Bauer Willi
Kommentare 21

BMU – Verständnis für die Landwirtschaft

Das Bundesministerium für Umwelt äußert sich in seinen „Häufigen Fragen“ (FAQ) zum Agrarpaket. Einige Antworten wirken auf mich als Landwirt recht zynisch. Aber vielleicht bin ich ja auch nur zu dünnhäutig.

https://www.bmu.de/themen/wasser-abfall-boden/bodenschutz-und-altlasten/argumente-gegen-vorwuerfe-zum-agrarpaket-und-weiteren-umweltbezogenen-agrar-Themen/

Übrigens habe ich auf mein Agrarpaket an Frau Schulze tatsächlich Antwort bekommen. Nicht von ihr persönlich, sondern von einer Staatssekretärin. Mit einen Einladung zum Gespräch. Ich habe vor, die Einladung anzunehmen.

 

 

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21 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Das Schreiben ist nichts anderes als larifari. Am Ende steht, daß die Landwirtschaft eine schlechte Umweltbilanz hat. Da frage ich mich , ob das nur für die Biobetriebe gilt ? , denn dort ist das so , weil nahezu keine Ertragsfortschritte und der Faktoreinsatz leicht steigend. Dazu noch die ca. 25%ige Stillegungsfläche. Die konv. Betriebe haben ihre CO2-Bilanz seit 1990 um rd. 30% und mehr verbessert. –Dazu kommt noch für alle Betriebe die Ökoenergie , die uns nicht angerechnet wird, weil gewerbl. Nebenbetrieb der Landwirtschaft. Wenn aber z.B. VW einen Windpark kauft ,wird das denen angerechnet, warum denn nicht für alle gleich ? — Kommen wir auf die CO2-Steuer. Die soll rd. 80 Mrd. dem Staat einbringen. Warum gibt es nur kosmetische Gegenrechnung , z. B. für Strom und nicht für CO2-Speicherung. Dann müßte die ldw. Fläche entsprechend der CO2-Speicherung das restl. Geld bekommen !! Da wir das nicht bekommen , sonderndas Geld im Steuerssack verschwindet , hat man den Bürgern mit der Klimahysterie einen Bären aufgebunden, nur um deren letztes Geld abzujagen. Die Einnahmen der CO2-Steuer werden im Bundeshaushalt verschwinden , weil man sich völlig übernommen hat und nur so die sogenannte „Schwarze Null“ einhalten kann. Jetzt müßen die Steuerbürger rd. 8 Monate für den Staat , statt vorher 7 Monate arbeiten. So haben sich die Parteien den Staat zur Beute gemacht und alle die das kritisieren sind Umweltsäue oder Nazis. Das konnten wir ja jetzt im WDR bestätigt bekommen.

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  2. Thomas Apfel sagt

    Und nochmal zum mitschreiben Dieter: Der ökologische Landbau in seiner derzeitigen Form ist nicht mehr und nicht weniger nachhaltig als die konventionelle Landwirtschaft!
    Auch im Öko-Landbau landen 66% des Getreides im Futtertrog. Die sogenannten „Weiten Fruchtfolgen“ bestehen zu großen Teilen aus Futterpflanzen! Der Öko- Landbau in Deutschland verbraucht 82 % der der bewirtschafteten Flächen für FUTTERANBAU!
    Die Flächenproduktivität liegt derzeit bei 33 % gegenüber konventioneller Landwirtschaft.
    Und den von Journalisten produzierten Dünnschiß mit den angeblichen 50 % weggeworfener Lebemsmittel wird durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer.
    Es gibt dazu eine wirklich gründlich und umfassend durchgeführte Studie, das ist die des BMLF aus 2012. Dort ist nachgewiesen, wie viel und durch wen Lebensmittel im Müll landen. Es waren um 20 % der verbrauchten Menge und davon waren 41 % noch voll genießbar (aus diesem ANTEIL am Müll wurde durch findige Medien flugs „Die Hälfte aller Lebensmittel wird weggeworfen“) Es sind aber „nur“ 8 bis 9 % der insgesamt verbrauchten Lebensmittel, die gebrauchsfähig in der Tonne landen. Das ist zu viel, reicht aber keinesfalls um zu proklamieren dass nur die Hälfte der Lebensmittel tatsächlich verzehrt werden! Ich weiß, das viele Menschen mit Prozentrechnung Probleme haben, aber das kann man lernen, lieber Dieter!

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  3. Dieter sagt

    Der Koch: Was essen wir in 20 Jahren?
    Die Industrialisierung der Landwirtschaft regt mich auf. Es wird alles getan, damit wir uns von der Natur entfernen. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind ein Drittel aller fruchtbaren Böden weltweit verloren gegangen, seit 1980 hat sich die die Zahl der Feldvögel halbiert, in den Weltmeeren gibt es heute Todeszonen von der Größe eines Viertels der Ostsee, wo nichts mehr lebt. So weit ist es gekommen. Oder wir treffen endlich die Maßnahmen die sich aufdrängen. Wir stellen unsere Ernährung um und sorgen für ehrliche Preise, sodass auch bezahlt wird, was an Kosten in der Nahrungsproduktion verursacht wird. Gelingt das, sind wir in einer Generation 100% ökologischer Landwirtschaft und 100% erneuerbarer Energien – weil sich alles andere nicht mehr rechnet. Das wird unsere Art zu essen ebenso radikal verändern wie unsere Art zu produzieren. Es wird nicht mehr die Hälfte der weltweiten Getreideernte im Futtertrog landen, und Fleisch wird wieder ein Festessen sein wie einst der Sonntagsbraten – was auch unserer Gesundheit guttun wird.
    Höhere Wertigkeit erhöht den Respekt im Umgang mit Lebensmitteln, sodass auch nicht mehr die Hälfte aller erzeugten Produkte in der Mülltonne landet. In der Landwirtschaft haben wir dann geschlossene Nährstoffkreisläufe .
    Statt – wie heute – den Klimawandel anzuheizen, bindet der Ackerbau zunehmend Humus im Boden und damit Kohlenstoff. Tiere werden artgerecht gehalten und gefüttert, sind somit gesund, und Medikamente werden die Ausnahme. Die Artenvielfalt und damit das Immunsystem der Erde wird nicht weiter abgebaut, sondern stabilisiert. Der Weg dorthin hat einen Namen: ökologischer Landbau!

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Dieter,

      … sorgen für ehrliche Preise, so dass auch bezahlt wird, was an Kosten in der Nahrungsmittelproduktion verursacht wird…

      Glaubst Du wirklich daran? Ich nicht, denn das sollte ja eigentlich jetzt auch schon so sein.

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      • Dieter sagt

        Firedragon, das ist meine Rede! Aber der Handel, der Verbraucher, – nein ich schreibe es nicht mehr hin. Die Protagonisten, die hier ständig schreiben, geben mir da keinen „Applaus“. Mein Respekt hat Bauer Willi, wenn das mit dem Glyphasat nicht wär.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ok, Dieter, Unwahrheiten helfen nicht weiter……wenn 80% der gesamten Handlungen der Menschen unterlassen würden, würde es gar keine Erderwärmung geben. Angefangen vom Motorsport, Schuhe kaufen, Alufelgen und Motorräder herstellen und kaufen, Schokolade essen, Fernsehen schauen Internetnutzen,,usw,usw. Konsum in jedweder Form eben.
      Essen ist existenziell, und wer daran ein Haar in der Suppe findet, der macht die Augen für alles andere fest zu. Der Nahrungserzeugung eine Schuld zu zusprechen, ist alleiniger Ablasshandel für ein Weiterso des eigenen Handelns.

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    • bauerhans sagt

      “ ökologischer Landbau!“

      Dieter,du siehst das sehr euphorisch!
      wenn die oekos hier nicht so unterstützt würden,gäbs die gar nicht.
      das neue programm des BMLF „Vielfältige Fruchtfolgen“ wird auch nur durch staatliche zuwendung überleben können.

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  4. Bei der Kompetenz der Ministerin ist es besser durch sprichst mit einem Staatssekretär oder Staatssekretären denn wenn jemand in ein offiziell Interview wie im Sommer passiert bei ARD und ZDF nicht sofort eine Antwort weiß warum das das Nitrat im Grundwasser schädlich ist oder für wen vielmehr dann ist das eine richtige Kompetenz Lücke

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  5. Ulrich Wiehr sagt

    Ich habe gerade mal überflogen und mir ist bei der roten Liste aufgefallen, das es immer auch ein paar Insektenarten gibt, deren Bestand zugenommen hat. Das merke ich hier an meinem Standort auch deutlich. Jedes Jahr eine neue Plage. Wenn ich mich richtig erinnere waren 2016 im nassen Frühjahr die Wespen unter die Räder gekommen in der Folge furchtbar viele Mücken. Im darauffolgenden Jahr dann zum Ausgleich wahnsinnig viele Wespen.
    Im Hitzesommer 2018 hatten wir auffallend viele Schmetterlinge und in 2019 eine Ohrenkneifer Plage. Ich habe mein Brot in den Kühlschrank stellen müssen, weil diese Viecher sonst wirklich überall rumkrabbelten, mit Vorliebe im Brotschrank. Gsd habe ich jetzt nur noch ein paar letzte Fliegen in der Küche.
    Einen Mangel an Insekten kann ich hier nicht beklagen, wohl aber eine meiner Meinung nach v.a. Wetter bedingte Artenverschiebung.

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  6. Oberländer sagt

    Schön das Du eingeladen wurdest.

    Eine Frage noch zum Verständnis , Gespräch mit der Ministerin
    oder einem Behördenmitarbeiter ?

    Wenn sie seit ihrem Abgang in Berlin nicht ganz viel dazu gelernt hat liefert Sie nur Wasser auf die Mühlen der Bauern die eine
    schärfere Gangart fordern.

    Bei dem was die Damen in Berlin da zusammen brauen braucht man schon fast Büffelleder.

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  7. Jörg sagt

    Immer daran denken, der erste Schlag muss sitzen. Was anderes verstehen die kackvögel in dem Saftladen eh nicht. Das beweisen Sie schliesslich tagtäglich.

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Jörg,
      wenn ich Deinen Kommentar lese, ist es richtig, dass einem Herrn Dr Kremer-Schillings die Einladung ausgesprochen wurde…

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  8. Elisabeth Ertl sagt

    Willi, ich gratuliere zur Einladung! Wer, wenn nicht Du, kann diese Leute zum Denken anregen, das hast Du ja schon bewiesen.
    Auch wenn es vielleicht vermessen ist, laut zu denken: Was würde ich dort zur Sprache bringen?
    1) Ich würde zwei, drei Jahreskalkulationen mit Rechnungen mitbringen und ihr die Aufstellung zeigen – ein schlechtes, ein durchschnittliches und ein gutes Jahr – den Gewinn dann durch die Arbeitsstunden teilen. Dann würde ich eine Musterkalkulation mitbringen für den Fall, dass von der linken in die rechte Tasche umgefüllt und das Agrarpaket wirksam wird. Ich glaube immer noch, dass diesen Leuten die konkrete bildliche Vorstellung fehlt, was sie den Bauern finanziell antun; wie sie sich ja bei ihren Gehältern auch nicht vorstellen können, wie man als Hartz IV – Mensch so lebt. Ich finde die Initiative „Du bist hier der Chef“ deshalb so wichtig, weil hier endlich einmal kalkuliert wird – auch wenn das für Otto Normalverbraucher noch immer sehr abstrakt ist.
    2) Frau Schulze meint, man soll eine artenreiche Wiese halt einfach in Ruh lassen, nicht umgraben, aber auch nichts für die Erhaltung tun. Die gute Frau Ministerin sollte schleunigst lernen, dass man eine solche Wiese durch Nichtstun u.U. schneller ruiniert als durch Umbruch und Neuansaat. Ich würde Ihr den Vortrag von Prof. Kunz sehr ans Herz legen, damit sie lernt, woher die Biodiversität überhaupt kommt.

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  9. bauerhans sagt

    „Ich habe vor, die Einladung anzunehmen.“

    Sehrgut!
    Du mit deiner besonnenen art,deinem umfangreichen wissen und deiner praktischen erfahrung bist genau der richtige für solch gespräch!
    (ich wäre wohl dafür nicht geeignet)

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin bauerhans, ich kann deiner Argumentation nur zustimmen.
      Auch ich, wäre für so ein Gespräch vollkommen ungeeignet,einfach der Falsche.
      Aus meiner Sicht ist der Zynismus, welchen Willi hier ins Feld führt ,noch erträglich.
      Da hat er doch schon ganz andereExperten zum Umdenken gebracht.
      Mit seiner Aussage“ Ich habe vor die Einladung anzunehmen“,stellt er ja selbst die Ampel auf GRÜN.
      Meine Unterstützung hat er. Wer, wenn nicht er.

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  10. martin birkle sagt

    Da ja nun der CO 2 Ausstoß bepreißt wird, muß es ja folgerichtig auch Geld für CO 2
    Speicherung geben. In den Böden und in den Wäldern speichern Land- und Forstwirte
    Milliarden Tonnen CO 2 durch deren Bewirtschaftung, unbewirtschaftetes Gelände erzeugt
    klimaschädliches Methan in großen Mengen. Dazu habe ich von Frau Schulze noch nie
    etwas gehört, nur diese täglichen neuen unqualifizierten Forderungen an die Landwirte.
    Den Strom aus Biogasanlagen, der Tag und Nacht fließt, nimmt man gerne an, aber im
    nächsten Satz wird über Maiswüsten geklagt. Daß die große Maispflanze die größte Menge an CO 2 aus der Luft entnimmt und durch Photosynthese Kohlenstoff (C)einlagert und den Sauerstoff (O 2) an die Umwelt abgibt, verschweigen unsere „Grünen“ gerne, unfair!

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  11. werner locher sagt

    Nein Willi, du bist keineswegs dünnhäutig. Wir Bauern stehen doch heute da wie der Esel am Berg. Wir haben alles gemacht, was uns von der (wirtschaftsdominierten) Politik aufgetragen worden ist: Kosten senken – mehr Effizienz und mehr Arbeitsproduktivität. Der LEH hat davon kräftig profitieren können. Wir selber haben irgendwie die Rechnungen bezahlt, aber keine goldige Nase verdient. Und nun werden wir mit Forderungen konfrontiert, welche unsere Produktionskosten in die Höhe treiben werden. Es wäre doch ein Gebot der Stunde, wenn die Politik erst mal zugibt, dass sie die Rahmenbedingungen falsch gestellt hat, und dass jetzt Korrekturen nötig sind. Und diese Korrekturen müssen vor allem so vollzogen werden, dass die Bauernbetriebe in ihrer Existenz nicht weiter gefährdet sind. Das wäre eine verantwortungsvolle Agrarpolitik.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      „Die Politik“ gibt eh zu, dass „sie“ die Rahmenbedingungen falsch gestellt hat: „Wir stehen vor der Herausforderung, die unerwünschten Folgen der bisherigen Agrarpolitik, zum Beispiel im Grundwasserschutz und mit Blick auf die Biodiversität, zu beheben.“ Ärgerlich wird man halt insofern, als die Roten jahrzehntelang mit Landwirtschaft schlicht überhaupt nichts am Hut hatten, weil das für sie ja der Inbegriff jener reaktionären traditionellen Welt war, aus der sich die Arbeiterschaft befreit und die sie hinter sich gelassen hat. Und jetzt tut man plötzlich so, als ob man immer schon Expertise auf diesem Gebiet gehabt hätte und nun endlich, endlich seine edlen Vorstellungen umsetzen kann gegen die bösen Schwarzen. Dabei strotzt der Text stellenweise vor Inkompetenz.

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  12. Willi, das ist ein toller Erfolg!
    Mit den #Agrarpaketen lässt sich viel erreichen, wie man sieht.
    Wollen wir hoffen, dass deine Argumente aus der Praxis Gehör finden und dazu führen, dass die Gesetzeslage einfacher und praxisorientierter wird.

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