Bauer Willi
Kommentare 68

Sind Bauern „systemrelevant“…???

Wir, Alois und Willi, haben seit mehreren Wochen einen Text zu dem Thema „Systemrelevant“ in Vorbereitung, bei dem wir es nicht geschafft haben, in allen Dingen „auf einen Nenner“ zu kommen. Deshalb veröffentlichen wir heute und morgen unsere jeweilige Version.


Hier die Version von Willi:

„Die Bienen sind systemrelevant“, sprach unsere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Und nimmt dies als Rechtfertigung zu handeln. Sogar gegen das – an sich – heilige Marktprinzip: „Was für Bienen schädlich ist, muss weg vom Markt.“

Der Begriff „Systemrelevanz“ wurde geprägt durch die amerikanische Finanzwirtschaft. Als systemrelevant oder too big to fail (englisch „Zu groß zum Scheitern“) werden Unternehmen bezeichnet, die eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, dass ihre Insolvenz vom Staat möglichst unterbunden wird. Droht diese dennoch, wird sie in der Regel mit öffentlichen Mitteln (sog. Bail-outs) abgewendet. *Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Systemrelevanz

Die Bienen haben nun das geschafft, was wir Bauern auch gerne wären: Systemrelevant! Die Banken sind es schon lange.

Natürlich halten sich Bauern selbstverständlich für „systemrelevant“. Schließlich erzeugen sie das lebenswichtige Essen für die Menschen, so ihre Begründung. Doch Globalisierung und Industrialisierung heben diesen Zusammenhang auf. Wie die aktuelle Dürre zeigt, ist eine Mißernte heute für uns in den wohlhabenden Ländern kein Ernährungsproblem mehr. Die Lebensmittel kommen dann halt aus anderen Teilen der Welt.

Werden Spekulanten belohnt?

Staatliche Interventionen werden vom Bürger abgelehnt. Kaum einer hat Verständnis dafür, wenn Banken oder auch ganze Staaten (Griechenland) mit Steuermitteln vor dem Ruin bewahrt werden. Allerdings ist zu bedenken, dass in all diesen Fällen die Ursache in einem riskanten Wirtschaften liegt. Der überwiegende Teil der Landwirte denkt und handelt jedoch in finanzieller Hinsicht sehr konservativ ( vom lat.: bewahrend). Anders als in anderen Branchen unterliegt ihre Arbeit äußeren Einflüssen, die von der Natur vorgegeben werden. Das Verständnis dafür ist vielen Mitbürgern abhanden gekommen und es scheint ihnen auch kaum noch vermittelbar zu sein. Zu erkennen ist die bei der Diskussion um die Subventionen,  Diese staatlichen Transferleistungen sind vom Lebensmittelhandel eingepreist und dienen folglich dazu, Lebensmittel weiterhin billig zu halten.

Kein Verständnis für die Bauern

Der Grund, warum die meisten Bauern von den Bürgern eher nicht für systemrelevant gehalten werden, liegt auch bei den Bauern selbst. Das wird deutlich bei der Diskussion um Bio oder Konventionell: Da gilt nach Ansicht vieler Bürger Bio per se als gut und richtig, die konventionelle Wirtschaftsweise wird eher abgelehnt. Bio-Bauern werden daher eher für systemrelevant gehalten und so ist man auch bereit, sie mit entsprechenden Fördermitteln zu unterstützen. Konventionelle Bauern haben es nicht geschafft (und versuchen es auch meist nicht) ihre Wirtschaftsweise öffentlich so zu erläutern, dass auch ihr Tun von der Gesellschaft akzeptiert wird. Mit Bemerkungen wie:  „Ich muss mich für meine Arbeit doch nicht entschuldigen“ ziehen sie sich trotzig in ihre Wagenburg zurück und wettern gegen alles und jeden, der ihre Arbeit kritisiert. Gerade dadurch verstärken sie den Effekt der Ablehnung noch. Da ist es logisch, wenn der Bürger in echten Notsituation entsprechend reagiert und „die Bauern“ als ewige Jammerer und Almosen-Empfänger tituliert. Und wieder sind nur die konventionell wirtschaftenden gemeint.

Bauern sind nicht systemrelevant

Deutschland hat ohnehin nur bei wenigen Produkten eine sichere Selbstversorgung. Doch auch diese könnten ohne weiteres vom Weltmarkt besorgt werden. Wir importieren schon heute wertmäßig mehr als wir exportieren. Da ist noch „Luft nach oben“. Dem Bürger und Verbraucher ist es egal, woher die Lebensmittel kommen, solange sie nur weiter günstig bleiben. Die Bauern täten also gut daran, den Bürgern klarzumachen, warum sie meinen, dass ihre Arbeit gut und wichtig ist. Wenn sie es nicht tun, werden sie den Weg der Textil- oder Steinkohle-Branche gehen. Die gibt es in Deutschland auch nicht mehr.

Euer Bauer Willi

 

(Aufrufe 1.598 gesamt, 1 heute)

68 Kommentare

  1. Brötchen sagt

    Interessantes Feature auf dlf. Heute 19:15 Money from nothing 25.09.2018. Wie entsteht geld, erschaffen Geschäftsbanken geld.

    0
  2. Hans-Günter Felser sagt

    Die Sprache entlarvt. Das ist keine Bagatelle.
    -Wer Bienen als „systemrelevant“ bezeichnet, hat jede gesunde Bodenhaftung und Naturverbundenheit verloren. Der Gebrauch dieses technischen Terminus im Zusammenhang mit z.B. Bienen kommt einem Offenbarungseid gleich.
    Merkt denn keiner anhand dieser Sprachverwendung, wie alles, aber auch Alles nur noch börsentauglich zurechtgemacht wird?
    Aus dem Grund lehne ich den Gebrauch dieses Begriffs für z.B. die Natur strikt ab.

    1+
    • bauerhans sagt

      „…aber auch Alles nur noch börsentauglich zurechtgemacht wird?“

      davon kann in D überhaupt nicht die rede sein,sondern alles wird dem jeweiligen populistischen zeitgeist untergeordnet!
      hier wäre es dringend geboten,wenn sich mehr leute für ihre altersversorgung an der börse beteiligten.

      0
  3. Hans-Günter Felser sagt

    „System-relevant“ – welcher versnobte Dummkopf hat sich diesen Begriff ausgedacht?
    Es entlarvt eine bestimmte geistige und ethische Haltung, die mehr der Wall-Street und den Think-Tanks der „Eliten“ als dem sozialen Leben und der Bodenhaftigkeit entsprungen sein mag.

    Noch schlimmer aber ist, dass dieser Begriff jetzt in aller Munde und Köpfe zu sein scheint.
    Wer so spricht, gehört mit zum System. Wenn er also immer schon „systemisch“ sein will: Gratuliere!

    1+
    • Schmeckt gut sagt

      Und was wollen sie uns damit mitteilen? In welchem Zusammenhang wollen sie ihren Beitrag mit Willis Beitrag verstanden wissen?

      0
    • Paulus sagt

      @HGF
      Der Begriff „Systemrelevanz“ stammt meines Wissens aus dem Bereich Technik. Das lernte früher jeder Student der Ingenieurwissenschaften im Grundstudium.
      Die Lehrveranstaltungen hatten nichts mit dem heutigen „too big to fail“ zu tun sondern ganz einfach damit, bei komplexen Systemen den Unterschied zwischen (sehr laienhaft ausgedrückt) zwingend erforderlich und peripher zu erkennen. Ist übrigens gar nicht so einfach und dient vor Allem der Disziplin bzw. der Konzentration auf das Wesentliche.

      In Bezug auf Banken, Konzerne und Sonstige tauchte dieser Begriff nach meiner Wahrnehmung erst viel später auf.
      Unanständig wurde er aufgrund gewisser Äußerungen einer prominenten Dame aus der Uckermark. Soviel zu dem Begriff Systemrelevanz.

      Bezeichnen wir die Bauern doch einfach als ernährungsrelevant, nur mal so als Beispiel, und schon haben wir die Kuh vom Eis.

      3+
      • Hans-Günter Felser sagt

        Aan Paulus: Sehr gut erklärt, vielen Dank.
        Ja, der an sich wertfreie, technische Begriff ist leider von der „Politelite“ (Hust) versaut worden.
        Was soll immer das überkandidelte Gefasel aus dem Berliner Clown-Kabinett?
        -Man könnte auch einfach statt relevant „wichtig“ und statt „System“ mal „Leben“ sagen, etwa so: „Die Arbeit der Bauern ist lebens-wichtig!“ (lassen wir hier die „Feinheiten“ der Anbaubedingungen mal beiseite 😉 )
        So wie „systemrelevant“ im Kontext des Beitrags gemeint ist, sogar „überlebens-wichtig“.

        1+
  4. Lotti Karotti sagt

    Also irgendwie finde ich es langsam aber auch ein wenig anstrengend immer diese Bio Befürworter als die Bösen darzustellen. So ist es nun auch nicht. Es gibt nicht den Konventionellen und den Bio. Zu einfach ist doch das Bild vom Konsumenten der Bio vergöttert, per se für gut befindet und nicht mehr hinterfragt. Ein wenig mehr Vertrauen bitte, mittlerweile ist der Verbraucher durchaus dazu übergegangen auch Bio kritisch zu sehen und das mit Recht. Auch einige Wissenschaftler und politische sowie praktische Vertreter sehen die Bioszene kritisch wenngleich sie ihr in ihrer Grundsubstanz positiv gegenüberstehen.
    Zu einfach ist es „auf die Bios“ oder die „armen Konventionellen“ abzuzielen. Das ist mir nicht weit genug gedacht irgendwie.
    Sicher, auch ich habe keine Lust auf eine Bio – Elite die sich für etwas besseres hält. Aber ein bisschen ist das auch Klischee find ich. Es ist wie mit den Veganern, sicher es gibt bestimmt welche, die einen richtig nerven und Missionars – Charakter haben, aber um ehrlich zu sein, ich habe so jemanden noch nie getroffen. Und manchmal bin ich vielleicht auch einfach nur an einem wunden Punkt getroffen, wenn ich mich darüber aufrege und will mein eigenes schlechtes Gewissen durch Gezeter verbergen..

    Oder??

    Mir würde es gefallen, wenn wir von diesen Pauschalisierungen wegkommen. Es gibt weder den Biobauern, noch den Veganer, noch den Konventionellen. Nur die betriebsindividuelle Betrachtungsweise hat doch irgendwie einen Sinn.. U

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Das kann man aber nur als Außenstehender so sehen, Lotti Karotti. Heile Heidi-Welt gibt’s in der problematischen Konstellation Bio – Konventionell nicht. Was ich in einer Veranstaltung pro Bio (wo man denke ich, der Meinung war, unter sich zu sein) erlebt habe, hat selbst meine ohnehin schon kritische Sicht um einiges verschärft.

      1+
      • Lotti Karotti sagt

        Wer sagt denn dass ich Außenstehende bin? Es geht nicht darum, Bio kritisch zu sehen oder nicht, das ist doch gar nicht die Frage. Die Frage ist ob man es sich nicht zu einfach macht zu sagen, „jaja die sind halt bio“ oder „jaja die konventionellen machens ja eh falsch“. Mir fehlt die Entpauschalisierung und die Selbstkritik die ja immer vor der Kritik an anderen kommen sollte,
        auf beiden Seiten.

        0
        • Obstbäuerin sagt

          Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Es geht doch im Moment gar nicht um die unterschiedliche Produktionsweise des einzelnen Betriebes, sondern um die Weichenstellung der EU-Zahlungen und die Voraussetzungen für die Aufteilung der fehlenden Mittel. Wo wird eingespart und wer bekommt was wofür. Da greifen solche Begriffe wie Entpauschalisierung oder Selbstkritik nicht. Meine Kritik richtet sich vor allem an die Lobbyisten aus Politik, Verbänden, NGOs und vielen kleinen Initiativen, die in den Medien proportional umgekehrt zur Bedeutung für die Ernährungssicherheit (etwa 3% der produzierten Nahrungsmittel werden in Biobetrieben in Deutschland produziert) nicht nur für Bio, sondern gegen Konventionell zu Felde ziehen um einen unangemessen hohen finanziellen Vorteil zu erreichen.

          1+
            • Obstbäuerin sagt

              Wenn der Herr Ministerpräsident da eine Absatzschiene gefunden hat, Titania, können wir ganz groß einsteigen dieses Jahr. Die Krönung unseres Angebotes wäre der Apfel mit Sonnenbrandflecken und nicht lagerfähig. Da hätte ich schon Vorstellungen für einen „interessanten“ Preis.

              1+
            • Titania sagt

              Ein Apfel zum Liebhaben, mit Mängeln 🙂
              Es tut mir leid, dass es für die Obstbauern dieses Jahr so schwierig ist.

              0
  5. Systemrelevant ist, nicht biologisch sein, ergo, maschinell erfassbar sein. Systemisch sein ist hingegen etwas ANDERES. Biologischem, z. B. Bienen Systemrelevanz überzustülpen, bedeutet, sie in der Maske von Technisierung und zeitlicher Effizienzsteigerung zu betrachten – und irgendwann zu ersetzen, weil Technisierung vordergründig Biologisches bzw. Evolution an sich zu beschleunigen gedenkt, zwecks Profitsteigerung bzw. Ertragssteigerung. Biologisches Zusammenspiel bzw. Evolution ist aber vordergründig die Effizienzsteigerung der Energiehandhabung und des Recycelns von Energie.
    Systemisches hat alle Zeit der Welt und Systemen kommt selbige immer schneller abhanden. Systemisches erhält Lebendigkeit. Systeme zerstören sie.

    Nun, vom Systemischen, hat die Landwirtschaftsministerin offensichtlich keine Ahnung. Das wurde ja schon beim Thema Gentechnik deutlich.

    0
    • Obstbäuerin sagt

      Aber die wirklichen Probleme der landwirtschaftlichen Praxis scheinen Ihnen auch nicht so geläufig, Herr Vobig.

      0
      • Ich lese, nicht nur hier im Blog, immerzu nur von Rattenschwanzenden, die in immer feinere Scheibchen geschnitten werden und ohne Bezug zur Ratte diskutiert werden, in der Hoffnung endlich Lösungen dafür zu finden, was das Scheibchen als Problem darstellt. Aber wo fängt die Lösung an, wenn man versucht, mit Hilfe von Systemen bzw. systematisch einem Problem auf die Schliche zu können – während die Ratte selbst im Systemischen verweilt.

        https://guidovobig.com/2018/09/03/wie-der-mensch-die-evolution-k-o-geschlagen-hat-und-nicht-muede-wird-weiter-auf-sie-einzupruegeln-teil-1/

        Wir haben Probleme zuhauf mit Anfängen und Enden und meinen, entsprechend dem Rattenschwanz begegnen zu können. Aber wo fängt von Natur aus ein Wald an, wo hört er auf? Die Rede ist von einem wilden Wald, wie er sich einmal ohne menschlichen Einfluss entwickeln konnte. Ein solcher Wald hat kein Anfang, kein Ende, weil er Ausdruck des Systemischen ist und nur weiter entwickelt, worin er eingebunden ist. Heute aber weiß jedes Kind, wo ein Wald Anfang und Ende hat. Man sieht es auf der Landkarte, jene, die die Erde systematisch in Planquadrate unterteilt hat und auf der all die Straßen zu sehen sind, die über Anfang und Ende bestimmen.

        0
    • Regine Lehmeier sagt

      systemisch:
      ‚“den gesamten Organismus betreffend“ und „ein bestimmtes System (als Ganzes) betreffend“
      systemrelevant:
      „für ein System bedeutsam“

      Definitionen bei Duden…..

      Sonst noch was?

      0
      • Bei Prozessen, die das Leben betreffen, gibt es von Natur aus kein System, allein des Stoffwechsels wegen. Von all den dynamischen Anpassungen, an sich stetig ändernde Lebensbedingungen, ganz zu schweigen. In Systemen denkt der Mensch, um die Übersichtlichkeit nicht zu verlieren und um zu verhindern, dass er sich im Systemischen selbst aus den Augen verliert. Kein Problem hat einen Anfang und kann für sich beendet werden, so, wie jeder Rattenschwanz zu einer Ratte gehört. Den Rattenschwanz in kleine, scheinbar lösbare Stücke zu schneiden, bringt Systeme ins Spiel. Die Ratte ist und bleibt aber das Systemische – inklusive ihres unversehrten (!) Schwanzes.

        0
      • Den Begriff ’systemisch‘ im biologischen Sinne mit dem technischen Begriff des Systems zu verbinden ist nur wieder der Versuch, das Technische, Künstliche, irgendwie als einen natürlichen Bestandteil wahrzunehmen und damit entsprechend zu werben, zu operieren und davon zu profitieren. In keinem biologischen Körper gibt es Systeme. Das Immunsystem ist z. B. biologisch und nicht technisch, weil der gesamte Körper inklusive seiner Umwelt das ausbildet, was fälschlicherweise als System in den Lehrbüchern steht. Gemeint ist ein systemischer Prozess, der Immunität gewährleisten kann. Es gibt kein biologisches System und auch kein natürliches an sich. Auch das Sonnensystem ist keines, sondern gleichfalls ein systemischer Prozess, der solche (vorübergehenden) Strukturen, die wir als Sonnensystem bezeichnen, ausbildet. Daher ergeben sich Probleme zuhauf, wenn natürliche Prozesse systematisch beschnitten und als System betrachtet werden, um mit deren Hilfe systematisch nach Lösungen zu suchen.

        0
  6. Obstbäuerin sagt

    Wenn jedem Erdenbürger zurzeit ungefähr 2.000 m² landwirtschaftliche Nutzfläche für seine Ernährung zur Verfügung steht, die Weltbevölkerung weiter wächst und die Fläche immer kleiner wird, darf doch ein Land, das in einem Gunstgebiet liegt und über eine moderne produktive Landwirtschaft verfügt, nicht einfach aus der Produktion aussteigen, nur weil ein Teil der Bevölkerung lieber eine Bullerbü-Landwirtschaft oder am liebsten nur noch Blühwiesen mit Käfern und Schmetterlingen haben möchte!!!

    13+
    • Jetzt kann man ja noch Blühwiesen für Käfer und Schmetterlinge haben,

      aber wenn wir unseren guten Mutterboden, der nicht überall ist, verschwenden und den Bauspekulanten in den Rachen werden, dann wird es fatal!

      Also in der Zukunft in die Höhe bauen, nicht mehr in die Breite!

      3+
  7. Die Landwirtschaft ist systemrelevant! …die Bauern sind es (leider) (bald) nicht (mehr)…

    Alle jubeln in Richtung Landwirtschaft 4.0…Keiner fragt wie das finanziert werden soll und welche Auswirkungen das haben wird. Schon jetzt sind viele „Bauern“ überfordert, welche ihre Stallkapazität verdoppelt und automatisiert haben. Da gab`s zwar 50% Förderung (vom Steuerzahler), aber keine Ahnung wie die anderen 600TEUR zurückgezahlt werden sollen. Toll! Es wird nur noch um das Eigentum an Land gehen, für das „Spiel“ darauf sind dann Ingenieure und Programmierer zuständig. Der Großteil der Subventionen fliesst doch in Wirklichkeit an die Industrie ab. Die Medien berichten über 2% mehr Lohn, ausgehandelt von der IG-Metall und der Preis für jedes Stück Technik steigt jährlich um 5%. Ein Forscherteam der TU Dresden arbeitet (ohne Erfolg…) bereits 8 Jahre an einem automatischen Obstflücker…usw. usw.

    https://www.cropscience.bayer.de/de-de/stories/2016/automatische-helfer-in-der-landwirtschaft-reif-fuer-robotik

    7+
    • Ja klar,
      es muß viel Milch aus den subventionierten Ställen geben, damit die als Rohstoff für Sahne, Quark und Käse für die Eisdielen und Cafés
      da stecken vielleicht Arbeitsplätze hinter,
      Mit , Obst und Gemüse auch so

      Mit Getreide, Eier ebenso
      und Fleisch für Fleischereien und Restaurants, die viel damit verdienen
      und LEH auch!
      Der kann dann gut mit Supersonderangeboten von Fleisch und Wurst werben! Das lockt Kunden an! Denn die kaufen ja auch andere Waren im selben Laden!

      Und dann erst die Landmaschinenindustrie, wie Peter zeigt und so auch die Stalleinrichtungsindustrie!
      Da verdient man gut!

      0
  8. Friedrich sagt

    Ob wir Systemrelevant sind , kann nur die Realität beweisen. Was würde passieren , wenn ab heute kein Bauer mehr Gemüse, Obst, Getreide, Kartoffeln Zuckerrüben, Stroh, Heu, Milch, Tiere, usw. an den Markt liefern würde ? Ganze Wirtschaftsbereiche würden lahmliegen. In der Zeit des Mangels zahlt jeder Weiterverarbeiter jeden Preis um an Rohware zu kommen.
    Beispiel : Die Dürre läßt die Kartoffelpreise in die Höhe schnellen. Noch ist auch nicht das Logistikproblem mit dem fehlenden Getreide geklärt. Was passiert bei einem Stromchrash bei mehr als drei Tagen. Werden dann die Tierställe geplündert ? oder die Supermärkte aufgebrochen ? Dann kommt es auf die Versorgung vor Ort an , weil die landesweite Logistik zusammenbricht. Wenn der Bauer nicht mehr produziert, wächst das Land zu . Es verbuscht und verwaldet. Tourismus ade. Ganze Wirtschaftsbereiche werden nicht mehr gebraucht. Es wird zu einer riesigen Arbeitslosigkeit führen. Ohne Land kann die Stadt nicht leben. Ein Industriestaat ohne Landwirtschaft schafft sich ab. — Aber merken das unsere, uns dominierenden Städter oder Exportindustrie ? Ein klares Nein. Die meinen wenn die Bauern von den 7% Klimabilanzbeitrag kräftig einsparen , die Welt zu Retten und selbst nichts machen müßen. Außerdem wenn die hiesigen Bauern nichts mehr produzieren, man ordentlich importieren kann und damit der Export noch besser läuft. Dieses Experiment läuft gerade und wird auf kurz oder lang scheitern. Nachhaltig wird sich das Land die Dominierung der Stadt nicht gefallen lassen und der Markt die Lage wieder gerade rücken wird. Nur ein Crash , ganz egal welcher Art ,wird die jetzige Situation bereinigen. Die Arroganz der Stadt zum Land mit der Digitalisierung, der vermeintlichen Unabhängigkeit wird Spuren hinterlassen . Mit dieser Arroganz wird die Spaltung der Gesellschaft weiter verschärft . Ja, die Landwirtschaft ist „Systemrelevant“!

    5+
  9. Obstbäuerin sagt

    Wenn als systemrelevant das angesehen wird, was der Mensch benötigt, um am Leben zu bleiben, gehören Nahrungsmittelproduktion und der Zugang zu sauberem Trinkwasser an vorderer Stelle dazu. In der DDR wurde das zum größten Teil von Genossenschaften geleistet und rückblickend war das, sicher im Einzelnen auch verbesserungswürdig, aber nicht schlecht. Immerhin wäre auch dort die Entwicklung weitergegangen.
    Was läuft jetzt aber falsch, wenn von 15 Familienbetrieben nur 3, wie bei uns, einen Nachfolger finden?
    Seit ich versuche, die konventionelle Landwirtschaft in der Frage INSEKTENSTERBEN in der Öffentlichkeit in ein reales Licht zu rücken und merke, das mein Erfolg von der Medienpräsenz abhängt, habe ich kaum noch Hoffnung. Es ist nicht so, dass die Debatte Bio kontra Konvi ausgewogen und paritätisch geführt wird, da haben sich hinter der Bio-Branche Kräfte gebündelt, die unüberschaubar und bestens vernetzt sind. Da gibt es Strategien (Handlungsempfehlungen), wie sich der Einzelne erfolgreich für den weiteren Untergang der konventionellen Landwirtschaft engagieren kann. Und sie werden von den Medien nicht nur hofiert und zum Teil glorifiziert, sondern gleichzeitig Erfolge oder Biodiversitätsmaßnahmen der konventionellen Landwirtschaft medial unterbunden.
    Die konventionellen Bauern bekommen gar kein Chance (oder selten wie Bauer Willi) ihre Produktionsweise in einem normalen Licht zu zeigen.

    14+
    • bauerhans sagt

      hier im umkreis gibts nur einen obstbauern und der ist DER LIEBLING der politik.
      der bekommt 5000€ agrargeld pro ha.

      0
      • Obstbäuerin sagt

        Die Flächenprämie liegt in Brandenburg für konventionelle Obstbauern bei 270 € pro ha und im Bio-Anbau liegt die höchste Prämie in Deutschland bei 1.200 € Beibehaltung pro ha.

        0
  10. BerndK sagt

    @Willi, was ist für Dich Systemrelevanz? Immerhin gehen 38% des EU Haushalts in den Agrarsektor, wenn das mal nicht für eine gewisse Hochachtung des Landwirtschaftlichen Berufsstandes spricht 🙂 . Ist der von Dir angesprochene Mangel an zugestandener Systemrelevanz also nur ein gefühlter? Ich würde sagen ja und nein.
    Politiker wissen sehr gut, dass hohe Preise für Nahrungsmittel immer wieder für Unruhen gut sind. Also wird eine Politik mit Hilfe von Geld betrieben, die den Ball und die Verbraucherpreise flach hält. Und diese Politik empfinden viele Landwirte als ungerecht, weil bei Ihnen immer weniger vom Kuchen überbleibt und sie sich als Spielball von Interessen fühlen, die sie nicht beeinflussen können. Sie sind ein wichtiger Baustein unseres Staates, tragen aber prozentual immer weniger am Bruttosozialprodukt bei und das kriegen sie auch zu spüren.
    Aber: Kohle, und neuerdings auch Banken und Automobilindustrie sind relativ kurze Episoden, „fressen“ müssen die Leute immer.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Die 38% der EU-Gelder. Ja, weil keine andere Branche so verwaltet wird wie die Agrarbranche. Und das seit Beginn, also auch schon zu Zeiten der EWG. Man möge mir bitte bald mal sagen, wozu man mich braucht. Nahrungsmittel? Biodiversität? Naherholungsgebiet? Kann ich alles.
      Bauer Willi

      4+
          • BerndK sagt

            @Inga, die Erzeugung von Nahrungsmitteln ist die Kernkompetenzder Landwirtschaft. Punkt!
            Jahrelang wurde von den Landwirten dem Rest der Bevölkerung suggeriert: „schaut her was wir noch alles zusätzlich machen, und das alles für (fast) umsonst!“
            Und wenn etwas fatal in dieser Gesellschaft ist, dann wenn etwas „umsonst“ angeboten wird. Dann ist es nämlich nichts mehr wert.

            3+
            • Aber bei den Bauern nicht, Bernd,

              denn die pflegen die Wege wo sie mit ihren Maschinen herfahren schon immer, im eigenen Interesse unentgeltlich .
              Und
              wenn sie ihre eigenen Felder nicht bewirtschaften würden, weil es im Büro besser und ist das Geld zu versienen dann läge alles brach oder würde wahllos von Betonklötzen zugebaut.
              Was sagt die Biodiversität dazu?
              Und wie sehen dann die Erholunswerte und Ökologie in unserer Landschaft aus? Deñn dann wird kein Feldweg mehr gepflegt, nach Jahren nur noch Hecken und Büsche und nach Jahrzente auch noch Bäume da wachsen.
              Ausser der Steuerzahler ist bereit diese Arbeit von geschulten Landschaftsgärtner machen zu lassen.
              Das wäre wohl dann die Aufgabe von Städten und Gemeinden, oder?
              Und die werden wohl festgestellt haben, dass die Bauern das so nebenher mitmachen. Denn die wissen was so ein Dienst kostet.
              Und wer das den anderen Nutzniessern suggeriert hat, weiss ich nicht, ein einzelner Bauer bestimmt nicht.
              Die Massenmedien vielleicht?
              Oder die Bauern an deinem Stammtisch?

              0
    • Bauer Fritz sagt

      Es ist ein beliebtes Spiel, den zwar fallenden aber immer noch so furchtbar hohen Prozentanteil (38%) am EU-Haushalt den Bauern um die Ohren zu hauen. Selten wird erwähnt, daß der EU-Haushalt sich derzeit aus Abgaben jedes Mitgliedslandes in Höhe von 1% des BIP speist und derzeit ja trefflich gestritten wird, ob der künftige EU-Haushalt auf 1,1% steigen soll.
      Folglich machen die Agrarausgaben im Mittel 0,38% vom BIP (der Wirtschaftsleistung) jedes Mitgliedslandes aus.
      Nur um zu vergleichen:
      *) Die Militärausgaben liegen in Deutschland bei 1,35% des BIP (EU: 1,65%). Die sollen ja „auf Befehl“ von Trump schleunigst auf 2% erhöht werden. Sicher Systemnotwendig.
      *) Die Ausgaben für Entwicklungshilfe erreichten in Deutschland erstmals die gewünschten/geforderten (?!) 0,7% des BIP. Sicher Systemnotwendig.
      *) Die Sozialausgaben liegen in Deutschland (und den meisten EU-Ländern) bei etwa 25% des BIP. Sicher Systemnotwendig
      *) Die Staatsverschuldung liegt in Deutschland bei ca. 68% des BIP. In anderen EU-Ländern zwischen 9% (Estland) und 179% (Griechenland) des BIP. Sicher Systemrelevant.

      6+
    • Mausschubser sagt

      Der Anteil ist mit 38% deswegen so hoch, weil diese Gelder komplett über den EU Haushalt laufen. Sprich national darf eigentlich nichts mehr zugeschossen werden. Wenn man also hier einen Vergleich ziehen möchte, dann muss man den EU sowie sämtliche nationalen Haushalte der EU aufsummieren und daran den Anteil der Zuschüsse für die Landwirtschaft berechnen.

      0
  11. CDTobaben sagt

    Ich ersetze mal „Landwirtschaft“ durch „Lebensmittelproduktion“, da uns die Gesellschaft ja für die Zukunft durchaus auch andere Aufgaben zuweisen könnte.
    Lebensmittelproduktion vor Ort ist in unserem Land nicht mehr zwingend erforderlich. Das ist in Zeiten von Wohlstand, Frieden und Globalisierung zunächst eine große Errungenschaft!
    Als Gesellschaft müssen wir uns aber in diesem Zusammenhang drei Fragen stellen:
    – ist dieser Zustand auf Dauer sicher?
    – wollen wir auf Lebensmittel angewiesen sein, auf deren Produktionsweise wir keinen Einfluss haben?
    – ist es wirklich nachhaltig und global verantwortbar, unsere Lebensmittel woanders produzieren zu lassen?
    Ab einem bestimmten Wohlstandslevel wird die Frage der existenziellen Relevanz von der Frage nach der gesamtheitlichen Verantwortung abgelöst.

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Ersetzen Sie den Begriff Lebensmittel durch Textilien und Sie haben die Antwort. Kleiden müssen sich die Leute immer…
      Bauer Willi

      4+
    • Mausschubser sagt

      Das sehe ich nicht so. In Deutschland keine landwirtschaftlichen Erzeugnisse mehr zu produzieren, könnten wir uns als eine Art Luxus wohl durchaus leisten. Nur ginge das auf Kosten von anderen, nicht so leistungsfähigen Volkswirtschaften. Wir können die Probleme der Erde nicht lösen, aber wir müssen sie auch nicht zusätzlich vergrößern.

      1+
      • CDTobaben sagt

        Sag ich ja. Dazu muss man aber zunächst bereit sein anzuerkennen, daß unsere Landwirtschaft zu den nachhaltigsten weltweit gehört!

        2+
  12. Bauer S sagt

    Die Landwirtschaft wird von der Politik nicht als Systemrelevant angesehen.
    Folgende Gründe
    Eine Extendivirung der deutschen Landwirtschaft hat Vorteile
    Die Klimaziele von Paris sind leichter zu erreichen,weil man der Landwirtschaft Höhe Anteile zugerechnet hat .
    Das europäische Ausland würde die Versorgung übernehmen
    Die deutschen Exportueberschuesse würden sinken. Die Bevölkerung kann so weiter leben ohne gravierende Folgen für ihren Lebensstil.
    Der einzige Nachteil ist, ob es auf dem Land weiter ruhig bleibt.

    2+
  13. fingerphilosoph sagt

    Systemrelevant ist der, dessen Beitrag zum Bruttosozialprodukt nicht ebensogut oder sogar besser von Maschinen geleistet werden kann. Deshalb sind Bienen systemrelevant.
    Bauern verlieren in dem Maße an Relevanz, wie ihr persönlicher Beitrag durch Technik zu ersetzen ist. Die Ertragssteigerung pro Hektar ist bspw. keine Leistung der Bauern, sondern der Technik.
    Das Höfesterben geht weder auf den Verbraucher noch auf den LEH zurück, sondern auf die Entwicklungen in der Technik. Und es wird solange weitergehen, wie Technik den Bauern ersetzen kann. Das ist das ganze Geheimnis.
    Der Bauer irrt, wenn er glaubt, dass er unersetzlich ist. Wir erleben doch gerade das Gegenteil davon.

    1+
    • Gibts dann überhaupt noch jemanden, der Systemrelevant ist, ich meine ausser Philosophen und Rechtsanwälten.

      1+
      • fingerphilosoph sagt

        Philosophen sind nicht systemrelevant, weil sie, von wenigen Ausnahmen wie Herr Precht abgesehen, nichts zum Bruttosozialprodukt beitragen.

        Bleiben also außer Rechtsanwälten: Patienten, die mit zu den größten Arbeitgebern gehören und nebenbei als Begründung für die Entwicklung neuer Technologien wie Exoskelette etc. dienen, Selbstvermarkter, die sich nicht scheuen, außer ihrer Oma auch sich selbst verkaufen, Inschenöre, die neue Technologien entwickeln, die wiederum weitere Mitbürger irrelevant fürs System werden lassen, NGOs, die durch widersprüchliche Forderungen Probleme schaffen, die nur über neue Technologien gelöst werden können, ehemalige Bauern, die sich zu Agrarkonzernleitern entwickeln. Und natürlich Bienen 🙂

        1+
        • fingerphilosoph sagt

          PS: Ich habe die Unterhaltungsindustrie vergessen. Die ist systemrelevant, weil sie all den Leuten die Zeit vertreibt, die durch Technik nicht mehr systemrelevant sind.

          2+
        • Wenn das System so verwerflich und krank ist, ist es doch besser, nicht systemrelevant zu sein. Insofern stehen die Philosophen (ausser Precht) und die Bauern doch auf der richtigen Seite…

          3+
          • fingerphilosoph sagt

            Die Systemrelevanten denken sicher nicht, dass das System verwerflich und krank ist. Das denken nur die Nicht-Systemrelevanten.
            Es gibt, absolut gesehen, keine richtige oder falsche Seite.
            Die richtige Seite ist deshalb die, auf der man sich wohler fühlt.
            Ich bspw. fühle mich auf der nicht-systemrelevanten Seite wohler. Habe aber nicht den Eindruck, dass das auch für Bauern gilt.

            0
    • Bauer Willi sagt

      „Die Ertragssteigerung ist keine Leistung der Bauern sondern der Technik“. Das sag ich jetzt mal meinem Trecker.
      Worauf das Höfesterben zurückgeht? Auf den Druck auf die Stückkosten. Und wer übt den aus?
      Da sind ein paar sehr merkwürdige Schlissfolgerungen in Deinem Kommentar. Denke da heute noch mal drüber nach. ist ja Sonntag🌞
      Bauer Willi

      0
      • fingerphilosoph sagt

        Wer übt den Druck auf die Stückkosten aus? Die Technik, weil sie Massenproduktion möglich macht.

        Denke lieber mal selber nach, am heutigen Sonntag.

        0
        • Brötchen sagt

          Philosoph auf Welt wird Bezug genommen auf ein Theorie, warum der Mensch sesshaft geworden ist….warum…..,….täterätä…….

          Wegen dem suff…….😀

          Findest Du unter Geschichte…

          0
          • fingerphilosoph sagt

            Kenn ich schon, die Theorie. Deshalb vermute ich, dass die Menschheit seit 10.000 Jahren ihren Rausch ausschläft. Könnte hinhauen. 🙂

            0
        • Das eventuell auch, Fingerphilosoph,

          aber auch weil die Kosten für die Technik nicht zu den Kosten der landw. Produkte passen.

          1950 hat man sich für einen Zentner Weizen noch ein paar gute Schuhe kaufen können!
          Wie viel Zentner Weizen braucht man jetzt dazu?

          So, nun vergleiche die Schuhe mit einem bestimmten Ersatzteil an der landw. Maschine, beides Industriegüter!?!

          0
    • Und wer bezahlt dem Bauern seine Technik, Fingerphilosoph?

      Jeder Unternehmer muß sein Input bezahlen und schlägt es auf den zu erzielende Preis drauf!

      „Das Höfesterben geht weder auf den Verbraucher noch auf den LEH zurück“

      Doch, wenn der Verbraucher und der LEH den wahren Preis für das aus der Natur geholte Produkt (ist ja nur Rohstoff) bezahlt.
      Wenn er nur die Natur etwas mehr respektieren würde!?!

      Wir wohnen auf der Erde, die wir erhalten müssen auch mit unserer Geisteskraft,

      und nicht im Paradies, bzw Himmel, wo uns alles nach unseren Wünschen zufliegt, wo wir noch nicht mal den Geist mehr anzustrengen brauchen!?!

      Und wir auf nichts mehr Rücksicht nehmen müssen!

      0
      • fingerphilosoph sagt

        Oh weh, Inga. Wenn die Erde zu ihrem Erhalt auf unsere Geisteskraft angewiesen ist, dann lass uns mal das Requiem singen.

        0
        • Ich weiß ja nicht genau was ein Requiem ist, weil ich ev. bin,

          Aber da gibst du dann schon zu, dass zwischen dem Verlangen unseres Geistes und der Befolgung der Naturgesetze große Differenzen sind, oder?

          Wir können nicht machen was wir wollen wir müssen uns der Gesetzmäßigkeit der Natur unterordnen.

          Wir können auch nicht einfach den Bauern alles in die Schuhe schieben, einfach unsere Verantwortung den Bauern aufbürden, weil sie ja in der Natur arbeiten, können sie sie auch in Ordnung halten, aber wehe nicht!

          Und zu Hause haben wir einen Sterilen Garten und fliegen in den Urlaub.

          Es gibt ja heute noch Leute im Dorf, die Haltung wäre schick und modern. Weil ich denke, dass die gebildeten und verantwortungsvolle Leute in der Stadt diese Geisteshaltung ablehnen.

          0
    • Brötchen sagt

      Banken sind auch nicht systemrelevant ist alles eine Machtfrage….wer Macht hat, ist relevant…

      Banken sind doch nur Diener der Wirtschaft und stellen das Flussmittel zur Verfügung und bekommen deshalb vom Staat Privilegien.

      1+
      • bauerhans sagt

        „Banken sind auch nicht systemrelevant…“

        DOCH,sonst hätten wir in eu und insbesondere in D eine ziemliche schieflage bekommen.

        1+
  14. bauerhans sagt

    hier am dicht besiedelten stadtrand fing einer gestern abend an,mais für seine biogasanlage zu häckseln,heute morgen gings weiter—damit macht der sich am wochenende keine freunde.
    der NW hatte ich meine blühende zwischenfrucht vorgestellt,die hier wegen der dürre allein auf weiter flur steht und auf die vielen bienen und einige schmetterlinge hingewiesen.
    der freizeitreporter hat daraus „Zwischenfrucht schützt Trinkwasser“ gemacht.

    0
  15. Altbauer Jochen sagt

    Systemrelevant übersetze ich mit „Unverzichtbarkeit“ !
    Unverzichtbar ist in einem Land natürlich die Ernährung/Landwirtschaft,
    ein funktionierendes Gesundheitswesen, ein gutes Bildungssystem,
    innerer sozialer Frieden, ein handlungsfähiger Rechtstaat und
    manches mehr. Hier muss der Staat(wir alle) seine Hand darüber halten
    und diese Dinge fördern und schützen.
    Man muss kein Sozialist sein um trotzdem für Gemeinsinn,
    Solidarität,Toleranz und ein hohes Maß an Gerechtigkeit einzustehen !
    Die Landwirtschaft ist ein Teil des großen Ganzen und
    damit ein Teil der Systemrelevanz , -der Unverzichtbarkeit !!

    6+
      • Altbauer Jochen sagt

        Ich bin natürlich nicht in der Lage den Argumentationen von
        Herrn Prof. Roeb etwas entgegenzusetzen.
        Vielleicht hat er ja auch recht ??
        Aber, wenn auch Kleidung ,Kohle und anderes aus aller
        Welt kommt ,will unsere Bevölkerung dies auch bei allen Lebensmitteln ?
        In Krisenzeiten (die hoffentlich nie eintreten) müssten Nahrungsmittel
        kurzfristig und flächendeckend zur Verfügung stehen.
        Die Vertröstung ,-Brot gibt´s nächste Woche hilft nicht gegen Hunger.
        Es sei denn ,wir stellen alle um auf „Trockenfutter“

        1+
        • Ja genau,

          nicht nur unsere Bauern und die Vor- und Nachgelagerte Wirtschaft muß in Übung bleiben,
          sondern auch unsere Felder müssen bestellt werden.
          Soll da lauter Wald wachsen?

          Die Umwelt müssen wir ja auch danach gestalten, oder?
          Die landw. Produkte kommen aus der Natur und nicht aus der Fabrikhalle, da kommen höchsten die verarbeiteten landw. Produkte her!

          0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.