Bauer Willi
Kommentare 32

Einer der meistverkauften Wirkstoffe…

Stellen Sie sich vor, Sie hören von einem Wirkstoff, der weltweit in riesigen Mengen verkauft wird. Der zudem noch sehr billig ist und schon lange auf dem Markt.

Sie hören von einem Wirkstoff, der zu einer Gruppe gehört, die zu den 16 häufigsten Todesfällen in den USA führt. Der in der Schwangerschaft zu einer fruchtschädigenden Wirkung führen kann. Der für Netzhautveränderungen verantwortlich gemacht wird und die Wirksamkeit von Impfstoffen herabsetzen kann.

Hohe Dosen des Wirkstoffes können zu einer lebensgefährlichen metabolischen Azidose (Übersäuerung) mit Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen. Außerdem kann das Innenohr geschädigt werden, was sich in einem Hörverlust oder Tinnitus äußert. Auch Nierenschädigungen sind beschrieben worden. Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen sind bekannte Nebenwirkungen.

Sie hören von einem Wirkstoff, der erwiesenermaßen die Blutgerinnung herabsetzt, was aber akzeptiert wird, weil die Alternative 100mal teurer ist.  Rote Blutplättchen werden irreversibel geschädigt. (Werden aber vom Körper wieder neu gebildet) Ob der Wirkstoff Bauchspeicheldrüsenkrebs auslöst oder verhindert, ist nicht eindeutig geklärt.

Die mittlere letale Dosis dieses Wirkstoffes bei Ratten (LD 50) liegt bei 200 mg/kg Körpergewicht. (zum Vergleich: Koffein 192 mg/kg Körpergewicht). Er kann im Urin nachgewiesen werden.

Der oben beschriebenen Wirkstoff wird unter anderem von Bayer hergestellt und vertrieben. Die Gesamt-Wirkstoffmenge (alle Hersteller), die weltweit jährlich produziert wird, liegt über 50.000 t.

Es handelt  sich um Acetylsalicylsäure (kurz ASS), besser bekannt als Aspirin und ist in jeder Drogerie, im Internet oder einer Apotheke frei verkäuflich. Übrigens zu sehr unterschiedlichen Preisen. Eine Tablette kostet zwischen 0,22 und 0,01 € (Indien).

Ist doch interessant, was herauskommt, wenn man sich mit einem Wirkstoff mal näher befasst.

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Euer Bauer Willi

 

 

 

 

 

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32 Kommentare

  1. Thomas sagt

    So lang ein Wirkstoff fast jedem Menschen Hilfe verspricht wird nicht viel über Nebenwirkungen nachgefragt.
    80% oder sogar 90% haben kein Bezug zur Landwirtschaf als kein nutzen als braucht man nicht.
    Drück diesen Leuten mal nen Hacke in die hand um 8stunden Unkräter zu bekämpfen nach 2 – 3 Stunden geben die doch auf.

    5+
  2. Stadtmensch sagt

    Wie so oft gilt: „Mit der Natur arbeiten – nicht gegen sie“.

    „Weidenrinde gilt als gut verträglich. Nebenwirkungen, wie sie von Acetylsalicylsäure bekannt sind, treten normalerweise nicht auf. Die pflanzliche Arznei besitzt wohl nur eine geringe blutverdünnende Wirkung.“
    https://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/weide

    Aber die industriellen Giftmischer (s. Koch-Brüder) und Biopiraten haben das Wissen aus der Breite der Gesellschaft gesogen und verdienen gut an der Behandlung der Folgen von nicht artgerechter Massenmenschhaltung. Bzw. an der Dauermedikamentierung der landwirtschaftlichen „Produktionssysteme“. Gesunder Boden bringt normalerweise auch gesunde Pflanzen hervor und dauermedikamentierter Boden ist quasi ein Patient an der Herz-Lungenmaschine ohne Immunsystem (3% Humus) dafür mit reichlich Antibiotika.
    Jetzt schnipst nicht gleich wieder an die Decke wegen ein paar Metaphern und billiger Polemik…

    3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Weidenrindentinktur ist nichts neues für uns, genauer gesagt für meine Frau, jetzt fehlen nur noch die Tiere, für die wir es auch verwenden können.

      3+
          • Inga sagt

            und? wie und wo hat es geholfen?

            Ach
            dann könnte man es auch an Tieren anwenden?

            Jo, wo der Gockel noch auf dem Mist gekräht hat und jedes Tier ein Individuum war!

            Aber jetzt in der Massentierhaltung?

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    • Inga sagt

      ach Methaphern mit falschen Zahlen sind das nur für dich, Stadtmensch,
      dann ist ja gut, dann braucht man sich ja nicht aufzuregen!

      2+
      • Stadtmensch sagt

        Ich sehe nur eine Zahl und du hast recht, die muss ich leider nach unten korrigieren:

        „Die meisten intensiv genutzten landwirtschaftlichen Böden in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas, Asiens und Nordamerikas weisen nur noch Humuswerte zwischen 1% und 2% auf, wobei zahlreiche Flächen bereits Humuswerte von deutlich unter 1% (z.B. die norddeutschen Sandböden) aufweisen und bereits mehr als den halben Weg zur Verwüstung hinter sich gelegt haben“

        Seit Beginn der Landwirtschaft vor über 10 000 Jahren haben die Böden zwischen 55 [IPCC 2001] und 320 Milliarden Tonnen Kohlenstoff [Ruddiman 2003] verloren. Das entspricht einem Verlust des ursprünglichen Humusgehaltes von 25% bis 75% [Lal 2011]. Der größte Teil des aus den Böden verlorenen Kohlenstoffes ging dabei in Form von CO2 in die Atmosphäre und hat somit einen erheblichen Anteil am Klimawandel. Für gesunde Böden gelten Humusgehalte zwischen 3,5% und 6%. Diese lassen sich aber nur durch weitgehend geschlossene Stoffkreisläufe und die Arbeit mit organischen Bodenverbesserungen wie Kompost und Mulch sowie durch minimale Bodenbearbeitung erhalten.
        Quelle:
        http://www.ithaka-journal.net/druckversionen/102011-humusaufbau-hunger.pdf

        30% der fossilen Energieträger brauchen wir für die Herstellung von synthetischem N-Dünger. Bis 2050 schrumpft die jedem Menschen zur Verfügung stehende LW-Nutzfläche von derzeit 1/5ha auf 1/6ha. Nur durch Bevölkerungswachstum. Der Bodenverlust durch Bodendegradation und Erosion (1% pro Jahr ohne zunehmende Klimawandeleinflüsse) werden diese Fläche weiter reduzieren.

        Es gibt viel zu tun Leute. „Spiel mit der Angst“ vor Schmerztabletten gehört nicht dazu. Ich vermute der Ruf nach Na-Pentobarbital wird … und jetzt hör ich auf.

        0
        • Bauer Fritz sagt

          Kann mich gut erinnern, war toll hier überall vor 10.000 Jahren. Viel Wald, keine Stadmenschen, kein Verkehr, viele Insekten ….

          Wofür die Landwirtschaft angeblich 10.000 Jahre brauchte, schafft heute die Welt in rund 10 Jahren. Zitat: „Die Internationale Energieagentur bezifferte den Anstieg der energiebedingten Emissionen auf 1,4 Prozent auf etwa 32,5 Milliarden Tonnen. Eine Trendwende ist also noch nicht erreicht, obwohl der Anstieg in den vergangenen zwei Jahren zum Stillstand gekommen war. Gewachsen ist vor allem die Nutzung von Erdgas, aber es wurde auch mehr Kohle und Öl verbrannt, vor allem in Asien“

          Abgesehen davon ist das was über die Humusgehalte in dem Journal steht ziemlicher Stumpfsinn mit Null Aussagegehalt, speziell was die gemäßigten Lagen Mitteleuropas betrifft. Daß sich der Humusgehalt aufgrund der unterschiedlichen Entstehung und Entwicklung unterscheidet führt ja genau zu unterschiedlichen Bodentypen.

          Nur damit sie die Angstmache in den Berichten die sie hier bereitstellen nicht auch noch selbst glauben, hier mal was von Experten (z.B. für Österreich):
          „Die Humusgehalte der heimischen Ackerböden haben sich positiv entwickelt. Die Ergebnisse zeigen in allen Regionen denselben positiven Trend. Demnach sind seit dem Start des Öpuls die Humusgehalten um 0,10 bis 0,35 % angestiegen. Diese Übereinstimmung bestätigt auch die Plausibilität der Datengrundlage.“ (https://www.ages.at/themen/umwelt/boden/positive-humusentwicklung/)

          oder für Deutschland:
          „Die Humusgehalte in Ackerböden sind das Ergebnis von Standort- und Bewirtschaftungsfaktoren. Als langjährige Wirkung dieser Faktoren stellt sich ein standorttypischer Humusgehalt ein. Auf terrestrischen Böden kann die folgende Gewichtung der Einflussfaktoren angenommen werden:
          •Klima bzw. Witterung: meist über 50 Prozent
          •Eigenschaften des Bodens: 20 – 30 Prozent
          •Maßnahmen der Bewirtschaftung (Fruchtfolge, pH-Wert, Düngung, Bodenbearbeitung etc.): 5 – 30 Prozent der Variationsbreite.
          (https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Pflanzenbau/Boden/_Texte/Boden.html;jsessionid=25C9D989E0C269E9A298EF0C2148420A.1_cid288?nn=5798726&notFirst=true&docId=8071070).

          Das heißt, bis zu 95% von Unterschieden oder Veränderungen des Humusgehaltes hängen NICHT vom Bauern und seiner Bewirtschaftung ab. Und für den Teil, den der Bauern beeinflußen kann, werden die allermeisten versuchen den Humusgehalt entweder stabil zu halten oder nach Möglichkeit zu steigern.

          Also: Hyperventilation zurückfahren bevor ihnen was passiert.

          7+
        • Bauer Willi sagt

          @Stadtmensch
          Ich brauche nur die Quelle zu sehen, um zu wissen, wohin die Reise geht. Bei mir im Betriebe hat der Humusgehalt in den letzten 30 Jahren von 1,7 auf 2,3% zugenommen. Humusgehalte von 6%? Schau mal, welche natürlichen Böden solche Humusgehalte aufweisen. Für unsere rheinischen Lößböden wäre das der blanke Wahnsinn, weil dann Stickstoffverbindungen unkontrolliert frei würden.
          Habe mein Rigorosum unter anderem im Fach Bodenkunde bei Prof. Mückenhausen, dem Bodenkunde-Papst gemacht.
          Es schadet nicht, wenn man ein wenig Ahnung hat. Es geht aber auch ganz ohne…Du bist der lebende Beweis 🙂
          Bauer Willi

          11+
          • Stadtmensch sagt

            Wir werden sehen Bauer Willi. Ich rede vom Dauerhumus bzw. vom dauerhaft fixierten Kohlenstoff (Zellulose, Lignin, Harze). Die sind relativ abbauresistent, aber wenn ihr mit Kompost und Unterboden, garniert mit etwas mineralischem N-Dünger zufrieden seid…
            Vielleicht gibts im Rheinland noch ein Fleckchen, wo seit der letzten Eiszeit noch nie ein Mensch gewühlt hat. Das würde mich wirklich mal interessieren, wie es da mit dem Kohlenstoffgehalt aussieht.

            Mein Professor pflegte zu sagen: „Erst wenn man das Prinzip einem Ahnungslosen verständlich machen kann, hat man das Prinzip auch selbst verstanden“.

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        • Dorfmensch sagt

          Sehr geehrter Stadtmensch,
          wie kommen Sie zu der abenteuerlichen Erkenntnis, dass für gesunde Böden Humusgehalte zwischen 3,5% und 6% gelten? Bitte schauen Sie mal in die wissenschaftliche Literatur. Entsprechende Literaturverzeichnisse kann ich gern zur Verfügung stellen. Dauerversuche (!) belegen, dass nach Einstellen des Fließgleichgewichts für Ackerböden standorttypische optimale Humusgehalte abgeleitet werden können. Diese sind unter anderem vom Tongehalt abhängig. So ist ein Humusgehalt von ca. 1% für leichte grundwasserferne Böden durchaus ausreichend. Tonböden benötigen hingegen mindestens 3% Humus. Der Humus untergliedert sich hinsichtlicher Abbaustabilität bekanntlich in Dauerhumus (= inerte organische Substanz) und Nährhumus (umsetzbare organische Substanz). Die Überschreitung des standorttypisch optimalen Humusgehaltes erhöht den Gehalt an Nährhumus und nicht den den Dauerhumus. Daraus resultiert eine parallel verlaufende Erhöhung des Gehaltes an organisch gebundenem Stickstoffs und damit das Risiko der N-Mineralisierung in Zeiten ohne N-Bedarf der Pflanzen und des Nitratauswaschungsriskos. Kohlenstoff und Stickstoff sind deshalb immer in Verbindung zu sehen. Erhöhte Frachten an organischen Substanzen sind deshalb immer kritisch zu sehen. Das gilt nicht nur für die Verdelungsregionen in Deutschland sondern auch für jede andere Fläche mit Überfrachtung an organischer Substanz. Zugegeben, Nitratauswaschungen aus dem Boden tragen nicht zum Klimawandel bei.
          Übrigens stellt sich das Fleißgleichgewicht für den Humus im Boden in Zeiträumen zwischen mindestens 30 und 50 Jahren ein.
          Die ökologisch wirtschaftenden Landwirte nutzen ja gezielt den Stickstoff aus der organischen Düngung und der N-Fixierung der Leguminosen. Wenn aller Stickstoff im Humus als Dauerhumus gebunden bleiben würde, wäre diese Bewirtschaftungsform gar nicht lebensfähig.
          Organische Bodenverbesserungen wie Kompost und Mulch bilden da keine Ausnahme. Komposte aus der Biotonne gehen übrigens schweren Zeiten entgegen. Die geshredderten Kunststoffabfälle, die in solchen Komposten anzutreffen sind, gehören nicht auf den Acker! Liebe Leute mit Biotonne: an Euch geht der Appell besser zu trennen. Wir Landwirte brauchen keine Kunststoffe auf dem Acker. Ich kompostiere selbst und verwerte den Kompost auch selbst.
          Der Blick in die Literatur zum Thema „minimale Bodenbearbeitung“ zeigt eindeutig, dass die Humusgehalte (Nährhumus) im flachen Bearbeitungshorizont steigen und darunter abfallen. Die Humusmenge je Flächeneinheit bleibt die selbe.

          In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht. Vor der Urbarmachung waren die Humusgehalte in den nicht bearbeiteten Böden höher als heute in fruchtbaren Ackerböden. Ich bin hier konservativ und denke, dass wir die Ackernutzung der Böden zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung brauchen. Wenn wir darauf verzichten wollen, dann können wir zur Aufgabe der Landnutzung zurückkehren. Aber bitte erklären Sie den hungernden Leuten, dass es nur noch Nahrung aus der Grassteppe (also auch keine Pommes oder Gemüse) geben wird.

          Kleiner Tipp zum Schluss: Über 20 Dauerversuche in mitteleuropäischem Raum belegen übrigens, dass die mineralische Stickstoffdüngung den Humusgehalt im Boden erhöht. Das ist trotz allen anders lautenden Wünschen aus der landwirtschaftskritischen Szene seriös und mit geeigneten Methoden (z. B. Elementaranalyse) und riesigem Probenumfang gemessen worden.
          Ganz zum Schluss: Bitte zeigen Sie mal in Deutschland eine Steppe auf Böden mit Bewirtschaftung nach guter fachlicher Praxis.

          2+
        • Heinrich Steggemann sagt

          @Stadtmensch
          Die Bandbreite bei den Humusgehalten ist wohl sehr gross. Der Grossteil unserer ackerbaulich genutzten Sandböden haben Humsgehalte von 2,5 bis 4,5 % (Probenahmetiefe 30cm). Vor Hundert Jahren war dort noch Heide ( Ergebnis des jahrhundertelangen Raubbaues für die Plaggeneschflächen bei uns im Nordwestdeutschen Raum). Einige Flächen haben Humusgehalte zwischen 5,5 und 6,5% aber ohne einen mächtigen A Horizont wie bei Plaggeneschflächen. Wir düngen seit 15Jahren fast nur noch mit Gülledünnphase (fast keine Rücklieferung an organischer Substanz) und Mineraldüngerergänzung. Dafür arbeiten wir mit winterharten Zwischenfrüchten und flacher Pflugfurche. Maisstroh bleibt drauf( ein Drittel der Fläche), Getreidestroh wird verkauft ( zwei Drittel der Fläche). Die Zukunft sehe ich im „flüssigen Kohlenstoffweg“ zum Aufbau weiteren Humus durch Wurzelausscheidungen lebender Pflanzen an das Bodenleben. Werden uns Schritt für Schritt in den nächsten Jahren in die Thematik einarbeiten. Von der Offizialberatung kommt zu dieser Art des Humusaufbaues (noch) nichts.

          1+
  3. Lieschen Müller sagt

    Übrigens stimmen die Preise nicht: auch bei uns ist ASS für 3 cent das Stück zu haben. Patentfreie Herstellung in Asien macht es möglich.

    1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor 10 Jahren haben wir in den USA 500 Stück für ca. 3,5 $ gekauft.

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  4. AdT sagt

    Erinnert mich an den Text zur Schädlichkeit von Tätowierungen. Wir haben ein Recht auf Selbstschädigung, Art 2 Abs. 1 GG. Ich will bewusst Risiken eingehen können, aber nicht unbewusst oder unausweichlich Risiken durch andere ausgesetzt sein, z.B. bei Lebensmitteln. So sieht das doch jeder, sogar der Gesetzgeber. Daher wirkt der Text wieder etwas komisch.

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    • Bauer Fritz sagt

      Die Bewertung dieser Risiken denen sie sich nicht (mit dem Recht auf Selbstschädigung) aussetzen wollen nehmen staatliche oder vom Staat beauftragte Institutionen vor. Sie bescheinigen im Namen des Staates die Zulassung, die rechtmäßige Inverkehrbringung und Verwendung etc.

      Dies gilt für Kosmetika, für Haushaltschemikalien, für Medikamente und auch für Pflanzenschutzmittel. Bei letzteren sind die Zulassungsverfahren nachweislich um ein vielfaches intensiver als bei allen anderen genannten.

      Somit kann jeder Anwender darauf vertrauen, daß bei sachgerechter Anwendung keine anderen unverhältnismäßige Auswirkungen auf sich, die Umwelt oder Dritte entstehen außer jene weswegen er eine Chemikalie (einen Wirkstoff) verwendet.

      Wenn ich ihnen sage, sie sollen dieser oder jenes amtlich zugelassene Medikament nicht nehmen, würden sie das wohl genauso komisch finden, wie wenn sie mir sagen, ich soll dieses oder jenes amtlich zugelassene PSM nicht anwenden.

      6+
      • AdT sagt

        „Wenn ich ihnen sage, sie sollen dieser oder jenes amtlich zugelassene Medikament nicht nehmen, würden sie das wohl genauso komisch finden, wie wenn sie mir sagen, ich soll dieses oder jenes amtlich zugelassene PSM nicht anwenden.“

        Da haben Sie Recht. Da ich aber Bauern nicht sage, dass sie dieses oder jenes PSM nicht nehmem sollen, habe ich den Text nicht als einen solchen Konter, sondern eher als etwas schulmeisterlich verstanden. So ist das, wenn die Aussage des Textes nicht rübergebracht wird oder wer genau gemeint ist (Hobby-PSM-Experten).

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        • Bauer Fritz sagt

          Vielleicht ging es Willi nur darum zu zeigen, daß man (mit und noch öfter ohne Sachkenntnis) überall ein Haar in der Suppe finden kann. Das kann man nun zum Weltuntergang hochjazzen oder den Puls locker lassen und sich eingestehen, daß nichts 100% perfekt ist aber doch vieles sehr sehr gut. Vor allem weil sich in einem Wohlfahrtsstaat viele mit Wissen um eine vertretbare Abwägung zwischen Gefahr und Risiko kümmern.
          Im Gegensatz zu jenen die bei jeder Gefahr eben mindestens den baldigen Weltuntergang beschwören – was erst recht den Aspirinabsatz bei Bayer in die Höhe schnellen läßt.

          2+
    • fingerphilosoph sagt

      „Ich will bewusst Risiken eingehen können, aber nicht unbewusst oder unausweichlich Risiken durch andere ausgesetzt sein, z.B. bei Lebensmitteln.“

      AdT, da wirst Du vorher eben nicht gefragt. Aber es ist schon ein bisschen einseitig, die Risiken bloß in den Lebensmitteln zu verorten. Die Zahl synthetischer chemischer Verbindungen, die natürlicherweise nicht vorkommen, nimmt exponenziell zu. 1970 gab es eine Million solcher Verbindungen, 1980 schon fünf Millionen. Viele dieser Stoffe werden unzureichend kontrolliert und die Langzeitfolgen sind überhaupt nicht absehbar. Bspw. hat niemand vorausgesehen, dass Plastik in Form von Mikroplastik nun auch in Deine Blutbahn gelangt und da womöglich irgendwann ein Gefäß verstopft.

      Du bist auch nicht gefragt worden, als verbleites Benzin in die Autotanks geschüttet wurde, wodurch in den 70er bis 90er Jahren Dein Bleispiegel im Blut vermutlich um ein Tausendfaches angestiegen ist, und Blei schädigt nun mal das Gehirn. Jeder Ingenieur und Chemiker, der verbleites Benzin auf den Weg und in die Tanks gebracht hat, wusste von Anfang an, wie giftig das Zeug ist, und der Gesetzgeber hat sich immerhin 80 Jahre Zeit gelassen, bis er endlich interveniert hat.

      4+
  5. Philipp sagt

    Dieser Beitrag verdeutlicht sehr schön, warum viele Mitbürger, innen für das Verbot von Glyphosat sind. Auch Glyphosat kann einige Nebenwirkungen oder Krankheiten hervorrufen bzw. das Risko zu erkranken erhöhen. Die Frage ist aber, ob es sachgerecht angewendet wird und zu welchem Zweck eigentlich (z.B. Sikkation oder Totspritzen von Zwischenfrüchten). Um dann ein differenziertes und seriöses Urteil zu fällen, braucht man da schon ein paar Fachkenntnisse. Da reicht eine Doku oder ein kurzer Fernsehbeitrag nicht.
    Die Meinung wird halt sehr davon beeinflusst, was man zuerst hört. Um auf das Beispiel von Willi zurück zu kommen: Beim Lesen des Texts drängen sich erste Gedanken von „das Zeug müsste man verbieten“ in den Kopf. Sagt mir aber meine Ärztin, ich könne Aspirin nehmen, wenn ich morgens gelegentlich Kopfschmerzen habe, dann gehe ich davon aus, dass ich das Medikament ruihgen Gewissens nehemen kann, da es ja sicherlich ausreichend geprüft wurde.

    4+
    • Paulus sagt

      @Philipp
      Gelegentliche morgendliche Kopfschmerzen kann man häufig vermeiden, am Abend zuvor meine ich. Ich denke jetzt mal so an meine Studentenzeit. Allerdings befand ich mich da auch erst in der 3. Lernphase meines Lebens. 🙂
      Die von Willi angegebene Produktionsmenge von 50.000 t/a ist, bezogen auf grob geschätzt ca. 4. Mrd. oder sogar mehr Menschen denen ASS zur Verfügung steht, statistisch als marginal bzw. nahe null anzusehen. Denjenigen die es prüfen möchten empfehle ich die Anwendung von Potenzen statt sich mit vielen Nullen herumzuquälen.

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    • Bauer Willi sagt

      Herr Maurin macht es sich auch sehr einfach. Man sollte, man müsste, und überhaupt ist Welthandel mit Lebensmittel des Teufels.
      Sein Artikel bringt wirklich niemand weiter.
      Bauer Willi

      2+
      • Lieschen Müller sagt

        Doch, sie sind meinungsbildend. Aber wenn dann wieder alle die CDU und FDP wählen, bleibt alles auf dem eingeschlagendem Pfad.

        2+
      • Eckehard Niemann sagt

        Meiner Meinung nach bringt Herr Maurin in der taz die für Milchbauern drohenden Gefahren treffend auf den Punkt. Gut, dass das jemand so klar ausspricht.

        3+
  6. Aspirin hab ich noch nie gerne eingenommen.
    Wenn ich mal ne Tablette brauche, dann Ibuprofen.
    Wobei man dort vermutlich ne ähnliche Auflistung machen könnte.

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      • Unter anderem wegen der stark Blutverdünnenden Wirkung. Die ist bei anderen Präparaten meines Wissens weniger stark oder gar nicht vorhanden.
        Asserdem kommt es mir durchaus vor, als wenn die Aspirin einen seltsamen Beigeschmack haben. Genau erklären kann ich es nicht.

        1+
        • Lieschen Müller sagt

          Es ist immer ein hin und her mit den Schmerzmitteln. Mal ist das eine en vogue, mal das andere. Mal heißt es „aushalten“, dann kam die Kampagne „schmerzfrei, keiner soll leiden“, jetzt heißt es wieder „Vorsicht, Nebenwirkungen“. Schmerzen sind ein Sympthom, keine Krankheit. Meine Meinung ist, wer sein Leben nicht ohne Schmerzmittel (höchstens 3x pro Monat) aushält, muss etwas ändern.

          1+
          • Da hab ich ja Glück, dass die Packunmgen bei mir gerne 1-2 Jahre halten, ausser ich hatte grad so nen fiesen Zahnarztbesuch… 😉

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        • Inga sagt

          Blutverdünnenden Wirkung
          ist bei anderen Präparaten wie Ibuprofen deutlich geringer?
          Doch stimmt, Pascal
          das hat mir meine Zahnärztin verschrieben, als sie mir einen Zahn gezogen hatte, denn

          Aspirin ging nicht, wegen der blutverdünnenden Wirkung.

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