Alle Artikel in: Bauer Willi

Umfrage: Wasserschutz in NRW

Die nachfolgende Umfrage führt die Landwirtschaftskammer NRW mit Unterstützung der beiden Verbände RLV und WLV durch. Es geht zum einen darum zu dokumentieren, was Landwirte heute schon für den Gewässerschutz tun. Und das ist mehr, als man im ersten Augenblick denkt! Zum anderen sollen weitere Möglichkeiten der Unterstützung bei der Umsetzung von Maßnahmen im Wasserschutz gefunden werden. Die Daten werden anonym erhoben, die Beantwortung der Fragen dauert rund 15 Minuten. Die Ergebnisse werden in den landwirtschaftlichen Wochenblättern veröffentlicht und natürlich auch für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt. Und das sollte doch jedem Landwirt die Zeit wert sein. Hier geht’s zur Umfrage https://www.umfrageonline.com/s/21a144a

Globalisierung böse – Bio gut?

Dass es in Deutschland und weiten Teilen Nordeuropas trocken war, dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben. Was aber in den Medien kaum erwähnt wird: Deutschland ist zum Importland für Getreide incl. Mais geworden. Am Eigenverbrauch von rund 42 Mio. t fehlen in diesem Jahr rund 6 Mio. t. Doch woher kommt nun Weizen und Mais? Hauptexport-Region ist Nordamerika, also die USA und Kanada. Ausgerechnet die USA, in denen der Mais ganz überwiegend gentechnisch verändert ist. Ausgerechnet die USA, in denen das Wort „Fruchtfolge“ oder „Artenschutz“ kaum existiert Ausgerechnet die USA, gegen die sich noch vor Monaten die Gegner von TTIP formiert haben. Ausgerechnet die USA, in denen weite Teile der Bevölkerung den Klimawandel leugnen Ausgerechnet die USA, deren Twitter-Präsident uns allen mit seinen täglichen Kurz-Sätzen so auf den Senkel geht. Bisherige Destinationen, in die bisher deutsches und europäisches Getreide ging, werden nun von Russland beliefert. Dieser Staat ist nun nicht gerade als Wiege der Demokratie bekannt. Doch wenn es darum geht, die eigene Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen, werden moralische Aspekte gerne einmal beiseite geschoben …

Warum die Brötchen billiger geworden sind

Einer meiner ersten Texte aus Januar 2015. Passt immer noch. Vorgestern Mein Urgroßvater fährt das Getreide mit Pferd und Wagen zur Windmühle nach Stommeln. (3 km). Das Pferd frisst Heu (gibt es auf dem Hof), die Windmühle braucht Wind (gibt es hinterm Haus). Der Müller bringt das Mehl mit dem Pferd zu Bäckern in Stommeln und Umgebung. Außerdem verkauft er Mehl an Hausfrauen, die davon Brot backen. In seinem Betrieb hilft der Sohn mit, der Lehrling bekommt Kost und Logis und ein Taschengeld. Der Bäcker backt Brot und verkauft es. In seinem Betrieb hilft der Sohn mit, der Lehrling bekommt Kost und Logis und ein Taschengeld. Auch der Handwerker im Ort backt sein Brot im Holzofen selbst. Das Holz holt er aus dem Wald. Jeder handelt mit jedem einen fairen Preis für sein Produkt aus. Kein Mensch redet vom Brötchenpreis. Gestern Mein Vater fährt das Getreide mit dem Traktor (braucht Diesel) zum Landhändler im Ort. Der fährt das Korn zur Mühle nach Neuss.(20 km) Die Mühle wird mit Strom (RWE) betrieben und hat etwa 20 Mitarbeiter. …

Brötchen

Brot und Brötchen werden teurer..

Hier eine Meldung aus 2010: https://www.waz.de/wirtschaft/brot-und-broetchen-werden-teurer-id3691510.html Hier eine Meldung aus 2011: https://www.stern.de/wirtschaft/news/verbraucherpreise-warum-brot-und-broetchen-teurer-werden-3775908.html Hier eine Meldung aus 2012: http://www.fnp.de/nachrichten/wirtschaft/Brot-und-Broetchen-werden-teurer;art686,258024 Hier eine Meldung aus 2013: https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/brot-und-broetchen-werden-teurer_aid-15599901 Hier eine Meldung aus 2014: http://www.torgauerzeitung.com/default.aspx?t=newsdetailmodus(77786) Hier eine Meldung aus 2015: http://www.business-on.de/muenster/gestiegene-kosten-broetchen-und-briefmarken-sind-teurer-geworden-_id6529.html Hier eine Meldung aus 2017: http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/preisspirale-beim-baecker-wird-es-deutlich-teurer-1.2535682 Hier eine aktuelle Meldung aus 2018: https://www.wr.de/wirtschaft/brot-und-andere-backwaren-sollen-etwas-teurer-werden-id215259205.html Allen ein schönes Wochenende! Euer Bauer Willi

New study about the decline of the mass of flying insects in Orbroicher Bruch near Krefeld

Neue Studie über den Rückgang der Masse der Fluginsekten im NSG Orbroicher Bruch bei Krefeld Diese Studie wurde in enger Zusammenarbeit von Bauer Willi mit Ralf Pauelsen, Orbroich, erstellt. Anders als alle bisherigen Berichte haben wir zwei uns die Mühe gemacht, den Ursachen auf den Grund zu gehen und haben uns daher persönlich in das Naturschutzgebiet „Orbroicher Bruch“ begeben und die Situation vor Ort zu eruieren. Ralf Pauelsen lebt seit über 50 Jahren in Orbroich und kennt daher das Gebiet seit Jahrzehnten. Er hat die Erlaubnis der Unteren Landschaftsbehörde, Teile des Grünlandes im Naturschutzgebiet zu bewirtschaften. Die Veränderungen kennt es somit aus eigener Anschauung. Auch die Entwicklung rund um das Naturschutzgebiet sind bei der Bewertung nicht zu vernachlässigen. Im Ergebnis kommt die Studie zu dem Schluss, dass ein Rückgang der Masse der Fluginsekten (keine Aussage über die Arten!) aus den oben genannten Gründen nicht nur wahrscheinlich, sondern logisch erscheint. Dieser Rückgang ist auf vom Menschen verursachten Veränderungen im Naturschutzgebiet und Umgebung zurückzuführen. Wir haben bereits früher darüber berichtet: https://www.bauerwilli.com/warum-weniger-insekten-in-orbroich/ wollen das aber hier noch einmal zusammenfassend wiederholen …

Alexander denkt nach…

Alexander war zeitlebens praktizierender Landwirt und war nach seinem Studium in Weihenstephan als Lehrer und Berater an einer höheren Landbauschule tätig. Zurzeit ist er erkrankt und hat sich – mit diesem Abstand zum Alltag – Gedanken über unser Wirtschaftssystem und die Rolle der Landwirtschaft darin, gemacht. Die Gesellschaften unserer Tage unterliegen weltweit dem Diktat eines global wirkenden Kapitals. Egal, welchen Sektor ich betrachte, irgendwann entdecke ich auf einer Erzeugungs- oder Handelsstufe ein Kapital, das auf 6-8 % Kapitalrendite setzt. Die gleiche Masche ist selbst bei Dienstleistungen wie in der Kranken- und Altenpflege zu beobachten. Die Messgröße des Return-on-Investment hat nichts mehr mit einer reellen Nutzungsdauer des Investitionsobjektes zu tun. Nehmen wir als Beispiel die Supermärkte am Ortsrand: Diese Gebäude würden locker und leicht 30-40 Jahre ohne größere Reparaturen halten. Doch die Investmentgesellschaften wollen in 10-15 Jahren ihr Geld zurück, um dann mit diesem Geld schon wieder in das gleiche Anlagemodell zu investieren. Die zunehmende Bodenversiegelung lässt grüßen. Die gleiche Praxis findet man auf der ersten und zweiten Verarbeitungsstufe landwirtschaftlicher Produkte. Dieser Kapitaldruck wird vollständig auf …

Sag mal, Ottmar…

Sag mal Ottmar, wie kommt es eigentlich, dass Du als konventioneller Bauer in der AbL bist? Da sind doch sonst nur Bio-Bauern… Lieber Willi, das ist ein weitverbreitetes Vorurteil! Erst kürzlich wurde ich von einem Grünen-Ortsverein als Diskussionspartner angefragt zum Thema Glyphosat. Es sollte ein Gespräch zwischen mir und einem konventionellen Kollegen stattfinden, und die Verwunderung war groß, als ich antwortete: Ich bin ja ein konventioneller Bauer! Aber entgegen dieser vorgefassten Meinung vertritt die AbL eben sowohl konventionell als auch biologisch wirtschaftende Betriebe, geschätzt etwa halbe-halbe. Geschätzt, weil wir die Wirtschaftsweise unserer Mitglieder nicht erfassen. Bei uns sind eher kleinere und mittlere Höfe organisiert, wir haben aber durchaus auch Kollegen mit 300 ha Ackerbau oder 200 Kühen. Bekommt Dein Betrieb von den Millionen, die Frau Klöckner gerade verteilt, auch was ab? Wie sieht es bei Dir aktuell mit der Futterversorgung aus? Wir haben hier in Ostfriesland auch starke Dürreschäden, wobei wir im Vergleich mit manchen anderen Gegenden noch mit einem blauen Auge davongekommen sind. Mir fehlt vom Grünland der halbe zweite und der komplette dritte …

Droht ein großes Bienensterben?

Alarmismus? Panikmache? Mag sein, dass Laien das so sehen, aber als Bauer sehe ich ein großes Bienensterben im Herbst 2018, besonders aber im Sommer 2019 auf uns zukommen. Was passieren könnte Durch die Dürre, die vielerorts immer noch nicht beseitigt ist, wissen viele Landwirte nicht, wie und ob sie die sonst übliche Aussaat der Zwischenfrüchte überhaupt wagen sollen. Eine Aussaat in staubtrockenen Boden macht keinen Sinn. Zwar können Greening-Flächen noch bis Ende September bestellt werden, allerdings wird bei einem solch späten Termin kaum eine Pflanze Blüten bilden und somit fehlt den Bienen (Honigbienen und Wildbienen) die natürliche Nahrung. Was ist mit der Rapsblüte 2019? Viel schlimmer könnte es aber im Sommer 2019 kommen. In diesem Herbst haben sich viele Landwirte entschlossen, keinen Raps zu säen. Gründe dafür ist zum einen das hohe Risiko, aufgrund des fehlenden Saatgutschutzes einen vernünftigen Bestand zu etablieren, ein weiterer Grund ist die unsichere Bekämpfung von Schädlingen nach der Keimung. Auch die damit verbundene Kritik an breitflächigen Spritzmaßnahmen (eine andere Alternative zur insektiziden Beize gibt es nicht) in der Öffentlichkeit trägt einen gehörigen Teil …

Blick von aussen: Wirtschaftsfreiheit statt Almosen

Der Autor unseres Gastartikels ist Dr. Dirk Ippen. Er ist promovierter Jurist, war lange Jahre  geschäftsführender Gesellschafter des Münchener Zeitungs-Verlag und übernahm 2002 die Dierichs Medien-Gruppe. Der Text erschien zuerst in OVB-online. Herr Ippen hat uns die Erlaubnis zum Nachdruck gegeben. Wirtschaftsfreiheit für die Bauern statt Almosen Vordergründig ist es eine gute Nachricht, dass Landwirte mit  Ernteausfällen wegen der Trockenheit dieses Jahres nun 340 Millionen staatliche Hilfe bekommen sollen. Das Geld kommt  einer besonders wertvollen Gruppe der Volkswirtschaft zu Gute. Der Staat ist aber kaum in der Lage, dieses Geld so zu verteilen, dass es in den richtigen Betrieben landet. Da sind zunächst einmal die Getreidebauern. Sie können sich in diesem Jahr über bis zu 33 Prozent gestiegene Weizenpreise freuen. Bessere Erlöse gleichen ihre geringeren Ernten fast immer aus. Generell sollen Betriebe die Unterstützung bekommen, die nachweisen können, dass sie in ihrer Existenz gefährdet sind. Das hängt aber weniger von den Wetterbedingungen 2018 ab als vom ohnehin laufenden Strukturwandel in der Landwirtschaft und last not least von der Tüchtigkeit des jeweiligen Betriebsleiters. Gottlob sind die meisten Vollerwerbs-Landwirte …