Bauer Willi
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Zukunftskommission – die Letzte?

Wie im Artikel von Mittwoch beschrieben, hat am vergangenen Dienstag wieder die Zukunftkommission getagt. Mit dabei war Greenpeace, die sich beim Agrargipfel im Dezember 2019 beschwert hatten, dass sie nicht dabei waren.

Einen Tag später besetzen Aktivisten von Greenpeace einen Balkon des Bundeslandwirtschaftsministerium und stellen dort ein großes Kreuz auf, auf das eine überlebensgroße Biene gekreuzigt ist. Die Darstellung ist so geschmacklos, dass ich sie hier bewusst nicht zeigen mag.

Wieder einen Tag später kündigte Martin Kaiser, Chef des deutschen Teils des international agierenden Protest-Konzerns die Mitarbeit in der Zukunftskommission (ZKL) auf.

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/greenpeace-verlaesst-zukunftskommission-landwirtschaft

Das Ausscheiden war zu erwarten und möglicherweise schon von Anfang an eingeplant. Die vorgebrachte Begründung ist so einfach wie durchsichtig: Frau Klöckner soll auf die Forderungen von Greenpeace bezüglich nachträglicher Änderungen an den GAP-Beschlüssen nachgeben, tut dies aber nicht. Dabei war bereits zu Beginn der ZKL klargemacht worden, dass sich die Kommission nicht mit dem Tagesgeschäft, sondern mit langfristigen und strategischen Themen beschäftigen soll.

Ebenfalls am Donnerstag äußert sich Martin Kaiser, Greenpeace, mit folgenden Worten zur GAP:Aktuell werden Milliarden von Steuergeldern bedingungslos an Landwirte vergeben, die Grundwasser vergiften, die das Artensterben beschleunigen und den Klimawandel vorantreiben“.

Mit einer solchen Meinung zur Landwirtschaft ist es tatsächlich besser, dass dieser Konzern nun nicht mehr Mitglied der ZKL ist.

Der BUND teilt mit, dass sie die Entscheidung von Greenpeace nachvollziehen können.

Thomas Schröder vom Tierschutzbund macht deutlich: „Wer von uns Tierschützern jetzt erwartet, dass wir in der Kommission Kompromisse mit Tiernutzern eingehen, der muss zuallererst einmal bei uns Vertrauen aufbauen. Ich erwarte, dass die Bundeskanzlerin hierzu Klarheit schafft und dass das Kanzleramt die Themenführung bei der Umsetzung der notwendigen Schritte hin zu mehr Tierschutz in der Landwirtschaft mit klarem Willen und Mut zu durchgreifenden Veränderungen übernimmt“.

https://www.agrarheute.com/politik/zukunftskommission-landwirtschaft-merkel-laesst-arbeit-vorstellen-579205

Der Tierschutzbund war 2019 aus dem Beratergremium zur Nutztierhaltung ausgestiegen: https://www.welt.de/newsticker/news1/article191275773/Lebensmittel-Tierschutzbund-steigt-aus-Kloeckners-Beraterrunde-zur-Nutztierhaltung-aus.html

Es ist das immer gleiche Muster: wenn eine Einigung in greifbare Nähe rückt, ziehen sich die NGO zurück. Ein Kompromiss passt einfach nicht zum Geschäftsmodell. Von daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass nun noch weitere Mitglieder aussteigen.

Der Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft hatte in einer anderen Kommission schon mal mit einem Ausstieg gedroht: https://www.biopress.de/de/inhalte/details/7758/boelw-droht-kloeckner-mit-ausstieg.html 

In der Zukunftskommission will er bleiben, was auch durchaus verständlich ist, weil der Moderator Prof. Strohschneider das Vokabular von Prinz Felix zu Löwenstein fast wörtlich übernommen hat. (Siehe Titelbild). Allerdings schmückt Strohschneider seine Reden mit noch mehr Fremdworten, so dass man bei seinen Wortbeiträgen besser ein Lexikon parat hat.

So äußern sich die landwirtschaftlichen Verbände:

DBV PM_Zukunftskommission_Landwirtschaft

https://www.raiffeisen.de/drv-praesident-holzenkamp-demokratische-prozesse-brauchen-kompromisse

Nach meiner persönlichen Meinung gibt es für den weiteren Weg der ZKL folgende Szenarien

  • Die Vertreter der landwirtschaftlichen Seite machen unmißverständlich klar, dass es sich bei dieser Kommission um die Zukunft der Landwirtschaft dreht. Dies scheint einigen Beteiligten aus dem Blick geraten zu sein. Die Bauern sind nicht auf die Strasse gegangen, um in dieser Kommission zu weiteren Zugeständnissen  genötigt zu werden. An einer „Transformation“ sind sie nicht interessiert.

So wie ich die Sache sehe, will aber niemand diese undankbare Aufgabe übernehmen. Bleibt noch die zweite Option.

  • Die Vertreter der landwirtschaftlichen Seite verlassen ebenfalls die ZKL, die sich  dann auflösen kann. Es wäre am vergangenen Dienstag dann die letzte Sitzung der ZKL gewesen.

So wie ich die Sache sehe, würde diese Option in landwirtschaftlichen Kreisen auf eine Mehrheit treffen. Bleibt noch die dritte Option:

  • Die ZKL wird in der gegenwärtigen Zusammensetzung fortgeführt. Dann wäre es allerdings nicht nur hilfreich sondern absolut notwendig,  wenn sich die landwirtschaftliche Seite besser abstimmt, nach vorne geht, sich klar positioniert, klare formulierte Forderungen stellt und eine professionelle Pressearbeit macht.

Eine Entscheidung muss her. Wie sagte meine Oma als Kind zu mir, wenn eine unangenehme Entscheidung nicht mehr zu umgehen war: „Besser durchs Feuer gelaufen als dadurch gegangen.“

Welche Option würdet ihr wählen?

 

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121 Kommentare

  1. Arnold Krämer sagt

    Wichtige grundsätzliche Gedanken zum Thema der Verhaltensänderung von Landwirten (darum geht es ja, sie sollen anders arbeiten als bisher, so wünschen es sich Teile der Gesellschaft) findet man in einem Gastkommentar von R. Sprenger in der NZZ vom 19.3.21. Da geht es zwar um den Umgang mit Impfmuffeln, aber die möglichen Wege im Agrarsektor sind identisch: Zwingen, überzeugen, Anreize setzen!

    https://www.nzz.ch/meinung/wie-halten-wir-es-mit-impfmuffeln-ueber-die-gefahr-einer-zerstoerung-der-moral-ld.1605678

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  2. Eckehard Niemann sagt

    Heuchelei?
    Vor einigen Tagen schrieb „Bauer Willi“ noch dies zur „Zukunftskommission“:

    Veröffentlicht am 17. März 2021
    Zukunftskommission live
    Mag sein, dass ich mit meinem Urteil gegenüber den Teilnehmern der ZKL ungerecht bin. Aber was ich gestern nachmittag gesehen habe, hat meinen Eindruck gestärkt, dass diese Kommission nur dazu dienen soll, die Bauern von den Traktoren zu bekommen.

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    • Inga sagt

      Ja, die sollen ja was tun
      Und sich bücken

      Macht es so viel Spass die zu erniedrigen?

      Oder hat KWS schon genügend Saatgut für vertikal Farming?
      Und das soll verkauft und angewendet werden, dazu braucht man keine Traktoren.
      Die kritiklosen Verbraucher werden die Früchte schon essen.

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  3. Oberländer sagt

    Es ist eine Unverschämtheit, das sich jeder , auch noch
    so wenig qualifizierte herausnehmen darf, uns Bauern
    ein Stöckchen hin zu halten , über das wir gefälligst zu
    hüpfen haben.
    Das kommunistisch versüffte Gutmenschen Geschwalle
    ( grüne weltrettungs theorien ) wird immer unerträglicher.

    nein , der letzte Satz war böse ?

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    • Inga sagt

      Ja Ausländer und Schwarze dürfen wir nicht diskriminieren, aber Bauern schon?

      Wie würden die Bauern von Polizisten bei Straftaten behandelt, auch schlechter als der Rest der Bevölkerung? Würde man denen auch zusätzlich die Kehle zuhalten oder ein paar Tritte oder Fausthiebe ins Gesicht geben?

      Ist der Hass inzwischen so hoch?
      Haben wir das den NGOs zu v3ednakne?
      Die GRÜNEN sind doch Sozial eingestellt oder nicht?

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  4. Paulus sagt

    Der zunehmende Einfluss der NGOs auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens betrifft nicht nur die LW sondern auch die ganz normalen Bürger und bereitet durchaus Anlass zur Sorge.
    In der Industrie gibt es seit Jahren ein probates Mittel um negativen Einflüssen zu entgehen. Man bietet den Lautsprechern einen gut dotierten Job an, dann werden die plötzlich sehr friedlich und verkünden Dinge die man nicht für möglich gehalten hat. Davon profitieren beide Seiten, das schafft aber nur ein Konzern oder ein größerer Mittelständler. Hinzu kommt, dass sich viele Einzelverbände zurückhalten und den finalen Vortrag den übergeordneten Verbänden mit mehr Schlagkraft überlassen, nennt man auch Strategie.
    Die unterschiedlichen Strömungen in der LW sind viel zu egoistisch und inhomogen um das hinzubekommen.

    +4
    • Mark sagt

      Diese Strategie ist nur vordergründig und allenfalls kurzfristig erfolgreich. Wenn einer Luisa Neubauer ein Aufsichtsratsposten bei einem großen Automobilkonzern angeboten wird, dann wird die in einer solchen Position keine Ruhe geben. Wenn sie schlau ist, spielt sie zunächst Türöffner für Gleichgesinnte um dann irgend wann Entscheidungen des Konzerns in ihrem Sinne manipulieren zu können. Wenn ich mir Entscheidungen mancher Konzerne in jüngster Zeit (Beispiel ZF) an schaue, dann kann man dies nur so wie oben dargestellt erklären.

      +2
      • Paulus sagt

        Einer Luisa Neubauer wurde medienwirksam ein Aufsichtsratposten bei Siemens Energy in Aussicht gestellt. Die Sparte wurde verkauft. Das war sozusagen ein vergiftetes Angebot mit dem man sie einschl. ihrer FfF nahezu kaltgestellt hätte.

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      • Paulus sagt

        Mark, was ich damit sagen wollte ist, dass der Einfluss mancher (nicht aller) NGOs viel größer ist als man es sich gemeinhin vorstellt. Derartige neu geschaffene Jobs erwiesen sich ja nicht als überflüssig, sondern dienen auch einem Unternehmenszweck. Ich kann da durchaus aus Erfahrung, und zwar auch im positiven Sinn berichten.
        Angela Merkels Rede in Davos, in der sie etwas von großer Transformation schwafelte kam 10 oder 20 Jahre zu spät. Das waren nun wirklich keine neuen Erkenntnisse und soweit waren andere schon längst. Es ist nun mal ein gravierender Unterschied, egal ob ich als Unternehmensverantwortlicher oder bäuerlicher Familienbetrieb ein Schiff durch die Klippen zu steuern habe, oder ob ich als Politiker so etwas wie eine Vision von dem Großen und Ganzen verbreite.
        Ein Paradebeispiel für Inkompetenz ist auch dieser oberste Diener der Kanzlerin, ein gewisser Minister namens Altmaier. Der lässt sich gerne wie ein Tanzbär in Talkshows vorführen und erklärte tatsächlich „aus Umweltschutzgründen vermehrt Hühnchen und Geflügel zu essen.“

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        • Brötchen sagt

          Paulus manchmal zweifelt man aber schon, ob der Pförtner oder der Vorstandschef die Entscheidung gefällt hat.
          Bsp. Smart oder Dieselaffäre…

          Man hat ja so eine gewisse Ehrfurcht, weil die so viel verdienen, müssen die ja soviel können.

          Bei A. Merkel wird ja öfters kolportiert, sie ist dehalb so gewieft in mancherlei hinsicht, weil die Agitation und Propaganda geschult wäre, damals zu FDJ .Zeite.

          Da muss ich grinsen, weil wer hätte das gedacht, das wir mit dem Schnullifax mal die ganzen weitgereisten und Harvard gebildeten Manager aufmischen könnten….

          Die merken gar nicht wie die sich da selbst erniedrigen, mit dem Argument.

          +1
    • Inga sagt

      „Der zunehmende Einfluss der NGOs auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens betrifft nicht nur die LW sondern auch die ganz normalen Bürger und bereitet durchaus Anlass zur Sorge.“

      Ob die die Sache mit Corona ähnlich beeinflussen?
      Haben sie in anderen Staaten auch so viel Erfolg?

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  5. Christian Bothe sagt

    Lieber Bauer Willi, will ja nicht klug scheißern, habe mich aber vor Wochen dazu schon einmal geäußert, was ich von dieser ZKL(klingt wie ZK)halte. Das Ganze dient doch nur zur Beruhigung unserer Bauern. NGOs, Tierschutz, BÖLW, Greenpeace und wie auch die anderen „Krawallmacher“ gehören nicht an den Tisch. Viel wichtiger ist das gemeinsame Auftreten der Landwirtschaftsverbände gegenüber der Administration in Berlin und Brüssel. Ein Transformationsprozeß in der LW? Was für ein Quatsch von Strohschneider zur uneffektiven Ökolandwirtschaft usw. Würde übrigens gut zu dem neuen Märchen ( Programm der Grünen von dieser Woche) passen und den 50 Milliarden…Welcher andere Industrieverband uns seine Organisationen gestalten eine Zukunftskommission mit diversen o.g. Verbänden?

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  6. Jochen Böhrer sagt

    Halten wir fest: Für den Vorsitzenden der Zukunftskommission geht es nicht um die Frage, ob die Landwirtschaft wirklich so schlimm ist, wie behauptet wird. Darüber hat gefälligst ein Konsens zu herrschen. Es geht also nur noch darum, wie man die Betriebe von ihrem garstigen Tun abbringt. Und als Vertreter der Landwirtschaft sitzen Gegner derselben im Gremium. Gegen Löwenstein und die AbL haben DBV und LSV einen schlechten Stand. Unter diesen Voraussetzungen sehe ich keine Zukunft in der Zukunftskommission.

    +6
    • Bauer Willi sagt

      Ein Kommentar, nicht von mir, aber ich finde den Vergleich passend:
      „ Es ist schon merkwürdig welche NGO’s da alles mitreden dürfen.
      Machen wir doch mal eine Kommission zur Landesverteidigung? Natürlich mit Vertretern des IS, von Alkaida und RAF… oh… die sind ja schon im Gremium….“

      +2
      • Eckehard Niemann sagt

        Bauer Willis zitierten und unterstützten Beitrag finde ich widerlich, dumm und voll daneben…

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        • Ferkelhebamme sagt

          Herr Niemann, Grünen-Wahlprogramm S.29:
          Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen, außerdem sollen sie Auskunfts- und Akteneinsichtsrechte wahrnehmen und die für den Tierschutz zuständigen Behörden kontrollieren.
          Was sagen Sie dazu?

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          • Reinhard Seevers sagt

            „6.Tierschutz: Viele Einwände müssen nicht beachtet werden, solange es kein Klagerecht für Tierschutzverbände gibt.“

            Aus „Agrarindustrie macht einsam“
            Das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ bietet dem Ausbau der Massentierhaltung Paroli
            von Eckehard Niemann

            Aus dem kritischen Agrarbericht von 2011

            Jetzt sieht man die Früchte des Herrn Niemann und seines Bündnisses „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“

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            • Eckehard Niemann sagt

              aus dem Kritischen Agrarbericht 2011:
              Das „Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“
              Eine neue gesellschaftliche Bewegung in der politischen Landschaft
              von Eckehard Niemann

              Eine neue gesellschaftliche Bewegung hat die politische Landschaft betreten, seit September 2009 organisiert im bundesweiten „Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Etwa 100 Bürgerinitiativen, die sich gegen Massentierhaltungs-Anlagen vor allem von Mastgeflügel, Schweinen und Legehennen wehren, haben sich zusammengetan mit Verbänden wie der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), BUND, PROVIEH, Deutscher Tierschutzbund, Neuland, Evangelischer Entwicklungsdienst oder kirchlich orientierten Gruppen.

              Diese Bewegung ist Ausdruck der Tatsache, dass die fortschreitende Agrarindustrialisierung der Tierhaltung gesellschafts-unverträglich ist und zu wachsenden Widerständen führt:

              – gegen die Belastung der Anwohner und der Umwelt durch Transporte, durch Gestank, Bioaerosole, Keime, Feinstaub und andere Emissionen,
              – gegen den Wertverlust von Immobilien und die Veränderung der Dörfer,
              – gegen Qualzucht, Qualhaltung und Verstümmelung von Tausenden bis zu Hunderttausenden jeweils eng zusammengedrängter Nutztiere in Großställen ohne Platz, Auslauf und Raum für arttypisches Verhalten,
              – gegen das steigende Risiko von Tierseuchen in Intensiv-Tierhaltungszonen und die damit verbundene Aufstallungspflicht,
              – gegen den Einsatz von Antibiotika und gegen zunehmende Antibiotika-Resistenzen von Keimen wie MRSA,
              – gegen den Verfall der Qualität von Lebensmitteln und gegen die Behinderung der Erzeugung und der Vermarktung von artgerecht erzeugten Produkten,
              – gegen die Belastung von Gewässern, Grundwasser, Wäldern, Biotopen und Klima,
              – gegen die Beeinträchtigung von Lebensqualität und anderen Akzeptanz-Potentialen ländlicher Räume in Tourismus und in konventioneller und ökologischer bäuerlicher Landwirtschaft,
              – gegen den mit der Agrarindustrialisierung verbundenen Aufbau von Überschüssen von billigen Agrar-Rohstoffen und Nahrungsmitteln, mit denen mächtige Schlacht-, Eier- und Futtermittelkonzerne strategisch die Export- und Weltmärkte erobern wollen und dabei – gestützt durch Exportsubventionen – die Ernährungssouveränität vieler Länder und ihrer Bauern zerstören,
              – gegen die für diese Produktion notwendigen Importe von Gentech-Soja mit ihren unkalkulierbaren Risiken und ihren zerstörerischen Wirkungen auf Kleinbauern, Regenwälder und Klima,
              – gegen die ruinöse und entwürdigende Abhängigkeit von Landwirten als Lohn- und Vertrags-Mäster von Mastkonzernen,
              – gegen die Verdrängung bäuerlicher und mittelständischer Tierhalter durch subventionierte Agrarfabriken und durch preisdrückende Überschüsse,
              – gegen monopolistische Zuchtunternehmen und die Bedrohung der Vielfalt auf dem Acker und in den Ställen,
              – gegen die Übertragung dieses agrarindustriellen Modells auf die ganze Welt und
              – gegen die mächtige Lobby der Agrarindustrie und ihre Vertreter in Bauernverband, Parteien, Behörden, Agrarmedien, Kommunal- und Agrarpolitik…

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              • Arnold Krämer sagt

                Sie, Herr Niemann haben in Ihrer Verblendetheit dazu beitragen, vielen jungen Landwirten eine hauptberufliche landwirtschaftliche Perspektive zu verwehren. Und klare rechtliche Regelungen zum Bau von Ställen haben wir trotzdem nicht, weil Sie die Straße mobilisiert haben. Deshalb kann aktuell auch der Umbau der Tierhaltung nicht voran gehen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Hat aber lange gedauert, bis Herr N. sich vollumfänglich geoutet hat, was die Zerstörung der deutschen Tierhaltung angeht….warum hat er so lange den Wolf im Schafspelz gespielt?

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                • Arnold Krämer sagt

                  Der ist schon lange im Lande rumgeturnt, hat sich vor jeden Karren spannen lassen und Falschinformationen z.B. zur integrierten Hähnchenmast verbreitet. Aber Lügen gehören zum „linken“ Geschäft.

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              • Thomas Apfel sagt

                Tausend falsche Schlagworte. Der blanke Straßenpopulismus.
                Ich wollte mich gerade für Ihre Agrarhinweise interessieren. Das ist abgehakt. Sie wissen genau, dass die meiste Tierhaltung in Deutschland in Familienbetrieben stattfindet. Sie wissen auch, dass die Herkunft der MRSA Keime weitgehend in der Humanmedizin zu suchen ist, da gerade die Reserveantibiotika, gegen die oft Resistenzen nachgewiesen werden in der Tierproduktion gar nicht eingesetzt werden. Sie erweisen auch den „Bauernhöfen“ einen Bärendienst mit Ihrem undifferenzierten NGO- Gelaber. Wo fängt denn für Sie „Agrarindustrie“ an, mal Butter bei die Fisch, was sind Ihre Grenzzahlen. Hetze gibts schon genug, da ist Ihr „Giftgemüse“ verzichtbar.

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                • „Sie wissen auch, dass die Herkunft der MRSA Keime weitgehend in der Humanmedizin zu suchen ist, da gerade die Reserveantibiotika, gegen die oft Resistenzen nachgewiesen werden in der Tierproduktion gar nicht eingesetzt werden“.
                  Im Obstbau wurden und werden Antibiotika eingesetzt, was zu resistenten Feuerbranderregern führen kann. ‎Feuerbrand, durch ‎‎ ‎‎Erwinia amylovora‎‎, ‎‎ verursacht ist eine der zerstörerischsten Krankheiten der Obstkulturen weltweit. Für ein effektives Management stehen nur wenige Behandlungen zur Verfügung. Kupferprodukte können sehr effektiv sein, aber ihre Verwendung ist derzeit meist auf Anwendungen in der Vorsaison beschränkt, da das Risiko einer Phytotoxizität für die sich entwickelnde Frucht besteht. Seit den 1950er Jahren verließ sich das Management in den Vereinigten Staaten oft auf die Verwendung der Antibiotika Streptomycin und später, in den 1970er Jahren, auf das weniger wirksame Oxytetracyclin. Die über-Verwendung von Streptomycin führte zur Entwicklung der Streptomycinresistenz beim Erreger in einigen Anbaugebieten‎ .(Synonyme Oxytetrazyklin, Glomycin und Riomitsin, kurz OTC) ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline Es wird lokal und kutan gegen Infektionen durch bestimmte Bakterien angewandt. In der Humanmedizin wird Oxytetracyclin derzeit nur in Augen- und Haut Salben verwendet. Wichtigste Einsatzgebiete sind bei Rindern die Anaplasmose, bei Schweinen Pneumonien und akute Schübe der Eperythrozoonose und bei Schafen der Chlamydienabort (Ansteckendes Verlammen). Lokal kann OTC bei Infektionen der Haut (z. B. Moderhinke) eingesetzt werden. Bei Rindern kann OTC lokal in Form von Schaumtabletten in der Gebärmutter bei Nach Geburtsstörungen und als Salbe bei Euterentzündungen eingesetzt werden. Für Schweine findet das Antibiotikum auch in Arzneimittel Vormischungen Einsatz.
                  Dr. Helga Förster , die ich schon vor sehr langer Zeit kennenlernte, war an folgender Untersuchung daran beteiligt. Published Online:28 Sep 2015https://doi.org/10.1094/PHYTO-03-15-0078-R

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              • firedragon sagt

                Interessant zu wissen, woher die Argumentation mit Tourismus her stammt, um Stallbau zu verhindern. Danke dafür.
                Wissen Sie Herr Niemann, dass mit dieser Argumentation es den Behörden einfach gemacht wird, sämtliche Stallbauten zu verhindern, sind sie auch noch so auf Tierwohl ausgelegt.

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              • Arnold Krämer sagt

                In dem Forderungskatalog sind ja sogar einige sinnvolle, notwendige oder zumindest bedenkenswerte Maßnahmen enthalten. In Ihrer Gesamtheit wirken sie aber wie eine Dampfwalze, die alles platt macht. Aber das war Ihnen und ist Ihnen scheinbar egal ganz nach dem alten Motto der linken Szene in Ihrer Studentenzeit: „Macht kaputt, was euch kaputt macht“.

                +1
  7. Radrus Pesrac sagt

    Als jemand mit über 30 Jahren Erfahrung in den Themenbereichen Chemie und Kerntechnik kann ich nur sagen: Es wird keine dauerhaft tragfähigen Kompromisse mit der NGO-Spendenindustrie und den offensichtlich sehr einflussreichen Sektierern in den politischen Parteien geben! Es ist nie genug. Erst machen alle auf Bio, dann wird die Tierhaltung abgeräumt. Haben wir dann endlich eine vegane Landwirtschaft ohne Kunstdünger und Pflanzenschutz, dann schreien am Ende immer noch die Frutarier. Jäger- und Sammlerkulturen ohne Privatbesitz (und ohne Jagd) als idealisiertes Lebensmodell. Sterben im Einklang mit der überidealisierten Natur – dass diese Forderungen in weiten Teilen der Bevölkerung und der Politik ernsthaft diskutiert und die lautesten Vertreter auch noch als „Verhandlungspartner“ in Kommissionen eingeladen werden, statt zur Therapiesitzung, sagt viel über den Zustand unserer (urbanen) Gesellschaft aus.
    In den 80er und 90er Jahren gab es zwei große Greenpeace-Kampagnen. Gegen die Atomkraft (nach TMI und Tschernobyl) und gegen die Chlorchemie (nach Seveso und Sandoz). Die Chemieindustrie hat damals eine große Werbekampagne mit all den netten Konsumgütern und Fortschritten die dank der Chemie möglich waren, gestartet, die Atom- Energiekonzerne haben sich weggeduckt und darauf vertraut, dass sie die Politik über die kommunalen Beteiligungen an den Stromversorgern eh auf ihrer Seite hat. Jeder weiß, wie das ausgegangen ist. Die Kernkraftwerksbetreiber haben sich damals auf den 1. Atomausstiegskompromiss eingelassen, weil sie dachten, dann haben sie für die verbleibende Laufzeit Ruhe und Planungssicherheit. Das Gegenteil war der Fall. Die NGOs, berauscht von ihrem Erfolg, forderten weiterhin den sofortigen Ausstieg und wo immer Grüne an der Regierung beteiligt waren, gab es den Versuch, durch eine „ausstiegsorientierte Aufsicht“ die vorzeitige Abschaltung zu erreichen. Selbst jetzt, keine zwei Jahre vor dem endgültigen Ende gibt es immer noch Protestaktionen und Klagen auf sofortige Stilllegung durch NGOs.
    Dagegenhalten oder untergehen ist die Devise.

    +11
    • Inga sagt

      Dann fordern wir mal den

      sofortigen Ausstieg der NGOs

      sie sind ja kontraproduktiv!

      Also keine Steuergelder mehr!

      +1
    • Smarti sagt

      Danke für die klaren Worte. Also nicht unsere Arbeit erklaren, Kompromisse suchen…. sondern mit den gleichen drastischen Vergleichen und Bildern kämpfen.

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    • Smarti sagt

      Bei Problemen im Zusammenhang mit Corona profitieren einige wenige, bei etwa einem Drittel ist es so wie vorher auch, ein weiteres Drittel hat mehr Probleme und das letzte Drittel steht ohne eigene Schuld vor einem Scherbenhaufen !
      Wenn die Politik/ Bevölkerung/ Gesellschaft …. seine Landwirte zum Teufel jagt – und das passiert doch gerade in vielen Ländern ?! werden die Schäden verheerender sein als Corona das je zu schaffen vermag.
      Normal bin ich sehr positiv eingestellt – vielleicht ist ja an Corona das einzig positive, dass die Länder mal merken, dass jedes Land „sich selbst am Nächsten ist“ und kein Weizen noch blöder ist als kein Impfstoff.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        „seine Landwirte zum Teufel jagt“ ist aber schon sehr polemisch. Welche Landwirtschaft?
        Christian Bachler könnte nach seiner Spendenrettung jetzt den vierfachen Umsatz machen. Er hat seine Yak-Herde aufgestockt. Da kaufen nicht nur Reiche ein, sondern viele, die jetzt auf jeglichen Luxus verzichten, weil eine Landwirtschaft, die nicht nur den Gaumen, sondern, so wie sie in der Natur drin steht, auch das Herz erfreut, jetzt das Wichtigste in ihrem Leben geworden ist. Und das, obwohl Christian letzten Sommer schon klipp und klar angekündigt hat, dass sich die alpinen Viehhalter das Wolfsproblem eigenständig lösen werden, wenn der Politik nichts Besseres einfällt als Zäune und Hunde. Der Mann ist so authentisch und kann so gut kommunizieren, dass er sich selbst das leisten kann.
        Solchen Betrieben steht gegenwärtig der Markt sperrangelweit offen!
        Und daneben gibt es jetzt jenes Drittel, von dem Sie sprechen, das sich heimische Produkte beim besten Willen gar nicht mehr leisten KANN, sondern auf Billigware aus dem Ausland zurückgreifen MUSS. Da hat der LEH schon recht, auch wenn er selber kräftig zum Öffnen der Arm-Reich-Schere beiträgt.
        „Kein Weizen“: Autarkie ist aus vielen Gründen sowieso unrealistisch: https://www.addendum.org/coronavirus/selbstversorgung-oesterreich/
        Drum interessiert das niemanden. Die derzeitige Mode lautet: lieber Wildnis als konventionelle Landwirtschaft. In 10 Jahren wird diese Mode auch wieder vorbei sein. Man muss die Leute diese Erfahrung machen lassen, auch wenn sie bitter wird.
        Ich halte es mit Urs Niggli. Hier in diesem Forum gibt es ja gewiss Konvis, die solche Prinzipien schon verwirklichen. Aber konventionelle Landwirtschaft, die kein anderes Argument mehr hat, als dass Artenschutz, Grundwasserschutz und Tierwohl aus finanziellen Gründe nicht möglich sind, die ist tot, und die wird auch nicht mehr auferstehen.

        0
        • Ostbauer sagt

          Elisabeth,
          wer für den Artenschutz ist, muss!!! aber auch für den Wolf sein. 🙂

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        • Arnold Krämer sagt

          Frau Ertl!
          Mit ihrer Einlassung beginnend mit: „seine Landwirte zum Teufel jagt“ ist aber schon sehr polemisch. Welche Landwirtschaft?“ stellen Sie sich ganz schön dumm an.
          Es geht um die 90 % Landwirtschaft in D, die die große Masse der Lebensmitte/Agrrrohstoffe konventionell produziert und zusammen mit der Ernährungswirtschaft die ökonomische Basis vieler ländlicher Räume darstellt. D ist nicht mit A zu vergleichen.

          Und auch Ihr letzter Satz „Aber konventionelle Landwirtschaft, die kein anderes Argument mehr hat, als dass Artenschutz, Grundwasserschutz und Tierwohl aus finanziellen Gründe nicht möglich sind, die ist tot, und die wird auch nicht mehr auferstehen“ wird dem Thema und den Problemen nicht gerecht.

          Niemand außer einigen „Spinnern“ argumentiert so. Es geht um eine angemessene Güterabwägung, um eine Minderung der vielen, letztlich nie aufzulösenden Zielkonflikte in der Agrarerzeugung, auch in der Biolandwirtschaft. Und da haben fast alle konventionellen Landwirte das Gefühl/Gespür, dass es daran seitens der poltische Verantwortlichen letztlich zu ihren Lasten mangelt.

          +6
          • Elisabeth Ertl sagt

            Mit Ihrem letzten Absatz haben Sie natürlich Recht. Den politisch Verantwortlichen mangelt es an Güterabwägung, weil sie von den WählerInnen abhängig sind und es keine ausreichende Kommunikation zwischen Volk und Bauern gibt. Dort wo die funktioniert, werden nicht nur die 10% Biobauern akzeptiert. Nicht einmal Christian Bachler ist ein Biobauer, der hat sogar schon einmal Glyphosat verteidigt, obwohl er es selber gar nicht braucht. Er hält auch nichts von krampfhaft aufrecht gehaltenen bunten Magerwiesen, wenn der Boden bei regelmäßiger Neuansaat ein Vielfaches an Ertrag hergibt. (Er hat natürlich leicht reden mit seinem biodiversen beweideten Steilgelände, das sich sowieso nicht intensivieren lässt.)
            Es gibt ja z.B. auch konventionelle Direktvermarkter, die genauso erfolgreich sind wie biologische. Denen werden wegen irgendeiner NGO auch nicht die Kunden davonlaufen.

            In meiner Jugend in den 1970er Jahren waren wir oft auf Bauernhöfen auf Urlaub. Damals hatten viele noch jene Romantik, auf die sich die Sehnsucht des heutigen Volkes richtet. Aber es hat längst niemand mehr gehungert, weil eben schon moderne Betriebsmittel angewendet wurden. Wenn seither nichts anderes passiert wäre als die damals im Kern berechtigte Kritik der Biobauern und ihre Folgen, also all das, wovon Urs Niggli spricht, dann wären wir schon weiter.

            Es ist aber auch noch etwas anderes geschehen. Ich erinnere mich an einen Hof, wo gerade einer dieser Landwirtschaftsberater der SPÖ-Regierung da gewesen war und dem Jungbauern einen Vollspaltenboden eingeredet hatte. Der Altbauer war entsetzt. Da wurde ein Tabu gebrochen. Tiere waren doch zuallererst Lebewesen, deren Versorgung vor den eigenen Bedürfnissen kam, und jetzt wurde ihr Leben und Wohlbefinden dem Geld untergeordnet.
            Bei diesen Modernisierungen ging es ja nicht mehr um die Versorgungssicherheit einer wachsenden Bevölkerung wie nach dem Krieg, es ging auch nicht um Detailfragen, ob die moderne Wirtschaftsweise ökologisch nachhaltig ist oder nicht.
            Es ging einfach darum, dass man für die Wählerschaft der SPÖ, der es ohnehin bereits so gut ging wie nie zuvor einer Generation in der Geschichte, weitere schnöd materielle Wahlzuckerln brauchte, zum Beispiel billigeres Essen.
            Ich werde in diesem Forum ja immer als links wahrgenommen. Ja, ich war lange Zeit Sympathisantin der Grünen. Aber dieser spezielle Materialismus der Roten, der hat mich immer zutiefst abgestoßen, der hatte nichts zu tun mit dem strengen Kalkulieren eines erfolgreichen Unternehmers, sondern schlicht mit der Abwesenheit von Geist und Kultur. (Ich rede hier nicht von der Person Bruno Kreisky, der durchaus in höheren Sphären schwebte und von diesen schnöden Dingen eben gar nichts verstand, der beispielsweise Millionen und Milliarden nicht unterscheiden konnte)
            Die Höfe haben ihre Romantik nicht verloren mit dem Kunstdünger oder dem DDT und Atrazin oder mit dem Bau eines Betonsilos, sie haben sie verloren mit diesem geistlosen Materialismus. Da wurde eine Entwicklung eingeleitet, die – überspitzt und bös gesagt (und wie immer natürlich nicht für alle zutreffend) – die Bauern in diesem Wachse-und-Weiche-Kampf auf materialistische Geistlosigkeit selektierte.
            Und wenn jetzt eine Gesellschaft daherkommt und zurück will zu jener Abzweigung, wo diesem Altbauern, der noch das Herz am rechten Fleck hatte, Unrecht geschah, dann wird nicht gespart mit Spott und Häme, dann will man nicht verstehen, dass jemand mit Landwirtschaft noch etwas anderes verbinden möchte als sichere und reichlich vorhandene preisgünstige Lebensmittel.
            Was mich an Christian Bachler fasziniert: Dass da einer nach seinem Scheitern in sich gegangen ist und seiner Sehnsucht gefolgt ist bis zur hochnotpeinlichen finanziellen Rettungsbedürftigkeit. Mit dem, was dann geschah, war nicht zu rechnen gewesen, aber es folgte durchaus geistigen Gesetzmäßigkeiten, die da lauten – und ich setze mich jetzt bewusst all der Häme und dem Spott in diesem Forum aus – „Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Geld“ oder „Suchet zuerst das Reich Gottes, und alles andere wird euch dazu gegeben werden.“
            Und drum bin ich überzeugt, dass all jene, die da ständig mit finanziellen Zwängen argumentieren, demnächst auf dem Müllhaufen der Geschichte landen werden.
            Und jetzt habe ich keineswegs den NGOs das Wort geredet, die mit einer idealistischen Attitüde daherkommen und in Wahrheit nur noch – gefangen im finanziellen Zwang – ihr schnödes Geschäftsmodell verteidigen.

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            • Karl Timme sagt

              Elisabeth Ertl ,

              Sie sind eine Romantikerinn und ich hoffe sie können sich diese Eigenschaft bewaren.
              Auch in Östereich regiert der Prakmatismus, mein Schwiegervater hat mit seiner 2. Familie dort seinen Altersruhesitz; hat sogar noch in der örtlichen FFW Kariere gemacht(in Deutschland nicht möglich).

              Ich selber habe Höfe besichtigt und deren Zukunftvisionen vorgestellt bekommen; die haben sich von den 10% Almbauern soweit unterschieden wie bei uns die 10 % Öko von Konvi. Ich müßte in meinen Unterlagen stöbern um die Betriebsnamen und Daten herauszusuchen, aber was bei mir haften geblieben war, die gleichen Probleme, die gleichen Ziele, staatlicherseits gegenüber den nicht nachteiligen Gebiete kein anderes vorgehen.
              Sie dürfen mich gerne eines anderen belehren.

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            • Thomas Apfel sagt

              Liebe Frau Ertl,

              „Suchet zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch dazugegeben werden“
              Genau mit diesem Spruch ist das jetzige „materialistische“ System abgesichert, begleitet und entwickelt worden.
              Wer oder was soll der „Gott“ sein, der „dazugibt“, wenn ich sein Reich suche. Individuell ist Religiosität sicher eine psychische Stütze um, wie Hiob, besser mit den „Grässlichkeiten“ des Lebens umgehen zu können. Es ist gerade der monotheistische Hintergrund und die patriachalische Organisationsstrktur unserer Gesellschaft, die uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt sind.
              „Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn“ ist die einzige Lösung, und davon sind wir weit entfernt in unserer so „christlichen“ Lebensweise.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Elisabeth, du vermischt immer eine romantisierende Weltanschauung mit wirtschaftlichen Kriterien.
              Bauer ist Bauer, weil er von dem leben muss, was er erarbeitet, nicht weil die Romantik des Landlebens ihn dazu motiviert. Wie kann man eine so verklärte Sicht auf die Dinge haben?
              Ich habe es als Kind miterlebet, was es heißt „dummer „Bauer geschimpft zu werden, keine Ferien ohne Arbeit, kein Urlaub, keine geregelte Arbeitszeit. Das Ziel der Landwirtschaft, und so steht es auch im Landwirtschaftsgesetz, ist es gleiche Lebensverhältnisse zu erreichen, wie die übrige Bevölkerung.
              Und nun wird einfach ein neues Ziel formuliert, das da heißt: Das Leben ist mehr, als Geldverdienen und die Nahrung wächst von allein! Dummer Bauer, fang schon mal an!
              und übrigens, der Spaltenboden hat zuerst dort Einzug gehalten, wo es wenig oder keine Einstreu für die Betriebe gab: Im Allgäu und in Norwegen….das hatte eben auch Gründe, die dem Bauern helfen sollten, dem Ziel der gleichen Lebensverhältnisse näher zu kommen…..

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Ich gebe dir in so ferne recht, als das, was ich da kritisiere, der ganzen Gesellschaft vorzuwerfen ist und nicht den Bauern allein.
                Und wenn man sich die psychosoziale Verfasstheit der Gesellschaft anschaut, dann hat ihr die Entwicklung überhaupt nicht gut getan. Einerseits ist sie der Sucht verfallen und schafft es nicht, ihre Einsicht in die Notwendigkeit, mehr für Lebensmittel ausgeben zu sollen, mit dem tatsächlichen Kaufverhalten in Einklang zu bringen. Und gleichzeitig geißelt sie sich zunehmend selbst als Ungeziefer des Planeten, welches es verdienen würde, von der Erde getilgt zu werden – welch destruktive Haltung!
                Diejenigen, die ihr da Romantiker nennt, haben meist eine philanthropischere Grundhaltung.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Diejenigen, die ihr da Romantiker nennt, haben meist eine philanthropischere Grundhaltung.“

                  DAS glaube ich gerade nicht. Es ist eine Art neue Religion, eine Angst, der Hölle nur entgehen zu können, wenn man dem abschwört, was man jahrelang gemacht hat. Es ist der moderne Ablasshandel für die Sünden des Wohlstands auf Kosten der Bauern.
                  Einige meinen denjenigen unterstützen zu müssen, der ihm seine ursprüngliche Vorstellung vom „ursprünglichen“ zurückgibt, was ja täglich über die Werbung auch so dargestellt wird. Der andere will nicht verantwortlich sein für den Weltuntergang und beschwört nun den Bauern, ihm das zu ermöglichen, damit er selbst so weiterleben kann wie bislang auch.
                  Es werden nun Bäume gepflanzt, für 1€ kann jeder Bürger dazu beitragen, die Welt zu retten…..und danach in den Flieger nach Mallorca zu steigen, weil man es sich ja nun verdient hat.
                  Nee Elisabeth, es sind die wenigsten Philanthropen, sondern es sind eher Egoisten und Besserwisser im philanthropischen Kostüm.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Man kann sich natürlich dazu entschließen, seinen Blick auf der Inkonsequenz seiner Mitbürger festzuschrauben: „Der andere will nicht verantwortlich sein für den Weltuntergang und beschwört nun den Bauern, ihm das zu ermöglichen, damit er selbst so weiterleben kann wie bislang auch.
                  Es werden nun Bäume gepflanzt, für 1€ kann jeder Bürger dazu beitragen, die Welt zu retten…..und danach in den Flieger nach Mallorca zu steigen, weil man es sich ja nun verdient hat.“ Dann muss man als Bauer selber auch nichts ändern: dann hat man allen Grund, über die Gesellschaft zu jammern und trotzdem so weiter zu machen. Geht es nur um den Stuhlgang der Seele, um die Gelegenheit, in diesem Forum sich auszukotzen über die Verhältnisse, oder hat man auch eine gesellschaftliche Vision, der man folgt?

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                • Brötchen sagt

                  Reinhard yep…..gerade die das vor sich hertragen sind absolute Egoisten und Autisten….kenne da einige…

                  Meines Erachtens wird auch die Historie verklärt und es werden eigene Probleme im Umgang mit der Natur auf die Landwirtschaft übertragen!

                  Natur ist unbarmherzig und brutal, damit muss man erstmal zurecht kommen, mental.

                  Tiere sind untereinander auch brutal!

                  Sich in dem Spannungsfeld zurechtzufinden ist nicht so einfach, zumal wenn man damit fast nichts zu tun hat.
                  gerade am Wochenende gehört.

                  Ich war drauf an dran dort einen Brief hinzuschicken und mich zu beschweren….

                  bezieht sich auf den Abschnitt hier:

                  „. etwas über die Ethik „Was sich am Fleisch entscheidet“ von Thilo Hagendorff, wo er eine wirkliche Kampfschrift aufgesetzt hat auf Fleisch zu verzichten.“

                  https://www.radioeins.de/archiv/podcast/die_profis.html

                  Der hat da krude Theorien und behauptet auch einfach was…
                  Die Gegenseite kommt in den Medien fast überhaupt nicht mehr zu Wort.
                  Obwohl in dem Fall der Moderator etwas versucht einzuschränken. Besser wäre aber gewesen jemand noch zu interviewen, der sich mit der Materie auskennt.

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                • Brötchen sagt

                  @Elisabeth

                  „Dann muss man als Bauer selber auch nichts ändern: “

                  Das stimmt doch nicht, LW ändert sich ständig und ich kenne sehr viele Betriebe, die sich Gedanken machen, wie sie sich weiter entwickeln.

                  +3
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich komm grad aus dem Stall, wo die größeren Lämmer die jüngeren dögeln, Ich schreibe von einem Bergbauern, der in täglichen Videos zeigt, wie hart das Dasein ist im Winter z.B. bei minus 20 Grad, wenn der Traktor nicht anspringt. Ich schreibe, dass der mit authentischer Kommunikation herangekommen ist an diejenigen, die ihm das zahlen, was die Produktion unter solchen Bedingungen kostet. Und man antwortet mir: „gerade die das vor sich hertragen sind absolute Egoisten und Autisten….kenne da einige…“

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, fühl dich doch nicht immer persönlich beleidigt.
                  Tritt einfach einen Schritt zurück und betrachte das ganze Bild, nicht immer nur den kleinsten Rahmen eines Bergbauern, der sich über socialmedia sein Einkommen generiert hat.
                  Spendenlandwirtschaft geht nur in Wohlstandsgesellschaften, die sich so weit von der Urproduktion entfernt haben, dass man ihnen alles erzählen kann und dafür Geld locker macht.
                  Es gibt auch Hersteller von Trockentoiletten, die die Welt retten und denen auch Menschen folgen, die das gut finden. Es wird aber nicht Massentauglich, weil eben schlicht nicht möglich.
                  In der Zeit, in der unsere Gesellschaft sich gegenseitig alles zur Weltrettung um die Ohren haut, da macht der Aisate Nägel mit Köpfen. Niemand scheint zu merken, wo die Zukunft längst begonnen hat, und wer demnächst unsere Handlung bestimmt. Der westlich-christlich- kapitalistisch geprägte Bürger wird vom kollektivistisch-antidemokratischen Chinesen abgezockt, und er spielt das Spiel mit, weil der Wohlstand das Maß der Dinge ist.
                  Der Philanthrop nimmt Menschenrechtsverletzungen hin, weil er seine Produkte verticken muss, er kauft Nahrungsmittel mit Chemie und lässt die neue Seidenstraße durchs Land bauen, weil er von den neuen Mächten abhängig ist und zunehmend wird. Nee Elisabeth, wir sind so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir nicht mehr merken, was und wer die Welt bewegt….wir sind es jedenfalls nicht.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Vielleicht läuft mir ja einmal ein vergleichbarer Betrieb aus der norddeutschen Tiefebene über den Bildschirm, dann reden wir weiter.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ok. Und? Schlecht? Funktioniert offenbar!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ich hab den nicht zu beurteilen. Bauck generiert Geld aus den Sozialtöpfen des Landes und des Bundes. Er hat ein Konzept, in dem Menschen den Mittelpunkt bilden. Damit beackert er ein Feld, dass der konventionelle Durchschnittsbetrieb nicht beackert.
                  Aber Bauck jammert auch nicht öffentlich rum über die bösen Berater der Kammern oder den bösen industriellen Kollegen, oder oder…der macht einfach und bewirbt sein System mit den Attributen der zeitgemäßen Lebenseinstellung vieler Menschen. Sagen wir es so: Er hat seine Marktnische gefunden….

                  Wie schreibt er doch so schön in seinem Jahresbrief 2021: “

                  Es wird deutlich: Öko ist auf dem Weg Mainstream
                  zu werden und etabliert sich in einer breiten Bevölkerungsschicht. Uns als Bio-Pioniere der ersten
                  Stunde freut das sehr. Gleichzeitig stellen wir fest,
                  dass nichts mehr ist, wie es mal war. So ringen
                  kurz vor Redaktionsschluss die Grünen miteinander im Parteitag über ihr Grundsatzprogramm
                  – auch zum Thema Gentechnik. Bis dato war der
                  Standpunkt der Partei klar, der Kompromissvorschlag lässt eine Aufweichung vermuten: „Nicht
                  die Technologie, sondern ihre Chancen, Risiken
                  und Folgen stehen im Zentrum.“ Ein ähnlicher
                  Stimmungswechsel ist auch bei wissenschaftlichen Vertretern des Ökolandbaus zu beobachten
                  – kontrovers diskutiert wird das Thema GeneEditing und die mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Methode Crispr/Cas9.
                  Für uns als Bauckhöfe steht das nicht zur Debatte! Wir setzen ganz klar auf eine gentechnikfreie
                  landwirtschaftliche Urproduktion.
                  Wir erkennen daran, wie wichtig es ist einen klaren Standpunkt zu beziehen, jeder für sich ist aufgefordert dies zu tun und im Besonderen wir, als
                  Bauckhof Gemeinschaft, bestehend aus Kunden,
                  unserem Netzwerk und natürlich den vielen Menschen auf den Höfen und der Bauckhof Mühle.
                  Denn sind die großen Fragestellungen unserer
                  Zeit – Klimawandel, Pandemie, Artensterben,
                  Gentechnik … – nicht geradezu ein Aufruf an
                  jeden von uns im Sinne von „Mensch erkenne
                  Dich selbst!“?

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Bei uns gibt es auch so einen Betrieb: https://www.loidholdhof.at/
                  Menschen mit besonderen Bedürfnissen machen jene Arbeit, die in einer weniger mechanisierten Landwirtschaft früher die Knechte und Mägde gemacht haben. Sie machen das, weil sie es können, und weil das besser ist als nur irgendwie bei Laune gehalten zu werden. Was früher über die Produkte bezahlt wurde, kommt halt jetzt aus dem Sozialbudget, weil es ja für diese Menschen irgendwo herkommen muss – Fortschritt in der Landwirtschaft hin oder her.
                  Bachler jammert über diejenigen, die ihn im Alter von 20 Jahren nach dem Tod seines Vaters in einer Weise beraten haben, die schiefging, und er jammert über jene Kollegen, die die gleichen Fehler wie er wieder machen.
                  Bauck jammert über den Gesinnungswandel der Grünen bezüglich Gentechnik, und selbst Urs Niggli räumt ein, dass solche Betriebe das aus Marketing-Gründen tun müssen.
                  In diesem Forum hier wird aber mindestens so viel gejammert, weil man ja weiter jene Massenkunden bedienen will, unter deren Verachtung man leidet.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Frau Ertl: „In diesem Forum hier wird aber mindestens so viel gejammert, weil man ja weiter jene Massenkunden bedienen will, unter deren Verachtung man leidet“.

                  Die Verachtung kommt nicht von der Masse der Verbraucher sondern von einer Minderheit, die sich lautstark zu Wort meldet und massive mediale Unterstütung erfährt, so dass die Politiker meinen, dies wegen ihrer Wiederwählbarkeit unterstützen zu müssen. Wer Minderheiten bedienen will , macht dies und muss aufpassen, dass er nicht zuviel Wissen preisgibt, damit es in der Nische nicht zu schnell zu voll wird.

                  +4
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Üblicherweise orientieren sich Politiker an repräsentativen Umfragen. Habe nach Ergebnissen zur Bewertung der Landwirtschaft durch die Bevölkerung gesucht, finde aber auf die Schnelle nichts.

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                • Brötchen sagt

                  „Ist das jetzt wirklich eine Gefahr? “

                  Rein logisch ganz einfaches Rechenexempel…..es gibt nur ein bestimmtes Kaufkraftvolumen in einer bestimmten Kundengruppe.

                  Oder die Kaufkraft für ein bestimmtes Sortiment ist ebenfalls begrenzt und geht woanders weg.

                  Umsonst sind ja Textilien nicht so günstig und Nahrungsmittel.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Frau Ertl,
                  inzwischen weis man, dass die Zahl der Kunden von Hofläden begrenzt ist,
                  Jeder der einem Hofladen eröffnen will, sollte sorgfältig in der Gegend umschauen, wie viele es gibt, was für ein Einzugsgebiet es gibt und wie günstig die Verkehrslage ist.

                  Auch wenn ein Trend für den eigenen Gemüseanbau vorhanden ist, würde mich nicht darauf stützen, wenn beide wieder im Beruf sind und die Kneipe wieder begehbar ist, lässt die Leidenschaft zum Selbstgärtnern schlagartig wieder nach.

                  Solawi prima, solange der Bauer es anpflanzt und die Solawis nur Ernten brauchen, funktioniert es sicherlich.

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                • sonnenblume sagt

                  Wärend und nach Corona, werden viele Verbraucher das Geld zusammen halten müssen, um über die Runden zu kommen.
                  Im übrigen sind die Lebensmittel hier nicht billig, sondern preiswert! Der Ausdruck billig ist negativ besetzt. Unsere Lebensmittel in Deutschl. sind doch eigentlich recht gut. Ein Punkt, der meiner Meinung nach nie, oder zu selten zum Ausdruck gebracht wird.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Tirol in seiner Gesamtheit ist allgemein ein sehr wohlhabendes Land. Südtirol ist das reichste Gebiet; es konnte 2004 ein Pro-Kopf Einkommen von 31.158 Euro vorweisen mit einer Kaufkraft, die 40 Prozent über dem EU-27-Schnitt liegt. Es folgen das Bundesland Tirol mit 29.461 Euro und das Trentino mit 28.212 Euro, was immer noch ein Einkommen ausmacht, das beinahe 27 Prozent über EU-Schnitt liegt.“

                  Elisabeth, da ist der Grund dafür, dass es dort funktioniert. U.a. der Tourismus und der damit verbundene Gastronomiebetrieb sind ebenfalls verantwortlich. Es ist wie gesagt der Wohlstand, der dies ermöglicht. Das Kartenhaus bricht dann zusammen, wenn der Wohlstand wegbricht…..das sollte die LK schon mit einbringen in die Info.
                  Es ist eine elitäre Weltsicht….

                  +1
                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ich glaube eher, weil es bei uns politisch gewollt ist und gefördert wird. Die Oststeiermark hier ist eine der ärmsten Gegenden Österreichs, und da spielt das eine genauso große Rolle und wird ständig mehr. Corona hat daran nichts geändert, im Gegenteil, die Direktvermarktung boomt, und es gibt immer mehr effiziente Vertriebsschienen, z.B.:https://www.gutesvombauernhof.at/oesterreich.html Der Tourismus spielt durchaus auch hier im Südosten eine Rolle, aber hauptsächlich im Frühjahr und Herbst. Vieles geht auch nach Wien.
                  Aber jedes Land hat da offenbar seine landwirtschaftlichen Prioritäten, und Deutschland legt darauf weniger Wert.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, bei uns gibt es deutlich mehr Direktvermarkter, als bei euch….wir sind ja auch 10 mal mehr Menschen…..
                  Eine „Studie“ des BÖLN belegt angeblich, dass die Tendenz noch steigend sei:
                  https://www.bundesprogramm.de/aktuelles/detailansicht/?L=0&tx_news_pi1%5Bnews%5D=255&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=87ede09cbd3aad4e20c699e2c150a064

                  Wenn man die Studie dann genauer betrachtet ist es lediglich eine Umfrage, die auch noch die ASE (Agrarstatistik) über die Anzahl in Frage stellt und auf Seite 35 eine Tabelle beinhaltet, wo nach dem Glauben der Befragten in Bezug auf die Wahrheit der Statistik steht….das so etwas in diesem Land als Studie durchgeht und staatlich gefördert wird ist schon krass….
                  https://orgprints.org/id/eprint/37311/ (Schlussbericht als pdf)
                  Aber seis drum Elisabeth, wie immer sind wir mit Österreich selenverwandt und deshalb ideologisch auf gleicher Wellenlänge, nur bei uns spielt die hohe Zahl diverser Bürger schon noch eine andere Rolle….und die Großstädte sind nun einmal keine Direktvermarktungsräume.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Frau Ertl,
                  es ist ja Gut, wenn Betriebe über die Direktvermarktung eine höhere Wertschöpfung erlangen. Könnte ihnen auch jede menge Hofläden in meiner Gegend hier präsentieren.

                  Dennoch,
                  bei ALDI, Lidl, Kaufland, Penni usw., da kauft die Masse ein.

                  +1
  8. Andi sagt

    Ich glaube, dass uns nichts anderes übrigbleiben wird, als aus der Kommission auszusteigen. Gleichzeitig müssen wir, wir alle und Organisationen wie LsV und nicht der BBV, die Bevölkerung über die örtliche Presse aufklären, welche Folgen diese Politik für sie haben wird. und gleichzeitig klar formulierte Forderungen stellen. Örtliche Medien deshalb, weil sie meiner Meinung nach noch sehr viel zugänglicher für unsere Probleme wie überregionale sind. Auch Blockaden halte ich für sinnvoll. Ich denke sehr viele Leute werden uns verstehen und die, die am lautesten Schreien, werden mit den Folgen ihres Tuns konfrontiert. Es wurde schon oft erwähnt, die NGOS werden nie zufrieden sein. Wir müssen deren Lügengeschäftsmodell entlarven. Wie bereits erwähnt, etliche Leute werden erst vernünftig, wenn sie vor leeren Regalen stehen. Ich weiss, viel Arbeit, aber wie sagte Willi´s Oma „Besser durchs Feuer gelaufen als dadurch gegangen“. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit.

    +9
    • Thomas Apfel sagt

      Der Flächenbrand ist schon zu groß, da ist es wurscht ob gerannt oder gegangen. Es wird schmerzhaft !

      +1
  9. Schorsch Summerer sagt

    Es war eigentlich erwartbar dass es so kommt dass Greenpeace und andere Antilandwirtschaftextremisten nach ihren Statements austreten.
    Der erste Reflex wäre seitens der Bauern auch austreten. Doch was kommt dann in der (laut zeternden?) Öffentlichkeit rüber? Die Medien werden vermutlich schreiben dass die NGOs zurecht ausgetreten sind und über die Bauern dass sie davongelaufen wären. Echt Scheisse!
    Also hilft nur Atacke. Stellen wir die NGOs als das hin was sie sind. Eigennützig, geldgierig, manipulierend, die Konsensgesellschaft untergrabend, Demokratiezersetzend. Die Demokratie braucht und verträgt eigentlich NGOs doch wenn sie zum Staat im Staat werden sind sie unnütz (und Verfassungsfeindlich?).
    Darf man in Deutschland sowas überhaupt noch sagen als dummer Bauer?
    Ich behaupte dass Bauern über ihre Arbeit nicht alles aber doch am meisten wissen. Viele in dieser „Zukunftskommision“ wissen doch nur das was sie glauben zu wissen. Das bedeutet aber nicht dass sie davon eine Ahnung haben.
    Sehen wir uns doch das Virus- und Impfdesaster an. Annähernd das selbe Klientel! Lauter Schreihälse ohne einen Funken Verstand und Ahnung von der Materie. Wenn da ein Virologe etwas sagt wird es sogleich von allen Seiten abgelehnt. Sich an irgendwelche Regeln halten? Ich nicht, nur die anderen! Die völlig neuartigen Impfstoffe? Gefährliche genverändernde mutantenerzeugende Superdrogen die die Menschheit unterjochen sollen. Wie die Landwirtschaft eine blühende Spielwiese für Esotheriker und Verschwörungsgläubige.
    Es ist echt anstrengend und beängstigend wie tief Deutschland in allen wissentschaftlichen Dingen gesunken ist. Da gehört die Landwirtschaft nun mal dazu.
    Man kann direkt darauf warten dass auf brennenden Büchern Hexen und Ungläubige verbrannt werden.

    +7
    • Smarti sagt

      Ja ! 100 Prozent Zustimmung ! Mit freundlichen Erklärungen, mit Stallführungen, Leserbriefen etc. erreicht man viel zu wenige Leute. Wir hatten eine Solawi mit etwa 40 Familien, ( mehr wollten wir wegen der Arbeit nicht, war eher ein Hobby )… es sind freundliche Menschen, es haben sich im Laufe der Jahre auch Freundschaften entwickelt, und sie haben uns finanziell unterstützt.
      Aber „alle“ ? waren stolz darauf, grün zu wählen und bei NABU etc. zu sein… unser Frust wuchs von Tag zu Tag ! Du dringst nicht zu den Köpfen durch ! Die checken das einfach nicht. Unsere Familie hat gemeinsam beschlossen, den Milchkuhbestand nochmals zu senken von 110 auf jetzt noch etwa 50 und die Solawi aufzulösen. Statt in der Landwirtschaft einzusteigen geht unsere Älteste wieder zur Schule.
      Was noch zu erwähnen ist: je weniger Lebensmittel wir auf unserem Hof produzieren, desto mehr Gewinn bleibt uns…. von der Freizeit mal ganz abgesehen.

      +3
  10. Michael sagt

    Ich denke, daß ein Rückzug der landwirtschaftlichen Seite aus der ZKL von der Öffentlichkeit und den NGOs medial ausgeschlachtet würde. Von daher sollte man sachlich, bestimmt und abgestimmt auftreten und dabei bleiben. Allerdings sollten wir uns von solchen Gesprächsrunden (gilt auch für LEH) auch nicht lähmen lassen und öffentlich unsere Standpunkte vertreten und vor allem versuchen, die Sympathie der Bevölkerung zu gewinnen. An professioneller Öffentlichkeitsarbeit mangelt es nicht nur dem BV, andere Bewegungen haben sich leider katastrophal entwickelt.
    Nächste Woche sind ja in Berlin wieder Proteste geplant. Auch wenn ich mit LSV und Co. derzeit nicht viel anfangen kann, fände ich es gut, wenn der BV trotzdem als Redner teilnimmt, und die Probleme benennt. Ich hab kein Verständnis dafür, daß sich der die Entscheidungen der Regierenden immer wieder beschwichtigt, zweifelhafte Kompromisse mitträgt, auf diese Weise den Zorn der Landwirte auf sich zieht.
    Sorry, das war jetzt in weiten Teilen of topic…

    +4
  11. Smarti sagt

    In meinem ( zugegeben wohl sehr naiven) Verständnis von Demokratie war diese ZKL doch der Versuch, Landwirte und alle weiteren Partner/ Vereine etc, die im weitesten Sinne etwas mit Landwirtschaft zu tun haben ( wollen ) – an einen runden Tisch zu bringen. Wenn nun zwei „Partner“ recht kindisch aus dieser Runde davonrennen, dann sagt dies nichts aus über die ZKL sondern nur über die „Aussteiger“.
    Ich sage dableiben, nicht weil es was bringt, sondern weil man dann nachher sagen kann: wir wollen das Gespräch mit Euch, wir wollen Kompromisse schliessen, wir wollen Euch zuhören …. doch ihr habe es verbockt.
    Ganz am Schluss gewinnt immer der, der ruhig und souverän geblieben ist – Raute üben :).

    +4
    • Reinhard Seevers sagt

      Ist das nicht etwas naiv gedacht? Die Aussteiger werden medienwirksam darstellen, dass sie an einer Zukunft der Landwirtschaft interessiert sind, die eine Ökologisierung und einen Artenschutz garantiert. Sie werden sagen: “ Die alten Seilschaften der Agrarlobby aber sind stark und halten an den altbekannten Umweltzerstörenden Praktiken fest….mit denen hat es keinen Sinn die Welt zu retten, die zerstören sie weiterhin.“
      Und die Botschaft ist einfacher und populärer, als komplexe Zusammenhänge agrarischer Forderungen zu erklären.

      +3
  12. Obstbäuerin sagt

    Als 4. Option würde ich eine „Zukunftskommission Landwirtschaft“ vorschlagen. Paritätisch besetzt mit hauptberuflichen Landwirten nach Branche und Produktionsweise.

    +2
  13. Ludwig sagt

    Diese Zukunftkommission ist nur ein Feigenblatt für die Politiker. Die teilnehmenden NGOs bekommen rd. 300 Mill. Euro/Jahr von der Regierung. Dafür machen sie ordentlich Klamauk ,um kräftig Spenden zu kassieren . Keiner sollte sich einbilden , auch wenn ein gemeinschaftler Kompromiss zustande kommen würde , daß die Ruhe geben würden , denn das wäre das Ende der NGOs. Die machen das solange bis hier wieder alle in Erdlöchern hausen würden und dann wäre es auch noch nicht gut aus deren Sicht. Wir Bauern können denen nur kräftig paroli bieten mit ständiger Präsenz in Berlin, vor den LEHs usw. . Der DBV meint immer noch , daß mit sachlicher Verhandlung das ganze zu lösen ist und träumt weiter. Nur Verhandlung und paralel lfd. Demos der Basis bringen NGOs und Politik ins Schwitzen.Wir haben uns das schon zu lange gefallen lassen. Die NGOs überziehen und bringen unser gesamtes Gemeinwesen zum Absturz und das nur aus Selbstsucht. Wenn die Wirtschaftsvernichtung , Währungsabsturz und Energieblackouts erst Realität sind , dann wird leider erst die Erkenntnis der Bürger kommen und den NGOs und Ideologiepolitikern den Abschied zeigen.

    +8
    • Reinhard Seevers sagt

      …..ich schlage eine ZKF, eine Zukunftskommission Freizeitverhalten vor. Da sind die Problemlage und der Lösungsweg einfacher darstellbar. Problemlage: unökologisch, Ressourcen verschwendend, Umwelt zerstörend,….
      Lösung: Verbot von Fernreisen, Verbot von Kreuzfahrtschiffen, Verbot von Profisport, Abschaffung von Freizeit – Gigs aller Art

      Also eine Freizeit – Transformation! Was sagt wohl der Bürger dazu?🤔

      +10
      • Smarti sagt

        Dazu passt auch die ZKV: Zukunftskommission Verkehr…. Autos in der Stadt braucht es nicht, Einkaufen auf dem Land nur noch im Umkreis von 20 km, keine / stark reduzierte Transporte mit LKW Flugzeug oder Schiff. Denn frische Sommerfrüchte und Sommergemüse im Winter sind überflüssiger als Pflanzenschutzmittel.
        Statt Orangen einfach Weisskohl :).

        +7
  14. Mark sagt

    Mit sehr viel Engagement, Aufwand und Kosten sind die Bauern auf die Strasse gegangen und haben mächtig Druck aufgebaut um konkrete Misstände und Fehlentwicklungen anzuprangern (DÜVO, Insektenschutz). Dabei haben sie nicht nur protestiert, sondern ihre Forderungen auch mit inhaltich guter Arbeit untermauert! Dadurch geriet die Politik, aber auch die traditionelle berufständische Vertretung unter Druck. Aus deren Sicht war es erforderlich, den massiven Druck ins Leere laufen zu lassen. Dies ist mit der Erfindung der ZKL hervorragend gelungen. Man gründet eine Laberrunde, die sich selbst das Ziel gibt, die eigentlichen, tagesaktuellen Themen gar nicht zu behandeln, sondern nur irgendwelche Fiktionen. In der PM des DBV kann man nachlesen, wer diese Vorgehensweise gefordert hat! Deshalb ist die Option 3 von Willi völlig illusorisch, es geht hier nicht um Verbesserungen für die LW, sondern darum berufsständische Vertretungshoheit zu verteidigen, selbst dann, wenn es auf Kosten der Bauern geht! Den Bauern bleibt nur noch eines, die ZKL sofort zu verlassen und die ursprünglichen Themen wieder mit Nachdruck auf die Tagesordnung zu setzen.

    +7
  15. Elisabeth Ertl sagt

    Wie Urs Niggli sagt: „Also ich finde, die gegenwärtige Polarisierung ist völlig absurd, bringt keinen Fortschritt. Es braucht eine neue Generation, und die kommt. Ich hab ja an vielen Hochschulen Vorlesungen gegeben. Da werden nicht mehr alte Bilder zelebriert.“

    0
    • Reinhard Seevers sagt

      Elisabeth, das Zitat lässt mich etwas ratlos zurück. Wen oder was meint er, wenn er sagt: Da werden nicht mehr alte Bilder zelebriert“?
      Wer ist die neue Generation, die da kommen soll/wird? Die Generation von Bauern, oder die der Gegner?

      +3
    • Thomas Apfel sagt

      Liebe Frau Ertl,
      die Polarisierung ist keines wegs absurd, sondern das folgerichtige Ergebnis der Marktabgrenzungsaktivitäten (von einer Seite initiert und vorangetrieben).

      Beispiel: Ich bin seit 2 Jahren auch Mitglied im Pomologenverband, weil ich alte Sorten gesammelt habe und auch Anbauversuche mache und um Input zu bekommen.
      Ich habe vor Kurzem das 2020-iger Jahrbuch erhalten. Der Aufbau des Jahrbuches ist symptomatisch für die Aktvitäten und Verlogenheit der Öko-Branche, allen voran Prinz
      Löwenherz und der BÖLW. Nachdem 3 Beiträge die Herkunft, Bedeutung und die Probleme und unsichere Zukunft des Streuobstanbaus sachlich thematisiert haben, kommt als viertes ein Beitrag über das „Obstparadies Stauffen“. Da holen Alle die ganz große Keule zum Insektensterben und der Schuld der modernen Landwirtschaft hervor. Da wird alles einzen abgearbeitet, von Monokultur über Insektizide, Fungizide, Herbizide und Mineraldünger als Mittel des „Untergangs“ der Menschheit.
      Das Bespiel, dass dem als Lösung entgegengehalten wird, ist dann sowas wie „Obstparadies Stauffen“. Die machen tatsächlich keinen Pflanzenschutz (außer Schnitt) und haben ihre Bäume verschiedenster Obstarten in weiten Wiesen (auf guten Böden) stehen.
      Die ernten aber durchschnittlich um 5 – 6 to je Hektar, der Rest sind Fördermittel, Spenden und „(Ver-)Bildungstourismus.
      Da lässt sich auch Herr Löwenherz ablichten und tut so, als wäre DAS der Ökolandbau.
      Kein einziger Obst- oder Gemüseanbauer im Öko-Bereich der so arbeiten würde, könnte von seiner Produktion leben. Die reale Produktion unterscheidet sich in Verfahren, eingesetzten Hilfsmitteln und dem Ergebnis in der Bio-Diversität kaum von konventionellen IP Betrieben. Da gibt es viele Spielobjekte (mit und ohne Guru), die ein Bild von der Öko-Landwirtschaft vermitteln, welches erstunken und erlogen ist. Aber es lässt sich ja so schön in landlustigen Journalen und öffentlichen Veranstaltungen gegen die LW, die eigentlich das Essen erzeugt, verwenden. Die öko´s haben auch keine andere Möglichkeit, als sich durch Lügen und Verleumdungen abzugrenzen. Das ist das Hauptproblem der gegenwärtigen Spaltung und Polarisierung. Esist Fakt, dass sich sinnvolle Erkentnisse aus dem Ökolandbau in der Landwirtschaft durchsetzen werden, aber halt ohne dogmatische Marktabgrenzung durch Pflanzenschutz und Mineraldüngerfeindlichkeit. Das ist dann das Ende der dogmatisch begründeten Öko-Landwirtschaft. Deshalb wird die Feindschaft von der ÖKO-Seite bisdahin weiter initiiert, gepflegt und ins mediale Licht verfrachtet. Derzeit geht es um viel Geld für die Bio´s und deshalb wird die Feindschaft in nächster Zeit noch sehr viel lauter zum Audruck gebracht werden. „Folge dem Geld“. In diesen Zeiten ist Abwehr und klare Positionierung angebracht und nicht Schmuse-, Anbiederungs- und Kompromisskurs. Die „liebevolle Umarmung“ der ganzen Landwirtschaft („wir müssen die Bauern mitnehmen“) wird so zum letztlich tödlichen Würgegriff.

      +7
      • Reinhard Seevers sagt

        Thomas, es scheint der Weg zum Sozialismus neuer Prägung bereits eingeläutet:
        https://www.dwenteignen.de/warum-enteignen/
        Evtl. ist das die „neue Generation“?
        Danach kommt dann die Forderung nach bezahlbaren ausreichend vorhandenen Lebensmitteln in Ökoqualität? Enteignung von Grund und Boden und Zwangsökologisierung?
        Wohin geht das ganze noch?

        +4
        • Arnold Krämer sagt

          Irgendwann sind auch die Landeigentümer dran. Der Sozialismus kommt, immer auch mit der Rechtfertigung, dass es einen wahren Sozialismus noch nie in der Geschichte gegeben habe. Herr Suhr wird das bestätigen und mit vielen Links belegen.

          +5
          • Karl Timme sagt

            Sozialisiert werden die Rechte der Eigentümer, die Pflichten bleiben und bringen den Landeigentümer zusätzliche Kosten.

            Daher wird nicht enteignet werden, den dann müßte mann auch die Kosten sozialisieren. Die Zitrone wird solange ausgepresst, bis nichts mehr kommt.

            +2
            • Smarti sagt

              Da bin ich ja jetzt beruhigt :). Aber was passiert wenn die Zitrone trocken ist ? Neulich habe ich gelesen, dass bald Betriebe nicht mehr nur einem Nachfolger übergeben werden müssen, sondern auch an zB drei Kinder aufgeteilt werden kann – jeder ein Betriebszweig oder Gebäude…
              Das finde ich persönlich gut, habe mich aber auch gleich gefragt, ob so die Nebenerwerbslandwirtschaft angeschupst wird. Um zu vertuschen, dass uns eigentlich die Bauern davonlaufen.

              +1
              • Karl Timme sagt

                Smarti,
                hatten wir doch schon, Realteilung in Hessen, sewhr viele kleine Handtücher.
                Aber auch sehr viele Eigentümer die die Zitrone auserlandwirtschaftlichen Saft zuführen können.

                +2
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Auch in Mittelbaden war die Realteilung extrem, Äcker bei dem kein Blühstreifen von 10 Metern möglich sind, weil der Acker nur 9 Meter breit ist. Die Kollegen aus dem Norden, oder Osten können sich das kaum vorstellen.
                Nebenerwerb gibt es noch viel, aber immer mehr geben auf. Die Investitionen sind jenseits von Gut und Böse.
                Derzeit werden ebene und am Hang noch bewirtschaftet, wenn sie maschinell noch befahrbar sind. Im Bereich Baden-Baden werden selbst befahrbare Rebflächen der Natur übergeben.

                +2
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es werden viele Streuobstbäume nicht gespritzt, weil die Besitzer nicht über ein Spritzgerät verfügen. Hängt was auf dem Baum, werden die Äpfel von Oma und Opa aufgelesen.
        Letztes Jahr hat ein Mann eine Tonne Äpfel zur Genossenschaft gebracht, Durchmesser 3 cm. Sie waren nicht größer, war sein Kommentar. Das gute daran ist, dieses Jahr hängt an diesem Baum nichts.

        Auf der HP dieses Betriebes habe ich folgenden Satz gefunden:

        „Das beim Baumschnit anfallende Holz dient uns als Heizmaterial. Da wir in den Obstanlagen nicht spritzen, können wir das Schnittholz CO²-Neutral verbrennen.“

        Schlimmer gehts nimmer.

        Baumschnit mit einem t steht so auf der HP.

        +1
        • Karl Timme sagt

          Könnte auch bei mir so stehen (Legasteniker) aber im Gegensatz zum Kommentar bei Willi kann mann bei der HP ja die Rechtschreibung berichtigen. 😜

          +1
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ich schreibe auch nicht fehlerfrei, denn, als ich Jung war, war nicht das fehlerfreie Schreiben gefragt, sondern meine Hände im Betrieb. Unsere Klasse wurde 4 Wochen früher beendet, weil einige Ausbildungsverträge hatten, deren Anfang bereits in der Schulzeit lag.

            Auf einer Webseite erwarte ich, das alles richtig geschrieben ist.

            0
      • Ich kann nicht nachvollziehen, dass der Spaltenboden dort zuerst Eingang gefunden hätte, wo es keine Einstreu mehr gab z.B. Allgäu und Norwegen. Ich meine, dass es im Allgäu schon lange vorher, wegen der bäuerlichen Plenterwaldnutzung auf den Pachtflächen, keine Einstreu mehr gab, der Allgäu ist durch Rinderdung auf der Weide und mit Gülle als Kulturlandschaft entsanden und die Tiere standen oft auf blankem Beton, mit wenig Stroh, wie in meinem Lehrbetrieb 1972 im Frühjahr beim Schlichemklamm. Dort wurden Färsen auf der Weide mit Hütte als Zuflucht gehalten, auch schon Ende Februar, im Frühjahr kalbten sie dann. Ein paar Kälber, die zu schwach waren, um auf der Außenflächen sich Unteschlupf zu suchen, kamen in den betonierten Stall, wo sie allesamt unter meiner hilflosen Obhut, eingingen und der Abdecker sie abholte. Der Sohn, der das nicht wollte wurde später Hofnachfolger. Er hatte erfolglos versucht sie mit Milch von Hand zu tränken. Der Vater war Tierarzt und leitete die Familien Kommandit Gesellschaft. Weil sie nicht stark genug waren um selber zu überleben, hatte er sie einfach draußen lassen wollen, wie in der Natur auch.
        Es war ein altes Hofgut, ohne Schwemmentmistung. Wegen den wenigen Schweinen und kranken Mutterkühen in Ställen und einem eigenen Pferd in der Box. Nur eine Rinne für den flüssigen Dung, der Tiere mit Kollik war vorhanden. Das Reitpferd einer Tochter hatte genug an Stroheinstreu, da auch Getreide angebaut wurde. Eine abgemagerte Kuh, die in der Hütte lag, mußte an den Osterfeiertagen notgeschlachtet werden, nach dem verkalben, offenbar. https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/betriebsarten/warum-plentern . Die Bauern im Emmental, im Schwarzwald und im Allgäu konnten plentern ohne je eine Forstschule besucht zu haben. Plentern heisst mit der Natur arbeiten. Wichtig ist, die Möglichkeiten zu erkennen, welche die Natur bietet, den Wald in die gewünschte Richtung zu lenken und sein Potenzial auszuschöpfen. Dabei darf die Waldentwicklung nicht zu stark gestört und aus dem Gleichgewicht gebracht werden, denn die Grundlage für die Produktion von Holz soll erhalten bleiben.
        Friedrich Arebboe schreibt in seiner Allgemeinen Landwirtschaftlichen Betriebslehre S 514, Bewirtschaftung 1: Natürliche Verhätnisse; die Verpachtung von Waldstroh, die drei Jahre gelegen hatte, brachte soviel Pacht ein, in der Nähe von Crossen a.O. wie der Holzzuwachs in 18 Jahren. Z.B. Thurn und Taxis und andere Großwaldbesitzer mußten auch wirtschaftlich arbeiten bei der Holznutzung und gaben dem Pachtwesen den Laufpass, wenn sie selbst Jagden durchführen oder einen anderen Nutzen als Verpachtung an Landwirte
        für gut befanden.
        http://www.thuenen.de/de/ol/projekte/systeme-der-rinderhaltung/natuerliche-einstreu-ein-risiko-fuer-oekomilchkuehe/Einstreumaterialien und -management – ihre Bedeutung für die Entwicklung von Mastitis Erregern und das Infektionsgeschehen in der Ökologischen Milchviehhaltung
        Im Ökolandbau müssen die Liegeflächen von Milchkühen mit einem natürlichen Material eingestreut werden. Allerdings können sich darin Bakterien und andere Erreger von Eutererkrankungen gut entwickeln. Damit steigt das Risiko der Kühe, sich mit diesen Erregern zu infizieren. Mit diesem Projekt haben wir untersucht, wie Ökobetriebe mit ihren Einstreumaterialien umgehen, und ob das Erkrankungsrisiko für Bio-Kühe tatsächlich höher ist als in der konventionellen Tierhaltung.

        0
        • Später erfuhr ich von sehr schweren Generationskonflikt auf dem Hof, zwischen Brüdern und Geschäftsführer. Der jüngere brach sein Studium in Hohenheim bald ab, der ältere blieb auf dem Hof. Die jüngste Tochter, ohne Reitpferd, vermisste mich bei dem Fahrschulunterricht, den sie auch besuchte, wo ich sie gar nicht bemerkt hatte. Jemand mußte sie aber dorthin mitgenommen haben und mich nicht. Auch die anderen beiden Töchter hatten Verehrer und gingen ständig aus und in Urlaub. Ich wollte dann nur auf das Feld und nicht mehr im Stall bleiben. Nach Amoniak roch es mir dort zwar gut und ich war wohl deswegen nie erkältet; draußen war die Luft sehr gesund. Im Sommer kam ich gar nicht mehr, sondern arbeite im Labor, wo ich mehr verdiente und auch nur Praktikant war. Ohne gratis Mittagessen zwar und ohne je einer spendierten Flasche Bier dem Mitpraktikanten beim Abladen helfend. Der Lastwagenfahrer im Nebenerwerb, der sich inzwischen als Gast bei der Familie ausruhte, kam manchen Abenden zweimal. Er bekam aber kein Essen, weil das nur bekam, wer dort lange genug mitarbeitete. Informationen kosteten dagegen nichts, auch vom Arzt zu dessen unerhörten Fällen und auch in der Gastwirtschaft galt: „Ein billiges Getränkt bezahlt und soviel gespart beim langen Zuhören dessen, was sie alles an Böcke schießen gesehen , aber selbst nie sich „leisteten“, wie bei Bauer Willi“. Damals verschenkte ich das Bier weiter an den nicht Ortskundigen. „Pflug Bräu“, das es schon lange nicht mehr gibt. „Haben sie nichts besseres“ fragte der Gast den Wirt in Gegenwart des Braumeisters und Besitzers“; vielleicht meinte er Pils vom Fass, das ähnlich gut war „Fürstenberg“. die Leute verbreiteten jedoch immer nur die schlechte Deutung weiter.
          Tsingtao Hell mit gewonnenem Weltmeisterschaftspreis 2019, 0,33 l, kannte ich damals noch nicht. Das Bierbrauen lernten Chinesen auch von Deutschen in Tsingtao. Dem kolonialen kaiserlichen Postwesen drückten sie undanbarerweise den Stempel drauf und schnitzten einen ähnlichen nur als „Kröten“ Zeichen für Deutschland zu verstehen, den diese fleißig aus lauter Possen benutzten. Wertvoller Fehlstempel. Manche Zufriedenen nahmen solche, die später nur noch für das Freundesland, mit zwei schönen Zeichen mit wohlmeinenden Bedeutungen für Deutschland, als die“Kolonialherren und Frauen“ endlich weg waren, nur diesen. Hinterher war immer alles schöner. Legenden oder bittere Wahrheit ? Angler- oder Jägerlatein. Und was erfinden Landwirte alles?
          Ein Sammler aus Berlin und Jurist in Stuttgart sagte mir über das „saudumme“ Glück“, das ein Bonner Philatelist mit Laden hatte, als diesem einmal eine Chinesin alle seine Briefmarken aus China`s Deutschen Kolonien abkaufte, indem sie ihm glaubhaft machen konnte, dass seine gesamten Auslagen mit diesen gefälschten Krötenstempel gefälscht seien und ihm das im Wörterbuch auch bewies und ihn verschreckte.

          0
          • Einer jener zornigen „Alten“ in Deutschland der jetzige MdEP, einst einer der Grünen ehemaliger Vorsitzender, ist wohlbekannt aus Heidelberg in seiner wilden Zeit. Er bekam neulich für „Greater China“ Einreisesperre, zusammen mit anderen solchen “ 7 tapferen Schwaben Streichen“. Herr Bütigkofer, nicht Seehofer. Letzterer beschäftigte auch zwei „Berater“ zu Corona; von dem einen behauptete kürzlich Global Times, dass er (ein Östereicher, der in Lausanne doktoriert) mit einer „Schmierenkampagne“ daran gehindert würde Deutschland auf s e i n e n „rechten Weg“ zu führen. Alles Herdenimmunitäts Anhänger, behauptete dieser von uns, Merkel und Co.; die hiesiger Sozialen Medien vorneweg. Der andere Vertragsnehmer war der jetzige Herr Juniorprofessor Mayer. Er wurde in Bonn/Köln neu eingestellt und gleich damit beauftragt strenge wissenschaftliche Testpläne zu entwickeln, andere sitriktere als jene von Professor Streek`s Devise: „mit der Pandemie leben lernen“. Dieser war längst an der gleichen Uni Bonn tätig, jener „Heinsberg“ Studienleiter, der sich mathematisch und geschäftlich verechnete damals, ebenso „ahnungslos“ wie Parteichef Latschet sympatisierend einfach hineinstolperte. „Ein guter Stolperer fällt nie hin“ wie MP Kretschmann das auszudrücken pflegt; bezugnehmend auf seine politischen Ausgangspunkt vor rund 50 Jahren. Wer fast alles wußte: Kai Dieckmann, einst Bild Chef mit dessen Werbeteam bei der „Studie“ mitfinanzierend, beisprang und niemanden etwas verrieten, bevor es bekannt wurde.
            Reinhard Seevers: „In der Zeit, in der unsere Gesellschaft sich gegenseitig alles zur Weltrettung um die Ohren haut, da macht der Aisate Nägel mit Köpfen…“.
            Dagegen rennt wieder Reinhard B. an:“…Es ist etwa im gemeinsamen Interesse Europas und der USA, dass der internationale Handel nach multilateralen Regeln abläuft und nicht wie bei Chinas Seidenstraßen-Initiative, wo jedes Land allein mit dem kommunistischen Drachenthron verhandeln muss. Es widerspricht unserem Interesse, dass China seine Nachbarländer immer rücksichtsloser unter Druck setzt. Chinas Expansion betrifft uns. Wer meint, es gehe nur um eine Rivalität zwischen China und den USA, irrt“. https://www.welt.de/wirtschaft/article225708981/Reinhard-Buetikofer-Merkels.
            Er könnte sich einmal hier nützlich machen:https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neues-weingut-in-stuttgart-bezahlen-fuers-arbeiten-im-weinberg.a03b309f-5107-41f3-bcc6-9fed130979a2.html?reduced=true. Als gebürtiger Pfälzer (RB) läge ihm das Weinbereiten schon näher als anderen Steine in den Weg legen wie für China`s Fürsprecher, etwa dem Pfälzer Stephan Baron, ehemaliger Pressesprecher von damaligen Deutsche Bankchef Josef Ackermann (Schweiz), und BÜSO Parteichefin aus Trier Helga Zepp- Larouche. Sie sind neben dem Virologen Kekule aus der Nobelpreisträgerfamilie (Benzolring) höchst willkommen mit ihren genehmen Auftritten im Inn- und Ausland. Letzte sogar diese Woche live beim CGTN. Eine tolle nette Gesellschaft ist da beieinander.

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      • „Die ernten aber durchschnittlich um 5 – 6 to je Hektar, der Rest sind Fördermittel, Spenden und „(Ver-)Bildungstourismus“. Sie sind schon hart im Verurteilen!

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        • Obstparadies schreibt: „Wenn ein großkroniger 70-jähriger Apfelbaum in einem Jahr 1.630 Kilogramm gesunde schmackhafte Äpfel hervorbringt, zeigt dies, dass es um mehr geht, als um die Technik Äpfel anzubauen. ..Unsere Bäume sind zum Teil zehn Meter hoch und haben Kronendurchmesser von zwölf Metern und mehr Das größte europäische Apfelanbaugebiet liegt in Polen. Dort liegen die Lohnkosten gegenüber Deutschland bei einem Drittel. Weltweit werden inzwischen 50 Prozent der Äpfel in China angebaut. Die landwirtschaftlichen Löhne in China liegen im Vergleich zu uns bei lediglich fünf Prozent. Ein altes chinesisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: „Der Mensch ist, was er isst!“
           https://www.zeit.de/zeit-wissen/2007/04/Aepfel/seite-3 Äpfel aus China mehr! Aber „T-Shirts aus China – das reicht.“
          Meine Frau trägt so eines mit „eat more appel“ vorne und auf der Rückseite einfarbig oliv.
          Bei einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 31.4 kg Äpfeln liegt der Gesamtverbrauch in China bei über der Hälfte des weltweiten Gesamtverbrauchs. Das Land ist der größte Apfel Konsument weltweit», erklärt Cheng Cungang vom National Apple Breeding Center. Chancen der Apfelproduktion in China BW agrar online – landwirtschaftliche Informationen für Baden-Württemberg :: Heute konzentriert sich der Apfelanbau, so erläutert Yongbing Yuan, auf die Provinz Shandong, die alleine 9,3 Millionen Tonnen Äpfel produziert. Bis 2020 wollen wir eine Fläche von über 400.000 Hektar mit 40 Tonnen pro Hektar bewirtschaften und gleichzeitig die Arbeitskosten und die Kosten für das Wasser um 15 Prozent und für Düngemittel um 30 Prozent reduzieren. Südtirol bleibt unser Vorbild“. Interpoma 2014.: Anbaufläche etwa 2,3 Millionen Hektar – und eine Apfelproduktion von rund 38 Millionen Tonnen. Die Bäume sind in der Regel sehr groß, aber die Apfelanlagen gewöhnlich recht klein. Interpoma China 201 8:die Modernisierung des Apfelanbaus in China schreitet voran ‹ Fruchtportal Laut Wang verwandelt Weihai gerade seine traditionellen Obstgärten in moderne Obstanlagen. Diese rasante Entwicklung ist deutlich sichtbar: Bereits heute sind 20.000 Hektar davon betroffen, Weihai ist damit gegenwärtig das größte moderne Apfelanbaugebiet Chinas.
          Obstparadies: „Da ist nicht nur der Transport von tausenden Kilometern, von Apfelkonzentrat, Bananen, Südfrüchten usw. Es braucht auch immer mehr Energie im Anbau und in der Lagerung. Das Ausbringen der bis zu dreißig Spritzungen, die Bodenbearbeitung, das mehrmalige Mähen, die Anlagenerstellung, die monatelange Kühlung usw. Wird die Herstellung von chemisch-synthetisch hergestelltem Stickstoffdünger und Pestiziden in die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft mit einberechnet,..“
          „Bio Äpfel wären ideal, die auf einem Baum in der Nähe gereift sind – frei von Pestiziden, nachhaltig angebaut, nicht mehr als eine Stunde vom Laden entfernt. Leider gibt es die im Juni nicht mehr. Nicht bei Jegotka und auch kaum woanders. Die Lager sind leer, die deutschen Obstbauern können den rasant wachsenden Hunger auf Öko Äpfel nicht mehr stillen. Das ist die Kehrseite des Bio Booms, der der Branche seit vier Jahren Wachstumsraten zwischen 11 und 16 Prozent beschert. Sie stammen von industriell organisierten Plantagen in Argentinien, China oder Südafrika. Und dort bedeutet Bio vor allem eines: Es bringt mehr Geld…Der Apfel lässt sich natürlich beliebig ersetzen, durch Orangen, Erdbeeren, Trauben. Und doch ist das Ökodilemma an keiner anderen Frucht so greifbar. Äpfel sind das Lieblingsobst der Deutschen, jeder isst im Schnitt 60 Stück pro Jahr. Täglich müssen die Käufer zwischen zwei Übeln wählen….“Das Ergebnis ist überraschend“, sagt Michael Blanke. Nicht ein Vielfaches, gerade einmal ein Drittel mehr Energie koste der Übersee Apfel. Sprich: Während Herstellung und Transport wird nur ein Drittel mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen. Das ist kaum mehr CO2, als während der Autofahrt zum drei Kilometer entfernten Supermarkt entsteht, die der Käufer im Schnitt zurücklegt. Die Diskussion über „Food Miles“ – den ökologischen Schaden, den der Transport anrichtet – habe angesichts der Klimakatastrophe an Brisanz gewonnen, sagt Blanke. Inzwischen gibt es internationale Konferenzen zu dem Thema, mit der Erkenntnis: Die alte Rechnung „Je näher dran, desto besser“ geht nicht mehr auf. Als Nächstes will Michael Blanke die Klimabilanz von chinesischen Äpfeln berechnen. „Chinesisches Obst ist groß im Kommen“, sagt er. China ist der weltgrößte Apfelproduzent, jeder zweite Apfel wächst dort – meist sind es süße Fujis aus den nordöstlichen Provinzen. Jährlich ernten die Chinesen 22 Millionen Tonnen, deutsche Obstbauern schaffen nicht mal eine Million. Jetzt drängt China auch noch auf den Biomarkt und macht den Ökobauern aus Deutschland Konkurrenz. ….Anfang des Jahres entdeckte ein Kontrolleur in Südafrika, dass die Farmer offenbar konventionelles und Öko Obst zusammen in Kisten packten und als Bio etikettierten. Er entzog ihnen sofort das Siegel, doch nur wenige Wochen später bekamen die Bauern es zurück – von einer anderen Kontrollstelle. Solche Tricksereien sind riskant, egal ob in Übersee oder in Europa. Wenn sie auffliegen, werden sie der ganzen Branche schaden. „Alle warten auf den ersten großen Bio Skandal“, sagt Manfred Fürst von Naturland. Der wird kommen, denn mit Bio lässt sich im Moment einfach zu gut Geld verdienen. Dabei ist immer noch nicht klar, ob biologisch angebautes Obst und Gemüse wirklich besser schmeckt oder gar gesünder ist. Der Vitamingehalt eines Apfels etwa hängt von der Sorte ab, von der Bodenqualität, von Sonne und Regen im jeweiligen Erntejahr. Sogar die Äpfel vom selben Baum können von Jahr zu Jahr unterschiedlich viele Vitamine enthalten. Wer seriös Bio und Nichtbio vergleichen will, muss Apfelbäume auf demselben Feld pflanzen, die einen mit Chemie düngen, die anderen mit Kuhmist und mehrere Jahre lang die Ernten vergleichen. Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) im schweizerischen Frick, einer der wichtigsten Forschungsstätten für Ökolandbau, haben sich die Mühe gemacht. Vor zwölf Jahren pflanzten sie insgesamt 576 Bäumchen der Sorten Idared, Resi, Boskoop und Glockenapfel und ließen die Ernte von Sensorik Experten testen, maßen die Größe der Früchte, den Zucker- und Säuregehalt, analysierten Magnesium und Kalzium in den Blättern sowie Stickstoff und Kohlenstoff im Boden. Es war der größte jemals durchgeführte Apfel Vergleich. Für Biofreunde ist das Ergebnis ernüchternd. Im Schnitt sind die mit Kuhmist gedüngten Äpfel kleiner und fester, aber dass sie besser schmecken oder gesünder sind, lässt sich nicht nachweisen. In einem Jahr haben die Bio Äpfel mehr Säure oder Zucker, in einem anderen die konventionellen Äpfel. Den Apfel Testern schmeckten mal die Bio Äpfel besser, mal die anderen. Bei den Polyphenolen – Pflanzenstoffen, die den Apfel widerstandsfähiger und den Menschen gesünder machen sollen – das gleiche Bild. Die Unterschiede waren von Ernte zu Ernte oder von Sorte zu Sorte viel größer als zwischen Bio und Nichtbio. So Sehr die Wissenschaft auch nach den gesundheitlichen Vorteilen des Ökolandbaus sucht, sie findet keine fundierten Argumente. Sogar Laborratten wurden von österreichischen Forschern schon vor die Wahl gestellt, welche Äpfel sie futtern wollten. Sie nagten lieber an den konventionellen, was die Forscher prompt an ihren Methoden zweifeln ließ“. 
          „Das Buch „Salvestrole – Die Antwort der Natur auf Krebs“ beschreibt den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs. Salvestrole (sekundäre Pflanzenstoffe)  bilden sich in Obst und Gemüse, wenn Pilze und Krankheitserreger eindringen und hemmen die Aktivität der eingedrungenen Pathogene. Salvestrole entwickeln krebsbekämpfende Eigenschaften, wenn sie vom CYP1B1-Enzym verstoffwechselt werden. Salvestrole haben oft einen bitteren und scharfen Geschmack.“ ist d e r alles entscheidende Vorteil bei Obstparadies. Na dann nichts wie dorthinhin, wenn es das beim Obstparadies auch das noch dazu gibt !

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  16. Arnold Krämer sagt

    Ich wiederhole hier bewusst noch meinen Kommentar von Mittwoch.

    „Nach Prof. Strohschneider geht es um den Transformationsprozess der Landwirtschaft (nicht in der Landwirtschaft).
    Laut Definition Wikipedia und auch in der Wahrnehmung der Landwirte heißt das: „Eine Transformation repräsentiert einen fundamentalen und dauerhaften Wandel“.

    Die Notwendigkeit eines solchen Transformationsprozesses für die Landwirtschaft ist aber grundsätzlich zu verneinen!!!

    Landwirtschaft muss sich stetig weiterentwickeln in einem angemessen angepassten Rechtsrahmen. Das ist nicht zu bestreiten. Man muss sich aber nur einmal den ganz aktuellen Nährstoffbericht für das Land Niedersachsen ansehen (gerade veröffentlicht), um zu erkennen, welche Veränderungsprozesse auch in den sooft kritisierten Regionen schon jetzt ablaufen. Daran ist auch erkennbar, welche Defizite im Rechtsrahmen und in der Durchsetzung bestehenden Rechts in der Vergangenheit bestanden haben. Die Verantwortung für externalisierte Kosten in der Vergangenheit trägt in hohem Maße deshalb auch der Staat.
    https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/landwirtschaft/pflanzen_und_dungemanagement/nahrstoffbericht/naehrstoffbericht-132269.html

    Transformationsprozesse im eingangs beschrieben Sinne sind dagegen vorrangig notwendig bezüglich unseres politischen Systems, des Politik- und Verwaltungs-Betriebs in unserem Land. Stichwort: Föderalismus mit 16 Bundesländern und unkoordinierten Verwaltungen, Parallelarbeiten usw. Die Corona-Krise macht das unmittelbar deutlich. Zusätzlich die zweite föderale Ebene mit der EU und ihren 27 Mitgliedstaaten.

    Ein teilweise sogar handlungsunfähiger Staat (wegen schon vorhandener Überregulierung und teils extremer Zielkonflikte aufgrund vieler Vorfestlegungen) will einen seiner grundlegenden Sektoren in eine äußert fragwürdige Zukunft transformieren. Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln angesichts der dahinter stehenden Verblendetheit.“

    Also „AUSSTEIGEN“ aus der ZKL, um gegenüber dem Bundeskanzleramt (dem Initiator der Veranstaltung) deutlich zu machen, dass man Positionen und Werte zu verteidigen hat, die außerhalb des Vorstellungsbereichs der völlig überbewerteten NGO’s liegen.

    +8
    • Bauer Willi sagt

      Den Aspekt „Kanzleramt“ hatte ich tatsächlich bisher nicht im Blickwinkel. Aber der Aspekt ist wichtig: Ein Aussteigen würde gegenüber Frau Merkel signalisieren, dass die „Beruhigungspille“ Kommission nicht zur Beruhigung geführt hat.

      Problem: DBV und DRV haben ja politische Ämter in der CDU…und damit ein Problem mit ihrer Unabhängigkeit. „Man kann nur einem Herren dienen…“

      +2
    • Elisabeth Ertl sagt

      In den Augen der NGOs hingegen sind die Bauern überbewertet. Was soll die Politik da tun?
      In den Weiten der österreichischen Natur ist es den Jägern im letzten Jahr gelungen, den Wolfsbestand zu reduzieren – von 48 auf 40 Tiere. Ein Problem weniger ….

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      • Arnold Krämer sagt

        Die Politik darf den NGO’s nicht soviel oder besser gar kein Steuergeld in den Rachen werfen. Das ist doch absurd, dass die Einkommensteuer erwirtschaftende (zahlen tun auch die Sesself…) Realwirtschaft, darunter auch viele Landwirte, ihre ärgsten Gegner mitfinanzieren muss. Der Verdruss über diese Dinge wird immer größer.

        +4
        • Elisabeth Ertl sagt

          Man muss das als Landwirt gewiss so vertreten. Und insofern als Frau Merkel keine Wahlen mehr gewinnen muss, hat man bei ihr vielleicht eine gewisse Chance.

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    • Jochen Böhrer sagt

      Die Reaktionen auf den Nährstoffbericht sind ein gutes Beispiel dafür, dass wohl keine Fortschritte jemals gewürdigt werden. Anstatt lobend zu erwähnen, dass mit lediglich 270 gramm Bilanzüberschuss/Hektar die niedersächsischen Bauern das Ziel von „unter 60 kg“ bei weitem unterschreiten, faselt der Norddeutsche Hetzfunk weiterhin von „Überdüngung“.

      +3
  17. Thomas Apfel sagt

    Ich bin für Option zwei, komplett aussteigen! Verhindern können wir sowieso nichts. Diesen Laberforen muss man das Wasser abgraben. Sie dienen letztlich nur als Plattform für die NGO´s, sich zu profilieren. Was in der Landwirtschaft passiert ist denen doch völlig wurscht. Essen kommt aus vertikalen Türmchen und die „Kulturlandschaft“ nebst Landwirtschaft fällt den „Rewilding“ anheim. Da gibt dann nur noch „Den Wald“ und Rotkäppchen und den Wolf. Der Jäger wir abgeschafft, die Großmutter aufgefressen, um die Städte wird ein „Wolfsschutzzaun“ gezogen und alle haben ihren „Frieden“.

    +13
  18. Piet sagt

    Wer sich am tiefsten verbiegt, bekommt die meisten Schläge. Die Bauern beugen tief, sie wehren sich schlecht !

    +8
    • Inga sagt

      Richtig
      Ich möchte gerne mal wissen, ob das ein Naturgesetz ist und wie man damit umgeht.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Die Bauern sind doch bei weitem nicht die einzigen, die sich jetzt von der Politik im Stich gelassen fühlen. Fragen Sie all jene, deren Unternehmen jetzt durch Corona pleite gegangen sind, und die mit den paar staatlichen Almosen nicht überleben können, die nur noch mit von Freunden geborgtem Geld überleben. Fragen Sie die Lehrer!
      Wer jetzt nicht kapiert, dass er sich nur selbst helfen kann, dass er nur noch mit Hilfe konkreter Mitmenschen lebt, mit denen er sich zusammenschließt. dem ist nicht zu helfen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Frau Ertl
        als Obst und Weinbauer ist man gewohnt, mit Frostschäden umzugehen.
        Hatte mal ein Jahr, wo alle Kirschen, Zwetschgen und 60 % der Reben, dem Frost zum Opfer vielen.
        Mir gab der Staat keinen Pfennig, weil Regional und beim Stammtisch durfte man es nicht erwähnen, sonst wären alle über mich hergefallen, ihr Bauern jammert immer.

        Ich sehe durchaus die Probleme mancher Menschen, wegen der Pandemie, aber meine Mutter pflegte immer zu sagen:

        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not, oder
        Spare in der Not, dann hast du Zeit dazu.

        +1
      • Inga sagt

        Das ist ja eine grosse Ausnahme,
        Da sagt ja keiner was gegen, wenn die staatlich unterstützt werden.
        Uns allen kommt es ja auch wieder zu Gute, wenn die kleinen Einzelhändler wieder da sind und die Städte beleben und uns vielleicht bessere Ware und vielleicht bessere Beratung geben.

        Aber Bauern haben jedes Jahr das Wetter- und somit finanzielles Risiko risiko!
        Und was haben die steuerzahlende Verbraucher von den Bauern?
        Von den einzelnen Bauernhöfen?
        Sollen die ihren Obstbau, mit vielleicht besonderen Sorten aufgeben und wird dann alles eingeebnet oder zubetoniert ?
        Sehr ökologisch!?!

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