bebaute seinen Schrebergarten zur Ernährung . Auch die Häuser wurden meist in Eigenregie hochgezogen. Trotz der geringeren Wochenarbeitszeit mit viel Freizeit haben heute alle Streß. Wovon nur , denn nicht die Arbeit wird als wichtig angesehen , sondern die Freizeit. Mein Haus,mein Boot , usw. Das hat Priorität. Selbstversorgung — lachhaft ! Holen doch alles aus dem REWE. Kein Gedanke in dieser Richtung, aber wehe es fällt mal der Strom aus und dann für mehrere Tage ? Das Kaos mag man sich garnicht vorstellen, aber die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem abgestellten Kraftwerk , weil man keine Neuen baut.

    +1
    • fingerphilosoph sagt

      Im vergangenen Jahr hat sich im hiesigen Supermarkt der Anteil an Convenience Food mehr als verdoppelt und, Teufel-Teufel, bisweilen schmeckt es gar nicht mal schlecht. Die Qualität der Waren der regionalen Anbieter auf dem Wochenmarkt hat sich hingegen deutlich verschlechtert. Letztendlich entscheide ich mich primär für das, was mir schmeckt, ob bereits verarbeitet oder nicht, ob Bio oder nicht, ist für mich zweitrangig.

      +2
      • Inga sagt

        Der Geschmack ist ein schlechter Berater ,
        denn dann könnten sich doch alle von Süßigkeiten ernähren,
        Diabetes und Fettleibigkeit lasen grüßen.

        Also nicht den ganzen Tag Mohrenköpfe oder Negerküsse,
        und Eis als Nachtisch

        Der Mensch braucht neben vielen Ballaststoffen, Mineralstoffe und Vitamine, die in Süßigkeiten nicht drin sind,
        eben auch
        Kohlenhydrate,
        Eiweiß und
        Fett
        neben den vielen Vitaminen und Mineralstoffen.

        Das alles zusammen findet man am ehesten in so wenig wie möglich verarbeiteten Nahrungsmittel,
        also besser ganze Kartoffel (Pell- oder Salzkartoffel) als als von der Industrie hergestellter fertiger Kartoffelbrei oder -püree

        In der Kartoffel ist viel Wasser, Ballstoffe, Stärke (Kohlenhydrate), Eiweiß auch Vitmine und Mineralstoffe.

        Eine mittelgroße (173 Gramm) gebackene Kartoffel liefert 161 Kalorien. Sie hat 0,2 Gramm Fett, 4,3 Gramm Eiweiß und 36,6 Gramm Kohlenhydrate. Außerdem enthält sie etwa 3,8 Gramm Ballaststoffe. Die Kartoffel ist auch reich an vielen Mikronährstoffen und ist eine gute Quelle für verschiedene Vitamine und Mineralien.

        Was macht die Industrie?
        Sie analysiert die Kartoffel, nimmt sie auseinander und setzt sie wieder als Pulver für Kartoffelpüree oder -puffer zusammen.
        Und das im Schnellverfahren.

        Da bleiben wichtige Nährstoffe besonders Vitamine und Mineralstoffe auf der Strecke!
        Mit anderen Obst und Gemüse ist es ähnlich!
        Mit Fleisch bestimmt auch!
        Wollen wir dass?

        Nicht nur die Verbraucher werden von der Industrie verar…, sondern auch der Bauer beleidigt, in dem sie seine Früchte versaut…

        Darf die Industrie diese Macht von uns haben?

        +1
    • Inga sagt

      R. D. Precht hat festgestellt,

      dass die meisten Bürger in unserem Rechtstaat keine Pflichten mehr leisten wollen, sondern nur noch Rechte haben wollen und sich wie Kunden bedienen lassen wollen, schließlich bezahlen sie ja uashc Steuern!

      Deswegen haben sie bestimmt auch in unsren Feldwegen mehr Rechte als die Feldbearbeiter!

      0
  10. fingerphilosoph sagt

    Die 2.000 qm kann nur beackern, wer in der Nähe der Fläche wohnt. Der angehende Selbstversorger muss also die schicke Berliner Penthousewohnung aufgeben und von seinen 2.000 qm entsprechend Wohn- und Lagerfläche für die Arbeitsgeräte, Energie- und Nahrungsmittelvorräte, Winterfutter für die Tiere, Misthaufen, Stallungen abzweigen. Selbst wenn er im tiny house wohnt, bleibt von den 2.000 qm höchstens noch die Hälfte für Nahrungsmittel und Tierhaltung übrig.

    Das tiny house, den Schuppen und den Stall baut der angehende Selbstversorger mit dem Holz, das er aus dem Wald holt. Moment mal? Wo kommt jetzt auf einmal das Bauholz her? Und das Holz für die Heizung? Na gut, auf die Holzheizung kann der Selbstversorger verzichten, wenn er statt dessen ein Windrad aufstellt und mit Strom und Solarenergie heizt. Auf dem tiny house und dem Schuppen ist allerdings nicht soviel Platz für eine PV-Anlage. Mehr als 1 kW pro Tag dürfte nicht drin sein. Auf den Fernseher, den Thermomix, die Espressomaschine, den Gefrierschrank, die Waschmaschine, den Staubsauger und den Herd wird der Selbstversorger verzichten. Nur das Smartphone kann er sich energetisch noch leisten. Nun hat das Windrad allerdings ein Fundament und der Boden darum herum ist auf mindestes 200 qm verdichtet. Bleiben also noch 800 qm für die Nahrungsmittel und die Tierhaltung.

    Nun ist ja aber auch niemand mehr da, der Fernseher, Thermomixe, Espressomaschinen usw. herstellt, weil ja nun alle Menschen damit beschäftigt sind, ihre 2.000 qm zu backern. Das Problem hat sich also von selbst gelöst.

    Nachdem sich der Selbstversorger seine Möbel aus welchem Holz auch immer geschreinert hat, braucht er außerdem noch eine Matratze, eine Bettdecke, ein Kissen, Geschirr- und Handtücher, Unterwäsche, zwei Hosen, zwei Hemden, eine Jacke, eine Mütze, vielleicht Handschuhe. Wenn man synthetisch-chemische Produkte für den Acker ablehnt, gilt das natürlich um so mehr für die eigene Person. Klamotten und Bettdecken aus Chemiefasern sind also tabu. Wenn das Schaf also nicht genügend Wolle gibt, muss der angehende Selbstversorger zusätzlich Baumwolle oder Flachs anbauen. Was die qm angeht, tendiert die für Nahrungsmittel übrigbleibende Fläche nun gegen Null.

    Die meisten Werkzeuge inklusive dem Smartphone, dem Windrad und der PV-Anlage stammen aus Produkten aus dem Bergbau. Dort wo Bergbau stattfindet, ist wiederum kein Ackerbau möglich. Außerdem sind Bergbau und Metallbearbeitung extrem energieintensiv. Die dafür notwendigen Windräder und PV-Anlagen werden also auf Flächen aufgestellt, die der Selbstversorger gar nicht hat. Noch bevor überhaupt eine Kartoffel geerntet oder ein Schaf gefüttert ist, sind wir schon im Negativbereich angekommen.

    Macht ja aber nichts. Wir haben ja gelernt, dass auch Minuswachstum Wachstum ist. Und man auch mit Negativzinsen reich werden kann. Warum soll man sich also nicht von Ackerflächen ernähren, die bereits für Energiegewinnung, Bergbau, Metallverarbeitung und Baumwolle vergeben sind? Schließlich versetzt der Glaube ja auch Berge.

    +5
    • Reinhard Seevers sagt

      FF, du vergisst, der neue Bürger ist Minimalist und besitzt max. 100 Dinge, er tauscht seine Klamotten und sein Werkzeug mit dem Nachbarn, er sucht sich sein Essen aus dem Mülleimer der umliegenden anderen Selbstversorger (weil der eine mag den Sellerie nicht, der andere die Rote Beete nicht) und Strom ist nicht notwendig, weil keine Elektrogeräte vorhanden sind. Licht wird aus dem Talklicht gewonnen und gewaschen wird am plätschernden Bach im NSG. 🙋‍♂️

      0
    • Elisabeth Ertl sagt

      1) Willi hat die Agrarflächen durch die Bevölkerungszahl geteilt, das Siedlungsgebiet war nicht dabei.
      2) Ich frage mich, ob nicht einem Mitteleuropäer doch mehr als 2000 Quadratmeter zustehen. Er kann ja nicht ganzjährig anbauen wie in den Tropen.

      0
      • Bauer Willi sagt

        @Elisabeth
        Moment! Schon beginnen die Verteilungskämpfe. Soll der reiche Norden dem armen Süden schon wieder die Fläche wegnehmen?
        Damit eines auch klar ist: Österreich hat seine eigene Anbaufläche… 🙂

        0
        • Elisabeth Ertl sagt

          Ich denke schon, dass es darauf ankommt, welcher Ertrag möglich ist. Einem Bergbauern nur 1454 kargen Talboden auf 1500 Metern plus 616 Quadratmeter Almweide fände ich unfair gegenüber einem Weinviertler mit Acker und Naturschutzgrünland.

          0
      • fingerphilosoph sagt

        1. Die kompakte Wohnsituation mit Hochhaustürmen, wie sie in Millionenstädten verwirklicht ist, kann nicht beibehalten werden, wenn jeder seine 2.000 qm selbst bewirtschaftet. Die Menschen aus den Städten zerstreuen sich bei diesem Gedankenexperiment ja in die landwirtschaftlichen Flächen hinein, das heißt, die Zersiedelung der Landschaft wird ganz neue Dimensionen erreichen. Dank der Megacities betragen die Siedlungsflächen weltweit derzeit nicht mehr als 2% der Landfläche des Planeten. Das wird sich ändern, wenn jeder auf Selbstversorgung macht. Da aber alle Landflächen, die genutzt werden können, bereits genutzt werden, geht diese Zersiedlung auf Kosten der Acker- und Wiesenflächen. Das muss man natürlich mit einkalkulieren.
        2. Wenn Sie das jeweilige Klima in das Gedankenspiel mit aufnehmen, dann bitte auch die Qualität der Böden. Die nördlichen Böden konnten sich in den Eiszeiten jeweils erneuern, die tropischen nicht. Die sind häufig eher nährstoffarm.

        +1
        • Smarti sagt

          Rein von der körperlichen Gesundheit/Kraft würde eine solche Selbstversorgerfläche kaum jeder 20.te länger aus drei Jahre aushalten. Ich weiss, wovon ich spreche. Da ist die Frage, ob sich das jemand „antun“ will noch gar nicht dabei. Ich denke, ich kenne viele Menschen, „richtige Gemüseselbstversorger“ kann ich an einer Hand abzählen. Also da sind Getreide, Kartoffeln ganzjährig und Oel oder Tiere noch gar nicht dabei. Viele „erfolgreiche Gärtner“ machen eine Beratungsfirma auf oder werden Blogger – warum wohl ?

          0
          • Obstbäuerin sagt

            Dank der neuen Verteilungsrichtlinien der GAP können sich die Berater für Blümchenwiesen nun eine goldene Nase verdienen und da werden wir sie alle wiederfinden, die „erfolgreichen Gärtner“, die noch nie in der Landwirtschaft gearbeitet haben, Smarti.

            +2
      • Inga sagt

        Er kasnnaber haltbar machen,
        das macht ja die Industrie für uns auch!

        Ach mehr Land wie die Leute im Süden, damit man zum Haltbarmachen für den Winter auch anbauern kann!

        Ab er icih da mit Stalldung aushelfen kann?

        Not macht erfinderrisch!

        Und bei Kartoffelkäfer, bitte das ablesen nicht vergessen!

        0
  11. Reinhard Seevers sagt
    • Elisabeth Ertl sagt

      Corona ist für das medizinische Personal eine unvorstellbare Zumutung. Erstaunlich, dass das überhaupt noch so viele machen.
      Interessanterweise hängen Seuche und Ernährung eng zusammen: Schwere Fälle sind großteils Folgen von Völlerei und dekadenter Bequemlichkeit: nämlich jene der Krankheiten Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck und Herzinsuffizienz. Vorbeugend wären Fasten, Verzicht auf leere Kohlehydrate und körperliche Betätigung. Gewiss, manche können nichts für ihre Vorerkrankungen, und manche haben keine. Diese Fälle allein wären wahrscheinlich zu bewältigen.

      +1
      • Reinhard Seevers sagt

        Klar Elisabeth, man könnte natürlich auch am Eingang zur Intensivstation selektieren und einfach die subjektiv als Selbst verschuldet Identifizieren aussortieren …..blöd wird es, wenn der Ursprung der Infektion beim gestählten, sportlichen und jungen Nachbarn liegt. Den müsste man dann erschießen oder? Schließlich ist der dann die Ursache….alles nicht so einfach oder?

        0
        • Elisabeth Ertl sagt

          Nein, aber die Regierungen könnten einmal, anstatt nur das lukrative Maskengeschäft zu befeuern, Fastenkuren empfehlen, Zucker besteuern, mehr Freiluftsport ermöglichen, Arbeitslose zur Feldarbeit einteilen etc.

          0
          • Ferkelhebamme sagt

            Arbeitslose zur Feldarbeit einteilen ist in D schon praktiziert worden. Ist voll nach hinten losgegangen!

            +1
            • Elisabeth Ertl sagt

              Hab mehrere Bauern sagen gehört: „Wenn ich schon sehe, wie der das Werkzeug angreift, dann kann er gleich wieder gehen.“ Das ist AUCH ein Grund, warum es nicht funktioniert hat. Ein bissl Geduld mit Leuten, die ja nichts dafür können, von der LW weit weg zu sein, wäre da schon gefragt.

              0
          • Reinhard Seevers sagt

            Elisabeth, wir leben in einer Demokratie….in China wird jeden Tag Freiluft-Sport vor der Schule und vor Arbeitsbeginn zwangsweise umgesetzt. Österreich kann ja schon Mal anfangen mit der Umerziehung, wir schauen dann Mal, wie das funzt.😁

            +1
            • Arnold Krämer sagt

              In einer zukünftigen Ökodiktatur ist mehr möglich. Die Chinesen haben vor Jahrzehnten ihre verweichlichten Städter auch schon mal aufs Land geschickt.

              +1
            • Elisabeth Ertl sagt

              Ich habe geschrieben „Freiluftsport ERMÖGLICHEN“, jetzt sind die Plätze gesperrt, das hat viel eher mit Diktatur zu tun. Und Arbeitslose sucht man sowieso immer irgendwo unterzubringen . ich hab da nur einen Vorschlag gemacht.

              0
      • Thomas Apfel sagt

        Man, habe ich ein Schwein! 63,schon einen Herzinfarkt, leicht vom idealen BMI abweichend und auch noch Diabetes Typ 2 trotz schwerer körperlicher Arbeit (genetische Kohortenhaftung: schon was davon gehört Frau Ertl ?) Korona habe ich relativ problemlos überstanden und bin immun (Bluttest).

        Bei einem Anteil von 70 % der Todesfälle im Alter von über 80 und 88 % über 70 (i.d.R. kurz vor 80) finden sich wohl alle altersbedingten Erkrankungen recht häufig unter den Betroffenen.
        Zu den Hauptproblemen mit Korona-Patienten in den Kliniken gehörte im Übrigen die hohe Betroffenheit von Demenz in dieser Altersklasse in der Anfangszeit. Das Pflegepersonal hat hier riesege Probleme, vor allem, wenn die Leute noch mobil sind. Die reißen sich die Nadeln raus, fallen aus den Betten und noch andere unangenehme Nebenerscheinungen. Das ist für das Personal tatsächlich unzumutbar, aber so ist das nun mal bei Seuchen.
        Ich finde Ihre Ausführung gelinde gesagt anmaßend Frau Ertl.

        +2
        • Elisabeth Ertl sagt

          Herr Apfel,
          ja, Sie hatten Glück, und dieses Glück war und ist Ihnen auch weiterhin von Herzen zu wünschen. Die genetischen Kohorten habe ich oben selber ausgenommen, so wie ich immer die Armutsgefährdeten vom Vorwurf der Schnäppchenjagd am Lebensmittelmarkt ausnehme.
          Weil STATISTISCH vor allem Ältere betroffen sind, kriegen sie zuerst eine Impfung, auch wenn sie keine Vorerkrankungen haben.
          Weil ein Lockdown STATISTISCH die Infizierten- und Todeszahlen senkt, müssen auch die Kinder ins Homeschooling, obwohl nur sehr wenige von ihnen schwer erkranken.
          Und wenn die Ärzte sagen, dass STATISTISCH diejenigen mit den oben erwähnten Vorerkrankungen (deren Risikofaktoren, nicht nur die genetischen, bekannt sind) das Gros der Intensivpatienten stellen, warum ist es dann anmaßend, wenn ich politische Maßnahmen im Sinne der Volksgesundheit vermisse – unter dem Eindruck einer Bekannten, die im Gesundheitswesen arbeitet und mir die Überlastungssituationen ebenso drastisch schildert wie hier die Bauern die ihren mit entsprechenden Wünschen an die Gesellschaft?
          Im übrigen trifft die britische Variante jetzt viel jüngere PatientInnen.

          0
      • Inga sagt

        Also was ich eben dachte,

        was hab3en die Altenpfleger mit den Bauern gemeinsam?

        Sie machen aus der Sicht des Ottonormalverbrauchers so simple Jobs, dass das jeder kann.

        Weil jeder Mensch sich hervorheben will,
        macht er Vorschriften!

        Darunter leiden Bauern und Altenpfleger!

        Muß da sein?
        Die Technik ist fortgeschritten und beide Berufe müssen mit High tech ausgeübt werden, das muß gelernt und geprüft werden.

        Warum will das den ewig gestrigen nicht in den Kopf?
        Wir haben doch ein hochentwickelte Kultur.

        +2
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Pfleger und Pflegerinnen, arbeiten für einen verhältnismäßigen bescheidenen Lohn, leiden unter ständigem Personalmangel und arbeiten seit einem Jahr am Anschlag.

      Jetzt müssen sie zusehen, um es mal vorsichtig Auszudrücken, unvernünftige Menschen meinen, sie müssen gegen die Maskenpflicht demonstrieren, und können ohne Hemmungen andere mit dem Virus anstecken.
      Das Personal der Krankenhäuser muss das alles ausbaden, natürlich auch die infizierten.

      Übrigens, noch 4 Wochen muss ich vorsichtig sein, vor 14 Tage bekam ich die erste Impfung.

      +2
  12. Inga sagt

    Die Flüchtlinge aus dem Sudetenland nicht zu vergessen!
    Ist das Wort „Flüchtling“ in dem Zusammenhang nicht eine Beleidigung?

    Ist das Wort „Vertriebene“ nicht besser angebracht?

    Oder galt das nur für die Ewig Gestrigen?

    0
  13. Wilhelm Harms sagt

    Schon fast wieder witzig wenn der Texteditor aus verdUmmt einfach verdAmmt macht und beides voll und ganz zutrifft !

    +2
  14. Wilhelm sagt

    @Paul:
    200 dt Roggen vom Hektar ?
    Holla die Waldfee !!!
    Als Bio ?
    Mit welcher Mehlausbeute ?
    Wo hast du die Bienen her ?
    Eigene Exkremente = Klärschlamm:
    Du darfst aber die heutige Landwirtschaft nicht ?

    Manche haben beim Denken kein Glück und wenn dann noch Pech dazu kommt . . . .

    +2
    • Paul sagt

      @Wilhelm

      Ich kenne jemand, der hat auf 600m2 12dt Roggen geerntet und meinte es wäre noch viel mehr drinne. Man braucht einen guten Boden, Roggensamen ohne Halmverkürzung und einen Abstand von 50cm pro Samenkorn. Die Mehlausbeute lag bei 50%, denke ich 🤔. Jedenfalls meinte er „mit 1m2 zwei Brote backen zu können“. Wenn jedes Brot 750g wiegt mit ungefähr 500g Mehl… Habe ich falsch gerechnet?

      Die Bienen werden im Wald gehalten 😀 Willi sprach davon das Ackerland zu verteilen, vom Wald sprach er nicht…

      Exkremente werden im Boden viel besser abgebaut als im Wasser. Daher ist es unsinnig erst noch eine Wassertoilette zu nutzen. Better wäre eine Trockentrenntoilette, wie schon zu Zeiten der Römer (pecunia non olet). Urin wird in der Flasche aufgefangen und mit Wasser verdünnt als Direktdünger genutzt und über die Feststoffe wird Holzkohle gestreut, um Geruch entgegen zu wirken.

      0
      • Inga sagt

        das haben unsere Uropas auch gemacht!

        Ob der Dung aus Conveniens-Food schlechter düngt als von ehrlichen Essen?

        An die Medikamente muß man auch denken!

        0
      • Reinhard Seevers sagt

        Jägerlatein oder Anglerlatein ist bekannt, aber Roggenanbauerlatein ist neu…..200dt/ha alles klar. Jetzt weiß ich auch, warum alles wieder kleiner werden muss….👍

        +2
      • Thomas Apfel sagt

        „50 cm Abstand“……: Frage an den Sender Erewan: „Stimmt es, dass der Weizen in Russland so stark wie Telegrafenmasten ist ?“
        Antwort: „Im Prinzip ja, er ist nicht so stark und so hoch, aber die Abstände stimmen überein!“

        +7
        • Reinhard Seevers sagt

          Bei einem Einzelkornabstand von 50cm und einem Reihenabstand von 50cm stehen auf 600qm 2400 Pflanzen mit einem Ährengewicht von 500g…..Ein Brot pro Halm, das ist sportlich!✊🤔

          +3
            • firedragon sagt

              Kann man den Quatsch von Paul bitte als Comedy kennzeichnen, sonst glaubt das tatsächlich noch jemand…🙄

              +2
  15. Wilhelm Harms sagt

    Schöner Artikel !
    Die Hälfte der Bevölkerung interessiert es nicht und weiß nicht mal um was es dabei geht weil sie alles nur beim Discounter kaufen und die Bauern somit nicht brauchen.
    Ein Viertel will es nicht wissen weil Mitglied in irgendeiner Antiorganisation die ihr Feindbild verlieren würde.
    Ein Zehntel hat reichlich viel Kohle und liest nur den Aktien- und ab und an mal den Immobilienteil und kauft nur Bio.
    Eineinhalb Zwanzigstel kaufen Bio und schimpfen auf die Landwirtschaft ohne zu wissen wen und was sie meinen.
    Fünf Hundertstel sind in der Politik oder Verwaltung und werden niemals etwas gegen ihren Job (Kontrolle) oder den willigen Prügelknaben der Nation tun.
    Eineinviertel Fünfzigstel arbeitet im LEH oder davor und danach und kann Qualität ermessen.
    1 Tausendstel – das sind wir . . . . .

    99,99 % verstehen nix von Bruchrechnen, hat damals geschwänzt oder nicht aufgepasst – oder noch besser: Mengenlehre gehabt oder nur Singen und Klatschen.

    Aber alle sind sich einig das wir zu dumm sind unsere gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen.
    Landwirtschaft ist eben weitaus mehr als ein Job und Trecker fahren.

    Trotzdem und / oder gerade deswegen ist
    „Lieber Mitbürger – mach es doch selbst!“
    der richtige Weg unserer Gesellschaft dezent aber bestimmt aufzuzeigen wie weit sie inzwischen verdammt ist !

    Wieder und wieder und immer wieder, dezent aber nachhaltig !

    +10
  16. Paul sagt

    Brauche ich eine Ohrmarke, wenn ich das Tier selber esse? 🤔

    1) mit dem Gras des Grünlands wird das Ackerland gemulcht.
    2) organischer Dünger von Küchenabfälle und eigene Exkremente.
    3) ich mag Roggenbrot (Sauerteig) 🤤. Auf 1000m2 bekomme ich 20dt raus.
    4) ich nehme im Kuchen Honig (oder Obst) und sojamehl (Ei-Ersatz). Da brauch ich kein Zucker.
    5) warum darf ich die Bäume nicht auf den Acker pflanzen? Oder ist das gesetzlich nicht so einfach möglich?
    6) Noch nie von Wintergemüse gehört? Kohl, Feldsalat, Chicorée (okay, das ist aufwendig), Bete, …

    Wenn ich auf für 1 Jahr eine Ausbildung bekomme, ist ja alles machbar 😊👍.

    Ach ja, noch was… Für 1200m2 brauche ich keine schweren Machinen. Da hilft mein Nachbar mir mit der Hand und ich helfe ihn dann zurück.

    Alles dreht sich hier wohl auf ein Verteilungsproblem hinaus. Jeder kann Landwirt, wenn er etwas lernen möchte und selbst nachdenkt über die „best practice“.

    Nur ist es in dieser Welt so, dass sehr wenige Landwirte sehr viel Land besitzen oder pachten, weil nicht jeder Lust auf Landwirt hat. Sie tun es mit Traktor und Spritzmittel bekämpfen, weil sie keine Zeit haben sich Gedanken darum zu machen, was für das Land wirklich am besten ist. Dann kommt da noch die blöde Politik um die Ecke, die auf die schädliche Auswirkungen der Landwirtschaft reagiert. Und finanzieren muss man ja auch noch alles!

    Ihr Landwirte habt es wirklich nicht leicht… Also, ich würde ihr Angebot annehmen und die Herausforderung angehen. Es ist vermutlich das beste jeden Erdenbürger ein Stück Land zu geben. Dann sind Traktor, Spritzmittel, chemischer Dünger, unnütze Streitereien, Landwirte-Mobbing und überbürdende Burokratie absolut unnötig.

    Ich wohne in Weimar. Gibt es jemanden in meiner Nähe?

    0
    • Annick sagt

      Lieber Paul, das was Sie sich da vorgenommen haben, hat dieser Herr praktiziert und genau dokumentiert. Sehen Sie sich das doch mal an und erklären Sie dann, was Sie anders machen würden, um sich dann von ihrer Fläche ernähren zu können. Sehen Sie sich bitte alle 3 Filme an, bevor Sie antworten.

      +1
    • Thomas Apfel sagt

      Leute wie Sie, Paul, verdienen ihr Geld meist woanders uns „spielen“ Landwirtschaft. Es ist nicht so einfach, wie Sie sich das vorstellen, zumal, wenn Sie auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen sind und sonst verhungern müssten.
      1. Gras ist keine „frei verfügbare“ Kalkulationsmasse, weil auf dem Grünland verwertbare Nahrungskalorien erzeugt werden (je Flächeneinheit ganzheitlich betrachtet sogar mehr als auf Acker).
      2. Der organische Dünger aus kompostierten Küchenabfällen verballert im Prozeß der Kompostierung 75 % seines Kohlenstoffs als CO2 in die Luft. Es gibt kein Perpetuum Mobile, es sei denn Du kompostierst dich selbst.
      3. Da haben wir wieder das mit dem Rechnen können: auf 1000 m2 Roggen im Öko-System erntest Du 180 bis 350 kg (also 2 – 3 dt), dann ist deine Fläche aber schon fast verbraucht.
      4. Honig braucht Bienen (ein Volk braucht 10 ha Landschaft um sich zu ernähren)
      und Soja müsstest Du anbauen und aufwändig entgiften ( die Pflanze ist erstmal giftig für Menschen)
      5. Bäume waren früher ergänzende Zweitnutzung mit Wechsenden Erträgen -. können also durchaus auf die Wiese – weil Du die Ackerfläche uneingeschränkt brauchst.
      6. Wintergemüse braucht Lagerfläche (und ist ein wenig einseitig)

      Bitte mal genau schauen, was Dein Leben ausmacht, die Eigenernährung mit den Methoden, die Du beschreibst ist nämlich ein Vollzeitjob – ohne dass Geld verdient wird, Deine Wohnung gebaut und versorgt, geschweige denn beheizt, wird.

      Bei mir hättest Du die Gelegenheit dich auszuprobieren – ist leider 350 km von Waimar entfernt. Andere tun das aber mit sehr mäßigem Erfalg und bislang mit viel Input und nix Kreislaufwirtschaft.

      +3
      • Smarti sagt

        Bei uns auf dem Hof wohnt seit gut 6 Jahren eine rumänische Familie. Die Ehefrau hatte in Rumänien unter prekärsten Verhältnissen die Kinder grossgezogen und eine Voll-Selbstversorgung mit Gemüse, Mais, Ziegen und manchmal einem Schwein betrieben. Das wenige Geld, das der Ehemann als Saisonarbeiter in den verschiedensten Ländern nach Hause gebracht hat, wurde für den Bau von vermieteten ( Verwandtschaft ? ) Häusern in Bukarest verwendet.
        Wenn Maria nicht mehr in unserem Selbstversorgergarten ( der sie mit mir zusammen angelegt hat und den sie liebt ) arbeiten würde, bräuchte es als „Ersatz“ zwei gelernte Gärtner oder 6 fleissige Helfer oder 20 Paul^s.
        Maria braucht im Monat für 4 Personen keine 100.- Euro für Lebensmittel – wir gehen gemeinsam einkaufen, deshalb weiss ich dies ziemlich genau.

        +5
        • fingerphilosoph sagt

          Wieviel Fläche stand Maria in Rumänien denn zur Versorgung wie vieler Personen zur Verfügung? Dann hätten wir mal einen konkreten Vergleichswert.

          0
          • Smarti sagt

            Habe nachgefragt: – Kartoffel, Kürbis, Melonen und Kohlacker etwa 750 m2 – Folientunnel 120 m2, mit Holzofen, denn im Winter ist es kälter und im Sommer noch trockener…, Hausgarten plus Beeren 140 m2. 1 Schwein, 20 – 30 Hühner, Ziegen laufen frei im Dorf, haben aber Besitzer. Davon lebten 3 Kinder und 3-4 Erwachsene. Maria hat Melonen, Tomaten und Eier verkauft und besass einen kleinen Lebensmittelladen und die „Post-Bank“.
            Marias Schwester arbeitet als Krankenschwester in Rumänien und verdient etwa 180.- Euro im Monat, die Lebensmittelpreise sind in etwa so hoch wie in Deutschland.

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      • Theoretisch kann man bei Punkt 5 auch Bäume auf den Acker stellen (silvoarable Agroforstwirtschaft), ohne die Erntemenge stark zu verringern. Aber das erfordert neben landwirtschaftlichen Kenntnissen auch noch forstwirtschaftliche Kenntnisse, weil es nicht mit allen Bäumen und auch nicht mit allen Kulturen funktioniert. Hängt natürlich auch mit dem Boden zusammen. Besonders die Brandenburger stecken seit einigen Jahren viel Energie rein, auf den dortigen leichten Böden verspricht es besonders große Erfolge: In Eberswalde läuft seit 2017 ein Langzeitversuch, die BTU Cottbus-Senftenberg forscht ebenfalls in dem Bereich.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Schon alles richtig, aber Bauern sind GENAUSO auf die übrige Gesellschaft angewiesen wie umgekehrt. Keiner baut seinen Traktor aus Rohstoffen allein zusammen, auch nicht seinen Computer, nicht einmal die Photovoltaikanlage auf seinen vielen Dächern. Er produziert keine eigenen Pestizide, keine Gummistiefel, vielleicht näht ihm seine Frau sein Arbeitsgewand, aber den Stoff webt sie nur selten selber und die Knöpfe und Reißverschlüsse macht auch jemand anderer. Und wenn er eine schwere Krankheit hat, vertraut er nicht allein auf die paar Kräuter, die auf seinem Grund wachsen, sondern ist froh, dass es ein Krankenhaus und eine Intensivstation gibt.
        Jetzt sagen Sie vielleicht, im Ernstfall kann er auf das Wissen seiner Vorfahren zurückgreifen, als man in einer geschlossenen Hauswirtschaft noch alles selber produzierte. Aber die Vorfahren eines Großteils der Kritiker gehörten zumeist auch dieser gesellschaftlichen Schicht an, und viele interessieren sich wieder für diese archaischen Lebensformen.
        Außerdem: Die moderne Besserwisserei trifft ja nicht nur Bauern. Patienten gehen mit der fertigen Diagnose von Dr. Google zum Arzt und wollen diesem gar keinen Spielraum bei der bereits fixierten Therapie mehr lassen.
        Eltern sind zwar wegen Corona mit dem Unterrichten ihrer Kinder heillos überfordert, aber sie wissen ganz genau, warum der Unterricht der Lehrer schlecht ist, und dass es auch in Zeiten der Pandemie viel besser laufen könnte in der Schule. Etc. etc.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Da bin ich bei Elisabeth!
          Es geht ja eigentlich in unserer Diskussion um den Verlust an Vertrauen an allem und alles, von dem man vermeintlich abhängig ist. Nur geht’s bei der Landwirtschaft um die Existenz der einzelnen Betriebe und der grundsätzlichen Ausrichtung der zukünftigen Ernährung. Die Kritik von außen erfolgt aus der Position der gesicherten Versorgung…..scheint die Mehrheit zu meinen. Die neuen Medien in Verbindung mit der Geschwindigkeit der Informationsverbreitung tun ihr Übrigens. Ruhig bleiben und weitermachen scheint mir angesagt, lassen wir uns nicht anstecken vom allgemeinen Chaos.

          +2
          • Arnold Krämer sagt

            „Ruhig bleiben und weitermachen scheint mir angesagt, lassen wir uns nicht anstecken vom allgemeinen Chaos.“
            Das denke ich eigentlich auch, aber……
            Alle mittlerweile auch stark vom Handel betriebenen/verlangten Umstellungen (aktueller Aldi- Prospekt zu Schaleneiern) erfordern Investitionen, diese benötigen Baugenehmigungen, diese erfahren Widerstände durch Bürgerinitiativen (unterstützt von E. Niemann) usw. usw.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Herr Krämer, jede Baumaßnahme ist heute mittelbar oder unmittelbar von vielfältigen Widerständen betroffen. Das ist Tagesgeschäft geworden, und mit den Problemen müssen wir sowieso umgehen und tun es auch täglich.
              Komplexität generiert mehr Zeitaufwand und höhere Kosten.
              Sogar Betriebe, die den Vorstellungen der neuen Kunden entsprechen, sind betroffen. Das wird man nicht zurückdrehen, man kann es hinnehmen, oder eben lassen. Was man nicht beeinflussen kann, das sollte man akzeptieren und die eigenen Schlüsse daraus ziehen. Politik, Berufsvertretung, NGOs, und auch die Betriebe selbst, wirken ins System hinein und beeinflussen es, da ist es schwierig eine Änderung in die gewünschte Richtung zu erreichen.

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            • Thomas Apfel sagt

              Vorgestern hatte ich im Auftrag unserewr Genossenschaft zwei Wissenschaftler hier, die arbeiten an einem Projekt im Auftrag von Kaufland. Die wollen die Humusgehalte im Boden erfassen und Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten. Da ich die Beiden kenne, konnten wir uns auf eine vernünftige Art der Probenerfassung verständigen.
              Im Grund geht es wie bei REWE Pro Planet, wieder darum: „Liebe Kunden, kuckt mal, wir, Kaufland sorgen dafür, dass unsere Lieferanten die Bodenfruchtbarkeit erhalten. Da krieg ich schon beim ersten Ansatz nen dicken Hals, weil ich genau weiß, dass daraus neue Dokumentationspflichten und Maßnahmen erwachsen, die mir Keiner bezahlt! Die mischen sich in jedes Feld ein.
              Es reisst einfach nicht ab. Wer sich mit Humus befasst, weiss, dass die Materie eigentlich zu komplex für dauerhafte verifizierbare Verbesserungen ist.

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              • Reinhard Seevers sagt

                ….und die finden immer Landwirte, die das Spiel mitspielen…..insofern.

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                • Thomas Apfel sagt

                  Vollkommen richtig, Kommt dann immer über die Vermarktungsorganisation. Kannste dich ja auslisten lassen!
                  Zugegebenermaßen interessierts mich auch selbst. Die versuchen nämlich auch die Microbiologie zu verifizieren. Für das Gebiet ist die Datenlage bislang sehr dünn. Ist im Übrigen nicht auf meinem Betrieb.

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                • Inga sagt

                  Die sollen mit den Landwirten, als Lieferanten einen Vertrag machen, damit diese Aussagen an die Kunden auch eingehalten werden.
                  Natürlich wird den Landwirten der Mehraufwand bezahlt,
                  Denn sonst dürften die eigentlich kreinkeine Reklame damit machen.

                  Das wäre dann nachgewiesene Ausbeutung.

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              • Inga sagt

                Ja,
                Liebe Kunden guckt mal,
                wir bevormunden die doofen Bauern vom Dorf,
                denen wollen wir es mal zeigen.

                Einer muss ja mit der Agrarwende anfangen.

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        • firedragon sagt

          Frau Ertl
          und weil ich auf all die anderen Berufsgruppen abgewiesen bin, würde mir im Traum nicht einfallen, denen besserwisserisch gegenüberzutreten.
          Ich kann Fragen stellen und mir Dinge erklären lassen, so dass ich es für mich verstehe und ggf. anwenden kann, wenn nötig.

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        • Ludger sagt

          Und für die tatsächlich Unwissenden mal so ein Durchschnittswert ziel der konventionellen landwirtsc haft is etwa grob und je nach Sorte ,Art, Bodenverhältnisse und Regenwahrscheinlichkeit etwa 200 keimfähige Körner
          je Quadratmeter auszubringen um auch die Nährstoffe im Boden verwerten zu können

          +1
    • Lars sagt

      Natürlich brauchen Sie eine Ohrmarke für ihr Tier, auch wenn Sie es selbst essen wollen und ganz selbstverständlich müssen ihre Tiere bei den zuständigen Veterinärbehörden anmelden.

      Ihre eigenen Exkremente dürfen Sie gar nicht als Dünger einsetzen. Klärschlamm darf man nur einsetzen, wenn er entsprechend untersucht und behandelt wurde und dann auch nur zu Kulturen die nicht wurden den direkten menschlichen verzehr gedacht sind.

      Bei ihrem Grünland dürfen Sie nicht vergessen es zu düngen, denn sonst mergeln Sie den Boden aus und die Menge an Mulch, die Ihnen zur Verfügung steht, wird jedes Jahr geringer werden und passen Sie auf, denn mit Mulch holt man sich auch recht schnell die Samen ungewollte Begleitkräuter ins Land.

      Woher bekommen Sie bei eigenem Anbau Ihr Sojamehl?

      Natürlich dürfen Sie ihre Bäume auf Ihren Acker pflanzen, nur dann wachsen dort eben nur Bäume, denn Gemüse im Schatten der Bäume anzubauen klappt nicht, das die Bäume andere Kulturen beschatten und ihnen Wasser und Nährstoffe nehmen.

      Sie möchten Ihre 1454 m² von Hand beackern. Natürlich ist das machbar. Ich hoffe Sie haben einen guten Spaten. Haben Sie schon mal ein Stück Gartenland mit der Hand umgegraben?

      Da Sie ja so zuversichtlich sind, diese Arbeit leisten zu können und das nötige Wissen zu haben, so kann ich Ihnen nur empfehlen sich eine Kleingartenparzelle zu besorgen. In vielen Gegenden werden solche Flächen zu Hauf frei, da die Generation die so etwas gemacht hat, langsam wegstirbt und die folgende Generation kein Interesse daran hat. Wenn man möchte, findet man Flächen. Immer frisch an Werk und zeigen Sie Bauern wie man es macht.

      +11
      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich mach ja seit vielen Jahren Hobbylandwirtschaft – also klar geht das mit der Selbstversorgung nicht so, dass da jeder als Insel existieren könnte. Und klar ist besserwisserei auf welchem Feld immer abzulehnen.
        Trotzdem geht diese Diskussion an der Realität vorbei:
        Wenn es wirklich so weit käme, dass die Versorgung zusammenbräche und jeder wieder auf sich gestellt wäre, dann würde kein Hahn mehr krähen nach Ohrmarken, Menschendüngerverbot, Aufzeichnungspflichten etc.
        Außerdem weiß auch der hartgesottenste Landwirtschafts-Romantiker, dass es im Dorf schon immer Müller, Fleischer, Hufschmiede, Bauerndoktoren und Kräuterweiber etc. gegeben hat, und dass die Bauern nicht alles selbst gemacht haben.
        Und wenn man von 2.000 Quadratmetern spricht, dann sollen die Profis halt erklären, wie sie pro ha 50 Menschen satt kriegen – aber bitte nicht nur in der Magdeburger Börde!! In Österreich hat übrigens jeder Bürger 1.500 m² Ackerland und 2.000 m² Grünland zur Verfügung. Und wir importieren viel Gemüse und Obst!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Elisabeth, wenn der Krisenfall der Maßstab sein soll, dann ist alles möglich. Dann müssen wir über nichts mehr diskutieren, dann werden auch Menschen wegen eines Stückes Speck umgebracht werden….dann ist vegan nur noch Makulatur und Solidarität ein Fremdwort.

          +2
          • Elisabeth Ertl sagt

            In der Gegenwart auf 2000 Quadratmeter ALLES produzieren, was der Einzelne braucht, das kann ja Bauer Willi selber nicht. Daher weiß ich nicht, was die Besserwisser hier lernen sollen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Elisabeth, die Betrachtung ist die gleiche, wie die, dass man mit Solawi, vegan oder Bio die Menschheit ernâhren könne. Das, ist in meinen Augen die Botschaft.
              Nur gemeinsam, arbeitsteilig und Ideologie übergreifend ist es zu schaffen.

              +1
            • Smarti sagt

              Wenn man die nutzbare Fläche der Erde durch die Anzahl der jetzt lebenden Menschen teilt, dann kriegt „man“ anscheinend diese 2000 m2 pro Person. Wenn Dir die Fläche nicht reicht, dann heisst dies, Du lebst über dem Durchschnitt – isst jemand anderem was weg… schwierig ist ja auch, dass die Anzahl der Menschen noch kräftig am Wachsen ist – die „eigene Fläche“ also jeden Tag kleiner wird.
              In unseren Ländern ist nur deshalb gefühlt so viel Platz, weil wir schon jetzt das Essen/ die Erzeugnisse den ärmeren Menschen wegnehmen.

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        • Ludger sagt

          Und für die tatsächlich Unwissenden mal so ein Durchschnittswert ziel der konventionellen landwirtsc haft is etwa grob und je nach Sorte ,Art, Bodenverhältnisse und Regenwahrscheinlichkeit etwa 200 keimfähige Körner
          je Quadratmeter auszubringen um auch die Nährstoffe im Boden verwerten zu können

          +2
      • Paulus sagt

        @Lars, Kleingartenparzellen, auch als Schrebergärten bezeichnet, sind Killefit. Es gibt die deutsche Kleingarten-VO oder wie sich das auch immer nennt. Soweit ich erfahren konnte wird da alles sehr streng reglementiert und die Blockwarte, die es sonst zu nichts gebracht haben, erfreuen sich an ihrer Aufgabe und tun sich wichtig. Scheint mir eher ein zoololisches Gehege für angepasste Sozialdemokraten zu sein. Immerhin darf man dort die Fahne von Schalke 04 hissen. Für Leute mit Kindern wird es schon schwierig, da ist zwischen 12:00 und 15:00 Uhr, nein eigentlich ganztägig, ein Sedativum angesagt.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Also bei uns ist es, wie Lars es beschreibt. Die derzeitigen Besitzer sterben weg, es kommen Übersiedler aus den „Ostgebieten“ mit Großfamilien, Türkischstämmige Familien und Öko-Orientierte als Ersatz. Ein Drittel steht leer und die Gartenfreunde freuen sich über jeden, der Gärtnern möchte….oder nur einen Platz zum Fetemachen sucht.
          Ist wohl sehr unterschiedlich, wie die „Blockwarte“ ticken….aber auch die müssen sich langfristig anpassen Pauls.😄

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    • Smarti sagt

      Guten Sonntagmorgen lieber Paul, nein Du brauchst keine Ohrmarke. Ohrmarken sind momentan erst für Rinder, Ziegen und Schweine ( Schafe wahrscheinlich auch, bin mir aber nicht ganz sicher ) vorgesehen.
      Wenn Du „deine Flächen“ von Hand so bewirtschaften willst, dann machst Du „nebenher“ nicht mehr allzu viel – vor allem im Frühling ( aussäen und pflanzen ) und im Spätsommer (ernten, ganze Ernte haltbar machen, giessen…). Schnecken sammeln und Jäten von Februar bis Oktober. Und wer macht die Fläche Deiner Kinder, Deines Arztes und deinen Eltern ?

      +4
      • Paul sagt

        Ah. Endlich mal nix kritisches😊👍. Habe mich sogleich mit 50m2 angemeldet. Muss ja i.wo anfangen…

        Es gefällt mir zwar nicht, dass ich keine Bäume Pflanzen darf und es im Winter wieder verliere. Aber gut. Werde das beste draus machen 🙂

        Danke!

        +1
        • Smarti sagt

          Super, das freut mich ! Du wirst sehen, das selbst gepflegte Grünzeug schmeckt viel besser. Ich finde diese Gärten eine prima Idee. Man kann sich mit anderen austauschen und sich auch mal beim giessen abwechseln. Viel Spass und erzähl mal ein bisschen davon …

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    • sabine sagt

      Ja, klar brauchst Du Ohrmarken auch wenn Du die Tiere selber isst. Du musst auch ein Stallprotokoll führen, wenn Du nur ein Schaf hast und Du musst selbst ein einzelnes Huhn bei der Tierseuchenkasse anmelden und ein Impfbuch führen. Ach, und nur für den Fall, dass mal wieder eine der zahlreichen Seuchen ausbricht, be prepaired! Wenn Du Desinfektionsmatten und zusätzlichen Raum oder so brauchst, hast Du meist keine 24h vom Erlass der Vorschrift bis zur Aufstallung. Da kannst Du dir vorstellen, wie mal eben kurz die Preise für sowas durch die Decke krachen, wenn Du überhaupt noch was vor Ort so schnell auftreiben kannst. Frag mich, ich mach gerad die 3. Geflügelgrippe-Welle in sechs Jahren mit. Sicher halten sich viele Hobby-Halter nur bedingt an die Vorschriften, dass ist aber russisches Roulett für die Tiere. Wirst Du erwischt und kannst die Nachweise nicht beibringen, sind alle Tier tot. Da braucht es keinen richterl. Beschuss oder so, das kann der Amtsvet mit einer Unterschrift veranlassen. Du als Tierhalter bist in der Pflicht nachzuweisen, dass deine Tiere gesund sind und die Vorschriften eingehalten werden, nicht andersherum. Wenn es ganz blöd läuft, muss noch nicht mal eine akute Erkrankung da sein, der hinreichende Verdacht auf das tragen einer Erkrankung im Bestand reicht aus. Seuchenschutz schlägt Eigentumsrechte und Tierschutz und zwar immer!
      Au Kacke! Ja, das mit dem Düngen durch eigene Fäkalien hörte ich auch schon bei Freunden der veganen Permakultur und ich kann nur sagen: Ich unterstütze seit Jahren ein Gesundheitsprojekt in Karbi Anglong und neben Malaria, Fluorose und Trinkwasser ist das Kacken in die Gärten echt eines der größten Probleme dort. Die Menschen dort infizieren sich fröhlich immer wieder gegenseitig mit Darmparasiten, weil das Benutzen einer Toilette einfach nicht zur Kultur gehört. Die Sanitäts-Frauen reden sich den Mund fusselig, um dort grundlegende Hygiene durchzusetzten. Händewaschen rettet dort nicht erst seit einem Jahr Leben, ein simples Plumsklo senkt die Sterblichkeitsrate gerade unter Säuglingen und Kleinkindern um gut 30%. Wer also die Kinder, die er hat, behalten will, sollte auf den Schiss ins Beet verzichten. Und nein, auch kompostieren hilf nicht immer, es gibt Wurmeier, die auch das überleben.
      Wintergemüse, neben der sehr, sehr ordentlichen Lagerung, hast Du nicht wirklich viel Gemüse, was im Winter wächst. Du hast meist Gemüse, was im Sommer wächst und bis zum Winter stehen bleiben kann und bei Frost nicht sofort verdirbt. Wenn Du nicht vorhast die Hälfte deiner Beete künstlich mit Licht zu versorgen, wird es echt schwierig. Licht in unseren Breiten ist eher der Wachstumsbegrenzer, wie ein u.U. eher milder Winter. Wir haben gut zwei Monate mit Wachstumsruhe, auch ohne Kälte. Klar kannst du dein Gemüse einwecken, aber das braucht Energie und Zeit. Die du ja dann auch selber aufwenden musst. Klar, man kann die Sachen auch einfrieren, nur, da darf dann echt keine Dunkel-Flaute über den Selbstversorger hereinbrechen.

      +6
      • Kompostus sagt

        Theoretisch könnte man die Fäkalien bei 250 °C pyrolysieren (in Kohle umwandeln), danach sind mit Sicherheit alle Wurmeier tot. Die Methode an sich funktioniert, das ist schon im großen Maßstab bei der Behandlung von Klärschlamm erprobt und es gibt auch Pyrolyse-Öfen für den Hausgebrauch. Allerdings erfordert sie Energie, die man irgendwie von außen zuführen muss, und es gehen natürlich auch Teile der Nährstoffe verloren. Perfekt ist das Vorgehen nicht, auch wenn es wegen der neuen Phosphor-Recycling-Pflicht in Zukunft vermutlich häufiger eingesetzt wird.

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        • Paul sagt

          Und was ist mit der Milchsäurevergärung der Fäkalien? Anaerob, natürlich. Werden da nicht alle Würmer abgetötet? Bzw. sterben weil sie keinen Wirt mehr finden…

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          • Die Würmer selbst werden normalerweise erst ausgeschieden, wenn sie tot sind. Das Problem sind die Eier. Die Eier sind extra darauf ausgelegt, deine Magensäure (pH-Wert 1) zu überstehen und in deinem Darm (anaerobes Milieu) zu überleben. Mit einer milchsauren Vergärung haben die überhaupt gar kein Problem – da halten sie sogar eher länger als wenn du sie einfach so der Luft aussetzt.

            Wurmeier kriegst du nur mit Zeit und Hitze tot. Entweder lagerst du deine Exkremente mindestens 10 Jahre, bevor du sie auf deinem Acker ausbringst, oder du erhitzt sie für eine bestimmte Zeit auf eine bestimmte Temperatur, dann kannst du sie früher ausbringen. Bei etwa 65 °C dauert es drei Wochen (erreicht man theoretisch mit einem Kompost, aber dafür musst du deinen Exkrementen ausreichend Holz oder Stroh für das richtige C:N-Verhältnis beifügen und du brauchst eine ausreichende Menge), bei einer Pyrolyse mit 250 °C nur noch wenige Stunden (erfordert zusätzlichen Brennstoff). Egal wie du sie behandelst, dabei gehen immer Teile der Nährstoffe verloren.

            Einmal ganz davon abgesehen: laut § 3 Düngemittelverordnung ist es schlicht und ergreifend verboten, menschliche Exkremente (egal ob kompostiert, vergoren oder sonstwie) auf dem Acker auszubringen. Denn neben Wurmeiern gibt es noch jede Menge anderes ungesundes Zeug, was da drin sein kann: Siehe „Risikoanalyse Zur Anwendung von Recyclingdüngern aus menschlichen Fäkalien im Gartenbau“. Du brauchst verschiedene Schritte, um die alle kleinzukriegen.

            +4
      • Reinhard Seevers sagt

        Sabine, der Imkerverband regt sich extrem darüber auf, dass Hobbyimker in Niedersachsen zukünftig eine Befähigung nachweisen sollen. Schließlich dürften die Bauern auch die Insekten töten, ohne Nachweis, so der Imkerobmann des Kreises….insofern wird es für Laien bestimmt eine Befreiung von allen Auflagen geben, wenn das mal kommen sollte. 😎

        +3
        • Sabine sagt

          Ich halte einen Befähigungsnachweis für wichtig. Gerade Leute, die sich für ihr persönliches Greenwashing ein paar Völker hinstellen, sind oft mit der Bekämpfung von Varroa völlig überfordert. Um die Bienen vor Leid und andere Imker vor dem Verlust ihrer Völker zu schützen, braucht es einen Sachkundenachweis, finde ich. Das muss kein riesen Ding sein, da reicht es, wenn die, wie beim Schlacht-Schein für Hobby-Halter, ein Wochenend- Kurs besucht wird. Ich finde solche „kleinen Scheine“ sind hilfreich. Ich fände z.B. auch einen Befähigungsschein für neue Hühnerhalter ganz gut. Ich hatte und habe das Glück die Alten Hasen im Verein ansprechen zu können, wenn was mit meinen Tieren ist. Leider hat das nicht jeder. Nicht alle Vereine sind offen und auskunftfreudig gegenüber Hobbyhaltern und gute Züchter wachsen auch nicht auf Bäumen. … und die meisten Tierärzte stehen vor einem kranken Huhn, wie der Ochse vorm Berg. Wie groß der Bedarf an Geflügel-Wissen ist, sieht man, denke ich, an Tube-Serien wie „Happy Huhn“ und den bei uns ständig ausgebuchten Anfänger-Kursen. – Ich hatte das am Anfang ja mal, als mein Vereins-Tierarzt in Urlaub war. Der Tuppes hat mich echt gefragt, was das für Tier sei, was ich da auf dem Arm hab. Sie sah echt Scheiße aus, aber dass das ein Bartzwerg und damit ein Huhn war, war doch noch gut zu erkennen. Das wäre übrigens etwas, wo sich Landwirte echt gut einbringen könnten. Anfänger-Kurse für Hobby-Nutztierhaltung sind der Renner.

          +1
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Sabine

        „Au Kacke! Ja, das mit dem Düngen durch eigene Fäkalien hörte ich auch schon bei Freunden der veganen Permakultur und ich kann nur sagen: Ich unterstütze seit Jahren ein Gesundheitsprojekt in Karbi Anglong und neben Malaria, Fluorose und Trinkwasser ist das Kacken in die Gärten echt eines der größten Probleme dort.“

        In der Zeit um 1850 war bei uns eine Hungersnot, deswegen hat die Gemeine Wald gerodet und die Flächen der Bevölkerung geschenkt, dass sie ihre Lebensmittel selbst anbauen konnten.

        Die habe ihre eigenen Fäkalien auf den Beten ausgebracht, als Kind habe ich das noch alles mitbekommen.

        Wenn der Salat kurz vor dem Schließen war, bekam der noch ein Kopfdüngung, deshalb war das Gemüse damals viel würziger, als der vom ALDI.😊

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        • Inga sagt

          Vor dem Schießen braucht der Salat keine Kopfdüngung mehr, dann will er ja geerntet werden, denn er ist dann erwachsen, geschlechtsreif und kann schießen!

          Vorsicht also!!!

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    • firedragon sagt

      Paul … ich gehe demnächst auch für ein Jahr in die Chirurgie, danach bin ich spezialisiert auf Herz OP’s … ich hoffe Du merkst selber, was für einen Stuss Du geschrieben hast.

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    • Kompostus sagt

      > Brauche ich eine Ohrmarke, wenn ich das Tier selber esse? 🤔

      Du brauchst sogar eine Ohrmarke, wenn du das Tier nur als Hobby hältst, siehe § 26 Viehverkehrsverordnung. Man muss nahezu alle Tiere, die man hält, bei der Behörde anmelden und bei der Tierseuchenkasse versichern. Die Ohrmarke ist bloß der Nachweis, dass man registriert hat.

      > 2) organischer Dünger von Küchenabfälle und eigene Exkremente.

      Denk aber daran, dass du Proben ziehen musst, um den Nährgehalt deines organischen Düngers zu bestimmen (§ 4 Düngeverordnung). Außerdem darf man organischen Dünger nur sehr beschränkt zur Düngung von Gemüse einsetzen (§ 7 Abs. 4 Düngeverordnung). Oh, und die Sperrzeiten, Einarbeitungszeiten, Aufbewahrungszeiten usw. aus der Düngerverordnung musst du auch beachten. Wenn du menschliche Exkremente ausbringen willst, kommt auch noch die Klärschlammverordnung zum Tragen (dafür ist egal, ob du es kompostiert hast oder nicht).

      > 3) ich mag Roggenbrot (Sauerteig) 🤤. Auf 1000m2 bekomme ich 20dt raus.

      Im Bioanbau erzielt man einen durchschnittlichen Roggen-Ertrag von 29 Dezitonnen pro Hektar, in konventionellen Anbau 55 Dezitonnen pro Hektar. 1000m² entspricht bloß 0,1 Hektar oder 10 Ar. Rechne also mal lieber mit 3 bis 6 Dezitonnen Roggen-Ertrag auf deinen 10 Ar.

      Dazu kommt: Du hast insgesamt bloß 1454 m² Anbaufläche pro Jahr, musst aber den Fruchtwechsel beachten – sonst laugst du den Boden aus und dein Ertrag sinkt. Selbst bei der Dreifelderwirtschaft (als kleinstmöglichem Fruchtwechsel) hättest du pro Jahr bloß 484⅔ m² Anbaufläche für Roggen. Der Bioanbau arbeitet mit deutlich längeren Fruchtwechseln von 5 bis 10 Jahren, da wäre die mögliche Roggenfläche pro Jahr also nochmal kleiner.

      > 5) warum darf ich die Bäume nicht auf den Acker pflanzen?

      Das geht, nennt sich silvo-arables Agroforstsystem. Erfordert aber richtig viel Ahnung, wenn man verhindern will, dass sich Bäume und Ackerkulturen gegenseitig Konkurrenz machen. Da wird im Augenblick intensiv dran geforscht, wie man das am besten macht. Wenn man es falsch macht, wächst weder das eine noch das andere. Verbreiteter sind silvo-pastorale Agroforstsysteme (auch bekannt als Streuobstwiese mit Weidehaltung), weil man da weniger Probleme mit Wurzelkonkurrenz und Bodenbearbeitung hat.

      +1
  17. Thomas Apfel sagt

    Na ja, das machen ja durchaus Leute: Land pachten und versuchen ihr Essen weitgehend selbst anzubauen. Das gibt es in allen Varianten, mit Tieren, ohne Tiere, nur bestimmte Produktgruppen (z.B. Obst und Gemüse) und Austausch der Produkte untereinander.
    Das ist übrigens garnicht so schlecht, wenn Gruppen junger Menschen das selbst ausprobieren, schon weil sie dann ganz schnell mit den Mühen der Ebene in Kontakt kommen.

    Worauf sie meist nicht aufbauen können, ist das Kapital in Form von Land, Gebäuden und Maschinen, das auf den gewachsenen Betrieben über Generationen angespart und aufgebaut wurde (auch durch Wachsen und Weichen übrigens). Das ist auch ein Problem, mit den gewachsenen Strukturen, wo in guten Jahren von den aufgebenden Betrieben zugekauft werden konnte. Das ist ein tatsächliches Dilemma der „Neustarter“.
    Wenn Neustart, dann brauchts eine Bodenreform und selbst dann wirds für die Neustarter schwierig.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg waren unter den Flüchtlingen aus Schlesien, Ostpommern und Ostpreußen ja auch viele Bauern. Die trafen in den Zonen der Westallierten auf Besitzstrukturen ohne Landverteilungsmöglichkeiten.

    In der SBZ wurde das Experiment gewagt Boden neu umzuverteilen, um kleine bäuerliche Betriebe entstehen zu lassen. Das waren keineswegs alles ahnungslose „Proletarier“, die da neu starten wollten. Problematisch war die vollkommen zerstörte Infrastruktur (Gebäude, Maschinen und Viehbestände). Die Häme der Altbauern bei Misslingen war ihnen allerdings sicher. Aus Mangel an diesen Dingen ist es letztlich nicht gelungen (im Wesentlichen) stabile lebensfähige Betriebe aufzubauen. Das zog folgerichtig die staatliche Intervention in Form von Investitionshilfen und Konzentration (Kollektivierung) nach sich. Es war die unausweichliche Reaktion um die Versorgung der Städte abzusichern.

    Warum ich das schreibe?: Weil letztlich die Besitzverteilung über Erfolg und Nichterfolg entscheidet. Daher würde ich nicht so laut schreien, „sollen Die es doch selber machen“.
    Das kann ganz schnell zu „ungünstigen“ Überlegungen und Entscheidungen zu Ungunsten des bäuerlichen Eigentums umschlagen. Es müssen nämlich schon Kapital UND Wissen und Können zusammenkommen um erfolgreich zu sein.

    +3
    • Smarti sagt

      Guten Tag Herr Apfel, ich bewundere Ihre guten Nerven, Ihre Geduld und die „dicke Haut“, die sie auszeichnet. Dass Sie der jungen Generation mit Ihrem Wissen helfen, erfolgreich Lebensmittel anzubauen finde ich toll – es ist nötig und gut, wenn überall Solawis oder ähnliche Gärten entstehen.
      Ihr letzter Abschnitt ist auch unsere Sorge – nicht einmal wegen dem Land… aber vor den Folgen danach ( Lebensmittelknappheit, Hunger, Bürgerkrieg ). Ist wie Corona – man siehts kommen, aber … man kann nur beten, dass man diesmal falsch liegt. Und für die Familie und die Tiere schauen, dass man irgendwie da durch kommt.
      Angst, Panik haben in einer solchen Situation ist kontraproduktiv – weiss jedes Reiterlein. Ruhe bewahren, ein Ziel vor Augen haben und die schlimmsten „Augenblicke“ sind oft schnell vorbei.
      Trotzdem finde ich es notwendig, der Bevölkerung endlich mitzuteilen, was da gerade zerschlagen wird – es ist ihre Ernährung.

      +5
    • Arnold Krämer sagt

      1. „Kapital in Form von Land, Gebäuden und Maschinen“
      Der landw. Arbeitsplatz ist mittlerweile einer der teuersten Arbeitsplätze in unserer Volkswirtschaft. In vielen Bereichen kommt man ohne Grund und Boden mit 1 Mio. Euro nicht zurecht.
      2 „Wenn Neustart, dann brauchts eine Bodenreform und selbst dann wirds für die Neustarter schwierig.“
      Im Emsland sind mit dem Emslandplan von 1950 bis 1965 540 Bauerstellen (überwiegend für Heimatvertriebene) geschaffen worden. Die Siedler erhielten zunächst rund 15 ha (später etwas mehr) und ein Einheitsgebäude. Aus einigen Betrieben sind „stramme“ Vollerwerbsbetriebe geworden, die meisten sind heute längst aufgegeben, Flächen und Gebäude (teilweise) verpachtet. Die Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen sind fast ausschließlich beim Faktor Mensch (Gesundheit, Alter, Fleiß, familiäre Unterstützung, Persönlichhkeit, Wissen, Können usw. usw.) zu suchen. Kapital + Boden waren einheitlich, die kultivierten, tiefgepflügten Flächen wiesen allerdings geringe Qualitätsunterschiede auf.
      3. „Weil letztlich die Besitzverteilung über Erfolg und Nichterfolg entscheidet……,“
      Ja und Nein. In der Region Emsland gab es neben den anfänglichen „Habenichtsen“ (Heimatvertriebene und sogenannte einheimische Heuerlinge) auch größere landw. Grundeigentümer. Erstere waren oft „hungriger“, motivierter, mutiger und haben sich teilweise deutlich besser entwickelt als die „großen“ Alteingesessenen. Aber verallgemeinern lässt sich das nicht.
      Heute spielt die Verfügbarkeit von Grund und Boden eine wesentlich größere Rolle als vor 60 oder 70 Jahren, weil die Entlohnung für den Grund und Boden einerseits in die eigene Tasche fließt, andererseits als Pacht für Dritte erwirtschaftet und gezahlt werden muss. Und die Pachtanteile werden größer und größer, so dass es im Vergleich schnell um Zigtausende von Euro geht.

      +2
  18. Bundesumweltmysterium sagt

    Im Jahr 2021 sollte man den Text noch ein wenig an die moderne Zeit anpassen:

    „Ihr wollt gewohnt leckeres Brot, auch wenn euer Getreide wegen zu geringer Düngung an Mangelernährung gelitten hat? Oder wenn es wegen des unterlassenen Pestizideinsatzes krank wurde? Dann braucht ihr Enzyme und Stabilisatoren. Wie das geht? FRAG DEN CHEMIKER.

    Ihr wollt veganen Fleischersatz, weil ihr keine Tiere töten wollt? Dann braucht ihr Proteinisolat. Wie das geht? FRAG DEN CHEMIKER.

    Oder doch gleich In-Vitro-Fleisch aus der Petrischale? Dann braucht ihr die passende Nährlösung und jede Menge weiterer Hilfsstoffe. Wie das geht? FRAG DEN CHEMIKER.“

    +7
    • Inga sagt

      Ja, wenn der moderne Mensch sich die Hände nicht mehr schmutzig machen will,
      Sich noch nicht mal den Tod des Schlachttieres vorstellen will,

      Muss die Chemie aushelfen!

      +1
    • Smarti sagt

      Bis wann stellt Tönnies die Schlachtung in Deutschland ein und produziert Veggie-Food ? Falls die Leiharbeiter für diese Fabrik aber immer noch zuviel kosten, dann gibt es zig Länder rundherum, die Tönnies und Co. willkommen heissen.
      Ist an den Gerüchten, dass Tönnies verkaufen will, was dran ?

      +1
      • Ferkelhebamme sagt

        Er hat dazu Stellung genommen, aber nicht vehement dementiert. Wundern würd‘s mich nicht.
        Das Schlimme ist, wer darf‘s ausbaden, wenn die Amis oder Chinesen übernehmen? Nicht die, die das zu verantworten haben

        0

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