Alle Artikel in: Bauer Willi

Brasilien, Fruchtfolge und der Wald

Beim letzten Besuch von Daniel habe ich ihn zu Glyphosat befragt. Einige Kommentatoren haben die Frage gestellt, wie es mit dem Abholzen des Regenwaldes aussieht und ob die Bauern in Brasilien nur Monokulturen anbauen. Diese und andere Fragen habe ich Daniel in diesem Video gestellt. Und ganz nebenbei auch was über „Schwarzen Hafer“ erfahren. Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Ausser Kontrolle?

Nur im NDR wird bisher über den Moorbrand in der Nähe von Meppen berichtet. Bis in die die Tagesschau oder das heute-journal hatte es das Ereignis zumindest bis Mittwoch Nachmittag noch nicht geschafft. https://www.nwzonline.de/blaulicht/im-nordwesten-bundeswehrgelaende-bei-meppen-moorbrand-kann-noch-wochen-dauern_a_50,2,2167218125.html Über 70 km weit ist der Brandgeruch zu riechen. Derzeit versuchen über 1.000 Feuerwehrleute den Brand zu löschen und pumpen dazu bis zu 20.000 l Wasser pro Minute ins Moor. Eine Evakuierung einzelner Ortschaften ist derzeit nicht auszuschließen. Verursacht wurde der Brand, der nun schon seit zwei Wochen (!) andauert (ohne dass die breite Öffentlichkeit bisher davon erfahren hat!) durch Raketen-Schussübungen der Bundeswehr. Diese fanden zu einem Zeitpunkt statt, in dem die Waldbrandgefahr im gesamten nord- und ostdeutschen Raum als sehr hoch eingestuft wurde. Ob das der Grund ist, warum die Berichterstattung bisher so dürftig ist? Die Lösch-Raupe der Bundeswehr fiel beim Einsatz aus, das Ersatzgerät war in der Werkstatt. So verging wertvolle Zeit. Die Bitte der Feuerwehr an die Landwirte vor Ort, mit Güllefässern bei der Löschung zu helfen, wurde von der Bundeswehr abgelehnt, weil sich der Brand auf dem wehrtechnischen Gelände befindet. Laut Schätzungen …

Ein Bauernhof ist kein Biergarten

Ein Zwischenruf von Thies Diese eigentlich selbstverständliche Feststellung muss ich nach diesem Sommer leider niederschreiben. Die Debatte über die Dürrehilfen ist eigentlich schon abgeklungen, aber in den sozialen Netzwerken und im realen Leben begegnet sie mir immer noch und dabei häufig das Argument: „Dann müssten Biergartenbetreiber und Eisdielenbesitzer ja auch in jedem nassen Sommer staatliche Unterstützung bekommen. Die hängen genauso vom Wetter ab.“ Häufig kommt dann noch ein Verweis auf das unternehmerische Risiko. Das ist doch eigentlich das Gleiche. Nein, eben nicht. Das ist etwas vollkommen anderes. Diese beiden Bereiche hängen nämlich ganz unterschiedlich vom Wetter ab. Wenn wir einen kalten und nassen Sommer haben, dann wollen die Menschen nicht so oft in den Biergarten und essen in der Fußgängerzone nicht soviel Eis. Das Produkt Biergarten und das Produkt Eis werden in diesen Jahren wegen der Witterung nicht nachgefragt. Die Witterung verringert die Nachfrage. Bei landwirtschaftlichen Produkten fragen die Menschen das Produkt fast unverändert konstant nach (Ausnahme Grillfleisch), aber die Landwirte können es in diesen Jahren nicht oder nur sehr kostspielig produzieren. Die Witterung verringert die …

Unser Raps Mitte September

Unser Kommentator Paulus wollte wissen, ob wir Raps gesät haben und wie der jetzt aussieht. Ja, wir haben Ende August gesät. Wegen der Trockenheit haben wir nicht gepflügt sondern, wie jedes Jahr, gegrubbert und dann gesät. Wir nennen das Mulchsaat. Wir haben auch deshalb nicht gepflügt, weil der Unterboden noch trockener war als der Oberboden, der ein wenig Regen abbekommen hatte. Die geringe Feuchtigkeit wollten wir nicht mit den Pflug nach unten drehen. Die Bestandesdichte ist nicht optimal. Wir hätten gerne 50 Pflanzen pro Quadratmeter gehabt, geworden sind es nur rund 35. Die stehen aber gleichmäßig verteilt und der Raps kann die Lücken ganz gut kompensieren. Weil wir keine insektizide Beize mehr haben (Neonics) ist der Raps jetzt vom Erdfloh befallen. Sieht man gut im Video unten. Weil es bis zu Saat trocken war, ist auch die Ausfallgerste (das, was immer hinten am Mähdrescher über die Siebe geht) nicht aufgelaufen. Da es nach der Raps-Saat 20 mm geregnet hat, steht jetzt extrem viel Ausfallgerste neben dem Raps und würde den bald unterdrücken. Wir haben jetzt …

Sind Bauern „systemrelevant“…???

Wir, Alois und Willi, haben seit mehreren Wochen einen Text zu dem Thema „Systemrelevant“ in Vorbereitung, bei dem wir es nicht geschafft haben, in allen Dingen „auf einen Nenner“ zu kommen. Deshalb veröffentlichen wir heute und morgen unsere jeweilige Version. Hier die Version von Willi: „Die Bienen sind systemrelevant“, sprach unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Und nimmt dies als Rechtfertigung zu handeln. Sogar gegen das – an sich – heilige Marktprinzip: „Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt.“ Der Begriff „Systemrelevanz“ wurde geprägt durch die amerikanische Finanzwirtschaft. Als systemrelevant oder too big to fail (englisch „Zu groß zum Scheitern“) werden Unternehmen bezeichnet, die eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, dass ihre Insolvenz vom Staat möglichst unterbunden wird. Droht diese dennoch, wird sie in der Regel mit öffentlichen Mitteln (sog. Bail-outs) abgewendet. *Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Systemrelevanz Die Bienen haben nun das geschafft, was wir Bauern auch gerne wären: Systemrelevant! Die Banken sind es schon lange. Natürlich halten sich Bauern selbstverständlich für „systemrelevant“. Schließlich erzeugen sie das lebenswichtige Essen für die Menschen, so ihre Begründung. Doch Globalisierung und …

Verblüffende Parallelitäten…

„Dennoch ist nach Ansicht von Fachleuten auf absehbare Zeit kein Stoff in Sicht, der …….mit gleicher Wirkung vollständig ersetzen könnte“.  Nein, die Rede ist nicht von Glyphosat sondern von Kupfer, der im biologischen Land- und Weinbau als Pflanzenschutzmittel gegen eine Vielzahl von Pilzen gespritzt wird. Nachzulesen in folgendem Artikel, einem Fachportal für den Öko-Landbau. https://www.oekolandbau.de/erzeuger/pflanzenbau/allgemeiner-pflanzenbau/pflanzenschutz/pflanzenschutzmittel/kupfer-im-oekolandbau/ Und weiter heißt es: „Doch Kupfer ist nicht unproblematisch. Vor allem auf Mikroorganismen und Weichtiere kann das Metall bereits in geringen Konzentrationen toxisch wirken. Hinzu kommt, dass sich Kupfer vor allem in den oberen Bodenschichten anreichert. So weisen Böden in Weinbergen oder Obstbauanlagen umso mehr Kupfer auf, je länger sie bewirtschaftet wurden.“ Auf der Seite von Bioland ist zu lesen: „Ein Verzicht auf kupferhaltige Präparate würde zu einem sofortigen Rückgang des ökologischen Landbaus in Deutschland führen“, warnt das Julius Kühn-Institut auf seiner Homepage. Denn einen ökotauglichen Ersatz gibt es nicht. Bislang wurde kein im Biolandbau zulässiges Präparat gefunden, das so breit wirkt wie Kupfer und zugleich deutlich umweltverträglicher wäre.“ http://www.bioland.de/im-fokus/artikel/article/kupfer-im-biolandbau.html Und das erinnert mich dann doch wieder an Glyphosat. Mit dem Unterschied, …

Jedes Jahr…

Johannes hat mir den folgenden Text als E-Mail geschrieben. Mich berührt das. Ich hoffe, euch auch… Lieber Bauer Willi, Deinen Artikel, zornig, frustriert, ängstlich habe ich gelesen und mir geht es ebenso. Ich bin 35 Jahre alt, Wirtschaftsingenieur, Landwirt und mittlerweile Vater von zwei Jungen. Wir haben nur einen kleinen Betrieb, aber viele Standbeine die wir in erster Linie durch Eigenleistung aufgebaut haben. Bereits 2001 investierten wir in die Photovoltaik ( 20kw) die wir selbst aufs Dach gebaut haben. Zu einer Zeit als der Schweinefleischpreis am Boden war ( 0,95 € je kg bei der Euroumstellung) haben wir begonnen eine Scheune umzubauen und in Wohnungen um zu nutzen, in 95% Eigenleistung. Ich bin frustriert, weil das, was von Seiten der Regierung, der Öffentlichkeit den NGO´s, den Weltverbesserern gefordert wird, von uns schon immer gemacht wird. Wir arbeiten konventionell, aber mit reduziertem Dünge- und Pflanzenschutzmittelaufwand, dafür mit einer vielgliedrigen Fruchtfolge. Wir bauen Humus auf und zwar von ca. 1,5 % um die 2000er Jahre auf jetzt 3,5%. Wir halten die Schweine auf Stroh im selbst gebauten …

Mahnfeuer…

Alle Weide-Tierhalter machen sich Sorgen um den Wolf. Um ihre Sorgen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, rufen sie europaweit für den 15. September 2018 zu Mahnfeuern auf. Wo diese Mahnfeuer stattfinden, ist dem nachfolgenden Link zu entnehmen. https://www.wir-lieben-schafe.com/mahnfeuer Ihre Argumente haben sie in einem Flyer (auf der Seite weiter unten) zusammengefasst. Weidehaltung und Wolf ist ein Zielkonflikt. Wer die Weidehaltung fördern möchte, darf die Weidehalter nicht „im Regen stehen“ lassen. https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Aktionstag-mit-Mahnfeuern-gegen-den-Wolf-9673950.html Bauer Willi      

Der unbelehrbare Verbraucher?

Zu diesem Ergebnis muss man kommen, wenn man den nachfolgenden Beitrag liest. Alle Bemühungen einer Supermarktkette in England, die Verschwendung von Lebensmitteln beim Konsumenten zu reduzieren, sind gescheitert. Jetzt wurde das Projekt erfolglos beendet. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lebensmittelverschwendung-sainsbury-s-stoppt-projekt-15582582.html Immerhin hat es mal jemand versucht, statt nur zu reden. Ich kann die Sprechblasen  von „mehr Wertschätzung unserer Lebensmitteln“ bald nicht mehr hören. Egal von welcher politischen Partei oder den diversen Nicht-Regierungsorganisationen. Diese Sprüche sind genau so hohl wie die ständigen Absichtserklärungen für ein Schulfach Ernährung und Landwirtschaft. Und dann passiert wieder nichts. Alles was weggeworfen wird, hat einmal Kosten verursacht. Für die Arbeit, die Energie usw. Jeder weiß das. Doch wie bekommen wir das hin, dass sich etwas ändert??? Es hilft ja nicht, es ständig zu beklagen. Habt ihr neue Ideen? Welche, die auch einfach umzusetzen sind? Und wer fängt damit an? Euer Bauer Willi

Das Ende eines Festivals

So sieht es aus, wenn 100.000 Teilnehmer ein Festival verlassen haben. Noch krasser ist dies in Bildern und einem Video im folgenden Link zu sehen: https://www.thesun.co.uk/news/7119141/aerial-photos-reading-festival-rubbish-tents/ Campingausrüstung im geschätzten Wert von 1 Million Pfund wurden auf dem Gelände zurückgelassen. Und wir diskutieren über Nachhaltigkeit und praktizierten Umweltschutz… Euer Bauer Willi