Bauer Willi
Kommentare 153

Vernunft in der Agrarpolitik…

Zitat: „45 Professoren der Agrarökonomie haben sich in einer Erklärung zur agrarpolitischen Wende geäußert, die jetzt von der Bundesregierung geplant ist.“

https://www.agric-econ.uni-kiel.de/Abteilungen/marktlehre/research/download/Appell%20Agrar%F6konomen.pdf

Der Text liest sich in weiten Teilen, als wäre er vor kurzem veröffentlicht worden. Hier ein Ausschnitt:

Wir unterstützen das Bestreben, in Zukunft mehr Wert auf den Verbraucherschutz, die Sicherheit unserer Nahrungsmittel und auf artgerechte Tierhaltung zu legen und erkennen in dieser Hinsicht die Notwendigkeit von Veränderungen. Wir sind aber nicht davon überzeugt, daß die jetzt angestrebte Agrarpolitik einen Beitrag zu diesem Ziel leisten kann, sondern halten sie für verfehlt.“

Tatsächlich stammt die Erklärung aus dem Jahr 2001.  Und schon damals war von „Agrarfabriken“ und „industrieller Landwirtschaft“ die Rede. Und von Verbraucherschutz, Bio-Landbau, Subventionen…

Von den Unterzeichner dürfte heute wohl niemand mehr in Amt und Würden sein. Es wäre aber interessant zu erfahren, ob sich ihrer Meinung nach bis heute etwas geändert hat. Gerade den etwas älteren Kommentator*innen dürfte der ein oder andere Name noch bekannt vorkommen.

Bauer Willi

 

(Aufrufe 5.048 gesamt, 1 heute)

153 Kommentare

  1. bauerhans sagt

    Joachim Ruckwied hatte im STERN Nr.49 gesagt,dass der Glyphosatausstieg 2024 noch nicht endgültig ist!!

    0
  2. fingerphilosoph sagt

    Zum Ausgleich der Gewässerschutzstreifen für Insektenschutz, die quasi einer kalten Enteignung gleich kommen, sollten die Bauern von der Politik geschlossen fordern, dass ihnen in jedem Supermarkt eine bestimmte qm-Fläche zur freien Nutzung zur Verfügung gestellt wird, auf der sie entweder ihre Produkte in Eigenregie direkt vermarkten oder bestimmte Image-Aktionen durchführen können.

    Wenn man von den Bauern erwartet, dass sie ihre Flächen den Insekten zur Verfügung stellen, kann man vom LEH ebenso erwarten, dass der den Bauern von seinen Flächen zur Verfügung stellt. Im Übrigen würde das die regionale Vermarktung fördern, was ja im Sinne des Verbrauchers, des Umweltschützers und der Politik ist.

    9+
    • Reinhard Seevers sagt

      Ich fordere ein Verbot des Verkaufs von Wasser in Flaschen jedweder Art, das Wasser kommt aus der Leitung, überall, zu jeder Zeit. Für die Qualität ist gesorgt!

      Ich fordere eine Lizenzvergabe von jedem Imbissbudenbesitzer bis zum Restaurantbetreiber, damit die ubiquitäre Fresserei einen Preis hat.
      Das Geld kommt der Allgemeinheit zu.

      Ich fordere eine Einteilung der Lebensmittelläden in Rote (sämtliche Süßigkeiten), eine gelbe und eine grüne Zone. Alle roten Produkte erhalten einen dicken roten Aufkleber, damit jeder sehen kann, dass er ein schlechter Mensch ist. Wer mehr rote Produkte als gelbe oder grüne kauft, muss eine Sonderabgabe zahlen……

      Ich habe einen Traum….:-)

      8+
      • firedragon sagt

        Herr Seevers,
        je öfter ich mir Ihren letzten Absatz durchlese, desto mehr Gefallen finden ich daran.
        Eigentlich müsste dieses Konzept der Deklaration von Produkten unseren Politikern mehr als entgegenkommen, es befriedigt jeden Regelwütigen.

        1+
        • Obstbäuerin sagt

          Und schon am Einkaufskorb kann jeder sehen, mit welch verruchten Verbrauchern er es zu tun hat. Zur Not könnte man aber ein grünes Deckchen darüberlegen, falls man selber zu viele rote Produkte kauft.

          4+
      • Ich glaube REWE macht das, da müssen die Direktvermarkter bestimmt Miete für die Verkaufs-Fläche bezahlen!
        Schon seit vielen Jahren bieten wir in unserem Rewe Markt in Grebenstein Eier von Kramm’s Hof in Niederhaldessen an“, erklärt Inhaber Michael Ehlert,

        „nun konnten wir unsere Zusammenarbeit noch erweitern und mit Schweinefleisch von Kramm’s Hof ein weiteres Produkt von einem unserer geschätzten Zulieferer aus der Region beziehen.“

        https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/rewe-ehlert-3001706856-pr-9877163.html

        Auf Kramm’s Hof werden Schweine speziell und tiergerecht für den Grebensteiner Rewe Markt aufgezogen. Der Hof Kramm ist für seine tiergerechte Haltung zertifiziert und bietet Besuchern sogar die Möglichkeit, über ein spezielles Fenster in den Stall zu blicken. Die Schweine werden in großen Gemeinschaftsbuchten aufgezogen und erhalten Futter aus dem eigenen Anbau des Hofes. Auch für Beschäftigung ist gesorgt: Kauketten, Stroh oder auch Sisalbänder sorgen für Abwechslung. Außerdem haben die Tiere viel mehr Platz als vorgeschrieben.

        0
          • Die Ferkel grinsen doch nicht, bauerhans
            höchstens der Marktleiter von REWE!

            Ist schon makaber, dass die beiden von REWE einen roten Schlips an haben!?!

            0
    • Die Trekkerdemo hat gezeigt, dass in der Landwirtschaft durchaus ein großer Zusammenhalt zu realisieren ist. Zum Thema Insektenschutz muss die LsV beim Kanzlerintermin die Regierungskoalition stellen. Sollte die Regierung auf das, ohnehin höchst zweifelhafte, mit staatlichen „Zwangsmassnahmen“ behaftete Insektenschutzprogramm pochen und zum Gesetz machen, werden die Bauern in ganz Deutschland umgehend aus allen freiwilligen Insektenschutzmassnahmen (und das sind sehr sehr viele) aussteigen. Zwangsmassnahmen würden die Effizienz der freiwlligen Massnahmen nicht einmal ansatzweise erreichen! Ich bin mir sicher, dass der Großteil der Bauern dem Folge leisten würde! Der Politik muss klar werden, dass ihr Handeln handfeste Konsquenzen hat, und nicht nur vorübergehenden Protest auslöst!

      2+
      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Mark,
        da müsstest Du ja Deine 1.000 freiwilligen Streuobstbäume auch erst mal liquidieren um dann auf das Kommando zu warten was Du machen sollst.
        Ich glaube es ist eine Illusion, dass ein solches angedrohtes Szenario auch umsetzbar ist. Wobei es absolut konsequent wäre, alles zurück bis auf die Eigentumsgrenzen zu planieren und zu sagen: so, nun sagt mal was ich machen soll und wie ich es bezahlt kriege. Dieses Prozedere des vorherigen Planierens aller vorhandenen Strukturen ist bei der Ausführung von EuA Maßnahmen durch den Gala-Bau übrigens oft „gelebte Praxis“.

        1+
    • Christian Bothe sagt

      Fingerphilosoph: da philosophieren wir ja heute mal wieder…Sie scheinen nicht zu wissen wie der LEH tickt. Die Einlistung von Food- oder non Food Produkten erfolgt knallhart über den Verarbeiter und nicht den Primärproduzenten.Der Staat wird sich hüten da einzugreifen, weil es die Gesetze des Marktes außer Kraft setzen würde.Guter Ansatz aber Unsinn im Kapitalismus…Glauben Sie mir.Ich weiß wovon ich schreibe, da ich mit meinen Kartoffelprodukten im LEH einiges dergleichen erlebt habe,das dann auch den Bauern beim EK als Lieferanten entsprechend kontrahiert habe.

      3+
      • fingerphilosoph sagt

        Die Forderung entspringt der tit-for-tat-Strategie: Wurst gegen Wurst oder wie du mir, so ich dir. Wie mit einem selber umgegangen wird, spiegelt man im nächsten Zug zurück. Durch die Forderung wird zunächst mal öffentlich gemacht, wie mit den Bauern umgegangen wird. Diese Forderung bringt den Verbraucher mehr zum Nachdenken als das bloße Gejammer. Schon allein deshalb es sich lohnen, sie vorzubringen.

        Zum zweiten wird klar gestellt, dass die Bauern keine Angst vor dem LEH haben. Zum dritten wird klar gestellt, dass, wenn schon die gesamte Landwirtschaft zur Disposition gestellt wird, niemand außen vor bleibt, nicht mal der LEH.

        Sorry, wenn ich das so sagen muss, aber mit Gewinsel wie – am großmächtigen LEH kann man sowieso nichts ändern. Den Gesetzen des Kapitalismus sind wir alle hilflos ausgeliefert – bewirkt man in der Tat nichts.

        Hier in Frankreich bringen Bauern ihre regionalen Produkte durchaus im Supermarkt unter, und der LEH ist schätzungsweise derselbe wie in D.

        2+
        • Thomas Apfel sagt

          REAL praktiziert so etwas mit einzelnen Bauern hier bei uns. Die dürfen ihr Z.B. Gemüse auf einem zugewiesenen Platz verkaufen und zahlen z.B. 10 % ihres Umsatzes als Miete (Z-Bon basiert, soweit ich weiß). Zum allgemeinen Geschäftsmodell des LEH wird das sicher nicht mutieren, zeigt aber dass der Gedanke nicht völlig abwegig ist.

          1+
          • Brötchen sagt

            So regionale Fenster gibt es noch bei Rewe und Edeka.
            Z.b. Eier, Eierlikör und Nudeln.
            Produkte von brodowin und von zwei regionalen Fleischereien.

            Das Problem ist, man muss ein enmarkfâhiges Produkt haben. Im Osten haben die meisten einen tankzug Milch, drei Silos Silage und 1000 t Getreide, Raps usw..was soll davon so in den LEH?

            3+
            • Thomas Apfel sagt

              Hallo @Brötchen
              das was hier um Berlin stattfindet ist eine spezielle Nummer. Es sind in den letzten 20 Jahren große Betriebe „eingewandert“, die vorrangig auf Direktvermarktung aber auch zunehmend auf LEH Belieferung eingestellt sind. Die Produktschiene ist vorrangig der Gemüse-, zunehmend aber auch der Obstanbau. Die sind darauf spezialisiert endmarktfähige Produkte unter Ausschaltung des LEH zu vermarkten. Da gibt es dann manchmal solche „Kooperationen“, wie die oben beschriebene.
              Das hat im Übrigen mit der Verbrauchervorstellung von der „vielfältigen“ Direktvermarktung durch kleine „Bäuerlein“ gar nichts zu tun. Die haben die Kleinen Anfangs erst mal vom Markt geschossen, haben großflächige spezialisierte Produktion und sind damit auch in der Lage die Losgrößen für den LEH bereitzustellen. Die fehlenden Losgrößen und die fehlende Kontinuität in Qualität und Menge sind die Hauptgründe die gegen die Illusion des Wiederauflebens der kleineren Betriebe sprechen. Das gilt für Bio- wie Konventionell. Rein wirtschaftlich betrachtet ist es bestimmt kein Nachteil auch als Großbetrieb eine Schiene zu haben, die die Wertschöpfung vertikal auf der ganzen Linie mitnimmt, sofern die Großstadt in der Nähe ist.

              1+
              • Brötchen sagt

                Du meinst bestimmt die Spargelleute, Heidelbeer und Erdbeeren, kürbis. Ja die sind alle nicht von hier.

                0
          • Christian Bothe sagt

            Ja H.Apfel.Mit den Shop in Shop Geschäften(Fleischereien) läuft so etwas ja seit Jahren.Aber Kartoffeln funktionieren so nicht…Einige REWE Co.KG dürfen auch Eier zukaufen(aber der EK…) und Milchtankstellen gibt‘s auch ein paar hier im Thüringen.Alle anderen Produkte werden eingelistet.Aktionen ausgenommen…

            0
            • fingerphilosoph sagt

              Etwas zu fordern, das es bereits gibt, ist ja witzlos. Wenn man seine Lage verbessern will, muss man darüber hinausgehen.

              Die Landwirte können sich auf den Standpunkt stellen, dass wenn mehr Insektenschutz gefordert wird, die Lasten dafür gleichmäßiger verteilt werden müssen, was heißt, wenn die Bauern sich bewegen und in Insektenschutz machen, dann nur, wenn der LEH sich auch bewegt …. und dann entsprechend Forderungen stellen.

              Was ist denn die Alternative? Bis zum Sankt Nimmerleinstag auf den einsichtigen Verbraucher warten? Oder auf die große Krise?

              2+
    • Paulus sagt

      @ Fi-phil,
      das den Ackerbauern ein Ausgleich für nicht nutzbare Flächen, im Sinne des „angeblich“ gesellschaftlich gewünschten Insektenschutzes zusteht ist keine Frage.
      Und jetzt komme ich mal als Waldeigentümer um die Ecke. Ich kümmere mich nicht nur um Insektenschutz, sondern trage darüber hinaus auch noch zum Wohlergehen meiner Mitmenschen bei. Die finden Zuckerrüben- und Getreidefelder nebst ein paar blühenden Alibi-Begleitpflanzen sowie Obstplantagen nun mal extrem langweilig.
      Meine Zurverfügungstellung eines Wohlfühlraumes, zu dem ich gesetzlich gezwungen bin, möchte ich auch ganz gerne mal bepreist haben. Ich denke da nur mal so an die Wandersleute die ihren Müll hinterlassen, Mountainbiker die sich nicht an Wege halten, Geocacher, südosteuropäische Pilzsammler und ähnliche. Für deren Freizeitaktivitäten, die überwiegend zu meinen Lasten gehen, hätte ich gerne einen finanziellen Ausgleich. Wenn der Jagdpächter erklärt, dass er aufgrund der Vorgenannten in der nächsten Pachtperiode nur noch die Hälfte der Pacht zu bezahlen bereit ist hat die Genossenschaft einen Nachteil, der sich leider monetär ausdrückt.
      Die Sache mit dem LEH ist, verzeih mir, grober Unfug.

      3+
      • fingerphilosoph sagt

        Paulus, es wäre mir lieber, du würdest mir erklären, warum die Sache mit dem LEH grober Unfug ist statt Anekdötchen zu erzählen, und zwar am besten so, dass ich es verstehe, wo der Denkfehler liegt.

        0
        • Christian Bothe sagt

          Ich denke, das wird der Fingerphilosoph nicht begreifen. Das kann man nur beurteilen, wenn man eine Firma hat, welche Lebensmittel an den LEH verkaufen muss, um Kredite tilgen zu können und die Fa.schnellstens wettbewerbsfähig zu machen.Illusorische Direktvermarktung an den LEH ist das Ende und der „Nachbar“wartet schon.So läuft das, auch wenn man regionale Produkte vermarktet mit diversen Zertifikaten.Haben oder hatten Sie eine Fa. im Foodbereich fingerphilosoph?Ich glaube eher nicht…

          2+
        • firedragon sagt

          Vielleicht ein kleines Beispiel fingerphilosoph.
          Ein Betrieb hat Legehennen. Die Eier werden gut über Direktvermarktung verkauft. Ein Discounter, nennen wir ihn Aldi, möchte deutsche Eier aus Freilandhaltung in sein Sortiment aufnehmen. Aldi kommt zu diesem Betrieb und mach dem Betriebsleiter ein akzeptables Angebot. Beide Seiten sind zufrieden. Der Betriebsleiter kalkuliert alles durch und muss natürlich erweitern, da Aldi schon eine Menge an Eiern bestellt. Alles läuft super ;zwei Jahre, im dritten Jahr kommt Aldi zum Betrieb und will den Vertrag neu „verhandeln“. Aldi will das Ei für weniger. Der Betriebsleiter rechnet durch – er kann zu diesem Preis nicht wirtschaftlich arbeiten, schlimmer noch, da seine Erweiterung noch nicht abbezahlt ist, legt er drauf.
          Fingerphilosoph, das ist kein erdachtes Beispiel, ich habe die wirkliche Geschichte eines Betriebes hier aufgeschrieben. Und das ist leider kein Einzelfall.

          1+
          • bauerhans sagt

            mein bekannter,diplomkaufmann,erzählte genau das schon vor jahren über das einkaufsverhalten von discountern,er machte in seiner firma nur jahresverträge und verhandelte als chef selbst die jahreskonditionen.
            der hühnerhalter hatte einen kurzfristigen vertrag mit einer langfristigen investition verbunden,was nicht funktioniert.

            1+
  3. Friedrich sagt

    Leider wird heute alles dem Mainstream untergeordnet. Unsere gesamte Bundesregierung handelt heute so , nur um an der Macht zu bleiben. Dabei verdrängen diese Leute , daß mit jeder Wahl die Wählerstimmen immer weniger werden , weil man sich total von den Wählern entfernt hat. Ideologie bestimmt das Handeln und damit fährt man das ganze Land an den Abgrund. Viele sind gegen die Bauerndemos , aber für die Schülerdemos , weil man die Forderungen der Bauern nicht ernst nimmt und nicht hören will, passt einigen einfach nicht ins ideologische Weltbild. Auch die Riesendemo in Berlin reicht aus meiner Sicht noch nicht , daß unsere Regierenden zur Realität zurückkommen. Es muß also weitergehen , bis die es realisiert haben. Es fällt auch auf , daß der europäische Markt überhaupt nicht gesehen wird und mit jeder Gesetzgebung wir immer weiter in die Kostenfalle laufen. Je nach EU-Land haben wir hier schon bis zu 500 Euro je Hektar höhere Kosten. Wenn wir den Resetknopf drücken würden, zurück auf das Jahr 2000 und dann keine Flächenprämien mehr bekommen würden , dann hätten wir heute mehr Geld auf den Höfen. Der deutsche Sonderweg muß endlich aufhören und einheitliche Regeln in Europa herbeigeführt werden. Man kann uns nicht ständig Europa vorerzählen , aber im politischen Handeln immer mehr entfernen. — Wir müßen also noch mehr „Grüne Kreuze“ aufstellen und immer weiter mit den Demos die Verantwortlichen nerven , bis der Erfolg sich einstellt.

    6+
  4. Obstbäuerin sagt

    Wenn das nicht die Spaltung der Bauern vorantreiben soll, sicher schon lange geplant und hat nichts mit dem Zeitpunkt der Demo zu tun. https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/artenschutz-auf-bio-art-11918535.html
    Nistkästen und andere Vogelschutzmaßnahmen betreiben wir schon seit DDR-Zeiten in unseren konventionellen Anlagen und wenn sowohl auf Herbizide als auch mechanische Unkrautregulierung verzichtet wird, frage ich mich, was produzieren diese Betriebe?
    »Diese gehen über die bereits geleistete biologische Wirtschaftsweise hinaus. Jeder Betrieb wählt aus einem Katalog mit Maßnahmen diejenigen aus, die zu seinem Betrieb am besten passen, heißt es. Zum Beispiel könne der Landwirt Reststreifen im Kleegras stehen lassen, Nistkasten aufhängen oder auf mechanische Unkrautregulierung verzichten.«

    1+
  5. bauerhans sagt

    Renate Künast wettert heute wieder los in zon:

    Tierquälerei,gerade auch in der Landwirtschaft muss endlich härter bestraft werden.

    1+
    • firedragon sagt

      bauerhans,
      wenn ein Mensch ein Tier absichtlich zu seinem Vergnügen quält (ob das in der LW ist oder anderswo), ist diese Forderung legitim.
      Kann man fordern.
      Wenn allerdings ein unverhältnismäßiges Strafmaß gefordert und verhängt wird, ist das nicht mehr legitim.

      1+
      • bauerhans sagt

        „System staatlich akzeptierter Agrarkriminalität gegen Tiere“

        es geht Künast nur um aufmerksamkeit nach der bauerndemo gestern.

        4+
          • firedragon sagt

            Wobei… war Renate nicht mal selber in der Rolle der Verantwortlichen?!
            Da hatte sie doch ihre Chance gehabt, die Weichen in eine Richtung zu stellen, dass die Aussage „staatlich akzeptierte Agrarkrimminalität gegen Tiere“ überhaupt nicht geäußert werden dürfte.
            Das darf man ihr gerne mal entgegen setzen, auf Renate’s Reaktion wäre ich gespannt.

            2+
        • Brötchen sagt

          Die Strafen sind übrigens nicht ohne und sind auf alle Fälle existenzbedrohend.
          Straathof hat ein Tierhaltungsverbot. Alle öffentlich bekannt gewordenen Fälle da wurden die Leute entlassen.
          Der Verantwortliche Vorgesetzte kann auch eine Strafe bekommen, die förderschädlich ist.

          Das ist populistisch, was die Dame so von sich gibt, zumal sie selber Juristin ist und wissen müßte das sowas in ein Rechtssystem eingeordnet ist.
          In D. wird z.B. eine Körperverletzung recht gering bestraft, wenn man nicht einen dauerhaften Schaden hat. Sachschaden ist immer höher als Körperschaden.

          2+
          • Brötchen sagt

            Wir haben immer noch einen Rechtsstaat und wenn die Vorschriften eingehalten werden ist das legal. Was die von sich gibt, grenzt an Hetze!
            Eigentlich müßte da mal jemand gegen klagen.

            4+
            • firedragon sagt

              Vielleicht ist das jetzt ’ne blöde Frage.

              Dürfen Politiker, die sie vom Volk gewählt wurden, ihre Bürger beschimpfen und einer ganzen Berufsgruppe Kriminalität unterstellen?

              Darf Politik das?
              Ich hatte das an anderer Stelle schon einmal geschrieben : Landwirtschaft wird (durch solche Aussagen) zum Freiwild erklärt.

              4+
              • Brötchen sagt

                Firedragon die Meinungsfreiheit deckt viel ab!
                Du müsstest Dir die Mühe machen, eben gegen solche Äusserungen vorzugehen und das ist sehr mühsam.
                Die Strafe wäre eine Unterlassungserklärung.
                Machen müßte man das eigentlich. Frau Künast hat das ja auch gemacht und nicht Recht bekommen.

                0
                • Brötchen sagt

                  Der andere Weg ist eben der, dass Du in den Medien vorkommst und dort Deine Meinung unterbringst.
                  Wenn Du nicht vorkommst, hast Du die Möglichkeit auch nicht.
                  So funktioniert das.

                  0
                • bauerhans sagt

                  die Rechtsabteilung des Bauernverbandes müsste gegen Künast vorgehen,aber die trauen sich nicht!

                  4+
                • Brötchen sagt

                  @Bauerhans „schmähungen sind bei sachbezug “ wohl zulässig.

                  0
              • Reinhard Seevers sagt

                Vielleicht will sie ja probieren, wie weit sie gehen kann…schließlich hat ein Gericht ja auch nicht gegen die Hassparole „Geisteskranke“ entschieden.

                1+
            • Reinhard Seevers sagt

              Renate hat ihre eigenen Probleme, die scheint sie nur durch lautes Gelaber los zu werden. Das geht seit 20 Jahren so. Evtl. ist sie im falschen Körper unterwegs?
              Das Schlimme ist nur, dass die Medien sie als Megaphon immer wieder ausgraben, weil sie eine „Expertin“ ist, sein will, meint zu sein…..

              2+
      • Man kann doch
        seinen Stall als Garage für Wohnwagen oder anderen Feizeitgeräten umbauen und vermieten, oder?

        Schön der ökolfeindlichen Industrie und ihrer Gesellschaft anpassen!!!
        Warum für andere Leute aufregen?
        Warum das Gewissen belasten?

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          Sarkasmus Inga? Umnutzung landw. privilegierter Gebäude im Außenbereich zu Gewerbe ist in der Regel nicht möglich……

          0
          • Das gibt es,
            nicht nur in Feldscheunen, sondern auch auf Aussiedlerhöfen!

            Wohnwagen sidn privat!

            0
    • Elisabeth Ertl sagt

      Also ich sehe da folgenden Unterschied. Wenn jemand sagt: „Ich würde sehr gerne einen maximal tierfreundlichen Stall bauen, wenn es mir die Finanzen erlauben würden; allerdings dient nicht alles, was ihr Landwirtschaftsfernen in eurem Hang zur Vermenschlichung als Tierwohl bezeichnet, tatsächlich dem Wohlbefinden der Tiere“, dann ist das etwas anderes, als wenn jemand sagt: „Bevor ein Betrieb zusperren muss, soll man lieber tierquälerische Praktiken akzeptieren.“ Bei letzerer Aussage darf man sich nicht wundern, wenn man als Teil jenes Systems wahrgenommen wird, welches den Planeten zugrunde richtet. Denn die Gesellschaft hat in Teilaspekten durchaus auch recht.

      0
      • Reinhard Seevers sagt

        Die Frage stellt sich aber auch, wer definiert etwas als Tiergerecht. Wenn die Diskussion dahingeht, dass das Töten zur Schlachtung kein wichtiger Grund mehr im Sinne des Tierschutzes ist, dann ist Ende Gelände….und auf dem Weg sind wir.

        3+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Das ist richtig. Da muss man auch einmal erklären, welches Maß an Tierhaltung einen wichtigen Beitrag zu einer ökologischen Landwirtschaft leistet, welche die Menschheit ernähren kann, und da wird man halt zugeben müssen, dass man das heutige Maß nicht braucht. Ich sag Leuten auch immer: Wenn wir die Almen verwalden lassen, dann müssen wir all jene Nahrungskalorien, die dort jetzt noch produziert werden, mit einer Intensivierung der Landwirtschaft anderswo kompensieren, denn da oben wachsen nun einmal keine Kartoffeln. Und ist es angesichts der Knappheit landwirtschaftlichen Grundes zu verantworten, auf solchen Flächen grasende Schafe einfach nur alt werden zu lassen, bis sie eines natürlichen Todes sterben? Wenn nicht, dann muss man auch einmal sagen, dass der, welcher Tiere schließlich schlachtet, ihnen zuvor ermöglicht hat, überhaupt zu leben. Aber ob sie ihr Leben auch genießen können oder nicht, diese Frage ist schon wichtig.

          1+
          • Reinhard Seevers sagt

            Es wird nie genug Tierschutz/Tierwohl geben, weil sich die Grenzen ständig verschieben. Genauso wie beim Artenschutz oder bei der Biodiversität….das wird auf ewig ein Forderungskatalog bleiben, dem die Landwirtschaft unterliegen wird. Es muss aber einen Rahmen geben, der mind. eine Generation überdauern kann, sonst gibt es keine Planungssicherheit und keine Nachfolger, die sich auf dieses Wagnis einlassen.
            Als Nächstes kommt das Tierrecht….https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-07/tierschutz-gruene-verbaende-klagerecht
            Das nimmt kein Ende, glaub mir.

            1+
            • Elisabeth Ertl sagt

              Ja, das ist richtig, man muss sich einmal, durchaus nicht gleich wieder mit dem Blick aufs Wirtschaftliche, auf Standards einigen, die auch halten. Und dann muss man eine angemessene Finanzierung sicherstellen.

              0
      • Brötchen sagt

        Elisabeth das ist alles schon auf dem Weg!

        Hauptprobleme sind fehlende Rechtssicherheit und Genehmigungsrecht.

        1+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Ja. da kann man z.B. auch so argumentieren, dass es nicht besonders ökologisch ist, ein Stallgebäude, dessen Lebensdauer auf mindestens 30 Jahre ausgelegt ist, nach 5 Jahren wieder abzureißen oder auch nur umzubauen. Dass es da Verantwortungsbewusstsein im Sinne von Nachhaltigkeit braucht bei den NGOs, dass man da nicht ständig aus irgendeiner Befindlichkeit oder irgendeiner neuen schnellen Info heraus irgendwas fordern kann.

          0
  6. fingerphilosoph sagt

    Ende Oktober Trecker-Demo, Ende November Trecker-Demo … wenn es der Plan ist, nun jeden Monat den Verkehr lahmzulegen, nun ja. Ich kann mir nicht helfen, aber diese Trecker-Demos wecken bei mir keine Sympathie für die Bauern, eher das Gegenteil ist der Fall.

    Ich verstehe schon die Wut der Bauern, auch, dass die Bauern sich zusammenschließen, weil sie gegen die Agrarpolitik was unternehmen und ihre eigenen Interessen verteidigen müssen … nichts dagegen …. das muss sein. Da denke ich sogar: Endlich!

    Aber sorry, Trecker haben sowas Martialisches, die kommen als landwirtschaftliche Panzer rüber, und ich glaube, die Zeit ist vorbei, dass diese Art von Machtdemonstration – wenn es denn eine sein sollte – beim gewöhnlichen Volk noch sonderlich gut ankommt. Da denkt unsereiner: haben diese Bauern denn nichts anderes anzubieten außer ihre Traktoren? Oder: trauen die sich ohne Traktoren nicht in die Stadt? Oder: Viel Benzingestank um nichts. Oder: wer keine Argumente hat, macht halt Traktorlärm. Ich kann mir nicht helfen, ich vermute, dass sich der Bürger dadurch von den Bauern eher distanziert. Da machen es die Fridays for future doch irgendwie besser.

    Ich glaube, dass die Idee mit den grünen Kreuzen die bessere war, und dass das, was dort ansatzweise entstanden ist, durch diese Art von Machtdemonstration in den Boden gestampft wird. Wenn ich diese Massen von Trecker sehe, ist so ein Gedanke, der mir durch den Kopf geht, dass ich jetzt verstehe, warum es in der Landwirtschaft so viele Regulierungen und Vorschriften staatlicherseits braucht. Sorry, wenn ich das so deutlich sage.

    3+
    • Brötchen sagt

      Fingerphilosoph Du hast ja auf eine Weise recht.

      Das Problem ist, Du musst wahrgenommen werden!

      Die grünen Kreuze nimmt kein Berliner Großstädter wahr und die bestimmen den Diskurs.

      Jetzt nach der Demo sind jedenfalls unsere regionalen Massenmedien voll zu dem Thema.

      Ackerbau ist eigentlich zu 70 % Transportwesen.

      4+
      • fingerphilosoph sagt

        Das Problem ist nicht nur, dass du wahrgenommen wirst, sondern auch, wie du wahrgenommen wirst.

        1+
            • fingerphilosoph sagt

              Der Artikel in Tichys Einblick ist ein gutes Beispiel für das, was ich meine:

              „Die riesigen Traktoren rattern zu Tausenden hupend durch Berlin, legen den Verkehr lahm. Sie wirken bedrohlich wie Kampfmaschinen. Die protestierende Landbevölkerung schreckt die Politik in ihrer Blase auf.“

              …. „bedrohlich wie Kampfmaschinen“ …. das weckt Unbehagen. Das will man heute nicht mehr. Das ist so was von out.
              Da hofft der Stadtbewohner, dass die Politik ihm diese Bauern vom Hals hält.

              0
              • Brötchen sagt

                FP ich verstehe Dich schon, Du kommst mit so einer defensiven Vorgehensweise nicht mehr durch.
                Ist leider so. Wenn die Massenmedien ausgewogen berichten und auch Gegenmeinungen zu Wort kommen lassen würden, dann ginge das.
                Ich höre auf Arbeit das Grossstadtradio, Du glaubst nicht als Tierhalter geht Dir da ständig das Messer in der Tasche auf und das geht nicht nur mir so, sondern auch Kollegen. Das ist so eine Gehirnwäsche, das fällt nicht fachkundigen überhaupt nicht mehr auf.

                3+
                • Brötchen sagt

                  Greta (u. ihre Organisation) z.B. fährt genauso eine Strategie..

                  „…. „bedrohlich wie Kampfmaschinen“ …. das weckt Unbehagen. “

                  und sagt das auch so und wird dafür gefeiert!

                  2+
              • Paulus sagt

                @ Fi-phil
                „Sie wirken bedrohlich wie Kampfmaschinen.“ Eine Nummer kleiner ging wohl nicht. Ich war schon mal in einem gewissen Bereich als Ing. tätig. Gegenüber wirklichen Kampfmaschinen ist das bäuerliche Arbeitsgerät, also simple Geräteträger die auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgelegt sind, eher vergleichbar mit einem Spielzeug von Lego.
                Was sollten die Bauern denn sonst tun? Schweigend grüne Kreuze durch Berlin tragen? Etwa so wie einst ein gewisser Jesus am Hügel Golgatha? Mit einer Figur wie dem Hofreiter Toni als Anführer? Die Resonanz auf eine derart makabre Vorstellung versuche ich mir gerade vorzustellen. Das wäre wahrschein schön nach hinten losgegangen.
                Es ist doch alles sehr diszipliniert und friedlich verlaufen. Weder wurde Gülle vor dem Kanzleramt ausgekippt noch wurde der Rasen vor dem Reichstag umgepflügt.
                Da gab es schon Schlimmeres. Ich denke da nur mal so an einige Aktionen der Gewerkschaften; lodernde Feuer in Treibstofffässern, brennende Lkw-Reifen, martialische Kampfparolen und ähnliches mehr. Die sogen. Autonomen schaffen es sogar ganze Innenstädte zu verwüsten.
                Dagegen waren diese Treckerdemos doch nur ein laues Lüftchen.

                3+
                • „Gegenüber wirklichen Kampfmaschinen ist das bäuerliche Arbeitsgerät, also simple Geräteträger die auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgelegt sind, eher vergleichbar mit einem Spielzeug von Lego.“
                  Na, na Paulus,dann schau mal das… 🙂
                  http://www.youtube.com/watch?v=n1yAIX1bhzs

                  1+
    • Obstbäuerin sagt

      Fingerphilosoph, die grünen Kreuze werden ihre Wirksamkeit nicht verlieren und stehen in der Fläche Tag für Tag. Die Traktordemos sind sehr punktuell und verärgern sicher diesen oder jenen aber in der Summe verstärken sich beide Aktionen. Da muss die Presse einfach liefern, ob ihnen das gefällt oder nicht.

      6+
    • firedragon sagt

      Eine Demonstration dient dazu, sichtbar zu werden (egal um welches Thema es sich handelt).
      Jedes Thema wird diskutiert, oft kontrovers, es wird bei Diskussionen oft der Mensch übersehen, der davon betroffen ist.
      Deswegen gibt es Streiks, von Gewerkschaften aufgerufen, deswegen gibt es Demos von Organisationen auf die Beine gestellt.
      Es geht darum, dass verstanden wird, um was es geht, was das Anliegen ist.
      Ob es nun gefällt oder nicht, wie man sich bemerkbar macht, das spielt im Grunde keine Rolle (so lange kein Schaden angerichtet wird!).

      1+
    • Reinhard Seevers sagt

      Die Aufmerksamkeit durch Masse zu erreichen, ist in meinen Augen ersteinmal nicht falsch. Der zweite Weg könnte ja sein, mit 100.000 Bauern schweigend und Kreuze tragend durch Berlin zu marschieren….
      Ich habe noch niemanden getroffen, der mich auf die Kreuze angesprochen hätte. Bin schon mehrfach mit Bekannten durch die Lande gefahren, die haben die gar nicht wahrgenommen. Und die Städter kennen sie so gut wie gar nicht.
      In der Tagesschau gab es ebenfalls wieder eine tendenziöse Darstellung, die mit einem Redeausschnitt von Klöckner endete, in dem sie die Notwendigkeit sauberen Trinkwassers ansprach. Kein Gegenargument, keine Gegenstimme…..ich sehe eine eindeutige redaktionelle Sichtweise und damit auch Einflussnahme des Zuschauers. Man bekommt ein anderes Bild der Nachrichten, die uns täglich umwehen, wenn man den Kontext kennt.

      3+
    • @f..ph#
      Die Trekkerdemo muss man etwas differzierter beurteilen. Im Gunde hat sie 2 Wirkungsrichtungen. Das eine ist die Wirkung nach innen. Innerhalb der Bauernschaft hat diese Demo zu einem starken „Zusammengehörigkeitsgefühl“ geführt. Es ist quasi Balsam für die „geschundenen Seelen“ der Bauern. Gleichteitig offenbart die Demo das Versagen der traditionellen berufständischen Vertretung, die eine solche Aktion nicht zustande brachte. Das andere ist die Wirkung nach aussen. Da hast Du mit Deiner Einschätzung sicherlich teilweise recht, obwohl es nach Aussagen der Teilnehmer ganz überwiegend positive Reaktionen von Seiten der Bevölkerung gab. Es wurde mir berichtet, das die Bevölkerung am Strassenrand Beifall und Daumen hoch bekundet hat, selbst Autofahrer haben statt mit Mittelfinger mit Dauenhoch gegrüßt. Also unterm Strich würde ich die Aktion auch imagemäßig positiv bewerten. Allerdings müssen sich die Initiatoren im Klaren sein, die Karte ist jetzt gespielt, es gibt keine (vernünftige) Steigerung mehr. Und- das Hauptproblem einer solchen Aktion ist, das die Wirkung sehr schnell verpufft, und das sowohl nach inner als auch nach aussen. Das Problem wird sein, dass bei der anstehenden „Kanzlerrunde“ mit (40?) Gruppierungen alles zerredet wird und alles beim alten bleibt. Für die LsV ist es jetzt entscheidend, mit welchen Aktionen sie weitermachen, Trekkerdemos sind jedenfalls durch. Ich hätte da einige Ideen, aber mich fragt ja keiner.

      2+
      • fingerphilosoph sagt

        Du hast vollkommen Recht !! Wenn auf die Trekkerdemos jetzt andere Aktionen folgen, dann waren sie okay. Aufmerksamkeit haben die Bauern bekommen. Jetzt müssen sie eine Führungsrolle übernehmen, darum geht es im nächsten Schritt. Wenn sie das nicht tun, verpufft die Wirkung binnen Kurzem. Oder in welche Richtung denkst du weiter?

        0
      • Obstbäuerin sagt

        Hallo Mark, ich würde mich auch gern einbringen aber die jungen Leute haben da wohl ihren eigenen Anspruch. Vielleicht können wir ja auch was auf die Beine stellen?
        Ein weitere Initiative wäre schon hilfreich.

        0
  7. Elisabeth Ertl sagt

    Also meine Kritik weiter unten an den vielen Treckern nehme ich infolge der Antworten darauf gerne wieder zurück. Ich war ja nicht dabei.
    Hab gerade mit meinem Mann diskutiert, der diesen Blog nicht verfolgt, aber die Berichte über die Demo im Internet mitgekriegt hat. Es wäre wichtig, öffentlich zu kommunizieren:
    a) Wo hat die Gesellschaft sachlich recht? Denn sie hat teilweise recht, auch wenn sie ihren eigenen Beitrag nicht leistet: Ehrlich gesagt, ich wünsche jedem Schwein einen Stall wie bei Frau Mörixmann, der Viehstand ist in manchen Betrieben wirklich zu hoch, das Grundwasser gebietsweise wirklich belastet, und wie Prof. Kunz richtig sagt, kann sinnvoller Weise niemand so viel für den Artenschutz tun wie die Landwirtschaft, die Artenvielfalt hängt nun einmal in hohem Maß davon ab, was wir tun und was wir nicht tun – ist so . Um gehört zu werden, ist es sehr wichtig, diese Misstände einzubekennen.
    b) Die Landwirtschaft kann aber diese Misstände nicht auf eigene Kosten beheben. Da würde ich mir oft Beispielskalkulationen wünschen, damit sich der normale Bürger etwas vorstellen kann. Es reicht nicht, nur das Ergebnis bekannt zu geben: um wieviel die Produkte teurer würden. Unternehmer sind in der Bevölkerung eine Minderheit, die anderen kriegen halt monatlich ihr Geld aufs Konto. Und so fordert die Arbeiterpartei SPÖ in den GAP – Verhandlungen eine Obergrenze von 25.000 Euro Förderung pro Jahr statt 100.000 Euro, weil eben der kleine Maxi denkt, von 25.000 Euro muss doch jeder leben können. Viele Leute haben einfach überhaupt kein Bild, welche Ausgaben ein Landwirt hat und was er dem gegenüber für seine Produkte kriegt. Diejenigen, die mit Bauern sprechen, die haben es schon kapiert, aber die meisten haben dazu keine Gelegenheit. Da braucht man schöne Power Points mit lustigen Bildchen für die Medien, damit es auch kindliche Gemüter kapieren: eines von einem Körndlbauern, eines von einem Hörndlbauern, eines von einem Biobauern, eines von einem Konvi-Bauern und so.
    c) Und wenn man die Missstände einbekannt hat, und wenn man erklärt hat, warum die Bauern vor dem Bankrott stehen, dann werden ihre Ohren auch offen sein dafür, welche vielen Forderungen der Gesellschaft einfach fachlicher Blödsinn sind.

    3+
    • Arnold Krämer sagt

      Frau Ertl, zu 1) Wer in D einen Fehler zugibt, oder Mißstände einräumt (Sie haben es schon richtig eingeordnet) hat schon verloren. Deshalb abstreiten, widersprechen bis zum Erbrechen und das gilt ausdrücklich für beide Seiten. Deshalb so viele Lügen und Halbwahrheiten, bei denen den verantwortlichen Politikern auch der Überblick verloren geht, sofern sie nicht schon ohnehin einseitig verortet sind.

      6+
      • Elisabeth Ertl sagt

        In einem sportlichen Wettkampf muss man aber auch verlieren können. Jedes Fußballspiel hat zwei Spielhälften, ein Tennismatch viele Sätze. Es kommt auf das Ergebnis am Spielende an. Wer unfair spielt, den bestrafen die Spielregeln, der hat gar keine Chance mehr, mit Kraft und Köpfchen schlussendlich zu gewinnen.

        0
        • firedragon sagt

          Guten Morgen Frau Ertl,

          es geht hier nicht um irgendein Spiel, welches zur Belustigung oder Kurzweil der Bevölkerung dient.
          Es geht um die deutsche LW, um die Existenz einzelner Betriebe.

          4+
        • Thomas Apfel sagt

          Wer spielt hier unfair ? Meinen Sie die Proteste in Berlin oder was genau ?
          Unfaire Spielregeln nehmen die Möglichkeit „mit Kraft und Köpfchen“ das Spiel zu gewinnen. Die Macht das Spiel in seine Richtung zu steuern hat der, der die Spielregeln bestimmt und nicht der Schiedsrichter (Schiedsrichter sollten die Medien sein, sind sie aber nicht, sondern sie sind Klatschendes Publikum auf der einen Seite der Tribüne). Das gilt allgemein, sonst sähe es auch in unseren gegenwärtigen und vergangenen Kolonien besser aus!!

          2+
          • Elisabeth Ertl sagt

            Es hat ja auch jeder einen eigenen inneren Kompass, der ihm sagt, ob er fair spielt oder nicht. Mir ging es darum, auseinander zu halten, wo man der Gegenseite auch recht geben kann und wo nicht. Die Kritik an der Landwirtschaft hat ja hinter allem macht- und interessengesteuerten populistischen Bashing auch ein paar Körner Wahrheit.

            0
    • Jonas Pollmann sagt

      ich halte wachtlen und versuche meinen kleinen garten zu bewitschaften dadurch habe ich seit 3 jahren keine eier mehr kaufen müssen und meien Mädels geht es blendend die restlichen eier verkauft mein Obsthändler und ein Restaurant

      0
      • Reinhard Seevers sagt

        Schön, was soll uns das jetzt sagen? 4 Millionen Berliner halten sich demnächst ihre Tier selbst?

        1+
        • firedragon sagt

          Herr Seevers,
          nicht gleich so rungrummeln.
          Ist es in Frankreich, ich weiß es nicht mehr.
          Jedenfalls bekommen dort Bürger von der Stadt, wenn sie möchten, Hühner zur eigenen Eierversorgung. Finde ich gut.
          Kann in Deutschland auch gerne eingeführt werden.

          1+
          • bauerhans sagt

            der zugezogene nachbar hatte sich auch hühner angeschafft,aber dann „vergessen“,dass die regelmässig wasser brauchen!
            jetzt will er von mir für noch anzuschaffende schafe ne weide pachten,aber ich hab ihm gesagt,da würde ich demnächst die schweine laufen lassen…….

            4+
          • Reinhard Seevers sagt

            Es gibt für alles Beispiele und Experimente….die Gegenwart ist aus der Vergangenheit entstanden und die Menschen hatten bereits Tiere in der Stadt. Hat sich aber weder bewährt noch durchgesetzt. Die meisten sind schon mit einem Kind überfordert und wenn die ersten Salmonellenfälle aus heimischer Hühnerhaltung in den Straßen der Stadt auftauchen, ist spätestens Schluss mit lustich. Alle Experimente alternativer Konzepte funktionieren in Nischen und über begrenzte Zeiträume, sie gelten aber weder für die Masse, noch sind sie nachhaltig über einen längeren Zeitraum. 82 Millionen wollen täglich Einkaufen und Essen. Aus Spaß und als Hobby hält der eine Hängebauchschweine, der andere Kaninchen…..aber essen tun sie sie dennoch selten.

            0
            • firedragon sagt

              Herr Seevers,
              in erster Linie würde es ja um das Ei gehen, welches der Bürger essen könnte. In zweiter Linie geht es darum, Kindern zu zeigen, wo so ein Ei herkommt, dass das Tier versorgt werden muss u.s.w.
              Das Tier später essen … das kann jeder für sich entscheiden.
              Ganz nebenbei; hätte der Mensch nicht ein (krankhaftes) Hygienebewustsein entwickelt, käme er heute auch mit den ganz normaln Keimen (die es überall gibt) zurecht.

              2+
            • Elisabeth Ertl sagt

              Herr Seevers, lassen Sie doch die Städter selber ihre Erfahrungen machen, was sich bewährt und was nicht. Es tut der Akzeptanz der Landwirtschaft sicher gut. Entweder isst der dann halt kein Fleisch mehr, wenn er es selber nicht schafft zu töten, oder er entwickelt eine gewisse Dankbarkeit dafür, dass ein anderer diese belastende Arbeit für ihn erledigt. Vielleicht besorgt wer sich dann das Fleisch vom Direktvermarkter statt aus dem Schlachthof.

              1+
              • Reinhard Seevers sagt

                Jeder soll seine Erfahrung machen, da bin ich doch gar nicht dagegen…ich bin nur gegen Visionen und Ideen, die als Lösung für Agrarprobleme oder Ernährungsfragen daherkommen.

                0
                • firedragon sagt

                  Herr Seevers,
                  ein solches „Projekt“ fällt unter Erfahrungen sammeln.
                  Es ist nicht die Lösung von Argraproblemen. Das ist ein kleiner Schritt dahin gehend, dass menschliche Bewusstsein auf den Ursprung von Ernährung zu lenken.

                  1+
        • Diatryma sagt

          Mal sehen, was meine Hausverwaltung dazu meint… 2 qm Balkon im x-ten Stock… hmm. Könnte klappen. 😀

          0
  8. Thomas Apfel sagt

    Hallo,
    ich war heute auch in Berlin und sehe mir nun gerade die medialen Reaktionen an.
    Die schärfste Nummer hat gerade Marietta Slomka in ZDF Tagesthemen abgezogen.
    Da kommt der BUND-Hetzer zu Wort, nach dem wieder der Eindruck erweckt wurde, die Bauern kassieren von jedem Deutschen Steuerzahler 144 € ohne etwas dafür zu tun.
    Dann darf der Börsenfutzi von sich geben, „Die Betriebe mussten ja immer Größer werden, und die Riesenbetriebe seien eben nur noch mit Pestiziden zu handhaben, da hat man dann ein Problem wenn der Bürger ungespritzte Lebensmittel verlangt.“ Ich habe selten soviel bösartig dämliche Unkenntnis versammelt gesehen.
    Wenn es einen Grund gibt Berlin sofort wieder lahmzulegen sind es diese bekloppten, unverbesserlich hetzenden dogmatisch verblendeten und dann noch von öffentlichen Geldern bezahlten Medienfuzzi´s und Spendensammler. Einfach nur zum Kotzen. Mit Dialog hat das nichts zu tun, mit Lügen schon!!! Die bekommen von mir einen offenen Brief, der sich gewaschen hat. Und ich rufe alle Teilnehmer der Demo auf das Gleiche zu tun. Den Medien muß das Handwerk gelehrt, oder zu mindestens erklärt werden!

    15+
    • bauerhans sagt

      die Tagesthemen eben waren richtig sachlich!
      Hof Ribbeck stellte seine 70ha Blühflächen vor und der chef betonte,dass er dafür natürlich einnahmen verbuchen müsse.

      1+
      • Thomas Apfel sagt

        Die Tagesthemen waren sachlich, der Bericht im RBB auch. Ich war nur über die Heute- Journal-Sendung so wütend, dass ich das erst mal loswerden musste. Ich halte das FRANZ Konzept vom ZALF Müncheberg (10 % der Flächen für gezielte Biodiversitätsmaßnahmen) das auf dem Ribbeck-Hof getestet wird,für die großen Betriebe im Osten für gangbar. Für Betriebe mit hoher Wertschöpfung/ha und begrenzten Flächen, wie z.B. Obstbaubetriebe in Süd- und Norddeutschland in von Natur aus kleinstrukturierten Gebieten müssen die Maßnahmen anders gestaltet sein.

        4+
    • bauerhans sagt

      frage an Thomas Apfel:
      in unserer gemeinde wird mit spenden der Sparkasse durch die Biostation eine Streuobstwiese auf privatgelände angelegt.
      es stehen 45000€ zur verfügung.
      was bringt das??

      1+
      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen bauerhans,
        mit Galabau-Preisen reicht das für ca. 2 ha, wenn Landwirtschaftsbetriebe Streuobst anlegen, sind die Kosten weniger als halb so hoch. Das Problem sind die Anwachspflege (die oft noch mit kalkuliert wird) und vor allem die Erhaltungspflege.
        Mehr als die Hälfte der von Gemeinden, Initiativen und Bürgern angelegten Streuobstflächen geht unter bevor überhaupt ein Biodiversitätsrelevantes Alter der Bäume erreicht ist. Wenn es sich um Ackerflächen handelt und Einkommen kompensiert werden muss, sind jährlich 1.200 €/ha für die Erhaltungspflege erforderlich.

        1+
    • Herr Apfel,

      meinen sie, dass sie mit dieser Diktion (Die schärfste Nummer „_“ abgezogen, BUND Hetzer, Börsenfutzi, Medienfuzzi, et cetera pp) irgendwas bei Leuten bewirken Verständnis für die Sorgen der Bauern zu haben?

      Das Gegenteil ist der Fall. Sie sollten bevor sie solche Wutausbrüche ins Netz stellen, erstmal darüber schlafen und dann überlegen, ob diese Wortwahl ihnen nicht irgendwann von ihren Kindern, Banker, Chef oder gar Onkel vorgehalten wird, wenn sie was von denen wollen. Und die einen Ausweg suchen ihre Wünsche dankend abzulehnen.

      Sic tacuisses, sagte mal ein weiser Mann, und das sollten sie beherzigen Herr Apfel.

      BG HO

      0
      • Thomas Apfel sagt

        Liebe HO,
        ich dachte die HO (Handelsorganisation) wäre als 2. Schiene des DDR Handels längst untergegangen, aber man kann sich irren.
        Ich weiß nicht was Sie mit dem 2. Abschnitt meinen? Meine Wortwahl war sicher etwas Wut-geleitet, Wut, oder besser der Zorn, ist eine starke Triebkraft, wie der von mir geschätzte Georg Schramm es einst treffend formulierte. Aber dazu stehe ich, auch mit meinem Klarnamen, im Übrigen auch gegenüber meinen Kindern, einen Chef, vor dem ich buckeln muss, habe ich als selbständiger Landwirt glücklicherweise bislang nicht.
        Es kann nicht sein, dass Fernseh.Angestellte der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten das Recht haben vorrangig ihre eigene private Meinung zu transportieren. Die Aufgabe ist ganz klar neutral über alle Bereiche der Gesellschaft zu berichten. Diese Neutralität vermisse ich (und nicht ich allein) und sehe bei ZDF, RBB und WDR eine einseitige Positionierung für Bio, Vegetarisch, vegan und antilandwirtschaftlich bezüglich Derer, die 95 % der Nahrungsmittel erzeugen.
        Insbesondere die Einspielung des landwirtschaftlich völlig unterbeleuchteten Börsenkommentators zeugte vor allem von Borniertheit und Unwissen.
        Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel hat soviel mit der Größe der Betriebe zu tun wie die Häufigkeit des Auftretens des Weißstorches mit der Geburtenanzahl.
        BG TA

        0
    • firedragon sagt

      Herr Seevers,

      die Süddeutsche hält nicht dagegen.
      Es wurde nur vergessen zu erwähnen, dass zum Beispiel, Naturschutz von der LW locker umzusetzen wäre, würde es zum Betriebszweig erklärt. Absolut in Ordnung, ist unser Betrieb sofort dabei – wenn wir davon leben können.
      Ferner wurde vergessen zu erwähnen, wenn wir weniger von Allem machen sollen, wie sollen das die Betriebe finanziell kompensieren?

      Wie gesagt – die Medien sind halt vergesslich und Politiker auf diesem Ohr erstaunlich taub.

      4+
  9. Arnold Krämer sagt

    Man sollte den Hintergrund dieses Textes, verfasst von Agrarökonomen der klassischen Schule, kennen. Im Jahr 2000 gab es die ersten BSE-Fälle, auch in Deutschland. Der damalige Bundeskanzler Schröder wechselte den SPD-Landwirtschaftsminister Funke gegen die grüne Bundestagsabgeordnete und Juristin Renate Künast aus. Diese verkündete sofort die sogenannte Agrarwende. In der Folgezeit wurden viele neue Gesetze und Verordnungen verabschiedet mit weitreichenden Verboten (z. B. Tiermehl- und Fischmehlverfütterung) sowie Melde- und Dokumentationspflichten (z.B. HIT-Datenbank) . Der Agrarsektor reagierte u.a. mit dem Eigen-Kontrollsystem QS in der Hoffnung, dann weiter in Ruhe gelassen zu werden, was aber nicht der Fall war. Die Landwirte in unserer Region (Emsland, Südoldenburg) reagierten mit einer Flut von Stallbauanträgen, weil sie befürchten mussten, dass in einigen Jahren nichts mehr gehen würde. So ist es dann ja auch gekommen, allerdings später als damals angenommen.

    Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Umstrukturierungsprozesse nach dem Mauerfall in Ostdeutschland noch nicht abgeschlossen waren und dass der Leistungsstand der westdeutschen Landwirtschaft erheblich niedriger war, als er es heute ist (z. B. damals 20, heute 30 Ferkel pro Sau und Jahr, für die anderen Tierarten gelten ähnliche Relationen).

    Außerdem sollte man wissen, dass bis heute nichts von dem, was von der rot-grünen Bundesregierung dann bis 2005 in die Wege geleitet wurde, anschließend von der CDU geführten Merkel- Regierung rückgängig gemacht wurde. Im Gegenteil, es ist immer wieder etwas obendrauf gepackt worden, so das heute niemand, ich behaupte, auch wirklich niemand mehr einen umfassenden Überblick über die wirklichen Belastungen und Wirkungsmechanismen der politischen Eingriffe im Agrarbereich hat. Der Ruf nach einer „Resettaste“ müsste deshalb umso lauter erhoben werden.
    Das Problem einer massiven Überregulierung hat aber nicht nur der Agrarsektor, sondern mittlerweile jeder Wirtschaftssektor in Deutschland, so dass die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft ernsthaft gefährdet ist. Und das bedeutet auch, dass in absehbarer Zeit real immer weniger umzuverteilen ist.

    8+
  10. Obstbäuerin sagt

    Wir kommen gerade von der Demo in Berlin (mit dem Zug) und waren beeindruckt von der unglaublich großen Beteiligung. Grüne Kreuze hatten auch einige mit. Die Beiträge der Redner aus allen Bereichen der Landwirtschaft zogen sich über mehrere Stunden hin. Zum Schluss redeten Svenja Schulz, Friedrich Ostendorff, Christian Lindner, Gero Hocker und als letzte die L-Ministerin. Lindner hat eine sehr gute kurze Rede gehalten, wofür er auch viel Applaus bekam. Ostendorff hat die Rede genutzt, um seine Politik zu rechtfertigen und sich bei seinem Klientel beliebt zu machen, was aus meiner Sicht zu freundlich begleitet wurde und Frau Klöckner war eine einzige Enttäuschung. In der Sache ist sie keinen Millimeter von den Vorhaben abgewichen aber es gab jede Menge Gesprächsangebote. Ziemlich frustrierend.
    Sehr gut organisiert und sehr diszipliniert abgelaufen. Dafür ein großes Lob an die Veranstalter und Organisatoren.

    7+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Obstbäuerin, danke für deinen Origionalbericht. Du warst vor Ort und hast das ganze persönlich erlebt, besser als ich. Beide Reden von Schulze und Klöckner habe ich mir über die volle Länge angesehen. Die reaktion auf die Rede von Schulze durch die Landwirte findet meine volle Zustimmung. Julia Klöckner hat immer von meine“Lieben Bauern“ gesprochen.
      Meine private Meinung: Ihr Beitrag hatte auf alle Fälle mehr Substanz im Inhalt als das Geschwaffele von Schulze. Die Angebote die sie in ihrer Rede macht,sollten wir nicht so einfach als Geschwätz abtun. Sie versucht Türen und Tore zu öffnen und wir müssen jetzt auf die Klinke drücken. Uns auten, und weiter im Gespräch bleiben.
      Eine andere Lösung sehe ich zur Zeit nicht.

      3+
      • Paulus sagt

        Obstbauer, wenn dies ein rein fachlicher Dialog sein soll, sind als Erstes die Verbraucher überflüssig. Damit hätte sich deren Teilnahme schon mal erledigt. Außerdem schadet es auch einem Treckerfahrer nicht wenn er mit Joan Miró, auf welche Art und Weise auch immer, zumindest mal in Berührung kommt.
        Klar ist dieser geno ein abgedrehter Spinner, der unter der andalusischen Sonne wahrscheinlich den Bezug zur Realität verloren hat.
        Dein schroffes Urteil könnte indes auch für mich gelten. Rein fachlich habe ich auch nichts, oder allenfalls marginal etwas beizutragen.
        Ich bin für die Freiheit der Meinung, mein lieber Freund. Das scheint mir in diesen Zeiten wichtiger denn Je zu sein.

        1+
        • Ostbauer sagt

          Das findet meine vollste Zustimmung! Aber Rahmenbedingungen werden nun mal von der Politik gemacht. Die sollte faktenbasiert sein und dazu noch die Auswirkungen beleuchten. Keiner der Landwirte in den Jahren zuvor hat sich bei seinen Investitionsentscheidungen außerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegt.
          Wenn man die Landwirtschaft heute nicht mehr so möchte,muss man auch Fristen einräumen und die Bedingungen dafür schaffen. Oder Sie verhandeln dann mit meiner Bank!

          2+
        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Paulus , wie immer eine ganz schön große Klappe von dir. Ist ja nichts neues.
          Landwirte haben andere Sorgen. Bleib bei deiner Maxime“ Freiheit der Meinung“ ist zur Zeit wichtiger den je.

          1+
        • bauerhans sagt

          „Außerdem schadet es auch einem Treckerfahrer nicht wenn er mit Joan Miró, auf welche Art und Weise auch immer, zumindest mal in Berührung kommt.“

          nöö,der braucht nur John Deere und Xaver Fendt!

          2+
      • ach ne, ihr seid nicht die bauernopfer der agrar-politik, wenn subventionierte grosse höfe die kleinen verdrängen?

        0
  11. Reinhard Seevers sagt

    Man könnte Kot.en……heute im MIMA zwar erster Bericht über die Demo mit einem Vorortbericht und dem Interview mit Julia, jetzt bereits erheblich moderater, als heute morgen. Dann kommt ein Bericht über eine Koala-Auffangstation in Australien, gefühlt doppelt so lang……wenn doch die Umwelt, das Wasser, das Artensterben soooo existentiell für die Deutschen sein soll, warum dann nicht den adäquaten Berichtsanteil. Mehrere Standpunkte, Diskussionen Widersprüche aufdecken etc.? Die Priorität ist nach wie vor nicht die Ernährung und deren Bedingungen, sondern das, was die Leute sehen wollen und was Quoten bringt. Wenn man von den Medien nicht erwarten kann, dass sie sich mit der Komplexität und der Wichtigkeit beschäftigen, wie kann man das von den Bürgern erwarten?Von den Politikern ganz abgesehen…..

    13+
    • Christian Bothe sagt

      Mein Kommentar gestern in Top Agrar zur Berichterstattung des SWR…
      Irgendwie trifft das wieder einmal genau den „Nagel auf den Kopf“. Mittlerweile erinnert mich die Berichterstattung des öffentlich rechtlichen Fernsehens stark an das regierungsnahe Fernsehen der DDR! Es wird nur darüber berichtet,was gerade einen Hype darstellt, um Einschaltquote zu machen. Landwirt-und Nahrungsgüterwirtschaft sind die Beelzebuben der Journalie, obwohl sie auch diese ernähren,konventionell oder ökologisch, und somit einen der wichtigsten Zweige einer Volkswirtschaft darstellen! Das Ganze ist auch übertragbar wenn ich mir die Nachrichten von ARD+ZDF aus aller Welt, berichtet durch Reporter vor Ort, anschaue. Ziemlich einseitig und wenig unabhängig dargestellt (USA,Hongkong,etc.). Etwas mehr Sachlichkeit und Zurückhaltung täte der Qualität von Nachrichtenübermittlungen sehr gut. Nur dem Mainstream zu folgen, ist für das Zusammenleben einer Gesellschaft, insbesondere auch für unsere Bauern nicht integrationsfördernd und die Protestfahrt nach BLN ist auch ein Ausdruck dafür. Ich hoffe, das sich die Intendanten an der Nase rümpfen, und die Aktualität der Aktion unserer Bauern von Fachjournalisten recherchiert, in den Nachrichten heute und in den nächsten Tagen der breiten Bevölkerung präsentieren.

      6+
      • Stadtmensch sagt

        Also auf dem Dlf klingt das alles sehr realitätsnah: 6km langer Protestzug, ausbuhen der Politiker die die Notwendigkeit der DüVO bekräftigen. Ankündigung von Unterstützung bei der Umsetzung konnte die Gemüter nicht kühlen. Und ganz wichtig: O-Ton Glöckner:
        „Die Landwirte seien es leid, von städtischen Beobachtern erklärt zu bekommen, wie Landirtschaft geht.“
        Keine Ahnung, wie sie darauf kommt 😉

        3+
  12. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Unsere Bundesagrarministerin Klöckner hat ein ansprechend gepflegtes Äußeres; was ihre „inneren Qualitäten“ angeht, so verliert sie sich in agrarpolitischen Sachverhalten fraglich eloquent zumeist in verschachtelten Endlossätzen, wo sie immer wieder ihre einstudierten Wortphrasen runterzudreschen weiß, ohne am Ende selbst noch reflektieren zu können, was sie nun eigentlich sagen wollte.

    Ganz extrem ist mir persönlich das bei Lanz aufgefallen.

    Wie bitte schön, kann man von dieser Person eine gelingende Moderation zwischen Wissenschaft, Politik und Landwirtschaft erwarten, dahingehend brennt es uns allen aktuell unter den Nägeln!

    Man möge mir verzeihen, wenn ich dieser Politikerin nicht die Lösung unserer Bauernmisere zutraue, sondern gerade sie als personifizierte Marionette als Bauernproblem an sich verorten möchte.

    Eine sachlich nüchterne Beurteilung – ganz frei von persönlichen Animositäten.

    Entschuldigen Sie die Ehrlichkeit, werte Frau Klöckner.

    22+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Sie haben Zeit und Geld, tagelang mit Treckerfahren CO2 zu emittieren, so schlecht kann es ihnen also nicht gehen. Sie sind nicht zu fürchten, reden wir mit ihnen, am Abend sind sie ohnehin wieder weg. So ist es. Wie Bauer Willi vorhergesagt hat: Solche Demos sind ein Eigentor.

          0
          • Brötchen sagt

            Finde ich nicht, es gab wohl viel Zustimmung vor Ort. Ich habe Interviews gehört wo das gesagt wurde.
            Mir lief es auch kalt den Rücken runter als die Trecker vorbei kamen. Außerdem hat es das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt.
            Hut ab,vor denen, die sich beteiligt haben! Danke dafür
            !
            Ich habe ab 5 Uhr gearbeitet.

            4+
          • Obstbäuerin sagt

            Das sehe ich nicht so Frau Ertl. Sowohl Berliner als auch Touristen waren sehr interessiert und keineswegs ablehnend. Es wurden sogar Flyer verteilt, in denen sich eine Stadtinitiative mit uns solidarisiert hat. Und die Zahlen 40.000 Landwirte sprechen für sich. Trotzdem sollte auch die Grüne Kreuze Aktion weitergeführt werden, denn eine Lösung ist leider nicht in Sicht.

            4+
          • Ostbauer sagt

            Das war kein Eigentor! Mein Großvater hat immer gesagt:“wenn du 3 Bauern unter einen Hut bekommen willst,musst du 2 totschlagen“. Ich habe gesehen,dass Bauern von der Spitze Rügens bis aus dem südlichsten Teil Bayerns; vom Nebenerwerbslandwirt über Biolandwirte bis zum „großen“ Marktfruchtbetrieb aus Brandenburg oder Sonstwoher; also unsere Landwirte, sich zusammengeschlossen haben, um gegen fachlichen und ökologisch-ökonomischen Unsinn zu protestieren; das war kein Eigentor.
            Und Eines möchte ich auch noch sagen: Der Ausgangspunkt dafür ist ,meiner Meinung nach,die Graswurzlerbewegung! Danke Willi!!

            9+
          • Paulus sagt

            @ Elisabeth Ertl
            Nein, Elisabeth. Das ist mit der stillen Aktion der grünen Kreuze nicht zu vergleichen.
            Ob Bauer Willi und seiner Graswurzelbewegung das nun gefällt oder nicht. Diese Treckerfahrten nach Berlin haben eine völlig andere Qualität und drücken das Anliegen der Bauern viel drastischer aus. Die grünen Kreuze konnte man seitens der Politik noch ignorieren, diese Aktionen eben nicht.
            Das Ganze fällt allerdings im Januar zusammen wie ein Kartenhaus. Dann begleiten die Bauern mit ihren Treckern wieder irgendwelche NGO’s und üben sich im gemeinsamen infantilen Topfschlagen. Wie lautet das Motto noch? Wir haben es satt, oder wir machen euch satt? Ach ich weiß es nicht mehr und es ist auch unterinteressant.

            2+
              • Brötchen sagt

                Firedragon sieh dir eventuell die Berichte unter rbb24 an und auch das Interview mit dem grünen Minister vogel an.
                So hätte ich das nicht erwartet.
                Scheint doch Wirkung zu hinterlassen.

                0
                • Obstbäuerin sagt

                  Brötchen, schönen Worten traue ich schon lange nicht mehr.

                  1+
            • Obstbäuerin sagt

              Dann sollte dieser Termin und die Wir machen Euch satt Initiative für eine gemeinsame große Bauerndemo genutzt werden, sollte sich bis dahin keine wesentliche Verbesserung der Gemengelage ergeben haben!

              0
      • Muß sie aber,
        denn es ist des Staates Pflicht:

        „(Wir) zu unterstützen das Bestreben, in Zukunft mehr Wert auf den Verbraucherschutz, die Sicherheit unserer Nahrungsmittel und auf artgerechte Tierhaltung“

        Das gelingt ihm nur, wenn er die Wirtschaft undf Handel außen vor lässt.

        Die Bürger sind doch wichtiger, oder?

        0
    • Ostbauer sagt

      Leute; lasst uns doch mal ganz realistisch bleiben. Welche Auflagen sollte Sie denn in der Stunde öffendlich zurück nehmen? Der Druck ist da und er muss weitergeführt werden. Die eigendliche Arbeit beginnt jetzt!!! Ich hoffe,meine Jungs kommen heil aus Berlin zurück!

      8+
  13. Ottmar Ilchmann sagt

    Ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen: Die damals angedachte Agrarwende hat es nicht gegeben, die Entwicklung zu Wachstum, Konzentration und Intensivierung ist immer weitergegangen, und die Ergebnisse sehen wir jetzt: Umweltprobleme, Tierschutzdefizite, Artenschwund, Verlust der gesellschaftlichen Akzeptanz und ein rasantes Höfesterben. Daran sind nicht zuletzt auch die klugen Agrarökonomen von damals schuld.

    5+
    • Christian Bothe sagt

      Brauchen wir eine Agrarwende,H.Ilchmann?Für mich absolut überflüssig.In der globalisierten Welt hat nur die industrielle LW eine Chance und kann 10 Milliarden Menschen ernähren.Die Eigentümerstruktur ist vollkommen uninteressant,Hauptsache es wird LW betrieben und diese in bestimmten Regionen der Welt auch kleinbäuerlich und ökologisch.Tierschutzdefizite u.a.kann ich nicht erkennen insbesondere nach den gemachten Investitionen in der Tier-und Pflanzenproduktion der letzten Jahre in der BRD.Richtig ist,das unsere LW in der Gesellschaft teilweise negativ bewertet ist, obwohl diese die Ernährung in hoher Qualität sichert.Das tut sie bedingt durch unsinnige Auflagen von Staat und EU mit immer höheren Kosten, was kaum ein Landwirt noch versteht und existenzgefährdend sein kann.Die Darstellung in den Medien tut ein Übriges…

      15+
    • Theo Staars sagt

      Damals habe ich auch geglaubt, es würde sich etwas ändern. Aber nicht einmal Renate Künast hat es als zuständige Ministerin mit dem größten Medienhype im Rücken nach der BSE-Krise geschafft, das Verbraucherverhalten zu ändern. Das wird heute nicht anders sein. Immer neue Auflagen werden im Gegenteil dafür sorgen, dass der Strukturwandel weiter geht.

      9+
    • bauerhans sagt

      „Umweltprobleme, Tierschutzdefizite, Artenschwund“

      daran ist nicht die landwirtschaft schuld!
      die gesellschaftliche akzeptanz ist bei der bevölkerung nach wie vor gegeben.
      das höfesterben erfolgt weitgehend aus wirtschaftlichen gründen.
      agrarökonomen weisen auf kostendgression und stückgewinnverringerung hin.
      allein der betriebsleiter entscheidet,was er machen will.

      2+
  14. bauerhans sagt

    agrarpolitik und vernunft schliessen sich aus!
    unser Öffentlicher Dienst und unsere Beamten haben uns im Griff,weltweit einmalig!
    es ist politisch gewollt,dass bauern ständig kontrolliert werden, lebensmittelhersteller aber nicht!

    11+
    • Brötchen sagt

      sind 90000 Rinder für die ganze EU.

      bei 512 Mio Einwohner sind das 100 g pro Einwohner.

      Nur zur Einordung. Jedes Gramm ist bei einer Überproduktion zu viel, das ist klar.

      3+
      • Karl Timme sagt

        Brötchen, Ihre Zahl 100gr/Einwohner sagt nichts aus. Die 90000 Rinder müssen in bezug zu den Rindfleisch konsumierenden Bevölkerung gesetzt werden, dann ergibt sich erst das Ausmaß dieses Beschlusses.

        2+
    • Günter Reichard sagt

      Es wird noch viel schlimmer kommen.
      Die ganze Agrarwirtschaft wird im Moment auf dem Altar der Autoindustrie geopfert.
      Wieso soll die EU den Handelsstreit, den der Ami vom Zaun gebrochen hat,
      Deeskalieren? Das muss mir mal einer erklären.

      3+
  15. Elisabeth Ertl sagt

    „In ihrer wirtschaftlichen Größe und Produktionsweise sind sie bestenfalls mit Handwerksbetrieben, aber nicht mit industriellen Unternehmen vergleichbar. “
    Schon richtig, aber ist der Mensch in Summe mit großen Betrieben glücklicher? Er ist zweifellos wohlhabender, kann sich jeden Tag neue 1 Euro – Shirts zum Wegwerfen, alle paar Monate ein neues Handy und jeden Sommer die entsprechenden „Musthaves“ leisten. Aber warum grassieren dann die psychischen Krankheiten so sehr?

    4+
    • Bauer Willi sagt

      Das ist mir auch aufgefallen. Sie kapriziert sich jetzt nur auf die Düngeverordnung. Dabei macht uns das Insektenschutzprogramm viel mehr Sorgen. Bin gespannt, ob sie heute am Brandenburger Tor was anderes sagt.

      3+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.