Bauer Willi
Kommentare 87

Wie wäre es mit einem Soli für Biodiversität?

Diese Mail hat mir Bauer Fritz aus Österreich geschickt. Und ich muss sagen: die Idee hat was. Was meint ihr?

Hallo Willi

Ich war ja kürzlich in Wien bei einer Diskussion über Artensterben und so.

Ein Ökologe mit guten Verbindungen zu diversen NGO´s, ein Zoologe mit ebensolchen, ein Bauer mit keinen so guten Erfahrungen mit NGO´s und Wünschen aus der Gesellschaft. Aussage: Bauern sollen und müssen auch mit Biodiversität was verdienen können. Der eine meint, das ginge schon z.B. über mehr Geld aus dem EU-Budget (meinte aber: weniger bei 1.Säule, dafür mehr für 2. Säule. Effekt für Bauern: Gleiches Geld von linker Tasche in die rechte, aber halt mehr Vorschriften.) Der andere meinte über den Kaufpreis, sagte aber in keiner Weise wie das gehen soll.

Und da dachte ich mir, ist wieder supertypisch. Zuerst will “die Gesellschaft was”. Aber sofort und natürlich gratis. Jetzt setzt sich langsam durch, daß es sofort und gratis nicht gehen wird. Und schon hat man keinen Plan mehr wie das dann gehen soll.

Und da dachte ich mir, laß uns doch einfach mal so vor uns hinspinnen:

“Die Gesellschaft” in Deutschland oder in Österreich will blühende Wiesen mit allerlei Getier und was weiß ich noch. Die Gesellschaft vieler Einzelpersonen ist auch jederzeit bereit jedes Volksbegehren dafür zu unterschreiben. Nun laß uns dann halt auch prüfen wie ernst die Gesellschaft das wirklich meint.

Es gab ja da mal einen, der hat Deutschland schon mal blühende Wiesen versprochen. Das ging dann auch nicht gratis oder per Volksbegehren oder per Verordnung. Es mußte jeder deutsche Michel und jede deutsche Micheline selbst und einzeln einen Beitrag dafür leisten für diesen gemeinsamen Wunsch. Der Soli war geboren.

Nun stellen wir uns doch mal vor es würde einen Biodiversiäts-Soli geben oder einen Öko-Soli um das zu erreichen, was angeblich alle wollen – und sei es auch nur von den Bauern. Wenn ich richtig recherchiert habe, war der Soli ein Aufschlag von 5,5% auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer. Der brachte im Jahr fast 19 Milliarden Euro rein.

Nun hat Deutschland 16,7 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Will man nun klotzen statt kleckern, setzen wir uns mal ein 30/30 Ziel, heißt: bis ins Jahr 2030 sind 30% der LN zu Biodiversitätsflächen geworden und es wird all das gemacht was ein gemeinsames Gremiun von Landwirtschaft und 700 verschiedenen NGO´s für beide Seiten verbindlich vereinbaren. Wird sich wohl keine NGO dafür drücken und wer nicht kompromißfähig ist fliegt halt raus. Der ist aber dann auch nicht am Kuchen beteiligt. Der Kuchen wären z.B. die 30%. Das sind ca. 5 Millionen Hektar mit rund 3.800 Euro je Hektar und jährlich. Wobei 66% (= 2.500 Euro/ha) bekommt der Bauer, die kann man auch noch staffeln für kleinere und größere Betriebe. Dann ist Biodiversität wirklich ein neuer Betriebszweig – und einer bei dem auch dem Bauern was bleibt. Was ja angeblich auch alle wollen. Die anderen 33% sind für die 700 Teilnehmer um die begleitenden Studien zu machen, die baulichen Maßnahmen zu stemmen, die richtigen Leute zu zahlen, und weiß der Kuckuck noch was. Auch wenn es welche geben wird, die sagen, daß sei natürlich viel zu wenig, sollte es doch für den Anfang reichen.

Danach (bis 2050) könnte man ja den Soli langsam bis auf 2,5 % “abschmelzen”, wobei der Beitrag für die Bauern stabil bleibt, es aber vermutlich zusätzliche Flächen und Maßnahmen oder Studien nicht mehr brauchen wird (außer man will ohnehin Deutschland zu einer Blühfläche machen). Die Vorteile des Biodiv-Soli:

  • Es könnte keiner mehr sagen, es geschieht nix.
  • Es könnte keiner mehr sagen, es ist zu wenig, zu langsam, zu spät oder sonst was.
  • Es könnte sich jeder Bürger auf die Schultern klopfen, weil es täglich sieht, was mit seinem Beitrag gemacht wird.

Was ich als Bauer sicher nicht will, ist das es für diese Aufgaben wieder Geld aus Brüssel geben soll. Weil dort jeder Euro für die Bauern vom ersten Tag an bekämpft wird. Außerdem glaube ich ohnehin nicht, daß das EU-Budget überhaupt genug Kohle dafür haben wird. Die 1000 Milliarden von vdL gibt´s ja derzeit auch nur auf dem Papier.

Also: Denkst du, die Grünen Kreuze sollten über so was in der Art weiter nachdenken oder es in die Agrargipfelgespräche einbringen? Gut.

Denkst du es ist ein Wunsch ans Christkind? Auch gut.

Dann war´s zumindest fein, ein wenig vor sich hinzufantasieren und sich vorzustellen wie geil das doch wäre …..

Dein Bauer Fritz

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87 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Guten Abend fingerphilosoph,

    ich möchte Dir eine Antwort auf folgendes aus Deinen Kommentaren geben :

    -ist der Landwirt denn tatsächlich einer, der für Geld alles macht?
    -auch seine Prinzipien verrät und in Irrwitz macht, bloß weil ’s bezahlt wird?
    -d.h. die LW ist bereit, die Bevölkerung hungern zu lassen, um für ein paar grüne I…
    -also befürwortet der Landwirt mit solchen Forderungen die Ökodiktatur, bloß damit er Geld bekommt

    Antworttext vom BMU :

    … So machen die EU – Zahlungen 40 bis 60 Prozent der Einkommen aus. Deshalb ist es gerechtfertigt, dass Landwirtschaftspolitik nicht alleine für Landwirte gemacht wird, sondern die ganze Gesellschaft mitredet, welche Landwirtschaft sie finanzieren will.

    Ich denke, weitere Erklärungen kann ich mir, in Bezug auf landwirtschaftl. „Einkommen“ und die damit erbrachten/gewünschten „Leistungen“, sparen.
    Und Du bitte Deine Vorwürfe diesbezüglich, der LW gegenüber.

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  2. Klar die wilde Natur stellt den Grund und Boden kostenlos zur Verfügung.
    Aber mit dem Ackerbau ist die menschliche Kultur enstanden.
    Um im Ackerbau kultivierten Pflanzenbau zu betreiben, müsste der Acker im Eigentum sein, damit man Nachaltig genug wirtschaftet.
    Das ist irgendwie ein Naturgesetz in der menschlichen Psychologie.
    Sogar in der Bibel im AT ist inder Geschichte von Kain und Abel davon berschrieben.

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  3. Georg Knecht sagt

    Dem Gedanken kann ich nur zustimmen! Ich habe die letzten Wochen immer wieder den Gedanken einer Umlage für bessere Haltung von Tieren bzw erfüllen der Wünsche der Bevölkerung ins Spiel gebracht. Alles andere wird auch nicht funktionieren weil der Kunde an der Theke nicht bereit ist mehr für die Produkte zu bezahlen, egal was er vorher sagt.

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  4. Andreas sagt

    Wenn die Gesellschafft/Politik Leistungen im Bereich Artenvielfalt, Wasserschutz, Klimaschutz von den Landwirten fordert, muss sie nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen dafür bezahlen. Sonst funktioniert das nie!
    Geld dafür wäre im Bereich der ersten Säule bei den EU-geldern genügend vorhanden.
    Die Begründung, dass diese Subventionen ein Ausgleich für die Absenkung der staatlichen Intervention und damit der Preise auf Weltmarktniveau ist, ist schon lange überholt.
    Heute bekommen die Prämien zum großen Teil die Biogas-Betriebe, bei denen nie ein Interventionspreis für Biogas auf Weltmarkniveau angesenkt wurde.
    Im Gegenteil diese Betriebe werden weiter hoch über das EEG subventioniert.
    Also keine neuen Steuerideen suchen, sondern die vorhandenen Milliarden sinnvoll verwenden.
    Frohe Weihnachten
    Andreas

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    • fingerphilosoph sagt

      Die Natur stellt Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt, Sonnenenergie und Klima kostenlos zur Verfügung, und zwar für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen.
      Eigentlich!

      Wenn nun einige Berufszweige den Boden und die Artenvielfalt zerstören, die Luft und das Wasser verschmutzen, das Klima versauen und aufgrund der zur Verfügung stehenden Sonnenenergie (wozu auch letztendlich die Fossilen gehören) den Planeten mit synthetischen und schwer abbaubaren Abfallstoffen zumüllen, so gilt das Verursacherprinzip, dass der, der für diese Folgen verantwortlich ist, auch gefälligst die Kosten zu tragen hat. Das gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für tausend andere Sparten auch, wie Chemieindustrie, Atomindustrie, Autoindustrie etc. pp.

      Und das ist NICHT der Verbraucher (Steuerzahler), der Kartoffeln und Schweinefleisch kauft, sondern der Landwirt, der zu viel Vieh auf zu kleinem Raum hält, oder die Erträge überrproportional mittels Düngung steigert. Denn der Verbraucher kann nicht wissen, was auf den Feldern, in den Fabrikhallen und den Kraftwerken abgeht, und das ist auch nicht sein Job. Es ist nicht der Verbraucher, der darüber entscheidet, was auf den Feldern und in den Ställen passiert, also ist er auch nicht haftbar zu machen für die Folgen.

      Es ist ein dicker Hund, wenn die Landwirtschaft nun fordert, dass der Steuerzahler für die Folgen, die die Landwirtschaft verursacht, einen Solidaritätszuschlag zahlen soll, um den ursprünglichen Zustand der Biodiversität wiederherzustellen, der, wie gesagt, für alle Menschen eigentlich kostenlos zur Verfügung steht.

      Krach zu machen und dann den Menschen für teures Geld Stille verkaufen, indem man mit dem Krach wieder aufhört, das ist ein Geschäftsmodell, bei dem der potenzielle Kunde auf Dauer sauer wird.

      Die Biodiversität ist keine Leistung der Bauern, sondern eine Leistung der Natur. Also übertreibt es hier mal bitte nicht.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Echt?
        Die Natur stellt Grund und Boden kostenlos zur Verfügung?
        Das wäre mir neu. Mein in Eigentum stehender Grund und Boden wurde seit 1833 zu 95% zugekauft.

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        • Klar die wilde Natur stellt den Grund und Boden kostenlos zur Verfügung.
          Aber mit dem Ackerbau ist die menschliche Kultur enstanden.
          Um im Ackerbau kultivierten Pflanzenbau zu betreiben, müsste der Acker im Eigentum sein, damit man Nachaltig genug wirtschaftet.
          Das ist irgendwie ein Naturgesetz in der menschlichen Psychologie.
          Sogar in der Bibel im AT ist inder Geschichte von Kain und Abel davon berschrieben.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Was für starke Sätze in der festtäglichen Zeit……wer ohne Nahrung auskommt, der kann das ja versuchen. Wer mit dem Flieger über die Festtage nach Asien fliegt, der ist natürlich nicht verantwortlich für die Umwelt, es sind die Flugzeughersteller, die Reiseunternehmen, die Hotels und viele andere, aber niemals der Reisende/Kunde/Verbraucher……Fingerphilosoph, kann es sein, das deine Denke irgendwie voll verquer ist?

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        • „Fingerphilosoph, kann es sein, das deine Denke irgendwie voll verquer ist?“ Nein, seine Denke dient der Erweiterung des Horizonts, was den Diskutanten hier hin und wieder gut tut.

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        • Arnold Krämer sagt

          Wenn die externen Kosten rechtzeitig auf allen Wertschöpfungsstufen eingepreist werden müssten, würde der Verbraucher gar nicht mehr in Versuchung kommen, über Weihnachten nach Asien zu fliegen.
          So verquer sind die Gedanken von fp nicht.
          Gut, dass er sich nicht zu schade ist, immer wieder in diesem Blog mitzudiskutieren. Danke dafür.
          Allen schöne Weihnachtstage.

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      • @ f..ph
        Es geht ja gar nicht darum, die ursprüngliche Biodiversität wiederherzustellen, das geht ja auch gar nicht in einem Land mit 82304621 Einwohnern. Es geht darum, eine gesellschaftlich bestellte Naturkulisse herzustellen. Und die kostet nun mal Geld, Und wer bestellt, der bezahlt. So ist das auch an Weihnachten….

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        • fingerphilosoph sagt

          Es geht darum, eine von ein paar grünen Idioten bestellte verlogene Naturkulisse herzustellen, um dahinter die Landwirtschaft und die Industrie zu verstecken, die für unseren Wohlstand und unsere Überflussgesellschaft sorgen. Ich hab was gegen solche Heuchelei. Wenn ich schon im Wohlstand lebe, will ich wenigstens sehen, woher der kommt und was er anrichtet.

          Verstecken muss man nur das, wofür man sich schämt. Wenn die Landwirtschaft dieses Versteckspiel mitmacht, stimmt sie diesem unwürdigen Ansinnen zu, und damit verrät sie sich selber. Wenn sie das tut und jetzt in Biodiversität macht, ist die keinen Pfifferling wert, und schon gar keinen Soli. Wie war das mit den 30 Silberlingen … ach so … das kommt ja erst Ostern. Habe ich glatt die Fester verwechselt, kann ja mal vorkommen im christlichen Konsumrausch 🙂

          Landwirtschaft heißt nicht nur, ausgewählte Tiere und Pflanzen zu züchten, sondern ebenso, eine ganze Menge Tiere und Pflanzen mit mehr oder weniger gewaltsamen Methoden fernzuhalten, umso mehr, wenn man den ausgewählten Tieren und Pflanzen ihre Abwehr- und Verteidigungsmechanismen weggezüchtet hat. Wenn die Landwirtschaft nun künftig Biodiversität verkauft, gibt sie ihren ursprünglichen Auftrag auf, der da lautet, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

          Das heißt, die Landwirtschaft ist bereit, die Bevölkerung hungern zu lassen, um für ein paar grüne Idioten eine Naturkulisse herzustellen. Und dafür soll dann auch noch von der Bevölkerung ein Soli gezahlt werden? Das haut dem Fass den Boden raus. Sogar an Weihnachten!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Sie sehen das vollkommen falsch.
            Die Bauern arbeiten mit einer für Arbeitnehmer unvorstellbaren Zahl von Arbeitsstunden, damit die Bevölkerung ihr billiges Essen bekommt.

            Die selbe Bevölkerung verlangt mehr Biodiversität von den Bauern, dann soll diese Bevölkerung dies auch bezahlen und diese Dienstleistung nicht zu Nulltarif verlangen.

            Dass dadurch Menschen in anderen Ländern noch mehr Hunger leiden ist sicherlich richtig, dies den Bauern anzukreiden, ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit.

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          • „Das heißt, die Landwirtschaft ist bereit, die Bevölkerung hungern zu lassen, um für ein paar grüne Idioten eine Naturkulisse herzustellen.“ Die Kausalität stellt sich anders dar: Ein paar grüne Idioten reden der Bevölkerung ein, Naturkulisse sei wichtiger als Nahrung. Darauf hin bestellt die Bevölkerung Naturkulisse. Wer bestellt, bezahlt, trotz Weihnachten.

            Hinter der Naturkulisse verstecken sich zu aller erst die Grünern Idioten. Die Lösung besteht in der Enttarnung der Grünen Idioten. Die Frage stellt sich, ob dies auch Aufgabe der Landwirtschaft ist.

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            • fingerphilosoph sagt

              Der Hersteller von was auch immer ist in der Verantwortung für das, was er herstellt, weil jeder freie Unternehmer Bestellungen ablehnen kann, wenn sie ihm gegen den Strich gehen. Diese Freiheit besteht immer.

              Du tust gerade so, als wäre der Zusammenhang zwischen „Bestellung aufgeben“ und „Bestellung ausführen“ ein physikalisches Grundgesetz, wo es überhaupt nicht auf den Landwirt ankommt. Du stellst den Landwirt dar, als wäre er einer, der außer der Bezahlung überhaupt keine Eigeninteressen hat, sondern immer brav ausführt, was Andere bei ihm bestellen. Sorry, so handeln Roboter, die entsprechend programmiert sind. Ist der Landwirt in Deinen Augen denn schon zum Roboter mutiert?

              Aus einem mir unverständlichen Grund scheint der Landwirt sogar gezwungen zu sein, Bestellungen von welchen Idioten auch immer auszuführen, deren Irrwitz er selber offenbar sehr klar durchschaut. Ist der Landwirt denn tatsächlich einer, der für Geld alles macht? Auch seine Prinzipien verrät und in Irrwitz macht, bloß weil’s bezahlt wird?

              Wer anderes soll die grüne Ideologie denn als Wahnwitz enttarnen, wenn nicht die Leute, die aus ihrer alltäglichen und praktischen Erfahrung heraus am besten dazu befähigt sind? Wer anderes als der Landwirt hat denn das Wissen? Natürlich ist das die Aufgabe der Landwirtschaft! Von wem denn sonst?

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              • bauerhans sagt

                der bauer wird sich den vorgaben der politik anpassen,weil er ja wirtschaftlich überleben will und die politik will ihn ja auch unterstützen,weil er unverzichtbar ist.
                die bedingungen sind ja nicht von vornerein festgelegt,sondern werden ja verhandelt und angepasst.
                dass wir uns zur diktatur verändern,glaube ich nicht.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Auch ein Landwirt braucht Geld um zu überleben,
                deshalb baut er das an, was der Verbraucher auch kauft.

                Wenn die Bevölkerung mehr Biodiversität verlangt, kann man auch Geld dafür verlangen, weil die Biodiversität im Preis für die Erzeuger nicht abgegolten ist.
                Ist das so schwer zu verstehen?
                Von einem Gemeindearbeiter wird auch keine Frondienste verlangt, wenn er die Blumenwiese aussät.

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                • bauerhans sagt

                  „…..wenn er die Blumenwiese aussät.“

                  das wird teuer,wenn die stadtsoldaten das machen und in dem fall,wo ich das angeregt hatte,wuchs ne „magerblumenwiese“.

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                • fingerphilosoph sagt

                  „Auch ein Landwirt braucht Geld,um zu überleben, deshalb baut er das an, was der Verbraucher auch kauft.“

                  @ Ehemaliger
                  Der Verbraucher kauft Nahrungsmittel, keine Biodiversität. Der Verbraucher wird doch überhaupt nicht gefragt, ob er Biodiversität kaufen würde und wenn ja, zu welchem Preis. Dem Verbraucher wird vorgegaukelt, dass Biodiversität umsonst zu haben ist, weil sie angeblich „natürlich“ ist und der Landwirt „unnatürlich“ wirtschaftet. Und dann sagt der Verbraucher logischerweise, dass er die umsonstige Biodiversität haben will. So läuft das.

                  Wenn der Landwirt nun in Biodiversität macht, dann baut er eben gerade nicht an, was der Verbraucher kauft, sondern er will Geld über einen Soli vom Staat. Das ist Planwirtschaft, und das ist die Wirtschaftsweise einer Diktatur. Also befürwortet der Landwirt mit solchen Forderungen die Ökodiktatur, bloß damit er Geld kriegt.
                  Und dafür ist der Landwirt dann auch verantwortlich, sowohl was sein Reden wie sein Handeln angeht.

                  Das ist auch nicht so schwer zu verstehen, oder?

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @fingerphilosoph
                  Der Verbraucher kauft billige, im besten Falle preiswerte Lebensmittel.
                  Der selbe Verbraucher verlangt mehr Biodiversität von der Landwirtschaft, eine Biodiversität wo er selbst – bei seinen beschränkten Möglichkeiten – nicht bereit ist, sich selbst einzubringen.

                  Sie haben Recht, dem Verbraucher wird vorgegaukelt, dass dies man mittels eines Kabinettbeschlusses, oder eines Volksbegehrens den Bauern auf das Auge drücken kann.
                  Das wäre eine Ökodiktatur, eine Leistung – ohne entsprechende Entlohung – die den sicheren Untergang für die meisten Betriebe bedeuten würde.
                  Der Landwirt will keine Planwirtschaft, schon gar keine Ökodiktatur, er will für Leistungen welche die Öffentlichkeit verlangt, auch gerecht entlohnt werden.
                  Ist das so schwer zu verstehen?

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                • Arnold Krämer sagt

                  Wir sollten aufhören, von DEM Verbraucher, DER Bevölkerung, DER Gesellschaft zu reden, wenn es um Forderungen an DIE Landwirtschaft geht. Allerdings ist es ziemlich gerechtfertigt, von DER Politik zu reden, denn fast alle Parteien laufen der medial artikulierten bzw. verstärkten, „angeblichen“ Mehrheitsmeinung hinterher.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Woher haben die Politiker ihre Stimmen, die Politiker die mehr Biodiversität verlangen?
                  Doch von der Bevölkerung.
                  Oder sind die Verbraucher nur Vasallen, die jedem angeblichen Heilsbringer nachrennen?

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              • Stadtmensch sagt

                „Aus einem mir unverständlichen Grund scheint der Landwirt sogar gezwungen zu sein, Bestellungen von welchen Idioten auch immer auszuführen, deren Irrwitz er selber offenbar sehr klar durchschaut.“

                Starke Worte. Jetzt hat er drei Mal grüne Idioten und einmal grüne Ideologie im Zusammenhang mit Wahnwitz gesagt!

                Hier im Blog wurden Landwirte vorgestellt, die es geschafft haben, ihren PSM-Verbrauch zu halbieren und gleichzeitig den Ertrag zu steigern. Mit grünem Hokuspokus! Die kommentieren natürlich nicht hier, weil es sinnlos ist, sich hier mit Spezialisten zu streiten, die zwar einen Vortrag über Futtermischung und Gewichtszunahme halten können aber von Ackerbau nichts mehr verstehen und umgekehrt. (Tauben beim Schach eben).

                Wie soll man Eigeninteressen durchsetzen, wenn man komplett „außengesteuert“ ist von Tilgungsraten und Offizial- und sonstigen Beratern? Der wahre Irrsinn wird selbstverständlich nur einigen Naturwissenschaftlern bewusst. Bei Philosophen und Ökonomen muss man offensichtlich etwas länger suchen?
                https://www.heise.de/tp/features/Zuviel-von-allem-vor-allem-an-Geld-4615410.html

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                • firedragon sagt

                  Hallo Stadtmensch,
                  ja, man kann mit weniger PSM auskommen, das hängt allerdings immer vom jeweiligen Jahr ab. Teilweise ist das auch sortenabhängig.
                  Wenn nun so „super“ Vorschläge gemacht werden – wie Dinkelanbau (tolles Getreide, keine Frage, haben wir im Anbau), wer soll den kaufen? Ausserdem gilt auch hier das Gesetz des Marktes – ein Gramm zu viel = Preis unter „aller Kanone“.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Ach Stadtmensch, wenn wir sie nicht hätten!

                  Wer im Schnitt der Jahre nur noch die Hälfte PSM braucht, der hat früher die Hälfte zuviel ausgebracht.

                  Sie sollten mal Obst an den Handel verkaufen, dann würden sie mal miterleben, wie ein kleiner Schorffleck dazu führt, dass die Äpfel zurückgewiesen werden.

                  Eine faule Zwetschge in einer LKW Ladung, dann kommt ein Anruf, die ganze Ladung geht zurück, es sei denn, es gibt 30% Rabatt.

                  So sieht aus beim Handel.

                  Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie mir ihre Adresse über Bauer Willi übermitteln könnten, ich käme nächstes Jahr bei ihnen vorbei und hole mit ein paar Tipps vor Ort im Schrebergarten ab.

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch

                  Ich spreche von „grünen Idioten“ und „grüner Ideologie“, weil dem Ansatz der Grünen ein meiner Ansicht nach falsches Naturverständnis zugrunde liegt. Zum einen wird in der grünen Ideologie der Aspekt von Symbiose und Kooperation deutlich überbetont, während der Gegenaspekt Verdrängung und Konkurrenz derzeit fast völlig verdrängt 🙂 wird.
                  In der Natur sind jedoch beide Faktoren gleichermaßen zu beobachten und auch gleichermaßen wichtig. Daraus haben sich zwei Hauptstrategien der Fortpflanzung entwickelt. Entweder wird soviel Nachwuchs produziert, dass immer ein paar übrig bleiben, egal wie viele gefressen werden, oder der Nachwuchs wird mit Verteidigungsmechanismen ausgestattet.

                  Das auf die Landwirtschaft übertragen, heißt: wir können auf Dauer nicht soviel Nahrungsmittel produzieren, dass außer dem Menschen auch alle sonstigen Lebewesen wie Wildschweine, Vögel, Insekten, Pilze, Bakterien etc. satt werden, denen unsere Nahrungsmittel schmecken, also braucht es Verteidigungsmechanismen. Wer da glaubt, bloß mit Pippilulli-Verteidigung wie ein paar Fruchtfolgen dauerhaft durchzukommen, unterschätzt meiner Ansicht nach die in der Natur vorkommenden Kräfte gewaltig. Wenn man dieses Problem nicht über Chemie lösen will, dann wird man es früher oder später über Gentechnik lösen müssen, was heißt, dass den Pflanzen neue Verteidigungsmechanismen implantiert werden, nachdem wir die alten rausgezüchtet haben. Damit haben wir die Verteidungsmechanismen aber wieder in der Nahrung.

                  Zweitens wird falsch eingeschätzt, was Differenzierung bedeutet. Wenn ein Insektizid Insekten tötet, heißt das nicht, dass dieses Insektizid auch für Menschen schädlich ist. Uns wird heute jedoch eingeredet, dass alles, was in irgendeiner Weise irgendwem (Pilzen, Bakterien, Insekten …) in der Umwelt schadet, uns gleichermaßen umbringt und als Beweis werden irgenwelche x-beliebigen Studien vorgelegt, von denen keine verifiziert (also unter gleichen Bedingungen wiederholt) wird. In der grünen Ideologie wird das regelrecht zum Wahn. Himbeeren würden heute nicht mehr als Nahrungsmittel zugelassen, weil sie als zu giftig gelten, und das ganz ohne chemische Behandlung. Für unsere Gesundheit ist es jedoch schlecht, wenn wir vor allen „feindlichen“ Einflüssen bewahrt werden, weil unser Immunsystem dann sozusagen verdummt. Siehe Sagrotankinder im Vergleich zu Schweizer Bergbauernkindern oder Kindern von Amishen.

                  Drittens werden Vorgänge in der Natur mit falschen Zeitmaßstäben bewertet. Deshalb ist der Mensch ja auch in die Falle getappt und hat mit Landwirtschaft überhaupt angefangen. Am Anfang hat er gedacht, dass bleibt so, dass er bloß Wälder abfackeln und Saatgut ausstreuen muss, und dass er und seine Nachkommen von nun an ein easy Leben haben. Bis dann halt nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten das Unkraut überhandnahm oder der Boden bewässert werden musste und daraufhin versalzte oder die lieben Insekten ihm fleißig die Erträge weggefressen haben. Schon zur Zeit von Ötzi wurden übrigens PSM benutzt, beispielsweise Arsen.

                  Gib den Vögeln, Pilzen und Insekten also mal ein paar Jahre Zeit, um sich neu zu formieren, dann können wir gern noch mal drüber reden, ob PSM notwendig sind oder nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie 10.000 Jahre lang notwendig waren, und nun im 21. Jh. plötzlich nicht mehr. Dafür kann ich mir vorstellen, dass man heute vielleicht schon PSM entwickeln kann, die besser sind als Arsen oder Kupfersulfat oder was im Bio-Landbau sonst so alles verwendet wird. Es ist ja nicht so, dass PSM automatisch gut im Sinne von natürlich sind, bloß weil man sie schon vor 200 oder 2000 Jahren verwendet hat.

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              • „Aus einem mir unverständlichen Grund scheint der Landwirt sogar gezwungen zu sein, Bestellungen von welchen Idioten auch immer auszuführen, deren Irrwitz er selber offenbar sehr klar durchschaut.“ Der Grund liegt darin, dass es heute nicht mehr möglich ist, mit der Produktion von Rohstoffen für die Nahrungsmittelherstellung, und das ist mehr als 90% der landwirtschaftlichen Produktion, ein existenzsicherndes Einkommen zu erwirtschaften (auch und erst recht nicht die Biolandwirtschaft). Um die Produktion am laufen zu halten, hat man ab 1992 in der EU (in den USA und anderen schon vorher) „direkte Einkommensübertragungen“ eingeführt, die Bedingungen hierfür haben sich bürokratische Idioten ausgedacht. Letztendlich war dies auch die Einführung der Planwirtschaft und wie Du sagst, die Degradierung des Landwirts zum Roboter. Mittlerweile sind aus den bürokratischen Idioten bürokratisch, grüne Idioten geworden, ganz einfach deshalb, um ihre Macht auszubauen und zu sichern. Der Landwirt mutiert immer weiter zum ausführenden Roboter und die vom Bauernverband vielgepriesene Landwirtschaft 4.0 perfektioniert dieses System im Sinne der bürokratisch grünen Idioten. Auf der Agritechnika im Herbst d.J. waren Syteme der Gülleausbringung zu sehen, die Online und in Echtzeit über GPS mit den Schaltstellen der bürokratisch grünen Idioten verbunden sind und wo dort entschieden wird, ob und wieviel Gülle auf einem Schlag ausgebracht werden darf. Es kann also der Fall eintreten, dass der Landwirt mit seinem Güllefass 4.0 aufs Feld fährt, die bürokratisch grünen Idioten aber die Ausbringung nicht freigeben und der Landwird dann unverrichteter Dinge wieder heimfährt. Wer so weit entmündigt wird, dem bleibt nichts anderes übrig, als einen Soli für irgend einen Quatsch zu fordern.

                Gegen den gewaltigen Mainstream der grünen Idioten kommt die schwache Landwirtschaft nicht an, die Treckerdemos vom Herbst machen dies nur allzu deutlich.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Die Forderung nach einem Soli löst das Problem nicht im Geringsten, sondern verstärkt die Macht der grünen Bürokraten. Was notwendig ist, ist eben die Sprache, wie Du sie hier verwendest: Klartext.

                  Es muss gesagt werden, dass es sich bei dem Agrarpaket und diesem Güllesystem um nichts anderes als Entmündigung handelt. Und Entmündigung ist Erniedrigung und Entwürdigung.

                  Die Bauern sollten nicht nach einem Soli für Biodiversität schreien, sondern geschlossen diese Entwürdigung ihres Berufsstands anprangern. Diese starke Sprache, wie Du sie hier verwendest, hat bei den Trecker-Demos gefehlt und eben auch bei der Konferenz mit Merkel & Klöckner. Deshalb war die Wirkung null.

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                • @f…ph
                  Die Forderung nach einem „Soli“ ist der verzweifelte Versuch, Einkommen zu generieren. Aber Du hast recht, diese Rechnung geht nicht auf und ist am Ende des Tages ein Schuss ins Knie.
                  Bei der Treckerdemo wurde noch eine starke Sprache gesprochen, aber bei der Kanzlerinnenrunde wurde das komplette Enagagement der Bauern ad absurdum geführt. Die 40 Organisationen haben sich von einer gewieften Kanzlerin (bzw. deren Beraterstab) am Nasenringe durch die Arena ziehen lassen. Als die Politik erklärte, die Düngeverordnung sei nicht verhandelbar, hätten die bäuerlichen Verhandlungsführer hart bleiben müssen, entweder wird alles verhandelt oder es wird aufgestanden und die Runde ist beendet! So wie es jetzt ist, ist und wird überhaupt nichts erreicht! Wie bisher schon mangelt den Bauernvertretern an einer klaren Strategie und vorallen an konsequentem Handel!

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                • Oder ist der Sinn des Solis

                  von staatlich geprüften Landwirten eine Lösung zu fordern?

                  Wer kennt sich un der Ökologie beser aus als diese Fachkräfte?

                  also müssen sie darin solidarisch entlohnt werden, ihr Wissen muß von der öffentlichen Hand honoriert werden, um zu einem Ergebnis zu kommen!

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              • Richtig, vom wem sonst….

                aber wenn die Landwirte entrechtet werden und in der Politik nichts zu sagen haben, bzw. nicht für voll gneommen werden?

                Und diese „grünen Idioten“ dann mehr Rechte haben?

                Warum denn das ganze Theater mit den grünen Kreuzen und so?

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          • firedragon sagt

            Guten Morgen fingerphilosoph,

            wenn es Deiner Meinung nach nach, nur „ein paar grüne Idioten“, wie Du sie nennst, gibt, wo ist die breite Masse an Menschen, die anscheinend bereit ist, alles hinzunehmen?

            Ich kann auch anders fragen :
            Wenn alle Agrarminister der Länder das Vorhaben von 20% unter Bedarf von Frau Klöckner einstimmig abgelehnt haben, wie ist es möglich, dass die Dame das im Alleingang bei der EU für die deutsche LW festschreiben lassen kann?

            Wie willst du als Landwirt mit Fakten argumentieren, wenn dir keiner zuhört?
            Was bleibt dir als Landwirt denn anderes übrig, als auszuführen, was dir letzten Endes vorgeschrieben wird?
            Denn bedenke – bei Zuwiderhandlung greift das Ordnungsrecht… und ehe der Landwirt in irgendeiner Weise, wegen was auch immer, in Haftung genommen wird, würde die LW, ob sie will oder nicht, eine eventuelle Unterversorgung der Bevölkerung, welcher Art und welchem Ausmaß auch immer, akzeptieren müssen.

            Kann allerdings auch sein, dass alles ganz wunderbar funktionieren wird und die LW derzeit nur zu blöde ist, das zu erkennen – wer kann das jetzt schon beurteilen, was in 5-20 Jahren sein wird…

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        • firedragon sagt

          82304621 Einwohner
          hatte gerade ein interessantes Gespräch.
          Es ging um den Migrationspakt von Marrakesch…

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Du willst von Deutschland flüchten und in Marokko um Asyl bitten????????????? 😉

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    • Ostbauer sagt

      Oh! Mal die ganz große Keule geschwungen!
      Wir betreiben eine Biogasanlage und haben deswegen noch keinen Cent mehr bekommen!
      Also; nicht alles über einen Kamm scheren.
      Wüsste nicht, dass Gülle und Festmist durch die erste Säule gefördert werden.

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  5. fingerphilosoph sagt

    Immer feste drauf auf den Steuerzahler: Noch ’nen Schirm zur Rettung von Banken und Thomas-Cook-Urlaubern, noch ’ne EE-Abgabe, ’ne Strompreiserhöhung, ’ne CO2-Abgabe, ’ne Feinstaubsteuer, ’nen Klimapaket, ’ne Ursula-van-der Leyen-Billionenstiftung zur Rettung des Weltklimas, warum also nicht auch noch ein Biodiversitäts-Soli? Prima Idee, nehmt dem Steuerzahler noch sein letztes Hemd.
    Sankt Martin war gestern.
    Ab mit dem Steuerzahler in die Suppenküche der Heilsarmee oder an die Tafeln.
    Frohe Weihnachen

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    • Paulus sagt

      @ Fi-phil, bei dir weiß ja kaum noch unter welchem deiner geschätzten Beiträge man antworten soll. Nur so viel:
      Ich bin davon überzeugt, dass uns mit der nächsten Bundesregierung nach dem Kohlepfennig, dem Soli, der EEG-Umlage und der CO2-Bepreisung, so etwas wie eine Biodiversitätsabgabe zugunsten pseudoökologisch wirtschaftender Betriebe ins Haus steht. Darüber kann man sich jetzt aufregen oder nicht, entscheidend sind die gewählten politischen Mehrheiten und deren Konsensfähigkeit um möglichst vielen gerecht zu werden. Übrigens, die Erfinder der Demokratie waren auch nicht ausschließlich von Vernunft geprägt.

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  6. Bauer Fritz sagt

    @Paulus
    Es steht mir als Österreicher nicht zu, das zu bewerten, was mit dem Soli umgesetzte wurde oder eben nicht oder falsch. Als Außenstehender hat man aber doch den Eindruck, daß da eine Menge geschehen ist.

    Mich hat vor allem ein Aspekt verleitet die Soli-Grundlagen mal gedanklich auf einen Biodiv-Soli zu übertragen. Das ist die relative Beitragsmöglichkeit nach dem Einkommen – ich schreibe bewußt nichts von gerecht oder ob das in den diversen Einkommensklassen Zuviel oder Zuwenig ist oder so empfunden wird.

    Er wird nicht eingehoben von Gruppen mit sehr niedrigem Einkommen, gleichzeitig sind das ja auch jene, bei denen die Ausgaben für Ernährung den größten prozentuellen Anteil am Einkommen ausmachen. Gleichzeitig ist das aber auch eher jene Gruppe die zum Verlust an Biodiversität eher weniger beträgt [sie haben kleinere Wohnungen oder Häuser, sie haben keine Zweit- oder Mehrfachwohnsitze, sie haben – wenn überhaupt – 1 Auto und keine Zweit- oder Mehrfachauto (in zudem eher höheren Verbrauchs- und PS-Klassen), sie fliegen eher weniger bis gar nicht, etc. etc.].
    Ganz im Gegensatz zu Höherverdienern und Spitzenverdienern. Bei jenen macht aber der Anteil der Ernährungsausgaben prozentuell einen immer geringeren Teil aus.

    Es gibt ja nun welche, die meinen das mit der Biodiversität sollte schon auch über den Markt irgendwie geregelt werden. Mag sein, daß meine Vorstellungskraft dazu nicht ausreicht, aber wie man für etwas, das man nicht physisch kaufen oder verkaufen kann einen Marktpreis (als Bauer der Biodiversität „anbietet“) erzielen soll, wäre mir noch schleierhaft. Sollte es so einen Weg geben, würde man aber eher jene überproportional für den Aufbau von Biodiversität beteiligen, die eher weniger an dessen „Verbrauch“ oder „Abbau“ beteiligt sind. Und es gibt welche die meinen, daß durch die schon bestehenden Formen der Bio-Gelder eher als Quersubventionierung an ohnehin Gut-oder Besserverdiener zu sehen sind.

    Öko-Sozialer wäre da wohl doch der Biodiversitäts-Soli. Oder nicht ?

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  7. Heinrich Steggemann sagt

    Als Zusammenfassung der jetzigen Kommentare stelle ich für mich fest: Die Landwirtschaft braucht für gesamtgesellschaftliche Zusatzleistungen frisches Geld. Diese Geld sollte aber nicht in Form eines Solis eingesammelt werden, sondern aus dem Topf der CO2 Bepreisung kommen für dauerhaften zusätzlichen Humusaufbau speziell auch unterhalb von 30cm auf Acker und Grünland. Dabei stütze ich meine Gedanken auf internationale Forschung. Zum Beispiel den Liquid Carbon Pathway nach Christine Jones https://m.youtube.com/watch?v=-_T59LAuCJc oder die Ergebnisse von Allan Savory https://www.ted.com/talks/allan_savory_how_to_green_the_world_s_deserts_and_reverse_climate_change/transcript?language=de#t-26592 um nur zwei Beispiele zu nennen. Unter dem Oberbegriff Regenerative Landwirtschaft sind experimentierfreudige Landwirte und Berater auf dem Weg für hiesige europäische Verhältnisse zugeschnittene Konzepte zu entwickeln, aktuell noch auf eigene Kosten. Humusaufbau sollte zum gewinnbringenden Betriebszweig werden, damit sich möglichst viele auf den Weg machen. Als Nebeneffekt könnten wir das Agrarpaket auf Eis legen.

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  8. Paulus sagt

    Solch ein Ansinnen mit dem negativ besetzten Begriff „Soli“ zu versehen oder nur entfernt zu verbinden, macht die Sache schon im Ansatz aussichtslos.
    Nur ein einziges Beispiel von nahezu unzähligen: Fragt mal die Leute in Hagen (Westf.) was sie von einem Soli halten. Von deren Soli wurde die Fa. Brandt Zwieback animiert die Bude dicht zu machen, um im Osten mit 20 Millionen aus dem Solitopf ein neues Werk zu errichten. Die edlen Zwangsspender gingen leider leer aus. Da verkneifen sich die Schulkinder etwas zu trinken um nicht auf das ekelhafte Klo gehen zu müssen. Ähnliche Beispiele gibt in genügend anderen Kommunen des Westens.
    Hilfreich wären die NGOs, die verfügen über genügend Mittel um die paar Kröten für solche Forderungen zu finanzieren. Ihr trefft euch doch wieder mit denen in Berlin, leider nur zum infantilen Topfschlagen oder ähnlichem Schwachsinn. Sprecht sie doch mal auf die Stargagen ihrer Vorturner und vor Allem auf ihre Bereitschaft an, einen Soli für die ihnen ach so wichtigen Dinge zu leisten. Anschließend können wir dann sehen was dabei herauskommt. Wenn ich in unserem Dorf mit einer Sammelbüchse von Haus zu Haus gehe dürfte wahrscheinlich mehr dabei herauskommen.

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    • firedragon sagt

      Guten Abend Paulus,
      Biodiversitätsflächen entstehen an Ort und Stelle, sind also nicht mit einem Zwiebackerk vergleichbar.
      Die ganze Zeit sagt die LW, sie kann mehr (als ohnehin schon) für die Umwelt machen. Und die ganze Zeit fragt jemand, wie hier der Herr Brändle, mit welchen finanziellen Mitteln.
      So, nun hat sich jemand Gedanken gemacht, wie eine Finanzierung aussehen kann und die ist nicht schlecht.
      Es braucht dazu nämlich „neues“ Geld und kein Hinundhergeschiebs von Geldern und erst recht keine EU – Gelder, da es ein deutsches „Projekt“ ist.
      Wenn die deutsche Gesellschaft ein Mehr an Umweltschutz will, dann soll sie dafür bezahlen (würden wir ja auch, wir zahlen auch Steuern), ganz einfach – aber wahrscheinlich mal wieder zu einfach.
      Und selbstverständlich können sich die NGO finanziell beteiligen, hat keiner was dagegen.
      Und Paulus – Natur und Klima sind heutzutage wichtiger, als Schultoiletten.

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  9. Friedrich sagt

    Wer der Landwirtschaft helfen will , muß die Rahmenbedingungen so stellen , daß weder Soli noch Flächenprämien das Einkommen stützen. Das Geld muß über den Markt kommen.
    Der Staat mit unseren unfähigen Politikern ist ein miserabler Unternehmer , der nur in Wahlperioden denkt , deshalb sollten wir uns nicht von diesen Kaoten abhängig machen. Das Ergebnis dieser Politik sehen wir ja jetzt , wo wir unsere Arbeit nicht im Betrieb machen können , weil wir ständig zur Demo müßen , um den gröbsten politischen Unsinn zu verhindern. Das kann es doch nicht sein , oder ? Nach dem Kanzlergipfel können wir doch erleben , daß wir von der Regierung weiter verhöhnt und fallen gelassen werden. Derzeit ist nicht erkennbar , daß man die Politik ändert. Also weiter auf die Straße. Mit jedem Tag ohne erkennbare Ergebnisse weiter , wird auch die Lust auf Aggressivität steigen , weil auch jeder Bauer weis , daß z.B. die Düngeverordnung auf einer politischen Lüge beruht. Das macht alle wild. Ein Anruf der Kanzlerin in Brüssel und die Kuh wäre vom Eis , aber wer so machtgeil ist , wird sich eine evtl. Koalition mit den Grünen bis zur Selbstverleugnung nicht verbauen. Auch der Untergang der CDU ist der Dame völlig egal.
    Wundere mich nur über die CDU-Abgeordneten , denn die müßen bei der nächsten Wahl
    die Zeche mit Abwahl bezahlen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Seit wann können Agrarrohstoffe, die einem globalen, volatilen und unelastischen Markt unterliegen, das Einkommen nachhaltig und kostendeckend sichern, Friedrich?
      Oder besser gesagt, wie soll das zukünftig geschehen?
      Dauerbeschimpfungen der Politik werden das jedenfalls nicht ändern. Übrigens ist unsere Kanzlerin die einzige Politikerin, die als nicht „machtgeil“ bezeichnet werden kann, im Gegensatz zu ihren international handelnden männlichen Pendants.

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  10. Thomas Apfel sagt

    Die Forderung nach 30 % ist eine Schnapsidee und auch nicht zwingend erforderlich.
    Selbst die 20 %, die der NABU fordert sind viel zu viel. Möge doch Jeder mal ein Luftbild seines Betriebes hernehmen und einzeichnen was er stilllegen kann/möchte/soll.
    Ich denke, dass wir schon in vielen Landschaften neue dauerhafte Saumstrukturen, Hecken und Baumstreifen brauchen. Die sollten aber insgesamt maximal 1 % der Fläche ausmachen. Das sind bei 6 m Breite 270.000 km oder 90.000.000 Bäume (bei 3 m Pflanzabstand). Nur um mal eine Vorstellung zu bekommen um welche Dimensionen es geht. Diese Dinge (1 % der Fläche = Baumstreifen) müssten als „Rahmen“ zu 100 % öffentlich finanziert werden, das wäre nur vom Pflanzmaterial schon mal 500 mio (bei GALA- Bau Preisen das Vierfache). Biodiversität als Betriebszweig braucht 2.000 – 2.500 € Einnahmen. Das sind dann nochmal 3 Milliarden jährlich, wie gesagt für 11 % der Fläche.

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  11. bauerhans sagt

    der Soli wird doch gerade für die meisten abgeschafft!

    eine Kiebitzschutzfläche bringt z.zt. 1200€ pro ha,es wird nix angebaut,muss nur gemulcht werden.
    wird eine sommerung angebaut,was für den kiebitz viel interessanter ist (nachweislich),wären ertragsverluste um 700€ pro ha auszugleichen,ist aber nicht vorgesehen in den statuten.

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    • Aber wenn unsere Umwelt genau so marode wie das Gebiet der ehemaligen DDR war, ist oder nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen wird,

      dann hat sie auch einen Soli verdient, wo sich alle dran beteiligen.

      Ob sich dann auch mehr Leute um sie und ihre Zusammenhänge Gedanken machen?

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Inga, waren sie schon einmal in der ehemaligen DDR ????
        Woher wissen sie denn, das bei uns alles so MARODE war ????

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        • firedragon sagt

          Sieh’s gelassen Brandenburgbauer,
          unsere Umwelt scheint „in einem schlechten Zustand“ zu sein und stimmt in der Mehrheit so auch nicht.

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        • Christian Bothe sagt

          Das möchte ich auch mal wissen, ob unsere Bloggerin Inga schon mal im Osten war??Es gibt viele Beispiele von wenig Umweltbelastung, wenn auch unter anderem Vorzeichen…Verwertung von Küchen-und Speiseabfällen in der Schweinemast und deren Veredelung,Plastikverpackung,Vorgaben von DK+ VK für Landwirtschaftsbetriebe usw.Sicher war einiges der Mangelwirtschaft geschuldet, aber beim heutigen Klimaabsolutismus würde das Politbüro nur aus Grünen und NGOs bestehen und sich vegan oder vegetarisch ernähren.Import-SES gab es aufgrund fehlender Devisen auch kaum, was heute schon wieder gefordert wird(CO2).Wie weit man damals schon war..Manchmal kann man denken die Grünen wollen mit Errichtung einer Ökodiktatur wieder dahin.Inga,nicht zu vergessen die schönen Landschaften die Insel Rügen, Mark Brandenburg,Müritz,Thüringer Wald etc.Das gab‘s schon immer und die Umwelt dort war intakt und nicht mit Hotels+ Windmühlen verbaut wie im Norden Westdeutschlands.Also erst überzeugen und dann schreiben.

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Thomas, den Spreewald und die Sächsische Schweitz sollten wir auf keinen Fall vergessen!
            Das sind Sehenswürdigkeiten die man erlebt haben muss.

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        • Paulus sagt

          Brandenburgbauer, ich durfte die ehem. DDR nach der Wende ein wenig kennenlernen. Zu meinem Leidwesen war ich so etwas wie der Fratzendarsteller des Kapitalismus. Also, wenn man die glorreiche DDR nicht als marode bezeichnen konnte, welche Bezeichnung wäre denn sonst zutreffend gewesen? Euer Bildungssystem war nach meiner Auffassung nicht schlecht, wenn nicht sogar überlegen, zumindest was die naturwissenschaftlichen Fächer betrifft. Das war’s aber auch schon. Im Grunde genommen wussten und wissen wir bis heute viel zu wenig voneinander! Unsere Medizintante, sprich Ärztin, kam über Ungarn in den Westen, die hat nur Hohn und Spott übrig. Ein befreundeter ehem. Berufskollege mit einigen Jahren Dienst in der NVA sieht das schon etwas anders.
          Einen Trost habe ich für dich. Einige Teile des Westens nähern sich dem Zustand an. Einen 40-to Lkw über den Rhein zu bekommen ist gar nicht mehr so einfach, und im Ruhrpott möchte noch nicht einmal ein nostalgisch veranlagter Ex-DDRler leben.
          Während die Gehwege in Magdeburg, dank des Solis mit edlem Granit einschl. Intarsien aus Marmor belegt wurden, kamen und kommen hier ältere Leute mit ihrem Rollator nicht mehr zum nächsten Supermarkt.
          Ein Maschinenbauer aus dem Siegerland denkt darüber nach die Produktionsstätte aufzugeben. Die schaffen es nicht mehr ihre Schwertransporte bis zum Hafen in Duisburg zu bringen, weil sonst die Talbrücken der Autobahnen in die Knie gehen.
          Jetzt bin ich weit vom Thema abgewichen aber Scherzes halber und dem Bauerhans zu Liebe setze ich noch einen drauf. Es empfiehlt sich im Westen einen Lada Niva zu fahren. Der meistert auch die schlechtesten Pisten.

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          • firedragon sagt

            Guten Abend Paulus,
            wäre der Lada nicht so ein Schluckspecht, hätten wir auch einen😇

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          • Christian Bothe sagt

            Lieber Paulus, möchte keine Gesellschaftsdebatte lostreten aber in der DDR gab es keinen Marshall-Plan und wenn w i r hätten Uran verkaufen können(komme aus einem Wismutgebiet)ohne dieses als Reparation an die Sowjets zu liefern,sähe es damals und heute anders aus. Und auch ihrer Ärztin ging‘s in der DDR nicht schlecht.Wenn sie etwas anderes behauptet, hat sie etwas falsch gemacht.Übrigens das „Marode“von Inga bezog sich auf die landschaftlichen Schönheiten im Osten, von denen der Westen heute auch zehrt!Schöne Weihnachten!

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            • Guten Abend , die Herren!
              Aus meiner Erfahrung geht eine Diskussion über den Zustand der DDR in solch einer Runde immer schief.
              Und eine „Gesellschaftsdebatte“ auch. Da gibt es auf allen Seiten Befindlichkeiten, die dann schnell zu Kränkungen führen.
              Daher schweige ich auch zu diesem Thema lieber., fast.
              Die Schönheit der Landwirtschaft gab es jedenfalls schon vor der DDR . Meine Mutter hat sie 36 Jahre lang vermisst. Aber ganz sicher nicht den Staat, der eine Waffe auf Bürger gerichtet und abgedrückt hat.

              Ich wünsche euch auch allen schöne Weihnachten.

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              • Thomas Apfel sagt

                Das wäre 1953, also 7 Jahre nach der Bodenreform, aber am Anfang der Kollektivierung. Was waren die Gründe sich aus der Heimat zu verabschieden? Stalin war doch gerade verstorben.
                Entschuldigen Sie die Neugier, es ist nur Interesse an Geschichte und den Beweggründen vergangener Entscheidungen.
                Schöne Weihnachten auch Ihnen.

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                • Lieber Thomas, es gab auch den 17. Juni 1953.
                  Meine Mutter, studierte Kunsthistorikerin , am Museum in Schwerin beschäftigt , war angeblich eine Rädelsführerin . Und mein Vater , der aus Thüringen stammt, sollte für die Stasi spionieren. Seine jüngste Schwester ist geblieben, ihr Sohn hat 1989 dann über Ungarn die DDR verlassen. Morgen gerne mehr dazu.Es passt übrigens gut zu Weihnachten. Vor 30 Jahren war es „zu Ende“, wir saßen alle in Niedersachsen bei meinen Eltern zusammen. Alle haben geheult und auch gefeiert.
                  Dann kann ich noch die Familie meines Mannes bieten, die andere Seite zu Ihrem Großvater. Also Großgrundbesitzer, allerdings noch weiter im Osten, heute Polen. Notleidend waren die beiden Güter -jedenfalls damals- des Großvaters allerdings nicht, und dass die Nazis viele Hektar Ostseestrand enteignet haben, war rückwirkend natürlich auch egal.
                  Mein Schwiegervater hat sogar nach dem Krieg im Westen noch eine landwirtschaftliche Lehre gemacht. Vermisst hat auch er seine Heimat, weniger den Besitz.

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            • bauerhans sagt

              „Und auch ihrer Ärztin ging‘s in der DDR nicht schlecht.“

              zustimmung,hab eine ärztin aus Greifswald in der familie,die hier 1989 neu angefangen hatte,aber „nie angekommen“ war und heute als rentnerin immer noch ihr kollektiv vermisst.

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        • Ja,
          1984 in Rudolstadt
          und
          Ende der 80iger in Jena.

          Und vorher waren unsere Verwanden aus Rodolstadt des öfteren bei uns zu Besuch und ein reger Briefwechsel fand auch statt.

          Wer eine Reperaturwerkstatt in Eigentum hat, der sorgt schon für genügend Ersatzteile.

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      • Karl Timme sagt

        Inga, an anderer Stelle hatte ich von meinem durch den Strauschen Millarden Kredit möglichen Jahresvisa berichtet. Auch wenn an anderer Stelle anderes dargestellt wird: die DDR war kurz vor der Grenzöffnung ökologisch wie auch wirtschaftlich marode. Wobei das zweite die Ursache für das erste war. Wenn eine Brigade mit 5 Güllefäßern russischer Bauart, die Güllelager seit 3 Jahren nicht mehr leerfahren konnte, dort aber auf der Oberfläche Futtergewonnen werden konnte. 3 dieser Fässer waren ausgeschlachtet um wenigstens 2 am laufen zu halten. Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde im Schichtbetrieb 5 Tierhaltungsanlagen „entsorgt“. Es gab einen Schlag der befahrbar war. Die vom Boden nicht aufgenommene Gülle floß in eien Graben. Auf meine Bemerkung hin das dort nichts mehr wächst zur nächsten Vegetation, „Dann haben wir eine Fläche auf der wir die Gülle ausbringen können“. Was hier in der Ldw so war, war auch in der Schwerindustrie bei Torgelow. Eine Dreherrei mit 15 Drehmaschinen (russisch) 3 liefen noch rest war ausgeschlachtet. Nimmand war arbeitslos. an jeder Drehmaschine ein Stuhl für die 2. Bedienung. Der Rest aht morgens gestempelt Mittaggessen und Abends gestempelt, aber die Datsche und der Garten waren top in Schuß.

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        • Christian Bothe sagt

          Waren Sie in der Sowjetunion??Ziemlicher Unsinn, den Sie da erzählen,H.Timme.Güllefässer russischer Bauart??Das waren HTS 100.27 aus DDR Produktion und diese haben wir sogar nach WD+NL exportiert.Zu den anderen Beiträgen will ich mich lieber nicht äußern, nur soviel: die BRD hat mit dem Fall der Mauer auch einen Teil ihrer Volkswirtschaft „gerettet“.
          Frohes Fest!

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  12. Thomas Apfel sagt

    Den Grundansatz gibt es schon. „Insektenhelden“ zahlt 2.500 €/ha, wenn für einige Jahre stillgelegt wird. Das Geld wird von Privatpersonen und Betrieben in Form von „Biodiversitätsflächenmiete“ eingeworben (50,- € jährlich für 100 m2) und hälftig an die Bauern durchgereicht.
    Das Projekt startet gerade erst auf freiwilliger Basis und soll mit Monitoring begleitet werden. Den Ansatz finde ich gut, bei großflächiger Anwendung über „Soli“ geht das sicher mit dem Ansatz von Bauer Fritz (35 €/100 m2 davon 66 % an den Bauern).

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  13. Harald von Canstein sagt

    Mehr Biodiversität bei gleichem Ertrag würde ich voll unterstützen und wäre ein lohnendes Ziel für die Gesellschaft.
    Ich befürchte jedoch, dass mehr Biodiversität weniger Ertrag bedeutet (ähnlich Biolandbau). Dann würde unser Essen importiert und es wäre leider sehr wahrscheinlich, dass dies an jenen Orten zu weniger Diversität führt. Entwaldung. Umwandlung von Grünland in Acker.
    Mein Vorschlag: lasst uns mit der CO2- Steuer die Wüsten und Halbwüsten begrünen, somit C im Boden und Bewuchs speichern. Wenn ein Teil unserer Nahrung dort produziert wird, also Ertrag mit einer Zunahme der Natur einhergeht, dann erst können wir auch bei uns die Diversität auf Kosten des Ertrags erhöhen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      ….wenn dann in einigen hundert Jahren die Wüsten annähernd genügend Nahrung erzeugen lassen und auch noch CO2 gebunden haben sollten, dann ist zwischenzeitlich die hiesige Biodiversität dahin, befürchte ich.

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      • Brötchen sagt

        Ich befürchte das werden potemkinsche Dörfer und die Politik oder unsere NGOs interessiert doch nicht im geringsten was wirklich vor sich geht, ansonsten wären schon alle Autobahnen gesperrt usw…..

        CO2 Speicherung ist doch eine Massnahme die nicht sichtbar ist, um Grunde nur ein rechenexempel. Mit diesem rechenexempel wird noch geld vergraben!
        Meines Erachtens wird das nie funktionieren schon allein aus dem Grund!
        Wir machen doch schon ganz andere Sachen, es werden halbe Chemiefabriken an Ställe gebaut, die fast größerer sind als der Stall selbst und da wird mit Energie Luft durchgedrückt, bloß wegen ein paar Gramm Stickstoff in der Luft weniger. Ringsrum ist nichts ausser nichts.( Alles vielleicht etwas vereinfacht)

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        • Reinhard Seevers sagt

          Biodiversität, Klimawandel und N-Reduzierung sind drei unterschiedliche Kriegsschauplätze, die unterschiedliche rechnerische Grundlagen, Ursachen und Vermeidungsstrategien besitzen…..
          Wie viel Biodiversität wird durch einen ha Extensivierung erreicht oder gesichert? Im Gegenzug: wie viel Biodiversität wird durch einen ha. versiegelte Fläche verursacht?
          Wie viel ist die Gesellschaft bereit zu opfern, um alle Ziele nur annähernd zu erreichen?

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      • Harald von Canstein sagt

        Zynismus ohne Sachkunde ist destruktiv.
        Äthiopien hat an einem Tag 100 Millionen Bäume gepflanzt. Israel hat in wenigen Jahren Tausende Hektar Produktionsflächen geschaffen. „The Green Belt“-Projekt. Uvm.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Sachkunde: Im Gegenzug wurden Quadratkilometer fruchtbares Land vernichtet, oder versalzen. Alles hat seinen Gegenpol und es gibt niemanden, der eine Aufrechnung seriös darstellen könnte.

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        • Bauer Fritz sagt

          Ihr Vorschlag wäre ja einer, wie mit einer CO2-Steuer in ANDEREN Ländern Projekte bewirkt oder unterstützt werden können.
          „Die Gesellschaft“ HIER will aber, daß HIER Biodiversität wiederaufgebaut, hergestellt, gefördert wird. Das ist der Ansatz für meinen Beitrag.
          Dieselbe Gesellschaft hat- wie es scheint – damit auch vor oder schon innerlich entschieden, daß Biodiversität vor Lebensmittelproduktion stehen soll/muß oder ihr Eigenversorgung/wirtschaftliche Selbstverteidigung schlichtweg egal/wurscht/ schnuppe sind oder – wie heißt es so schön – überbewertet wird. Es mag ein Diskussionsthema im Zuge der Ausgestaltung so eines potentiellen Biodiv-Soli sein, ob Politik nach Bauchgefühl irgendwann zu knurrenden Mägen führen könnte. Man kann sich ja dann nach 2030 oder nach 2050 wieder umorientieren, ob man Teile der 5 oder mehr Millionen Hektar wieder schrittweise zu Food-Diversitätsflächen macht.
          The times they are a-changin´ ….

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        • Paulus sagt

          Äthiopien hat eine klasse Airline, Schuhfabriken mit chinesischen Eigentümern und ist auch sonst nicht schlecht aufgestellt.
          Aber – bevor dort an einem Tag 100 Millionen Bäume, in unserem forstwirtschaftlichen Sinne gepflanzt werden, gehe nein schwebe ich über das Wasser. Schon mal dagewesen?

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          • @ Paulus
            Es waren sogar 354 Millionen Bäume in 12 Stunden :_). https://www.spiegel.de › wissenschaft › natur › aethiopien-pflanzt-354-millio…
            Wann tritts Du Deinen Flug übers Wasser an?? Ich würde gern zuschauen :-))

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            • bauerhans sagt

              „Wann tritts Du Deinen Flug übers Wasser an??“

              er meint,dass er in seinem Lada Niva übers wasser gleitet.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Was andere machen, insbesondere gebeutelte schwache Afrikaner, das wird immer ganz hoch gehängt und als Vorzeigehandeln medial gepuscht. Was in diesem Land seit Jahrzehnten durch Kompensationsmaßnahmen, Ausgleichsmaßnahmen und Eingrünungsmaßnahmen getan wurde, das bilanziert niemand. Da muss aber immer mehr gemacht werden, weil ja die Äthiopier Setzlinge gepflanzt haben und das in Weltrekordzeit……

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              • Übrigens: Die Setzlinge wurden auch in Weltrekordzeit wieder vernichtet, in Äthiopien und Somalia herrscht derzeit eine riesige Heuschreckenplage (von wegen Insektensterben).

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        • Ein Privatier sagt

          „(…) Äthiopien hat an einem Tag 100 Millionen Bäume gepflanzt.(…)“

          Sehr geehrter Herr Harald von Canstein,

          glauben Sie das wirklich?

          MfG
          Ein Privatier

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    • firedragon sagt

      Herr von Canstein,
      mehr Biodiversität bedeutet natürlich weniger Ertrag – dass ist genau DAS was die Gesellschaft von uns bekommen würde.
      Und wissen Sie was – ich mach mir da schon lange keinen Kopf mehr drüber….
      (richtige Richtung)

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  14. Reinhard Seevers sagt

    Das hört sich auf jeden Fall vernünftiger und zielführender an, als die „Chefsache“…..
    Leider muss sie politisch Unterstützung finden. Daran wird es hapern.

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  15. firedragon sagt

    Guten Morgen Bauer Fritz,
    (Guten Morgen Brandenburgbauer,)

    dieser Vorschlag von Dir Bauer Fritz, kann „der starke Arm“ der Bauern werden.
    FÜR den „Biodiversitäts-Soli“ kann jeder einzelne Bauer stehen, ganz egal wie gewirtschaftet wird.
    (Brandenburgbauer, ein Traum kann in der Realität manchmal etwas anders daher kommen)

    Genießt Euren 4.Advent

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