Bauer Willi
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Runter vom Gipfel…

Ich bin wieder zurück auf dem Hof. Bin von Berlin noch nach Ulm zu einem Vortrag vor Schweinemästern gefahren. Im Ulmer Münster habe ich für die Politiker aller Parteien gebetet. Und nachgedacht.

Wie alles geschah

Am 4. September 2019 wurde das Agrarpaket bekannt, am 7. September standen die ersten grünen Kreuze auf den Feldern um den Ängsten, Sorgen und auch der Ohnmacht vieler Landwirte Ausdruck zu verschaffen. In einem stillen Protest, vor allem gegen das Agrarpaket.

In einer unglaublichen Woge der Solidarität standen schnell einige hundert , dann Tausende von Grünen Kreuzen überall in Deutschland. Es folgte, vier Wochen später, Anfang Oktober, die Gründung der Bewegung „Land schafft Verbindung“ mit zahlreichen Demonstrationen. Die größte Demo – mit rund 8.500 Traktoren – fand in Berlin statt. Dieser laute Protest war dann auch der Auslöser für den Agrargipfel am 2.12. 2019 bei der Kanzlerin in Berlin.

Die Einladungsliste

Eingeladen wurden zu diesem Gipfel die üblichen Verdächtigen, vor allem die üblichen Verbände, die allerdings in den Wochen vorher nicht zu bemerken waren. Was der GaLaBau, die Imker, Biogas, Maiskomitee oder UFOP bei diesem Treffen zu suchen hatte, erschließt sich mir nicht. Übrigens haben das auch viele Eingeladenen nicht verstanden, die sich trotzdem gefreut haben, auch mal die Kanzlerin zu treffen und ein Bild mit ihr zu machen. Die Gelegenheit war günstig.

Kein Streit unter den Verbänden

Was positiv zu vermerken ist: trotz unterschiedlicher Ansichten haben die Verbände in die gleiche Richtung vorgetragen. Ich sage bewusst „vorgetragen“, denn einige Verbände haben die Situation ausgenutzt, in seitenlangen Statements für die Sache ihres Verbandes zu werben. Die Kanzlerin hat daraufhin auch den ein oder anderen im positiven Sinne „abgewürgt“.

Ich kann in diesem Artikel jetzt nicht alle möglichen Wortmeldungen, Wendungen oder Meinungen wiedergeben. Zum Schluss ist doch nur wichtig, was dabei herausgekommen ist.

Das Ergebnis

Wenn ich an den Anfang zurückdenke, warum ich am 7. September mein grünes Kreuz aufgestellt habe, dann bin ich ernüchtert.

  • Die Umschichtung von Geldern von der ersten in die zweite Säule? Bleibt! Ist mir übrigens auch ziemlich egal. Wegen 4,50 € pro Hektar wird mein Betrieb nicht untergehen. Und was das soll, versteht auch kaum jemand. Es ist wohl eher ein Zugeständnis an NGO und mit denen befreundete Parteien.
  • Die Düngeverordnung? Bleibt! Obwohl mittlerweile jeder weiß, wie es zu der Klage der EU gegen Deutschland kommen konnte. Unter dem Druck der Bauern gehen die Länder jetzt dazu über, sich die roten Gebiete mal genauer anzusehen. Und festzustellen, dass da einiges mit den Meßstellen nicht stimmt. Aber alles erst jetzt, obwohl die Probleme schon seit Jahren bekannt sind.
  • Das Insektenschutzprogramm? Bleibt! Aber irgendwie sollen die Bauern da jetzt mitreden „dürfen“. Nichts genaues weiß man aber noch nicht. Dass es bei Erschwernissen finanzielle Ausgleiche geben soll, wurde zwar gesagt, aber woher die Milliarden dazu kommen sollen, blieb offen. Oder ob das BMEL meint, mit den 75 Mio. hinzukommen? Das BMU muss ja noch die Gesetzesvorlagen schreiben. Wie das ausgeht? Weiß kein Mensch und Jochen Flasbarth, Staatssekretär und Ex-NABU-Präsident, ist immer für Überraschungen gut. Die lässt er dann von Svenja Schulze medienwirksam vortragen.
  • Das freiwillige Tierwohllabel? Ob das bleibt, steht zur Zeit auf der Kippe, weil selbst die CDU/CSU-Fraktion dies kritisch hinterfragt. Und aus der Praxis hört man ohnehin schon seit langem, dass das kein Mensch braucht, weil der Handel längst Tatsachen geschaffen hat.

Was jetzt von den Bauern gemacht werden muss

Frau Merkel hat Herrn Rukwied (DBV) und Dirk Andresen (LsV) den Auftrag gegeben, in einer Zukunftskommission Landwirtschaft praxistaugliche Wege für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft zu formulieren unter Einbindung der Interessensvertretungen der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, der Wissenschaft und gesellschaftlicher Akteure.

Das muss man sich jetzt mal Wort für Wort auf der Zunge zergehen lassen…  Aber wirklich Wort für Wort…  Das Papier soll bis Februar fertig sein. Wie das bis dahin geschrieben und abgestimmt werden soll, ist mir nicht klar, denn bald ist Weihnachten und dann folgt die Grüne Woche. Ich habe Dirk meine Mithilfe angeboten. Herr Rukwied redet ja ohnehin schon seit langem nicht mehr mit mir. Und wie DBV und LsV ein gemeinsames Papier hinbekommen? Ist ja fast wie in der GroKo. Fragt sich nur, wer hier CDU und wer SPD ist.

Was Frau Merkel und Frau Klöckner machen

>Frau Merkel wird den Lebensmitteleinzelhandel einladen und mit ihm schimpfen. Wegen der niedrigen Preise. Toll, finde ich gut und die Damen und Herren von REWE, EDEKA, Lidl und ALDI werden auch schon mächtig Angst haben.

>Es wird eine Roadshow des BMEL für mehr Wertschätzung geben. Auch gut, ich lasse mich überraschen.

>Dann soll die UTP-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken umgesetzt werden. Nur zu!

>Dann folgen noch ein paar andere Punkte wie Mercosur, Prüfung von Kooperationsmodellen wie in NL, Ausweitung FRANZ-Projekt, Runder Tisch Insektenschutz usw. Kann man alles auf der Homepage des BMEL nachlesen.

Besonders gefallen hat mir der letzte Punkt und das meine ich wirklich so: Hinweis an die Kultusministerkonferenz–> Schulbücher sollen die Realität der Landwirtschaft abbilden. Ich hatte Frau Klöckner im Februar persönlich mitgeteilt, dass ich an einem Schulbuch für einen großen Verlag mitschreiben durfte und das gerne ausbauen würde. Damals war ihre Antwort, das wäre Ländersache und da könnte sie nichts für mich tun. Wenn es diesmal ernst gemeint sein sollte, würde mich das sehr freuen und ich würde dieses Engagement gerne fortsetzen. Kostenlos, versteht sich.

Wie geht es weiter?

Ich weiß es nicht. Ich bin ratlos. Die grünen Kreuze und die Demos haben – nüchtern betrachtet – für uns Bauern an der Basis nichts erreicht.

Doch Stopp, eines schon: die Berichterstattung über uns Landwirte ist besser geworden und das ist auch schon etwas wert und nicht zu unterschätzen. Nicht zu unterschätzen ist auch die unglaubliche Solidarität und der Zusammenhalt in den vielen Gruppen, die sich jetzt gefunden haben, egal ob Graswurzler oder Land schafft Verbindung. Und selbstbewusster sind die Landwirte auch geworden. Einigkeit macht stark.  Klasse.

Doch jetzt wartet man darauf, weiter aktiv zu bleiben oder wieder aktiv zu werden. Aber wieder Trecker fahren? Eher nicht, sondern am Zukunftspapier mitarbeiten. Das ist dann etwas mühsamer.

Ich bin in Ulm gefragt worden, wie ich die Zukunft der Landwirtschaft sehe. Meine persönliche Meinung? So wie bisher. Nur dass das Agrarpaket das Sterben der bäuerlichen Familienbetriebe nochmal beschleunigen wird. Es sei denn, die Zielkonflikte, die ich Frau Merkel beschrieben habe, würden endlich aufgelöst. Und damit rechne ich nicht. Es ist so, wie es bisher war: zum Schluss ist jeder Einzelne seines Glückes Schmied.

Was ich jetzt mache?

In Ulm war mein letzter Vortrag in  2019. Ich bin jetzt auch ziemlich müde und auch etwas ausgebrannt. Ich werde mich in den nächsten Tagen mehr um unseren Enkel kümmern. Ich habe mir vorgenommen, Spritzgebäck zu machen. Heiligabend soll ja auch in diesem Jahr wieder auf den 24. Dezember fallen…

Im Januar geht es weiter. In den nächsten Tagen werde ich aber noch was schreiben. Aber halt weniger, so ist der Plan. Wegen Herz, Enkel und Ehefrau. Die bleibt ab Ende des Jahres zuhause. Auch wegen des Enkel. Wir freuen uns.

Euer Bauer Willi

 

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143 Kommentare

  1. Nicole sagt

    Ich bin schon seit einiger Zeit stille Mitleserin in diesem Blog. Was mir immer wieder auffällt, ist, dass diese Sprache die Sie hier in den Kommentaren anwenden den Normalo Bauern hier in unserem Badischen nicht bewegt.
    Mich bzw. uns bewegen zur Zeit folgende Sachen, die wir nicht verstehen:
    – Volksbegehren versus Volksantrag
    – warum nimmt die Berichterstattung zur Eröffnung eines Freizeitbades mehr Platz auf der Titel- und Innenseite der örtlichen Presse in Anspruch als die Bauern- Demo am Dienstag, die die ganze Hauptstadt lahmlegt?
    – warum schaut der Bürgermeister unseres Ortes bei der örtlichen Kundgebung nur aus dem Fenster, und interessiert sich nicht für die Landwirtschaft?
    – warum müssen wir 5% ÖVF zur Verfügung stellen? Ich kenne keine Firma die 5 % ihrer Hallenfläche für karitative Zwecke zur Verfügung stellt.
    – warum verkauft der LEH unser Obst mit minimum 200 % Aufschlag?
    – warum wird ein Ei 4 Mal dokumentiert bis es verkauft ist?
    – warum wird der Stickstoffeintrag nach der Kläranlage nicht als ‚Skandal‘ veröffentlicht?
    Das waren jetzt mal Beispiele von einem badischen Hof. Ich könnte noch weitermachen….Antworten bzw. irgendjemand der mir eine Antwort gibt habe ich leider noch nicht gefunden. Jemand der sich für diese Belange einsetzt auch nicht.

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    • firedragon sagt

      Hallo Nicole,

      Volksbegehren, da wird man wohl oder übel auf das Ergebnis warten müssen. Vorher sollte man, wo es möglich ist, mit den Menschen sprechen und erklären, wie LW funktioniert.
      Freizeitbad, der Mensch hat heute mehr Freizeit als Arbeitszeit. Diese Freizeit muss sinnvoll ausgefüllt werden, sonst wird es den Menschen langweilig. Freizeitangebote werden geschaffen, diese kosten Geld und müssen stark und positiv beworben werden. Da ist eine lahmgelegte Hauptstadt nebensächlich, Berlin ist weit weg.
      Bürgermeister – den solltest Du fragen, warum er sich nicht mit und bei LW zeigen möchte. Vielleicht hat er ja mal eine schlechte Erfahrung mit einem Hofhund oder so, gemacht.
      Firmen müssen auch Ausgleichsflächen schaffen, natürlich nicht in den Hallen.
      LEH – im Einkauf liegt der Gewinn. Das ist so.
      Eier – zeigt doch, wie regelwütig Deutschland ist. Mach Dir darüber keinen Kopf, das trifft nicht nur auf die LW zu.
      Kläranlage und Kanäle, wird nicht an die große Glocke gehängt. Wenn das Thema richtig behandelt werden würde – da kämen Unsummen auf den Staat zu.

      Habe gehört, bei Euch sind für heute Orkanböen gemeldet. Pass auf, dass Dir nichts um die Ohren fliegt.
      Grüße

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  2. Friedrich sagt

    Hallo Willi. Dein Einsatz für uns Bauern ist schon gewaltig. Mit dir haben wir wieder Solidarität und Zusammenhalt erfahren dürfen. Ohne dich hätte es die Demos nie gegeben.
    Wie verlogen unsere Bundeskanzlerin ist , haben wir beim Kanzlergipfel erleben dürfen. Viel
    brumborium und heiße Luft. Diese Frau will der Macht willen nichts ändern , sondern sich für die linksgrünen schick machen . Dafür ist sie sogar bereit die Landwirtschaft zu opfern. —
    Die Merkelsche braucht doch nur in Brüssel anrufen und die Nitratdaten zurückrufen und statt der schlechtesten Nitratdaten , nur die durchschnittlichen Nitratdaten aller Brunnen nach Brüssel zu melden. Dann wäre die Kuh vom Eis und das Nitratpaket überflüssig. Aber genau das will die Kanzlerin nicht . Die Lüge und der Betrug an den Bauern soll bestehen bleiben. Diese Frau vernichtet alles in diesem Land was Wirtschaft ist . Warum wacht denn keiner außer den Bauern auf ? Bis zum Ende der Kanzlerschaft in zwei Jahren hat die hier alles vernichtet. Herr Stelter , ein Volkwirtschafter, hat ausgerechnet , daß während dieser Kanzlerschaft pro Tag 2 Mrd. und bis jetzt insgesamt 10 Billionen Euro Vermögen in Deutschland platt gemacht wurden. Bis zum Ende der Kanzlerschaft wären es dann rd. 12 Billionen Euro. Dazu kommt uns die Gefahr des Euro- und Energiechrash entgegen. Volkswirtschafter sagen , daß es in spätestens 5 Jahren den Euro nicht mehr gibt. Die Nullzinspolitik macht hier alles platt. Dazu droht uns fast täglich der Zusammenbruch unserer Energieversorgung. Kann nur jedem empfehlen dafür Vorsorge zu treffen.

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    • firedragon sagt

      Friedrich,
      wir hatten uns vor einigen Tagen mit einem Bankmenschen unterhalten – eigentlich ist der Euro schon hinüber, er wird durch die „Zinspolitik“ künstlich am Leben erhalten – so seine Aussage…

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, Friedrich nicht nur die Bauern sind in Stellung gegangen. Auch die Kohlekumpel, zumindestens die in der Lausitz beziehen Stellung.

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    • Ostbauer sagt

      Eigendlich wollten wir ja hier Denkanstösse geben, wie die Landwirtschaft sicher in die Zukunft gehen kann. Das gleitet ;meiner Meiung nach ; bei allen berechtigten Einzelproblemen; im Moment etwas ab! Ich für mich sehe die momentane Sachlage so:
      1. Eingeklemmt zwischen faktenbasiertem Wissen und dem Mainstream; wobei der eine Zeit benötigt und der andere alles am liebsten gleich erledigt haben will.
      2. Daraus schlussfolgernd: Politiker denken in 4-5 Jahreszeiträumen!
      3.Und das ist für mich die Crux: Wir arbeiten auf der Abgabeseite zu Weltmarktbedingungen(Globalisierung) und sollen auf der Erzeugerseite Planwirtschaft betreiben.
      Wie man beide Systeme so zusammenführt,dass die Landwirte dabei gut leben können und die Gesellschaft zufrieden ist, weiß ich allerdings auch nicht.
      Es würde bedeuten, abgeschottete Märkte in Zeiten von Europa und Welthandel.
      Ich habe so die Befürchtung, das es wieder darauf hinaus laufen wird: Wachsen oder weichen und Jeder ist sich selbst der Nächste. Also muss auch in Zukunft jeder Betrieb seine eigenen Entscheidungen treffen.
      Für alternative und konstruktive Vorschläge wäre ich dankbar!!

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      • Karl Timme sagt

        Obstbauer, Sie haben die Schlußfolgerung ja schon selber gezogen: „Wie man beide Systeme so zusammenführt,dass die Landwirte dabei gut leben können und die Gesellschaft zufrieden ist, weiß ich allerdings auch nicht.“ Wir auch nicht! Daher werden die Nebenschauplätze bearbeitet. Hier lassen sich Ergebnisse erzielen. Wenn alles so einfach wäre, würden nicht tausende von Schlepper in der Gegend umherfahren. Hier werden Antworten gesucht, die der Einzelne LW nicht findet!

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  3. firedragon sagt

    Ich war nicht aus Jux und Dollerei auf „Bauer Willi ’s“ Bericht „Wir brauchen eine neue LW Revolution“

    Bevor bei der AG, die da gebildet werden soll, am Ende mehr Bio rauskommt, als gesundheitlich vertretbar, bitte mal ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, warum Pflanzenschutzmittel „erfunden“ wurden und welchem Zweck sie dienen.

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  4. Obstbäuerin sagt

    Jetzt kommen wieder von allen Seiten die guten Ratschläge, wie der Umbau der Landwirtschaft erfolgen soll. Und ganz besonders von jenen, die am liebsten Pflanzenschutzmittel und mineralischen Dünger sofort verbieten möchten. Am hintertrünnigsten finde ich die Argumentation, dass die Bauern gegen die Falschen demonstrieren (weil sie eventuell zu blöd sind?) und dass sie nicht erkennen was für sie selber gut ist. Aber da stehen schon die Richtigen auf der Matte, die uns zeigen werden, was die Gesellschaft wirklich braucht, die Idylle pur: Blumen in den Feldern und Insekten überall. Das kommt mir vor, wie bei den spanischen Eroberern in Südamerika: unter dem Deckmantel das Wohl und den Segen für die Indianer durch eine neue Religion zu steigern, lag die wahre Motivation einzig darin, sich ihr Gold unter den Nagel zu reißen.

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  5. Phillip Brändle sagt

    Sorry aber Sie hätten besser zuhören sollen Herr Krämer-Schillings. Die Kommision soll nicht bis Feb. einen Bericht vorlegen sondern DBV und LsV sollen einen Vorschlag zur Zusammensetzung der Kommision machen. Ziel der Kommission muss es sein die Zielsetzung, den Zeitrahmen und die Finanzierung des Umbaus der Landwirtschaft, samt aller damit verbundenen Herausforderungen, zu beschreiben und fest zu zurren. Und: das ganze in einem breiten gesellschjaftlichen Konsens – analog zur Kohlekommision. Kurz: jetzt geht hoffentlich die konstruktive und konkrete Arbeit los. Vieleicht besinnen Sie sich ja auf die uhrsprünglichen Zielsetzungen Ihrer Arbeit: „in den Dialog treten“ und „Lösungen suchen“ bei der Kanzlerin haben Sie sich ja lieder malwieder auf das schwarzmalen beschränkt – schade!

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    • Thomas Apfel sagt

      Herr Brändle, Sie haben da etwas übersehen. Den Bauern ging es in Berlin (Traktordemo) um das Aussetzen des Agrarpaketes, und zwar BIS DIE ERGENNISSE der zu bildenden Kommission vorliegen. Genau das ist nicht erreicht worden. Das trifft Sie, der Sie von Steuer- und Spendengeldern bezahlt werden natürliche nicht so, wie einen Betrieb z.B. in Sonderkulturen oder einen Tierhalter oder Marktfruchtbetrieb, der von dem was er verkauft leben muss! Dialog ja, aber nicht vorher auf dem Weg zum „Entzug der gesellschaftlichen Betriebserlaubnis für die moderne Landwirtschaft“ (Renate Künast)
      Tatsachen schaffen, die auf gefälschten Daten basieren und angeblich nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Was auf Lügen basiert kann nicht nur weil es nun mal im Umlauf ist wie Wahrheit behandelt werden!

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        • Christian Bothe sagt

          H.Brändle,Ich wollte mich eigentlich zu Ihren Kommentaren nicht mehr äußern, weil diese ziemlich daneben liegen und mit der aktuellen LW und dem wirklichen Sorgen und Problemen der Bauern nichts zu tun haben!Auf wessen Seite stehen Sie eigentlich?Arbeiten Sie nicht in einem Großbetrieb der LW?Die Mitglieder freuen sich bestimmt über ihre „nachhaltigen“Kommentare…

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          • Phillip Brändle sagt

            Ich stehe auf keiner Seite sondern ich orientiere mich an Inhalten, Argumenten und Fakten unabhängig von irgendwelchen Seiten. Das Sie mir das absprechen ist bei mir angekommen. Statt inhaltlich zu werden sprechen Sie mir lieber Kompetenz ab, ohne etwas über mich, meinen Werdegang oder meine aktuelle Lebenssituation zu wissen- warum eigentlich? Was versprechen Sie sich davon? Was habe ich Ihnen getan? Und vor allem: wen bringt das weiter?

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    • Einfacher Bürger sagt

      Es ist immer wieder faszinierend wie viel Neid und Missgunst es gibt. Mich begeistert es trotz allem das Willi sehr wortgewandt und sachlich die Politik auf die vorhandenen Probleme hinweist. Soll doch jeder Klugscheißer selbst bei Merkel und Co vorsprechen. Willi hatte doch um Vorschläge gebeten. Die Pferde die ziehen auf die schlägt man ein. Willi versuch runter zufahren und die ruhige Jahreszeit zu genießen,

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    • Bauer Willi sagt

      Warum um alles in der Welt beschränken sich die meisten AbL-Funktionäre (nicht alle!) nur auf ad-hominem-Kommentare und Besserwisserei? Der Termin bei der Kanzlerin wurde warum einberufen? War da nicht was mit grünen Kreuzen?

      Eine kritische Äußerung gegenüber der Kanzlerin ist also Schwarzmalerei? Ich fand es schon komisch (und erschreckend) wie sich alle Verbände bei Anwesenheit der Kanzlerin angepasst geäußert haben. Ich will keine deutlicheren Ausdrücke verwenden.

      Wer hat da eigentlich noch für die Demonstranten auf den Traktoren gesprochen? Die AbL bestimmt nicht, zu erkennen an den Reaktionen im Vorfeld.

      Dieser Gipfel hat rein nichts erreicht, außer der Gründung eines Arbeitskreises.

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      • Reinhard Seevers sagt

        ……ist doch normal, dass die Deutungshoheit nur von der „Guten“ Seite kommen darf. Es wird in der öffentlichen Diskussion auch ausschließlich die ethisch-moralische Höherstellung gegenüber der konventionellen „Gegnerschaft“ kommuniziert. Ein „weiter so“ wird als Kampfbegriff und als Rückständigkeit deklariert, als Weigerung gegenüber Mensch und Natur. Es wird nie diskutiert, ob denn die kritischen Anmerkungen der Landwirtschaft auch nur den Hauch einer Wahrheit beinhalten. Es ist auch gut erkennbar, in welche Richtung es weitergehen soll. Gestern im Monitor wurde das Thema Glyphosat und die angeblichen von Monsanto finanzierten Studien angeprangert. Kein Wort über Studien, die von Umweltorganisationen finanziert wurden oder von Studien, die den Stand der Wissenschaft nicht erfüllen….nein, die Stoßrichtung ist klar. Ich bin nicht gegen Aufklärung, dann aber in alle Richtungen…..

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          • Reinhard Seevers sagt

            Monitor ist nur einer von vielen, die sich am Thema abarbeiten und ausschließlich eine Richtung kennen….dazu gehören auch Panorama, Report, Fakt etc.
            Journalisten sind auch nur arme Sch.eine und der Arbeitsplatz abhängig vom Voyeurismus des Kunden.

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            • Stadtmensch sagt

              Gehts noch?

              https://www.deutschlandfunk.de/ermordete-journalisten-in-europa-investigativjournalist.2907.de.html?dram:article_id=411772

              An Selbstgerechtigkeit wieder mal nicht zu überbieten…

              Ich meine, NGO-Studien sind immer als solche gekennzeichnet und was letzten Ends zählt, sind die Argumente. Wenn wie bei Glyphosat ersichtlich die Wirkung auf Bakterien, Algen, Pilze im Boden erwiesen ist, dann braucht man sich nicht wundern, wenn der Humusaufbau nicht in Gang kommt, braucht nicht zu fragen, warum sich Pflanzenkrankheiten (irgendwelcher Rost) mitunter so massiv ausbreiten können. Diese Fragen werden aber nicht gestellt, weil dieser ganze Diskurs das System „Chemie-Landwirtschaft“ in Frage stellen würde!

              Von mir aus macht was ihr wollt. Willi darf ja jetzt „aussuchen“ wer in seiner Kommission mitreden darf 😉

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              • Reinhard Seevers sagt

                Zitat Stadtmensch: …“ was letzten Ends zählt, sind die Argumente. ..“
                Achnee…..und genau das wird ja demjenigen abgesprochen, der die Studie angefertigt hat, weil ja das Geld von Monsanto stammen soll. Wenn deklariert wird, dass es von einer NGO stammt, ist die Arbeit automatisch richtig und auch nicht parteiisch! Ok, dann sieht man doch sehr deutlich, dass es eben nicht um Argumente, sondern um Deutungshoheit geht.
                Was soll der blöde link zum Schicksal des Investigativ-Journalisten? Ist das ein neuer Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Landwirtschaft über Leichen geht oder wie? Genau…geht´s noch?

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              • Thomas Apfel sagt

                Lieber Stadtmensch, Sie lesen doch soviel Zeugs, da sollte Ihnen doch schon untergekommen sein, dass Humusaufbau in beiden Ackerbausystemen derzeit schwierig ist (nicht mit C org. verwechseln) und die Gründe ganz wo anders liegen. Mir ist so, als hätten wir das schon oft diskutiert?

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                • Brötchen sagt

                  Dâchte ich auch. Lesen und verstehen und praktisch umsetzen ist noch eine andere Hausnummer.

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                • Stadtmensch sagt

                  @brötchen, jedenfalls nicht mit Steigerung der „Elektronenaustauschkapazität“ mittels Braunkohle oder mit Entfernung wesentlicher Bestandteile des „Mikrobioms“ im Boden mittles Glyphosat u.ä.
                  Würde mich schon interessieren, wie das gehen soll.

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                • Thomas Apfel sagt

                  Lieber Stadtmensch,
                  Nur als Hinweis: Die Ionenaustauschkapazität ist die zentrale Eigenschaft, die sowohl die Bodenfruchtbarkeit, die Fähigkeit der Wasserspeicherung und die Abpufferung (gegen Auswaschung) temporär nicht für Pflanzenwachstum notwendiger Ionen (Nährstoffe) bestimmt.
                  Ninnemann (Novihum) ist Patentinhaber einer Methode, die zu mindestens aufzeigt, dass das Problem des Erhaltes dieser Austauschkapazität (witzigerweise über die vielgeschmähte Braunkohle)technisch lösbar ist. Die eigentliche Lösung sehe ich in der microbiellen Karbonisierung (Kaltkompostierung). Entscheidende Frage ist, wie hoch der tatsächliche Gehalt an Dauerhumusformen in den so entstandenen Substraten ist. Sollte er wie behauptet um 30 % liegen, wäre das eine Revolutionierung gegenüber allen bisherigen Methoden zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Bis zu einer normierten technischen Lösung für dieses Verfahren, die auch wirtschaftlich ist, ist es allerdings noch ein weiter Weg.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Lieber Willi, die Demonstranten auf den Treckern konnten für sich selbst sprechen, sie waren ja eingeladen. Sie dürfen jetzt sogar zusammen mit dem Bauernverband ein Konzept entwickeln, wie es mit der Landwirtschaft weitergehen soll. Dazu sollen sie bei allen dort vertretenen Verbänden um ein Mandat werben. Dass dabei dann die Verbände ihre Vorstellungen einzubringen versuchen, ist doch legitim. Auch die Graswurzler, die im Vorfeld der Demos sich deutlich distanziert haben, dürfen jetzt mitreden. Das ist doch schön für euch!

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        • Obstbäuerin sagt

          »Sie dürfen jetzt sogar zusammen mit dem Bauernverband ein Konzept entwickeln, wie es mit der Landwirtschaft weitergehen soll. Dazu sollen sie bei allen dort vertretenen Verbänden um ein Mandat werben.« Das ist nicht ganz richtig Herr Ilchmann, denn eigentlich ist ja nur die konventionelle Landwirtschaft strittig. Und die Mehrheit der Verbände, NGO´s und Parteien vertreten zur Zeit die absolute Minderheit der Biobetriebe. Das jetzt sogar auch Vertreter von 90 % der Bauern mitreden dürfen, ist längst überfällig aber aufgrund der absurden Mehrheitsverhältnisse kommt es einem Bittstellungsgesuch gleich.

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Die Mehrheit der beim Kanzlergipfel vertretenen Verbände vertraten Biobetriebe? Kennen Sie die Teilnehmerliste?

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            • Obstbäuerin sagt

              Es geht um die zukünftige Arbeitsgruppe, Kommission wie auch immer, die dann das Konzept erarbeiten soll und wo dann die Moderne Landwirtschaft um ein Mandat werben soll, ihre Arbeitsweise auf dem derzeitigen hohen Niveau fortsetzen zu dürfen, Herr Ilchmann.

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              • Ottmar Ilchmann sagt

                So wird es natürlich nicht funktionieren, liebe Obstbäuerin, dass DBV und LsV einfach den Status Quo erhalten und so weitermachen wollen wie bisher. Das wird spätestens dann schwierig, wenn nichtlandwirtschaftliche Organisationen in den Prozess mit einbezogen werden. Das hätte man vielleicht von Anfang an tun sollen. Die beiden wortführenden Verbände wären gut beraten, von Anfang an auf die anderen offen zuzugehen.

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                • Schmeckt gut sagt

                  Es läuft also in allen „Diskussionen“ auf eine Extensivierung hinaus??!! Nur das wird akzeptiert? Wenn dieses, anscheinend in Stein gemeißelte, Ansinnen umgesetzt wird, kann es auch sehr spannend mit dem deutschen, biologischen Obst- und Gemüseanbau werden. Wenn wirklich zielführend über eine qualitätsorientierte Produktion (Konvi und Bio) gesprochen werden kann, sind wir dabei. Denn um nichts anderes geht es, obwohl viel zu viele „Schreihälse“ immer wieder verkünden, dass die LW am Staus Quo festhalten will. Ich sage es mal deutlich: Diese Behauptung ist (wahrscheinlich absichtlich und offensichtlich) meilenweit von einer ergebnisoffenen Diskussion entfernt und somit extrem „einseitig“. LW hieß und heißt, immer wieder Betriebsabläufe zu hinterfragen. Dazu gehört an erster Stelle die Wirtschaftlichkeit. Wir werden sehen, wer nach dieser Kakophonie übrigbleibt.

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                • Christian Bothe sagt

                  H.Ilchmann,da muss man erst einmal abklären, was für „Typen“die NGOs(und wer tatsächlich dahinter steckt, habe da so meine Zweifel) vertreten. Eines muss man Merkel zugestehen.Sie hat den Ball gekonnt an DBV+LsV weiter gespielt! Wozu brauchen wir sie und ihre Minister dann eigentlich noch, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht mehr tun können? Das ganze wäre und ist die Aufgabe von Klöckner+Schulze,die bei entsprechender Bewertung unserer LW in Brüssel und im Inland realistische Angebote für den Pflanzenbau und die Tierproduktion machen sollten.Irgendwie verkehrte Welt und alles dem für die LW wichtigen CO2 untergeordnet.Bin gespannt, was bei der Sache herauskommt???

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      • Arnold Krämer sagt

        In den 12 Punkten des Bundeskanzleramts zum Treffen am Montag ist überwiegend von soll und sollen die Rede, also fast nur Absichtserklärungen.
        Bewegt hat man tatsächlich wenig bis nichts. Politik funktioniert aber auch nicht so, wie sich das Landwirte vorstellen, die auf ihren Höfen kurze Entscheidungswege praktizieren können.
        Zum Inhalt: Das staatliche Label Schwein braucht niemand. Bei der Dünge-VO ist das Kind in den Brunnen gefallen. Hier müssen vermutlich Gerichte klären, was da alles (auch politisch gewollt?) schief gelaufen ist. Jetzt gilt es das Thema Insektenschutz, das medial intensiv bearbeitet wird und in der behördlichen Vorbereitung ist, seitens des Berufsstandes proaktiv anzugehen. Da wird nämlich auf der Grundlage falscher Dateninterpretation (Schrottstatistik) ein Handlungsdruck herbeigeredet und herbeigeschrieben, um wieder einmal die (konventionelle) Landwirtschaft im „Nasenring durch die Manage zu ziehen“. Und wenn die Gesetze erst geschrieben sind, ist es meistens zu spät.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Es wird interessant, wer denn die Wortführerschaft und/oder die Deutungshoheit für das „Konzept“ in der Öffentlichkeit übernehmen wird. Nicht das am Ende ein heilloses Durcheinander über die Ziele und deren Verlautbarung gibt…..So wie auch in den politischen Gremien häufig.

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        • Thomas Apfel sagt

          Genauso, Herr Krämer! Beim MDR tauchte Vorgestern das Thema Sammelfilteraktion für PSM Rückstände das erste mal medial auf (Pferdehof).
          Da aber in der von Pestizid Action Network (PAN), den Lassaner Aktivisten (Johannes Heimrath) dem Geographen Peter Markgraf (Bio Betrieb „Guter Heinrich“) und anderen Akteuren rund 180 Filter in ganz Deutschland verteilt aufgestellt sind oder waren, werden uns diese Daten, ohne dass die tatsächlichen Standorte der Filter bekannt sind, um die Ohren gehauen werden. Ganz sicher im Vorfeld von Grüne Woche und WHS. dagegen müssen jetzt im Vorfeld Argumentationen aufgebaut werden, auf dass nicht wieder stammelnde Vertreter der Verbände und Communities der modernen Landwirtschaft reihenweise auf den Bildschirmen vorgeführt werden.
          Die scharf abgegrenzte hohe Biodiversität der Randstrukturen neben Produktionsflächen ist das Hauptargument gegen die Behauptungen, die dann aufploppen werden!
          Liebe Kollegen: vorbereitet sein!!

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      • Christian Bothe sagt

        Genauso ist es,Bauer Willi.Aber bitte nicht aufregen.Heute ist Nikolaus und ich denke bei Merkel und Co.gab‘s für das Tun und Lassen in der LW nur eine Rute…Aber noch etwas anderes: Habe gestern das Erdkundebuch meiner Enkelin studiert und Ihre Erläuterungen zum Pflanzenbau gelesen.Prima und ich werde ihr noch einiges zu Ihnen und der LW sagen können.

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      • thomas sagt

        Naja, für die Demonstranten haben ja doch Sie gesprochen!
        Es scheint ja aber so, dass Sie mit Ihrer Vereinigung ( die auch eine NGO ist ) eben nicht die einzigen sind, die für „Die Landwirtschaft“ spricht. Auch wenn Sie mit denen nicht mehr reden wollen, AbL oder Bauernverband existieren doch auch!
        Sie haben doch viel erreicht: eine riesige Öffentlichkeit und die Einladung zur Arbeitsgruppe. Oben schreiben Sie selber, die Arbeit am Zukunftspapier ist schwieriger als eine Trecker-Demo, und genau so isses!
        Im Übrigen: ich Stadtmensch rede schon mit, wenn es um die Produktion der Lebensmittel geht, die ich verzehre oder mögliche Nebenwirkungen der Produktion, genauso wie bei Abgaswerten von Autos, Schiffen und Flugzeugen ohne dass ich jetzt Landwirt, Autobauer oder Pilot bin.
        Niemand hat die Weisheit für sich gepachtet und Demokratie heißt auch, Kompromisse zu finden.

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      • Phillip Brändle sagt

        Was haben Sie den erwartet? Welchen Vorschlag haben Sie den eingebracht? Steht oben auf dem Banner Ihrer Homepage „nach Lösungen suchen“ oder nicht? Was braucht es den für die Lösungen der aktuellen Probleme? Und wer aus der AbL war an welcher stelle besserwisserisch? Werden Sie doch bitte konkret wenn Sie solche Vorwürfe erheben.

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        • firedragon sagt

          Guten Abend Herr Brändle,

          eine Lösung wäre der Betriebszweig Natur und Umwelt. Haben Sie bestimmt auch schon mitbekommen. Die Politik geht darauf aber anscheinend nicht ein, ich habe jedenfalls noch nichts in diese Richtung mitbekommen.
          Die LW sperrt sich in keiner Weise, aber hören scheint es keiner da oben zu wollen…

          0
          • firedragon sagt

            Herr Brändle,

            nun kommt noch ein Vorschlag von mir, um mögliche Herbizide einzusparen.
            Man nehme sich ein Beispiel an RUS !
            Der Staat stellt den Betrieben diverse Modelle an Striegeln und Hacken zu Verfügung.

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            • firedragon sagt

              Ich habe zu schnell geschrieben. Was ich meine:
              eine Möglichkeit von, zumindest, weniger Herbiziden könnte (oder eher muss) von unserem Gesetzgeber dahingehend positiv beeinflusst werden, indem den Betrieben Striegel und Hacken zur Verfügung gestellt werden. Oder, wie RUS vormacht, wenigstens die Anschaffungskosten zur Hälfte übernimmt.
              Das ist ein positiver Anreiz für die einzelnen Betriebe, vermehrt auf mechanische Unkrautbekämpfung zu gehen.
              Eigentlich ganz einfach.
              Einfach nur positive Anreize schaffen.

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              • firedragon sagt

                Herr Brändle,

                möchten Sie noch einen Vorschlag zum Erhalt der Biodiversität von mir lesen?
                Es könnte die Mutterkuh – und Schafprämie wieder eingeführt werden. Der Staat möchte ja so gerne die kleinbäuerlichen Betriebe schützen und ihnen das Überleben sichern.
                Wenn es im Schnitt in jedem Kuhkaff wieder 3-10 Kühe gäbe, inkl. Misthaufen (ohne den ist es nämlich wieder kacke), so wächst die Biomasse an Insekten an, welche Vögel zur Aufzucht benötigen.
                Positive Anreize schaffen.

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                • firedragon sagt

                  Herr Brändle,

                  große Mastbetriebe sind ja augenscheinlich nicht mehr gewünscht.
                  Der Gesetzgeber kann doch einfach jeden Stall begutachten. Ein Umbaukonzept erstellen und erforderliche Umbaumaßnahmen auf Staatskosten (natürlich, denn der Betrieb hat ja schon nach Gesetz gebaut, was ja nun so nicht mehr gewollt ist) durchführen.
                  Positive Anreize schaffen.

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                • firedragon sagt

                  Herr Brändle,

                  wozu hätten Sie noch gerne einen Vorschlag?
                  Vielleicht fällt mir noch was ein, allerdings heute und morgen nicht.
                  Bin mal wieder unterwegs,Geld für den Betrieb verdienen (weil das wiederum kann ich nur selber, da kann mir der Staat nicht helfen). Am Sonntag habe ich vielleicht ein bisschen Zeit.
                  Gute Nacht

                  0
      • Jetzt wird es philosophisch, ad hominem (lateinisch: für die Person) =argumentation zur Person oder bei einer Frau ad mulierem meint unphilosophisch „Scheinargumentation“ keinesfalls Kommentar oder Besserwisserei. Philosophisch nach dem, auf einer Tabakfarm aufgewachsenen Philosophen Richard Bakker in seiner ursprünglichen Meinung verwendet “ nur was der Gesprächspartner glaubt, wovon der Fragesteller oder das Gegenüber etwa überzeugt ist“. Eine abgeleiteter nicht durch Einsicht gewonnener Irrtum oder dessen Gegenteil, was sie sich vorwerfen. Absichtliche Falschannahmen verwenden Komiker. Das sind beide von ihnen offensichtlich nicht!
        Ich gestehe ich weiß nicht, worum es bei Ihnen eigentlich geht?

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    • Arnold Krämer sagt

      Sehr geehrter Herr Brändle!
      Es bringt überhaupt nichts, wenn man sich Diskutanten auf dieser Seite persönlich angehen. Wir sollten bei allen kleinen Sticheleien, die man sich gelegentlich nicht verkneifen kann (das ist manchmal das Salz in der Suppe,) doch schön sachlich bleiben um das Niveau entsprechend hoch zu halten.
      Und ich will’s jetzt hier auch mal versuchen:
      Sie schreiben, „Ziel der Kommission muss es sein, die Zielsetzung, den Zeitraum und die Finanzierung des Umbaus der Landwirtschaft.….
      Sie meinen ebenso wie viele andere in unserem Lande, dass man die Landwirtschaft in eine ganz bestimmte produktionstechnische Richtung schieben müsse. Und das ist etwas, was in der marktwirtschaftlichen Ordnung (die ich nach wie vor allen anderen theoretischen Modellen vorziehe), nicht wirklich funktionieren kann. Landwirtschaft steht am Anfang ganz unterschiedlicher Wertschöpfungsketten bis hin zum Endbverbraucher. Und das Bild der Kette kann sehr gut veranschaulichen, wo das Problem ökonomisch gesehen liegt. Eine auf dem Tisch liegende Kette entfaltet ihre Wirkung, wenn man an ihr zieht. Sie entfaltet jedoch keine wirtschaftlich sinnvolle Wirkung, wenn man sie von einer Seite schiebt. Und überall da, wo die Politik in den letzten Jahrzehnten mit vielen Subventionen „geschoben“ hat, (um sich dann doch irgendwann zurückzuziehen) ist im weitesten Sinne künstliche Nachfrage entstanden und hat zu strukturellen Fehlentwicklungen geführt (Milch, Zuckerrüben, Stärkekartoffeln). Überall da, wo ein starker Zug vorhanden war durch entsprechende Nachfrage haben die Landwirte sehr schnell reagiert. Als Beispiele kann ich die Eierproduktion nach dem Verbot der Käfighaltung (sicherlich ausgelöst durch eine politische Entscheidung) nennen, weil hier eine starke Angebotslücke entstand. Ein weiteres sehr gutes Beispiel ist die Hähnchenfleischproduktion in Deutschland durch die Möglichkeiten der Frischfleischvermarktung über neue Schlachthöfe im Emsland und auch im Celler Land durch die Firma Rothkötter.
      Wer politisch versucht, Landwirtschaft als Teil der marktwirtschaftlichen Ordnung massiv in eine Richtung zu locken (oder zu drängen,) wird nichts Gutes bewirken. Davon bin ich fest überzeugt nach jahrzehntelanger Erfahrung mit Reaktionen von Landwirten auf Rahmenbedingungen durch Markt, Politik und autonomen technischem Fortschritt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Das Beispiel der Eier find ich immer wieder interessant. Es gibt keine Eier aus Käfighaltung mehr zu kaufen, weil der LEH sie nicht listet. Man erklärt aber immer, der Kunde würde sich gegen Käfigeier und für Freiland entscheiden. Ich hatte schon mal die Idee Eier aus Käfighaltung aus Weißrussland in den Markt zu stellen, voll deklariert für wenig Geld und ich wette, die gehen weg wie warme Semmeln. Die Eiergeschichte ist ein Beispiel für nugging und LEH – Erziehung. aber nicht für Tierschutz oder bewusste Verbraucherentscheidung. Eine simple Lüge…..

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    • Willi wird selbst am besten wissen, was er zu tun hat. Und wir haben dies dann zu akzeptieren,.

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    • Paulus sagt

      @ Ottmar Ilchmann
      Ja, das ist richtig. Ich wollte Bauer Willi schon mal empfehlen so zwei oder drei Dörfer weiterzufahren. Da werden wunderschöne Chorgesänge und Gregorianik geboten.
      Da kommt selbst ein Atheist wie ich es bin, nach dem größten Stress wieder in die Spur. Meine ebenfalls ungläubige Frau ist da engagiert und ein wenig Werbung für diese Institution in Knechtsteden wird mir in diesem Fall gestattet sein. 🙂
      Willi kennt diese Einrichtung.

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    • Arnold Krämer sagt

      „Gönn dir mal eine Auszeit, Willi!“
      Das ist ein „vergifteter“ Vorschlag, Herr Ilchmann
      Willi stört die Kreise von WHES (die schon jahrelang agitieren) und AbL und auch Anderen, die Jahre verschlafen haben, weil sie die Ausdauer und mediale Wucht von Agrarwendebefürwortern unterschätzt haben.
      Genau deshalb sollte er im berechtigten Interesse vieler Landwirte und auch vieler Menschen im ländlichen Raum, wo die Ernährungswirtschaft zuhause ist, wohldosiert und mit Geduld weitermachen und entsprechende Unterstützung erfahren.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Lieber Herr Krämer, glauben Sie wirklich, dass ich Willi empfehle, sich eine Auszeit zu gönnen, weil ich seine Aktivitäten im Bezug auf WHES und AbL fürchte? Dann unterliegen Sie erstens der Scheuklappenperspektive eines nur mit Fragen der Intensivlandwirtschaft beschäftigten Spezialisten, denn glauben Sie mir, dieser Blog wird von weiten Teilen der an WHES beteiligten Gruppen gar nicht wahrgenommen. Und zweitens kennen Sie mich schlechter, als Sie eigentlich sollten, denn Sie wissen doch, dass ich einer sachlichen, gerne auch kontroversen Diskussion nicht aus dem Wege gehe. Meine Empfehlung an Willi entspringt vielmehr meiner Sympathie für und Sorge um ihn.

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        • Bauer Willi sagt

          Geht schon in Ordnung, Ottmar. Ich trete schon kürzer. Was die Wahrnehmung des Blogs angeht, gebe ich mir keinen Illusionen hin, weiß aber sehr wohl, dass er in Kreisen gelesen wird, von denen ich es nicht gedacht habe. Und Du Dich auch wundern würdest.

          Auf Campact und Attac kann ich allerdings gut verzichten, und die sind ja auch Bestandteil von WHES. Was ich nicht verstehe, denn Teile der Demo-Gruppe setzen sich doch für bessere Bedingungen für Bauern ein. Sagen sie zumindest…

          Bin in diesem Jahr übrigens bis jetzt noch nicht eingeladen und Tanja Busse, mit der ich einen Termin hatte, hat sich nicht mehr gemeldet. Schade.

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          • Ottmar Ilchmann sagt

            Na sowas, eine WHES-Demo ohne Bauer Willi! Nahezu unvorstellbar. Aber so schön ist Berlin im Januar gar nicht. Nutze die gewonnene Lebenszeit um runterzukommen, Willi.

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  6. Ein Privatier sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hier ein Link zu einem sehr interessanten Artikel, der sich auch mit der Idee bschäftigt, ob Windkrafträder Dürren mitverusachen können.

    Der Beginn des Artikels:
    Apologeten der Energiewende wollen noch viel mehr Windräder. Doch je dichter die übers Land verteilt sind, desto mehr bremsen sie sich selbst aus. Der Wind wird regelrecht verbraucht. Das hat auch Folgen fürs Klima, weil bei weniger Wind die Niederschläge abnehmen. Erzeugt die Windkraft womöglich die Dürren, die sie eigentlich verhindern soll? Trotz der weitreichenden Folgen hat das offenbar niemand richtig erforscht. (…)

    Der Link zum Artikel:
    https://www.achgut.com/artikel/wie_deutschland_seinen_wind_ausbremst

    MfG
    Ein Privatier

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    • brouss sagt

      Nachdem die Politik bezüglich der Windräder herumeiert, vermute ich ,dass der Komplex Dürre-Windräder auch in der Politik angekommen ist.
      Darf halt wieder nicht rauskommen.

      Ich vermute unsere Insekten verdursten oder können sich in den langen heißen Trockenphasen nicht vermehren. Dann muss man Glyphosat verbieten.

      Die Energiewende scheitert momentan und die Agrarwende wird auch scheitern.

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      • Ein Privatier sagt

        @brouss

        Vielen Dank für Ihre Antwort.

        In den 80ern gab es dieses infantile Lied von Karl dem Käfer, der „nicht gefragt“ wurde.
        Diselben Leute, die damals jung und alt und mehr oder weniger Grün waren, hätten gegen die Milliardenfache „Ermordung“ – ja, diese Leute habn schon früher gerne anthropomorphisiert! – von Insekten und anderen Kreaturen „Pachamamas“ durch aus Sondermüll gebauten Windkraftwerken („Kraftwerk“ war damals übrigens ein grundsätzlich böses Wort!) demonstriert.
        Heute gehr vermeintlicher „Klimaschutz“ vor echtem Umwelt- und Menschenschutz!

        MfG
        Ein Privatier

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      • Thomas Apfel sagt

        Egal, ob der Kollege bei Achgut vollkommen recht hat oder auch nicht, aber die Geschichte mit abnehmenden Niederschlägen sozusagen im „Windschatten der Windmühlen“ beobachte ich auch schon seit mehreren Jahren. Ich finde insbesondere das verlinkte Bild von 2011 äußerst aufschlußreich. Es macht die möglichen Mechanismen die dahinter stecken könnten sichtbar!

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      • Christian Bothe sagt

        Brous, alles ziemlich weit hergeholt.Energie-und Agrarwende so wie es Merkel und deren Vasallen propagieren, brauchen die deutsche Volkswirtschaft und LW nicht und ist eine gefährdende Entwicklung.Energie gibt‘s genug und der Ausstieg aus der atomaren fossilen E-Produktion ist ein Fehler.Eine Kombination mit erneuerbarer Energie wäre der richtige Weg zur Absicherung und constanten Versorgung. Die Agrarwende wurde schon lange vollzogen, allein die Investitionen der letzten Jahre im Ackerbau und der Tierproduktion zeigen das eindrucksvoll.Wer das alles leugnet, hat Scheuklappen vor Augen…

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    • Stadtmensch sagt

      Aus dem Text: „Der Schutz des Klimas war stets als entscheidender Grund für den großangelegten Umbau der deutschen Energieversorgung angeführt.“

      Nein! Es geht vor allem darum, ökonomisch mit Energie umzugehen. Nutzen was da ist sozusagen. Da hätten wir Wind und Sonne und verdammt viel KnowHow. Der Rest geht durch Einsparung. Auch jetzt schon ohne großartigen Verlust der „Lebensqualität“.

      Man verschleift einfach die Lastspitzen, indem man nur dann Energie nutzt, wenn sie verfügbar ist. Einfach ausgedrückt: Stahl kochen, wenn gerade die Sonne scheint. Heimarbeitsplätze für alle, die eh bloß am Rechner hocken. Luxus (3t Elektro SUV unbezahlbar machen bzw. verbieten), BHKW-PV-Erdwärme-Kombi für das Heizproblem im Winter. Dämmung der Buden mit nachwachsenden Rohstoffen. Wozu Kapitalabfluss für Energieimporte? Rohstoffe werden auch nicht billiger.

      Und ganz wichtig: Wie kann man es schaffen, den Zwang zur Produktion von Überfluss, geplante Absoleszenz, Moden, und sonstiger Verschwendung übelster Sorte zu durchbrechen?

      Lesetipp: Erneuerbare Energien ohne heiße Luft. Da wird auch erklärt, dass der Herr Physiker von Achgut keine Ahnung hat. Fünf Rotordurchmesser Abstand in der Hauptwindrichtung und man kann die Verschattung vernachlässigen. Dass mit den 90% weniger Sonnenenergie im Winter stimmt auch nicht. Ein Siebtel kommt an im Dezember. Das reicht locker für den Wärmepumpenstrom. Mann seid ihr träge…

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      • Ein Privatier sagt

        Sehr geehrter Herr Stadtmensch,

        haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass man Strom einfach im Netz speichern könnte?

        MfG
        Ein „Kobold“;)

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        • Stadtmensch sagt

          Der einzige „Speicher“ ist die Schwungmasse der Generatoren. Die Netzfrequenz sollte aber möglichst konstant bleiben. Also bei unerwarteten Schwankungen Last abwerfen (Großverbraucher abschalten) oder Gaskraftwerk usw. zuschalten. Übeschüssigen Strom aus regenerativen Quellen kann man über Power-to-Gas im Gasnetz speichern. Muss nur jemand wollen und machen. Im kleineren Maßstab (PV auf Wohnbebauung) bieten sich Redox-Flow Batterien an (gut recyclebar).

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          • Mr Tom sagt

            Na endlich klärt mich jemand auf, wie einfach Energiewende ist. Ihre Weisheiten müssen Sie unbedingt dem Wirtschaftsminister, ja besser noch unserer Bundesmutti mitteilen, dann wird endlich alles gut! 🙂

            Nur eine Frage hätte ich: Das mit dem Stahlkochen bei Sonnenschein war Sarkasmus, hab ich recht?

            Und die Generatoren der nicht mehr vorhandenen Kraftwerke treiben wir an, wenn der Wind weht, der Schwungmasse wegen.
            Obwohl, vielleicht brauchen wir die gar nicht mehr, denn eine einmal erstarrte Aluminiumhütte – weil abgeworfen – kann hinterher ohnehin nur noch als Museum genützt werden. Aber garniert mit ein paar Blühflächen ist die auch noch klimaneutral.

            Eine Hoffnung bleibt mir: Wenn der Laden mal derart gegen die Wand gedonnert ist, versiegen hoffentlich die Spenden an all die Weltenretter, die sich offenbar das Ziel gesetzt haben die Zukunft unserer Kinder zu zerstören.

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      • Paulus sagt

        @ Stadtmensch
        Lastabwürfe gibt es jetzt schon, z.B. bei den Alubuden. Die betriebsbedingten Kosten für den Produktionsausfall bezahlt der Stromverbraucher bis auf den letzten Cent. Klar, man könnte dort sowie auch in der Stahlproduktion so manches verschleifen, theoretisch. Die Arbeitsvorgänge sind allerdings schon komplex und werden teils in fünf Schichten ausgeführt. Jetzt stell dir mal vor da käme noch der Faktor „Unbeständigkeit“ was die Wind- und Sonnenenergie betrifft hinzu. Abgesehen von der kaum lösbaren organisatorischen Aufgabe käme eine extreme und völlig unzumutbare Belastung der Werktätigen, nicht zuletzt aufgrund psychischer Belastungsfaktoren hinzu. Nicht planbares Malochen auf Abruf und somit nicht planbare Phasen zur Regeneration kann es ja wohl nicht sein. Den, der als letztes noch auf den Beinen stehen kann kören wir dann als Held der Arbeit, oder wie? Hätte nicht gedacht, dass solch unausgereifte Gedanken ausgerechnet aus der linken Ecke kommen. Gegenüber deinen Thesen bin ich ja geradezu ein Gewerkschaftsfunktionär.

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        • Stadtmensch sagt

          Mit dir kann man solche Sachen wenigstens diskutieren, aber bei den AfD-Honks hier ist jegliche Mühe vergebens. Kannst ja mal die Bauern von der Grundintention einer Gewerkschaft überzeugen 😉
          Wir sind übrigens gerade „geschluckt“ worden und haben plötzlich „Tarifbindung“. Jaja, dafür hat man unsere Vorfahren mit „Sozialistengesetzen“ und schlimmer gequält.

          „Regierungen sind Segel, das Volk ist Wind, der Staat ist Schiff, die Zeit ist See.“ Ludwig Börne

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          • Reinhard Seevers sagt

            Zitat Stadtmensch: „Mit dir kann man solche Sachen wenigstens diskutieren, aber bei den AfD-Honks hier ist jegliche Mühe vergebens.“

            Interessante Sicht auf Mitdiskutanten. Jetzt wäre noch schön zu wissen, wen er denn meint. Damit wir wissen, mit wem man sich besser nicht einlässt…:-)

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            • Stadtmensch sagt

              Nicht so empfindlich lieber Reinhard. Ich muss mir auch einiges gefallen lassen. Zum Beispiel Belehrungen darüber, wie es in metallverarbeitenden Betrieben zugeht und was man dem „Malocher“ zumuten kann und was nicht…

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              • fingerphilosoph sagt

                Bislang war es so, dass der StromVERBRAUCH bei konstant zu haltender Netzfrequenz die Variable war, auf die sich die Kraftwerke mit der Stromerzeugung innerhalb von Sekunden einstellen konnten. Das ging, weil Kraftwerke normalerweise nicht voll ausgelastet sind, sodass jedes Kraftwerk bei Bedarf auch schnell mehr Strom produzieren kann. Nur deshalb kann heute (noch) jeder Mensch kochen, waschen, staubsaugen, fernsehgucken … wann immer er will. Sogar Millionen können sich gleichzeitig vor die Glotze hocken, wenn Prinz Harry heiratet, ohne dass es zum Blackout kommt.

                Bei den Erneuerbaren durch Wind und Sonne ist die Situation die, dass nun die StromERZEUGUNG zur Variablen wird, weil von Wind und Sonne abhängig. Ergo muss sich der Verbrauch an die Erzeugung von Strom anpassen und nicht mehr umgekehrt, wie das bislang ist. Da es sich bei den Großtechnologien wie Alu oder Chemie in der Regel um Prozesse handelt, die man eben gerade nicht beliebig an- und abstellen kann – lass dir da bloß nicht von Paulus einreden, dass das größte Problem dabei die Psyche der Malocher ist, das ist hanebüchener Quatsch – bleibt nur der Privathaushalt, der die Schwankungen bei der Erzeugung auffangen muss. Das heißt nichts anderes, als dass man bei voller Umstellung auf Erneuerbare als Privathaushalt nicht länger damit rechnen kann, 24 Stunden am Tag Strom zur Verfügung zu haben. Es hängt dann künftig von Wind und Sonne ab, ob und wann du die Waschmaschine anwerfen oder den Kuchen in die Röhre schieben oder dich vor der Glotze beömmeln kannst. Gar nicht zu reden vom Aufladen der Batterie für das angeblich klimaneutrale E-Auto.

                Da braucht man gar nicht Drumherumreden: wenn zu viele von den herkömmlichen Kraftwerke abgeschaltet werden, kann der Einzelne künftig nicht mehr frei über den Strom verfügen wie jetzt. Der Strom wird zugeteilt werden müssen. Da kriegst du dann nachts um zwei Uhr einen Anruf, dass du jetzt Wäsche waschen oder dein Mittagessen kochen kannst.

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                • Stadtmensch sagt

                  „nicht länger damit rechnen kann, 24 Stunden am Tag Strom zur Verfügung zu haben.“

                  So what? Für Privathaushalte waren die Bedingungen nie günstiger als jetzt, in eine regenerative Energieversorgung zu investieren. Aber nein, die Kopfkissen müssen mit Geldscheinen gestopft werden und man jammert, dass man keine Zinsen bekommt.

                  Es funktioniert wirklich. Bis hin zum Inselbetrieb. Man darf nur nicht anfangen zu rechnen, ob sich das rechnet.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Nun gut, was ist gewonnen, wenn der Privatmann sein Kopfkissen mit den Geldscheinen opfert und in regenerative Energieversorgung investiert? Alle 8 km eine Windkraftanlage mit durchschnittlich 10 Windrädern, die nach einer Laufzeit von 20 Jahren ersetzt werden müssen, auf jedem Dach Photovoltaikpaneele, die nach 10 Jahren ausgetauscht werden müssen, ein Wald, der über die Belastungsgrenze hinaus genutzt wird, Maismonokulturlandschaften, so weit das Auge reicht, und dann erst keinen Strom, wenn er seine Wäsche waschen oder den Herd anwerfen will, weil der Wind just zu diesem Zeitpunkt nicht bläst und die Chemie- und Stahlkocher Vorrang haben?

                  Die Autoren des Buchs, auf das du dich so gern beziehst und das ich hier mal genannt habe – „Energien ohne heißt Luft“ – gehen von superoptimalen (also irrealen) Bedingungen aus, kommen trotzdem zu einem Energiedefizit und berücksichtigen die Notwendigkeit der Netzstabilität zu wenig.

                  Ganz zu schweigen von der Problematik mit den Batterien, die bei dieser Art der Energieversorgung auf uns zukommt. Recylebare Batterien? Haha! Agbogbloshie ist dann halt überall.

                  Du machst es Dir entschieden zu einfach, wenn Du in allem nur den Kapitalismus als Problem ausmachst. Es gibt daneben auch physikalische Gesetze, die nun mal nicht mit Geld auszuhebeln sind.

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                • Paulus sagt

                  @ Fi-phil
                  Ich sprach von Alubuden, Stahlhütten und ähnlichen Industriezweigen. Dort werden doch nicht ohne Grund fünf statt üblicherweise drei Schichten gefahren. Schau dir die Leute dort mal an wenn sie 40 oder 45 sind. Ich erzähle jetzt nichts von wg. Belastungsprofil, weiterer Beschäftigungsfähigkeit mit anderen Arbeitsprofilen und ähnlichen Dingen. Die Jungs dort sind schon früh ziemlich fertig und es besteht auch kaum noch Lernmotivation um dem zu entkommen, bestenfalls ein Lehrgang zum Kranfahrer.
                  Mit flexibler, nicht planbarer Schichtarbeit, just nach Wetterlage, würdest du diesen Arbeitskollegen den Rest geben, und schon sind wir wieder bei den psychischen Belastungsfaktoren. Als Philosoph mag es dich nicht tangierten, ab einer bestimmten Position in der Industrie hast du dich damit zu beschäftigen, und zwar sehr ernsthaft.
                  Es kommt mir fast so vor, als wäre ausgerechnet ich als Industrieheini und FDP-Wähler der einzige Vertreter der Malocher und der Linken hier.

                  Im Übrigen bin ich der festen Überzeugung, dass die Verfügbarkeit von elektr. Strom und sonstiger Energie weiterhin gewährleistet ist. Nur nicht unbedingt mit der Art der Energieumwandlung, wie sich das gewisse Gruppierungen wünschen oder vorstellen.

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Paulus
                  In Aluhütten, Stahlhütten, Chemiebranche und ähnlichen Industriezweigen wird man keine flexible, nicht planbare Schichtarbeit einführen, weil die Arbeitsprozesse das schlicht nicht zulassen. Bevor das passiert, wird so ein Laden dicht gemacht, und die Malocher, die du ins Spiel bringst, haben dann keine Arbeit mehr.

                  Was dem Stadtmenschen vermutlich solange zusagt, bis er merkt, dass er für sein Windrad, sein Fahrrad und seinen Maschendrahtzaun am Hühnergehege keinen Ersatz mehr bekommt.

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              • Mr Tom sagt

                Ehrlich gesagt lieber Stadtmensch, dass Du ein Malocher bist, nehme ich Dir nicht ab – gesehen hast Du sicher schon welche 😉

                Na und die AfD – Honks….
                ….haben nicht halb Hamburg anlässlich des G20 – Gipfels in Schutt und Asche gelegt und dabei auch noch den Polizisten nach dem Leben getrachtet
                ….haben sich auch nicht im Hambacher Forst eingenistet und Polizisten mit Scheiße beschmissen
                ….schwänzen auch nicht Freitag für Freitag die Schule und hinterlassen vermüllte Innenstädte nach ihren Demos für na ja….schulfrei halt
                ….undsoweiterundsoweiter

                Dafür dürfen sich AfD – Honks von – wem auch immer – zum Teil krankenhausreif prügeln lassen, ihre Büros verunstalten lassen, ihre Versammlungsfreiheit nicht auskosten, da praktisch jeder, der schon mal einen AfDler gesehen hat, um seine Existenz fürchten muss.

                Hatten wir alles schon mal in unserem schönen Land – die, die das damals durchgezogen haben, hatten ja auch die „richtige“ Gesinnung.

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  7. fingerphilosoph sagt

    Wenn das Agrarpaket jetzt umgesetzt wird wie beschlossen, worin besteht dann eigentlich noch ein wesentlicher Unterschied zwischen BIO und KONVI?
    Die wirksamen synthetischen PSM sind in der KONVI-Landwirtschaft dann doch verboten, was heißt, dass der KONVI-Landwirt auch auf organische PSM oder Fruchtfolgen und dgl. setzen muss wie der BIO-Bauer. Auf unwirksame synthetische kann der KONVI ja wohl verzichten, damit ist er dann BIO.
    Insektenschutzflächen muss der KONVI ja auch ausweisen.
    Wo ist im Pflanzenbau dann noch ein wesentlicher Unterschied?
    In der Tierhaltung ist es dann im Wesentlichen nur noch das Platzangebot an die Tiere. Das Futter für die Tiere unterscheidet sich ja dann auch nicht mehr groß vom BIO-Futter.
    Bedeutet die Umsetzung des Agrarpakets denn nicht tatsächlich den Ausstieg aus der konventionellen Landwirtschaft?
    Was bleibt nach der Umsetzung des Agrarpakets von den KONVI-Landwirtschaft noch übrig?
    Ist es nicht so, dass diejenigen, die frühzeitig auf BIO umgestiegen sind, nun nachträglich eine Belohnung einfahren (mit der Umschichtung der Säulen), während die, die nun per Agrarpaket sozusagen zwangsweise zu BIO-Wirtschaft verdonnert werden, ohne sich allerdings BIO nennen zu dürfen, die A*karte gezogen haben?

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  8. F. Krick sagt

    Seit den Demos und den Grünen Kreuzen rede ich viel häufiger mit Bekannten, die nicht in der Landwirtschaft zu Hause sind, und das bei aller Kritik überaus konstruktiv. Die Proteste sind durchgedrungen in Kreise, die bislang kaum wussten, dass es überhaupt Bauern gibt. Dass es nun sogar Kanzlersache war, hat den Effekt verstärkt. Ein kleiner Erfolg aus Sicht der Betroffenen Landwirte, dessen bin ich mir bewusst. Aber das positive Grundrauschen sollte man nutzen. An der Reaktion der NGOs sieht man auch, dass denen das überhaupt nicht ins Konzept passt. Plötzlich melden sich in den sozialen Netzwerken immer mehr Landwirte, die Dinge gerade rücken, diese in einen anderen Kontext stellen. Auch das ist wichtig und richtig. Solange der Ton sachlich bleibt.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe gestern mit einem Berufskollegen gesprochen, der einen Reiterhof hat. Er sagte mir, dass seit etwa 6 Wochen ein ganz anderes Gesprächsklima herrscht. Er wird mehr respektiert. Und er selber ist auch „mutiger“ geworden“. Auch das ein Effekt der grünen Kreuze und der positiven Berichterstattung.

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  9. Klaus Horn sagt

    Landwirte sind Unternehmer. Unser System ist eine Art Marktwirtschaft, mehr oder weniger staatlich reguliert. Das Einkommen der Landwirte kommt durchschnittlich knapp zur Hälfte aus Subventionen. Wie funktioniert Marktwirtschaft? Wohnungen knapp – Mieten steigen. Schweinefleisch knapp – Preis steigt. Öl knapp – Preis steigt. Zuviel Milch – Preis sinkt. Zuviel Getreide – Preis sinkt. Zuviele Bioprodukte – Preis sinkt. An den Grenzertrag denken, der ist z.B. bei Spätdüngung, nochmaligem Spritzen, maximal Kraftfutter – gering. Darauf verzichten, ja? Längerfristig ist dann mal ein „Streik“ möglich: Lieferstopp für 2 Wochen? Der Markt reagiert enorm, wenn 100x Nachfrage nur 96x Angebot gegenüberstehen. Mehr marktwirtschaftlich, unternehmerisch denken.

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    • Reinhard Seevers sagt

      ……ja, und wenn es eine Dürre gibt und die deutsche Menge gering ist, importiert der Handel….da hilft kein unternehmerisches Handeln. Landwirtschaft ist nur bedingt am Markt auszurichten und nur bei bestimmten Produkten möglich,

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      • Klaus Horn sagt

        Weizenpreis 4.12.2018: 200,5€, 8,23% höher als 1 Jahr später, geringere Menge.
        Weizenpreis 4.12.2019: 185,25€. Wenn mehr importiert wird steigt auch der Importpreis. Zunächst liefern die günstigsten, wenn mehr gebraucht wird muß vom nächst teuereren gekauft werden und immer teuerer. Das ergibt dann insgesamt einen höheren Preis: 200,5€.

        0
        • Lieschen Müller sagt

          In meiner Erinnerung verdienten Landwirte nie eine goldene Nase: wenn sie viel haben und ernten können, ist der Preis unten. Wenn der Preis oben ist, weil es nichts gibt, hat der normale Landwirt auch nichts zu verkaufen. Ihn betrifft die Dürre, der Spätfrost oder die Schädlinge ja auch…..

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          • Karl Timme sagt

            In den Nachkriegsjahren, als die Nahrungsmittel knapp waren, die Versorgung wurde über Lebensmittelkarten sichergestellt, der Landwirt überwacht, damit er nicht für den Schwarzmarkt produziert, hat sich die Landwirtschaft auch keine „goldene Nase“ verdient. Es hätte nach Angebot und Nachfrage (Markwirtschaft) aber eigentlich die Möglichkeit gehabt. Der Staat hat das Einkommen der Landwirtschaft schon immer gesteuert!

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            • Reinhard Seevers sagt

              Am Meisten hat die Landwirtschaft (waren aber eher die Grundherren, als Bauern) verdient, als sie die Pferde und Ochsen für den Kriegsdienst stellen mussten……Ganze Regionen prosperierten. Vielleicht wird das bei einer nachhaltigen ökologischen Kriegsführung einmal wieder der Fall sein.
              Achja und als der Ruhrpott hunderttausende Kumpel mit Schweinefleisch versorgen musst, da florierte der Schweinehandel und es sollten ganze Schweinefabriken entstehen, mit direktem Gleisanschluss…….

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    • bauerhans sagt

      „Landwirte sind Unternehmer.“

      produzieren aber unelastisch unflexible produkte!
      die kuh kann nicht an- oder abgeschaltet werden.
      aufem acker kann einer frucht und eine zwischenfrucht im jahr angebaut werden.
      schweine sind so teuer,weil china nur bei uns einkauft und viele schweinehalter aufgrund der neuen bestimmungen,aufgehört hatten.

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      • Klaus Horn sagt

        „… und viele schweinehalter aufgrund der neuen bestimmungen,aufgehört hatten.“
        Weniger Produktion, höherer Preis. Die Kuh gibt bei weniger teuerem Kraftfutter weniger Milch. Bei der Frucht eine Spätdüngung weglassen, nicht nochmal wegen Mehltau spritzen. Weniger Kosten, weniger Ertrag, höherer Preis, gleicher Gewinn.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Da gab es in der Nachbarschaft auch so einen klugen Milchbauern, der ließ das Kraftfutter für die Kühe einfach weg, weil es zu teuer war….Ergebnis kann man sich denken, …..er wurde Millionär, weil er mit nichts mehr Geld verdiente, als die Nachbarn.

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  10. Hallo Bauer Willi, wie immer verfolge ich gespannt Deine Berichte und bewundere Deinen Einsatz trotz der gesundheitlichen Probleme: Dafür meinen vollen Respekt.
    Zu den Ergebnissen möchte ich bemerken, dass es für mich eine ganz verständliche und übliche Vorgehensweise der Kanzlerin ist, Entscheidungsvorlagen einzufordern. In der Wirtschaft ist das so üblich. Es wird über Vorlagen abgestimmt!! Sind sie nicht genau, oder es kommen Zweifel auf, werden sie an den Einreicher zur Nachbesserung zurückgegeben oder es werden Berater eingeschaltet.
    Für mich bedeutet dass, die Bauern haben auf ihre schwierige Lage sehr gut aufmerksam gemacht. Jetzt müssen die Vorlagen der Bauern mit ihren Anforderungen erstellt werden, die von der Politik und den Verbrauchern verstanden werden.
    Natürlich ist die Zeit knapp bemessen, aber die Chance ist da. Ich wünsche Euch viel Erfolg! Das gemeinsame Vorgehen auf der Strasse hat ja auch kurzfristig geklappt.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Enno
      alles gut und richtig. Aber warum sind die Bauern auf die Trecker gestiegen? Doch nicht, um jetzt Konzepte erstellen zu sollen.

      Sie wollten das Agrarpaket weg haben, und da ist nichts passiert. Frau Merkel hat in ihrer unnachahmlichen Art allen klar gemacht, dass sie nicht im Traum daran denkt, etwas zu ändern. Und das Erstaunliche: kaum einer ist ihr böse.

      Kaum einer. Ich schon.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich bin als Österreicherin ja keine Betroffene – obwohl: wenn bei uns jetzt die Schwarz-Grüne Regierung kommt, könnte die sich von Deutschland Vieles abschauen. Ich erlaube mir einmal trotzdem eine Stellungnahme:
        Ich sehe es auch ähnlich wie Enno. Ich stimme Arnold Krämer zu, dass das Kind bezüglich DVO in den Brunnen gefallen ist. Auf rechtlichem Weg dagegen anzugehen, finde ich eine gute Idee. Da wäre es auch hilfreich, wenn man einen investigativen Journalisten gewinnen könnte.
        Die Bauern hatten lange Zeit mächtige Fürsprecher in der Politik und wurden es gewohnt, dass „man“ für sie etwas macht. Das stammt aus der Zeit nach dem Weltkrieg, wo es überlebenswichtig war, für die Bauern etwas zu tun, und diese Zeit ist vorbei. Jetzt braucht es den politisch mündigen Bauern.
        In anderen Sparten muss man da wirklich viel mehr selber aktiv werden. Deshalb sehe ich diese Aufforderung zur Konzepterstellung nicht so pessimistisch als Arbeitskreis, wenn man nicht mehr weiter weiß. Du bist natürlich in der Welt der Landwirtschaft ein wichtiges Zugpferd, und da verstehe ich schon, wenn ein Gefühl aufkommt, als ob Du das jetzt quasi alleine stemmen solltest, das muss zu Aversionen führen, noch dazu nach einem Herzinfarkt. In diesem Zusammenhang bist Du aber auch nur ein kleines Glied in der Kette, an diesem Konzept müssen ja alle arbeiten. Die Frage ist, wem Du zutrauen würdest, das koordinieren zu können.
        Du hast ja richtig gesagt, dass hinter den aktuellen Themen auch sehr grundsätzliche Zielkonflikte stehen. Und da reicht es eben nicht, die zu benennen und zu sagen, dass andere eine Lösung bringen sollen. Das tun ja auch die NGOs, und das gefällt uns nicht. Da überschätzt man Politiker in einer Demokratie. Das sind Volksvertreter. Politische Konzepte sollten die ganze Gesellschaft im Blick haben. Und so ein Politiker, der sich jeden Tag mit etwas anderem beschäftigen muss, der braucht eben Spezialisten zur Seite. Diese Aufforderung zum Konzept hält Rukwied einen Spiegel vor. Er hat es eben nicht geschafft, umsetzbare Vorschläge zu machen, die für alle passen. Und jetzt hat die Kanzlerin gesehen, dass Rukwied nur einer von vielen ist. Und was soll sie jetzt sonst machen, als diese Vielen aufzufordern, ihr Konzepte zu liefern? Wenn die Bauern offenbar keinen übergeordneten Sprecher mehr haben! Sich zu organisieren, das bleibt in der Demokratie keiner Interessensgruppe erspart.
        Ich würde so etwas wie Szenarien abliefern. Z.B.: Was hieße es, flächendeckende Biolandwirtschaft einzuführen? Im Sinne aller Landwirte und der Gesamtgesellschaft geht es sicher nicht darum, Bio schlecht zu machen. Es hat ja durchaus etwas Sympathisches. Aber bei uns hat vor kurzem das Bundesheer Alarm geschlagen, weil Österreich nicht mehr autark ist – eine Sicherheitsfrage, Import/Export hin oder her. Die geschwundene Autarkie hat in diesem Fall sicher nicht allein mit dem Umstieg auf Bio zu tun, aber auch. Flächendeckendes Bio bei gleichzeitigem exzessivem Verbau von landwirtschaftlichem Grund, Veröden und Verwalden von Extensivgebieten und Klimawandel würden aber das Problem massiv verstärken. Autarkie mit Bio allein wird wohl nur möglich sein, wenn der Fleischkonsum drastisch sinkt und gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln etwas getan wird. Eine Bevölkerung, die sich flächendeckend Bio wünscht, muss zur Kenntnis nehmen, dass schlimmstenfalls die Lebensmittel rationiert werden müssen. Und für ökologische Ausgleichsflächen ist dann auch weniger Platz als jetzt.
        Szenario konventionelle Landwirtschaft: Die Nachteile sind bekannt, und es ist ja nicht alles falsch, was da kritisiert wird. Da muss man genau anführen, was Konvi bereits zur Ökologisierung geleistet hat und was noch geleistet werden wird. Und der Konsument muss wissen, dass seine Ernährungsgewohnheiten nur mit Konvi Bestand haben können.

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        • firedragon sagt

          Guten Abend Frau Ertl,

          vielen Dank für den Blick von Aussen.
          Ich denke, es ist hilfreich, alles mit anderen Augen und einem entsprechenden Abstand zu betrachten. Das klärt den Blick und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wichtige.

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  11. Obstbäuerin sagt

    Aus meiner Sicht stellen die Düngeverordnung und das Agrarpaket die Basis für die Diskussion zur Zukunft der Landwirtschaft. Das bedeutet für den Obstbau keine Möglichkeit zu haben, die Produktion auf einem Niveau zu halten, der betriebswirtschaftlich und ökologisch Sinn macht. Deshalb schlage ich vor, im Bereich der Sonderkulturen nur noch ein Modell per Gesetz festzuschreiben. Mit der geplanten Reduzierung und langfristigen Abschaffung der Pflanzenschutzmittel im konventionellen Bereich, bewegt sich die Produktion dann sowieso auf das Niveau der Bio-Betriebe hin. Dann kann es doch gleich richtig zur Sache gehen – eine Landwirtschaft für Alle!!! Gleiche Produktionsbedingungen, gleiche Prämien und gleiches Ansehen. Ob das für die Insektenwelt was bringt, steht in den Sternen, weil die Artenvielfalt (mit immer mehr wissenschaftlichen Untersuchungen belegt) in konventionellen Anlagen schon jetzt sehr hoch ist.
    Als Bezeichnung für diese Form würde ich VISIONÄRE LANDWIRTSCHAFT vorschlagen, obwohl sich in der Vergangenheit schon manche Vision als Irrweg herausgestellt hat.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe Frau Merkel vorgeschlagen, Sie solle doch nach Atomausstieg, Braunkohleausstieg jetzt den Ausstieg aus der konventionellen Landwirtschaft verkünden. Demnächst 100% Bio. Dann hätten wir zumindest Planungssicherheit. Alle im Saal (incl. Merkel) haben mich angesehen und verwundert den Kopf geschüttelt. Verstanden haben sie nicht, was ich damit ausdrücken wollte.

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        • Bauer Willi sagt

          Nein, der Plan ist, die Landwirte dazu zu bringen, so nach und nach von selbst auf Bio umzusteigen. Da die Nachfrage nicht im gleichen Maße wie die Produktion wächst, werden Bio-Lebensmittel immer billiger.

          Dem Staat hat es nicht viel gekostet und der LEH ist glücklich. Der Erzeuger hat wieder die A…Karte.

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          • firedragon sagt

            Guten Abend Herr Dr Kremer-Schillings,
            (Danke, dass Sie das alles für eine funktionierende LW auf sich nehmen)
            Wir als Betrieb sind von Bio nicht überzeugt. Das hat viele Gründe.
            Es wäre „schön“, wenn sich hier der ein oder andere, der von Bio auf Konvi wieder umgestiegen ist, meldet und schreibt, warum gewechselt wurde.

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        • Groucho Marx benutzte syntaktische Mehrdeutigkeit, um ironische Feststellungen zu treffen. Gary Larson und Scott Adams verwenden falsche Wendungen in der Argumentaion oder des Räsonierens in der Bedeutung von mitteilen in ihren Catoons.“ Häberle und Pfleiderer“ und dem „Salonschwaben“ Willi Reichert wußten, was sie sagten und wie. “ Ein Privatier“ nicht. Also keine Landsmännin bzw. – frau.
          Hauptsache Humor oder Homer und Ehre statt Ähre des B.W. sonst hilft gar nichts mehr!

          0
  12. werner locher sagt

    Gratuliere Willi für diesen Text
    Das wichtigste ist, dass wir angesichts dieser ernüchternden Fakten trotzdem fröhlich bleiben! Auch wenn das leichter gesagt als getan ist. Diese Situation ist doch nur noch mit einer Prise Humor zu ertragen. Darum: Lass jetzt die Stille Zeit kommen und tanke wieder auf!

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  13. firedragon sagt

    Guten Morgen liebe Landwirtschaft,

    in Dir schlummert eine unglaubliche Macht, warum nutzt Du sie nicht?
    Bist Du Dir Deiner Macht wirklich nicht bewusst?

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    • bauerhans sagt

      „…..Landwirtschaft,in Dir schlummert eine unglaubliche Macht“

      keine zeit,muss arbeiten.

      0
  14. Sabine sagt

    Nun, erstmal ist es ein riesen Ding, dass sich Landwirte in solchen Größenordnungen zusammen gefunden haben. Vor einem Jahr hätte das wohl niemand geglaubt.
    Der Nitrat-Schwindel ist aufgeflogen. Auch das hätte nun wirklich kaum jemand gedacht.
    Eure Verbände sind wacher als vor einem viertel Jahr. Glückwunsch, meiner schläft noch feste. Jetzt ist die TÄHAV durch und erste Tierkliniken und Tierärzte, die bisher gerne unsere Tiere betreut haben, sehen sich dazu nicht mehr im Stande. Schon bisher war es schwierig TÄ für die Betreuung von Nutztieren in Klein- und Kleinsthaltungen zu bewegen, jetzt macht das Gesetz es unmöglich. Diversität durch Erhaltungszucht alter Rassen geht aber leider meist nur in Hobbyhaltung, wäre sie wirtschaftlich, wäre es kein Hobby. Selbst das Umdeklarieren meiner Zier-Hühner zu javanischen Laufsittichen, geht in vielen Bundesländern nicht mehr. Ohne betreuenden Tierarzt kann man aber die Impfpflicht nicht einhalten und so werden viele ihre Tiere aufgeben müssen.
    Damit verlieren wir Diversität, die man doch von der Politik so gerne haben möchte.

    Schaut euch in D und EU um, in vielen anderen Ländern und anderen Berufsgruppen, gibt es aus ähnlichen Gründen ähnlichen Unmut.
    Redet auch mit den Kollegen in anderen Ländern. Die EU ist nicht ein politischer Apparat, der in Brüssel lebt. EU lebt genau da, wo wir erkennen, dass wir gemeinsame Probleme haben, die wir nur gemeinsam lösen können und dafür braucht man erst am Ende Politiker. Am Anfang stehen wir.
    Es wäre ein Knaller, wenn wir später mal in die Geschichtsbücher schauen und es die Landwirte waren, die eine echte EU-Reform mit ihren Treckern auf der Straße begonnen haben.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Sorry, aber das Problem mit den Messstellen ist uralt und vielen bekannt. Es hat nur niemand publik gemacht und es wurde von politischer Seite nicht angegangen und thematisiert, weil auch noch so wohl gesonnene Politiker meinten, da ist wohl gefühlt was dran am Umweltverschmutzer Landwirt.
      Und noch mal sorry, aber was haben Zierhühner mit Landwirtschaft und Biodiversität zu tun? Ich würde sie eher in den „braucht niemand“ – Bereich abschieben wollen.

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      • Brötchen sagt

        Reinhard man kann das so wie Du sehen, es wird aber offiziell so (unten) eingeschätzt. Ich habe selber als Hobbyhalter im letzten Jahr auf einer Tagung auf der Lipsia teilgenommen, wo Schweizer und Österreichische Hühnerzüchter (Rasse) teilgenommen haben. Das BML war auch da….https://www.dgfz-bonn.de/services/files/pdf/Stellungnahme_EZP%202012-%20FINAL_1.pdf

        Argumente wären:

        Kulturgut
        Beitrag zum Umgang mit Tieren
        Erziehungs- und Bildungsbeitrag
        Dorfleben

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        • Reinhard Seevers sagt

          Jaaaa, für Kultur-Gut und Bildung ist uns nichts zu teuer und zu unsinnig…..vielleicht sollten die Menschen den Umgang mit ganz normalen Haustieren üben, dann hätten Leute wie Rütter auch keine Möglichkeit sich Sendezeit im Kulturapparat zu nehmen. Diese Art der „Bildung“ ist Teil des Problems der Entfernung von der regionalen Landwirtschaft.
          Hier wird auf Dorffesten auch mit Alpakas, Strauß und Büffeln hantiert…ist völlig „normal“ geworden.

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          • Brötchen sagt

            Reinhard, wüßte nicht das es dafür Geld gibt.
            Ein paar Euro vom Land für Ausstellungen und den Verein.
            Ich bin in keinem Verein und bekomme kein Geld vom Staat dafür.

            Man kann das so sehen wie Du und habe ich auch mal so gesehen.

            Es findet sonst Null Bildung diesbezüglich statt. Soll heißen, wie werden Tiere gehalten, gefüttert usw.

            Aber Du hast schon recht, teilweise sind diese Leute die größten Gegner der LW.

            Bei mir ist es zur Zeit so, das nur die Junghennen, ihr Geld verdienen.
            Die zwei und dreijährigen sehen nur schön aus.

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          • Bauer Willi sagt

            Ich finde es erst mal egal, wie die Tiere heißen, mit denen die Menschen sich beschäftigen. Besser als überhaupt kein Bezug zu Tieren. Verzeihung „normalen“ Tieren…
            Merken Sie was? Abgrenzung? Die da und wir hier…?

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            • Brötchen sagt

              Willi an den Imkern siehst Du z.B. wie differenziert das sein kann.
              Ich sehe es auch eher konstruktiv, so wie Du.

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            • ottmarWelker sagt

              Warum nenne sich die Konvi nicht klassische Landwirtschaft. Als „klassisch“ gilt das vorbildhafte, steht für bewährte und bekannte Verfahren im Gegensatz zu den “ neueren“ Verfahren.
              Das „Tierreich“ ist als Analogie zum „Menschenreich“ ein beliebtes Modell für Gesellschaftskritik etc.
              Ein „classicus“ war ein Angehöriger der höchsten Steuerklasse im römischen Staat. Daher für Landwirte gilt auch: erste/große/einsame Klasse sein.
              Keine Angst vor hohen Tieren, daher das Naturkundemuseum des Ornithologen und Zoologen Alexander König in Frankfurt a/M besuchen über die Festtage, wo am 1.09.1948 der parlamentarische Rat eröffnet wurde, nur wenige Tage nach dem Verfassungskonvent auf der bayrischen Insel Herrenchiemsee von einem Herrn Altmeier. Sicher kein direkter Vorfahre des Wissenschaftsministers. Ebenso das Paulkirchenparlament, wenn sie nicht gerade Party für geladenen Gäste haben und zu für auch nicht direkte Abkömmlinge eines Abgeordnetetn Juristen aus Baden wie mich, welcher der Straße vor dem Deutschen Museum und ehemaligen Kanzleramtsbunker samt aktuellem Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit seinen Namen gab.
              Es gibt viel zu erleben. Packen wir es an! Die grünen Kreutze bleiben draußen nicht ins Museum bitte.

              0
          • Zur Kultur gehört auch
            zu wissen
            wo das Essen her kommt
            und wie die Kuh Milch gibt
            und das Huhn ein Ei legt.
            na ja und wo Fleisch und Wurst her kommt!

            Auch im Kulturapparat muß das gezeigt werden!
            Und in der Schule unterrichtet werden.
            Das braucht mehr Unterrichszeit wie über das Thema
            Otto- und Dieselmotor!

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        • ottmarWelker sagt

          Ich habe meinen ersten Kanarienvogel bei der Tombola des Kleintierzuchtvereins gewonnen und bin heute Mitglied. Wir zahlten schon 2000 Euro an Steuern und ich weiß gar nicht wofür, weil ich damit nichts zu tun habe.
          Natürlich hielt ich als Kind schon selbst Kaninchen ohne Verein. Der Hasenmark in Fischbach/Sinkingen war etwas einmaliges mit Musik und Forellenverkauf aus dem Schwarzwald und die Pacht des Gasthauses war daran geknüpft.
          Wenn Kaninchenfleisch- und Fellzüchter und Hühnerfarmer von oben so herabschauen, sollen sie sich nur nicht so haben.

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      • Arnold Krämer sagt

        Das zuständige Umweltministerium mit seinen nachgeordneten Behörden und seinem Personalbestand nutzt alle Möglichkeiten, um konventionelle Landwirtschaft zu treffen und zurückzudrängen. Da kam Ihnen auch z.B. die Insektenstudie aus Krefeld wieder sehr gelegen.
        Man übersieht aber dabei, dass es bei der zunehmenden Regelungsdichte und Bürokratie auch den Biobetrieben an den Kragen geht.

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      • Stadtmensch sagt

        „aber was haben Zierhühner mit Landwirtschaft und Biodiversität zu tun?“

        Wer soll sich denn sonst um die „Ex situ“ bzw. „In vivo“ Pflege des Genpools unserer Nutztiere kümmern? Wie abhängig von Konzernen wollen wir denn noch werden?
        Ich sehe das ähnlich wie bei der Open Source Bewegung in der Software-Entwicklung:
        So eine kleine evolutionäre „Spielwiese“ wirkt sehr „befruchtend“ oder ausgleichend auf das Gesamtsystem zuück. Generell ist Dezentralisierung immer stabiler als zentralisierte Strukturen. Wer weiß, was die aktuelle Schweinepest oder künftige ähnliche Ereignisse uns noch bringen werden. Da wäre es doch gut, wenn ein kleiner Hobbyzüchter noch ein Vieh mit dem „rettenden“ Gen im Bestand hat?!

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das Institut für Nutztiergenetik des Friedrich- Loeffler- Instituts beschäftigt sich professionell mit der Erhaltung der Nutztiergenetik, auch von Hühnern….ich sehe keinen Grund „Zierhühner“ als Genpool zu nutzen.
          Die nächste Generation wird sich bestimmt nicht dem Thema annehmen….schätze ich.

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          • Sabine sagt

            Die einzigen, die sich für die Erhaltungszucht bei Hühner wirklich einsetzen und Wissenschaftler in dem Bereich bezahlen, ist der wissenschaftliche Geflügelhof in Willis Nachbarschaft und der wird vom Verband getragen. Die Löffler wollen keine private Kleintierhaltung, die haben an dem Strick mit geklöppelt, der vielen alten Rassen und ihren Züchtern um den Hals gelegt wurde. Wenn es nach den Löfflern gegangen wäre, wäre die Stallpflicht für Geflügel ohne jede Ausnahme gekommen. Auch die Mobilstallhaltung von Legehennen, Langmast bei Gänsen und Enten mit Freilauf und offenen Wasserflächen etc. gäbe es dann in D überhaupt nicht mehr bzw. hätte sich nie etablieren können.
            Nun, auch Zierrassen sind mit nur ganz wenigen Ausnahmen nicht ursprünglich nur zur Zierde gezüchtet worden. Die können alle auch noch was anderes als nur schön sein, auch wenn dieses Andere halt im Moment nicht in der Produktion benötigt wird. Was nicht heißt, dass es irgendwann mal benötigt wird.
            Viele Rassen sind dabei sehr viel älter als die Rassezucht an sich und kein Tier wird über einen solchen langen Zeitraum in der selben Form gezüchtet, wenn es so garnix kann, was wir Menschen brauchen.
            Wer hätte vor 50 Jahren geglaubt, dass Galloways und Highlander ernsthaft in D gezüchtet werden? Als die ersten Highlander in den späten 1970iger Jahren nach D kamen, war kaum jemand der Meinung, dass das mehr werden könnte als ein teures Hobby. Selbst im Ursprungsland war kaum noch jemand von der Rasse überzeugt. Die Tier landeten vorwiegend in Zoos und bei Hobbyhaltern. Einer der ersten Züchter hier hat seine ersten fünf Highlanderinnen der Steichelzooabteilung des Zoos in Hannover abgekauft. Wenn Du heute durchs Bergische grukst, schauen dich an vielen Ecken neugierige Zottel an. Meist von Flächen, die ohne viel Aufwand kein anderes Rind tragen würden. „Hinter Engelskirchen züchten sie Flokatis“, hat damals jemand lachend zu meiner Mutter gesagt. Flokatis sind inzwischen aus der Mode, die Highländer sind immer noch da.
            Vllt. vermiete ich ja irgendwann mal Laufenten an Weinbergsbesitzer oder halte eine alte Robust-Hühner in Energieholzflächen. Wer weiß, was in ein paar Jahren sein wird?

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            • Paulus sagt

              Die robusten und sympathischen Highlander Zottel haben viele Jahre zum Erhalt unseres ländlichen Anwesens beigetragen. Klar, das sind nun mal keine großrahmigen Fleischrinder, trotzdem wurden und werden sie zu Preisen vermarktet von denen so manch anderer mit seinen aufgestallten Jungbullen nur träumen kann.
              Man sollte sich allerdings nicht einbilden, dass man die einfach so auf die Weide schicken kann und dann ist es gut. So naiv sind nur die ahnungslosen Nabu-Experten und Konsorten.

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    • Karl Timme sagt

      Sabine, die bunte vielfalt der Landwirtschaft ( ich zähle Sie mal mit dazu) ist einer der Faceten dieser Branche. Aus diesem Grund entstand auch der große Unmut und die Erfolgsgeschichte von LsV, hinter diese Fahne konnten sich bisher alle Versammeln. Landwirtschaft kann mann halt nicht per Verordnung oder Erlass gleichmachen. Dabei fallen zuviele hinten Herunter, werden massiv benachteiligt. Ich sehe es daher so wie Willi, die Zukunftkommision Landwirtschaft ist vor Ihrem Start zum scheitern Verurteilt. Ich lassen mich aber sehr gerne eines bessren belehren.

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      • Sabine sagt

        Weiß Du, die Vielfalt, geht uns ja nicht nur in der Landwirtschaft verloren. Und da könnte man viele kleine und mittlere Betriebe, die nichts mit der LW zu tun haben, als Unterstützer gewinnen. Wenn das gelingt, könnte es wirklich gute Veränderungen geben. Die Leute haben eh den Eindruck, dass Politik nur noch für Konzerne gemacht wird. Wenn das Land die Verbindung schaffen soll, dann nur, wenn die Handwerker und kleinen Händler merken, dass sie das auch angeht, was gerade in der LW passiert. Die FDP ist in sofern fuchsig, dass sie da sofort den Zusammenhang erkannt hat und entsprechende Reden hören lässt. Mal gucken wie ernst es unseren Parteien wirklich ist.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Man muss aufpassen, dass man nicht einem „Gefühl“ unterliegt, dass suggerieren könnte, dass im Kleinen die Lösung und im Großen der Untergang liegt. Die Ursache allen Übels ist das Wirtschafts- und Finanzsystem. Die öffentliche Hand, die Medienwelt, die Reisebranche usw….alle sind den gleichen Zwängen unterworfen und wachsen zu großen Imperien zusammen. Krankenhäuser auf dem Land schließen und neue Versorgungszentren entstehen, Druckhäuser machen zu oder fusionieren mit anderen oder schaffen den Printbereich gleich ganz ab. Journalisten bilden Rechercheteams, weil nur so noch Recherche finanzierbar ist….usw. Also, wenn man die Wurzeln des Übels packen möchte, dann bleibt am Ende nur die Infragestellung des Systems…..DAS wollen die wenigsten.

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        • Karl Timme sagt

          Sabine, das Handwerk hat zur Zeit Hochkonjunktur, sie müssen wochenlang auf einen Handwerker warten, wenn der Auftrag nur ein Kleiner ist, die Aufragslage führt dazu das zunächst die größeren Aufträge abgearbeitet werden. Ursache ist ein großes Schrumpfen der Betriebe in jüngster Vergangenheit. Hätte sich die Landwirtschaft (vor ca. 10 Jahren) mit dem Handwerk zu diesem Zeitpunkt Solidarisiert? Das war um die Zeit der Finanzkrise.

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  15. Brötchen sagt

    Der Bauernverband sitzt bei uns schon seit Herbst zusammen, für so ein Konzept. Glaube das soll zu Jahresbeginn stehen.

    Das Tierwohllabel ist verzichtbar, weil eine reine Kopfgeburt und nicht mit dem Markt verbunden. Entscheidend ist, wer die Standards setzt und da sind einige schon sehr viel weiter!

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  16. Reinhard Seevers sagt

    Moinsen Willi,

    ich vernehme einen gewissen Frust und Ermattung….verständlich!
    Wo sind eigentlich die „jungen Wilden“ der Branche? Die Mehrzahl der Protagonisten des Themas sind gefühlt Ü 50, kann das sein?

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    • Brötchen sagt

      Die Merkel hat Sitzfleisch, die kann ewig sitzen und Nerven wie Stahlseile.
      Das gegen sie durchzubekommen erfordert extreme Ausdauer. Sitzen, demonstrieren, sitzen, demonstrieren, sitzen, demonstrieren, sitzen, palavern, sitzen, palavern, sitzen 🙂

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    • Arnold Krämer sagt

      Die jungen Wilden müssen arbeiten. Versteckt arbeitslos mit Zeit für politische Arbeit ist heute auf den Höfen kaum noch jemand.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn aber Papa oder Opa die Diskussion am Laufen halten sollen oder die alten Berater und Verbandsvertreter vornweg laufen und Parolen raushauen, dann könnte die Gefahr bestehen, dass am Ende etwas ganz ekeliges rauskommt. Die jungen müssen sich einbringen und sich die Zeit nehmen, es ist ihr Leben und ihr Betrieb!!

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        • Arnold Krämer sagt

          Grundsätzlich richtig Herr Seevers. Im Idealfall arbeiten Jung & Alt zusammen und ergänzen sich sowohl in der Unternehmensführung wie in der Arbeitserledigung. Wenn das funktioniert, sind Familienbetriebe ungeheuer stark, nicht kaputt zu kriegen und jedem anderen Organisationsmodell überlegen.

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            • Arnold Krämer sagt

              Habe ich von Handarbeit gesprochen? Ich habe von Unternehmensführung gesprochen.
              Zur (im Idealfall gemeinsamen) Unternehmensführung gehört auch die Formulierung eigener Unternehmensziele und das Entwickeln einer eigenen (manchmal unbewusst gelebten) Unternehmensphilosophie.

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    • Bauer Willi sagt

      Also: um ein junger Wilder zu sein, kann man den 65. Geburtstag ruhig schon hinter sich haben. Neulich meinte meine 96jährige Mutter zu mir: Willi, jetzt hast Du noch 30 Jahre vor Dir. Eine sehr gesunde Einstellung.
      Ermattung ja, weil das viele Reisen, die fremden Betten, die vielen Kontakte und Gespräche schon anstrengend sind. Geistig und körperlich. Es macht Spaß, aber dann braucht man auch wieder Erholung.
      An Mutti Merkel haben sich schon viele die Zähne ausgebissen. Wir werden die auch nicht knacken…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Warum sollte sie scheitern, sie hat doch bereits den Ausstieg angesagt. Scheitern kann nur derjenige, der ihr nachfolgt. Es gibt eigentlich niemanden, der ihr im Moment das Wässerchen reichen könnte.

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