Bauer Willi
Kommentare 219

Was ich Frau Merkel fragen will…

Am Montag, dem 2.12.2019 bin ich ins Bundeskanzleramt zu Frau Merkel eingeladen. Insgesamt sind es 39 verschiedene Adressaten, die mit ihr und Frau Klöckner über die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland diskutieren sollen. Dazu sind drei Stunden Zeit. Nun kann sich jeder vorstellen, was da wohl herauskommen wird. Ich muss mir also schon genau überlegen, was ich in der Kürze der Zeit vortragen will, um ein Minimum an Wirkung zu erzielen.

Für meinen Redebeitrag habe ich mir deshalb eine (sicher unvollständige) Reihe von produktionstechnischen, wirtschaftlichen  und vielleicht auch ethischen Zielkonflikten und Widersprüchen in der Landwirtschaft aufgeschrieben, zwischen denen die Politik eine Güterabwägung zu treffen hat. Das tut sie bisher auch schon, aber zunehmend einseitig, mit vermutlich fatalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen für Landwirte, Beschäftigte in den vor- und nachgelagerten Sektoren und die Verbraucher in unserem Land.

Ein solcher „Agrargipfel“ wird sicherlich gänzlich anders verlaufen als ein Auto- oder Stahlgipfel. Die eingeladenen Organisationen (z. B. DBV, DLG, BÖLW, AbL und BDM) vertreten zum Teil nur Partikularinteressen und haben deshalb eine z.T.  unterschiedliche Sicht und Wertung der Dinge. Es ist eben kein Milchgipfel, Schweinegipfel oder Ackerbaugipfel. Es geht ums Ganze.

Weil in der Landwirtschaft auf extrem unterschiedlichen natürlichen Standorten in verschiedenen Organisationsformen auch sehr unterschiedliche Erzeugnisse mit unterschiedlicher Konsumreife und Verwertungsmöglichkeit erzeugt werden, war und ist das Gestalten sinnvoller und breit akzeptierter Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft eine sehr schwierige und anspruchsvolle Aufgabe. Ich hoffe, dass sich die Kanzlerin und die Fachministerinnen (Frau Schulze gehört dazu, ist aber nicht dabei!) dessen bewusst sind.

Mir ist als Teilnehmer schon jetzt klar, dass für einen Konsens jeder der Diskussionsteilnehmer Zugeständnisse machen muss. Und für einen Konsens wird auch der eine Tag nicht reichen.

„Ein guter Kompromiss ist der, mit dem jeder unzufrieden ist“.

 

Allgemeine Zielkonflikte/Widersprüche

  • Globalisierung: In der freien Marktwirtschaft bilden sich Preise, von denen die Landwirte oft nicht mehr leben können–> Das macht Angst
  • LEH und Politik fordern immer höhere Standards: bei konstanten Preisen und gleichzeitiger Öffnung in Richtung Weltmarkt. –> Dieser Spagat zerreißt die Landwirte
  • Bio-Quote –> die Produktion ist schneller als der Absatz, Preise für Bio-Getreide, Bio-Schweine, auch Bio-Milch etc. unter Druck, Molkereien nehmen keine zusätzlichen Biomilchmengen mehr auf. Verkauf von Bio in konv. Schiene zu niedrigen Preisen. Konventionalisierung der Öko-Landwirtschaft.
  • Schnelle Anpassung an Klimawandel durch Züchtung  möglich –> aber neue Züchtungsmethoden faktisch nicht möglich, Wettbewerbsverzerrung gegenüber Weltmarkt
  • Monopolisierung, Kartell des LEH –> keine faire Preisbildung für Erzeuger, keine Marktmacht.
  • Bürokratieabbau –> statt einfacher wird es immer noch komplizierter und unverständlicher, Vertrauensverlust in Politik, die nicht einhält was sie verspricht
  • 1,2 Mio. neue Wohnungen plus Infrastruktur –> Versiegelung der Landschaft, wo bleibt der Artenschutz? Oder ist dann nicht wichtig?
  • Investoren kaufen Land zur Kapitalsicherung –> Zugang für Landwirte faktisch nicht möglich 

 

Zielkonflikte/Widersprüche Ackerbau

  • Mehr Bioenergie –>aber gesellschaftliche Kritik an Maisanbau, Gülle, Intensivtierhaltung. Was denn nun? Klimapaket und Agrarpaket passen nicht zusammen
  • Vielfältige Fruchtfolge –>nicht mehr möglich, wenn Herbizide z.B. für Leguminosen nicht mehr zugelassen sind. Raps wird schwieriger, demnächst Zuckerrüben fraglich wenn Herbizide fehlen. Ackerbaustrategie wird obsolet. Für Sonderkulturen kaum noch PSM. Alternative Früchte (z.B. Buchweizen, Leindotter, Lupinen) sind trotz anderslautender Meldungen am Markt kaum abzusetzen.
  • Mehr Humusaufbau für Klimaschutz –> reduzierte Bodenbearbeitung braucht Glyphosat als Notnagel ansonsten mehr Pflugfurche = CO2-Freisetzung, Mobilisierung von Nährstoffen (Auswaschung etc.) Humusaufbau ist nur mit N möglich, da Humus nicht nur C sondern auch N bindet. Weniger N führt zu weniger Humus, weniger Humus -> geringeres Nährstoffhaltevermögen, mehr Nährstoffe im Grundwasser -> weniger N = circulus vitiosus
  • Einschränkungen bei Pflanzenschutz –> Unsicherheit, kaum noch Planbarkeit, Gefahr von Resistenzbildung bei nur noch wenigen Wirkstoffen. Verdacht: konventionelle Landwirtschaft soll auf diese Weise bewusst „abgewürgt“ werden. Das frustriert.

 

Zielkonflikte/Widersprüche Tierhaltung

  • Verbot Anbindehaltung –> Allgäu dann ohne Vieh, wer betreibt die Almen? Kleinbäuerliche Familienbetriebe hören auf.
  • Mehr Weidehaltung gewünscht –> aber der Wolf soll bleiben. Das geht nicht. Tierhalter warten seit langem auf praktikable Lösungen. Keine Antwort.
  • Verbot der Legehennen-Käfighaltung –> Jetzt Freilandhaltung bio und konventionell, tierische Exkremente werden im Nahbereich des Stalles konzentriert abgesetzt, Grundwasserbelastung, höhere Tierverluste, Tierwohl fraglich
  • Forderung nach Verbot des Sauen-Kastenstandes –> mehr Erdrückungsverluste (von rund 2 % nach wissenschaftlicher Untersuchung im sogenannten Innopig-Projekt)
  • Verbot des Schwänzekupieren–> Schwanzbeißen, höherer Medikamenteneinsatz, mehr Tierverluste
  • Verbot der betäubungslosen Kastration –> höhere Sach- und Arbeitskosten, tote Ferkel nach Betäubung. LEH ist uneinig, Bauern ratlos.
  • Schweinehaltung mit Außenklimareizen –> höherer Futterverbrauch durch mehr Eigenwärmeproduktion der Schweine
  • Schweinehaltung auf Stroh –> Keimbelastung durch Mykotoxine im Stroh nach ungünstigen Erntejahren

Generell führen alle Forderungen nach mehr Tierwohl zu höheren Produktionskosten und höheren Tierverlusten (damit weniger Tierwohl). Die Landwirtschaft hat ja icht ohne Grund die aktuell gängigen Haltungsverfahren entwickelt. Durch die starke internationale/globale Verflechtung der deutschen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft führt dies zu Wettbewerbsnachteilen mit der Folge, dass die Einkommensziele für die Landwirtschaft (auch heute noch Teil des bundesdeutschen Agrargesetzes und des EWG-Vertrages) immer schwieriger zu erreichen sind.

Wird die Agrarproduktion reduziert, verringert sich auch die entsprechende Weiterverarbeitung und der Vorleistungs-Sektor schrumpft. Die ohnehin schon teilweise ausgezehrten ländlichen Räume werden weiter geschwächt. Da, wo sie noch stark sind, verlieren sie deutlich an Wirtschaftskraft und Attraktivität.

Bevor ich es vergesse: ihr könnt mir gerne weitere Zielkonflikte und Widersprüche nennen. Schreibt sie in die Kommentare, ich nehme die dann mit nach Berlin.

Euer Bauer Willi

 

 

(Aufrufe 6.384 gesamt, 1 heute)

219 Kommentare

  1. Benno Thalhofer sagt

    Hallo Willi,
    ich heiße Benno bin verheiratet und Vater von 3 kleinen Kinder bewirtschafte einen Milchviehbetrieb in Oberbayern. Zudem betreibe ich noch eine Wasserkraftanlage/ehemals Mühle.

    Zum Thema Nitrat möchte ich Dir folgendes mit nach Berlin geben:

    alle Fakten sind den Ämtern/Behörden seit langem bekannt

    -durch das veraltete und marode Kanal- und Kläranlagen in Deutschland gelangen Unmengen an Nähr-und Schadstoffen in die Oberflächengewässer und somit ins Grundwasser

    – die hohe Belastung der Abwässer an Antibiotika und Hormon( Pille von den Frauen)rückständen von der Humanmedizin fördert die Bildung von Resistenzen und behindert massiv die Fortpflanzung aller Lebewesen die mit den Rückständen in Kontakt kommen-> somit verschwinden immer mehr Arten bei uns in Deutschland.

    Die Kläranlagen und die Kanäle müssen dringend modernisiert werden.
    Da dies aber eine finanzielle Herkulesaufgabe für die Kommunen/Staat ist wird gelogen das sich die Balken biegen und uns Landwirten die Schuld zugeschoben.

    Meine Familie und ich wünschen Dir für morgen viel Glück und gute Nerven.

    2+
  2. Thorsten Witt sagt

    Fordern das es eine klare Kennzeichnung des Herkunftslandes auf allen Lebensmitteln inkl. der Zutaten gibt. Aktuell kann niemand erkennen woher es kommt…

    Importe müssen vergleichbare Standards erfüllen und staatlich kontrolliert werden.

    Wenn Klima eine Rolle spielt, CO2 Preisschild an die Importe…

    3+
  3. Stierstorfer Martin sagt

    Hallo Willi,
    wir Landwirte müssen endlich aus der Defensive kommen und selbst Forderungen stellen wie z.B. Co2- und Energiekontingent für jeden Bürger (zugeteilt wie die SteueridentNr.), das er in seinem Leben verbrauchen darf! Wir müssen und können die NGOs rechts überholen! Ansonsten ist alles zum Abmildern des Klimawandels nur sinnloses Gerede und es wird nicht wirklich gehandelt! Eine Verbindlichkeit zwischen Reden und Handeln muss hergestellt werden. Dann werden den Politikern die Augen auf gehen, wie gut die Landwirte eigentlich da stehen. Sie essen z.B. die LM auf dem Teller auf, brauchen nicht jährlich ein neues Auto oder Handy und haben gar keine Zeit 3 mal oder öfters im Jahr in den Urlaub zu fliegen.

    ein bayrischer Agraringenieur, Landwirt und Familienvater

    6+
    • brouss sagt

      Ähnlich habe ich auch schon mal gedacht:

      Jeder Bürger bekommt ein CO2- Kontingent pro Jahr. Das ist handelbar. Wer wenig verbraucht kann den Rest verkaufen. Und dann jedes Jahr die Schraube etwas anziehen.
      Das ginge aber nur in einer Diktatur.

      2+
  4. Gungerbauer sagt

    Hallo Willi,
    Vielen Dank für deine Bemühungen und Aufklärungen auf wissenschaftlich fundierter Grundlage. Ich glaube, du bist der „Geistige Vater“ dieser doch bis jetzt erfolgreichen Verbandsneutralen „Land-schaft-Verbindung“ Bewegung.

    Kanzlerin Merkel hält sich diesen Stress mit den Bauern geschickt vom Leibe, mit einer uralten Taktik: TEILE UND HERRSCHE
    40 verschiedene Meinungen können bestimmt nicht zielführend im Interesse der Bauern sein.

    Um wirklich etwas für unseren Berufsstand zu erreichen, gibt es nur eine erfolgversprechende Strategie:

    Es müssen 38 Teilnehmerorganisationen beim Kanzlertreffen ihre Klappe halten.
    Es dürfen von max 5 Personen aus dem Orga Team und Du die Gespräche führen!

    Zur Erinnerung, die ganze Bewegung ist verbandsneutral.
    Ich vertraue den Orga Leuten und dir, weil kein Verband wirklich für alle sprechen kann.

    5+
  5. Elisabeth Ertl sagt

    Ich wünsche morgen allen am Gespräch mit Frau Merkel Beteiligten den bestmöglichen Erfolg!

    3+
  6. Ein Privatier sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    nachdem ich fast alle Kommentare hier auf dieser Seite und auch viele auf Jochen Flasbarths Twitter-Account gelesen habe, bin ich zur folgenden Konklusion gelangt:
    „Viele der Politiker*innen in Brüssel und Berlin meinen zu wissen, dass die Bäuerinnen und Bauern keine Ahnung von Landwirtschaft hatten, haben und definitiv auch zukünftig nicht haben werden.“

    Um letzte Zweifel an meiner Konklusion auszuräumen, müssen die Zweifler*innen nur Mitglieder*innen verschiedener sogenannter „Natur-, Klima- und Umweltschutzorganisationen“ untertänigst konsultieren.

    MfG
    Ein Privatier,
    der sehr gerne und sehr oft landwirtschaftliche Produkte genießt, aber die Politik in Brüssel und Berlin seit vielen Jahren größtenteils für ungenießbar hält;)

    8+
    • Also Privatier,
      die landw. Produkte, die du isst, wachsen auf unseren Grund und Boden. Der alle Vitamine und Mineralstoffe in die Pflanzen gibt, die du brauchst.
      Warum sollst du sich diesen Kreislauf entziehen, zumal hier die stärksten Umwelt- und Gesundheitsgessetze weltweit gelten!?!
      Da versteh ich, dass du die mit laschen Produktions- und Umweltgesetzen, bzw. -auflagen hergestellten landw. Produkte irgendwo von diesem Planeten vorziehst!

      Du glaubst die Politiker wollen die Bauern bevormunden, damit sie die Macht über diese erhalten und sie hin und her jonglieren können? Also die vorhandenen Vorurteile schüren?
      Damit die Autoindustrie mehr Rechte bei ihnen bekommt?

      Aber warum werden die Bauern dennoch staatlich ausgebildet?

      Warum lehrt man sie die Natur zu schützen und verantwortungsbewusst mir ihr umzugehen?

      Also hat die Autoindustrie mehr Rechte als die Ökologie?
      Ist das politisch verantwortbar?

      0
  7. Michel sagt

    Bitte nicht auf mehr finanzielle Unterstützung einlassen, dies ist wieder mit noch mehr Forderungen verbunden.
    Ich sehe nur eine Möglichkeit- man muss die Politiker unter Druck setzen und die Bauern müssen zusammen halten. Man müsste Frau Klöckner fragen wo es hingehen soll und ob es 2030 keine Landwirtschaft in Deutschland geben soll. Dann müssen sich auch alle damit zufrieden geben, das keine regionale Produkte geben wird. Es gibt kein Baum wo das Brot , Fleisch, Gemüse und Obst wächst. Der Verbraucher wird hungern, der Landwirt nicht.
    Wir sind das Volk – die Bauern sind das Volk.

    4+
    • Hallo Michel, es wird auch 2030 noch Landwirtschaft in Deutschland geben. Die bäuerliche Landwirtschaft wird dabei aber leider eine immer geringere Rolle spielen.

      7+
  8. harry-haller sagt

    Hallo,

    wäre schön, wenn sie zu besserer Recherche und mehr Fairness in der politischen und medialen Berichterstattung aufrufen würden.

    Im Moment scheint es so, das niemand mehr überprüft und nur noch etwas aus – den eigenen Ziele angepassten- Quellen zitiert.

    Nimmt man z.B. das Thema „Nitrat im Grundwasser“:

    Genau so lange, wie die EU den Nitratgehalt im Deutschen Grundwasser bemängelt, bemängelt sie auch die Auslegung des Deutschen Messnetzes!

    Das UBA leitet den Hauptverursacher Landwirtschaft anhand von Flächenanteil und Belastung der einzelnen Messstellen her, ohne den Faktor Punkteinträge durch Wälder, Torfe, Moore, etc. hiervon abzuziehen.

    Um einen umfassenden Überblick über den Anteil der Landwirtschaft zu liefern, ist das Messnetz zu löchrig und vor allem nicht auf die Definition des Anteils von Einzelimmitenten ausgelegt.
    Von den Messwerten, die dann an die EU weitergeleitet werden ganz zu schweigen!

    Ich denke sogar, das unser Messnetz der Auslegung der Europäischen und Deutschen Verordungen nicht entspricht („Kohärenz“ und Repräsentativität“).
    Eine Vergleichbarkeit mit den anderen Mitgliedsländern ist somit garnicht möglich.
    Wahrscheinlich wäre mit einem angepassten und europäisch-einheitlichem Netzwerk Deutschland nicht an vorletzer Position des Vergleichs, wahrscheinlich wäre die Ausweisung der „roten Gebiete“, vielleicht noch nicht einmal das Vertragsverletzungsverfahren notwendig.

    Nicht die EU zwingt Deutschland, sonder Deutschland zwingt Deutschland!

    Ist eine unzureichende Datenmenge evtl. auch schon eine Vertragsverletzung?

    Auf jedenfall haben Politik und Medien keine Ambition, dieses Thema zu ergründen und kopieren einander nur.

    Wenn Frau Klöckner dann darauf hinweist, das die Ausweisung der Messstellen Sache der Bundesländer ist, muß man doch hinterfragen, warum der Bund die Länder nicht zu besseren Daten auffordert, wenn der Bund für diese mangelnde Datenlage Strafe bezahlen soll.

    Man kann es an vielen Themen festmachen, z.B. auch den Einfluss des Mobilfunks auf Insekten.
    Es muß einfach umfassender geforscht und transparent gearbeitet werden, um die Auswirkungen und auch den Verursacher klar definieren zu können.

    Und zur Presse: Der Pressekodex fordert unter Ziffer 2 zu „Sorgfalt“ auf!

    „Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“

    Dieses vermisse ich im Moment komplett.
    Wenn bei den Nachforschungen das aktuelle oder ein noch schlechteres Bild heraukommt, dann Bitte – da „ist“ es so.
    Aber ständig das Gefühl zu haben verar…t zu werden!

    Bitte detaillierte Recherchen und einen ordentlichen, umfassenden, fairen und „nachhaltigen“ Umgang miteinander!

    14+
  9. NDS Christian sagt

    Falls das falsch rüberzukommen ist. Ich bin nicht gegen Biogas! Auch nicht in Viehhaltungregionen. Ich sehe Biogas eher als ein Problemlöser, man kann da viele gute Sachen mit machen zb Sinnvolle Verwertung von Blühflachen(Wickroggen usw), Zero Waste, Gülle und Mist nutzen, Flexibilität in der Stromerzeugung, eventuell Powertogas und Biogasautos. Diese Leute brauchen auch Zukunft, es wäre nicht nachhaltig die Anlagen abzureißen.
    Mir geht es explizit darum wieso man so eine Extrawurst eingeführt hat.
    Ich hab ja inkompetenz geschrieben, weil ich keine schlechten Absichten unterstellen wollte.
    Nun wenn man so an die Sache ran geht, dann gibt’s noch mindestens zwei weitere Erklärungen.
    A) Man wollte um jeden Preis Biogas weil es damals die billigste erneuerbare Energie war.
    B) Es war eine Falle um den Verstoß gegen die Nitrat Richtlinie zu produzieren um die Tierhaltung in Veredelungsregionen halbiren zu können…
    Naja intressieren würde es mich ja doch wie sowas Zustande gekommen ist und wer das alles die Finger mit im Spiel hatte.
    Aber bei 5 Minuten mag Öko Sepp wohl recht haben. Und die Dvo ist sowieso schon ins Wasser gefallen ( so sehe ich das) , deshalb mag das mit der Zündschnur auch wohl zutreffen. Aber nehmen wir mal an das Ding driftet in die gewohnte Richtung und wird nicht explizit von Willi angesprochen (irgendwer wird es machen).
    Wer ist denn an dem Tisch so frei das er den Finger in die Wunde der alten DVo drücken kann? SPD,Grüne wollen die Energiewende als vorzeige Projekt behalten. Cdu und Dbv haben weggeguckt zum Vorteil der Mitglieder.
    Wir können Lösungen, dafür müssen wir aber auch ehrlich sein und dürfen bei Problemen nicht weggucken, dann wird man nicht mehr ernst genommen.
    Das dicke Brett was zu bohren ist, ist doch die Tatsache das man ökologischen Gewinn nicht auf ökonomischen Verlust aufbauen kann. Ich hab noch keinen Bauern getroffen der gegen Led Beleuchtung war. 😉

    0
  10. Alexander Klümper sagt

    Im Aktionsprogramm Insektenschutz wird unter Punkt 4.1 und 4.3 genannt, man solle zum Schutze der Insekten und gerader Vögel auf Glyphosat verzichten, weil dies ja die Blühpflanzen tötet und besser den Pflug verwenden. Der Pflug tötet ebenso alle Blühpflanzen, jedoch schon zu einem früheren Zeitpunkt. Außerdem wird das Strohmulch, der Lebensraum vieler Insekten, mit vergraben. Langbeinige Insekten können sich aus 30cm Tiefe außerdem nicht wieder befreien. Dazu gibt es auch Forschung von Dr. Simon Jefrey an der Harper Adams Uni in England.

    8+
  11. Michel sagt

    Hallo Willi, ich arbeite auf einen schweinehaltenden Betrieb und mache diese Arbeit sehr gerne. Unseren Sauen geht es gut. Die Ferkel bekommen zum kastrieren ein Schmerzmittel und gehen anschließend gleich wieder ans Gesäuge. Warum geben wir Landwirte nicht das was der Verbraucher will – das sogenannte unkastrierte Fleisch. Soll der Verbraucher doch Eberfleisch essen. Man muss aber gleich dazu sagen das er dann mindestens 6 Monate dies verzehren muss. (Tragezeit + Aufzucht).
    Fördergelder sollten komplett gestrichen werden, dann gibt es auch keine Vorschriften. Wie sieht es mit der gut fachlichen Praxis aus? Die gibt es nach den neuen Vorschriften nicht mehr.
    Ein Bäcker lässt sich auch nicht vorschreiben wieviel Mehl er ins Brot tun soll, wenn er gesagt bekommt er soll 20% weniger Mehl rein tun, das lässt sich keiner gefallen.
    Das was für die Landwirtschaft gilt muss auch für jede Privatperson gelten- keine Düngung und PSM, mähen erst im September – rettet die Bienen.
    Ein Handwerker lässt sich das nicht gefallen, was die Politik mit uns Landwirten macht.

    7+
  12. Gewässerrandstreifen in der Ebene ändern nichts an den Nährstoffen und den Schadstoffen in Gewässern. Diese kommen aus Regenüberläufen der Kanalisation und den Abläufen der Kläranlagen. Eine Verschärfung der Schutzstreifen dort ändert deshalb nichts an der Nährstoff- und Schadstoffbelastung. Der Verdacht liegt nahe, daß die Schutzstreifen dazu dienen, der Landwirtschaft noch mehr Fläche für den Naturschutz zu entziehen. Naturschutzflächen sollten aber nicht dort entstehen wo noch landwirtschaftliche Betriebe sind, sondern dort wo es für den Artenschutz Sinn macht. Und nicht per Ordnungsrecht sondern auf Basis des Vertragsnaturschutzes, denn Überzeugung ist nachhaltiger als Zwang.

    9+
  13. Öko-Sepp sagt

    Das sind dann im Schnitt 4,6 Minuten Redezeit/Teilnehmer.
    Die Frage ist, hast Du oder haben die anderen Teilnehmer ein Ziel?
    Oder erst „mal schaun, was da kommt?“

    In 4 Minuten könnte ich versuchen zu sagen:

    1. Ursachenbenennung für die aktuelle Situation:
    Fehlende Kommunikation, Ideologie trifft auf Fachargumente,
    Ignorieren von Lösungsvorschlägen (Du warst da in einem? Workshop),
    Bürokratiefrust, behördliches Versagen (mit Unterstellung von Absicht)
    bei der Meldung der Nitratmessstellen, Beleidigungen durch Politiker
    ( € 140,-/Tag jeder Bürger für…)

    2. Bereitschaft bekunden – wir Landwirte sind für Veränderungen bereit
    Hier darf natürlich _kein_ „aber…“ nachfolgen.

    Wenn Zeit für eine direkte Ansprache an die BKin ist, dann direkt an der „Ehre“ packen:
    „Ein Physiker handelt/urteilt analytisch, rational, fachlich fundiert…
    Warum ist das hier so schwer?

    3. Vorschlag machen: es sind weitere Gespräche erforderlich
    (sorry, aber es ist wirklich so: wenn ich nicht weiter weiß, gründe ich…)

    4. Ziel benennen: „Mein Wunsch und das Ziel für heute ist, dass wir
    für eine Aussetzung des Agrarpakets abstimmen“.

    5. Bedanken, hinsetzen und das Staunen genießen 😉

    Lieber Willi, vielen Dank für Deinen Einsatz für uns!

    Ergänzend gefällt mir sehr gut:

    Ostbauer
    „Ziel dieser Veranstaltung müsste meiner Meinung nach sein: Aussetzung des Agrarpaketes…“

    Hartmut Keller
    „Ich würde nur fragen, ob die Regierung bereit ist, die nach Brüssel gemeldeten Nitratwerte zu vervollständigen…“

    Der Bonner
    „Vielleicht solltet ihr auf so einer Veranstaltung versuchen, Wege zu diskutieren, wie man in einem solchen Fall zusammen arbeiten könnte…“

    11+
    • „Ziel dieser Veranstaltung müsste meiner Meinung nach sein: Aussetzung des Agrarpaketes…“

      Natürlich Öko-Sepp
      und Neuverhandlungen,
      schon weil Bauern dazu nicht gehört wurden!

      0
  14. Friedrich sagt

    @Walter Parthon. Auf einem der Demoschilder stand : Berlin hat ein
    Fachkräfteproblem !! Genauso ist das , denn wenn man mal sich anschauen würde was Behörden, z. B. in Niedersachsen, das Landesamt für Bergbau ,Energie und Geologie veröffentlicht hat , dann wüßte man , daß es in Niedersachsen fast kein „Rotes Gebiet“ geben dürfte , weil fast alle Flächen erheblich unter den Nitratgrenzen liegen. Nach meiner Schätzung gibt es nur bei 10% der Flächen Probleme wenn ich mir die Nitratkarten anschaue.
    So ist das , wenn nur nach Ideologie und nicht nach Realität gehandelt wird. —— Genauso ist das mit der Südlink leitung. Da gibt es im Berliner Wirtschaftsministerium 37 Referate und keins tauscht sich mit dem anderen aus. Da wird Elektomobilität verordnet , ohne zu wissen , daß die Industrie schon auf Wasserstoffproduktion mit den Powertogasanlagen arbeitet . Das ist in den Amtsstuben in Hannover und Berlin noch nicht angekommen. Den ganzen überschüssigen Strom im Norden können wir , laut Fachleuten, in Wasserstoff umwidmen , in Kawernen lagern , oder über das perfekte Gasleitungsnetz gen Süden transportieren und dort wieder zu Strom machen. Südlink , die größte Fußbodenheizung der Welt ist somit überflüssig !!! — Ob Landwirtschafts-,Wirtschafts-,Verteidigungsministerium usw. wird nur von ahnungslosen , ideologischen und inkompetenten Leuten verwaltet und regiert. Diese Leute machen Deutschland zum Sanierungsfall. „Neue Leute braucht das Land“!! Wenn 40.000 Bauern mit 10.000 Schleppern von weit her nach Berlin kommen , dann ist das ein Rücktrittsgrund wegen Totalversagen der Umwelt-und Landwirtschaftsministerin. Eben die ganze Regierung ein Totalversagen.

    12+
  15. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, Willi ist kein Weihnachtsmann der bei dem Gespräch mit der Kanzlerin, all die vielen “ Geschenke in Form von Wünschen“die wir hier im Blog in seinen Rucksack gepackt haben bis Berlin mitschleppen kann. Er sollte sich auf das wesendliche konzentrieren, und das trauen wir ihm doch zu ? Es gibt den ein oder anderen Hinweis von den Bloggern den er sicher mit einbringen wird. In Details verfallen ist in dieser Runde eventuell „Gift“
    Die Zündschnur brennt zur Zeit sehr schnell was die DÜV betrifft. Angeblich ist die Explosion schon spürbar. Über Achthunderttausend Euro pro Tag soll Deutschland dann überweißen, wenn es nicht reagiert, im Sinne von Brüssel. Einen Satz dazu sollte Willi zu diesem Thema doch bei der Kanzlerin anbringen, Wem haben wir diese Schwachsinn zu verdanken,wer hat in welchem Auftrag diesen Mist nach Brüssel gemeldet?????

    12+
    • sonnenblume sagt

      Dann müsste man auch noch fragen, ob der Betreffende aus Absicht, oder einfach aus Dummheit so gehandelt hat. Jedenfalls ist es für Brüssel zum Glücksfall geworden. Sie werden solange fordern und Angebote ablehnen bis Deutschland ihnen die Kassen füllt.

      8+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Sonnenblume, nach meinem Kenntnisstand war es Absicht. Zu verantworten hat
        das , das Umweltministerium damals unter Leitung von Frau Hendricks und Ihre „Hörigen Grünen Landwirtschaftsminister in den Bundesländern“.
        Frau Svenja Schulze spielt diese Ihr gegebene Vorlage jetzt ganz gezielt weiter, nur auf einem höheren Niveau.

        6+
          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin firedragon, Deine Frage ist berrechtigt. Eventuell könnten wir uns
            auf, in viel schärferer völlig überzogender Tonart einigen!
            Die Arroganz die sie dabei zu Tage legt, hat in keinster Form etwas mit Respekt gegenüber unserem Berufsstand zu tun.

            5+
  16. Nds Christian sagt

    Wir müssen auch mal ganz klar Kante aufzeigen das eine verantwortungslose Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte bewirkt hat. Und was passiert, wenn man nicht zuhört.
    Biogas ist mit Abstand das dümmste Thema der letzten Jahre. Ich will damit jetzt nicht den Biogas Bauern ans Bein pissen, die haben nur das gemacht was die Politik gefordert hat.
    Aber dieser Irrsin das die gleichen Leute die Biogas wollten nichtmal 5 Jahre später gegen den Maisanbau sturm laufen und gleichzeitig eine Düngeverordnung verbockt haben bei der Biogasgülle nicht unter die 170kg N Grenze fällt. Da fällt mir nichts mehr zu ein.
    Das diese Anlagen dann die Pachtpreise hochtreiben und der Viehhalter dann sein Pachtland liegen lassen muss, weil er die Pacht nicht gerrechnet bekommt, war auch nicht absehbar….
    Genau diese Leute deren Pachtflächen jetzt verloren gegangen sind, die werden jetzt als Massentierhalter (wenig Fläche, viel Vieh) für Probleme verantwortlich gemacht die man selbst erschaffen hat durch doppelte Güllemenge, da der Biogasler den Güllebonus mitnehmen will, Putenmist billiges Futter für die Anlage ist und die meisten schon vorher eine Tierhaltung hatten. Es kam also Biogasgülle on Top zur normalen Gülle aufs Feld…
    Sowas ist absolut hirnrissig! Ich hab nichts gegen Biogasanlagen und in Regionen wo wenig Vieh ist wird man die Gülle auch ordentlich verwertet haben, aber damit sollte man der Kompetenz der Grünen und SPD im Wasserschutz schon ganz kräftig einen auf die Finger geben können!
    Ich hab das jahrelang nicht gewusst, das für Biogasgülle und Klärschlamm andere Gesetze gegolten haben obwohl das Zeug nicht deutlich anders ist als Mist und Gülle vom Tier.
    Jetzt allen Bauern eine schlechte Düngung zu unterstellen und den Humusaufbau zu gefährden ist total Absurd. Humus braucht Stickstoff!

    11+
    • Reinhard Seevers sagt

      Ob man einerseits behaupten kann, dass man die Düngung fachlich im Griff habe und andererseits nicht gemerkt haben will, dass die 170kG-N oben drauf kommen, damit wäre ich vorsichtig. Eher würde man unterstellen, es wider besseres Wissen geduldet zu haben, denke ich.

      1+
    • Ulfrid sagt

      „Wir müssen auch mal ganz klar Kante aufzeigen das eine verantwortungslose Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte bewirkt hat. Und was passiert, wenn man nicht zuhört.“

      Genau das muss jetzt unser Ziel sein. Wir stehen gerade an einem Punkt, bei dem wir vielleicht die Möglichkeit bekommen, an der Gestaltung der längerfristigen Ausrichtung der Landwirtschaft mitzugestalten. Hier sollten wir aus den Fehlern der Vergangenheit auch einen Nutzen ziehen können. Natürlich muss auch die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaftsbetriebe das Ziel bleiben.
      Sicherlich sind manche Ergebnisse nicht so aufgegangen, wie man es in der Vergangenheit geplant hat. Biogas in Kombination mit Tierhaltung halte ich persönlich für eine gute Sache, wenn z.B. die gesamte Gülle dort verarbeitet wird und das Verhältnis zur Fläche passt. Denn das Flächenverhältnis zum Tierbestand ist ja eigentlich das Hauptproblem. Wir haben in Deutschland Gegenden die über Möglichkeiten verfügen, größere Mengen an organischem Dünger oder Gülle aufzunehmen, da Tierhaltung hier keine große Rolle spielt. Leider bestehen einige Hürden um durch „Gülletransporte“ die eine Seite zu entlasten, und der anderen Seite die Möglichkeit geben, mit zusätzlicher Organik, mineralische Dünger zu reduzieren. Also bleibt dem Einen nur Reduzierung bzw. Aufgabe der Tierbestände, und dem Anderen ein Mehraufwand für mineralichen Dünger. Dies muss bei zukünftigen Diskussionen auch bedacht werden.
      Was wir aber bei solchen Gesprächen nicht ausser Acht lassen sollten, ist das Handeln und die Verantwortung der „Allgemeinheit“.
      Jeder muss für sich wissen und auch ehrlich eingestehen: „Auch ich trage eine Schuld!“, „Was ist mein Anteil an der „Naturzerstörung“?“
      Jeder konsumiert in größerem Stil, ist mobil, hat eine Wohnung, verbraucht Energie, produziert Müll und Abwasser (somit u.a. auch Stickstoff, Phosphor, Arzneimittelreste) usw.
      Nur wenn man ehrlich zu sich selbst sein kann, ist ein Handeln auf Augehöhe möglich.
      Ansonsten kommt wieder nur ein „fauler Kompromiss“ heraus, bei dem niemand glücklich ist.

      4+
  17. Achim Schnitzler sagt

    Hallo Zusammen,
    An erster Stelle sollte meiner Meinung nach festgestellt werden das wir die Direktzahlungen für unsere Leistungen erhalten. Und nicht aus Respekt! Diese Zahlungen sind für das was wir jetzt leisten. Alles was neu hinzukommt muss zusätzlich bezahlt werden.
    Wenn die Änderung der Düngeverordnung nicht zu stoppen ist, sollten wir meiner Meinung nach auf lückenlose Aufklärung der Verursacher und eine Überprüfung und Überarbeitung des Messtellennetzes bestehen. (Keiner rechnet sich ohne Grund schlecht!) Wenn ein Ministerium dies tuen sollte ist das ein Skandal. Es sollte schon jetzt eine Zeit für die Neubewertung der Verschärfung fest gelegt werden.(vor der nächsten Bundestagswahl- damit nicht immer auf die Vorgänger geschoben wird)
    Beim Insektenschutz muss in Anbetracht der Komplexität und der angestrebten Nachhaltigkeit nochmal nachgedacht werden.(welche Insekten, welche Lebensräume, wo, in welchem Umfang)
    Es wird nichts bringen die Überlebenschance minimal zu verbessern, wenn die Infrastruktur für Insekten nicht vorhanden ist. Die Maßnahmen können nur Regional und in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zum langfristigen Erfolg führen. Dafür müssen vom BMU ausreichen Mittel zur Verfügung gestellt werden.
    Ein weiteres wichtiges Anliegen: Schaffen einer, für Landwirte zugänglichen Plattform, wo alle wissenschaftlichen Erkenntnisse die Entscheidungen über LANDWIRTSCHAFT zu Grunde liegen, im Vorfeld veröffentlicht werden, so können Entscheidungen besser verstanden werden und es können konstruktive Vorschläge und Einwände eingebracht werden. Wir Praktiker haben auch Daten und Werte auf die man miteinander zurückgreifen kann.
    Möglichst geschlossen auftreten.
    Aus meiner Sicht nicht vergessen wir kämpfen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für unser aller Deutschland.

    4+
    • Ulfrid sagt

      Hallo Achim Schnitzler,

      ich kann ihrem Beitrag nur bedingt zustimmen.
      Es gibt landwirtschaftliche Hochschulen, staatliche Forschungseinrichtungen usw. Dort wird seit Jahrzehnten gearbeitet, wissenschaftlich belegt und auch veröffentlicht.
      Wenn der Staat solche Einrichtungen unterhält, aber die Ergebnisse in sein Handeln nicht einfließen läßt oder ignoriert, ist dies nicht akzeptabel. Selbst die Mitarbeiter dort sind stellenweise ratlos über so manche staatliche Enstscheidung.
      Am letzten Satz stört mich der nationale Gedanke. Für die deutsche Landwirtschaft, JA.
      Für Deutschland NEIN.
      Es sind auch viele Deutsche, die uns nicht gut gesonnen sind.

      5+
      • Achim Schnitzler sagt

        Hallo Ulfrid
        Da besteht leider ein Missverständnis. Ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt wollte aber zum Ausdruck bringen wo kommen wir hin wenn Fakten nicht berücksichtig werden um eine andere Darstellung zu erzeugen. Finde ich gefährlich für unsere Demokratie.

        2+
        • Ulfrid sagt

          Ok.
          Wenn das so formuliert ist, hört sich das etwas anders an.

          Wichtig für uns alle muss ein fachlich fairer Dialog sein. Wir kennen unsere Leistungskraft und auch die Argumente der Gegenseite. Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, die Gesellschaft vom falschen Bild über die Landwirtschaft zu überzeugen und gleichzeitig mit in die Pflicht nehmen.

          1+
  18. Ulfrid sagt

    Hallo Willi,

    in den Kommentaren sind bereits viele Themenbeispiele benannt. Das wir fachlich wissen, was wir tun, können wir immer vertreten und auch verantworten. Wenn wir etwas verbessern können, sind wir offen.
    Wir müssen uns aber dagegen wehren, wenn die angeblich notwendige Veränderung , einseitung durch uns Landwirte zu tragen und finanzieren ist, da wir hierfür nicht die Ursache sind. Wir sollen lediglich das Fehlverhalten anderer ausgleichen.

     steigende Bevölkerungszahlen und höherer Lebensstandard sogen für einen steigenden Bedarf an Energie, Mobilität, Siedlungs- und Verkehrsfläche

     Die zunehmende Versiegelung grenzt die Versickerungs- und Verdunstungsleistung der restlichen Flächen ein. Auswirkungen sind u.a. Konzentration von Niederschlagswasser. Stickstoff in der Luft, der z.B. aus Klärwerken „veratmet“ wird, verbindet sich mit den Niederschlägen, und wird konzentriert in Kanäle, Bäche und Flüsse abgeleitet. Zusätzlich zu den Abläufen aus den Klärwerken selbst!
    Hier wird aber das alleinige Verursacherprinzip der Landwirtschaft zugesprochen. Der Stickstoff, der durch jeden Einzelnen produziert und entsorgt werden muss, findet keine Beachtung!!!
    Größere „städtische Wärme-Inseln“ entstehen durch wachsende Stadtgebiete. Dies sind aber Themen, die man in der der „Gesellschaft“ nicht diskutieren möchte.
    Weil wir gerade beim Thema Gesellschaft sind.
    77% unserer Bevölkerung lebt in Städten oder Ballungsgebieten und hat mit Landwirtschaft sicherlich nichts zu tun.

    Aber gerade hier entstehen Forderungen nach:
    • Energiewende
    • Klimawende
    • Agrarwende usw.

    Es ist heute schon bekannt, dass der Energiebedarf aus Wind und Solar niemals gedeckt werden kann, da für die Menge benötigter Windräder z.B., in Deutschland nicht genügend Fläche verfügbar ist, und ebenfalls die Beständigkeit der Netzabdeckung nicht mit dem Bedarf übereinstimmt bzw. gesichert werden kann.
    Trotzdem wird dies propagiert und vorangetrieben. Wann will man dies aufklären?
    Die Gesellschaft hat bestimmte Meinungen, Vorstellungen, Forderungen und Vorwürfe. Aber nirgends kann man etwas von persönlichem Verzicht oder staatlicher Einschränkung lesen.

     Das Ziel, Eindämmung von „Flächenfraß“, ist nicht erreicht, und nimmt auch durch den geplanten Ausbau alternativer Energien wieder zu. Aktuell gehen jedes Jahr der Landwirtschaft Flächen verloren, die in etwa der gesamten Rebfläche Rheinhessens entspricht (23.500 ha).
    Seit 1991 sind 1,5 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt worden.
    Natur- und Artenschutz, oder Artenvielfalt sind genau nur solche populistischen Werbeträger, wie Verbot von Pestiziden, die als Kampfbegriffe gegen die Landwirtschaft dienen (Wir wenden Pflanzenschutzmittel an!!! Solanin z.B. ist ein natürliches Fraßgift in der Kartoffel! Werden dann auch Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Co. verboten? Oder Desinfektionsmittel in Krankenhäusern?).

     Diskriminierung trifft uns fast täglich. Das Ministerium antwortete in einem Brief an mich, dass dies „unerträglich“ sei. Ich dachte, Diskriminierung sei verboten!!!

    Wir waren „Einzelkämpfer“, sind gesellschftlich zu klein aufgestellt, und haben politisch keinen Rückhalt. Was du Willi mal als Einzelperson begonnen hast, ist jetzt gerade zu einer Demonstration von Geschlossenheit herangewachsen.

    9+
  19. Alexander Borchert sagt

    Du Bauer Willi hast in Deiner CDU-Rede den Naturschutz als Geschäftsmodell bezeichnet:
    Wo ist eine Forderung danach?

    Wir legen EU-weit 20-30% aller Ackerflächen jedes Betriebes still (1993 waren es 15 %). Die Entlohnung liegt bei 800-1000 €/ha. Keinerlei Abfuhr von Ernteprodukten. Keine Düngung, kein Pflanzenschutz. Beantragung nur möglich,wenn auf 70 % Restfläche Landwirtschaft betrieben wird. Ob die Stilllegungsflächen auch noch rotieren müssen????

    Eines ist sicher: Du hättest alle Bauern, den LEH, die Bürger (Gelbwesten), die abnehmende Hand, die vorgelagerte Industrie,….. einfach alle gegen Dich.

    Und warum?

    Weil Du das Übel an der Wurzel packst. Du reduzierst die Überschüsse und unsere Produkte wären endlich im Mangel. Die Preise im Binnenmarkt würden auf alle Fälle steigen. Die Umsätze des vor- und nachgelagerten Bereichs würden sinken, bis das Ausland entdeckt, dass man im EU-Markt Geld verdienen kann……..

    0
    • firedragon sagt

      Herr Borchert,
      die „Stilllegungsflächen“ oder Naturflächen (egal, wie sie benannt werden) müssen rotieren. Diese Flächen dürfen nicht „festgeschrieben“ werden, da Pachtflächen im Wert nicht fallen dürfen – wertvolle Ackerflächen dürfen nicht zu wertlosen Naturräumen werden, da steigt einem jeder Eigentümer auf ’s Dach.

      4+
    • Reinhard Seevers sagt

      „Zudem werden wir einen Rahmen schaffen, dass Landwirte auch eine angemessene Aufwandsentschädigung (Einkommen) erhalten können, wenn sie sich nicht alleinig der Erzeugung von Lebensmitteln widmen, sondern bewusst für die „Erzeugersparte Biodiversität“ entscheiden. Das sollte in der EU-Agrarpolitik verankert werden, kann aber auch durch andere Marktsysteme geschehen, z. B. über eine Flächenbörse, bei denen Landwirte Privatpersonen Flächen anbieten, auf denen sie in deren Auftrag Bienenweiden anlegen“….
      Wenn die Gesellschaft höhere Allgemeinwohlleistungen der Landwirtschaft einfordert, muss sie erkennen, dass diese Leistungen zu höheren Produktionskosten führen, die getragen werden müssen“

      Bundesfachausschuss Umwelt und Landwirtschaft – Insekten schützen mit Landwirtschaft und Gesellschaft, November 2019

      2+
  20. Walter Parthon sagt

    Kanzlerin Merkel hat sich in der Generalaussprache heute Morgen gegen ein Moratorium für die Düngeverordnung ausgesprochen. Ich bin der Meinung, die Bundesregierung verschließt die Augen vor dem eigentlichen Problem. Die Umsetzung dieser Düngeverordnung ist eine Gießkannenverordnung und wird daher keinen Beitrag zum Grundwasserschutz leisten. Wir brauchen zielgenaue Maßnahmen dort, wo Probleme herrschen. Es bringt ja auch nichts, die ganze Klasse auf Diät zu setzen, wenn ein Kind in der Klasse übergewichtig ist.
    Wie seht ihr das?

    8+
  21. Thomas Apfel sagt

    Ich denke, dass wir die Wirkung der auswendig gelernten Kernsätze der Gegenseite Tazgrün und der gesamten Anti- Landwirtschaftsszene nicht unterschätzen sollten.
    Sie (die Behauptungen) sind bekannt und erwartbar. Da müssen die passenden Antworten wie aus der Pistole geschossen kommen, wenn man schon mal vor einem großen Publikum die Gelegenheit hat, dies zu tun! Der NABU schult seine neu eingetretenen Mitglieder über Kommunikationsfachleute, mit welchen Antworten sie auf kritische Fragen und Anwürfe reagieren sollen. Das sind Veranstaltungen, die über die Landesverbände organisiert sind. Genau so etwas brauchen wir auch!
    Argumentationspaare:

    Jeder Bürger subventioniert die LW mit 114 € = mögliche Antwort:
    Subventioniert werden der Handel und die Lebensmittelpreise, der Bauer hat davon nix, außer die Häme der Grünen.

    Die Nitratwerte im Grundwasser steigen = mögliche Antwort:
    die Tendenz ist seit Jahren fallend. Ursachen für hohe Werte an einzelnen Messstellen müssen vor Ort analysiert und beseitigt werden.

    Deutschland düngt 70 kg/ha zu viel Stickstoff = mögliche Antwort:
    Mindestens 40 kg der sogenannten „Bilanzüberschüsse“ werden schon mal für den Humuserhalt benötigt. Pro Mengeneinheit (oder je Tonne Getreide) ist der Stickstoffüberschuss in Bio- und Konventionell gleich.

    Dänemark, Holland und England haben die Reduzierung der N-Überschüsse mit schmerzhaften Maßnahmen ja schließlich auch geschafft = mögliche Antwort:
    Holland kommt von 200 kg/ha, England und Dänemark von ca. 150 kg/ha Überschuß und kommen jetzt da an wo wir schon lange sind.

    ….und so kann man die Latte fortsetzen. Die Antworten müssen gemeinsam erarbeitet und geschult werden und wie Schlagworte immer aufploppen, bevor die eigentliche Diskussion in die Tiefe geht (oder halt flach bleibt). Dies ist die Strategie der Medien und der Gegenseite, und wir sehen doch jeden Tag, dass die ständige Wiederholung jene Glaubenssätze und Dogmen wachsen lässt, die uns ständig um die Ohren gehauen werden.
    Das Ganze ist sicher nix für Fachgespräche, da es bekanntermaßen keine einfachen Antworten gibt und der Teufel immer im Detail steckt. Aber auf der großen medialen Bühne müssen wir die gleiche Taktik anwenden wie die Gegenseite.

    15+
    • Reinhard Seevers sagt

      Es ist für die landw. Seite aber enorm schwierig vereinfachten pauschalisierten Vorwürfen mit komplexen Antworten zu kommen, die nicht einmal medial unterlegt sind. Alles Negative ist mehrfach publiziert, alle Gegenargumente eher nicht. Wer als Außenstehender noch nie Gegenargumente gehört hat, und diese auch nicht nachvollziehen kann, der wird sie auch nicht akzeptieren, weil eben die Vereinfachung immer siegt.
      Die Landwirtschaft MUSS parallel am Selbstverständnis arbeiten, mit Kampagnen und Dauerwerbung, positiv, innovativ und emotional besetzt, sonst wird das nichts….

      Der hier macht das hochprofessionell und emotional….
      https://www.bing.com/videos/search?q=hipp+werbung%2c&&view=detail&mid=70A0DAC08ABFABD5123970A0DAC08ABFABD51239&&FORM=VDRVRV

      …weiter als Bio, das muss man erstmal bringen.

      1+
      • Berthold Lauer sagt

        Genau deshalb müssen auch die Antworten stark vereinfacht und meinetwegen auch pauschal sein! Wir verlieren und viel zu oft in fachliche Details und Rechtfertigungen! Das kann ein zweiter Schritt sein in kleinem Kreis oder im persönlichen Gespräch mit einem wirklich interessierten Gegenüber!
        Thomas Apfel hat das sehr gut dargestellt!

        3+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Kommt aber darauf an, wie man es macht. Schaut euch die Webseiten der Wolfsschützer an – die sind ganz schön umfangreich. Und diese Leute tauchen wie die Wanderprediger überall auf, wo erstmals Wölfe gesichtet wurden und halten dort 2 Stunden lange Workshops. Wenn man in die Social media schaut, ist man erstaunt, wie umfangreich und komplex dieses Halbwissen der so Instruierten ist.

          0
    • Carola Möller sagt

      Genau so, das darf sich nicht in langen Reden verlieren und muss von Fachkompetenz getragen sein. Gute Vorbereitung ist außerdem auch ein gewisser Schutz vor Provokationen. Und das wiederum erhöht immer die Glaubwürdigkeit.

      3+
    • firedragon sagt

      Guten Morgen Herr Apfel,
      ich hatte in der FAZ gelesen, dass Frau Umweltministerin gesagt hat, jeder Bürger zahlt im Jahr 114 Euro an die EU, und das sei doch schon Wertschätzung der LW (so der Inhalt). Da wurde sie ausgebuht.
      1 alle zahlen – wir auch
      2 das Geld wandert in den EU – Topf und wir EU weit ausgezahlt (geht nicht 1/1 an die dt LW)
      3 keiner zahlt freiwillig
      Weshalb die Vorhaltungen EU – Gelder an LW schon langsam lächerlich sind.

      2+
    • „Der NABU schult seine neu eingetretenen Mitglieder über Kommunikationsfachleute, mit welchen Antworten sie auf kritische Fragen und Anwürfe reagieren sollen. Das sind Veranstaltungen, die über die Landesverbände organisiert sind. Genau so etwas brauchen wir auch!“ Absolut richtig. Allein die NABU-Landesgeschäftstelle in Stuttgart verfügt über 39 hauptamtliche Mitarbeiter, die meisten davon mit akademischem Hintergrund. Gegen solch geballte „Kompetenz“ kommt man mit „Laienfußvolk“ nicht an. Diejenigen, die die Landwirtschaft öffentlich vertreten, müssen sehr viel professioneller und kompetenter Auftreten. Dazu brauchen sie professionelle Unterstützung. So ein Auftritt geht m.E. gar nicht. Der arme Referent wurde, wenn überhaupt, nur mangelhaft unterstützt und war mit seiner Aufgabe heillos überfordert: http://www.youtube.com/watch?v=_r53i9lq2tU

      3+
  22. Reinhard Seevers sagt

    Eben auf Phoenix schön zu sehen, wie der Ideologe (Ostendorff) und seine Helfershelferin (Hermann, TAZ) ihre gemeinsamen Giftpfeile aussendeten……unglaublich wie die Hermann sich dem Ostendorff anbiederte, als wenn die beiden ein Pärchen wären. Was für ein peinliches Gespräch mit einem unfähigen Moderator und zwei sachlich ruhigen Vertretern der Landwirtschaft (Connemann und Andresen)

    3+
    • Thomas Apfel sagt

      Ich muss aber zu den „sachlich ruhigen Vertretern der Landwirtschaft“ doch vermerken, dass die Reaktionen auf die erwartbaren Anwürfe zum Teil schwach und schlecht vorbereitet waren. Erstens sind Die Subventionen der Landwirtschaft Subventionen der Lebensmittelpreise, die direkt an den Handel durchgereicht werden. Das heißt der Steuerzahler erhält sein Geld über die (zu) niedrigen Lebensmittelpreise unmittelbar zurück. Zweitens muß die Verfahrensweise des UBA beim Berechnen der nach Brüssel gemeldeten Zahlen beim Nitrat durch die Vertreter der Landwirtschaft sehr viel klarer angeprangert werden. Es muß klar gefordert werden, dass bei der Berechnung die gleichen Maßstäbe gelten, und zwar EU-weit. Die „Belastungsmessnetze der anderen EU-Länder verrechnen in den Gebieten die kritisch sind 3 mal soviel Meßstellen pro Fläche wie das UBA. Würde das in Nordwestdeutschland nach der gleichen Methode gemacht, lägen die Nitratwerte bei ca. 38 mg/l und wären völlig unproblematisch. Das Problem muß lokal auf Kreisebene angegangen werden, nur dann sind sinnvolle Lösungen erreichbar.
      Willi hätte da, glaube ich, fundiertere Antworten geben können.

      3+
      • Reinhard Seevers sagt

        Es war mir gestern etwas zu spät, genau auf die Diskussionsbeiträge einzugehen. Ich hab nur kurz meinen Eindruck weitergegeben…..die Hermann fand ich mal richtig gut, aber gestern saß sie neben Ostendorf wie ein Praktikant der immer zu ihm aufsah.
        Ich fand es auch bewundernswert, wie sich die Andresen und Connemann sichtlich bemühten eben nicht auszurasten und sich bemüht zurückhielten. Man merkte regelrecht unter welchem Druck die beiden standen, als sie provoziert reagierten und dann die Professionalität und die Argumentationstiefe verloren gingen.
        Ich glaube das Nitratproblem wird nicht verringert werden können, auch wenn jetzt das Niedersächsische Landvolk eine Klage eingereicht hat, wird sich wenig ändern. Es ist schlicht zu spät. Man kann sich auch hinstellen und die Gefahr und das Risiko des Nitrats ansehen. Es wird an einigen Stellen ein Vorsorge-Grenzwert überschritten mit einem tendenziellen Reduzierungsniveau. Es ist niemand in Gefahr und die Wasserwerke stehen auch nicht vor einem großen Problem. Das ganze wird aufgebauscht und als Dauerstigma verwendet, weil jede Relativierung eine Negierung des Umweltschutzgedankens ist oder zu sein scheint. Das hat man doch gestern abend schön gesehen, wie Frau Hermann noch den letzten Satz einwarf: „Wie machen sie das Wasser wieder sauber?“

        3+
        • bauerhans sagt

          F.Ostendorf kenne ich aus der landjugend der 70er jahre.
          der hatte es damals schon drauf,der strotzte nur so vor selbstbewusstsein und konnte stundenlang sehr interessant erzählen,aber auch gnadenlos austeilen.

          0
      • Elisabeth Ertl sagt

        Ob der Steuerzahler sein Subventionsgeld überhaupt zurückbekommt, ist die Frage. Eher werden die LEH-Bosse damit unverhältnismäßig reich. Wlaschek besaß in Wien 5 Palais, insgesamt 300 Immobilien.

        0
  23. Hallo Willi,

    ich bin ein begeisterter Leser von Deinen Berichten. Worin liegt die Faszination?

    Du setzt die Themen. Du hinterfragst die Umweltaktivisten. Du zeigst ihre Schwachstellen auf und weist auf falsche Darstellungen hin.

    Es ist beim Gespräch mit der Kanzlerin wichtig, auf die Fehler bei der Krefelder Studie hinzuweisen. (Siehe Deinen Bericht zum Insektensterben) Auch das Umweltbundesamt geht markig vor. Hier muss man auch mal dagegenhalten.

    Ich würde da auch einmal ein Argument aus der Werbung von Bayer anführen:
    „Ohne Düngung und Pflanzenschutz würden wir 20 – 50% beim Obst- und Gemüseertrag verlieren, beim Getreideertrag sogar 60 – 70% und auch bei den Kartoffeln wird der Ertragsverlust auf bis zu 70% geschätzt !!!“
    Das weiß auch jeder Landwirt, egal ob er biologisch oder konventionell produziert.

    Wenn Landwirte durch Wegnahme von Dünger und Pflanzenschutzmitteln in die Bioproduktion gedrängt werden, werden auch dort die Preise für Lebensmittel stark fallen. Das wissen auch alle. Deshalb sind so viele Bauern mit ihren Schleppern nach Berlin gefahren, um Ihren Unmut kund zu tun!

    Zu dem Ablenkungs-Argument von Frau Klöckner bezüglich neuer Technologien sollte man entgegenhalten: Digitale Lösungen für den Pflanzenschutzmittelersatz durch Agrarroboter sind noch längere Zeit nicht Praxisreif. Zu teuer, zu wenig leistungsfähig, zu ungenau!!!

    Wichtig ist auch das Thema Lebensmittelimporte.
    Diese können unter fragwürdigen Umständen produziert werden. Sie werden niemals dauerhaft unsere Versorgung sicherstellen.
    Ich halte folgendes Beispiel aus der Medizin für angebracht:
    Die Medikamentenproduktion ist massiv ins Ausland verlagert worden. Das ist billig.
    Mittlerweile klaffen Versorgungslücken auf. Das führt zu massiven Problemen.
    → Sollte es bei Nahrungsmitteln, wegen Lieferschwierigkeiten aus dem Ausland zu großen Engpässen kommen, ist das Problem nicht mehr zu lösen! Die heimische Landwirtschaft ist dann zurückgefahren.

    Der letzte Punkt könnte das geplante Tierwohllabel sein. Hierzu kann ich nur sagen: es geht doch so einfach!! –> siehe den Vortrag von Gabi.

    0
  24. Obstbäuerin sagt

    In den letzten beiden Jahren habe ich meine Schmetterlingsdatei erweitern können und drei seltene, in unserer Region lange nicht mehr nachgewiesene Arten fotografieren können. Das sind der Ulmenzipfelfalter, der Große Perlmuttfalter und der Segelfalter. Zusammen mit anderen seltenen und schönen Faltern habe ich einen Kalender für 2020 zusammengestellt, in dem der genaue Fundort (z.B. Randbereich Apfelanlage Schlag 17 oder Zaun am Erdbeerfeld) und das Datum ersichtlich sind. Diesen Kalender würde ich gerne als Nachweis der Biodiversität in der Landwirtschaft zur Verfügung stellen.

    5+
      • Obstbäuerin sagt

        Kein Problem, ich habe 100 Exemplare drucken lassen. Etwa die Hälfte sind schon weg aber vom Rest kann ich Ihnen gerne welche schicken.

        0
    • Sind denn die
      seltenen, in dieser Region lange nicht mehr nachgewiesene Arten
      schon mal da gewesen, Obstbäuerin
      oder sind es für die Region fremde Arten aus dem Süden und so die Klimaerwärmung nachweisen?

      Dann müßten doch auch alte Pflanzenarten dort angesiedelt worden sein oder nicht?

      0
      • Obstbäuerin sagt

        Ob diese Arten wirklich verschwunden waren oder sie nur keiner gesehen hat, weiß ich nicht, Inga. Auf alle Fälle sind diese Arten im Raum Frankfurt (Oder) längere Zeit nicht vorgekommen, das steht so im Nachschlagewerk »Die Tagfalter in Brandenburg« von 2016. Es sind aber alles heimische Falter und keine zugewanderten. Da wir auch über eine hohe Biodiversität an Pflanzen und Beikräutern verfügen, ist das nicht außergewöhnlich.

        2+
  25. Martin Reinhart sagt

    Mich würde ganz stark interessieren, warum die Landwirtschaft massiv CO2 einsparen soll, es aber nicht anerkannt wird, wenn sie eine enorme Menge speichert. Man könnte doch die direktzahlungen mit solchen Aspekten verknüpfen.

    Warum darf ich auf Acker, den ich bestellen will, keine Gülle mehr fahren. Im Oktober habe ich noch volle Vegetation, wo der schnellverfügbare Stickstoff verbraucht wird…. dagegen wenn ich jetzt im November noch Gülle bringe, dann hat dies null Effekt.

    Wir sollen nachhaltig Wirtschaften und die Angebote aus der zweiten Säule war nehmen, aber alle Maßnahmen sind geschlossen, weil das Geld Ausgegangen ist ….

    Es soll ein Grünlandstreifen angelegt werden, aber bei einem kräftigen Niederschlag und dementsprechenden Gefälle ist die Erosion so groß, dass der Boden drüber hinaus schießt.

    Der Öko Anteil soll größer werden…. wie soll die CO2 Bilanz dazu aussehen, wenn bei jeder zusätzlichen Bearbeitung Humus verbrannt wird, gerade in den trockenen Gebieten von Deutschland

    1+
  26. Phillip Brändle sagt

    Auch wenn man fürs benennen von Konflikten und Wiedersprüchen in Zeiten wie diesen mehr Applaus bekommt, so wäre es mein Wunsch Sie würden sich nicht auf Konflikte und Wiedersprüche beschränken sondern versuchen konstruktive Lösungsvorschläge zu machen. Darin besteht in meinen Augen die eigentliche Herausforderung.

    7+
    • Nds Christian sagt

      Willi ganz wichtig: Bleib locker! Guck mal wann du deinen Lieber Verbraucher Brief geschrieben hast. Guck mal was die grünen Kreuze gebracht haben. Und jetzt sieh mal an jetzt darfst du mit der Kanzlerin diskutieren. Du wärst nicht so weit gekommen, wenn du das Ding nicht rocken könntest.
      Ich denke ein bisschen Struktur ein paar ausgearbeitete Fragen reichen.
      Denk dran: Dei beste Buur mit de besten Boadebüchsen kann nich schwemmen, wenn dat Woterloch utdröcht is!

      1+
      • Bauer Willi sagt

        Ich bin absolut tiefenentspannt. Nehme ja auch blutdrucksenkende Mittel… 🙂
        Und die Kanzlerin darf jetzt mit mir diskutieren (das war jetzt Ironie!!)

        8+
    • Schmeckt gut sagt

      Die Lösungsvorschläge liegen doch auf dem Tisch. Oft und immer wieder dargestellt. Wir liefern Leistung gegen anständige Bezahlung, denn nur wir können das. Das, was uns von der Politik bisher geboten wird, sind nur Peanuts. Davon können wir unsere Betriebe nicht aufrecht erhalten. Geschweige denn, unsere Familien ernähren. Wenn uns dann noch gesagt wird, dass wir für die „tolle“ Bezahlung von 140 Euronen pro EU-Bürger und Jahr zu wenig liefern, braucht sich die versammelte Politikergilde nicht einbilden, dass wir Hurra schreien. Es reicht. Und ich denke, hier spreche ich auch für die geschätzten Biokollegen. Der Geldregen, der immer wieder als „Gottesgeschenk“ für die Bauern dargestellt wird, ist einfach nur peinlich. Wir werden sehen, was passiert. Was da zur Zeit diskutiert wird (Politik der Verbote) ist einfach nur noch abartig und bringt für die Agrarbranche keine Fortschritte. Lasst uns zunächst mal mit den Zielkonflikten beginnen. Vielleicht finden wir nach und nach einen gangbaren Weg.

      1+
      • Phillip Brändle sagt

        Ich habe Ihren Vorschlag jetzt noch nicht ganz verstanden. Ich bin ja ganz bei Ihnen das wir endlich eine gerechte Entlohnung bäuerlicher Arbeit brauchen, aber offensichtlich klappt das aktuell nicht. Meine Schlussfolgerung: es braucht eine andere Marktordnung. Oder, eine andere gerechtere Förderung bzw. Subventionierung. Oder beides. Was ist Ihre Schlussfolgerung? Und wo finde ich den von Ihnen beschriebenen Lösungsvorschlag?

        4+
        • Schmeckt gut sagt

          Moin. Über eine andere Marktordnung reden wir doch im Moment. Und der Lösungsvorschlag unsererseits ist doch klar. Keine Almosen, sondern ordentliches Geld für gute Leistung, eben Betriebszweig „Umweltentwicklung“. Dafür ist in der Politik aber keine Mehrheit zu finden, weil auch nicht genügend Geld vorhanden (wenn ich die viele „Wendeversprechen“ sehe). Es geht nicht um Subventionen, sondern um gerechte Bezahlung unserer Leistungen. Wir können vieles verbessern, aber nicht umsonst.

          3+
  27. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, ichfinde es sehr,sehr gut das Willi bei Frau Merkel mit am Tisch sitzt. Er ist unser Vertreter und zu Ihm habe ich vollstes Vertrauen. Er hat einen riesigen Erfahrungsschatz
    und die Redegewandheit welche bei so einem „Gipfel“ wichtig ist. Er ist kein “ Greenhorn“.
    Er ist ein Landwirt und sehr erfolgreicher Blogger welcher schon viele “ Schlachten“ für unseren Berufsstand geschlagen hat. Ich vertraue Ihm und wir im Blog sollten es auch.
    Willi, viel Erfolg in userem Sinne, dass wünsche ich Dir
    Wie hat Frau Klöckner auf der Demo in Ihrer Rede gesagt: last Euch nicht, ob Bio,Öko,
    Konvi, groß oder klein, auseinander dividieren sondern kämpft gemeinsam.
    Ansonsten, das sind jetzt meine Worte, seid ihr Chancenlos.

    8+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, noch ein Nachtrag von mir. Ein hungriges Volk läst sich schlecht regieren, ein sattes
      garnicht.

      5+
  28. Christian Bothe sagt

    Sehr geehrter Dr.Willi Kremer-Schillings,ich hatte mich ja weiter oben schon geäußert und möchte noch etwas zum Fakt Tierhaltung/Schweineproduktion darlegen. Für mich ist es nicht nachvollziehbar,das bei der Diskussion um Lebensmittelverschwendung heute nicht die guten Erfahrungen aus der Futterwirtschaft der DDR, was Futterreserven betrifft, übernommen werden. Dazu gab es sogar spezielle Tierernährungsforschungen an den Universitäten Berlin,Leipzig, Jena und Rostock.Merkel sollte als ehemalige Bürgerin der DDR davon gehört haben. Ich denke dabei insbesondere an den Einsatz von Küchenabfällen in der Schweinemast und deren Veredelung. Technisch sollte die Aufbereitung heutzutage unter Einhaltung veterinärmedizinischer Auflagen kein Problem darstellen. Als ehemaliger Manager eines Betriebes von durchschnittlich 10000 MS im Bestand haben wir von der Stadtwirtschaft Gera ~7000to/a gekauft,sterilisiert und nach Futterbewertungssystem gemixt mit Kraftfutter feuchtkrümelig gefüttert. Die Läufer kamen alle aus einer Anlage,waren kupiert,kastriert,geimpft und haben durch gute MTZ hervorragende betriebswirtschaftliche Ergebnisse erbracht. Leider ist das unsinnigerweise seit 2006 durch die EU verboten und es gehen wertvolle Futterreserven verloren, welche dann durch importierte Eiweißträger ersetzt werden müssen,um die Schweinemast rentabel zu gestalten. Das betrifft auch Tierkörpermehle und ähnliche Produkte. Das ist für mich praktische umweltfreundliche LW im Bereich der Schweinemast und nicht irgendwelche „wissenschaftliche“ Aussagen zur Tier-und Pflanzenproduktion auf EU-und Landesebene und zur klimaschädlichen LW.
    Lieber Bauer Willi,nochmals meine Hochachtung für die Initiative und dokumentatorische Vorbereitung und Teilnahme an diesem hoffentlich erfolgreichen Treffen (sie wollten sich ja schonen…).Fällt mir gerade ein,weil ich auf Ihr Buch schaue,vielleicht sollten Sie die „Sauerei“ Merkel zum Nikolaus schenken, Passt doch irgendwie zur Situation unserer Branche…

    10+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Christian, kenne ich ebendso wie von dir beschrieben.
      Aber,es ist nicht mehr gewollt. Warum???

      1+
        • Christian Bothe sagt

          bauerhans,ist ja eine tolle Aussage und sicher ironisch gemeint??Wenn etwas in der DDR funktioniert hat,dann war es die LW und NGW.Die Versorgung war so gut,das man Lebensmittel in Größenordnungen weggeschmiesen hat bzw.in Eigenregie verfüttert wurden…

          2+
          • Ach verbiligstes Brot für Schweinemast, weil es billiger war als Getreide?

            Wie war die Zunahme?

            0
            • Christian Bothe sagt

              Inga, meine Antwort: das betraf die individuelle Viehhaltung.Ein 3Pfund Brot kostete 0,78MDN.Was die industrielle Mast in meinem Betrieb betraf, gab es MTZ um 800g mit der Rasse Leicoma(Exportbetrieb).Nach der Wende haben wir dann Westgenetik eingesetzt, was nicht funktionierte…

              0
              • bauerhans sagt

                in die ställe der kleinen smr-kühe passten auch keine grossen hf-kühe.
                am Oderbruch beim edelmann,der heute im Bundestag ist,stand ich daneben,als der lpg-chef und rinderexperte ihm das verklickerte.
                wenige zeit später hatte der keine kühe mehr.

                0
                • Reinhard Seevers sagt

                  Hans, die konnten auch Futter verwerten, das heute nicht mal als Einstreu genutzt wird…sehr nachhaltig!

                  0
                • Brötchen sagt

                  Es gibt wieder Überlegungen die Kühe kleiner zu züchten, für Nischen. War bei uns ein Artikel im Bauernblatt. Die smr haben auch 500 kg gewogen.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Das smr war als Zweinutzungsrind gedacht. Ich halte das für Quatsch, das wegen der Größe der Kühe, die prod. Eingestellt wurde. Am Anfang wurde auch an die Kühe HF angepaart und verdrängt. Es wurde nur selten mit reinen HF angefangen. Wir hatten in unserem Betrieb einige HF auch schon zu ostzeiten.

                  0
    • Eckehard Niemann sagt

      Hallo, Herr Bothe,
      bitte berichten Sie uns doch aus Ihrem reichen DDR-Erfahrungsschatz auch über die „Fütterung“ von Rindern mit Hühnerkot…

      4+
      • Christian Bothe sagt

        Niemann.Schauen Sie sich das Rostocker FBS an und da werden Sie staunen, welchen Futterwert die Sekundärfutterstoffe haben.Dazu gehört auch Geflügelstreu u.a.

        0
    • Michel sagt

      Küchenabfälle in der Schweinemast ist aus hygienischen Gründen tabu. Es können dadurch sehr viele Krankheiten übertragen werden. Mehr Informationen erhältst du beim TGD oder beim Fachtierarzt für Schweine.

      Bauern müssen zu härteren Maßnahmen greifen. Möglichkeiten wären: 1. alle Landwirte an einem Tag aufs Amt gehen und Öko beantragen. Der sogenannte Verbraucher will ja Öko. Die Folge der Öko Markt bricht zusammen, Preis sinkt und weniger Nahrungsmittel. Es kann auch passieren das dann im Ökobrot auch eine Fleischbeilage vorhanden oder auch Grassamen. Sollten nicht alle Anträge genehmigt werden, werden alle Anträge zurück gezogen.
      2. Termin für Mehrfachantrag verstreichen lassen ( 15. Mai). Dann wird die Politik einschl. Frau Klöckner vielleicht wach und denken – die Bauern wollen unser Geld nicht was ist los.

      0
      • firedragon sagt

        Michel,
        1+2 birgt zu großes finanzielles Risiko. Die Betriebe haben Familien durchzufüttern.
        Ausserdem wird es immer Betriebe geben, die nicht mitmachen, dann ist so etwas „witzlos“

        0
  29. Ostbauer sagt

    Ziel dieser Veranstaltung müsste meiner Meinung nach sein: Aussetzung des Agrarpaketes bis das „neue“Leitbild der Landwirtschaft entwickelt und mehrheisfähig ist. Es muss ein tragfähiger Rahmen geschaffen werden,der eine längere Halbwertzeit hat als die letzte DüVO. Bei der Verschärfung der DüVO sehe ich allerdings schwarz. Da war Deutschland im vorauseilenden Gehorsam zu schnell. Warum sollte Brüssel die Ihr gemachten Angebote jetzt ablehnen?

    3+
  30. Carola Möller sagt

    Guten Tag, Bauer Willi und alle anderen hier.
    Ich komme nicht aus der praktischen Landwirtschaft, bin aber sozusagen interessierter Mitmensch. Ich glaube, bei so einer kurzen Veranstaltung kann nicht jede Gruppierung einen Argumentationskatalog vortragen, dann ist nämlich time over und letztendlich haben wir doch alle schon alles gehört, auch Frau Klöckner. Was aber wirklich mal deutlich werden sollte, vor allem auch für die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung, ist eine glaubhafte Erklärung, dass moderne Landwirtschaft den gesellschaftlichen Anforderungen und Nachfragen gerecht werden kann und will, wenn man sie lässt. Welche Anforderungen stellt die Landwirtschaft an die Gesellschaft (Verbraucherverhalten) und die Politik (moderne Züchtungsmethoden, Regulierung Wolfsbestand, Landwirtschaft und Ernährung als Schulfach, Pflanzenschutz …). Das Auflisten der Zielkonflikte finde ich, kann nur der Ausgangspunkt sein. Danach würde ich mir immer wünschen zu erfahren:
    wie kann das fachpraktisch gelöst werden?
    was brauchen die Landwirte dazu/ was hemmt sie?
    was kann man fachlich allgemein verständlich richtigstellen?
    Frau Merkel wird die Globalisierung nicht am 3.12. abschaffen können, deswegen braucht man die auch nicht zum Thema machen in den drei Stunden. Aber dass, was die Landwirtschaft kann, das sollte Thema sein. Ich hab Angst, dass es am Ende wieder heißt, dass wieder nur gejammert wurde, auch wenn ich weiß, dass es nicht so ist. Ich wünsche mir, dass die Kompetenz des vielseitigsten Berufsstandes der Welt einfach rüberkommt.

    Ich wünsche Dir, lieber Bauer Willi, viel Erfolg und Kraft und pass auf Dein Herz auf.

    7+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Schwarze Schafe gibt es überall, aber generell sollte man einmal Praktikern zutrauen, dass sie wissen, wie man mit Tieren umgeht. Klar braucht es da auch Kontrolle von außen, aber dafür gibt es schließlich seit je die Amtstierärzte. Zunächst hat das Tierwohl einen gewissen Schaden gelitten durch den wachsenden finanziellen Druck, und da blieb oft auch den Amtstierärzten nichts übrig, als in gewissem Umfang ein Auge zuzudrücken. Das hat das Vertrauen der Tierschützer in die Amtstierärzte zerstört. Aber dass jetzt Laien in Ställe einbrechen und meinen, sie wissen, wie Tierhaltung geht, das ist ein Skandal. Amtstierärzte (für jede Tierart ein eigener Spezialist, denn Generalisten habe ich noch keine kennen gelernt) sollten einmal ihren Mund aufmachen und sagen, was zum Wohl der Tiere wirklich notwendig ist, daher von der Gesellschaft finanziert werden muss, und was nicht. Wenn die das nicht wissen, wer dann?

      0
  31. firedragon sagt

    „Bauer Willi“ hat es schon oft geschrieben und mit Sichereit ebenso oft gesagt.

    LW kann alles. Wir können alles, was gefordert wird.

    Eigentlich wird von der LW auf dem Acker ja nur verlangt von ALLEM weniger zu machen.
    In der Tierhaltung wird verlangt, daß mehr für das Tier gemacht werden soll, bei weniger Tiermasse. Viel ist es ja eigentlich, was da jemand verlangt.

    Es ist ALLERDING zu viel verlangt, daß der Landwirt Kosten decken soll, von Einnahmen, die dann nicht mehr vorhanden sind.
    Es ist auch müßig darüber diskutieren zu wollen, Betriebe sollen sich umorientieren und einen anderen Absatz für ihre Produkte finden (zaubern?).

    Allen, in der LW Tätigen ist klar, wenn wir nicht auf Bedarf düngen (Pflanzenwachstum) und nach Bedarf spritzen (Pflanzengesundheit), haben wir ERTRAGSAUSFÄLLE.

    Eine Frage könnte gestellt werden:

    Wer kommt für den wirtschaftlichen Schaden auf, sobalt dem Betriebsleiter die Hände gebunden sind, weil er nicht auf Hilfsmittel zurückgreifen darf, die er eigentlich hätte, um den wirtschaftlichen Schaden abzuwenden ?

    3+
    • Ostbauer sagt

      Ich habe mir mal die Urteilsbegründung des EuGH durchgelesen(mehrmals; vorwärts und rückwärts). Von einer Reduzierung -20% unter die Düngebedarfserrechnung steht da absolut nichts drin. Das muss Deutschland selber ins Spiel gebracht haben. Und wenn man sich die Würdigungen des Gerichts anschaut, wie Deuschland argumentiert hat, frage ich mich: Wen zum Teufel haben die da hingeschickt?

      9+
  32. immer mehr bauern sind die „bauernopfer“ der agrar-politik!
    die landwirtschaft unterliegt heute ebenfalls den mechanismen des kapitalismus. grosse, von der eu subventionierte höfe, verdrängen die kleinen, weil die eingesetzte technik umso billiger wird, je mehr güter produziert werden. so sind die spielregeln!
    bauern sollten ihr geschäft neu überdenken, wenn handel und verbraucher nicht bereit sind für landwirtschaftliche produkte einen fairen preis zu bezahlen und die produktionskosten über dem verkaufspreis liegen. weiter so, bis zum bankrott?
    https://campogeno.wordpress.com/2019/11/26/bauernopfer-in-berlin/

    0
    • Reinhard Seevers sagt

      @Geno, das Nachplappern von Parolen hilft nicht wirklich. Die Landwirtschaft insgesamt ist abhängig von Ausgleichszahlungen und Subventionen, WEIL die Wirtschaft insgesamt der Globalisierung unterliegt. Wenn man dies nicht mehr will, dann muss man das Wirtschaftssystem insgesamt ändern, denn die Loslösung eines Teiles der Wirtschaft aus dem Kontext funktioniert nicht. Wenn alle anderen Markteilnehmer noch in der Globalisierung verankert sind, wird sich nichts ändern können. Wenn in anderen Ländern andere Umweltstandards, andere Sozialstandards, andere Bürokratiekosten, etc. bestehen, dann muss man wohl oder übel ausgleichen. Man könnte auch die Grenzen dicht machen und den Wohlstand der Gesellschaft basierend auf der Grundlage der Exportwirtschaft canceln, das wäre die Folge eine Protektionismus eines Bereiches der Wirtschaft.
      Und wenn 50% der Betriebe keinen Nachfolger mehr haben, wird automatisch die verbliebene Fläche dem zufallen, der es sich leisten kann zu erweitern…usw. usw…….also Geno, nicht so simpel wie postuliert.

      2+
    • Arnold Krämer sagt

      „die landwirtschaft unterliegt heute ebenfalls den mechanismen des kapitalismus“.
      Geno, Das tat sie schon immer, was dazu geführt hat, dass der landwirtschaftliche Arbeitsplatz heute einer der teuersten in der gesamten Volkswirtschaft ist. Kein Sektor hat dermaßen Produktivitätsfortschritte zu verzeichnen. Das hat den Bauern geholfen, von harter körperlicher Arbeit abzukommen, viele einheimische Arbeitskräfte freigesetzt, die jetzt in bestimmten Sektoren aus dem osteuropäischen Ausland beschafft werden müssen, und den Verbrauchern Lebensmittelpreise und eine Produktauswahl (man schaue jetzt nur auf die besonderen Angebote in der Weihnachtszeit) beschert wie noch nie zuvor.

      Die Subventionen, andere nennen es euphemistisch Fördergelder, sind nicht der Grund für das Ausscheiden landwirtschaftlicher Betriebe aus der Produktion. Die Subventionen dienen letztlich nur noch dazu, den Rohstoff etwas zu verbilligen (der Steuerzahler und nicht der Verbraucher träg ein Großteil des Einkommens der Bauern). Deshalb auch das Ziel der Ökoverbände, noch mehr Geld aus Brüssel für ihre Betriebe umzulenken, um dann letztlich damit auch Ökoprodukte noch halbwegs erschwinglich zu behalten. Das Geld aus Brüssel (über anderes brauchen wir hier nicht zu reden) wird schon seit 1993 mit der Umstellung der EU-Förderung von der Lebensmittelwirtschaft und dem Handel eingepreist.

      3+
      • „Die Subventionen dienen letztlich nur noch dazu, den Rohstoff etwas zu verbilligen (der Steuerzahler und nicht der Verbraucher träg ein Großteil des Einkommens der Bauern).Das Geld aus Brüssel (über anderes brauchen wir hier nicht zu reden) wird schon seit 1993 mit der Umstellung der EU-Förderung von der Lebensmittelwirtschaft und dem Handel eingepreist. “ Schön, dass Sie das hier so deutlich aussprechen. Ein Herr A.Balmann bestreitet dies hier vehement und permanent.

        2+
  33. Merkur sagt

    Als den größten Wiederspruch empfinde ich die Ungleichbehandlung bei den „roten Gebieten“ wie kann es sein das bei der Feinstaubproblematik nur die Straßen für Dieselfahrzeuge gesperrt werden an denen die Messwerte überschritten werden und nicht die ganze Stadt ?
    Bei Überschreitung der Nitratgrenzwerte hingegen reicht ein „roter“ Brunnen um etliche Quadratkilometer auf rot zu schalten auch wenn sich runterum seine grüne Kollegen tummeln.
    Da wird doch mit zweierlei Maß gemessen.

    1+
    • Merkur sagt

      Mal wieder Feinstaub mit Stickoxide verwechselt, es geht natürlich um die Fahrverbote wegen Überschreitung der Stickoxid Grenzwerte.

      1+
  34. Wir haben unseren Betrieb vor 20 Jahren, als klar war, das unser Sohn nichts anderes wollte als Landwirt zu sein, langsam von Milch auf Pferdepension umgestellt. Mit Erfolg und in den vergangenen Jahren auch mit hohen Investitionen. Mit uns haben es in unserer Region auch andere gemacht. Die meisten jedoch nur noch im Nebenerwerb. Getreide bauen wir nur noch an weil wir das Stroh brauchen. Die Erlöse sind, wie wir ja alle wissen desaströs. Ich habe keine Zahlen wieviel Pferdepension bzw. Züchter wir in unserem Land haben. Eine Stimme brauchen wir aber auch in der Mitte der Bauern zu denen wir uns ja nach wie vor zählen. Wir waren vor 3 Jahren so wütend auf unsere BG, das wir mit unserem Landvolk eine Klage einreichen wollten. Der Beitrag, der auf Grundlage eines 17 seitigen Gutachtens das uns die BG selber noch nicht mal erklären konnte, (ist von der HP BG-Niedersachsen mittlerweile gelöscht worden) ist für unseren Betrieb um das 20fache angestiegen .Bei gleichzeitiger Streichung von Betriebshilfe bei Arbeitsunfall und die letzten Arbeitsunfälle im nachhinein wegen altersbedingten Vorschäden aberkannt. Wofür bitteschön sollen wir tausende €`s zahlen ohne irgendeine Sicherheit oder einen Anspruch zu haben. Mit Mitte 50 wird dann wohl kein Arbeitsunfall mehr anerkannt. Nach einem Jahr Schriftverkehr (BG/Landvolk) riet uns das Landvolk keine Klage einzureichen. Unser Eindruck: Traute sich keiner zu. Wir haben uns einen anderen Anwalt gesucht der uns jetzt vertritt und diese Praktiken doch sehr in Frage stellt. BG reagiert hilflos und zickig weil selbst der Vorstand sein Gutachten nicht versteht? Wenn wir nun auch noch von Fr. Klöckner hören müssen das unsere Sozialversicherungen von der Regierung mitfinanziert werden, frag ich mich wo das ganze Geld bleibt. Jeder kann sich in diesem Land eine Krankenversicherung aussuchen. Nur wir Bauern nicht. Wir sind die Milchkühe die wir gar nicht mehr haben. Sind gezwungen immer mehr zu zahlen. Rehas und Renten werden sowieso erstmal abgelehnt. Für was denn? Ist es vielleicht so das in Zukunft mehr Bauern in Rente gehen als noch Betriebe übrig sind die in diese Kasse einzahlen? Übrigens sind vereinzelt schon solche Klagen geführt worden die allesamt in einen Vergleich endeten. Es kommt wohl nicht gut an wenn es Urteile gibt die die BG als Verlierer hinstellt. Danke für Ihre wertvolle Arbeit

    1+
  35. Hartmut Keller sagt

    Ich würde nur fragen, ob die Regierung bereit ist, die nach Brüssel gemeldeten Nitratwerte zu vervollständigen und diese auch dementsprechend positiver zu bewerten. Sollte die Kanzlerin darauf nicht in unserem Sinne eingehen, sehe ich Hopfen und Malz verloren. Auch in den anderen Bereichen.

    9+
  36. Christian Bothe sagt

    Grundsätzlich ist Ihre Argumentation richtig,Bauer Willi.Ob es bei der Vielzahl der Teilnehmer und Standpunkte etwas für die LW bringt?Ich habe da meine Zweifel und es kommt mir so vor als ob Merkel das nur macht zur Beruhigung.Für mich passt das zum Laissez faire Stil von Merkel und man kann nur hoffen,das diese Kanzlerschaft bald vorbei ist…Etwas mehr Germany First würde auch der LW gut tun und nicht nur die ständige Unterordnung unter teilweise unsinnige EU Regelungen.

    1+
  37. Joseph kleine Holthaus sagt

    Landwirtschaft und CO2-Zertifikate

    CO2-Ausstoss braucht nach Meinung einiger Forscher einen Preis. Nachvollziehen kann ich dieses sehr wohl. Allerdings frage ich mich, warum die Landwirtschaft hier nicht beteiligt werden kann. Der Diesel und der Strom werden sicher auch für die Landwirte teurer.
    Aber sind Landwirte wirklich nur Klimasünden? Ich denke nein! Denn CO2 kann im Prinzip nur durch das Pflanzenwachstum aus der Luft gebunden werden. Warum kann ein Landwirt oder Förster dann keine CO2-Zertifikate herausgeben? Schließlich befindet sich der Kohlenstoff des CO2s reichlich in jedem unserer Produkte (Holz, Zucker, Getreide etc.)
    Derzeit werden der Landwirtschaft alle möglichen Emissionen zur Last gelegt. Dass die Klimafreundlichen Leistungen jedoch ein vielfaches dieser negativen Effekte übersteigen/kompensieren, wird gerne verschwiegen.
    Biogas z.B. Schreibt sich die Energiewirtschaft gerne zu den Erneuerbaren und somit Emissionsneutral auf die Fahnen. Aber kommt diese Form der Energie nicht auch von Feld der Bauern?
    Gleiches gilt für Holz (Hackschnitzel- oder Pelletheizungen sowie Bauholz).

    7+
  38. Obstbäuerin sagt

    Ich hab mir mal die Forderungen von »Land schafft Verbindung« angesehen und große Übereinstimmung festgestellt. An erster Stelle steht das Aussetzen des Agrarpakets, das auch der Bauernbund fordert. Das kann doch ein gemeinsamer Nenner sein!!!

    7+
        • Ferkelhebamme sagt

          Dann steht die LW doch wieder als Verweigerer da, und das, wo die EU jetzt sogar den Klimanotstand ausgerufen hat. Es wird heißen, dass die Bauern garnicht willens sind, das Klima zu retten und sind dann aus jeglicher Diskussion raus

          2+
          • Obstbäuerin sagt

            Aussetzen heißt doch nicht verweigern, sondern neu verhandeln und zwar mit den Betroffenen. Das gleiche gilt doch für die Düngeverordnung – erst prüfen, ob das alles so stimmt und dann Auflagen anerkennen aber nur dort, wo es auch zutrifft. Die Diskussion hat doch nur Sinn, wenn die Forderungen noch nicht feststehen.

            2+
            • Ferkelhebamme sagt

              Ich weiß das, und gebe dir vollkommen recht! Doch die Aussenwahrnehmung droht eine andere zu werden. Ist mal wieder der schmale Grat der richtigen Kommunikation

              2+
          • firedragon sagt

            Ich habe an dieser Stelle mal einen kleinen Einwurf.
            Habe gerade einen neuen Pachtvertrag unterzeichnet. (Ja, liebe Nichtlandwirte, wir Landwirte beackern fremdes Land !)
            Der Eigentümer setzt vertraglich fest, daß das Land Zitat: „ordnungsgemäß zu bewirtschaften“ ist.
            Und was ist das nun, ordnungsgemäß ? Also bisher wussten wir das. Unser Betrieb hat auch Flächen von Eigentümern erhalten, auf denen der vorherige Pächter nicht „ordnungsgemäß“ gewirtschaftet hat.
            So, liebe Politiker, die Landeigentümer sind mit der bisherigen ordnungsgemäßen Bewirtschaftung zufrieden, warum ihr nicht ?

            1+
          • Boss_marta sagt

            Man muss vielleicht mal darlegen, dass falsche Messstellen da waren, dass nicht wie in anderen Löndern Durchschnittswerte, sondern nur die schlechtesten Werte übermittelt wurden und das immer wieder. Und warum misst man nicht aktuell? Was spricht dagegen? Sind die Messstellen immer noch defekt?

            0
  39. Elisabeth Ertl sagt

    Mit dem Thema LEH – Kartell könnte man am besten die Bevölkerung mit ins Boot holen. In Ö. sind die Preise höher als in D. Das hat teilweise mit höheren Erzeugerpreisen in Ö. zu tun, aber mit diesem Argument überzeugt man den Kunden nicht. Dessen Hauptverdacht liegt beim LEH, weil ja heute schon jeder weiß, dass der Bauer nur einen Bruchteil dessen bekommt, was der Kunde zu zahlen hat. Und all diese Wirtschaftsmilliardäre und -millionäre tauchen dann in unserer schönen Landschaft auf, und ihretwegen wird sie verschandelt mit zig Chalets für jeden von ihnen, damit sie sich überall zu Hause fühlen und jagen können. Da wird dann ihretwegen der landwirtschaftliche Grund verbaut und der Wildbestand so hoch gehalten, dass er den Bannwald ruiniert. Und weil sie daher schon genug Wiederkäuertrophäen hängen haben, muss sich stattdessen jetzt der Wolf ausbreiten als interessanteres Jagdwild. Der muss jetzt noch lang geschützt werden, denn da muss es zunächst einmal viele geben, wenn der Chaletbesitzer einen erwischen soll. Denen darf kein Bauer einen wegschießen. Und so hört die Almwirtschaft auf. Und die Gunstgebiete werden jetzt sowieso von denen aufgekauft.

    1+
  40. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    wieder mal nur Fragen (großenteils mit falschen Feststellungen) – wie wäre es denn mal mit (zukunftsweisenden) Antworten???

    3+
    • firedragon sagt

      Herr Niemann,
      die Frage nach mehr Insekten – und Naturschutz wurde schon lange beantwortet.
      Betriebszweig – Sie erinnern sich?

      5+
    • Arnold Krämer sagt

      Herr Niemann, „Ihre“ bäuerlichen (Bio-) Betriebe gehen mit der vor 19 Jahren von Frau Künast ausgerufenen und sich aktuell beschleunigenden „Agrarwende“ auch vor die Hunde. Haben Sie denn zukunftsweisende Antworten, die innerhalb unserer marktwirtschaftlichen Ordnung liegen?

      2+
      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Herr Krämer, bäuerliche Betriebe sind Betriebe, die von Bauern bewirtschaftet werden und nicht von Konzernen oder Agrarindustriellen – egal ob konventionell oder bio. Meine „zukunftsweisenden Antworten“ (natürlich im Bereich der marktwirtschaftlichen Ordnung) kennen Sie doch zur Genüge…

        4+
        • Schmeckt gut sagt

          Herr Niemann, ich habe schon mehrfach erwähnt, dass im europäischen und aussereuropäischen Ausland gerade eine massive Neuaufstellung der lebensmittelerzeugenden und -verarbeitenden Konzerne stattfindet. Auch und teilweise ausdrücklich mit europäischen Geldern (Fonds/GMO-mittel…) finanziert (die Politik weiß das). Es wäre schon hilfreich, wenn sie uns Wege aufzeichnen können, wie „bäuerliche Landwirtschaft“ unter diesen Voraussetzungen eine gesicherte Zukunft haben soll. Massiv erhöhte Auflagen und das Wissen um kaum mögliche Einschränkungen im Marktzugang der „Mitbewerber“ machen eine Lösung umso schwieriger. Also, bitte Vorschläge.

          3+
      • Eckehard Niemann sagt

        Liebe Elisabeth Ertl, hier nachfolgend nur einige korrigierende Anmerkungen zu Bauer Willis „Weiter-so“-Plattitüden:

         Globalisierung: In der freien Marktwirtschaft bilden sich Preise, von denen die Landwirte oft nicht mehr leben können–> Das macht Angst

        Wir haben eine soziale und gottlob keine „freie Marktwirtschaft“ – der Verfall der Erzeugerpreise liegt an der Überproduktion für den ruinösen Weltmarkt (auf den man ja nicht gehen muss) – der EU-Binnenmarkt ist (noch) weitgehend zoll-geschützt gegen Weltmarkt-Dumping – das sollte man nicht übersehen und kleinreden

         LEH und Politik fordern immer höhere Standards: bei konstanten Preisen und gleichzeitiger Öffnung in Richtung Weltmarkt. –> Dieser Spagat zerreißt die Landwirte

        Höhere Standards mit „Klasse statt Masse“ gemäß Vorgaben für die gesamte EU sind mit Mengen – und Angebotsrückgang verbunden und deshalb erzuegrpreis-steigernd.

         Bio-Quote –> die Produktion ist schneller als der Absatz, Preise für Bio-Getreide, Bio-Schweine, auch Bio-Milch etc. unter Druck, Molkereien nehmen keine zusätzlichen Biomilchmengen mehr auf. Verkauf von Bio in konv. Schiene zu niedrigen Preisen. Konventionalisierung der Öko-Landwirtschaft.

        Stimmt.

         Schnelle Anpassung an Klimawandel durch Züchtung möglich –> aber neue Züchtungsmethoden faktisch nicht möglich, Wettbewerbsverzerrung gegenüber Weltmarkt

        Gentechnik ist keine Lösung, sondern eine Gefahr für bäuerliche Unabhängigkeit von Multis.

         Monopolisierung, Kartell des LEH –> keine faire Preisbildung für Erzeuger, keine Marktmacht.

        Es gibt kein „Kartell des LEH“, siehe den gnadenlosen Preiswettbewerb unter den Handelsunternehmen – der nur möglich ist, weil Fleisch-, Milch und andere Ernährungskonzerne Überschüsse erzeugen, die der LEH ausnutzen kann.

         Bürokratieabbau –> statt einfacher wird es immer noch komplizierter und unverständlicher, Vertrauensverlust in Politik, die nicht einhält was sie verspricht

        Stimmt.

         1,2 Mio. neue Wohnungen plus Infrastruktur –> Versiegelung der Landschaft, wo bleibt der Artenschutz? Oder ist dann nicht wichtig?

        Stimmt, entlastet die Landwirtschaft aber nicht von der eigenen Verantwortung.

         Investoren kaufen Land zur Kapitalsicherung –> Zugang für Landwirte faktisch nicht möglich

        Stimmt.

        Zielkonflikte/Widersprüche Ackerbau
         Mehr Bioenergie –>aber gesellschaftliche Kritik an Maisanbau, Gülle, Intensivtierhaltung. Was denn nun? Klimapaket und Agrarpaket passen nicht zusammen.

        Biogas macht nur Sinn bei Verarbeitung von Abfallstoffen.

         Vielfältige Fruchtfolge –>nicht mehr möglich, wenn Herbizide z.B. für Leguminosen nicht mehr zugelassen sind. Raps wird schwieriger, demnächst Zuckerrüben fraglich wenn Herbizide fehlen. Ackerbaustrategie wird obsolet. Für Sonderkulturen kaum noch PSM. Alternative Früchte (z.B. Buchweizen, Leindotter, Lupinen) sind trotz anderslautender Meldungen am Markt kaum abzusetzen.

        Echt-Integrierter Pflanzenbau setzt chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nur ein, wenn es anders nicht geht – die Fruchtfolge sind ja gerade ein entscheidendes Instrument zur Verringerung von Unkräutern, Ungräsern, Krankheiten und Schädlingen – Bauer Willi verwechselt hier Ursache und Wirkung…

         Mehr Humusaufbau für Klimaschutz –> reduzierte Bodenbearbeitung braucht Glyphosat als Notnagel ansonsten mehr Pflugfurche = CO2-Freisetzung, Mobilisierung von Nährstoffen (Auswaschung etc.) Humusaufbau ist nur mit N möglich, da Humus nicht nur C sondern auch N bindet. Weniger N führt zu weniger Humus, weniger Humus -> geringeres Nährstoffhaltevermögen, mehr Nährstoffe im Grundwasser -> weniger N = circulus vitiosus

        Es gibt deutliche Studienergebnisse, wonach gerade die Pflugfurche den Raum und die Menge für Humusbildung vergrößert.

         Einschränkungen bei Pflanzenschutz –> Unsicherheit, kaum noch Planbarkeit, Gefahr von Resistenzbildung bei nur noch wenigen Wirkstoffen. Verdacht: konventionelle Landwirtschaft soll auf diese Weise bewusst „abgewürgt“ werden. Das frustriert.

        Resistenzbildung beruht auch darauf, dass ackerbauliche Prinzipien „vergessen“ wurden.
        wie war das doch mit de
        Zielkonflikte/Widersprüche Tierhaltung
         Verbot Anbindehaltung –> Allgäu dann ohne Vieh, wer betreibt die Almen? Kleinbäuerliche Familienbetriebe hören auf.

        Stimmt.

         Mehr Weidehaltung gewünscht –> aber der Wolf soll bleiben. Das geht nicht. Tierhalter warten seit langem auf praktikable Lösungen. Keine Antwort.

        Stimmt.

         Verbot der Legehennen-Käfighaltung –> Jetzt Freilandhaltung bio und konventionell, tierische Exkremente werden im Nahbereich des Stalles konzentriert abgesetzt, Grundwasserbelastung, höhere Tierverluste, Tierwohl fraglich.

        Zunächst mal wurde die Käfighaltung durch die Stall-Bodenhaltung abgelöst und nicht hauptsächlich durch Freilandhaltung – deren richtig beschriebenen Probleme gibt es aber nur bei zu großen Herden (auch im Bio-Bereich).

         Forderung nach Verbot des Sauen-Kastenstandes –> mehr Erdrückungsverluste (von rund 2 % nach wissenschaftlicher Untersuchung im sogenannten Innopig-Projekt)

        Da gibt es doch auch anders gestaltete Ställe zum freien Abferkeln – und die Kritik an Kastenständen richtet sich doch vor allem gegen Kastenstände außerhalb der Abferkel-Zeiten…

         Verbot des Schwänzekupieren–> Schwanzbeißen, höherer Medikamenteneinsatz, mehr Tierverluste

        Der unkupierte Ringelschwanz ist ein zentrales Zeichen dafür, dass die Tiere nicht gestresst oder gelangweilt sind, vor allem wegen Strokeinstreu mit modernen Systemen – gemäß der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie mit Kupierverbot (das von etlichen EU-Ländern bereits eingehalten wird und wofor z.B. die Niederlande bereits ein Endjahr festgelegt haben) sind auch wir in Deutschland auf diesem Wege – das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern auch höhere Erzeugerpreise wegen des damit verbundenen Überschuss-Abbaus…

         Verbot der betäubungslosen Kastration –> höhere Sach- und Arbeitskosten, tote Ferkel nach Betäubung. LEH ist uneinig, Bauern ratlos.

        Stimmt, Lösung (auch hier) wurde aber in den letzten Jahrzehnten vom Bauernverband immer wieder verzögert.

         Schweinehaltung mit Außenklimareizen –> höherer Futterverbrauch durch mehr Eigenwärmeproduktion der Schweine

        Auf dieses „Argument“ muss man erstmal kommen, um den Status quo zu verteidigen…

         Schweinehaltung auf Stroh –> Keimbelastung durch Mykotoxine im Stroh nach ungünstigen Erntejahren

        Stroh: bringt bäuerlichen Tierhaltern große Vorteile gegenüber flächenloser Tierhaltung –weil betriebs-eigene Bergung guten Strohs und Vorräte für schlechte Jahre.

        Generell führen alle Forderungen nach mehr Tierwohl zu höheren Produktionskosten und höheren Tierverlusten (damit weniger Tierwohl). Die Landwirtschaft hat ja nicht ohne Grund die aktuell gängigen Haltungsverfahren entwickelt. Durch die starke internationale/globale Verflechtung der deutschen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft führt dies zu Wettbewerbsnachteilen mit der Folge, dass die Einkommensziele für die Landwirtschaft (auch heute noch Teil des bundesdeutschen Agrargesetzes und des EWG-Vertrages) immer schwieriger zu erreichen sind.

        Quatsch. Angesagt sind EU-weite Lösungen – z.B. durch die Neugestaltung der GAP.

        Wird die Agrarproduktion reduziert, verringert sich auch die entsprechende Weiterverarbeitung und der Vorleistungs-Sektor schrumpft. Die ohnehin schon teilweise ausgezehrten ländlichen Räume werden weiter geschwächt. Da, wo sie noch stark sind, verlieren sie deutlich an Wirtschaftskraft und Attraktivität.

        Wird die Agrarproduktion gemäß Klasse statt Masse verringert, erhöht dies nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Erzeugerpreise und die Einkommen. Bei Bauern und auch nachgelagerten Sektoren (weil z.B. die LEH-Unternehmen wegen fehlender Überschuss-Erzeugung die Anbieter nicht mehr gegeneinander ausspielen können. Die Zuckerfabriken z.B. werden derzeit ja nicht wegen zu geringer Produktion geschlossen, sondern wegen der vorherigen ruinösen Überproduktion für den Billig-Weltmarkt…

        5+
        • Ferkelhebamme sagt

          Herr Niemann, von Sauen- und Schweinehaltung haben Sie offensichtlich keine Ahnung. Ihr „Wissen“ scheint fußballfeldweit, aber nur spatentief. Oder befürworten Sie ernsthaft die freie Abferkelung? In Ihrer Vorstellung führen die tierischen und menschlichen Verluste wahrscheinlich auch zu „Klasse statt Masse“ und somit zu höheren Erzeugerpreisen und Löhnen? Interessant…
          Wir leben übrigens nicht auf einer Insel. Siehe Ferkel: wir haben schon immer ein Ferkeldefizit in Deutschland (derzeit 20%), trotzdem sind die Preise nicht durch die Decke gegangen. Das Ausland liefert gerne

          11+
        • Elisabeth Ertl sagt

          Danke für das umfangreiche Statement, und auch, dass Sie Bauer Willi in einigen Punkten recht geben!
          Meine Einwände: Wenn sich Deutschland in der Bilanz Import/Export doch nur zu 90% selbst versorgen kann, wieso sprechen Sie dann von Überproduktion? Es existiert ein Teufelskreis. Gibt es zu wenig, wird importiert. Die Lebensmittelhändler unterbieten einander mit Sonderangeboten, und der Bauer muss mit. Der Konsument kann es sich finanziell leisten, ein Übermaß tierischer Produkte zu essen, und viel wegzuwerfen. Nur insofern herrscht ein Überangebot. Aber ohne Importstop kann man dagegen nichts tun. Und global gesehen kann die Produktionsmenge kaum sinken, ohne Hunger zu generieren. Gentechnik ist zweifellos ein heikles Thema, da bräuchte es noch viel gesamtgesellschaftliche Diskussionen. Dass die Landwirtschaft die vergleichsweise höchste Verantwortung für die Biodiversität trägt, stimmt, doch ist das, was sie dafür tun kann, ohne Geld nicht möglich. Die Flächenversiegelung ist vor allem insofern ein Problem für die Landwirtschaft, als sie einen Druck ausübt, die verbliebenen Flächen noch intensiver zu nutzen, wodurch Artenschutz immer schwieriger wird. Dass Biogas nur Sinn macht bei Nutzung von Abfall, stimmt. Beim Pflanzenschutz stimmt beides. Biologische Landwirtschaft spart zwar Pflanzenschutzmittel, hat aber einen hohen Flächenverbrauch, der für ökologische Ausgleichsflächen dann verloren ist. Beim Ackerbau (Pflug) kenne ich mich nicht aus. Zu große Hühnerherden: Da kommen wir zur Frage der idealen Betriebsgröße, über die man durchaus gesamtgesellschaftlich diskutieren sollte: wird beim effizientesten Einsatz der Betriebsmittel in den Großbetrieben nicht der ökologische oder auch „nur“ der Schaden im kollektiven Unbewussten, der dann politisch teuer kommt, übersehen?
          Bei Schweinen kenne ich mich nicht aus.

          0
        • firedragon sagt

          Guten Morgen Herr Niemann,
          LEH und Kartell :
          Wie nennen Sie es, wenn Aldi vorangeht und Preise für ein Produkt aushandelt und andere Discounter sich dranhängen? Zufall??

          0
        • “ ruinösen Weltmarkt“

          Herr Niemann, Sie verstehen sicher eine Menge von Landwirtschaft , und darum geht es hier natürlich. Einen ruinösen Markt gibt es nicht, ruinöser Wettbewerb schimpft sich das Teil. Haben wir aber am Weltmarkt für Agrarprodukte nicht.
          Trotzdem ist der Hinweis aus meiner Sicht gut.
          Willi, meine Empfehlung an euch: Bleibt beim Thema Landwirtschaft. Da gibt es genug Themen.. Natürlich ist es verständlich, wenn ihr eure Ängste in Bezug auf Globalisierung , Mercosur etc. vortragen wollt. Aber mehr auch nicht. Das ist nicht euer Metier, das können andere besser. Und was ihr von anderen einfordert, also die Deutungshoheit/die Kompetenz da zu lassen und auch zu würdigen, wo sie wirklich ist, gilt eben auch „andersrum“.
          So ganz habe ich bisher nicht rauslesen können, was eigentlich der Sinn oder das Ziel des Meetings ist? Brainstorming, Kummerbude?

          2+
    • Bauer Willi sagt

      Lieber Eckehard, hast Du das Video aus dem Reichstagsgebäude nicht gesehen? Du kannst den Text auch herunterladen. Dort sind mindestens 4 Lösungen genannt.
      Dieses Papier habe ich geschrieben, weil keine der Geladenen mit dem anderen redet. So wird jeder (auch die AbL) die eigene Position verteidigen.
      Ob Feststellengen falsch oder richtig sind, liegt im Auge des Betrachters. Für Dich Allwissenden sind sie falsch, für andere wiederum nicht.
      Gerne darf mich ein Vertreter der AbL zwecks Abstimmung für Montag anrufen. Mit dem BDM und anderen habe ich schon gesprochen.
      Wollen wir wetten, dass da nichts kommt? Aber mit der TAZ über „Chemie-Willi“ herziehen…

      17+
      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Willi,
        ich bin schon lange kein Vertreter der AbL mehr – bitte wende Dich bei Bedarf an die AbL selber…
        Wenn man Dich kritisiert, muss man dann wirklich „allwissend“ sein?

        4+
  41. sonnenblume sagt

    Es ist gut und wichtig, dass es diese Gesprächsrunde gibt und das unsere Anliegen an höchster Stelle vorgetragen werden können. Aber!!!!!!! Wir sollten aber nicht vergessen, dass Frau Merkel nichts unternehmen wird, was den Koalitionsfrieden gefährden könnte. Und wie Frau Schulze und ihre Mitstreiter tikken, hier im Besonderen Herr Flassbarth, das wissen wir auch alle. Drei Stunden für so einen umfangreichen Bereich, dass ist nur eine Alibiveranstalltung. Ich fürchte ernsthaft, dass die Marschrichtung schon lange ausgegeben worden ist und das Frau Klökner deswegen so dumm herum schwadroniert. Sie mag uns einfach nicht die Wahrheit sagen. Ich hoffe inständig, dass es für uns alle noch eine Chance auf eine positive Überraschung gibt.

    10+
  42. Elisabeth Ertl sagt

    Das Problem: Die Supermärkte quellen über, der Konsument, demokratisch in erdrückender Mehrheit, sitzt am längeren Ast und kann sich das Blaue vom Himmel wünschen. Wie setzt man den Konsumenten unter Druck?

    2+
    • Obstbäuerin sagt

      Ich möchte als Konsument frei entscheiden und nicht unter Druck gesetzt werden, Frau Ertl. Genauso wenig als Erzeuger landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Sinnvolle Vorgaben werde ich gern erfüllen.

      5+
    • Reinhard Seevers sagt

      Was soll der Druck denn bewirken? Weniger konsumieren? Dann muss man ihn arm machen…fragt sich nur ob man dann selbst noch am Leben bleibt.

      1+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Das war eine ironische Frage, ich weiß es ja auch nicht, aber die Tatsachen machen mich generell ratlos.

      2+
  43. Christian Fuchs sagt

    Hallo Willi,
    ist eigentlich in irgendeiner Weise mal darauf eingegangen worden, wer die ganzen zusätzlichen Arbeitsstunden leisten soll?
    Es wird in vielen Sonderkulturbetrieben immer schwieriger Arbeitskräfte zu rekrutieren.
    Wenn der Arbeitsaufwand je ha , höher wird weil wir hacken müssen, oder auf ökologische Weise wirtschaften müssen, dann wird ein so großer Druck auf dem Arbeitsmarkt sein, dass wir dringend mit anderen Nicht-EU Staaten ein Abkommen abschließen müssen, um hier überhaupt noch die Ernte aus dem Feld zu bekommen.
    Ich denke nämlich, dass die Personen die unsere Landwirtschaft ändern wollen, nicht Sonntag morgens im Dunkeln auf den Acker oder in den Stall gehen, um dort die nötigen Arbeiten verrichten.
    Es wäre mal eine Studie wert, alle verfügbaren Arbeitsstunden zu erfassen , die in unserem Land auf der Couch sitzen…..
    So wie es unsere Nachbarn in der Schweiz auch gemacht haben…

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Nein, die Arbeitszeit wird nie diskutiert. Und was noch wichtiger ist: wo sind die Menschen, die demnächst die Arbeit überhaupt noch machen wollen? Gerade im Bio-Pflanzenbau funktioniert es oft nur noch dank ausländischer Helfer.

      6+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Die Gemüsebauern haben heuer schon um ihre Ernte gezittert, weil weit und breit keine Saisonarbeiter in Sicht waren. Heuer konnte mit Hängen und Würgen noch geerntet werden.

        1+
      • Christian Fuchs sagt

        Das Thema Saisonkräfte gehört genau so rein in die Diskusion „Agrarwende“ wie Nitrat, Glyphosat etc….
        Ohne Saisonkräfte kein Bio-Anbau…

        3+
        • Dietmar Groß sagt

          Das ist so nicht richtig.
          Tatsache ist:
          Wenn Bio agroindustriell organisiert wird, dann stellt sich diese Frage. Aber das ist doch nicht die Realität.
          Hört doch auf mit diesem Schwarz-Weiß – Malerei.
          Viele Biobetriebe, insbesondere viele Neugründungen der letzten Jahre, aber auch Altbetriebe mit Direktvermarktung, sind solidarisch organisiert und setzen ganz bewußt nicht auf Masse, sondern Qualität im umfassenden Sinn. Dazu gehört auch der Umgang mit Arbeitskräften.
          Und das honoriert eine wachsende Zahl von EndkundInnen.
          Auch der Handel sucht danach.
          Wir hatten gerade Besuch von einer Edeka-Einkäuferin, die für ihre Filialen Erzeuger für „Waren mit Gesicht“ sucht.
          Die Konditionen sind ganz passabel. Wir prüfen ernsthaft im Rahmen unserer Möglichkeiten, ohne unser Profil aufzugeben..
          Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Berichterstattung im aktuellen Hessenbauern über erfolgreiche
          Vermarkter von Eiern aus Mobilställen und Wurstwaren von Schweinen aus Strohhaltung.
          Die Zukunft der Landwirtschaft ist bunt und mehr denn je gilt:
          Widerstand gegen falsche politische Weichenstellungen sind gut, aber ohne Selbsthilfe haben gerade die kleineren und mittleren Betriebe keine Zukunft. Sie sollten sich deshalb nicht zufrieden geben mit verallgemeinerten Forderungen für die gesamte Branche. Das nutzt nur den Großstrukturen.

          5+
        • Christian Fuchs sagt

          Da gehen wir warscheinlich schon zu zu weit in die
          Diskussion rein.
          Ich wollte es nur einmal kurz anmerken, dass irgendeiner die mit den anstehenden Wünschen über Änderungen in der Landwirtschaft, auch die Arbeit machen muss.
          Wir haben so viele schlaue und hochbetagte Köpfe in unserem Land, wir fliegen zum Mond und tauchen tausende Meter tief im Meer.
          Da wird ja wohl irgend jemand ausrechnen können, wieviel zusätzlich zu bezahlende Arbeitskraft (Familien-AK muß auch bezahlt werden!!!) wir brauchen, um das Agrar und Umweltpacket überhaupt stemmen zu können.

          1+
      • Eckehard Niemann sagt

        Hallo Willi,
        warum erwähnst Du hier nicht auch die Sklavenarbeit in den deutschen Schlachtkonzernen??? Einfach nur „vergessen“? Oder passt es nicht ins Konzept??

        4+
        • firedragon sagt

          Herr Niemann,
          sollen wir dann auch gleich die Bandarbeiter der Automobilindustrie dazu nehmen?

          3+
  44. Astorianer sagt

    Das Nitrat Problem ist vor Allem in NRW, Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Thema. Aber es wird immer so getan, als wäre in ganz Deutschland das Trinkwasser verseucht. In unsere Stadt haben wir und auch die 2 Anderen vom Jahr 2003 bis 2008 die Schweinerei aufgegeben, weil sie nur noch Verluste zu verzeichnen hatten. Auch in Baden-Württemberg haben die meisten Betriebe dicht gemacht. Wenns also keine Schweine mehr gibt, wird auch keine Gülle mehr ausgebracht. Dann müßte es auch keinen Nitrateintrag ins Grundwasser mehr geben. In unserer Stadt gibt es keine Rinder und keine Schweine mehr, aber immer mehr Freizeit und Sport-Pferde, die wohl keine Gülle, aber viel Mist machen, der auf die Felder ausgebracht werden muss. Wir sind noch die Einzigen mit unserer Straußenzucht, die Nutztiere als Nahrungsliferant betreiben. Aber ich den denke das die Politik, das auch im Norden, mit immer mehr Verboten es schaft, dass viele Schweinehaltente Betriebe aufgeben werden.

    2+
    • Reinhard Seevers sagt

      „Dann müßte es auch keinen Nitrateintrag ins Grundwasser mehr geben“

      Entscheidend ist doch nicht die Gülle….Dünger in Form von Mineraldünger steht doch ebenfalls in der Kritik. Und unter dem Truppenübungsplatz von Munster ist der Nitratgehalt ebenfalls zu hoch. Und nun?

      1+
      • Arnold Krämer sagt

        Mit der „Nitratkeule“ kämpfen diejenigen, die sie schwingen, gegen Regionen mit starker Viehhaltung. Gleichzeitig kämpfen sie gegen die marktwirtschaftliche Ordnung, die diese Regionen relativ reich gemacht hat. Und sie kämpfen gegen die Partei, die in diesen Regionen bisher immer überdurchschnittlich gute Stimmenanteile eingefangen hat und (nebenbei erwähnt) weit unterdurchschnittliche AfD-Ergebnisse hatte.
        Durch die Ausweisung der roten Gebiete in Niedersachsen und in anderen Ländern muss eigentlich allen bewusst werden, dass das Thema wesentlich komplexer ist als es bisher dargestellt wurde. Der halbe Kreis Vechta (Synonym für große Umweltvergehen) ist kein rotes Gebiet. Auch das linksemsländische Gebiet zur holländischen Grenze hin ist kein rotes Gebiet. Dafür findet man rote Gebiete in den Ackerbauregionen Ostniedersachsens fast ohne Vieh und in den Gemüsebauregionen.

        9+
        • Reinhard Seevers sagt

          …sowie in Wasserschutzgebieten, fast Viehlos mit 20jähriger Wasserschutzberatung…..Wer hier nicht spätestens die Stoßrichtung sieht, dem ist nicht mehr zu helfen. Georg Keckl hat bereits 2014 das ganze Lügengebäude der Messstellen dargestellt, niemand hat sich dahinter geklemmt oder ist dem gefolgt. Jetzt, 5 Jahre später, wo die Folgen des Desasters sichtbar werden, da versucht man, wahrscheinlich vergeblich gegenzulenken.

          7+
            • Reinhard Seevers sagt

              Davon hab ich aber nichts mitbekommen….und sie hat sich anscheinend nicht durchsetzen können, bzw. nicht genügend hinter sich vereinen können, damit das Thema warm genug bleibt, um es immer wieder zu präsentieren. zu wenig Unterstützung von Seiten der Berufskollegen? (Hat Frau Connemann, ja auch angemahnt)

              1+
        • Eckehard Niemann sagt

          Hallo, Herr Krämer, haben Sie bei Ihrer Lobpreisung des „marktwirtschaftlichen Systems“ (leider bisher ohne Kontrolle der Arbeitsbedingungen gemäß unserer „sozialen Marktwirtschaft“) und Ihres Lobgesangs des „relativen Reichtums“ dieser Regionen auch die Sklavenarbeiter in den Fleischkonzernen mit bedacht?
          Welche Heuchelei!

          2+
          • Arnold Krämer sagt

            Ja, in der Wertschöpfungskette Schwein war und ist einiges nicht in Ordnung. Das weiss ich auch und betreibe deshalb keine Lobhudelei und keine Heuchelei. Ich kenne auch alle Übertreibungen und Grenzüberschreitungen, die auf politisches (im weitesten Sinne) und auf menschliches Versagen zurück zu führen sind, und ich habe sie auch hier im Blog schon erwähnt.

            0
      • Eckehard Niemann sagt

        Hallo, Herr Seevers, bitte fairerweise auch erwähnen, dass der Grundwasser-Strom unter dem Truppenübungsplatz aus Agrargebieten kommt…

        3+
    • Elisabeth Ertl sagt

      Bei Pferden gibt es noch dazu keine Beschränkungen bei der Medikamentenanwendung.

      2+
      • Boss_marta sagt

        Bei Menschen auch nicht, und die gelangen über Mischwasserkanäle direkt in die Gewässer

        0
    • kleine Holthaus Joseph sagt

      Nitrate kommen nicht nur aus Exkrementen. Gedüngt wird auch in Regionen ohne Vieh. Dann nur häufig mit Kunstdünger.
      Nitrat kommt erst dann vermehrt mit Grundwasser in Kontakt, wenn die Düngung nicht zum Bedarf der Pflanzen passt.

      1+
    • Boss_marta sagt

      Schauen sie die Videos von Christian Lohmeyer auf Facebook an. Sie gelangen zu vollkommen neuen Erkenntnissen.
      Frau Schulze hat nach der Bauerdemo auf einem anderen Termin gesagt:“ Wir haben das beste Trinkwasser der Welt.“ Es ging um Vermeidung von Plastik.

      0
      • Ferkelhebamme sagt

        Sie unterscheidet schon zwischen Grundwasser und Trinkwasser. Bei zusammengeschnittenen Videoschnipseln zur Stimmungsmache geht das genaue Zuhlören schon mal verloren…
        Dass Otto-Normalbürger das schon mal falsch versteht, bzw. bewusst damit Ängste geschürt werden, ist so, aber auf dieses Niveau sollten wir uns nicht begeben, oder?

        2+
  45. Brötchen sagt

    ich würde keinen Rundumschlag machen, sondern mich beschränken.
    vielleicht nur auf den Ackerbau und das eindringlich und überzeugend darstellen.

    0
  46. Reinhard Seevers sagt

    Gibt es eigentlich Infos zu Strafzahlungen von Malta an die EU wegen Überschreitung der Nitratwerte? Kann mir nicht vorstellen, dass das kleine Malta die gleichen Strafzahlungen erhält, wie wir…und was machen die anderen Länder eigentlich? Irgendwie spricht keiner drüber, wie die anderen handeln und reagieren….ok, hier und da kommt mal was aus Holland oder Dänemark, was uns dann wieder als Vorbild vorgehalten wird, aber in letzter Konsequenz weiß keiner Bescheid, oder?

    3+
    • Ferkelhebamme sagt

      Apropos Dänemark: das staatliche Tierwohl ist nach nur 2 Jahren gescheitert- bitte auch das als „Vorbild“ nehmen und nach realistischen Lösungen streben.

      4+
      • kleine Holthaus Joseph sagt

        Brauchen wir noch ein zusätzliches staatliches Tierwohllabel? Es gibt schon seit 4 Jahren die Initiative Tierwohl. Der Staat könnte diese fördern und bei der weiteren behilflich sein. Das Geld käme dann auch da an, wo man es sich wünscht: Auf den Höfen der Bauern.

        Das Staatliche Tierwohllabel hingegen stellt sich in meinen Augen gegen die Initiative Tierwohl und legt dem Handel dummerweise ein großes Argument in die Hand: Wenn des ein staatliches Kabel gibt, brauchen wir nicht mehr zusätzlich Geld für die Initiative Tierwohl ausgeben.

        2+
      • firedragon sagt

        Herr Niemann,
        ich glaube Sie haben falsch gelesen.
        Herr Seevers hatte Fragen gestellt und damit wohl eher Unkenntnis gezeigt.

        0
  47. Chris Kö sagt

    Ich finde es toll, dass es überhaupt zu so einem Termin kommen wird. Wir sollten das mal als positives Zeichen sehen. Ohne die ganze Bewegung würde es den Termin gar nicht geben.
    Es gibt viele Probleme, jeder Betrieb hat aus der Vielfalt der Probleme mit mindestens einem oder mehreren zu kämpfen.
    Es nützt aber nicht zu jammern, wir müssen uns jetzt auch bewegen und Lösungen anbieten, nicht nur Forderungen stellen.

    Eins ist sicher, egal wie lang oder kurz der Termin ist, in den Köpfen jedes Anwesenden wird von dem vorgetragenen etwas „hängen“ bleiben. Wir werden aus Gehörtem zu neuen Ideen kommen und so auch zu gemeinsamen Lösungen. Denn das muss unser Ziel sein.

    Was für mich aber das positivste überhaupt ist, es ist ein ganz kleines Pflänzchen „Wir Gefühl“ entstanden. Es ist nicht mehr nur der Nachbarbetrieb, nein, es ist der „Mitlandwirt“ der mit mir dafür kämpft das die Landwirtschaft wieder Schulter an Schulter steht.

    2+
  48. Ferkelhebamme sagt

    Hallo Willi,
    jetzt bin ich ja wieder getriggert: Sauenhaltung:
    zunächst müsste mal in Frage gestellt werden, ob die Sauen wie von den Tierschützern unterstellt, tatsächlich „unendliches Leid“ erfahren, wenn sie zum Schutz von Ferkel-Leben ein Zeit lang in ihrem Bewegungskomfort eingeschränkt sind. Ich meine nicht, aber als Fachfrau bin ich ja total verblendet. Gut, dieses Kind ist eh in den Brunnen gefallen, da kommen wir nicht mehr raus, Änderungen diesbezüglich sind beschlossene Sache.
    Kastenstand im Deckstall: z.Zt. dürfen die Sauen dort 4 Wochen bleiben, bis die Früchte sich sicher eingenistet haben. Kastenstände so breit, dass die Sauen sich umdrehen können, ist etwas kontraproduktiv: ich kann nicht durch die Nase besamen. So breit, dass sie mit der Schnauze seitlich einen Hebelansatz finden, wird schwerverletzte Tiere mit sich bringen: die hebeln solange, bis das Genick bricht.
    Kastenstände in versch. Breiten an das Tier angepasst und verkürzte Verweildauer dort ist möglich, bedingt aber eine höhere Umrauschquote mit entsprechender wirtschaftlicher Folge und viel mehr Platz, also Stallerweiterung oder Bestandsabstockung. Finanzierung? Baurecht??
    Ferkelschutzkorb im Abferkelstall: bei der momentanen Variante liegt der Schnitt der Ferkelverluste bei 12,8%, im innopig Projekt gingen die Verluste bei freier Abferkelung an die 30%! (Willi, woher hast du 2% mehr Verluste?) Babyschweine-LEBEN vs. etwas Bewegungskomfort. Naja, man muss Prioritäten setzen als Tierschützer. Aber auch das ist beschlossene Sache, das vorhandene System muss weg, Bewegungsbuchten sollen jetzt das Ziel sein: mehr Verluste = wirtschaftliche Folgen, mehr Platzbedarf: Finanzierung? Baurecht? Arbeitsschutz? (Die Gesundheit der Tierbetreuer spielt gar keine Rolle)
    Hier braucht es mehr Zeit und innovativer Stallkonzepte mit wissenschaftlicher Begleitung. Mein Abferkelstall der Zukunft hätte konventionelle Abferkelbuchten für ca. 7-10 Tage (dann ist die Mutter-Kind-Bindung gefestigt, die Ferkel stark genug, die Schutz-Aggression der Sauen abgeklungen; Wildschweine stoßen auch erst nach 10 Tagen zurück zur Rotte), die dann nach hinten geöffnet werden können, so dass Sauen und Ferkel sich in einer Arena bewegen können. Mit der Möglichkeit sich auch wieder in den geschützten Bereich zurückzuziehen , bzw. aggressive Tiere einsperren zu können, mein Leben ist mir schon ganz lieb. Aber ich bin ja nur Praktiker, deren Meinung nicht gefragt ist. Außerdem auch hier wieder das Problem der Stallerweiterung und der Finanzierung.

    Schwänzekupieren darf nicht übers Knie gebrochen werden, ist nicht schön, aber momentan die beste Alternative. Auch hier braucht es viel mehr fundierte wissenschaftliche Forschung.

    Kastration: ein riesen Thema: egal was kommt: die Weiterverarbeitung und der Handel müssen in die Pflicht genommen werden! Wir brauchen eine Abnahme-Garantie für Eber und Improvac-Tiere, OHNE Wischi-Waschi-Rumgeeiere mit „Wir versuchen das für ein Jahr“ und Abzügen bei der Auszahlung! Ausländische Ferkel MÜSSEN die selben Kriterien erfüllen.
    Und bitte schauen Sie sich die deutsche Realtität an: die sauenhaltenden Famielienbetriebe, die ich kenne (und das sind eine Menge) sind nach den letzten Jahren mit desaströsen Preisen und Dürre finanziell am Ende, das beweist auch der schon erfolgte riesige Strukturbruch, stopfen mit den derzeitigen Erlösen gerade die Löcher und versuchen zu überleben. Die, die von der Regelungswut profitieren werden sind die Maega-Anlagen, die von Gesellschaften geführt werden: die melden Insolvenz an , firmieren um und machen weiter. Der Familienbetrieb schließt für immer die Tore.

    4+
    • Ferkelhebamme sagt

      Und noch eine Ergänzung:
      Schweinehaltung mit Außenklimareizen — Baurecht
      Schweine auf Stroh–Ammoniak-Emmissionen, Arbeitsaufwand, Mist-Anfall

      2+
    • Reinhard Seevers sagt

      Es läuft alles auf zwei Kernfragen hinaus: Wer bezahlt die Chose und bekommen wir die Wünsche rechtlich langfristig abgesichert?
      Wenn das Ordnungsrecht der Maßstab sein soll, dann wird es einen Kampf geben!!

      2+
  49. Kleinbäuerin sagt

    Ich verstehe einfach nicht dass die Politik nur drei Stunden Zeit hat für eine Unterredung mit dem Berufsstand der die Menschheit ernährt. Da kann man nur noch den Kopf schütteln.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deiner Rede. Erfolg nicht nur im Sinne von „Antworten bekommen“ sondern auch im Sinne von „Es werden Taten folgen“.

    Ein Kommentar nebenbei: Wir haben hier in Deutschland so viele Vorschriften, wie wäre es denn mal mit einer Vorschrift die besagt dass jeder Gartenbesitzer mindestens 10% seines Gartens (da sind auch Steingärten nicht ausgenommen) Bienenfreundlich gestalten sollte? Ich sehe nämlich auch hier auf dem Land in letzter Zeit mit zunehmender Häufigkeit triste Steingärten und Rasen ohne auch nur eine einzige Blume. Ich weiß dass das nicht umsetzbar ist, aber das wäre aktiver Bienenschutz von jedem Bürger.
    Achtung Sarkasmus: Aber das wäre ja ein Unding Natur so dicht vor der eigenen Nase zu haben. Natur muss geschützt werden aber nicht bei mir zu Hause. Dort muss alles Sagrotanrein sein. Wo kämen wir denn da hin wenn die Gäste im Haus ein ekelhaftes Insekt sehen würden? Das könnte ja möglicherweise noch einen Vogel anlocken…

    8+
  50. Der Bonner sagt

    Vielleicht solltet ihr auf so einer Veranstaltung versuchen, Wege zu diskutieren, wie man in einem solchen Fall zusammen arbeiten könnte, neue Formate besprechen, wie man partizipatorisch Politik gestalten könnte, sich untereinander auf Fahrpläne für Diskussion und Konzeperstellung verständigen. Die Standpunkte sind doch alle bekannt, die Widersprüche, denke ich auch. Wie in vielen anderen „Problem“-Bereichen unserer Gesellschaft haben sich Dinge verselbständigt und wir sehen aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der vielen Beteiligten und auch Betroffenen nicht direkt Lösungen, die Politiker auch nicht. Grundlegende Wandelprozesse in einer Gesellschaft, die dem Wohlergehen aller dienen soll, brauchen Zeit und Verständigung.

    3+
  51. Der Kanzlerinnentermin ist eine reine Alibiveranstaltung um nach aussen zu suggerieren, dass man etwas für die Landwirtschaft tun will. Bei der hohen Anzahl von teilnehmenden Gruppen, die unter sich auch noch teilweise zerstritten sind, kann sich die Politik bequem zurück lehnen und die Teilnehmer tanzen lassen. Ich glaube nicht dass dabei irgend etwas brauchbares heraus kommt. Die Vielzahl der Themen, die Willi anspricht, sind zwar alle richtig und wichtig, aber unmöglich in einer solchen Runde auch nur ansatrzweise zu diskutieren. Wenn, dann müssten sich die Akteure im Vorfeld auf EIN Schwerpunktthema verständigen und dieses dann geschlossen Vortragen mit vorformulierten Forderungungen/Lösungen. Aus meiner Sich wäre das Thema Bürokratieabbau dafür geeignet, da die Politik auch massgeblicher Mitverursacher des bürokratischen Wahnsinns ist.

    18+
    • Bauer Willi sagt

      Darum dieses Papier. In der Hoffnung, dass möglichst viele der Eingeladenen es lesen und die Diskussion etwas strukturiert abläuft. Ansonsten erzählt jeder seine Geschichte, der eine Verband kloppt auf dem anderen herum und wir haben nur den Eindruck hinterlassen, dass wir unter uns uneins sind.
      Die Überschrift von Dienstag kenne ich schon: „Kanzlerin nimmt die Sorgen der Bauern ernst, aber Bauern müssen auch zu Veränderungen bereit sein“. Toll!!

      4+
      • Berthold Lauer sagt

        „Ansonsten erzählt jeder seine Geschichte, der eine Verband kloppt auf dem anderen herum und wir haben nur den Eindruck hinterlassen, dass wir unter uns uneins sind.“
        So wird es kommen(leider, leider)!!!

        1+
  52. Obstbäuerin sagt

    Guten Morgen Bauer Willi und alle anderen. Wenn tatsächlich Vertreter aller Sparten dabei sind, werden diese ihre speziellen Probleme sicher im Detail, so gut es eben geht in der Kürze der Zeit, vortragen. Aus meiner Sicht sollte die Priorität auf der Aussetzung oder Verschiebung aller Entscheidungen (Agrarpaket, Düngeregelung usw.) liegen, die ohne Mitwirkung der Landwirte ausgehandelt wurden. Ich glaube, das wäre der einzige Erfolg, der unter diesen Bedingungen zu erreichen ist. Alles andere kann im Nachhinein verhandelt werden. Als Vorschlag würde ich die Bildung einer Arbeitsgruppe Düngeverordnung, eine Arbeitsgruppe Insektenschutz , eine Arbeitsgruppe Tierproduktion und eine Arbeitsgruppe Pflanzenschutz einbringen, die zu 90 % aus betroffenen und engagierten Landwirten bestehen müsste.
    Leider erwarte ich, nachdem ich Frau Klöckner in Berlin erlebt habe, keine Unterstützung von ihr aber das erfordert noch mehr Initiativen und Graswurzelarbeit von uns.

    4+
  53. Marlice sagt

    Hi Willi
    Den größten Zielkonflikt sehe ich beim zu großen Tisch selbst.
    Im Zweifel gibst LSV nen stupser, dann machen wir weiter, bis zur Privataudienz.
    Wir ackern uns dumm, sollten uns wegen Unterbezahlung selbst anzeigen und spielen Jahr für Jahr Poker mit all unserem Besitz. Wenn die Saisonkraft mehr verdient als der Betriebsleiter, dann ist die Axt am Baum!
    Danke für deinen Einsatz!

    5+
    • Bauer Willi sagt

      In der Diskussion war wohl auch ein kleiner Kreis von 10 Personen. Das wollte man/frau dann doch nicht. Klar, so kann keiner unzufrieden sein, aber bei der Vielfalt der Meinungen wird auch das Ergebnis schwach werden.

      3+
  54. Der Braunschweiger sagt

    Guten Morgen Willi, was mir auf der Seele brennt ist das Zustande kommen der Nitrat Werte. Nämlich die völlig verkorkste Meldung des Belastungnetzes und nicht die objektiveren Durchschnittswerte über ganz Deutschland. Schlichtweg fehlt ein einheitliches Vorgehen der EU, erst dann ist alles objektiv und dann kann man an den Mangelstellen auch durchgreifen. Zumal es neuere Werte auf Grund der aktuellen Düngeverordnung noch nicht gibt.

    4+
  55. Jan Knappe sagt

    Wichtigste Frage: Warum stirbt die schäferei aus? Jetzt wo ökologischere bzw. Ökonomischer Alternativen der Fleischproduktion gefragt sind …?

    3+
  56. Christian sagt

    Viel zu viele Teilnehmer. Eine Diskussion wird nicht zustandekommen, die Zeit ist vorher um.
    Wenn’s um’s Große und Ganze geht: der größte Widerspruch besteht nicht auf produktionstechnischer Ebene, sondern in der bereits häufig beschriebenen Consumer-Citizen-Gap (https://de.wikipedia.org/wiki/Consumer-Citizen-Gap). Wenn die Gesellschaft eine „andere“ Landwirtschaft will, muß die Gesellschaft (= der Staat) Geld fließen lassen, statt sich hinter irgendwelchen Feigenblättern, auch als Label bezeichnet, zu verstecken und die Verantwortung dem einzelnen Konsumenten aufs Auge zu drücken.
    Das oft zitierte Verursacherprinzip, welches oft als Begründung für ordnungsrechtliche Maßnahmen herangezogen wird, wird vom Staat durch die Deregulierung der Märkte systematisch ausgehöhlt. Das Verursacherprinzip bedeutet eigentlich, dass der Anbieter einer Ware oder Dienstleistung die Kosten für z. B. Umweltschutzmaßnahmen vorfinanziert und dann auf seinen Produktpreis umlegt, so dass schlussendlich der Konsument die Kosten trägt. Das funktioniert jedoch nur, wenn für alle Anbieter in einem Markt die gleichen Spielregeln gelten.
    Also: keine ordnungsrechtlichen nationalen Alleingänge in deregulierten Märkten, mehr Kooperationen, mehr finanzielle Anreize, oder wie du, Bauer Willi, es schon öfter formuliert hast: macht Tierwohl und Biodiversität zu Betriebszweigen.

    Ich persönlich finde beispielsweise den Ansatz von Prof. Isermeier zur Finanzierung von tiergerechten Haltungsverfahren gar nicht schlecht…

    1+
    • Reinhard Seevers sagt

      „Ich persönlich finde beispielsweise den Ansatz von Prof. Isermeier zur Finanzierung von tiergerechten Haltungsverfahren gar nicht schlecht…“

      ….wenn es denn irgendwann mal einen einvernehmlichen Kriterienabgleich gäbe. Leider sind die hardcore – Tierschützer nie kompromissbereit und werden dauerhaft Verstöße anprangern…..it´s a never ending story.

      4+
      • Christian sagt

        Das ist leider so. Aber wenn in der Gesellschaft ein Kompromiss gefunden wird, wie Tierhaltung und Landwirtschaft im Allgemeinen zukünftig aussehen (und bezahlt werden!) sollen, kann sich niemand mehr seiner Verantwortung entziehen und es gibt keinen Grund mehr, beispielsweise Stalleinbrecher nicht zu sanktionieren. Extremisten wird es immer geben, was wir brauchen ist der Rückhalt der Breite der Gesellschaft und des Staates.

        4+
        • firedragon sagt

          Christian,
          den Rückhalt des Staates hatte ich an anderer Stelle schon bemängelt.
          Der Staat hätte schon vor vielen Jahren diesen Rückhalt für die LW aufbringen müssen, dann wären wir nicht hier, wo wir jetzt sind.
          Na ja, so ist das eben mit den „hätte, wenn’s und aber’s“, jetzt muss geschaut werden, wie es werden soll.

          0
      • Arnold Krämer sagt

        Viele Tierschützer: „die beste Tierhaltung ist keine Tierhaltung“.
        Dagegen kommt man nicht an. Helfen können vermutlich nur leere Regale und massive Stromausfälle, damit sich die „Gesellschaft“ wieder „beruhigt“.

        6+
  57. Gemüsebauer sagt

    Problem Kupferanwendungen im Sonderkulturbereich. Im Biobereich benötigten fast alle Sonderkulturen (Gemüse, Obst, Wein, Kartoffel) Kupferanwendungen. Zumindest wenn für den LEH produziert wird. Wenn die Kupferzulassungen auf alle Gemüse und Obstarten ausgedehnt werden und gleichzeitig der Bioanbau massiv ausgedehnt wird, müssen meines Wissens auch die Höchstmengen für Kupfer in diesen Kulturen abgesenkt werden. Das kann zu größeren Problemen bei allen Biobetrieben führen. Ist man sich in der großen Politik bewußt, dass man einerseits eine Kupfertaskforce (zur Reduzierung des Kupfers) einsetzt und gleichzeitig die Betriebe Richtung Biobewirtschaftung treibt? Meines Wissens nach läßt sich der Kupfereinsatz in den Sonderkulturen nur durch Abdeckungen (Gewächshäuser) einschränken. Solch große Flächen aber abzudecken führt zu einem sehr starken Natureingriff (von den Kosten gar nicht zu reden.)

    2+
    • firedragon sagt

      Hallo Gemüsebauer,

      im Bio-Weinbau gibt es schon eine Höchstgrenze für Kupfer.
      Jeder Bio-Winzer hat eine Menge x über einen mehrjähringen Zeitraum zur Verfügung. Wie er die Menge x pro Jahr einteilt, muß jeder Betrieb für sich berechnen.

      1+
      • Gemüsebauer sagt

        Hallo firedragon,
        ich meinte was anderes: auch für Kupfer gibt es Höchstmengenregelungen für jedes Produkt (z.B. in Rucola beträgt die Höchstmenge 100mg/je kg.) Da diese Höchstmengen nach dem Warenkorb ausgerechnet werden, wäre es ein Problem wenn die Kupferanwendungen auf viele Kulturen ausgeweitet werden. Dann müssten die Höchstmengen in den einzelnen Kulturen abgesenkt werden? Dies hätte zur Folge, das für jede Kultur weniger Kupfer zur Verfügung steht? Auf jeden Fall halte ich es für höchstbedenklich die Kupferanwendungen massiv auszuweiten.

        1+
        • firedragon sagt

          Ja Gemüsebauer,
          so wird es kommen.
          Es wird verschwiegen, dass im Bionabau mit Schwermetall gearbeitet wird.(ohne, hätten die schon ein kleines Problem)
          Immerhin hat der Gesetzgeber erkannt, dass nicht unbegrenzt mit Kupfer gearbeitet werden kann. Werden mehr Konvi. – Flächen in Bio – Flächen umgewandelt, könnte es möglicherweise problematisch werden.

          2+
  58. Lieschen Müller sagt

    Ich sehe aus Verbrauchersicht noch einen Konflikt: Verlust und Verderben von einmal erzeugten Lebensmitteln im Gegensatz zur Müllvermeidung. Wenn man nicht einschweißt, einweckt, einfriert, verderben Milch, Fleisch und Obst schnell. Andererseits hat man dann einen enormen Plastik und Energieaufwand.

    0
    • Reinhard Seevers sagt

      Früher wurden frische Lebensmittel in der Saison für den Winter eingemacht. Das widerspricht aber der heutigen Doktrin des „alles muss immer frisch sein“, was medial von Gesundheitsaposteln bis zu den Fernsehköchen postuliert wird.
      Es bräuchte ja gar keine Transporte und Verpackungen von Produkten aus dem Ausland, wenn Konserven wieder einen Stellenwert hätten.

      1+
      • Lieschen Müller sagt

        Nein, das meine ich nicht. Milch kauft man im Tetrapack (selbst Frischmilch ist heute 3 Wochen haltbar). Fleisch, Wurst, Käse ist alles in Plastik verpackt. Wenn nicht, ist frischer Aufschnitt nach 2 Tagen unverkäuflich. Einwecken ist nur mit viel Energie möglich. Die Schraubgläser haben im Deckel eine Plastebeschichtung, sonst funktioniert das nicht. Auch die Einweckgläser müssen energieaufwändig hergestellt werden. Konserven sind aus Metall (von kommt das denn her?) und sind auch innen mit irgendetwas beschichtet.
        Das ist für mich ein Zielkonflikt: nichts wegschmeißen gegen Plastik- und Energieeinsparung.

        1+
        • Reinhard Seevers sagt

          Dieser Zielkonflikt ist begründet in der modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft. Das wird sich noch verstärken, die Urbanisierung wird weiter voranschreiten und die Menschen müssen in den Städten versorgt werden.

          0
          • Elisabeth Ertl sagt

            Finden Sie es gut, dass die Urbanisierung voranschreitet oder sollte man das auch kritisch beleuchten?

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Das ist nicht zu verhindern. Urbanisierung ist eine der großen Herausforderungen der nächsten 50 Jahre.
              „Bis zum Ende des Jahrhunderts werden etwa 68% der Weltbevölkerung in Städten leben.“
              https://multi.thyssenkrupp-elevator.com/de/
              Da kann man dazustehen, wie man will, ist wie mit dem Klima, es kommt einfach. Und etliche verdienen daran, weil die Menschen versorgt, bewegt und wohnen müssen.

              0
        • Obstbäuerin sagt

          Genau so sollte ein Problem beleuchtet werden, Lieschen Müller. Alle Vor- und Nachteile auf den Tisch und dann die Variante, die den möglichst geringsten Schaden verursacht, herausfinden.

          3+
  59. fingerphilosoph sagt

    Die wesentlichen Zielkonflikte sind die zwischen
    a) Versorgungssicherheit und Globalisierung
    b) Versorgungssicherheit und Klima-/Arten-/Naturschutz
    c) Globalisierung und Klima-/Arten-/Naturschutz

    Globalisierung widerspricht Klima/Arten-/Naturschutz, da hoher Flächenverbrauch (Abholzung von Regenwäldern für Produkte, die nach Deutschland exportiert werden (Soja, Fleisch), lange Transportwege (Schiff, Flugzeug), hoher Energieverbrauch, nicht Einhalten von europäischen/deutschen Klima- und Tierwohlstandards in anderen Ländern

    Ernst gemeinter Klima-/Arten-/Naturschutz setzt voraus, dass Deutschland keine ausländischen Agrarflächen mehr belegt. Derzeit sind es im Ausland 12,7 Mio. Hektar. Nach Gegenrechnung von Export und Import bleibt immer noch ein Flächendefizit von ca. 5 Mio. Hektar, Deutschlands Agarflächen betragen also nicht 16,7 Mio. ha, sondern 21,7 Mio. ha, wenn man die Auslandsflächen dazunimmt.

    Wenn die Bundesregierung anstrebt, dass langfristig nicht nur Deutschland, sondern die Welt auf Erneuerbare Energien setzt, womit sollen die großen Frachtschiffe und Transportflugzeuge angetrieben werden? Mit Windstromenergie?

    Globalisierung widerspricht Versorgungssicherheit: Durch Steigerung der Importe an Ernährungsgütern durch Mercosur etc. sinkt der Selbstversorgungsgrad im eigenen Land.
    Verlagerung von Problemen mit Klima/Arten/Naturschutz bloß ins Ausland, aber keine Lösung, im Gegenteil.

    Versorgungssicherheit gerät mit Klima-/Arten-/Naturschutz in Konflikt: extensive Landwirtschaft braucht doppelt so viel Fläche, bei Verbot von Pflanzenschutzmitteln sinken die Erträge, Flächen müssen extra für Klima-/Arten-/Naturschutz bereit gestellt werden. Wo sollen diese Flächen herkommen, wenn eh schon ein Defizit von 5 Mio. ha besteht?

    3+
  60. Elisabeth Ertl sagt

    Noch zwei Punkte zum Tierschutz:
    Ohne Anbindehaltung müssen Rinder zu ihrer eigenen Sicherheit und zur Sicherheit des Menschen enthornt werden. Das ist ein schmerzhafter, auch nicht tierschutzgerechter Prozess, gegen den es in der Schweiz schon ein Volksbegehren gab. Letzteres erhielt knapp keine Mehrheit, weil Ställe dann gewissermaßen die Größe von Sportstadien haben müssten, damit Rinder gefahrlos rangeln können.
    Auch das Schwanzkupieren bei Schafen soll verboten werden. Wildschafe haben aber einen kurzen Schwanz, nur der Mensch hat zur besseren Wollausbeute einen langen Schwanz angezüchtet, der jetzt biologisch funktionslos ist und bei Durchfall den Kot über die hintere Körperhälfte verteilt. Schafe können aber nicht so leicht gereinigt werden wie etwa Rinder, der Arbeitsaufwand ist vor allem bei den heutigen großen Herden und dem niedrigen Personalstand unzumutbar. Es droht bei diesen Weidetieren lebensgefährlicher Madenbefall. Den Schwanz wieder wegzuzüchten ist sehr langwierig, weil bei der Zuchtwahl zunächst auf wichtigere Kriterien geachtet werden muss. Die Gentechnik wäre eine Hilfe, ist aber verboten.

    4+
    • Ludwig Wreesmann sagt

      Steht drin in Willis Ausführungen:
      Die Initiative Tierwohl führt zu weniger Tierwohl.
      In allen Bereichen, weil wieder mal Ideologie über Fachwissen gestellt wird.

      5+
  61. Karsten Rubel sagt

    Das wird wieder einmal ein hervorragender Beitrag von dir im Überlebenskampf der Landwirtschaft in Deutschland. Schon dein Beitrag vor der CDU Fraktion im deutschen Bundestag zeigt Wirkung und wurde in der Rede von Gitta Conneman mahnend erwähnt. Vielen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz zum Wohle der deutschen Landwirtschaft trotz der Rückschläge auch aus den eigenen Reihen !

    12+
  62. Reinhard Seevers sagt

    Wäre toll, wenn es Transparenz gäbe und die Unterhaltung öffentlich gemacht würde….dann könnten sich alle ein Bild machen und wir wüssten, wer für was steht und wie sich Angie positioniert.

    9+
  63. Thomas Apfel sagt

    Problematisch ist, dass das Ganze im Hintergrund, ohne dass es Jemand benennt, doch wieder der Streit zwischen Bio-Landwirtschaft und modernem Ackerbau, zwischen der ABL mit ihren Weidetierhalter und intensiven Viehhaltern/-Mästern ist. Und zwar ist es in erster Linie der Streit um die Mittelverteilung der GAP.
    Die Bio- und Naturschutzverbände, die in großer Zahl (wenn nicht Übermacht) mit am Tisch sitzen, werden alles tun die moderne Landwirtschaft mit alten und neuen Behauptungen zu diffamieren. Diese Diffamierungen sind in der Politik angekommen und zeigen ihre Wirkung. Daher denke ich, man muss einige Themen positiv besetzen und andere spezielle außen vor lassen . Für mich wären die wichtigsten Dinge: zuallererst verhindern, dass alle Bio-Produktionsflächen nicht automatisch Ökologische Vorrangflächen werden, sondern Produktionsflächen in beiden Systemen gleich betrachtet und gefördert, oder eben nicht gefördert werden. Wir sind für Insektenschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt, Aber es muss auf separaten Flächen erfolgen, kontrolliert und gefördert werden. Förderungen von Artenschutz in der Produktionsfläche (das Beispiel Feldrittersporn) sollte nicht mit der GAP vermischt werden weil beide Produktionsweisen im Feld nicht Artenschutzmaßnahmen sondern Biomasseerzeugung sind (Beispiel gestriegelter Bio-Getreideacker versus mit Herbizid freigehaltener Getreideacker).
    Das zweite Hauptthema aus meiner Sicht sind die geplanten massiven Einschränkungen im Pflanzenschutz. Dieses Thema wird von Seiten des NABU, BUND, BÖLW, FÖL, massiv besetzt werden. Die Notwendigkeit der Beschränkungen ist in der Politik fest verankert. Wir müssen uns, denke ich massiv für die Verbesserung der Saumstrukturen stark machen, weil das einerseits den größten Einfluss auf die Erhaltung der Vielfalt hat und andererseits unsere positive Maßnahme gegen das falsche Verbot der modernen Phytomedizin ist.
    Entschuldigung, soll jetzt keine Besserwisserei sein, Sie werden das schon super machen wie auch bei der Mittelstandsveranstaltung mit der CDU. Entscheidend ist wer die Diskussion startet und seine Frames zuerst setzen kann. Nehmen Sie sich nicht zu viel Last auf den Schultern mit, es wird nicht der letzte Termin sein und wie Sie immer sagen: „Gemeinsam sind wir stark“!

    4+
    • Bauer Willi sagt

      Die Natur- und Tierschutzverbände sind nicht am Tisch, BÖLW schon. Und ja, es darf nicht der letzte Termin sein.
      Keine Ahnung, wie die Moderation läuft….Wird bei so einer großen Truppe ja nicht leicht.

      2+
      • Bauer Hubert sagt

        Hallo Willi
        Da diese Veranstaltung als reine Alibiveranstaltung konzipiert ist (begrenzte Zeit, viele Themen, viele Teilnehmer mit zum Teil völlig unterschiedlichen interessen) muss man eine Gegenstrategie haben um etwas zu erreichen.
        Ich denke ihr solltet euch unter gleichgesinnten vorher absprechen und gemeinsam festlegen was angesprochen wird .
        Probleme und Lösungen aufzeigen um die herrschaft über den gesprächverlauf zu erlangen.
        Und ganz Wichtig !!! Herausstellen das die große mehrheit der hier vertretenen Landwirte konvenzionell arbeiten
        vielen Dank für deinen Einsatz und gutes Gelingen

        2+
        • Bauer Willi sagt

          Ja, man sollte…sich absprechen.
          Soll ich das auch noch anleiern. Ich habe zumindest diesen Artikel an alle Eingeladenen gemailt. Mehr kann ich nicht machen, ich sitze hier ganz alleine im Büro.
          Und eigentlich wollte ich kürzer treten… Wird wieder nix draus…

          4+
          • Bauer Hubert sagt

            Hallo Willi
            Wer ist denn noch eingeladen?
            Vieleicht kann man den Ein oder Anderen mal in diese Richtung anstubsen. Es geht nunmal nur gemeinsam.
            Wenn Du hilfe brauchst sag was wir tun können .
            Du bist nicht allein!!!!

            2+
  64. Schmeckt gut sagt

    Mit stark eingeschränktem PSM sind wir in der Obst- und Gemüsevermehrung und im gesamten Sonderkulturbereich gezwungen, die Kulturen physisch vor Erregern und Schädlingen zu schützen (geschützter Anbau). Die Gesetzgebung hat gerade die Anforderungen an die Pflanzengesundheit deutlich verschärft. Wie aber sollen wir die Gesundheit von Neuanlagen sicherstellen, wenn kein ausreichender Schutz über PSM möglich ist und auch ein sinnvoller Einsatz von Agrarfolien und Kulturschutzsystemen massiv in der Kritik steht. Importe von Jungpflanzen sind keine Alternative. Drücke euch die Daumen, dass wenigstens ansatzweise gangbare Wege aufgezeigt werden können.

    2+
  65. bauerhans sagt

    Frau Merkel hat ganz andere probleme:

    Europa kann sich nicht selbst verteidigen!

    ich hatte mir gestern erlaubt,im zon-forum darauf hinzuweisen,dass die klimaprobleme auf manipulierten daten basieren und die Kanzlerin durchgreifen sollte.

    der kommentar wurde als persönliche unterstellung gelöscht.

    4+
  66. Reinhard Seevers sagt

    Wo ist das Nitrat – Problem? Die Verpflichtung zu sauberem Wasser steht im Raum. Fragt sich, ob und wie hoch Risiko und Gefahr gewichtet und in Gesetze gegossen werden und wurden. Die Messwerte stehen in Frage, leider viel zu spät, so dass die Klage vor der EU nun als „alternativloses“ Druckmittel aufgestellt ist. Wie will man da wieder rauskommen, ohne Umweltschutzverweigerer zu sein oder zu werden?
    Widersprüche zwischen Immissionsschutz und Tierschutz müssen angesprochen werden.
    Die innovativen Lösungen der Separierung und deren zukünftigen Möglichkeiten müssen thematisiert werden, um die unsägliche Flächenbindungs-Diskussion anzugehen, und ideologische Dogmen abzuwehren.

    Willi ich drück dir die Daumen!!!!

    9+
    • Dieter Dänzer sagt

      Was bei den ganzen Diskussionen um die Nitratbelastung überhaupt nicht mehr in Frage gestellt wird ist doch, dass Nitrat angeblich Krebserkrankungen erzeugen kann: kein Politiker, kein Vertreter der NGO‘s oder der Medien geht auf die Dosis-Thematik ein!!! Nitrat ist sogar in nicht zu hoher Dosierung nachweislich gesundheitsfördernd: Blutdrucksenker, etc. – das „gesunde Gemüse“ enthält vielfach ein zigfaches der Dosis von Trinkwasser.
      Und was auch überhaupt nicht berücksichtigt wird ist, dass das Nitrat im Grundwasser bei der Trinkwasseraufbereitung problemlos entzogen werden kann – ganz im Gegenteil zu den Medikamentenrückständen!!!
      Mit Blick auf die vielfältigen Wechselwirkungen von Nitrat in den Naturkreisläufen darf man nicht eine Sache rausgreifen, die Dominosteineffekte entfalten sonst ihre zerstörerische Wirkkräfte: weniger Nitrat, weniger Pflanzenwachstum, weniger Humusbildung, weniger CO2-Bindungen, weniger Lebensmittel!!!
      Die Verteufelung des Nitrats hat verheerende Folgen und ist wissenschaftlich definitiv nicht geboten!!!

      6+
      • Reinhard Seevers sagt

        Leider sind diese Argumente viel zu spät diskutiert worden, bzw. als Argumente gar nicht „zugelassen“. Eine Relativierung des Nitrat-Problems kommt einer Verweigerung gleich. Da wurde von Seiten des Verbandes viel zu spät reagiert, weil man wohl Angst hatte, in die Verweigerungsecke gedrängt zu werden.
        Unser Wasser ist ok, und für die Reinigung des Autos, das Blumengießen und Rasensprengen, sowie für die Klospülung ist die Landwirtschaft sogar bereit ihre Existenz aufs Spiel zu setzen. Dafür trinken die Bürger dann teures umweltschädliches Mineralwasser aus PET- Flaschen und lassen dieses Wasser aus Tibet oder mind. aus den Vogesen bis nach Flensburg karren….die Widerspruchsgesellschaft lässt grüßen.

        4+
      • @Dieter Dänzer (kann es ein, dass mir Ihr Name noch aus dlz-Zeiten bekannt ist?)
        Sie haben absolut recht.Mit dem Thema Nitrat wurde künstlich ein Bedrohungszenario erfunden und aufgebläht, das einer realistischen Betrachtung in keinster Weise standhält. Wenn man dies alllerdings in die Diskussion einbringt, wird man nicht nur als Verharmloser, sondern sofort auch mit dem Modeschimpfwort „Leugner“ verunglimpft. In einem Artikel der SZ gestern (27.11.) wurden die Macher von LsV gerade deshalb aufs Übelste beschimpft.

        2+
        • Dieter Dänzer sagt

          Ja Mark, gutes Erinnerungsvermögen, die dlz-Zeit liegt schließlich mittlerweile 20 Jahre zurück.

          0
  67. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, aus meiner Sicht ist die Anzahl von 39 Adressaten, die dort vertreten sein werden
    viel zu groß ,um zu einem vernüntigen Konsenz zu kommen.
    Eventuell war es auch so beabsichtig . In den geplanten 3 Stunden wird es beim Vorgeplänkel bleiben. Schade, einen Kanzlertermin erhält man ja nicht alle Tage.

    9+
    • Bauer Willi sagt

      Die Befürchtung habe ich auch. Deshalb die Vorbereitung.

      „Wer nicht weiß, wo er hin will, muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt“.

      8+
      • firedragon sagt

        Guten Morgen Herr Dr. Kremer-Schilings,

        meine Fragen an Frau Merkel wären:

        – Was ist uns die deutsche LW wert ? (nur 3 Stunden – ich hoffe, da folgt mehr, viel mehr)
        – Wie kann sie die Abholzung der weltwichtigsten Lunge rechtfertigen ? (Freihandelsabkommen)
        – Wie rechtfertigt sie die Ausbeutung südamerikanischer Länder ? (Kobalt/Silitium)
        – Darf die überbordende Reglemenierung der dt. LW zum Nachteil anderer Länder werden ? (dortige Tierhaltung/Arbeitsbedingungen)
        – Wie abhängig will sie sich noch vom Ausland machen ? (s. Medikamente, trifft wohl irgendwann auch auf Lebensmittel zu)

        – Wo ist ihr Stolz geblieben, über eine LW zu verfügen, die

        * hochwertigste Lebensmittel herstellt
        * über, im Verhältnis zur Landesgröße, großzügige Natutäume verfügt
        * Energie herstellen kann
        * Tier- und Sozialstandards erfüllt, wie in keinem anderen Land
        * ein Volk sättigen kann

        5+
        • firedragon sagt

          Allerdings muss ich klar sagen, alle Fragen sind für den A….

          Mark und Obstbäuerin haben es erkannt :
          In der Kürze der Zeit, die der Landwirtschaft eingeräumt wird, sollten sich alle auf ein Thema einigen (das wird schon schwer genug sein) und für dieses Thema einen gemeinsamen Nenner finden.
          Zum Anderen, ein Aussetzen oder Zurückstellen der neuen Verordnungen für einen bestimmten Zeitraum ist erforderlich, um Obstbäuerins Arbeitskreise praktisch sinnvolle und zukunftssichere Lösungen zu erarbeiten.

          3+
          • Arnold Krämer sagt

            Von einem gemeinsamen Nenner auch in Teilbereichen der Agrarpolitik sind wir teilweise weit entfernt. In der jetzigen Situation wäre es schon ein Erfolg, wenn man so etwas wie ein Stand-Still erreichen könnte. Die Politik überschlägt sich doch mit immer neuen Vorschlägen und Regelungen, die kaum noch zu vermitteln, geschweige denn in der breiten Praxis in kürzester Zeit zu beachten und umzusetzen sind. Und die Zielkonflikte und Widersprüche werden immer größer, was letztlich dann auch den Rechtsstaat an seine Grenzen führen wird.
            Klagen gegen die von der Agrar-und Umweltpolitik formulierten esetzten Grenzen werden zunehmen (DUH klagt gegen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, Landvolk Niedersachsen will gegen die Ausweisung der roten Gebiete klagen) mit unsicherem Ausgang auch für die Politik. Mit dem,was Landwirte in den letzten 20 Jahren noch relativ klaglos hingenommen haben, ist jetzt offensichtlich auch das Ende der Belastbarkeit, der Leidensfähigkeit und Duldsamkeit erreicht.

            5+
            • firedragon sagt

              Herr Krämer,
              natürlich haben Sie recht – es sollten sich alle einig sein und es wenigstens versuchen.

              1+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.