Bauer Willi
Kommentare 200

Wir haben es satt…und Du?

Mitmachen und Parolen schreiben!

Es ist chic, gegen etwas zu sein. Besonders chic ist es, dies auch öffentlich zu zeigen. Fridays for future ist eine relativ neue Bewegung, die Demo „Wir haben es satt“ ist dagegen schon etwas in die Tage gekommen. Sie findet nun schon zum 10. Mal, immer zur Grünen Woche, in Berlin statt. In diesem Jahr hat Saskia Richartz, Sprecherin des „Wir haben es satt-Bündnis“  (vorher Greenpeace) eine Stellungnahme zu den Demonstrationen derjenigen Bauern abgegeben, die im Herbst mit den Traktoren in den Städten waren. Das sind nämlich ganz andere, als die, die jetzt zur alljährlichen Demo kommen. Von der Stellungnahme werden die nicht begeistert sein.

https://www.meine-landwirtschaft.de/informieren/aktuelles/detail/news/wir-haben-satt-buendnis-zu-den-aktuellen-protesten-der-baeuerinnen-und-bauern/

Ich habe mir überlegt, ob ich in diesem Jahr auch zu der Demo gehen soll. Ich würde dann auch ein Plakat bemalen, auf dem steht, was ich satt habe. Das ist eine ganze Menge. Vor allem die Reden am Brandenburger Tor. Das ständige Wiederholen der immer gleichen Phrasen gegen die 95% Landwirtschaft, die eben nicht Bio ist.

Was schreibt ihr auf euer Plakat? Was seid Ihr satt? Wie lautet eure Parole?

Schreibt es in die Kommentare. Und überlegt, ob ihr nicht auch mit eurem – etwas anderen – Plakat bei der Demo mitmacht. Es könnten sich daraus interessante Begegnungen ergeben. Vielleicht sehen wir uns. Land schafft Verbindung…

Bauer Willi

 

 

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200 Kommentare

  1. Paulus sagt

    Wenn der Bauerhans das schon darf hätte auch noch etwas außerhalb des Themas. Im letzten Jahr hat uns Sandra Harms zu Weihnachten etwas Schönes auf der Orgel geboten. Falls sie hier nicht mitliest könnte Willi sie vielleicht dazu animieren. Muss ja nicht unbedingt etwas übertrieben christliches sein. Schließt sich jemand meinem Wunsch an?

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  2. bauerhans sagt

    was positives,zwar nicht zum thema,aber erfreulich!

    die Agrarknete,vom volksmund Subvention genannt,war heute morgen aufem konto.

    Vielen Dank,liebe Steuerzahler!

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    • Obstbäuerin sagt

      Bauer Hans, das ist eine schöne Geste, dem Bürger zu zeigen, dass wir das auch schätzen.
      Zur Wahrheit gehört aber auch, dass von den 114 €, die Svenja Schulz noch mal sehr deutlich bei ihrer Rede zur Traktordemo erwähnte, sehr viel weniger in der Landwirtschaft, also beim Bauern, landet. Große Einzelsummen über 1 Millionen Euro gehen an Verbände un Institutionen. Auch Nabu, Bund und andere NGO bekommen aus diesem Fond Zuwendungen.
      »114 Euro pro Bürger wären 9,3 Milliarden Euro für deutsche EU-Bürger. Diese fließen jedoch nicht 1:1 wieder zurück. Das Bundesamt für Landwirtschaft listet 6,6 Milliarden für 326.000 Empfänger von EU-Agrarfond-Mitteln auf. Es gibt jedoch nur 266.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. …..

      ….Es gibt also 60.000 Empfänger, die gar keine Landwirte sind, darunter Ministerien, Gemeinde, Ämter, Stiftungen, NGOs und Vereinigungen, die Gelder für Küstenschutz oder Dorferneuerung erhalten, darunter auch viele NABU-Gruppen. Ich habe mir heute die Mühe gemacht, alle nicht-landwirtschaftlichen Empfänger anzuschauen, die mehr als eine Million an Direktzahlungen aus dem EU-Agrarfond in 2018 erhalten haben. …

      ….Unter den Top 10 Empfänger ist kein einziger klassischer landwirtschaftlicher Betrieb. Die TOP 10 erhielten knapp 55 Millionen Euro, die anderen 82 Millionen. Unter den 157 Empfänger, die 2018 mehr als eine Million empfangen hatten, sind 64 Empfänger (40%) keine landwirtschaftlichen Betriebe. Damit ist Schulzes „114 Euro an Landwirte“ widerlegt!…«
      Ich glaube, diese Aufrechnung von Katja Triebel stimmt, da sie mit Quellen belegt ist.

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    • Paulus sagt

      Gerne lieber Bauerhans, es kommt vom Herzen. Jetzt gib aber nicht alles auf einmal aus. 🙂
      Obwohl, ich mache mir das keine Sorgen, schließlich gelten die Lipperländer als infolge Geiz‘ ausgestoßene Schotten.

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  3. Elisabeth Ertl sagt

    Ich lebe zwar in Österreich und werde zu dieser Demo nicht gehen, aber ich kann schon sagen, was ich satt habe:
    Ich habe ganz einfach den Kapitalismus satt.
    Ich habe es satt, dass
    – das in Umlauf befindliche Geld mit wachsender Geschwindigkeit in den Taschen von Konzernen und v. a. Finanzjongleuren zusammenrinnt
    – in der Folge EU, Staaten und ein wachsender Teil der Bevölkerung sich Landwirtschaft nicht mehr leisten können und das Agrarland diesen Konzernen und Finanzjongleuren überlassen müssen
    – in der Folge Landwirte aus Geldnot sich jetzt noch schnell die ökologischen Probleme, die sie eben aus dieser Geldnot heraus verursachen, klein- und schönreden
    – im Gegenzug NGOs mit immer unseriöseren und entstellenderen maßlosen Übertreibungen dieser Probleme zu medialer Aufmerksamkeit und leicht verdientem Spendengeld gelangen
    – in der Politik mehrheitsfähige Behauptungen, wenn sie noch so absurd sind, mehr zählen als nüchterne Tatsachen
    – Menschen, die aus den unterprivilegierten Situationen am Land in die elitären Städte flüchten, von dort aus unter dem Schutz der Mehrheit noch brutaler auf das Land hintreten
    – Ossis, welche die Segnungen einer wirklichen sozialen Marktwirtschaft nie erlebt haben, besonders kompromisslos für diesen Brutalkapitalismus eintreten und das Land ihrer Vorfahren achselzuckend den Konzernen überlassen.

    Dass Karl Marx mit seiner Gesellschaftsanalyse recht hatte, ist weitgehend Konsens, ebenso, dass er mit seinem Lösungsvorschlag einem Irrtum aufsaß:
    Aufgabe eines demokratischen Staates ist es ausschließlich, mit Gesetzen Interessen auszugleichen. Es ist nicht Aufgabe des Staates, zu wirtschaften, weil Wirtschaft auf ganz anderen Prinzipien fußt als auf der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz, nämlich auf individuellen Fähigkeiten und Ideen, dem Wunsch, sich und anderen die Lebenssituation zu verbessern und dem Drang, sich mit anderen zu messen. Aber genau, weil Wirtschaft mit den Energien des Einzelnen rechnet, deshalb weist E.F. Schumacher darauf hin, dass Privatwirtschaft nur dann der Gesellschaft dient, wenn sie von Klein- und Mittelbetrieben getragen ist, wo jeder einzelne Mensch noch was zu sagen hat. Je größer die Strukturen werden, umso mehr muss der Staat eingreifen und verhindern, dass sich einzelne auf Kosten anderer bereichern.
    Aber leider funktioniert unsere Politik umgekehrt: Die Konzerne und Finanzjongleure können machen, was sie wollen, die Arm-Reich-Schere darf immer weiter aufgehen. Die kleine und mittelständische Wirtschaft hingegen wird mit Abgabenlast und Bürokratie umgebracht. Wer das anprangert, der ist noch lange kein Kommunist.

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    • „– Ossis, welche die Segnungen einer wirklichen sozialen Marktwirtschaft nie erlebt haben, besonders kompromisslos für diesen Brutalkapitalismus eintreten und das Land ihrer Vorfahren achselzuckend den Konzernen überlassen.“

      Kennen Sie denn solche Ossis, Elisabeth?
      Da ich sicher etwas dichter drin bin: In dieser Disziplin sind die Wessis deutlich stärker!
      Und es gibt auch kaum Ossis, die bereits in vergangenen Generationen Landbesitzer waren. Ein paar gibt es natürlich durchaus. Und sie sind froh darüber, heute wieder über ihr Land frei verfügen zu dürfen. Mit einem Achselzucken übergibt da niemand etwas.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ichweiß nicht mehr, wer das hier geschrieben hat. Aber jemand hat gemeint, dass die Betriebe sehr groß sind, keine Nachfolger haben, und zu teuer sind, um von privaten Neueinsteigern gekauft zu werden. Daher werden sie den Konzernen überlassen. Kann ich natürlich auch verstehen. Die Verteidigung des Kapitalismus, wie er jetzt ist, die nehme ich hier in diesem Forum immer wieder von Seiten der Ostdeutschen wahr. Zugegeben, ich habe meine Eindrücke vor allem aus diesem Forum, hab sonst keine Zugänge.

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        • firedragon sagt

          Frau Ertl,
          wir wundern uns, nein eigentlich nicht. Warum werden gerade in jüngster Zeit landwirtschaftliche Betriebe von ausßerlandwirtschaftlichen Investoren gekauft?
          Garantiert nicht, weil da plötzlich jemand schwer begeistert von der Nahrungsmittelproduktion ist und sich damit eine „goldene Nase“ verdienen lässt.
          Investoren legen ihre Gelder dort an, weil die flächengebundenen Subventionen der finanzielle Ertrag ist. Die Betriebe müssen nur Null zu Null rauskommen, dann ist für die alles gut.
          Gäbe es die flächengebundenen Subventionen nicht, wäre der „run“ auf Großbetriebe wahrscheinlich nicht so groß.

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        • Brötchen sagt

          Frau Ertl haben sie irgendeine Vorstellung was ein ha kostet?
          Überlassen wird hier im Osten gar nichts, es gibt einen Kampf um Flächen.
          Erstens sind diese fast unbezahlbar bzw. können nicht erwirtschaften, was sie kosten und zweitens muss man ja das Know how und die Technik haben zu bewirtschaften und da sind viele Investoren auch gescheitert bzw. wursteln sich eh irgendwie durch bzw. sind auch auf Fachkräfte und Berater angewiesen. Diese sind auch sehr knapp.

          Ich kenne einige Investoren bzw. Deren verwalter und die machen gute Sachen und sind jenseits ihres Klischees keine Konzerne. Es gibt natürlich auch die anderen. Wenn die Direktzahlungen weggegeben wird die LW. für viele Investoren uninteressant. Ob die dann gleich verkaufen werden weiss ich nicht.

          In Mecklenburg sind die Leute noch um einiges genügsamer und ressilenter als anders wo. Ich würde mal tippen wollen, die halten halten länger durch. Der Zusammenhalt ist da auch größer. Zumal haben die da auch teilweise sehr gute Böden. Ein Familienbetrieb hat da auch so ca. 300 bis 400 ha oder mit mehreren Familien 1000 bis 2000 ha.

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  4. Sonne sagt

    Hallo Bauer Willi,
    so ganz verstehe ich den Kommentar nicht. Wer ist „die“? Wer wird nicht begeistert sein über die Stellungnahme von Frau Richartz? Viele Grüße

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    • Bauer Willi sagt

      Gemeint sind die Bauern, die derzeit mit den Traktoren unterwegs sind. Die werden eher nicht zu WHES fahren.

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        • Bauer Willi sagt

          Bauern fühlen sich von Sätzen wie diesen angegriffen:
          „Die industrielle Landwirtschaft hat fatale Auswirkungen: Flächendeckender Pestizideinsatz tötet massenhaft Insekten. Zu viel Gülle verschmutzt unser Wasser. Für das Gensoja-Futter in deutschen Tierfabriken werden Regenwälder abgebrannt. Dumping-Exporte überschwemmen die Märkte im globalen Süden und berauben unzählige Bäuer*innen ihrer Existenz.“

          Die Lösung wird dann darin gesehen, dass möglichst viele auf Bio umstellen. Doch dieser Markt geht auch gerade in die Knie.

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          • Phillip Brändle sagt

            Herr Krämer-Schillings würde gut daran tun nicht die Sätze aus dem Zusammenhang zu reisen sondern den ganzen Aufruf darzustellen:

            Hier der komplette Aufruf zur Demonstration: https://wir-haben-es-satt.de/informieren/aufruf/

            Im Übrigen bezog sich der Beitrag von Herrn Krämer-Schillings sich ja auf die Stellungnahme von WHES zu den aktuellen Protesten von LsV und nicht auf den Aufruf. Vielleicht können Sie ja nochmal Ihre konkrete inhaltliche Kritik an der Stellungnahme deutlich machen Herr Krämer-Schillings? Diese äußert ja durchaus Verständnis für die Proteste von LsV oder nicht?

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            • Christian Bothe sagt

              Hallo Herr Brändle, lese gerade Ihren Kommentar zum Karnevalsumzug unter dem Motto WHES! Sie haben ja immer noch nicht die Seiten gewechselt?Wo klemmt’s denn? Irgendwann muß es doch auch Ihnen gelingen in der Realität der heutigen LW anzukommen.Naja 2020 vielleicht?
              Schöne Weihnachten!

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              • Ottmar Ilchmann sagt

                Brillant wie immer, Herr Bothe. Auch Ihnen schöne Weihnachten, einfach mal ausspannen und die Finger von der Tastatur lassen.

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              • Ottmar Ilchmann sagt

                Brillant wie immer, Herr Bothe. Auch Ihnen schöne Weihnachten, einfach mal ausspannen und die Finger von der Tastatur lassen. Tut uns allen gut.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Gleicher Hinweis und Gruß Richtung Rhauderfehn!

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          • Sonne sagt

            Ich bin jetzt etwas irritiert. Davon steht nix in der Stellungnahme. Aber es ist ein ganz Ansatzpunkt für meine Frage.
            Mein 10 Jahre alter Sohn sollte zu dem Thema „Was wollen die Bauern auf den Trekkerdemos ein Kurzreferat halten? Leider war die Informationslage sehr dünn.
            Sie wollen Anerkennung- das ist klar und verständlich! Ansonsten konnte man nur schwammig herauslesen, was sie nicht wollen. Neue Düngeverordnung, Insektenpaket, Umschichtung der Mittel von 1. zu 2. Säule etc. Wir haben wirklich viel gegoogelt und wenig gefunden zu dem Thema- Was wollen die Landwirte?
            Daher meine Frage wie wäre die Win-Win Situation?
            Wie soll die Landwirtschaft aussehen in Deutschland aus Sicht dieser Landwirte?
            Haben wir ein Nitratproblem im Grundwasser? Was muss aus Sicht der Bauern getan werden, damit wir es in den Griff bekommen (sofern es so ist) Wie soll die neue Düngeverordnung aussehen?
            Wie sollen die Mittel verteilt werden?
            Wie können Landwirte Insekten unterstützen ?
            Was muss politisch getan werden?
            Ich verstehe, dass sich Landwirte angegriffen fühlen…mir fehlt aber ein „Fahrplan“ wohin die Reise gehen soll aus Sicht dieser Landwirte. Ich hoffe Sie können mir sagen, wo ich eine Antwort bekomme.
            Viele Grüße

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            • Obstbäuerin sagt

              Die Antworten, liebe Sonne, finden Sie hier in Bauer Willis Blog. Alle Themen sind schon x-mal vorgestellt und durchdiskutiert. Kluge Köpfe aus der Praxis oder Wissenschaft haben sich an der Diskussion beteiligt oder selber Beiträge geschrieben z.B. Georg Keckl zu den Nitratmessstellen oder Herwig Scholz zur Krefeldstudie.
              Ich will nur zu Ihrer Frage, wie Landwirte Insekten unterstützen können aus der Sicht eines Obstbauers Stellung nehmen. Wir wollen, dass keine Gesetze erlassen oder Verbote von Pflanzenschutzmitteln verhängt werden, bevor nicht durch ein umfangreiches Monitoring untersucht wurde, ob es diesen Insektenrückgang tatsächlich gibt. Da gerade in Obstanlagen eine große Artenvielfalt an Insekten und Beikräutern vorhanden ist und das auch schon mehrfach belegt werden konnte, ist eine pauschale Reduzierung der Pflanzenschutzmittel weder sinnvoll noch nötig. Ich habe inzwischen mehr als 50 verschiedene Tagfalter in unserem Obstanbaugebiet dokumentiert und ein Wildbienenmonitoring hat ebenfalls gute Ergebnisse gezeigt. Das Vorhandensein unserer Obstbaumkulturen unterstützt die Artenvielfalt einfach durch das Vorhandensein und wenn wegen unsinniger Forderungen nicht mehr rentabel produziert werden kann, verschwindet mit den Obstanlagen auch die Insektenvielfalt.

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              • Sonne sagt

                Sehr geehrte Obstbäuerin,
                der Artikel von Herr Scholz ist sehr informativ und aufschlussreich. Vielen Dank für den Tipp.
                Einige der beschriebenen „Ursachenmöglichkeiten“ sind mir durchaus bekannt. Aus dem Artikel geht aber für mich nicht hervor, dass der Insektenschwund grundsätzlich in Frage gestellt wird? Vielmehr wird ein Portfolio aus Ursachen genannt.
                Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden, dass bezüglich der Landwirtschaft der Strukturwandel in der Landwirtschaft (die Aufgabe kleiner Betriebe) u.a. als Ursache gesehen wird?
                Also, die Frage ist für mich daher wie schafft eine Gesellschaft es diese Strukturen aufrechtzuerhalten oder gar auszubauen?
                Ich habe dazu keine Meinung. Ich habe auch verstanden, dass Verbote insbesondere die kleinen Betriebe trifft. Aber, was muss passieren, damit gerade diese Betriebe, die für Insekten so wichtig sind nicht weiter intensivieren und wachsen müssen, sondern genug Spielraum haben ökonomisch erfolgreich und für Insekten ökologisch wertvolle Strukturen wie z.B. Weiden, Gemüsebau etc. zu bieten? Ich würde mich freuen, wenn sie mir sagen könnten unter welchen Schlagwörtern ich hier im Forum suchen muss! Danke

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            • firedragon sagt

              Hallo Sonne,
              Nitratproblem und DüV hängen zusammen. Es werden die unzureichend „gezogenen“ Messwerte bemängelt. Wir fordern ein Zurückstellen der neuen DüV, den Aufbau eines flächendeckenden Messstellennetzes und somit genauere Auswertung der Daten.
              Da die bisherige“ Auswertung „mehr als mangelhaft ist – das ist der Politik bekannt.
              Zu diesem Thema findest Du hier viele Infos in den Kommentaren zu verschiedenen Beiträgen.
              Ebenso findest Du verschiedene Ideen, wie die LW noch insektenfreundlicher werden kann, als sie eh schon ist – aber der Grundsatz „wer bestellt, der bezahlt“ darf dabei nicht übergangen werden.

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              • Phillip Brändle sagt

                Guten Morgen,

                jetzt haben Sie wieder gesagt was Sie nicht wollen. Die Frage war aber ja andersrum gestellt – Wie kann es in Ihren Augen gehen? Beantworten Sie die Fragen doch mal konstruktiv…

                Wie sollen die Mittel verteilt werden?
                Wie können Landwirte Insekten unterstützen ?
                Was muss politisch getan werden?
                Wie kann ein „Fahrplan“ für die Zukunft aussehen?

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                • firedragon sagt

                  Ebenso Guten Morgen Herr Brändle,
                  ich habe gesagt, was ich will.
                  Da Sie unseren Betrieb nicht kennen, können Sie leider nicht wissen, wie wir arbeiten (die Spielregeln hier, erlauben mir zudem keine Selbstdarstellung, allerdings, habe ich schon einiges über uns in meine Kommentare einfließen lassen, genau wie andere auch), wir arbeiten schon lange in der geforderten Richtung, nur eben nicht Bio(zertifiziert), es ist aber nicht möglich flächendeckend und langfristig 20% unter Bedarf zu wirtschaften, es ist aus den gleichen Gründen auch nicht möglich generell auf PSM zu verzichten. Krankheitsdruck und Schädlinge variieren von Jahr zu Jahr und die Gesetze lassen keine Flexibilität zu. Und, und…
                  Ich kann nur für unseren Betrieb sprechen, ich weiß, es gibt Betriebe, die „übertreiben“ hier und da.
                  ABER Herr Brändle, ich weiß auch ganz genau, dass es vielen Betrieben nicht möglich ist, so zu arbeiten, wie wir – weil es an Selbstausbeutung grenzt.

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                • firedragon sagt

                  Herr Brändle,
                  eine Sache habe ich vergessen zu erwähnen.
                  Wir haben eine so genannte Sonderkultur, ohne die, könnten wir den Betrieb zu machen.

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              • sonne sagt

                Sehr geehrte Obstbäuerin,
                sehr geehrter firedragon,
                ich gebe es zu, ich will es genau wissen. Also habe ich gestern in diesem Blog nach den Nitratmessstellen gesucht und bin auf den Beitrag von Herr Keckl gestoßen „Nitrat: wer einmal lügt…“
                Herr Keckl sagt, dass folgende Aussage falsch ist: …der durchschnittliche Nitratgehalt an den 15 Grundwasserstellen mit den jeweils „höchsten“ Belastungen hat von 2013 bis 2017 um fast 40 mg pro Liter zugenommen“
                Ich habe mir die Kritik an diesem Artikel durchgelesen, die entsprechenden Daten angeschaut und sehe da zunächst keine Falschaussage.
                Der Durchschnittswert dieser 15 Messstellen lag 2013 bei: 170,6 (alle 15 Werte summiert/15) Der höchste Wert waren 320,5 mg und der niedrigste Wert war 126,4 mg.
                Der Durchschnittswert der 15 höchsten Werte (das sind ja nicht unbedingt die selben Messstellen wie 2013 (die Frage bezog sich ja auf die am höchsten belasteten Messstellen) lag 2017 bei 209,9 mg. (Ich habe die höchsten 15 Werte summiert und durch 15 geteilt).
                Das haut ja ungefähr hin mit den 40 mg Steigerung.
                Auch ich habe mich gefragt warum im 2. Bericht soviele Werte genannt werden.
                Ich kann es mir nur wie folgt erklären. In dem Bericht 2013 lag der niedrigste Wert in den Top 15 bei 126,4 mg. Im Bericht von 2017 sind in der Spanne von 2013 jedoch wesentlich mehr Messstellenergebnisse zufinden bis man auf den Wert von 126 mg kommt.
                Zur bemängelten Grundgesamtheit: Es wurden 2013 und 2017 der Durchschnitt der 15 „höchsten“ Messergebnisse ermittelt (zur Erinnerung- die Anfrage bezog auf die „höchsten“ Messergebnisse)…die Grundgesamtheit wurde daher nicht verändert.
                Zum Aussagewert der Daten kann ich nichts sagen, da fehlt mir die Expertise. Die Rechnungen aus den besagten Zeitungsartikeln kann ich allerdings mathematisch nachvollziehen.

                Nun denn…ich habe ja heute frei und war nun angefixt die Kritik an den Messergebnissen mir genauer anzuschauen. Im folgenden Link bin ich dazu etwas weiter gekommen.

                https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/13-fragen-und-antworten-zu-den-roten-gebieten-182140.html

                Ich fand die Aussagen aus den 13 Fragen zunächst ganz plausibel. Nun denn, ich bin jetzt aber interessiert, was aus Ihrer Sicht an diesem Vorgehen nicht wissenschaftlich ist bzw. was läuft falsch?
                Auch hier möchte ich mir kein vorschnelles Urteil erlauben- es geht mir darum die Kritik zu verstehen?
                Ich hoffe auf mehr Information! Vielen Dank

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                • Obstbäuerin sagt

                  Mich würde interessieren, warum der Zusammenhang von Artenvielfalt und Pflanzenschutzmitteln immer wieder negativ hergestellt wird, obwohl gerade im Obstanbau häufige Spritzungen (auch Neonicotinoide) notwendig sind, um die Schadinsetkten zu dezimieren aber trotzdem eine hohe Biodiversität vorhanden ist. Mit geballter Konsequenz wird jegliche Information dazu nicht reflektiert und medial ausgebremst.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wo ist das Problem Sonne, er hat es doch ausführlich erläutert.:
                  „Man hat zwischen den Jahren 2013 und 2017 die Grundgesamtheit verändert. Das ist sehr komplex, aber kurz gesagt hat man zwischenzeitlich das Messstellennetz erweitert und eine Untergruppe „Landwirtschaft“ geschaffen. Um es etwas verständlicher zu machen etwa so: Im Jahr 2013 wurden alle Kinder der 1. Schulklassen einer Stadt gemessen und gewogen. Im Jahr 2017 wurden erneut alle Kinder der 1. Schulklassen der Stadt gemessen und gewogen. Vorher hat man aber jetzt einige ausgesucht große Kinder in die ersten Klassen gesteckt. Heraus kam, dass der weite Durchschnitt aller Erstklässler im Schnitt etwa so groß ist wie 2013, aber die Gruppe der 15 größten Kinder im Jahr 2017 viel größer als 2013 ist. Das war der Trick mit den Nitratmessstellen aus dem ehemaligen „Belastungsmessnetz“ mit den ausgesucht hohen Nitratwerten. Dieses Ergebnis ist aber nicht verwertbar, weil es vorher die Aufnahme einiger ausgesucht großer Kinder gab. Betrachtet man die Nitratwerte von 2017 der 15 Messstellen, die 2013 die höchsten Nitratwerte hatten, so hat sich im Schnitt der Nitratgehalt dieser Messstellen sogar gesenkt, um mindesten 11%. Wegen der 2017 neu hinzugekommen, ausgesucht großen „Kinder“, kann und darf man die alte „Spitzen“-Gruppe von 2013 mit der neuen „Spitzen“-Gruppe von 2017 nicht vergleichen, das ist statistischer Unsinn.“

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                • Sonne sagt

                  Sehr geehrte Frau Ertl,
                  ich bin irritiert, dass sie denken, dass ein Lehrer für 20 Stunden bezahlt wird und ansonsten Blogs schreibt. Ich bin keine Lehrerin, aber trotzdem gebühre ich den Lehrern ausreichend Respekt wie auch den Landwirten. Mit 2 schulpflichtigen Kindern teile ich übrigens nicht ihre Meinung, dass es sich um seichtes Infotainment handelt. Da hatte ich es in meiner Schulzeit deutlich leichter mich fröhlich berieseln zu lassen und das auswendig Gelernte vorzupredigen.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Auf dieser Seite oben in der Suchfunktion das gewünschte Thema eingeben. Es kommt eine Fülle an Information!

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              • Sonne sagt

                Sehr geehrter Herr Seevers, wie ich ja schon gesagt habe kann ich die Rechnung mathematisch nachvollziehen aber die Aussagekraft dieser Rechnung nicht bewerten. Dazu fehlt mir die Expertise und das statistische Fachwissen. Ich hatte es auch so verstanden, dass die „höchsten“ 15 Werte herausgepickt wurden. Trotzalledem bin ich doch erstaunt, dass es soviele Werte sind die über dem zulässigen Wert liegen und wenn sozusagen die Untergruppe „Landwirtschaft“ dazugekommen ist….dann frage ich mich doch was hat es auf sich mit diesen Messstellen? Was ist jetzt mit diesen Werten die noch dazu gekommen ist?
                Ich verstehe es nicht…ich kann es nicht einordnen

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                • Sonne sagt

                  Ganz konkret nochmal. Sind die Messstellen neu eingerichtet worden oder hatten die antwortgebenden vorher nicht die Daten?
                  Oder sind die Daten an den Messstellen so hoch gegangen, dass sie jetzt aufeinmal in dieser Übersicht aufgenommen wurden?

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  So wie ich es verstehe, gibt es Gegenden mit Nitratproblemen. Und dort hat man vor allem gemessen. Wo keine Probleme zu erwarten waren, hat man gar nicht gemessen. Alle anderen Länder messen aber auch dort und bekommen daher einen niedrigeren Nitrat-Durchschnittswert als Deutschland. Die bekommen von der EU keinen Rüffel. Deutschland steht also jetzt in der EU ungerechter Weise als weit überdurchschnittlicher Nitratsünder da, und das wird öffentlich dazu benutzt, die deutschen Bauern insgesamt besonders schlecht zu machen.
                  Außerdem hat man nicht einmal untersucht, woher das Nitrat dort kommt. Es könnte beispielsweise auch aus einem defekten Kanalnetz kommen. Weil es aber in den entsprechenden Gebieten Intensivlandwirtschaft gibt, meist auch mit Tierhaltung, geht man automatisch davon aus, dass diese Werte von Landwirten verursacht werden. Als Reaktion darauf schreibt man allen Landwirten in diesen Gebieten die Reduktion der Düngermenge vor, auch solchen, die schon jetzt ihre Düngermengen sorgfältig dem Bedarf angepasst haben, um eben das Trinkwasser nicht zu gefährden. Man macht sich nicht die Mühe, jene Landwirte herauszufinden, die wirklich zu viel düngen, obwohl das gar nicht mehr erlaubt war. Wenn aber zu wenig gedüngt wird, sinkt der Ertrag und das Getreide eignet sich nur als Viehfutter. Man muss mehr importieren.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Gehen Sie doch auf die website von Keckl, da können sie die ganze Thematik der letzten 6 Jahre zurückverfolgen. Und parallel können Sie noch die Seite des RWI – Essen mit der „Unstatistik des Monats“ ansehen. Dort wird immer wieder über falsche Statistiken informiert.
                  http://www.rwi-essen.de/unstatistik/94/

                  Die Komplexität der Landwirtschaft, die Komplexität des Stickstoffkreislaufes, die Komplexität der Statistik und die Komplexität politischer Willensbildung greifen hier ineinander….das in diesem blog zu ergründen ist nicht sinnstiftend.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Und fragen Sie einmal den Lehrer Ihres 10 Jahre alten Sohnes, wie er dazu kommt, diesem Kind einen Vortrag über ein derart komplexes Thema zuzumuten. Der bekommt 20 Stunden bezahlt, damit er die restlichen 20 Stunden Zeit hat, selber einen Blog wie diesen sorgfältig zu studieren, bevor er landwirtschaftliche Themen in seinen Unterricht einbaut und sie auch kindgerecht vermittelt.
                  Bei diesem seichten Infotainment, das sich heutzutage Unterricht nennt, darf man sich nicht wundern, wie leicht es NGOs haben, mit ihren unseriösen Schmafu sich als Retter aufzuspielen und den Leuten das Spendengeld aus der Tasche zu ziehen.

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                • firedragon sagt

                  Frau Ertl,
                  Sie sind nicht die Einzige, die sich hier wundert, über was ein 10 jähriges Kind einen Vortrag halten soll.

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                • Sonne sagt

                  Sehr geehrte Frau Ertl, sehr geehrter firedragon,
                  die Lehrerin ist übrigens ganz hervorragend und wenn das Thema Landwirtschaft in der 5. Klasse durchgenommen wird und die Kinder ausgehend von einer Pizza lernen, woher die Rohstoffe kommen und wieviel Arbeit dazu gehört sie zu produzieren, dann finde ich es ausgesprochen positiv und auch gesellschaftlich wichtig! Dass in diesem Zusammenhang ein Kind einen Rechercheauftrag erhält und einen Kurzvortrag darüber hält, warum zur gleichen Zeit vor der Schule unendlich viele Traktoren fahren und stehen finde ich auch dies nachvollziehbar.
                  Was hat nun das Kind rausbekommen? Das Ergebnis war, dass den Landwirten offensichtlich sowohl monetäre wie auch gesellschaftliche Anerkennung für ihre geleistete Arbeit fehlt und das sie sich durch die Politik gegängelt fühlen und deswegen auf die Straße gehen. Wenn nun die Lehrerin den Preis einer Fertigpizza mit den Arbeitsprozessen davor in Relation setzt und die Kinder darüber aufklärt, dass es den Rohstofferzeugern schlecht geht (wie sie es gemacht hat), dann kann man doch davon ausgehen, dass ein 10 Jährigem in der Lage ist zu erkennen, dass hier was falsch läuft.

                  Die komplexe Fragestellung, die dahinter steht ist mein Ding. (da haben sie vollkommen Recht-das würde einen 10 Jährigem vollkommen überfordern) Sie können mir glauben, dass weder die Lehrerin noch ich mit dem 10 Jährigem über Nitratwerte, die Düngeverordnung etc. im Boden diskutiere.

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                • Sonne sagt

                  Nochmal: Ich bin da wohl verrutscht
                  Sehr geehrte Frau Ertl,
                  ich bin irritiert, dass sie denken, dass ein Lehrer für 20 Stunden bezahlt wird und ansonsten Blogs schreibt. Ich bin keine Lehrerin, aber trotzdem gebühre ich den Lehrern ausreichend Respekt wie auch den Landwirten. Mit 2 schulpflichtigen Kindern teile ich übrigens nicht ihre Meinung, dass es sich um seichtes Infotainment handelt. Da hatte ich es in meiner Schulzeit deutlich leichter mich fröhlich berieseln zu lassen und das auswendig Gelernte vorzupredigen.

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                • Sonne sagt

                  Ich möchte dazu noch sagen, dass es sicherlich missverständlich war welche Informationen ich zu dem Referat gegeben habe … mein Sohn sollte natürlich nicht die politischen und ökologischen Fragestellungen herausfinden, sondern einfach mal grob erläutern warum so viel Frust in der Landwirtschaft. Seine Erläuterung hat ganz hervorragend zu dem geplanten Lernziel gehört. Es ging darum die Kinder zu sensibilisieren, dass Lebensmittel zu billig sind und Landwirte die leidtragenden sind.
                  Alle anderen Fragestellungen haben sich für mich ergeben. Ich bin aber auch deutlich älter 😉

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                • Paulus sagt

                  Das Thema war doch wohl „Was wollen die Bauern auf den Treckerdemos“. Zu dieser einfachen Fragestellung ein Kurzreferat zu halten würde ich einem 10-jährigen schon zumuten – selbst im weitgehend bildungsbefreiten Land NRW.
                  Das Problem scheint mir eher bei dieser Helikoptermutter „Sonne“ zu liegen, die selbst die Fragestellung nicht verstanden hat, und irgendwas hinein interpretierte was überhaupt nicht zur Debatte stand. So macht man aus einem Mückenschiss einen Elefantenhaufen. Armes Kind, würde ich sagen.

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                • Sonne sagt

                  Sehr geehrte Frau Ertl,
                  zunächst muss ich mich entschuldigen. Ich habe es falsch gelesen und das tut mir sehr Leid. Sie haben natürlich nicht geschrieben, dass die Lehrerin Blogs schreibt, sondern das sie sie lesen soll. Ich gehe davon aus, dass sie informiert ist und sich wahrscheinlich ausreichend mit der Thematik befasst hat, um gegebenenfalls korrigierend einzugreifen, wenn die Diskussion unsachlich wird
                  Ich war etwas angefressen, wegen dem unterschwelligen Ton gerade in den letzten Zeilen.
                  Ich finde es ganz gut, dass die Schüler lernen sich Informationen zu beschaffen und nicht von der Lehrerin etwas „serviert“ zu bekommen.

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                • Sonne sagt

                  Hier ist nochmal die Helikoptermutter

                  „Das Problem scheint mir eher bei dieser Helikoptermutter „Sonne“ zu liegen, die selbst die Fragestellung nicht verstanden hat, und irgendwas hinein interpretierte was überhaupt nicht zur Debatte stand. So macht man aus einem Mückenschiss einen Elefantenhaufen. Armes Kind, würde ich sagen.“

                  Ok…ich habe die Ansage verstanden! Danke an Frau Ertl und die Obstbäuerin und auch an firedragon für die Meinungen. Das war ganz interessant

                  …ich gehe dann mal interpretieren was ein Mückenschiss und eine Elefantenhaut ist …

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                • firedragon sagt

                  Sonne,
                  es ist okay, Sie müssen sich nicht entschuldigen.
                  Meine Hochachtung an die Lehrerin Ihres Sohnes, dass sie Nahrung und deren Wertigkeit im Unterricht durchnimmt. Auch, dass sie die Kinder animiert, sich über die derzeitige Situation der Landwirtschaft Gedanken zu machen.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @Sonne
                  Es gibt auch Unterschiede zwischen den Lehren,
                  so hat ein Lehrerpensionär in zwei Leserbriefen behauptet, man kann Landwirtschaft ohne PSM betreiben.
                  Andere Lehrer gründen eine Weinbau AG, die Pflanzen mit den Schülern Wein, machen alle Handarbeiten und verkaufen den Wein. (Mulchen und den Pflanzenschutz macht ein Winzer, in der Winzergenossenschaft wird der Wein separat ausgebaut)

                  Habe die Meinung von Herwig Scholz dem Rektor unserer Schule übermittelt, der wiederum die Meinung an jeden Lehrer übermittelte.
                  Wir müssen auch bei den Lehrern am Ball bleiben.

                  https://www.bauerwilli.com/weniger-insektenmasse-aber-mehr-vielfalt-gut-so/

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Sonne, das tut mir leid, dass ich die Aufgabenstellung falsch eingeschätzt habe. Dass die Lehrerin über Landwirtschaft aufklärt, ist natürlich sehr positiv! Und dass Sie als Mutter das zum Anlass nehmen, sich eingehender zu informieren, auch. Ich hab tatsächlich sagen wollen, dass der Lehrer sich selber informieren soll, nicht dass er seine Arbeitszeit vertrödelt.
                  Ich hab nur gewisse Erfahrungen damit, dass in Schulen – teils sogar politisch gewünscht – solche Dinge wie die unterrichtliche Aufbereitung, das Präsentieren und das möglichst plakative und damit verkürzte Zusammenfassen oft wichtiger ist als die tatsächliche Komplexität des Inhalts. Deshalb habe ich gemeint, dass bei der Behandlung von Nitratdaten oder den Ursachen des Insektensterbens bei 10-Jährigen nur wieder maximal irgendein allzu einfaches halbwahres Urteil herauskommen kann.
                  Aber die Lehrerin behandelt offenbar gerade andere einfachere Themen.

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                • Paulus sagt

                  Gnädige Frau Sonne, ausgerechnet SIE haben doch tiefergreifende Themen mit dem lächerlichen Referat ihres Sprösslings in Verbindung gebracht. Ich lege das ab unter Wichtigtuerei. Den Unterschied zwischen einem Mückenschiss und einem Elefantenhaufen (nicht Elefantenhaut) können sie jetzt mal ergooglen.

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                • firedragon sagt

                  Guten Abend Paulus,
                  eigentlich ist es doch genau das, was LW möchte. Landwirtschaftliche Zusammenhänge als Themenfeld in den Schulen behandelt.
                  Und wenn wir möchten, dass die Kinder eine normale Einstellung zur LW aufbauen und verstehen, gehören Eltern dazu. Und je nach Interesse dieser, werden Eltern mal mehr, mal weniger Fragen stellen.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Frau Sonne, Herr Paulus ist so. Wir hier nehmen das nicht persönlich.

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  5. Thomas Apfel sagt

    Ich habe gerade mal nach „Wir machen Euch satt“ 2020 gesucht, aber da ist „still ruht der See“. Also doch WHES okkupieren oder besser garnix?

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  6. firedragon sagt

    Ich habe es satt,

    dass „Hinz und Kunz“ einen, wegen tierischer Geräusche und Gerüche auf dem Dorf, vor Gericht ziehen dürfen.

    Ein landwirtschaftlicher Betrieb im Ort ist kein Novum!
    Landwirtschaftliche Gehöfte im Ort sollten Bestandschutz haben, wenn man als Staat die Bäuerlichen Kleinbetriebe schützen will, sollte der Staat auch tatsächlich einhalten.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Feuerdrache,
      in unserem Land hat jeder das Recht vor Gericht zu ziehen, problematisch ist, dass manche Richter noch nichts von einem Bestandsschutz gehört haben.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die selben Probleme haben wir auch.
          Dieses Jahr hat sich ein Bürger darüber beklagt, dass die Winzer über die Mittagszeit in den Weinbergen arbeiten, der Mann fühlt sich gestört.
          Habe ihm empfohlen, er solle wieder zurück in die Stadt wo er herkommt, wenn es ihm bei uns nicht gefällt.

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    • bauerhans sagt

      hier hatte einer seine hoffläche als bauland verkaufen dürfen und dann vorm ort auf seinem acker ne neue hofstelle errichtet (landwirteprivileg).

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  7. firedragon sagt

    Ich habe es satt,

    unseren Kälber in jedes Ohr eine riesige Ohrmarke zu stanzen.

    Die werden sich schon fast regelmäßig auf den Weiden (auch im Stall) rausgerissen. Folge, das Tier hat „mehrere“ Ohren. Neue Ohrmarken kann ich nicht mehr einstanzen, da kein Platz vorhanden.
    Möglichkeit :kleinere Ohrmarken? Aber nein, geht nicht, die Kontrolleure sehen die Nummern nicht.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Hab ich auch schon angefragt. Wir haben Zwergzebus, weißt du wie klein die Kälberöhrchen sind? Die Ohrmarken verursachen spontane Schlappohren… Gibt‘s nicht, basta! Bürokratie und Tierwohl. Jetzt hat der Bulle eine verloren. Sollte ein Kontrolleur das monieren, darf er die gerne selbst einziehen. Ich hoffe, die haben genügend Kontrolleur-Ersatz

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      • firedragon sagt

        Guten Morgen Ferkelhebamme,
        leg dem Kontrolleur Ohrmarke und Zange hin, hol Dir ’nen Liegestuhl und ein Getränk und genieß doch einfach das Schauspiel, welches Dir geboten wird.
        Ein paar aufmunternde Worte, wie „der will nur spielen“ könnte ich mir bei unserem Bullen allerdings nicht verkneifen.

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  8. firedragon sagt

    Ich habe es satt,

    dass ich betriebliche Anfragen von jedem einzelnen Amt usw bearbeiten und beantworten muss.

    Es es wäre ein Einfaches, die Ämter tauschen die Daten, die sie benötigen, untereinander aus (Vollmachten dafür haben sie von uns) – somit bin ich als Betrieb von der übermäßigen Bürokratie entlastet und könnte meiner eigentlichen Arbeit nachkommen.

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  9. Ein Privatier sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hier der Link zu einem interessanten und aktuellen Artikel, dessen Thema das gemeinsame Demonstrieren holländischer und deutscher Bauern in Holland ist:

    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/bauernproteste-in-den-niederlanden/

    (…) Gestern hatten die niederländischen Gerichte Demonstrationsverbote erteilt. Mit Hilfe einer gerichtlichen Anordnung mit festgesetzter Strafzahlung in Höhe von 100.000 Euro soll die Farmers Defence Force (FDF) mundtot gemacht werden.(…)

    MfG
    Ein Privatier

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      • Brötchen sagt

        Glaube die können das untersagen, wenn die öffentliche Ordnung gefährdet ist.
        Ein Recht ist ja nicht uneingeschränkt in Anspruch zu nehmen. Du musst das ja anmelden und auch den Ort. Wenn der Ort nicht passt, kann das abgelehnt werden.
        Es ist aber glaube ich ein sehr hohes Recht, also braucht es „hohe“ Gründe.

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        • firedragon sagt

          …dann bin ich mal gespannt, wann fff etwas untersagt wird unter androhung von Strafzahlungen …

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  10. Astorianer sagt

    Ich habe es satt , von den NGO,s und nun auch noch von der deutschen Umwelthilfe, die überhaupt keine Ahnung von Landwirtschaft haben so massiv kritisiert und an den Pranger gestellt zu werden und es werden immer mehr die auf die Bauern eindreschen, dafür noch Spenden einsammeln dürfen und zusätzlich noch staatliche Unterstützung erhalten. Wir schaffen doch schon seit ich denken kann immer bessere Bedingungen und Sallungen für unsere Tiere, aber das ist der LM Julia Klöckner noch immer nicht genug. Wo soll das noch enden. Beim Käfigverbot haben die meisten Eierprotuzenden aufgehört. Nun werden die meisten Eier importier.

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    • Stadtmensch sagt

      „Nun werden die meisten Eier importier.“

      Ist das so? Gilt doch „nur“ für die ganzen Tetrapaks mit Rührei und das Volleipulver, das überall untergemischt wird.
      Für mich ist jedenfalls das Verbot der Käfighaltung und die Kennzeichnungspflicht der Herkunft ein voller Erfolg. Könnt ihr ruhig wieder zurückdrehen und die Tiere euer „Race to the bottom“ ausbaden lassen. Ich bin eh raus…

      Warum gibt es sowas nicht bei Fleisch und Milch?

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      • Brötchen sagt

        Stadtmensch das sind aber die größten Mengen, weil überall Eiprodukte drin sind.
        Gucke Dir mal genau die Zutatenlisten an, Ei ist recht oft vertreten.
        Der reine Frischfleischabsatz ist auch stark sinkend. Weil kaum noch jemand kocht.

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        • Stadtmensch sagt

          Genau. Der Verbraucher hat keine Wahl bzw. muss nehmen was man ihm unterhilft oder vorsetzt. Und dann muss er sich dafür noch beschimpfen lassen!

          Wie soll man denn da an der Kette ziehen. Sprich moralisch korrekte, weltrettenden Impulse setzen?

          Der Verbraucher kann kaum Verantwortung übernehmen, für das was er an Lebensmitteln konsumieren muss. Konsumstreik fällt naturgemäß aus für alles andere bräuchte er eine Unmenge an Infos, die nicht statisch sind..

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die Eier aus Käfighaltung sind ausgelistet, es ist kein Erfolg der Kennzeichnung. Der LEH traut sich wegen der moralischen shitstürme nicht, welche zu listen. Wer meint, dass die Kennzeichnung einen Anteil daran hat, der glaubt auch an den Storch, Osterhasen oder den Weihnachtsmann…..
            Der Verbraucher ist immer an allem Schuld, sonst gäbe es das Verhalten nicht. Oder ist die Autoindustrie an der Autoschwemme schuld, der ÖPNV an der Anzahl der Züge und Busse, Smartphones werden gekauft, weil die Menschen gezwungen werden? Sogar die Medien bezichtigen den Leser dafür, dass die Zeitungen nicht mehr gelesen werden, und deshalb die Medien auf das Internet ausweichen müssen…es ist immer der Einzelne, der das Chaos anrichtet und dann einen Schuldigen sucht, um sein eigenes Verhalten zu rechtfertigen.

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            • Stadtmensch sagt

              Ebend. Und er soll sich auch fürchten, Qualzuchtfleisch aus Feedlots
              und Produkte mit Volleipulver aus osteuropäischer Käfighaltung zu listen. Es geht weder in der Dorfgemeinschaft noch in der anonymisierten Massengesellschaft ohne soziale Kontrolle. Man sieht ja, dass es nicht geht. Die Menschen werden krank ob ihrer Ohnmacht. Zynismus ist nur eine Vorstufe der entsprechenden Symptome.

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          • Brötchen sagt

            Wieso Du kannst doch Bio kaufen oder Du kannst doch Freilandhaltung usw.
            Ich verkaufe auch pro Woche über 100 Eier von handaufgezogenen Rassehühner, mit handgeraspelten Möhren und Gasgekochten Kartoffeln gefüttert. 3 € die Packung. Du darfst aber gerne auch 6 € bezahlen.
            Eierlikör hätte ich auch noch, gerade gestern zusammengerührt!
            Zur Weltrettung läufts Du barfuss zu mir und holst Dir das ab! 😉 Ist doch ein gutes Angebot oder? Haste gleich noch ne Pilgerreise gemacht.

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            • Stadtmensch sagt

              „Zur Weltrettung läufts Du barfuss zu mir“

              Nö – ohne Fahrrad is nich. Soviel Industrie muss übrig bleiben, dass wenigstens ein paar Verschleißteile recycled werden können.

              Außerdem raspel ich auch allerlei mit Hand für die verfressene Huhnsbande…

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            • bauerhans sagt

              von wegen „Pilgerreise“.
              wollen wir uns auf der Grünen Woche am 20.Januar 20 mal treffen??

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          • firedragon sagt

            Stadtmensch,
            der Verbraucher (wir sind alle Verbraucher) wird nicht gezwungen, sich Fertigprodukte reinzuziehen.
            Jeder hat, in dem er ursprünglich kauft, die Möglichkeit gemeinsam „an der Kette zu ziehen“.
            Dazu bedarf es keine Unmengen an Infos.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Es wird doch niemand gezwungen, verarbeitete Produkte zu kaufen! Es gibt alle Zutaten auch roh, und dort steht die Herkunft drauf.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die deutschen Bauern wollen nicht zur Käfighaltung zurück, ihre Andeutung muss als böswillige Unterstellung angesehen werden.
        Auf dieser Linie kann kein Dialog entstehen.
        Man muss sich fragen, warum die deutsche und die Europäische Politik die Einfuhr von Eierprodukten aus Käfigeiern nicht unterbindet. Kann es sein, dass man die Nudeln billig im Laden sehen will?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Tja, Tierschutzstandards, Sozialstandards, Umweltschutzstandards etc. kann man einem Vertragspartner nur bedingt aufzwingen und noch weniger kontrollieren. Das wird mit dem geplanten Co-2 Einfuhrzoll noch mal ne Nummer schärfer, wenn der in Deutschland erzeugte Stahlträger dem in China gegenübergestellt werden soll…..Deutschland ist und bleibt Doppelmoralweltmeister und das gilt vom kleinsten Verbraucher bis hin zum größten Politiker.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Wie sprachen einst meine Großeltern: „Politik ist ein schmutziges Geschäft“. Deshalb hielten sie es für ehrenwert, sich da herauszuhalten. Und ich versteh sie immer besser, je älter ich werde. Das Geschäft der NGOs ist doppelt schmutzig, weil sie ihrer eigenen politischen und oft auch monetären Interessen auch noch als Hochhalten der Moral verkaufen.

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  11. Alexander Borchert sagt

    Ambitioniert?
    Unser Problem ist seit den 70er Jahren der Überschuss. Weil wir 100+x % produzieren braucht die Bauern scheinbar kein Mensch, Im Handumdrehen würde sich das bei 100-x% sofort wenden.
    Das 100+x% hat nämlich einen zweiten Nachteil: Es spornt unablässig zu weiteren Leistungsteigerungen an, um durch mehr Menge die Kostenentwicklung aufzufangen. Mehr Menge erzeugt sinkende Preise. Der Kreislauf beginnt von vorn.
    Da sich aber der einzelne Landwirt niemals selbst beschränken kann, kann es nur über Umweltauflagen passieren. Das hätte die Chance, das man sie vergütet bekommt.
    Überlegen Sie mal, was diese Stilllegung alles heisst. Enorme Diesel und Energieeinsparung, evtl. Humusaufbau, 30% weniger PSM- und Düngeeinsatz, Blühflächen ohne Ende. Bei gleichzeitig steigenden Produktpreisen für die restliche Produktion. Der Schlepper und Technik hält 30% länger. Viel mehr Zeit um die Kredite dieser Technik zurück zu zahlen…. Und 30% weniger Arbeit……

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    • Reinhard Seevers sagt

      30% weniger PSM = 30% weniger Arbeit = Technik hält 30% länger……Stochastik – Seminar Teil 1 oder wie?:-)

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  12. Andreas sagt

    Ich habe es satt, dass die durch das EEG hochsubventionierten Biogas-„Bauern“ mit Andresen und Dichow an der Spitze, mit ihren 200- 400 PS-Schleppern die Städte dicht machen, um angeblich für den Erhalt der Landwirtschaft zu kämpfen. Nach Milch und Zucker wird es endlich Zeit, dass auch diese Herrschaften ihren Strom zu Weltmarktpreisen erzeugen dürfen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      …und dass Ihr Gehalt an das eines ghanaischen Arbeiters angepasst wird, fände ich auch gerecht!…wird endlich Zeit, dass die Gehälter unserer Arbeitnehmer an die ökonomischen Kriterien der übrigen Welt angeglichen werden.

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      • Peter sagt

        Das könnte sogar funktionieren. Man muß dies aber auf alle Einkommensbezieher anwenden, auch solche, welche bisher für ihre Leistungen einfach einen kompfortablen Honorar – Katalog aufschlagen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wenn Sie mich meinen, ich arbeite nie nach Honorartabelle, das ist im landw. Bereich nicht durchsetzbar…..aber glauben können Sie das gerne. Was meinen Sie, wenn ich glauben würde, bei Ihnen zahlt die Allgemeinheit Ihr Einkommen, wäre das fair?

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          • bauerhans sagt

            „Honorartabelle“

            ich hatte einem die rechnung gekürzt,weil das für mich nicht nachvollziehbar war.
            da kam nur eine drohung,mehr nicht.

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  13. Phillip Brändle sagt

    Sie durften doch schon bei WHES sprechen Herr Krämer-Schillings. Berichten Sie doch mal wie es war! Wurde Ihnen der Rücken zugedreht? Wurden Sie ausgebuht? Oder war es eher ein respektvoller Umgang bei dem Sie alle Ihre Punkte sagen konnten? Hat man Sie ausreden lassen?

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  14. Boss_marta sagt

    Ich habe es satt, das die NGOs nie satt werden, sie fordern und fordern ohne Sinn und Verstand übernehmen aber NULL Verantwortung – NULL

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  15. Sabine sagt

    Ich würd ne Challange machen. Jeder auf der Demo, der es schafft, auf 2000qm genügend zu ernten, um das ganze Jahr ohne Supermarkt aus zu kommen und das ohne zu düngen und zu spritzen oder von außen Kohlenstoff einzubringen, bekommt meine 114 Euro und die Pacht.
    Mich würd interessieren, wer auf dieser Demo darauf anspringt.

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  16. Elisabeth Ertl sagt

    Dass, wer dagegen ist, von anderen fordert und sich lautstark bemerkbar macht, letztendlich nichts, aber schon gar nichts bewirkt, das haben beispielsweise die Vorgänge rund um die Klimakonferenz in Madrid wieder einmal eindrucksvoll bewiesen. Demokratieverwöhnt lassen wir uns in einer Sucht gehen, die uns Politik maßlos überschätzen lässt. Was weiß ich, welche psychischen Kräfte hinter den Einflüssen stehen, nach denen Politiker meinen, sich richten zu müssen. Das kann man als Mensch letzten Endes weder durchschauen noch steuern. Das Neue beginnt in Wahrheit dort, wo der einzelne Mensch sich entschließt, schon jetzt Teil des Neuen zu sein, das er ersehnt. Dass für jeden von uns jenseits vermeintlicher Sachzwänge der Freiraum dafür existiert, das haben wir eigentlich traditionell immer gemeinsam zu Weihnachten gefeiert. Dieser Freiraum liegt aber dort, wo wir genau keine Macht über andere haben, sondern dort, wo wir möglicherweise auch verletzt werden können.
    Ich werde mich als privilegierte Hobbybäurin jetzt nicht mehr konziliant vor den Profis verbeugen. Ich werde ganz einfach weiter meine Möglichkeiten weidlich nutzen: aus einem Hügel, der ohne uns schon verwaldet wäre, Essen herauswirtschaften, auch wenn es rein wirtschaftlich betrachtet noch so bescheuert und selbstausbeuterisch ist; mich an den 100 Pflanzen auf der mageren Mähwiese und an 40 Vogelarten nebst unzähligen Insekten erfreuen; was ich selber nicht produziere, bei den Bauern meines Vertrauens in der Gegend kaufen; was ich dort nicht kriege, im Supermerkt – dort weiterhin nur regional und bio; auf große Reisen verzichten, weil mir dann eh niemand auf meine paar Viecher aufpasst; und der Dinge harren, die da womöglich noch auf uns zukommen im Bösen wie im Guten.

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    • Stadtmensch sagt

      „Das Neue beginnt in Wahrheit dort, wo der einzelne Mensch sich entschließt, schon jetzt Teil des Neuen zu sein, das er ersehnt.“

      Du sagst es! Den Wandel kann man nicht verordnen. Müssen nur genug merken, dass die fetten Jahre vorbei sind. Wir bereiten uns auch auf ein Leben ohne „Bestellknopf“ vor. Bestellknopf ist eine Metapher für ständige Verfügbarkeit und viele Möglichkeiten. Das kann auch sehr befreiend sein. „In einer Demokratie muss man einfach akzeptieren, dass ein wesentlicher Teil der Wähler sich nicht retten lassen will“ (s. letzte Folge von „Die Anstalt“, es treten an Friedrich Merz gegen G.Ott – köstlich!)

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  17. Bauer Fritz sagt

    Wir haben die verlogene Biodiversitäts-Kampagnen der Handelsketten satt.
    36 Millionen Quadratmeter toter Boden bislang (https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/ernaehrungsgewerbe/lebensmitteleinzelhandel/) und trotzdem nur Öko-Alibihandlungen.

    Daher Werbeslogan 2030: Geil statt Geiz.

    Heißt: In Zusammenarbeit mit den Bauern von „Land schafft Verbindung“ fördert ihr bis 2030 jährlich je Quadratmeter toter Verkaufsfläche den Anbau von 10 m² lebende Biodiversitätsfläche mit 1 Euro/m².
    Mit den Bildern davon könnt ihr gerne jede Menge Werbevideos und Prospekte bedrucken.

    Und zahlt es bitte mal aus eurer Kasse nicht aus den Geldbörsen eurer Kunden oder Lieferanten. Okay ?

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  18. Thomas Apfel sagt

    Sehr geehrter Herr Ilchmann,
    ich setze meinen Kommentar zu Ihrer Einlassung weiter unten mal an den Anfang sonst ist er im Nirvana der Abstufung verschwunden.
    „Ich habe die bornierten Kommentare auf diesem Blog sehr satt. Ich schaue hier immer seltener mal rein, weil von Bauer Willi und seiner Clique von Claqueuren keine Impulse mehr ausgehen“
    Sie müssten doch als BDM Mitglied die Schwierigkeiten des „Langen Weges“ der immer gleichen Forderungen mit wenig Erfolg kennen. Seit 20 Jahren versucht der BDM sein postuliertes Ziel, 50 Cent je Liter Milch , mit bewundernswerter Hartnäckigkeit und Standhaftigkeit durchzusetzen. Mit eher dürftigem Erfolg. Das reiht Sie doch eigentlich in die „Erfolgsstory“ aller landwirtschaftlichen Verbände und Interessenvertretungen ein?
    Warum also so gallig? Wer wie am 29.11. diesen Jahres in Elsfleht gemeinsam mit Prof. Otterpohl auftritt, läuft schon Gefahr nicht ernst genommen zu werden. Was also sind neben den Schnapsideen von Herrn Otterpohl Ihre Visionen, nicht nur für Sie als Milchviehbetrieb mit Weidehaltung? Machen Sie Ihre Opposition zu den Mastbetrieben doch mal offen. Es ist auch recht wohlfeil Verbote von Pflanzenschutzmitteln zu fordern, wenn man sie im eigenen Betrieb nicht braucht.

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  19. Obstbäuerin sagt

    »Wir teilen die Sorge der Bäuerinnen und Bauern, sie könnten mit dem notwendigen Umbau der Landwirtschaft alleine gelassen werden. Sie brauchen endlich verlässliche politische Vorgaben.« Diese zwei Sätze von der Sprecherin Saskia Richartz suggerieren Anteilnahme und Einsatz für die konventionellen Bauern. Gemeint ist aber etwas anderes, macht endlich mehr Vorgaben und Gesetze, die den Umbau der Landwirtschaft diktatorisch vorschreibt. Er ist aber weder notwendig, noch haben die Bauern Sorge damit allein gelassen zu werden. Sie lehnen ihn ganz einfach aus guten Gründen ab.

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  20. Elisabeth Ertl sagt

    Ich mach mir keine Illusionen mehr. Es wird das geschehen, was die Mehrheit will. Zwar hat unsere Bundeskanzlerin jetzt das vorzeitige Glyphosatverbot nicht kundgemacht aus Angst vor der EU. Damit hat sie aber ihre bisherige Beliebtheit nachhaltig verspielt, man freut sich schon, sie bald loszuwerden. Es wurde von der SPÖ schon ein neuer Antrag eingebracht, welcher der EU vorgelegt werden muss. Auch wenn man nicht weiß, was dabei herauskommen wird, müssen die Bauern jetzt ihr Jahr planen und haben einmal sicherheitshalber wieder gepflügt. Das Verbot wirkt schon, bevor es in Kraft getreten ist. https://stmk.lko.at/selbstcheck-glyphosat-wie-w%C3%BCrde-sich-ein-wegfall-des-wirkstoffes-auf-meinen-betrieb-auswirken+2500+3002868
    Dadurch fühlen sich die NGOs bestätigt und im Aufwind und verlangen jetzt mindestens 10% von der Nutzung ausgenommene Biodiversitätsflächen pro Gemeinde. Vorbild sei Deutschland. In einem Land, dessen Bevölkerung sich als Bio-Champion Europas fühlt, wie willst Du da erfolgreich eine Bauerndemo dagegen abhalten? Es gehört zum Wesen der Demokratie, dass das Volk seine Erfahrungen selber machen will und nicht auf Erfahrene hört.

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    • Obstbäuerin sagt

      Die EU hatte dem Glyphosatverbot zugestimmt, es hat sich jedoch herausgestellt, dass wegen seltsamer »Formfehler« das Verbot nicht wirksam werden kann. Auch eine beliebte Methode face news in die Welt zu setzen. Erst groß medial ankündigen und dann still und heimlich zurücknehmen.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Nein, die Medien haben das im Sinne der NGOs und der Bevölkerung völlig falsch dargestellt. Schon im Juni haben ÖVP und BOKU gewarnt, dass es mit der EU Schwierigkeiten geben wird. Es muss ja zuerst ein Gesetzesentwurf an die EU geschickt werden. Dort wird geprüft, ob es in Ö. eine besondere Gefährdung durch Glyphosat gibt, die eine Ausnahme rechtfertigen. Dass es die nicht gibt, wusste man schon, weil das Land Kärnten bereits mit einer entsprechenden Initiative abgeblitzt war. Erst NACHDEM die EU grünes Licht gegeben hat, könnte das Gesetz beschlossen werden. Aber es war Wahlkampf, und SPÖ; FPÖ, Liste JETZT und schlussendlich auch die NEOS haben das freie Spiel der Kräfte genutzt, um sich vor der Bevölkerung ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Man hat einen Gesetzesentwurf schnell zum Gesetz gemacht und ihn erst nachträglich an die EU geschickt zur Stellungnahme. Dieses Prozedere ist aber rechtlich nicht vorgesehen. Die EU hat daher den Entwurf OHNE JEGLICHE STELLUNGNAHME zurückgeschickt mit der Warnung vor einem Vertragsverletzungsverfahren, sollte das Gesetz wie beschlossen kundgemacht werden. Bierlein will nicht diejenige sein, die Österreich dieses Vertragsverletzungsverfahren einbrockt und macht das Gesetz daher nicht kund. Die Medien interessiert aber nur, dass das Schreiben der EU kein Verbot enthält und verkauft das der Bevölkerung als grünes Licht. Bierlein sei von der Pharmaindustrie gekauft. Dass diese Darstellung für die glyphosathysterische Mehrheit mehr wiegt als die Wahrheit, macht mir klar, dass rationale Zugänge bis auf weiteres keine Chance haben.

        0
  21. Altbauer Jochen sagt

    Verbale Ausrutscher passieren nicht nur Bauern,
    darin sind ganz andere meisterhaft begabt,
    bis hin nach den Menschen in höchsten Ämtern.
    Wenn man durch kommunizieren keine Impulse
    mehr setzen kann,-was soll man machen ?
    Ein Beispiel an unseren französischen Nachbarn
    nehmen und Feuer „unterm Hintern “ machen ??
    Dazu sind wir,-ich sage vernünftigerweise- viel zu friedlich.
    Aber das darf andere nicht dazu verleiten uns Bauern
    nicht ernst zu nehmen.
    Für Einsicht bei den Politikern ist es nie zu spät.
    Das geht in andern Themenfeldern ja auch.
    Aber es müsste mal ein Zeichen kommen.

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  22. Friedrich sagt

    . Ich habe es schon lange satt ! Im Oktober hatte ich die 58. Kontrolle in den letzten 14 Jahren.Diesmal die Greeningfläche. Zwei weitere Kontrollen auf dem Acker , aber ansonsten nur im Schweinestall . Im Februar 2020 steht nach drei Jahren wieder die QS-prüfung an. Dann wird wohl auch wieder das Veterinäramt, das Tierzuchtamt, Landesamt für Verbraucherschutz und ISO 2000 Kontrollen stehen dann noch aus. Gestern bekam ich ein Schreiben vom Veterinäramt , wonach wir die Futteraußensilos einzäunen sollen. Den Sinn der Maßnahme leuchtete auch dem Veterinäramt nicht ein, aber das Ldw. Ministerium gab die Order heraus. Die Erfüllung der Einzäunung muß mit Bildern dem Amt zugemailt werden. So geht das seit Jahren.Immer wieder was Neues und immer mehr Bürokratie. Ich betrachte das inzwischen als Staatsterrorismus ein. Man nimmt mir meine Freiheitsrechte. Auch soll ich zum Weltmarktpreis produzieren und extrem hohe deutsche Standards erfüllen. Die nächste Kostenlawine mit der CO2-Steuer rollt auf uns alle zu. Unseren Betrieb wird das wieder 10.000 und mehr Euro im Jahr kosten. Wenn ich die EEG-, Co2 und weitere Ordnungsrechtskosten sehe , dann übersteigt das schon unsere Flächenprämien locker. Das alles ist der Punkt , warum ich immer auf die Demos gehe , aber unsere Politiker wollen das nicht sehen. Die haben sich dermaßen mit ihren Ausgaben verkalkuliert , daß nur mit gewaltigen Steuererhöhungen das ganze zu bezahlen ist. Die Wähler werden es hoffentlich bei der nächsten Wahl danken.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Bei uns hat vor kurzem ein Schweinehalter eine Auszeichnung bekommen für tiergerechten Stallumbau und Fütterung ausschließlich vom eigenen Acker mit Soja und Hirse. Jetzt gibt es aber schon wieder neue Vorschriften, und gerade von so einem Bauern wird verlangt, immer up to date zu sein. Die Fenster seines Stalles sind plötzlich zu klein, und schlachten darf er auch nicht mehr selber, da gibt es bereits wieder zusätzliche Auflagen. Dreimal pro Woche erscheint irgendein Kontrollor und macht ihm das Leben sauer. Billa hat auch schon seine örtlichen Fleischhauer entlassen. Die Tiere der regionalen Bauern werden jetzt weit in einen zentralen Schlachthof gekarrt, das Fleisch in das zentrale Lager nach Wien transportiert und von dort wieder auf ganz Österreich verteilt. Vorschrift ist Vorschrift, und nur die Großen können sich daran halten.

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    • James Taylor sagt

      Buerokratie wurde einst geschaffen, um die Willkuer einzudaemmen. Das Problem ist, dass Buerokratie sich selbst beschaeftigt, also aus sich selbst heraus immer mehr Buerokratie schafft. Das ist das Problem, das Sie beschreiben.
      Sie duerfen sich das aussuchen, Willkuer oder Buerokratie. Das eine ist gesetzlos, das andere basiert auf dem Rechtssystem.
      Ertragen Sie es mit Wuerde, die Alternative (ich war lange in Staaten, die man als Bananenrepublik bezeichnen wuerde, und dort gab es keine funktionierende Buerokratie) ist auch nicht wirklich schoen.

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    • Lieschen Müller sagt

      Am Ende gibt es nur noch Kontrolleure und niemanden mehr, der irgendetwas tut. Die Analogie zu meiner Arbeit ist ja offensichtlich! Und der, der wirklich etwas mit den Händen tut (Alte und Kinder versorgen, Gemüse ernten, etwas reparieren, Essen kochen, putzen) wird ständig kontrolliert und verdient am wenigsten!

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  23. Ein Privatier sagt

    „Wir haben es satt…und Du?“

    Es wird of behauptet, dass von Einstein folgendes Zitat stammen soll:“Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“
    Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt diese sehr simple Behauptung nicht von Einstein, allerdings enthält sie einen richtungsweisenden Kern.

    MfG
    Ein Privatier

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    • Bauer Willi sagt

      Ich kenne den zweiten Teil so ..“immer das Gleiche zu denken, immer das Gleiche zu tun und zu hoffen, dass sich was ändert“.
      Doch das passiert nicht. Trifft aber nicht nur für die Agrarbranche zu…

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      • Ein Privatier sagt

        Sehr geehrter Herr Bauer Will,

        als Ergänzung zu meinem Kommentar:
        https://www.welt.de/politik/deutschland/article204424546/Gruene-fordern-Klima-Aufpreis-fuer-Fleisch.html

        Eine Kostprobe aus den Grünen Hirnen:
        „Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen sagen erneut dem Fleischkonsum den Kampf an. Sie fordern, dass fortan auch die Landwirtschaft bezahlen muss, wenn sie klimaschädliche Gase freisetzt. Eine Folge dessen wären steigende Preise. (…)“

        Bon appétit
        Ein Privatier

        0
        • firedragon sagt

          Ich habe es satt,

          dass der Staat mit seinen Finanzmitteln offensichtlich nicht haushalten kann…

          es werden immer neue Steuern und Abgaben „herbeigezaubert“.
          Das Klima verlockt zu noch mehr!

          1
        • Christian Bothe sagt

          Fleischsteuer: mein Kommentar in Top Agrar zu diesem Thema:
          Entschuldigung, liebe Redaktion!Aber die Grünen und ihre philosophischen und juristischen Anführer haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wieviel klimatologischer Blödsinn ist denn noch in den Köpfen dieser Partei. Das ist Populismus hoch 10…

          0
          • bauerhans sagt

            „Top Agrar“

            mich wundert,dass dort die sehr beleidigenden kommentare nicht gelöscht werden!

            0
  24. John Bier sagt

    Wer die Umweltbelastung durch kommunale Kläranlagen satt hat, kann die Petition von Christian Lohmeyer unterschreiben,

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  25. fingerphilosoph sagt

    Wir haben es satt,

    … dass der Umbau der Landwirtschaft uns als Projekt serviert wird, das wir nicht beschlossen haben, an dem wir aber nur dann beteiligt werden, wenn wir diesen Umbau widerspruchslos abnicken.

    … dass unsere Argumente nicht gehört und ernsthaft diskutiert werden.

    … dass die Probleme, die der geforderte Umbau der Landwirtschaft sowohl für die Betriebe als auch für Natur, Klima und Welternährung mit sich bringt, entweder ignoriert oder verharmlost werden.

    … dass Artensterben und Erdüberhitzung (ein Grad plus !!!) in einen Weltuntergang und das Ende der Menschheit uminterpretiert werden, um künstlich Druck auf die Gesellschaft und auf uns zu erzeugen.

    … dass aufgrund irrationaler Weltuntergangsängste irrationale Politik betrieben wird.

    … dass wir als Sündenbock herhalten müssen für Probleme, für die nicht hauptsächlich wir verantwortlich sind.

    … dass uns unterstellt wird, das Leben unserer Enkel wäre uns scheißegal.

    Na gut: Die WIR-Form ist hier nicht angebracht, ich bin ja kein Landwirt, aber wenn ich einer wäre, würde ich das auf mein Plakat schreiben.

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    • firedragon sagt

      fingerphilosoph,
      ich hätte Dich schon fast gefragt, ob zwischenzeitlich zum LW mutiert bist. 😉

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      • Christian Bothe sagt

        firedragon, sehe ich auch so nach den letzten Kommentaren von fingerphilosoph.Irgendetwas ist da passiert mit ihm…Wer hat ihn bekehrt zu dieser Sachlichkeit neuer Beiträge?Aber gut!

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        • firedragon sagt

          Herr Bothe,
          könnte an der, sich hier tummelnden, Gesellschaft liegen…? 🐓🐔🐏🐂🐄🐷🏡🚜

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          • fingerphilosoph sagt

            Allmählich solltet ihr gemerkt haben, dass ich weder auf der Seite der Landwirte noch auf der Gegenseite (Grüne&Co) stehe. Ich spiele hier die Rolle des Hofnarren, der herausfinden will, welche Aussagen – egal von wem – nun mehr Wahrheitsgehalt aufweisen als andere Aussagen.

            Dem Text, auf den Bauer Willi verlinkt hat, ist zu entnehmen, dass die Vertreter von WHES nicht als Interessierte auftreten, die mit den Landwirten tatsächlich in Dialog treten wollen, sondern als Missionare, die glauben, sie müssten die „grünen Heiden“ wie die Konvi-Landwirte bekehren. Das ist unglaublich arrogant – und mit meinem Kommentar prangere ich diese Arroganz an.

            Ich denke allerdings, dass sich die Probleme zwischen Landwirtschaft und Politik/Grünen nicht lösen lassen, solange beide Seiten den Standpunkt vertreten, dass Landwirtschaft gleichzeitig auch Naturschutz sein kann und muss. Da lügen sich beide Seiten was in die Tasche. Und das sage ich halt auch.

            Landwirtschaft ist Nahrungsmittelproduktion. Jetzt soll die Nahrungsmittelsicherheit zugunsten einer Naturkulissenproduktion aufgegeben werden. Naturkulisse hat mit Natur jedoch ebensoviel zu tun wie der Fernseher, in dem eine Natur-Doku gezeigt wird. Deshalb wird aus dem Wohnzimmer trotzdem keine Wiese und aus der Landwirtschaft keine Idylle.

            Außer der Arroganz zeigt sich eine grandiose Maßlosigkeit, dahingehend, dass der moderne Mensch nun glaubt, er kann alles haben: eine hochtechnisierte Welt, ein bequemes Leben mit ständig steigender Lebenserwartung, überbordenden Reichtum, Hypermobilität, einen vollen Bauch und außerdem auch noch eine Natur, wie der Mensch sie sich ohne Industrie und Ackerbau vorstellt.

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            • firedragon sagt

              fingerphilosoph,
              manchmal denke ich „lass sie doch, lass sie alles an die Wand fahren, irgendwann rächt sich alles“.
              Wir nehmen seit einiger Zeit Flächen aus der Produktion und „legen“ diese in staatlichen Förderprogrammen an.
              Ich wünschte, alle Betriebe würden das machen.
              Bitte nicht kommentieren – denkt drüber nach.

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  26. Alexander Borchert sagt

    Auf meinem Plakaten steht folgendes:

    Eu-weit 30% Zwangsstilllegung aller Ackerflächen. Ausgleich 1000€/ ha

    30% der Grünlandflächen max. 2 Schnitte. Ausgleich 600 €/ha

    Rigorose Beschränkung der Tierhaltung und der Biogaswirtschaft auf max. 150- 170kg N /ha. Gülle und Gärreste müssen fachgerecht verteilt werden.

    Vereinbarung von eu-weiten Produktions- und Rückstandstandards, die dann auch für Importware zu gelten haben.

    Letzten Endes geht es darum unseren größten Feind – den Überschuss in der Produktion zu begrenzen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Im Grundsatz sehe ich das ähnlich. Die Frage ist, was genau ist rigorose Beschränkung der Tierhaltung? Ist es Flächenbindung, ist es Tiere pro Betrieb, ist es Tiere in Deutschland (mit oder ohne Umverteilung in Ackerbaugebiete mit zu wenig Tierhaltung) oder ist es Weide/Freilandhaltung in ganz Europa? Eine Stilllegung von 20 bzw. 30 % würde die Produktionsmenge definitiv begrenzen. Das ist im Übrigen der Hintergrundansatz von BMU, NABU und BÖLW. Förderung von rund 1.300 €/ ha für Ökologische Vorrangfläche bei mind. 20 % der Betriebsfläche für Konventionell und für alle Öko-Produktionsflächen für den ganzen Betrieb. Abgesehen davon, dass der Ansatz Öko-Produktionsfläche = Ökologische Vorrangfläche sachlich falsch ist, kann ich dem 20 % Gedanken schon was abgewinnen. Nur wird das den großen Ackerbaubetrieben mit wenig Viehhaltung kaum schwerfallen, den Betrieben, die jetzt mit ihrer Fläche und Ausrichtung gerade so ein noch passendes Familieneinkommen generieren eher nicht.

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  27. Obstbäuerin sagt

    Die Idee, WHES mit unseren Themen zu bereicher, finde ich eigentlich sehr gut.
    Das Problem ist die Vereinnahmung, die durch die Organisatoren und die Medien garantiert erfolgen wird. Da steht dann als Schlagzeile:
    »2020 waren mehr als 50.000 Teilnehmer für eine Agrarwende auf der Straße und zum ersten Mal über 20.000 Bauern. Jetzt muss die Bundesregierung handeln. GAP umverteilen – Gelder nur noch für ökologische Landwirtschaft«
    Besser wäre eine zweite Demo, zusammen mit WIR MACHEN EUCH SATT.
    Als Slogan schlage ich vor: EINE NUTZBRINGENDE LANDWIRTSCHAFT FÜR ALLE!

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  28. Hobbie sagt

    Wir haben selbst einen Biobetrieb und haben es satt, wie die konventionelle Landwirtschaft schlecht geredet wird! Beide haben ihre Daseinsberechtigung, Biobetriebe und konventionelle Betriebe. Das eine ist nicht schlechter als das andere. So lange es nur einen so kleinen Markt für Bioprodukte gibt, dürfen wir nicht die Konventionellen zwangsökologisieren! Der Verbraucher entscheidet, und da liegen die Präferenzen nunmal noch immer sehr deutlich beim günstigen Produkt. Also, worüber reden wir eigentlich? Man kann doch nicht ernsthaft biologische Produktionsabläufe weiter ausbauen, wenn dann das Ergebnis keine Absatzmärkte findet. Wer das fordert, hat beim kleinen 1×1 der Wirtschaftslehre nicht aufgepasst.

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    • Bauer Willi sagt

      Das tut gut, so etwas zu lesen. Ein guter Bekannter von mir bewirtschaftet einen 400 ha Demeter-Betrieb. Er ist über die Zunahme an Bio-Betrieben so glücklich nicht…

      Allerdings wird die Zwangsökologisierung weitergehen…

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    • Ostbauer sagt

      Ich vergleich das immer mit einem Fussballstadion. Wen 10% aufstehen,sehen sie auch mehr. Wenn alle aufstehehen ,ja dann!?

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  29. Berthold Lauer sagt

    Ja, auch ich habe einiges satt! Deshalb bin ich
    für Ehrlichkeit
    für Fairness
    für Sachlichkeit
    für Respekt
    für Toleranz
    für die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre
    für die Freiheit des Gewissens
    wenn das gewährleistet ist, haben wir mit dem Rest kein Problem. Da können wir über alles diskutieren und auch alles leisten!!

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  30. John Bier sagt

    Ich habe diese Seite satt, weil solche Randthemen wie Whes hochgeschaukelt werden.
    Heute demonstrieren echte Bauern international zusammen und diese Bewegung bestimmt die Musik

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    • Bauer Willi sagt

      Das wird schon von genügend landwirtschaftlichen Medien transportiert. Deshalb wollte ich das nicht auch noch bringen. Mal sehen, wie die mediale Resonanz ist…

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  31. firedragon sagt

    Nehmt Grundnahrungsmittel aus dem Börsengeschäft!
    Es ist nicht fair mit Nahrung zu spekulieren!

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      • firedragon sagt

        bauerhans,
        eben nicht „so what“…
        Warum ist es auf dieser Welt möglich ein Produkt, welches der Mensch für die Existenz benötigt, auf dem Papier zu „besitzen“ und es lukrativ vermarkten zu dürfen?
        Und das auch noch risikofrei – sprich, mit dem Risiko anderer Geld „verdienen“.
        (Risiko Geldgeschäft zählt bei mir nicht! Das ist Spekulation und vermeidbares Risiko)

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          • Brötchen sagt

            Die so extrem auf Moral pochen sind meist die unmoralischsten….bis auf Ausnahmen natürlich oder eben der Spruch mit den Kartoffeln. 😉

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            • firedragon sagt

              Brötchen,
              ich stelle mal in den Raum, ob es moralisch ist, Grundnahrungsmittel zu handeln, die man nur „auf dem Papier“ besitzt.
              Und noch eine Kleinigkeit:
              Wenn die LW qualitätsorientierte Preise (sprich reale Wertigkeit) möchte, so wird dies im Börsengeschäft nicht honoriert…

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            • Stadtmensch sagt

              „Die so extrem auf Moral pochen sind meist die unmoralischsten“

              Und wenn schon. Die wissen, wo es hinführt, wenn man die Zügel locker lässt. Vor ein paar Jahren (zu Beginn der Industrialisierung) hatten wir hier in den Zentren die gleichen „unwürdingen“ Lebensbedingungen wie heutzutage die Malocher in den Slums der „aufstrebenden“ Wirtschaftsstandorte. Das ist ekelig und unwürdig! Und alle, die das „Leben das leben will inmitten von Leben das leben will“ nennen, sind die Heuchler, die es nun gerade mal nicht aushalten müssen. Und dann haben sie Schiss, dass es sie auch mal wieder treffen könnte und leben ohne das irgendwelcher Mangel herrscht — ohne Not also – unter Dauerstress im Wettbewerb. Skalvenmoral hat man das zu Zeiten genannt, als noch klar gedacht wurde…

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        • Brötchen sagt

          Firedragon,

          Das ist der marktgesteuerte Mechanismus, das sich Preise über den Handelsraum anpassen.
          Theoretisch!
          Gibt es etwas besseres?

          Sozialismus und Fantasiepreise, oder Preise nach Nase, wer den besten Antrag schreibt?
          Das beinhaltet die Gefahr, das die Preisbildung nicht unabhängig ist und davon abhängt, das die Preis“manipulatoren“ eine Übersicht brauchen, die der Realwirtschaft entspricht.
          Auf achgut ist da gerade ein kurzer Beitrag zum tägl. Leben zu lesen. („Bei der SPD fallen die steigenden Preise“)

          Das das alte System auch Probleme mit Verwerfungen mit sich bringt ist klar.
          Man kann bloss wenn man A sagt, nicht meinen B geht nicht.

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          • firedragon sagt

            marktgesteuerter Mechanismus und Preise, die sich über den Handelraum anpassen ….hm.
            Genau das ist doch das Problem: in Deutschland überbordende Bürokratie, verdammt hoche soz. Kosten u.v.m.
            CAN/USA weniger Kosten u.a.
            Hatten wir hier doch schon, überall auf der Welt werden unter unterschiedlichen Bedingungen Grundnahrungsmittel hergestellt, mit unterschiedlichsten Kosten – wie kann da ein Preis für alle gelten, hm?

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            • Brötchen sagt

              Gucke doch einfach ins Bauernblatt, da kannst Du doch viel ablesen.
              Z.B. die Schweinepreise sind doch fast überall gleich, oder gibt es da z.B. Fantasiepreise zwischen dem Weltmarkt und der EU?
              Im Rahmen der Schwankungen sind die doch gleich.
              Oder frage in Ungarn, was der Mais kostet, der kostet so viel wie bei uns. Oder das Getreide in Schweden, oder die Löhne, sind fast gleich.
              Ich orientiere mich viel an den Börsen.
              Aus den von Dir angeführten Gründen ist ja D. schon konkurenzfähig und Afrika nicht. Weil die unwirtschaftl. produzieren. Bestimmte Unterschiede kannst Du noch über Zölle und die Währungen ausgleichen. Wenn es aber irgendwo viel günstiger ist und die Mengen stimmen, sucht sich die Ware den Weg.
              Bis her war das immer noch der beste Weg. Oder willst Du Bettelbriefe an Frau Merkel schreiben, das Du 100 t Soja importieren darfst?
              So funktionierte das zu Ostzeiten, da hat das Politbüro entschieden wieviel t eingeführt werden durften und ob die Devisen reichen. Dann hat das aber vielleicht niemand gebraucht, oder die Qualität stimmte nicht! Das ist damit alles verbunden!

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              • firedragon sagt

                Fazit :
                Die LW kann sich bessere Preise wünschen, bekommt sie aber nicht, weil, egal in welchem System, Wettbewerb stattfindet und der günstigste Anbieter erst einmal beim Einkauf vorgezogen wird.

                0
                • Brötchen sagt

                  Ja wir können nur gucken, das wir immer konkurrenzfähig sind und bleiben.
                  Bisher ist das ja auch nicht so schlecht gelungen.
                  Ich gucke gerade auf Youtube Videos über Japan, kann ich dann mal verlinken ist interessant, deren Arbeitsleben. Kochen alle nur mit Wasser! Dagegen ist D. nicht so schlecht.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Günstigster Anbieter in Menge und geforderter Qualität und incl. Vorkosten usw.
                  Auf lange Sicht werden die sich immer durchsetzen.
                  Es macht keinen Sinn, dieses System zu ersetzen, das führt in den Untergang. Auf lange Sicht!

                  0
                • firedragon sagt

                  Brötchen, meinem Fazit fügen ich jetzt noch dazu – sch.egal wie produziert wurde…

                  Und ja, ich weiß das alles.
                  Und weil wir das wissen, sind manche Forderungen von „grün“ angehauchten Menschen doch gelegentlich absurd.

                  Trotzdem kann man ja mal seine Gedanken auf „Abwege“ schicken…

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                • Brötchen sagt

                  Firedragon 😉 Ich habe mich schon gewundert und schreibe mir die Finger wund!

                  Wir sollten so eine kleine DDR wieder einführen, würde dafür Österreich vorschlagen, da können sich die ganzen Schlaumeier selbst verwirklichen.

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                • firedragon sagt

                  Brötchen I’m so sorry 😉
                  Kleine DDR als „Versuchslabor“, da hast Du Deine Gedanken aber auch auf krasse Abwege geschickt.

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              • Brötchen sagt

                Wieso das endet genau da!
                Die Autarkiebestrebungen des Dt. Reiches sind auch so gescheitert. Bisher sind die Amis immer am besten mit ihrem System gefahren und die Engländer auch. Also wieso müssen wir wieder die Welt retten!
                Ich will das nicht mehr! Jetzt sind mal die anderen dran!

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                • firedragon sagt

                  Brötchen,
                  wenn wir nicht mitten drin sitzen würden, könnte man sich den Werdegang ja ganz entspannt von außen anschauen.

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                • Brötchen sagt

                  Ja könnte man, aber D. ist groß wir haben ein vielfaches des BIP s von Russland! Wir machen uns alleine klein und zerstören uns immer selbst!
                  Des Tesla nach BB kommen will hat ja auch seinen Grund, die wissen den dt. Facharbeiter und Ingenieur schon zu schätzen.

                  Deswegen schreibe ich ja hier auch.
                  Ich habe ja auch nichts gegen Öko, bin sogar ein heimlicher Fan, aber das muss man ganz vorsichtig eintüten, das braucht einiges an Zeit. Ich glaube ganz viele Landwirte sind im Grunde genommen ÖKOs.
                  Der Bauer W. hier guckt ja auch immer als ÖKOZausel ins Kameraobjektiv 😉

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Tesla und Brandenburg? Ich prophezeie ein Desaster…..

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                • Brötchen sagt

                  Warte ab! Ich bin auch skeptisch. Aber wenn Musk will, schafft der das.
                  Bei uns ist ja schon Mercedes, und Rolls Royce Triebwerksbau.
                  Mercedes baut gerade Leute ab, die werden die mit Kusshand als Monteure nehmen. Die bilden auch gut Lehrlinge aus.
                  Solche Hallen wie Tesla braucht, werden gerade in Unmengen hier gebaut. Die schrauben da nur die Teile zusammen, das dürfte einfach zu realisieren sein.
                  Man darf auch nicht alles glauben was Medien so schreiben.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Bei der Versorgung mit Arbeitskräften sehe ich auch kein Problem…ich sehe das Problem eher in der Zukunftsfähigkeit der Lithium-Ionen Batterie. Die Forschung ist weiter, und man muss nicht auf ein totes Pferd steigen. Lass doch die Chinesen die Dinger produzieren und wenn dann in 3 Jahren die LI-Akkus nicht mehr angesagt sind, dann kann man in die neuste Technologie einsteigen….im Moment scheinen die Amis ja unseren Markt interessant zu finden. Da kommt noch einer angerauscht: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/dessau/bitterfeld/industrie-ansiedlung-elektro-batterie-bitterfeld-wolfen-100.html

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                • Brötchen sagt

                  In Schwarzheide will wohl auch ein renommierter Batteriehersteller ein Fabrik bauen.
                  Schwarzheide ist bei uns ein Chemiestandort, der wohl richtig gut läuft. Leuna ist auch ein modernes Werk. Ist alles nicht weit.
                  Auf jeden Fall wird die Batterietechnik eine größere Bedeutung erlangen, überall gibt es ja jetzt batteriebetriebene Geräte. Hat also Zukunft. Ich würde das nicht nur auf die Mobilität bezogen sehen.
                  Es ist wohl jetzt der erste mit einem Tesla 1 Mio km gefahren, mit dem 2. Motor und der 2 o. 3 Batterie.
                  Das funktioniert, die Frage sind wie immer die Kosten.
                  Richtig gute Fachkräfte sind schon ein Problem. Wenn man sich die Verarbeitung bei Tesla anguckt, die ist unter aller Sau, jedenfalls bei dem Preis. Da muss der dringend besser werden.
                  Das Werk soll da hin, weil er nah am Kunden sein will und die werden schon wissen, wo Bestellungen anliegen.
                  Ich habe gerade einen neuen Skoda gekauft, der ist super verarbeitet, das hätte ich nicht gedacht.

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          • Brötchen, ich muss gerade breit grinsen. Nicht schlecht für „einen Ossi“ . Du weißt hoffentlich , wie es gemeint ist. Im Westen haben aus meiner Sicht einige vergessen, dass es eben bisher nichts Besseres als eine marktwirtschaftliche Ordnung gibt.
            Und in diesem Sinne: Ich habe die Kapitalismuskritiker satt. Vor allem diejenigen, die nie einen Euro „am Markt“ verdient haben. Die nie einen Arbeitsplatz geschaffen haben, und die keinen Respekt vor unternehmerischer Leistung haben.
            Und am allermeisten haben ich die selbst ernannten „Retter“ satt. Egal , was sie retten wollen.
            Und auch irgendwelche Wendemanöver habe ich satt. Ich brauche keine Agrarwende und keine Ernährungswende. Wer „wenden“ will, kann das ja gerne tun, aber sollte es dann bitte auch selbst bezahlen und anderen Menschen nicht auf die Nerven gehen.

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  32. Reinhard Seevers sagt

    Was wir wollen:
    Weltweites Höfesterben stoppen +++ Für gutes Essen für alle +++ Für artgerechte Tierhaltung und weniger Fleischkonsum +++ Für Ernährungssouveränität und gerechten Welthandel +++ Für Gentechnikfreiheit vom Acker bis zum Teller +++ Für Klimaschutz und mehr Ökolandbau +++ Für echten Insektenschutz und den Pestizidausstieg +++ Für eine sozial-gerechte und ökologische EU-Agrarreform (GAP) +++ Für das Ende des ungezügelten Wirtschaftswachstums +++ Für eine Landwirtschaft, die mit gesunden Böden das Klima schützt +++ Für eine solidarische Welt – Geflüchtete willkommen +++

    So, jetzt muss dagegen ein anderes „für“ gesetzt werden….das wird komplex.

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    • Thomas Apfel sagt

      Wir sind für Inflationsausgleich, durchgreifend bis in die Erzeugerpreise, wäre eine Möglichkeit. Dann hätte das „Bauernsterben“ schnell ein Ende.

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    • firedragon sagt

      Gibt es tatsächlich Bauern, die einen Pestizidausstieg wünschen?
      Das beträfe alle (Bio, wie Konvi) und alles – ähm, wirklich alles!
      Verstehe den Sinn dieser Forderung nicht – wäre so, als würden Ärzte den Medizinausstieg fordern.

      Wobei – wenn ich da jetzt so drüber nachdenke.
      Beides garantiert den Rückgang Mensch, naja – auch eine Möglichkeit…

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  33. Thomas Apfel sagt

    Übrigens sehr schön das Plakat in der Mitte von WHS: „Mehr als Grüne Woche – 3 Jahres FÖJ“. Besser kann man das Hauptproblem der Bio- Besserwisser und Besseresser nicht vor Augen führen. Die Methoden erzeugen nebst hohem Flächenverbrauch eine derart geringe Produktivität, dass die ganzen Initiativen wie SOLAWI und Co. meist nach kurzer Zeit wieder aufgeben, oder eben den wirtschaftlichen Vorteil „Freiwilliger staatlich bezahlter Arbeitskräfte“ brauchen. Da könnten doch die Landwirte alle „Freiwillige Ökologische Jahre“ einlegen, wenn ihre Arbeitsstunden vom Staat bezahlt werden.

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    • Brötchen sagt

      Auf N3 kommt auch wieder so ein schöner Bericht, die fahren eine halbe Tonne Gemüse in die Stadt mit dem Fahrrad.
      Ich bin ja auch passionierter Radfahrer, aber das sowas sich nicht rechnet ist mir da schon klar, da brauche ich keine Preise.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie möchten keine Gewinne machen!

          Von was leben die denn,
          von was bezahlen die ihre Krankenkasse und ihre Rentenversicherung,
          von was bezahlen die ihre Kleidung?

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      • Sabine sagt

        Ach Brötchen, die meisten Solawis sind gem. Vereine.
        Damit erspart man sich einigen Stress mit dem Finanzamt und kann Spenden bis zu 200 Euro steuerverwertbar machen, ganz unbürokratisch und ohne Spendenquittung.
        So ein gemn. Verein muss sich mit vielen Dingen nicht rumschlagen und darf gerne die Hälfte aller Einnahmen für die „Verwaltung“ verbraten, ohne dass jemand was böses über sie denkt.
        Die lieben Vereinsmitglieder zahlen im Monat um die 100 Euro und verpflichten sich meist auch zu ca. 80-100 Stunden im Jahr gemeinnützig im Verein mitzuwirken. Bei fröhlichen 100 Mitgliedern, das ist wohl so die Zahl ab der es sich lohnt, sind das mal eben jeden Monat 10.000 Euros und 800 Arbeitsstunden oder knapp fünf unbezahlte Vollzeitstellen.
        Da kann man dann auch mal mit dem gespendeten Lasten-E-Rad ein bisschen strampeln bis man in der Stadt ist und ein paar vorzeigbare Blühstreifen einsäen.
        Und es wird nur das in den Kisten geteilt, was da ist. Hagelschlag, Spätfröste, Käfer, Pilzkrankheiten, Wühlmausinversion… ja, wenns nix wird, ist es trotzdem bezahlt.
        Jetzt sagst Du mir bestimmt wieder, dass nicht so viele Dumme jeden Morgen aufstehen. Ja. Richtig. Aber wenn man nur 100 findet, reicht es ja.

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        • bauerhans sagt

          sabine,ich hab andere erfahrungen mit solawis und e.V.!
          das „menschliche“ setzt sich irgendwann durch und der kleinkrieg beginnt.
          z.b. damit,dass die 5000DM nullzinskredit plötzlich zurück gefordert wurden oder einer mobbt genau die,die am meisten mitgeholfen haben.
          und es ist überhaupt nicht einfach,jemanden zu finden,der regelmäßig nicht 100€ im monat,sondern 50 oder 60€ zahlt.
          ein e.V. hatte hier die notbremse gezogen und gebäude und garten privat vermietet,natürlich hatte keiner erfahrung damit und es gab noch mehr ärger,weil weder die miete gezahlt noch das objekt gepflegt wurde.
          am ende mussten die verantwortlichen die sache finanziell ausbaden.

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          • Sabine sagt

            Paulus, mir geht bei sowas auf den Senkel, dass da Äpfel mit Birnen verglichen werden. Ich weiß nicht wie man darauf kommt Betriebe und Vereine zu vergleichen. Aber nun gut, dass Problem hat man auch teilweise mit Lebenshilfe oder LVR. Wir hatten hier auch mal die Diskussion, warum die Lebenshilfe so erfolgreich eine Gärtnerei oder eine Gastro betreiben kann, viele Leute schnallen nicht, dass bei solchen Vereinen ein Großteil des Geldes über die Renten-, Kranken- und andere Sozialkassen fließt und nicht von den Einnahmen, die dort zusammen kommen und das unternehmerische Risiko schlicht nicht vorhanden ist. Wenn ich mein Geld nicht im Betrieb verdienen muss, kann ich ganz anders agieren. Wenn ich keinen Gewinn erzielen muss, hab ich viel mehr Spielraum in meinem Handeln. Wenn ich als Schriftsteller auf einem Bauernhof lebe, dessen Betriebskosten vom Verkauf meiner Bücher gedeckt werden, kann ich Blümchen bis zum Horizont pflanzen, zum Landwirt macht mich das aber nicht unbedingt. Der Biohof der LVR in meiner Nähe macht in einem guten Jahr ganze 10.000 Euro Überschuss und die fühlen sich dort wie die Könige und erzählen allen, dass Landwirtschaft so funktionieren kann? Überleg mal wo ein Betrieb wäre, der vor Steuern 10.000 erwirtschaftet. Ich find die Idee der LVR, Lebenshilfe und der Solawi gut. Da werden Leute in sinnvolle Arbeitstherapien gebracht oder Menschen, die sonst Null Bezug zu ihren Lebensmitteln haben, sehr eng mit der Produktion verbunden. Das ist gut so. Schön, aber eher unwirtschaftlich.

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  34. bauerhans sagt

    die behauptung,man könne faire preise erreichen,wenn man routinemäßige pestizideinsätze abschafft,ist Quatsch,aber ein unbedarfter klatscht dafür beifall.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Natürlich Hans, du kannst aber eine Emotion (Angst vor Gift) nicht mit einer Sachargumentation entkräften….
      Das ist doch das ganze Dilemma.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Jahrelang wurde denen erklärt, dass BIO Betriebe keine PSM verwenden und nicht wenige haben das geglaubt.

        Bin beim Stimmensammeln für den Volksantrag in BW bei einer Frau gewesen, die fiel aus allen Wolken als ich ihr erklärte, dass im BIO Obstanbau mehr PSM Spritzungen nötig sind, als im konventionellen Anbau.

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  35. Reinhard Seevers sagt

    Es ist für den Außenstehenden kaum zu differenzieren, was die einen wollen und was die anderen nicht wollen. Ähnliche Worte und Begrifflichkeiten werden unterschiedlich interpretiert…..die Kommunikation wird schwierig.

    Aus dem Text:
    Wir fordern von der Bundesregierung:
    Die Agrarwende finanzieren – Bauernhöfe beim Umbau der Landwirtschaft nicht alleine lassen: Mit gezielten Subventionen und fairen Preisen sind artgerechte Tierhaltung und mehr Klima- und Umweltschutz machbar!
    Klares Veto gegen das Mercosur-Abkommen: Für gerechten Welthandel, globale Bauernrechte und konsequenten Regenwaldschutz!
    Nein zu den Industrie-Mogelpackungen: Gentechnik, Patent-Saatgut und der routinemäßige Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger verschärfen die Klimakrise und den Hunger!

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    • Thomas Stockert sagt

      Vielleicht sollte man dem dummen Mädel mal erklären, dass
      – es Patente nur auf Technologien aber nicht auf Saatgut geben kann. Wenn sie will, dass der Sortenschutz fällt und Züchter keine Nachbaugebühr mehr erhalten, dann soll sie das so sagen und sich nicht hinter solchen Floskeln verstecken.
      – ein Umstieg auf Bio eine deutlich höhere Veredelungsquote nach sich zieht, weil ja nur organisch gedüngt werden darf und irgendwer die Leguminosen und das viele Kleegras, das zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff und Humus, auch fressen muss. Da müsste man die Rinderbestände deutlich erhöhen. Und gerade Wiederkäuer wie die Rinder sollen ja so schrecklich viel klimaschädliches Methan ausstoßen.
      Abgesehen davon, dass der Relativertrag bei der biologischen Bewirtschaftung nur bei rd. 50% liegt und aufgrund des hohen Veredelungsanteils auch deutlich weniger Fläche für die Marktfruchtproduktion zur Verfügung steht, soll gleichzeitig aber auch Biogas produziert werden und alternative Treibstoffe aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen. Und auch für diese hohen Windparks muss sehr viel Wald gerodet werden, wo doch der Flächenverbrauch ohnehin schon enorm ist (14 ha jeden Tag bei uns in Baden-Württemberg).
      – ein Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger die Klimakrise und den Hunger deutlich verschärfen würde, weil Humusabbau, Wasserverbrauch und CO2-Ausstoß im biologischen Anbau deutlich höher sind als im konventionellen Landbau mit konservierender Bodenbewirtschaftung bei gleichzeitig deutlich geringerem Ertrag.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        „Dem dummen Mädel…“ So gelingt Kommunikation bestimmt.
        Ich habe die bornierten Kommentare auf diesem Blog sehr satt. Ich schaue hier immer seltener mal rein, weil von Bauer Willi und seiner Clique von Claqueuren keine Impulse mehr ausgehen. Der Blog ist ziemlich in die Jahre gekommen, sowohl was die Themen als auch was die immer gleichen Kommentatoren betrifft.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Herr Ilchmann, geben Sie doch mal Impulse, ansonsten reihen Sie sich ja in die gleiche Clique ein….willkommen im Club!
          Irgendwann ist der Dampf nunmal raus, weil alles von allen Seiten wiederholt gesagt wurde. Evtl. muss es mal eine Pause geben, von allen Seiten!!!
          Das wird aber nicht passieren, weil die Medien niemals schlafen und das Futter immer wieder vorgeschoben wird…eine adlibitum- Fütterung sozusagen.

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        • „Ich schaue hier immer seltener mal rein, weil von Bauer Willi und seiner Clique von Claqueuren keine Impulse mehr ausgehen. Der Blog ist ziemlich in die Jahre gekommen, sowohl was die Themen als auch was die immer gleichen Kommentatoren betrifft.“ So gelingt Kommunikation bestimmt!

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        • James Taylor sagt

          Das ist Ihr Befund. Sie haetten das nun aendern koennen, Platz genug ist doch hier. Ich wuerde mich freuen von Ihnen hier etwas zu lesen, wagen Sie es einfach und bringen Sie sich ein.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Als „dummes“ Mädel würde ich die nicht bezeichnen,
          die Frage für mich wäre, hat die junge Frau zeitslebens mal mit der Handhacke auf dem Acker gearbeitet um nur eigen-ermaßen mitreden zu können?
          Vermutlich lässt bei der Basilikum stock nach einer Woche die Flügel hängen.

          ++Saskia Richartz übernahm im August 2018 die Kampagnenleitung beim Wir haben es satt!-Bündnis in Berlin. Zuvor war sie gut 16 Jahre lang in Brüssel und hat sich dort bei Greenpeace für stärkeren Umweltschutz auf EU-Ebene eingesetzt.

          Sie war lange für die Kampagnenbereiche Meeresschutz, Fischereimanagement und Artenschutz zuständig und war zuletzt stellvertretende Geschäftsführung des EU politischen Büros von Greenpeace.++

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        • Bauer Willi sagt

          „seiner Clique von Claqueuren“. Ach ja…

          Erinnert mich irgendwie an E. N. und seine ad-hominem-Kommentare. Oder K. W. (BDM) Jetzt auch O.I.

          Ja, auch WHES ist in die Jahre gekommen. Auch von dort kommen keine neuen Impulse mehr. Der Versuch, eine breitere Mehrheit von ganz normalen Landwirten in das Bündnis zu bekommen, wurde aufgegeben. Besser man bleibt in seiner Filterblase und feiert sich selbst in seinen „Kampf gegen die industrielle Landwirtschaft“.

          Zur AbL sage ich nichts. Habe die beim Agrargipfel gesehen. Ich verstehe nicht, warum sich diese Gruppierung „bäuerliche Landwirtschaft“ nennt. Denn wenn die Inhalte danach wären, müsste ich da doch eigentlich mitmachen können. Kann ich aber nicht.

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          • Phillip Brändle sagt

            Was hat die AbL beim Agrargipfel den Vorgeschlagen? Ich bin sehr gespannt ob Sie jetzt erlich antworten!

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  36. Thomas Apfel sagt

    Geile Idee, WHS zu okkupieren! Die Frage ist nur ob genug Teilnehmer über LsV oder sonst wie bäuerlich bereit sind mitzumachen. Sind es zu wenig, besteht die Gefahr, dass die Medien die Gelegenheit nutzen, LsV zu spalten und den teilnehmenden Teil der „Anti-Agrarindustrie-Bewegung“ zuzuordnen. Insbesondere daher einfach, dass der Begriff „Agrarindustrie“ von jedem mit anderen Vorstellungen belegt ist.
    Es spitzt sich bei WHS im Kampf um die GAP-Mittel allerdings schon auf „Bio = gut“ und „Konvi = schlecht“ zu. Also, wenn teilnehmen, dann möglichst viele „Konvis“ mit überlebensfähigen Betriebsgrößen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Eine kurze Frage an den Administrator: Ist die Funktion der Punktevergabe abgeschaltet?
      Ich find die ganz wichtig, weil sie Stimmungsbild und die Bewertung der Diskussion durch die Mitlesenden wiedergeben. Oder kann nur der bewerten, der per E-Mail angemeldet ist? Dann wäre es weniger wichtig.

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      • Das Plugin zur Punktevergabe hatte seit dem letzten Update einen Fehler. Wir haben es an den Hersteller gemeldet und temporär selbst korrigiert. Prüfen aber nochmal. Bitte einmal den Browser-Cache leeren und (wenn möglich) den Internetzugang neu starten.

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    • Ostbauer sagt

      Ja,wir haben hier bei uns schon so was ähnliches mit dem NABU gemacht. Ein Haufen Landwirte sind Mitglied geworden. Erst war alles ganz ruhig,aber als dann Vorstandswahlen waren,sind sie fast aus den Socken gekippt. Fast der ganze Vorstand nur noch Landwirtschaft.
      Und dann haben wir angefangen Politik zu machen. Stellungnahmen zu Bauvorhaben fielen plötzlich ganz anders aus als man es sonst vom NABU kennt.

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      • firedragon sagt

        Ostbauer,
        famose Idee – wäre ja dann das Sinnvollste alle Landwirte lassen sich für die Grünen aufstellen.
        Da muss man sich zum Chamäleon wandeln – sollte möglich sein.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Das selbe wollte ich vor 25 Jahren mit der BUND Gruppe machen, leider haben meine Berufskollegen nicht mitgemacht.
        Das Problem löste sich von alleine, kurze Zeit später haben die sich aufgelöst.

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