Alle Artikel in: Bauer Willi

BMU – Verständnis für die Landwirtschaft

Das Bundesministerium für Umwelt äußert sich in seinen „Häufigen Fragen“ (FAQ) zum Agrarpaket. Einige Antworten wirken auf mich als Landwirt recht zynisch. Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu dünnhäutig. https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/bodenschutz-und-altlasten/argumente-gegen-vorwuerfe-zum-agrarpaket-und-weiteren-umweltbezogenen-agrar-Themen/ Übrigens habe ich auf mein Agrarpaket an Frau Schulze tatsächlich Antwort bekommen. Nicht von ihr persönlich, sondern von einer Staatssekretärin. Mit einen Einladung zum Gespräch. Ich habe vor, die Einladung anzunehmen.    

Frohe Weihnachten

Ich will nicht viele Worte machen. Wie man im Bild sieht feiert Weihnachten jeder anders. Bei uns ist das Haus voll und die ganze Familie – mittlerweile 4 Generationen, von 7 Monaten bis 97 Jahre – kommen zusammen. Das ist wirklich etwas Besonderes und unersetzlich. Und wir wissen zu schätzen, wie gut es uns geht. Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest Euer Bauer Willi Das mit dem „Guten Rutsch“ machen wir später…

Wie wäre es mit einem Soli für Biodiversität?

Diese Mail hat mir Bauer Fritz aus Österreich geschickt. Und ich muss sagen: die Idee hat was. Was meint ihr? Hallo Willi Ich war ja kürzlich in Wien bei einer Diskussion über Artensterben und so. Ein Ökologe mit guten Verbindungen zu diversen NGO´s, ein Zoologe mit ebensolchen, ein Bauer mit keinen so guten Erfahrungen mit NGO´s und Wünschen aus der Gesellschaft. Aussage: Bauern sollen und müssen auch mit Biodiversität was verdienen können. Der eine meint, das ginge schon z.B. über mehr Geld aus dem EU-Budget (meinte aber: weniger bei 1.Säule, dafür mehr für 2. Säule. Effekt für Bauern: Gleiches Geld von linker Tasche in die rechte, aber halt mehr Vorschriften.) Der andere meinte über den Kaufpreis, sagte aber in keiner Weise wie das gehen soll. Und da dachte ich mir, ist wieder supertypisch. Zuerst will “die Gesellschaft was”. Aber sofort und natürlich gratis. Jetzt setzt sich langsam durch, daß es sofort und gratis nicht gehen wird. Und schon hat man keinen Plan mehr wie das dann gehen soll. Und da dachte ich mir, laß uns …

Du bist hier der Chef!

Vorbild für „Du bist hier der Chef!“ ist die französische Initiative „C’est qui le patron?!“ Die Idee dahinter: Was wäre, wenn Verbraucher Transparenz und Mitbestimmung bei Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln erreichen und damit die Kontrolle über ihre Ernährung zurückerlangen könnten? Also den Preis für ein Produkt selbst wählen und dann dieses Produkt auch im Laden kaufen können. Einen Weg dahin zeigt die Initiative „Du bist hier der Chef!“ auf, deren erster Produkt-Fragebogen ab sofort unter www.dubisthierderchef.de online abrufbar ist. Ab sofort dürfen Verbraucher selbst entscheiden, was ihnen bei der Milch wichtig ist, wie diese produziert werden soll und zu welchem Preis sie bereit wären, sie zu kaufen. Ziel ist die Gestaltung eines wertvollen, fairen und nachhaltigen Produkts. Ich habe das jetzt mal gemacht und es war interessant zu sehen, welche Kriterien den Preis maßgeblich beeinflussen und welche kaum einen Effekt auf den Preis haben. Die acht Fragen des ersten Produkt-Fragebogens wurden von Verbrauchern, Landwirten und einer Molkerei zusammen entwickelt: Dürfen die Kühe auf die Weide? Was wird den Tieren verfüttert und woher kommen die …

Wir haben es satt…und Du?

Mitmachen und Parolen schreiben! Es ist chic, gegen etwas zu sein. Besonders chic ist es, dies auch öffentlich zu zeigen. Fridays for future ist eine relativ neue Bewegung, die Demo „Wir haben es satt“ ist dagegen schon etwas in die Tage gekommen. Sie findet nun schon zum 10. Mal, immer zur Grünen Woche, in Berlin statt. In diesem Jahr hat Saskia Richartz, Sprecherin des „Wir haben es satt-Bündnis“  (vorher Greenpeace) eine Stellungnahme zu den Demonstrationen derjenigen Bauern abgegeben, die im Herbst mit den Traktoren in den Städten waren. Das sind nämlich ganz andere, als die, die jetzt zur alljährlichen Demo kommen. Von der Stellungnahme werden die nicht begeistert sein. https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-haben-satt-buendnis-zu-den-aktuellen-protesten-der-baeuerinnen-und-bauern/ Ich habe mir überlegt, ob ich in diesem Jahr auch zu der Demo gehen soll. Ich würde dann auch ein Plakat bemalen, auf dem steht, was ich satt habe. Das ist eine ganze Menge. Vor allem die Reden am Brandenburger Tor. Das ständige Wiederholen der immer gleichen Phrasen gegen die 95% Landwirtschaft, die eben nicht Bio ist. Was schreibt ihr auf euer Plakat? Was seid Ihr …

Klima und Landwirtschaft (Video)

Nicht nur der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes  zum Thema Klima und Landwirtschaft bei Phoenix plus. Das alles unter dem Eindruck der Demo und dem Agrargipfel in Berlin. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

verhältnismäßig…

Preis und Leistung ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Mit einem Smartphone kann man telefonieren und sonst noch so einige Dinge tun. Im Prinzip ist es von der Sache her ein Stück Metall und Plastik, also verhältnismäßig wenig. Doch manchen Menschen ist es den Preis wert. Wenn man bedenkt, dass vielen Menschen pro Tag für Lebensmittel nur 5,50 € zur Verfügung stehen, kann man mit dem Betrag des Smartphone einen Menschen 10 Monate lang versorgen. Das ist verhältnismäßig lange. Was ein Bauer verkaufen muss, um sich das neue Smartphone leisten zu können, ist verhältnismäßig viel. Einen schönen 3. Advent. Bauer Willi

Frau Klöckner zur Landwirtschaft der Zukunft

Ende November erschien in der FAZ ein Artikel von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zur Landwirtschaft der Zukunft. Ich habe ihn mittlerweile mehrfach gelesen. Was meint ihr? https://www.bmel.de/SharedDocs/Interviews/2019/2019-11-28-Namensbeitrag_Landwirtschaft_der_Zukunft.html;jsessionid=8B5A0D64569651B83D3C599020F200DC.1_cid296?nn=5999556#Start Zwei Sätze aus dem Artikel: „Die tatsächlich bestehenden Zielkonflikte zwischen wirtschaftlich tragfähiger Landwirtschaft und den Anforderungen, die Umwelt-, Natur- und Klimaschutz stellen, müssen wir ehrlich benennen und lösen. Wir stehen an einem Scheidepunkt. Was wird aus der Energie auf den Straßen? Meine Antworten speisen sich aus großer Hoffnung darauf, dass technische Entwicklungen Zielkonflikte lösen werden, dass Ernten gesichert werden können, aber auf umweltschonendere Weise.“ Da sind sie wieder, die Zielkonflikte. Frau Klöckner, lesen Sie bitte diesen Artikel. https://www.bauerwilli.com/was-ich-frau-merkel-fragen-will/ Sie finden eine Reihe von Zielkonflikten. die wir Landwirte nicht auflösen können. Da sind Sie gefragt. Und was mich noch interessieren würde: Wie sehen Sie die Zukunft der Landwirtschaft? Bauer Willi  

Lebensmittel müssen billig bleiben

Immer mehr Menschen leben von den Tafeln, von denen es in Deutschland mittlerweile fast 1.000 gibt. https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/immer-mehr-menschen-auf-lebensmittelspenden-angewiesen,RjwwVP1 Sollten die Preise für Lebensmittel steigen, so würde die Zahl derjenigen, die auf die Tafeln angewiesen sind, weiter ansteigen. Dazu der Vorsitzende des Bundesverbandes der Tafeln: „Brühl forderte Unterstützung der Politik…..Um noch mehr zu leisten, müsse aufgestockt werden. Zugleich warnte der Verband vor einem Ruf nach höheren Lebensmittelpreisen: „Einfach nur höhere Lebensmittelpreise zu fordern ist zu einfach. Das würde die Kundenzahl bei den Tafeln in die Höhe treiben“, warnte Brühl. Zwar sei das Anliegen von Landwirten und Teilen der Politik verständlich. Aber: „Auch Menschen, die wenig haben, müssen sich gesund ernähren können.“ Dies ist ein Dilemma, den der gesellschaftliche Wunsch nach mehr Bio-Lebensmitteln,  passt nicht zur Realität einer immer größeren werdenden Gruppe der Bedürftigen. Hier noch weitere Informationen zu den Tafeln: https://www.tafel.de/ueber-uns/die-tafeln/zahlen-fakten/  

Halbierung bis 2030? Green Deal

Lt. Medienberichten will die EU-Kommission den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 halbieren. Auch Düngemittel sollen betroffen sein. https://www.handelsblatt.com/politik/international/medienbericht-eu-kommission-plant-neue-agrarstrategie-fuer-mehr-umweltschutz/25311782.html?ticket=ST-25610369-Ddon4lqx9N4JVs2DigbL-ap2 https://www.agrarheute.com/politik/eu-kommission-will-pflanzenschutz-einsatz-offenbar-halbieren-562466 Bisher sind die Meldungen aber noch unbestätigt. Am Mittwoch will die Kommission ihre Vorstellungen zum Green Deal vorstellen. Nun darf man auf die Ackerbaustrategie des BMEL gespannt sein, die ja für den Herbst 2019 erwartet wurde und jetzt für Dezember angekündigt wird. Und noch was ist interessant: Frau Klöckner hat ja eine Road-Show zum besseren gegenseitigen Verständnis von Bauern und Verbrauchern angekündigt. In Brüssel hat man den Plan, „dass für den Bereich Landwirtschaft und Ernährung im Frühjahr 2020 ein Ideenpapier unter dem Titel „Vom Erzeuger zum Verbraucher“ präsentiert werden soll.“  Klingt doch recht ähnlich. Ob man sich da etwa abgestimmt hat?