Bauer Willi
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Grenzen des Wachstums

Die Natur will Vielfalt. Dieser einfache Satz, den ich zuerst von Michael Horsch gehört habe, verfolgt mich jetzt immer mehr. Wir Bauern haben dieses Gesetz in den letzten Jahrhunderten immer wieder gebrochen. Und tun es immer noch.

Was ich jetzt schreibe, wird vielen Bauern nicht gefallen. Und ganz ehrlich: mir gefällt es auch nicht. Aber wahrscheinlich werden wir an dieser schmerzlichen Erkenntnis nicht vorbeikommen.

Grenzüberschreitung Ackerbau

Unsere Ackerbaubetriebe sind immer größer und spezialisierter geworden und der Trend geht weiter. Und dies mit noch größerer Geschwindigkeit als in den letzten Jahrzehnten. Fruchtfolgen werden immer weniger nach ackerbaulichen Gesichtspunkten gestaltet als vielmehr nach ökonomischen. Das ist kein Vorwurf, keine Kritik sondern vielmehr eine Folge unseres Wirtschaftssystems. Wir produzieren was Geld bringt. So wie andere Branchen auch.

Das hat gerade in intensiven Ackerbauregionen zu sehr kurzen Fruchtwechseln geführt. Raps-Weizen-Weizen in Schleswig-Holstein oder East Anglia, mehrmals hintereinander Mais auf Mais in Ländern Osteuropas sind die Extreme. Oder Soja-Mais-Soja-Mais in den USA, wo zudem die Unkrautbekämpfung oft ausschließlich mit Glyphosat in gentechnisch veränderten Sorten erfolgt.

Das Imperium schlägt zurück

Gemeint ist die Natur. In den oben genannten Regionen zeigen sich jetzt die Grenzen der über Jahrzehnten erfolgreichen Strategie: Insektizide gegen Rapsschädlinge verlieren immer mehr an Wirkung, die gleichen Erscheinungen zeigen sich bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in Weizen. In den USA spricht man bereits von „super weeds“, die flächendeckend auftreten, weil die permanente Selektion durch nur einen Wirkstoff zu Resistenzen geführt hat. Und selbst wenn neue Wirkstoffe auf den Markt kämen: das Prinzip der Resistenzbildung würde über kurz oder lang auch hier greifen. Neue Wirkstoffe sind nicht in Sicht, ganz im Gegenteil: es werden immer mehr Wirkstoffe vom Markt genommen. Glyphosat und Neonicotinoide sind erst der Anfang. Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen. Und mit „Wir“ meine ich jetzt nicht nur die Bauern, sondern alle. Auch Sie, der diese Zeilen liest. Denn ohne Sie wird es nicht gehen.

Die Ernährungswende

Damit eines klar ist: ich habe kein Patent-Rezept und unterscheide mich daher von Sprechblasen-Produzenten wie Anton Hofreiter oder Renate Künast . Und auch von Weltuntergangs-Profiteuren wie Greenpeace, Foodwatch oder anderen Umweltaktivisten. Ich muss auch nicht täglich einen Artikel für den Wirtschaftsteil oder das Feuilleton einer großen Tageszeitung liefern. Ich mache mir nur – ohne jegliches kommerzielles Interesse – meine eigenen Gedanken. Über uns Bauern, aber auch über Sie als Bürger und Verbraucher. Denn nur gemeinsam werden wir die Ernährungswende hinbekommen, die dann, fast von selbst, auch eine agrarische Veränderung nach sich zieht – egal ob Sie das nun Agrarwende nennen wollen oder nicht.

Alles bio oder was?

Ja, könnte schon sein, dass es darauf hinaus läuft. Die steigenden Umsätze im Bio-Bereich zeigen ja, dass dieses Geschäftsmodell ankommt. Viele traditionelle Bauern schauen schon etwas neidisch auf die Gewinne, die Biobauern erzielen, auch wenn diese mittlerweile im ebenso scharfen Wettbewerb mit Spanien, Marokko, Türkei, der Ukraine oder China stehen. Mit den dort billigen Arbeitskräften und der hier sinkenden Bereitschaft der polnischen oder rumänischen Saisonkräfte haben die Bio-Bauern ebenso zu kämpfen wie Spargel- und Erdbeer-Bauern. Ich glaube auch, daß die gegenseitige Annäherung und Zusammenarbeit, etwa im Bereich verwendeter Ackerbautechniken oder im Tierwohlgedanken, in der Praxis viel weiter gediehen ist, als es manche wahrhaben wollen. Ideologische Denkscheren sind auf beiden Seiten eher in den „oberen Etagen‘“ und weniger an der Basis zu finden.

Anders machen – aber wie?  

Das Fehlen der Arbeitskräfte sowie die allgemein sinkende Bereitschaft sich bei körperlicher Arbeit die Finger dreckig zu machen ist bereits heute ein Problem. Wer will denn in der Saison auch mal mehr als nur 14 Stunden arbeiten? Deshalb greift auch die einfache Formel: „Die Bauern sind nur zu blöd, bei wachsenden Importen den Bio-Markt zu bedienen“ auch zu kurz. Und mit Bio-Avocados und Bio-Bananen haben auch heimische Bio-Bauern so ihre Schwierigkeiten. Hofläden, Gemüse-Abokisten oder Solidarische Landwirtschaft sind machbare Alternativen, stoßen aber oft an die Grenzen der menschlichen Belastungsfähigkeit. Von der ist aber in theoretischen Betrachtungen und Denkmodellen nicht die Rede, mal ganz abgesehen davon, dass das Wachstum in diesen Bereichen äußerst gering ist und es nicht die Lösung für alle sein kann.

Trotzdem – Natur will Vielfalt

Wenn wir unsere Ernährungs- und Agrarsysteme resilient (ein Lieblingsbegriff aus der Bio-Szene) machen wollen, kommen wir an mehr Vielfalt nicht vorbei. Über die Wege dorthin kann man jetzt trefflich streiten. Die Wissenschaftler können auch dazu gerne noch einen 97. Wissenschaftlichen Beirat einberufen um weitere Forschungsgelder abzugreifen. Sie können auch die x-te Studie verfassen, die wieder kein Mensch liest, keine Sau interessiert oder ohnehin längst durch die (x+1)te Gegenstudie konterkariert wurde.

Der Elfenbeinturm in Wolkenkuckucksheim taugt halt nicht für die Gülle-Gummistiefel-Fraktion. Die hat es gerne konkret. Lange Schachtelsätze mit unzähligen Anglizismen kommen da nicht an. Wenn sie denn überhaupt verstanden werden.

Weiter gestellte Fruchtfolgen, ausschließlich mechanisch/thermische Unkrautbekämpfung, Bekämpfung von Insekten mit biologischen Antagonisten (Nützlinge, Pilze etc.), Integration von Stickstoffsammlern, Mischkulturen oder mehr Brache könnten solche praktischen Wege sein. Aber auch Entwicklungen von technischen Verfahren wie z.B. zur punktgenauen Applikation von synthetischen Wirkstoffen sind denkbar. Allerdings sind diese Techniken wohl nur für Großbetriebe bezahlbar, und somit nicht für den allseits beliebten, aber im Aussterben begriffenen „bäuerlichen Familienbetrieb“ erschwinglich.

Mehr Vielfalt wird auch durch das bewusste und „künstliche“ Anlegen von Rückzugsgebieten (Totholz, Steinhaufen, offene Ruderalflächen etc.) für Fauna und Flora geschaffen. Die Aussaat von Blühmischungen ist zwar ein guter Anfang. Seltenen Vögeln, Insekten oder Pflanzen wird damit nicht geholfen. Wirkliche Fachleute wissen das, aber die haben keine Lobby. Folglich bleibt es bei Symbolpolitik, die nicht an die wirklichen Ursachen herangeht, weil es für alle unbequem würde. So wie bei der individuellen Mobilität, die auch niemand einschränkt oder bewusst verteuert.

Nahrungsmittel – oder?

In der gesellschaftlichen Diskussion erscheint mir die Erzeugung von Nahrungsmitteln immer mehr in den Hintergrund zu rücken. In der Diskussion um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden andere Ziele genannt, und dies nicht nur von diversen Organisationen sondern auch vom Wissenschaftlichen Beirat des BMEL.

Es bedarf folglich einer grundsätzlichen Diskussion, welche Aufgabe der Landwirtschaft in Zukunft zukommt. Wenn dies der Vertragsnaturschutz ist, können wir unsere Betriebe danach ausrichten. Die entsprechenden finanziellen Mittel müssen dann so ausgestattet sein, dass sie nicht nur einen Ausgleich für entgangenen Erlös darstellen, sondern einen wirksamen Beitrag zum Betriebsgewinn leisten. Oder anders gesagt: wenn mein Weizen nicht mehr gebraucht wird, kann ich auch gerne Artenvielfalt „produzieren“. Nachfrage und Angebot regelt der Preis. Den überall propagierten Slogan „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, der für viele Landwirte und ihre Interessenverbände offensichtlich ein Schreckensszenario darstellt, sehe ich als Chance.

Für mich, für die Umwelt und für die Gesellschaft.

Euer Bauer Willi

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42 Kommentare

  1. Das Problem der Menschen ist schlicht und einfach, dass immer mehr Menschen über ein Zuviel an Energie verfügen können, die nicht zum Kontext ihrer natürlichen Lebensbedingungen vor Ort passt.
    Die Vielfalt von Natur aus ist stets Ausdruck des Vermögens, die Energie vor Ort möglichst oft und lange vor Ort zu halten, nicht indem sie konserviert wird, sondern indem sie recycelt wird.
    Leben ist nicht, durch Isolierung von Energie deren Verlust zu reduzieren. Leben ist, durch Wandlung von Energie deren Verlust zu minimieren. Leben verkörpert den Prozess der Wandlung in Form aller Lebewesen. Würden ANDERE Lebewesen Energie nutzen, wie wir Menschen es vollziehen, würden sie nicht überleben können, weil unsere Art der Nutzung nicht mit dem Leben an sich vereinbar ist.

    Im BRIEF AN DIE MENSCHHEIT, der hier mal verlinkt wurde, wird unsere Technologie, und damit unsere Art des Umgangs mit Energie, als Koevolution bezeichnet. Viel eher trifft zu, dass der Mensch sich mehr und mehr durch Energieraub bzw. Fremdenergie aus der Evolution herausnimmt, aber nicht bereit ist, die Konsequenzen seines Treibens am eigenen Leib zu spüren zu bekommen. Daher ist es keine Koevolution, sondern EINE K.O.-Evolution.

    https://guidovobig.com/2018/04/02/der-dreisatz-menschlicher-andersartigkeit/

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  2. Obstbäuerin sagt

    Hallo Bauer Willi, wohin aber soll sich die »Ernährung« denn wenden? Schon hier im Blog gibt es da konträre Ansichten.

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    • fingerphilosoph sagt

      Es ist wahrscheinlicher, dass die Landwirtschaft den Weg der Textilindustrie geht, wie Mirjam Lechner letzthin vermutet hat: Die Hauptproduktion von Nahrungsmitteln verlagert sich ins Ausland und die Nahrungsmittel werden noch billiger, weil sie im Ausland zu Bedingungen erzeugt werden, die nicht hiesigen Standards entsprechen. Neulich habe ich mal mit einem Vietnamesen diskutiert, der behauptet hat, Vietnam wäre der größte Reislieferant Asiens, der Reis würde allerdings nach Thailand verschifft und dort zum thailändischen Reis umdeklariert, weil sich thailändischer Reis aus welchen Gründen auch immer besser verkaufen lässt. Das lässt erahnen, wie es dann künftig gehen wird.

      Alle haben dann, was sie wollen: billige Nahrungsmittel bei gleichzeitiger Naturkulisse, gutem Gewissen und einem Quentchen Nationalstolz, weil die Fleischproduktion und der PSM-Einsatz in Deutschland um 90% zurückgegangen sind. Die Deutschen oder die Europäer habe es halt raus und sind Vorbild für die ganze Welt!

      11+
      • AdT sagt

        Bei wachsender Weltbevölkerung würde das immer mehr dazu führen, dass wir den Ärmeren das Essen wegessen.

        Die Notwendigkeit einer Ernährungswende (für die reicheren Länder mit bereits hohem Fleischkonsum) wird international Konsens und geregelt werden. Die USA sind dann auch wieder dabei. Wenn wir schon im spekulativen Bereich sind… 😉

        Und tatsächlich gibt es ja Fortschritte, siehe Hans Rosling mit O. Rosling, A. Rosling Rönnlund: Factfulness: Ten Reasons We’re Wrong About the World – and Why Things Are Better Than You Think Flatiron 2018.

        1+
        • fingerphilosoph sagt

          Das habe ich auch mal geglaubt, bloß sieht das Problem so gar nicht aus.

          Die Landfläche der Erde umfasst 149 Mio. qkm, davon sind 25 Mio. qkm Grasland und 13 Mio. qkm Ackerland.

          Von den 25 Mio. qkm Grasland wird nur ein kleiner Anteil für die Tierhaltung genutzt. Wir könnten doppelt und dreifach so viel Fleisch essen, wie wir es heute tun, und das auch noch von graslandernährten Tieren.

          13 Mio. qkm sind Ackerland, 5 Mio. qkm werden in Subsistenz genutzt und ernähren 2,6 Milliarden Menschen, 4 Mio. qkm werden industriell genutzt und ernähren 5 Milliarden Menschen. Die restlichen 4 Mio. qkm Ackerland werden noch nicht bewirtschaftet.

          Sowenig wie wir den Ärmeren die Kleider wegnehmen, wenn sich die Textilindustrie in ärmere Länder verlagert, sowenig nehmen wir ihnen das Essen weg. Tja, man muss da wohl tatsächlich umdenken. Wir leben nicht in einer Welt des Mangels, sondern des Überflusses.

          6+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „“ Die Hauptproduktion von Nahrungsmitteln verlagert sich ins Ausland und die Nahrungsmittel werden noch billiger, weil sie im Ausland zu Bedingungen erzeugt werden, die nicht hiesigen Standards entsprechen.““

        Reden wir hier von der deutschen Landwirtschaft, oder von der Europäischen?

        Meiner Meinung nach wird es so sein, dass die außereuropäischen Lieferländer den Preis bestimmen und nicht mehr die europäischen Abnehmer.

        3+
      • Inga sagt

        So ist es ja mit den einer auch schon,
        die Deutschen essen nur Eier von Freilaufenden Hühnern, weil hier Käfighaltung verboten ist.
        Wo kommen die Eier in Bäckereien und Metzgereien, egal handwerklich oder industriell her?

        Da werden sie gleich aufgeschlagen in Tetrapacks geliefert, in Hotelküchen auch wenn ich mich nicht irre! Aufgeschlagen und viel billiger, bestimmt aus Massenproduktion? (aus Käfighaltung?)
        Oder wenn deutsche Gänsefedern in Ungarn gerupft worden sind?

        Ist es denn so schlimm, wenn Schweine in Schleswig-Holstein aufgewaschen, in NRW zerteilt
        im Schwarzwald zu
        Echt Schwarzwaldschinken verarbeitet werden?

        Wie schlimm ist es wenn die deutsche Weihachtgans in Polen aufgewachsen ist?

        Auf welchen „Federn ruhen wir unser reines Gewissen aus?
        Mit welchen Federns schmücken wir uns?

        Wer bekommt den schwarzen Peter?

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    • Inga sagt

      Ja, nicht nach dem künstlichen Neigung des Menschen,
      sondern nach der Vielfalt der Natur unseres Erballes, der Ökologie!
      Da müssen wir uns nach richten.
      Das Schwein hat alles,also Fettes als auch mageres Flsch, also müssen wir auch alles konsumieren, weil
      es gesund ist? Weil es von Gott gebens ist?
      Warum sind jetzt die alten Schweinerassen wieder gefragt?

      Bauer Willi denkt:
      „Ich mache mir nur – ohne jegliches kommerzielles Interesse – meine eigenen Gedanken. Über uns Bauern, aber auch über Sie als Bürger und Verbraucher. Denn nur gemeinsam werden wir die Ernährungswende hinbekommen, die dann, fast von selbst, auch eine agrarische Veränderung nach sich zieht – egal ob Sie das nun Agrarwende nennen wollen oder nicht“

      Man kann sie auhc Ernährungswende nennen, oder?

      Aber wenn der Verbraucher lieber künstlich veränderte und exotische Nahrungsmittel haben will,
      dann müsen wir eben auf dem ganzen Feld Blühstreifen anbauen,
      wie es der Verbraucher und die Öffentlichkeit will.

      Aber dann bitte für auch den entfallen Verdienstausfall von der Öffetnlichkeit bezahlen.

      Und wir leben alle Gesund? und wandeln in blühenden Landschaften.
      Ist das nix?

      2+
    • Paulus sagt

      @AdT
      Von wegen scheiß Ernährungswende. Wir unterziehen uns einer solchen schon seit Jahren, was mit deutlichem Genussverzicht einhergeht.
      Und dann sind wir eingeladen, bei einem wohlgenährten und zufrieden vor sich hin lächelnden lieben Freund und seiner ebenso leiblich ausgestatteten Lebensgefährtin, die das alles nicht kratzt.
      Zu allem Unglück ist der auch noch Psychologe und Dozent an der HHU. Der haut mir in der Küche auf die Schulter und verrät mir tatsächlich „Paulus, bitte greif zu, es gibt ein Leben vor den Tod.“ Ich esse die dargebotenen Köstlichkeiten dann nicht aus Höflichkeit. Jaja, der Geist ist willig …

      1+
      • AdT sagt

        Ja, es gibt ein Leben vor dem Tod, und an ihm können einige ältere Semestern der „Genießer“-Fakultät in meinem Umfeld nicht mehr richtig teilnehmen: Arthrose, dass sogar das ins Auto setzen schmerzt. Unter anderem.

        Schlemmen und Genießen ist auch mir ein Begriff. Wer ständig schaufelt, obwohl es schon beim Schuhe zubinden in der Magengegend drückt, der hat ein Problem.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es soll sogar Menschen geben bei denen die Arthrose durch harte körperliche Arbeit entstanden ist, können manche halt nicht verstehen.

          3+
          • Inga sagt

            Weißt du das genau, Ehemaliger?

            https://www.gesundheit.de/krankheiten/rheuma-erkrankungen/arthrose/arthrose-symptome

            Natürlich kommt das von zuviel Belastung der Knichen.

            als noch jeder Haushalt seine Landwirtschaft hatte, da hat der Vater die paar Getreidesäcke pro Jahr für die Familie hoch getragen.
            Aber als die Landwirtschaft konzentriert auf wenige Leute war, mußten die wneigen Leute die Säcke für alle Familien auf den Boden tragen.
            Und?
            Was kommt dabei raus?
            Überlastung des Körpers., besonders der Gelenke,
            (deswegen und auch wegen der Arbeit im Dreckboden, haben sich ja die Städter vor uns Bauern erhoben, sie waren ab da etwas besseres)

            dagegen müssen die Ärzte was tun.

            Auch die Ernährungspezialisten wissen da vielleicht Rat:

            Mir hat mal eine Dipl. Biologin den Tipp gegeben
            am besten jeden Tag 3 Eßl . Kraftfutter für Turnierpferde essen.
            Denn die haben die Vitamine und Mineralstoffe zur Beförderung der geeigneten Nährstoffe, die der Gelenkknorpels zum Aufbau braucht.
            Wenn der Knorpel ganz weg weg ist und die nur noch Knochen auf Knochen reibt, dann 4 Eßl. tägl. Und wenn er nur dünn ist,dann reichen 2 gestrichene Eßlöffel voll pro Tag.
            Ein gehäufter reicht auch.
            Nach 14 Tage merkst du die erste Besserung.

            Nimm ein wohlschmeckendes Getränk dazu und denk an was anderes, wenn du de Löffel voll zerkaust!

            Wo dein Landhandel zu finden ist, weißt du und ob er Movicur hat, kannst du fragen!

            Sesselpubser passiert wohl auch, wenn sie keinen Ausgleichssport machen, denn dieser Knorpel will ja bewegt werden, denn dadurch holt er sich die passenden Nährstoffe aus dem Blut.

            Neulich lernte ich eine feine über 80ig jähjrige Dame kennen, sie hat das ganze Leben im Büro verbracht und nun diese Schmerzen und Wasser in den Beinen, sie kann sie kaum noch bewegen.

            Ihr gab ich auch den Tipp, was denkst wie schnell die sich die Adresse von dem Landhandel notiert hat. Da will sie mit ihrer Tochter hinfahren. Das unangenehme Schlucken nimmt sie in kauf, hauptsache die Schmerzen gehen davon weg.

            Ob ihr Arzt dagegen nichts hat?
            Wahrscheinlich nicht!?!

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  3. Hans-Günter Felser sagt

    Lieber Bauer Willi, jetzt sage ich kurz und knapp als Rheinländer: „Leeven Dank – Mir jeiht et Hätz op!“

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Kann ich mir denken. Aber ob „die Gesellschaft“ da mitspielt? Isch wees et nit…
      Bauer Willi

      1+
  4. Anne sagt

    Die Landwirtschaft steht vor einer Wende!?
    Besser gesagt steht eine Frage offen da: WO WOLLEN WIR HIN?
    Diese Frage muss sich jedes Unternehmen stellen um zukunftsfähig zu wirtschaften!
    In der Landwirtschaft ist diese Frage so viel komplexer, denn die Landwirtschaft kann und darf nicht Pleite gehen….
    Erst wenn wir die Frage beantworten können, wo die Landwirtschaft in Zukunft stehen soll (Beispiele: Industriebetriebe oder Lebensmittelproduzent oder Landschaftsbewahrer oder im Einklang mit der Natur wirtschaftende Betriebe….), erst dann können Wege und Strategien entwickelt werden wie man dahin kommt.
    Diese ganzen Diskussionen, ob Bio oder Konventionell, ob groß oder klein, ob viel oder wenig, ob Mono oder Vielfalt, die bringen erst etwas, wenn man diese Grundlegende Frage des Ziels geklärt hat!

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Das Problem ist nur, wir stehen nicht am Anfang – es ist auch keine Frage des Wollens sondern des Könnens (fiskalisch gesehen). Die Entscheidungen trifft der Bauer doch nicht am Reißbrett, sondern nach dem letzten Kassensturz. Bei allen Diskussionen wird der ökonomische Zwang, unter dem ein Landwirt agiert, einfach ignoriert.

      0
  5. bauerhans sagt

    ich bin „naturvertragslandwirt“ und bin mit der bezahlung zufrieden.
    allerdings wissen die leute,die die richtlinien überwachen,nicht viel von der praxis,sodass ich
    dann vorschläge bz. bearbeitung der fläche anbiete und bis jetzt immer die volle zustimmung bekam.
    schwierig ist,ausserhalb der richtlinien zu agieren,um neues ins spiel zu bringen.

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  6. fingerphilosoph sagt

    Bauer Willis Gedanken sind doch nicht neu: das höre ich so und so ähnlich jetzt seit 50 Jahren, ohne dass sich grundlegend irgendwas geändert hat. Im Gegenteil: alle die kommerziell-industriellen Entwicklungen, die kritisch hinterfragt werden, und der Energieverbrauch sowie die Schuldenberge sind eskaliert, und das nicht nur in der Landwirtschaft, sondern weltweit überall auf jeder Ebene.
    Und das in einem Maß, dass einem die Spucke wegbleibt.

    Das eigentlich Traurige ist aber, dass die angeblichen Gegenbewegungen mit Greenpeace, den Grünen, der Bio-Landwirtschaft usw. haargenau dieselbe Entwicklung nehmen, die von diesen Organisationen seit 50 Jahren so überaus scharf kritisiert werden. Deshalb stellen die sogenannten alternativen Bewegungen in Wahrheit gar kein Gegenmodell dar, sondern sind bloß eine Erweiterung des bestehenden kapitalistisch-industriellen Systems und die willkommene Gelegenheit, noch mehr Druck und Kontrolle auf die einzelnen Menschen auszuüben. Greenpeace, die Grünen, BIO usw. sind nicht die Lösung, wie behauptet wird, sondern eben Teil des Systems, und zwar der Teil des Systems, der am meisten Druck ausübt.

    Die Einen behaupten, Russland, Indien, Europa oder Amerika könnten allein die ganze Welt und noch 10 Milliarden Menschen mehr ernähren, die Anderen behaupten, dass superweeds, Giftstoffe und Klimawechsel uns eher heute als morgen den Garaus machen. Jeder sucht sich die durchaus wissenschaftlichen Argumente zusammen, wie sie ihm gerade ins Konzept oder in die Ideologie passen. Wie es in Wirklichkeit aussieht, weiß kein Mensch, weil die Wissenschaften offenbar nicht halten, was sie versprechen, nämlich dass sie uns allgemein gültige Wahrheiten liefern.

    Die Landwirtschaft wird in dieser Dynamik aus Eskalation der bisherigen industriell-konventionellen Produktion und der Gegenbewegung aus BIO und grüner Ideologie gerade vollständig zerrieben.

    Der moderne, industrielle Mensch und Stadtbewohner will gar nicht mehr sehen, wie Nahrungsmittel hergestellt werden, weil die Produktion von Nahrungsmitteln zugegebenermaßen unangenehme Seiten hat. Er will Naturkulisse um sich herum, die sein Wohlgefühl steigert. Deshalb wird der Bauer jetzt zum Blühstreifen-Säer und Naturschützer umerzogen. Das hat mittelfristig zur Folge, dass die Nahrungsmittel importiert werden, was für BIO & Konsorten ja kein Problem ist, wenn man mal die BIO-Läden näher inspiziert. Langfristig läuft es darauf hinaus, dass die Nahrungsmittelproduktion vom Ackerbau vollständig auf die Industrie übergeht, und der Mensch die Nahrungsmittel mit erheblichem Energieaufwand auf Molekülebene industriell zusammenbastelt. Es wird dann Kohlehydrat-, Protein-, Öl-, und Vitaminfabriken geben, ohne dass dafür Tiere und Pflanzen gebraucht werden.

    Die Produkte, die der Bauer vielleicht künftig noch verkaufen kann, sind Naturkulisse, Idylle, die Versöhnung von Mensch und Tier, Artenvielfalt, die Natur als unsere Mutter, gewaltfreier Umgang mit der Natur, Insektenfürsorge, Wolfsfürsorge usw.

    5+
    • Mark sagt

      Insgesamt sehr gut analysiert.
      „Wie es in Wirklichkeit aussieht, weiß kein Mensch, weil die Wissenschaften offenbar nicht halten, was sie versprechen, nämlich dass sie uns allgemein gültige Wahrheiten liefern.“ Ein Problem der Wissenschaften ist, dass sie zunehmend instrumentalisiert werden, und noch schlimmer, sie lassen sich gerne instrumentalisieren. Die Wirtschaftswissenschaften haben damit angefangen, die Naturwissenschaften folgen, am schlimmsten die Klimawissenschaft!

      3+
  7. Thea S sagt

    „Die Natur“ – will gar nichts, sie ist kein Wesen mit Willen oder Wünschen. Sie ist das Zusammenspiel mit, – und meistens gegen, einander von Arten ohne den Einfluß des Menschen. Da sucht sich jede Art eine Nische, die Gesamtheit wird meist von einigen wenigen Arten dominiert. Der Mensch in unserer Gesellschaft will Vielfalt in dem was sie „Natur“ nennt. Landwirtschaft hat ursprünglich die Aufgabe die Vielfalt zugunsten einer Art, bzw. im Wechsel von wenigen Arten, zurückzudrängen, um Lebensmittel zu erzeugen. Und Bauer Willi trifft den Nagel auf den Kopf, wenn die Gesellschaft, nicht „die Natur“, Vielfalt will, muß sie dafür bezahlen. Der Bauer kann auch Vielfalt anbauen. „Die Natur“ kann’s nicht. Vielleicht müssen die Bauernverbände das nun im Dienste der Allgemeinheit einfordern.

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  8. Danke! Ja, genau so (oder sehr ähnlich) sieht die Sachlage aus. Schön dass diese Worte hier Platz finden!
    Ich möchte in diesem Zusammenhang verweisen auf das Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ (www.aufbauende-landwirtschaft.de), wo es genau darum geht „Neue Wege zu gehen“ und von anderen „innovativen Praktikern“ zu lernen und sich auszutauschen. Denn gerade die Vernetzung, der Austausch ist essentiell, da die Veränderung erst einmal nicht von oben (der Politik) kommen wird.
    Ein sehr spannendes Projekt hat WWF, Edeka und Landwirte des Nordostens ins Leben gerufen: Da werden Produkte von Landwirten bei Edeka teurer verkauft, die für »mehr Artenvielfalt« was tun (gibt’s einen langen Katalog an Maßnahmen und wie die angerechnet werden). (https://www.wwf.de/zusammenarbeit-mit-unternehmen/edeka/modellprojekt-landwirtschaft-fuer-artenvielfalt/). Super „Kooperation“ zwischen Produzent, Händler und Konsument!

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  9. Schmeckt gut sagt

    Treffend beschrieben. Danke. Eines der größten Probleme ist die Arbeitskraft. Umstellung der Anbausysteme heißt mehr AKh je Fläche. Lösungsvorschläge aus der Politik, auf seiten der Kritiker – in meinen Augen nur heiße Luft.

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  10. Obstbäuerin sagt

    Das Hauptproblem bei der Gemengelage scheint mir die Vermischung von gesellschaftlichen Bedürfnissen oder auch Erfordernissen nach einer optimierten Umwelt für Mensch, Tier und Pflanze und der Produktion von Lebensmitteln unter schwierigen Wettbewerbsbedingungen mit einem Gewinn, der moderne Produktionsmethoden ermöglicht und dem Bauern ein sicheres Einkommen garantiert. Die Voraussetzungen für die erfolgreiche Bewältigung beider Aufgaben sind in den Betrieben so unterschiedlich, dass eine generelle Festlegung von zusätzlichen Leistungen zu einer Beschleunigung der Betriebsaufgaben kleinerer Höfe führt. Wird jedoch den wirtschaftlich stärkeren durch Landschaftspflege ein Zusatzeinkommen beschert und den anderen dafür Mittel entzogen, passiert das gleiche. Es ist ein Dilemma.

    1+
    • Paulus sagt

      @Astrid,
      in Anerkennung Ihres ganz sicher aufrichtigen Bemühens, vermeintlich fehlgeleitete Mitmenschen auf den von Ihnen als richtig empfundenen Pfad zu bringen, halte ich Ihre Vorträge dennoch für einseitig und wenig überzeugend. Sie stellen, nach Ihrer Auffassung berechtigterweise immer die Tiere in den Vordergrund; unterschlagen aber immer die Ausbeutung einer gewissen Spezies, die euphemistisch gerne als Human Capital bezeichnet wird und vorzugsweise im sogen. Dienstleistungssektor tätig ist. Glauben Sie wirklich, dass z.B. die Erntehelfer, die sich für Ihr bioveganes Müsli den Buckel krumm machen und die Paketfahrer die es an Ihre Tür bringen gerecht entlohnt und nicht ausgebeutet werden? Glauben Sie tatsächlich, dass dieser ganze Fair Trade-Schwindel unter dem Deckmäntelchen der Humanität, einem anderen Geschäftszweck als dem der Gewinnerzielung dient?
      Das dürfte übrigens ebenso dieses in Ihrem Link (biovegan.de) vorgestellte Unternehmen betreffen.
      Daran, das in Sachen Tierhaltung Diskussions- bzw. Aufklärungsbedarf besteht habe ich keinen Zweifel. Wer z.B. einmal Einblick in einen Putenmaststall hatte, isst kein Putenfleisch mehr – geht jedenfalls mir so.
      Was ich bei Ihnen vermisse ist, dass Sie immer nur kategorische Statements abgeben. Auf einen weiterführenden und möglicherweise fruchtbaren Dialog haben Sie sich noch nie eingelassen.

      3+
      • Bauer Willi sagt

        Das ist bei allen Missionar/innen so. Weil sie eine Religion anpreisen. Religion beruht aber auf Glauben und nicht auf Wissen. Darum wird Dein Appell auch in den „Weiten des Weltalls verhallen“…oder so ähnlich.
        Bauer Willi

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    • Obstbäuerin sagt

      Astrid, diktatorische Missionierung bringt niemanden weiter. Es gibt Gegenden auf der Erde wo Tierhaltung die einzige Überlebenschance bietet.

      1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @Astrid

      Auch dein Essen basiert auf Zerstörung unberührter Natur, daher nicht auf mit dem Finger auf andere Zeigen.

      Auch auf deinem Salat sind mal Läuse, die entweder mit einem PSM bekämpft werden, oder beim Waschen ertrinken.

      2+
    • bauerhans sagt

      „Unser Wirtschaftssystem ist ein Gewaltsystem !“

      unser system beruht auf EIGENINITIATIVE mit sozialer unterstützung des staates!
      ich kenne ne menge leute,die darin eine materielle und psychische zufriedenheit erreicht haben,andere wiederum leben in den tag hinein,kritisieren ohne ende,während sie gleichzeitig vom system vorm absturz bewahrt werden.

      0
    • Bauer Willi sagt

      Wenn ich dann da erst mal drin bin, komme ich aber nicht mehr zum (Nach)Denken….Willst Du das? 🙂
      Bauer Willi

      1+

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