Bauer Willi
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Ein Bauernhof ist kein Biergarten

Ein Zwischenruf von Thies

Diese eigentlich selbstverständliche Feststellung muss ich nach diesem Sommer leider niederschreiben. Die Debatte über die Dürrehilfen ist eigentlich schon abgeklungen, aber in den sozialen Netzwerken und im realen Leben begegnet sie mir immer noch und dabei häufig das Argument: „Dann müssten Biergartenbetreiber und Eisdielenbesitzer ja auch in jedem nassen Sommer staatliche Unterstützung bekommen. Die hängen genauso vom Wetter ab.“ Häufig kommt dann noch ein Verweis auf das unternehmerische Risiko. Das ist doch eigentlich das Gleiche.

Nein, eben nicht. Das ist etwas vollkommen anderes. Diese beiden Bereiche hängen nämlich ganz unterschiedlich vom Wetter ab.

Wenn wir einen kalten und nassen Sommer haben, dann wollen die Menschen nicht so oft in den Biergarten und essen in der Fußgängerzone nicht soviel Eis. Das Produkt Biergarten und das Produkt Eis werden in diesen Jahren wegen der Witterung nicht nachgefragt. Die Witterung verringert die Nachfrage.

Bei landwirtschaftlichen Produkten fragen die Menschen das Produkt fast unverändert konstant nach (Ausnahme Grillfleisch), aber die Landwirte können es in diesen Jahren nicht oder nur sehr kostspielig produzieren. Die Witterung verringert die Produktion. Und das obwohl sie die Kosten für Saatgut, Bodenbearbeitung, Dünger usw. schon investiert haben. Es gehört allgemein zum unternehmerischen Risiko, dass die Nachfrage schwankt.

Aber es gehört in den meisten Wirtschaftsbereichen nicht zum unternehmerischen Risiko, dass man trotz aller Investitionen kaum produzieren kann.

Ob die Dürrehilfen zu hoch, zu niedrig oder komplett falsch sind, möchte ich nicht bewerten. Aber das man über diese Hilfen für Landwirte vollkommen anders diskutieren muss, als bei anderen Wirtschaftsbereichen ist hoffentlich deutlich geworden.

Darauf ein Eis! Ist ja immer noch so warm…

 Gruß aus Vorpommern

Thies

 

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30 Kommentare

  1. Der Verfasser hier: Willi hat es begriffen. In diesem Beitrag ging es nur darum, warum der Vergleich zwischen Gastronomie und Landwirtschaft hinkt… Es ging nicht darum, ob die Dürrehilfen generell richtig oder falsch sind. Immer wieder spannend wie unterschiedlich Menschen lesen 😉

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  2. Berthold Lauer sagt

    Natürlich ist ein Bauernhof kein Biergarten, aber so ganz kann ich die Diskussion nicht nachvollziehen. Wenn wir um Hilfen aufgrund von Wetterextremen reden, dann sollten doch für alle die gleichen Regeln gelten und nicht schon wieder auf eine Sonderstellung für die Landwirtschaft gepocht werden. Dadurch machen wir uns auf Dauer unglaubwürdig. Wollen wir so zeigen dass wir Unternehmer sind?? Ganz sicher sind einige extrem betroffen von Nässe im Herbst und der folgenden Trockenheit und Hitze dieses Sommers. Aber ich glaube wirklich Existenz gefährdet durch diese Wetterkapriolen ist nur, wer vorher schon gewackelt hat, wo Viehbesatz und Fläche nicht zusammen passen, wo überproportional gewachsen oder riskant finanziert wurde. Was tun wir bei zwei oder drei solcher Sommer in Folge?? Darüber müssen wir uns als Unternehmer Gedanken machen! Dürrehilfen werden uns ganz sicher nicht weiterhelfen!!

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    • Bauer Willi sagt

      Stimmt alles. Thies ging nur der Vergleich mit Biergärten und Eisdielen „auf den Senkel“. Und das kann ich nachvollziehen.
      Sorgen müssen wir uns wirklich dann machen, wenn sich die Extremjahre häufen.
      Bauer Willi

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  3. Liberaler sagt

    Klassischer Bullshit von Thies.
    Man sollte auch Biergärten und Eisdielen helfen. Sind für mich systemrelevant und wichtig für unser kulturelles Leben. Mehr als die geretteten Banken.

    Man tappt hier genau in die Falle, die nicht Biergärten gestellt haben sondern die Agrarzeitung.
    Thies verpasst der Landwirtschaft genau das hässliche, geldgeile und egoistische Gesicht, was die Bauern auch verdient haben mit den Vollpfosten im Bauernverband.

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  4. Friedrich sagt

    Der Unterschied zwischen Biergarten , Eisdiele, Wintersportanlagen usw. ist die Systemrelvanz. Im Krisenfall, wir haben es alle erlebt , werden die Banken , Stahlhersteller, Autofirmen usw. , aber auch die Bauern unterstützt. Emphele mal in den Katastrophenschutzbericht zu schauen was dort über die Versorgung der Bevölkerung
    mit Nahrungsmitteln steht. Ich denke , daß ein Biergarten im Krisenfall seine Tür nicht aufmacht , oder ? Glaubt denn einer , daß man die Landwirtschaft unterstützen würde , wenn wir nicht so wichtig wären für die Nahrungsmittelversorgung ? Deutschland wäre erpressbar. In Deutschland kostet das 5 Mrd. Euro , also ein klacks für die Sicherheit wenn man bedenkt das sich das die kleine Schweiz allein 20 Mrd. kosten läßt. Hier sind die Höfe auch erheblich kleiner mit 20 ha, während die Höfe in Deutschland rd. 60 ha groß sind. Wir leben hier inzwischen auf Wolke sieben , wenn wir einen Biergarten mit einem Bauernhof von der Wichtigkeit vergleichen. Das kommt dabei heraus , wenn man eine Regierung hat , die nur nach Umfragen regiert und Entscheidungen weltfremd im Glashaus Berlin fällt.

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  5. Nachgedacht sagt

    Diese Diskussion ist sehr bedenklich und zeigt, wie selbstverständlich und z.T. wohl auch unreflektiert viele Menschen heute ihre Lebensmittel konsumieren.

    Unsere Landwirte sind Unternehmer, soweit kann man dem zustimmen. Und die meisten Landwirte würden als Unternehmer auch lieber für ihre tatsächliche Leistung und ihre Produkte fair bezahlt werden, als Subventionen zu erhalten. Was ist denn der Hintergrund für Subventionszahlungen? Wir alle wollen von unserem Einkommen leben, dafür benötigen wir Lebensmittel, die muss aber auch jemand produzieren, der aber auch davon leben möchte/muss. Würden die Landwirte faire Preise erhalten, die ihre Ausgaben decken und ihren Arbeitseinsatz würdigend entlohnen, und möchte dann ja nach wie vor auch die verarbeitende Industrie und das Transportwesen und der Einzelhandel noch ein Stück vom Kuchen abhaben… dann müssten die Preise für Lebensmittel in den Supermärkten ganz anders aussehen!!! Aber wie verhält sich die große Masse beim Lebensmitteleinkauf? Gekauft wird im Zweifelsfall das, was billig ist – allen Lippenbekenntnissen zum Trotz… (eine schöne Statistik zeigt: die Deutschen geben innerhalb einer Ländervergleichsgruppe in Europa das meiste Geld für neue Küchen aus… aber den geringsten Anteil ihres Einkommens für gute Lebensmittel!)

    Ich persönlich lege sehr viel Wert darauf, dass unsere Lebensmittel unter transparenten Bedingungen erzeugt werden. Diese Transparenz erhalten wir am Besten, wenn ein Großteil unserer Lebensmittel, soweit klimatisch möglich, aus Deutschland oder der EU kommt. Hierfür brauchen wir Landwirte, die unsere Lebensmittel unter z.T. strengen Umweltauflagen und mit viel Engagement produzieren. Gibt es ein Dürrejahr, gibt es auch weniger Lebensmittel – ich glaube aber nicht, dass die Nachfrage an Brot / Milch / Eiern / Gemüse usw. sinkt, nur weil weniger produziert wurde… Dann kommen die Nahrunsmittel halt im Zweifelsfall aus Ländern, in denen völlig andere Produktionsbedingungen herrschen, und in denen Umwelt-, Tier- und Arbeitsschutz ganz hinten anstehen…

    Vor diesem Hintergrund ist es tatsächlich die Pflicht des Staates, den Landwirten im Zweifelsfall eine Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie auch nächstes Jahr wieder unser Getreide, unsere Feldfrüchte, unsere Milch und unsere Eier produzieren können.

    Wir Europäer sind (noch) klimatisch begünstigt, vergleichen wir uns mit großen Teilen dieser Erde – vielleicht ändert sich dies mit dem Klimawandel auch schneller, als uns das lieb ist. Wir sollten langfristiger denken, und jeder sollte und kann seinen Beitrag dazu leisten, und sei es nur dadurch, es den Landwirten nicht auch noch zusätzlich schwer zu machen!

    Geht eine Eisdiele oder ein Biergarten insolvent ist das für einen sehr eingeschränkten Personenkreis zwar ein übles Schicksal, das man niemandem wünscht – es gefährdet aber nicht die Versorgungslage von großen Teilen der Bevölkerung.

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    • Stadtmensch sagt

      Als Verbraucher kann ich doch nur verlieren: Kaufe ich Produkte mit dem Naturland-Siegel, mache ich mich schuldig eine ineffiziente Landwirtschaft zu fördern, die durch (angeblich) intensivere Bodenbearbeitung mehr Bodenlenleben schädigt, CO2 freisetzt und auch keinen Humus mehrt. Kaufe ich „EU-Billig-Bio“ oder „günstige hochwertige KLB Produkte“, habe ich das Problem, dass laut Messung die Biodiversität schwindet, Phosphor und Stickstoffkreisläufe völlig daneben sind und kein Mensch davon leben kann. Kaufe ich beim Dirketvermarkter, der seine Produkte mit einem vergleichsweise hohen Energie- und Materialaufwand (pro Wareneinheit) und unter Selbstausbeutung zu mir karrt, kann ich auch nicht ruhig schlafen. Wir hatten doch schon x-Mal geklärt, dass der Verbraucher hier allenfalls als Wähler einer „systemverändernden politischen Kraft“ (die es nicht gibt), etwas bewirken kann, denn der Mehrpreis an der Kasse für gelabelte Qualitätsprodukte kommt nur zu geringsten Anteilen beim Produzenten an. Er wird entweder an die Verpächter weiter gereicht oder vom LEH oder den Verarbeitern eingesackt.

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  6. Salamander sagt

    Wenn man mal in dem im Artikel vorgestellten Denkmodell bleibt, handelt es sich bei der diesjährigen Dürre um Probleme bei einem Zulieferbetrieb namens NATUR AG, der aufgrund von Streik oder Insolvenz den für die Produktion des Nahrungsmittelbetriebs namens Landwirtschaft GmbH notwendigen Regen nicht geliefert hat.

    Die Gesellschaftsform GmbH drückt den Sachverhalt aus, dass ein beträchtlicher Teil des Einkommens der Landwirte über Subventionen generiert wird. Die Landwirtschaft haftet schon bei geltendem Recht nur beschränkt. Aber auch eine GmbH trägt m.W. bei Streik oder Insolvenz des Zulieferers das Unternehmensrisiko. Umso mehr, da die Verträge mit diesem Zulieferer doch sehr einseitig von der Landwirtschaft GmbH ausgehandelt wurden. Eine Dürrehilfe lässt sich so nicht rechtfertigen.

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  7. maximilian sagt

    Nach Angabenvon Hern Döring, Veredelungspräsident des DBV e.V. sind die Direktzahlungen 50 % des landwirtschaftlichen Einkommens. Weder beim Biergarten, nochbei der Eisdiele ist der staatlich gwewährte Anteil am Einkommen auch nur annähernd gleich groß.
    Das unternehmerischen Risiko, dass man trotz aller Investitionen kaum produzieren kann ist auch in der Landwirtschaft nicht in allen Landesteilen gleich groß. Und die Nachfrage wird auf dem europäischen Markt gedeckt. D.h. die Nachfragebefriedigung ist kein überzeugender Rechtfertigungsgrund um das geldige Füllhorn über die Bauern auszuschütten. Im übrigen kann auch ein Landwirt in Insolvenz gehen. Ausnahme ist wenn der Verlust einzelbetrieblich nachweislich mehr als 30 % beträgt.

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    • jürgen waibel sagt

      Hallo Maximilian
      Vergleich mal die preis Entwicklung was eine kugel Eis 1980 gekostet hat und was sie heute kostet!!!! Dann Schau mal was Grundnahrungsmittel Preissteigerung in den letzten 40 jahren hatten !!! Das ganze läuft darauf hinaus das Staat seine Bevölkerung günstig mit Nahrungsmittel versorgt so wie im römischen reich Brot u Spiele dann ist Volk zufrieden

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    • Brötchen sagt

      bei reinen veredlungsbetrieben ohne Fläche sind die direktzahlungen null !

      die direktzahlungen gibt es nur für die Fläche. die 50 % gelten vielleicht für den bäuerlichen und reinen ackerbaubetrieb.
      die Nachfrage wird nie und nimmer vom Eu Markt gedeckt werden können!
      das sind alles milchmädchenrechnungen.
      d ist gross und versorgt z.b. auch die Türkei mit Schlacht-und zuchtrindern.

      es kann sicher auch von aussen geliefert werden z.b. Russland und Ukraine haben riesenpotential. bloss die versorgen gesamt gesehen sich gerade mal selber. die Ukraine hat ausser dem ein radioaktives „problem“

      aber gut wenn manche meinen frischmilch lässt sich importieren, nur zu. viel Spass!

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    • Obstbäuerin sagt

      Das Einkommen des konventionellen Bauern liegt durchschnittlich bei 15 € die Stunde – davon sind 7,50 € Subventionen über die Flächenprämie. Das heißt, ohne Subventionen läge er 1,34 € (ab nächstem Jahr 1,60 €) unter dem Mindestlohn oder andersherum ab nächstem Jahr liegt er mit Subventionen 5,90 € über dem Mindestlohn. Das als Füllhorn zu bezeichnen ist sicherlich abhängig vom eigenen Verdienst, jedoch sollte man bedenken, dass immer weniger Jugendliche für diese schwere Arbeit – verbunden mit einem hohen Risiko zu begeistern sind. Demgegenüber steht der Facharbeiter bei VW, der 27 € in der Stunde verdient bei einer 38 Stunden Woche, Urlaub, Wochenende frei – ohne unternehmerisches Risiko, ohne gesellschaftliche Missachtung usw. usw.

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      • Brötchen sagt

        obstbäuerin! ic h glaube es ist fatal, wenn man flächenbezogene direktzahlungen auf Stundenlohn umrechnet. dann kommt es genau zu den diskussionen, die immer wieder auftauchen.

        direktzahlungen sind immer an Flächen gekoppelt.
        das Eigentum oder die Pacht von Flächen ist aber nicht uneingeschränkt und frei verfügbar!!! unterliegt manchmal einfach dem vererbtsein, Glück zum richtigen Zeitpunkt Geld gehabt zu haben….alsi fast Glücksspiel.
        im Prinzip ist das so, wie wenn du ein Auto hast, du darfst aber nur auf strassen fahren, die dir gehören, oder wo du Anteile hast.
        dieses Glücksspiel dann auf Stundenlohn umzurechnen, kann man machen, muss man aber viel für grundprämissen dazu erklären.

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  8. bauerhans sagt

    dürrehilfen gibts doch nur,wenn die existenz bedroht ist,ausser in bayern,da ist wahlkampf!
    wenn eisdielen oder biergärten in ihrer existenz bedroht sind,können sie insolvenz anmelden,was ein bauer so nicht kann.

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  9. Thomas Müller sagt

    “ Aber es gehört in den meisten Wirtschaftsbereichen nicht zum unternehmerischen Risiko, dass man trotz aller Investitionen kaum produzieren kann.“

    Nein natürlich nicht, so hart trifft es immer nur die Bauern.

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  10. Kirsten wosnitza sagt

    Es gibt gute Gründe warum in einem Land Eisdielen uU anders behandelt werden als landwirtschaftliche Betriebe.

    Aber der von Thies genannte trifft nicht zu. Denn natürlich würde in der Eisdiele bereits gesät und gedüngt. Der weitaus größte Teil der Kosten ist durch Miete und Mitarbeiter usw. Bereits angefallen.

    Da müssen Bauern schon überzeugender argumentieren.

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    • Brötchen sagt

      Kirsten, du musst aber langfristiger Kapital einsetzen, eine Gaststätte kann heute Ware kaufen und hat morgen cash. der Gastwirt kann viel flexibler reagieren.
      zudem kann ein lw nicht so einfach den Standort wechseln, wie eine Gaststätte.
      Schnitzel auftauen und Wurstsalat schneiden und Bier zapfen, ist auch kein so riesiger veredlungsprozess. ein Kollege sagte mal, die veredeln mit dem Messer.
      es kam gestern gerade eine Meldung über die Probleme, Strukturprobleme, die Gaststätten haben. sind aber etwas anders gelagert als in der lw.

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    • bauerhans sagt

      „Der weitaus größte Teil der Kosten ist durch Miete und Mitarbeiter usw. Bereits angefallen.“

      stimmt nicht,es gibt eine umsatzabhängige miete und die mitarbeiter sind flexibel angestellt d.h. wenn nix los ist,müssen die gehen.

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Kirsten,
      deine Logik verstehe ich nicht ganz.
      – Miete (= Pacht) und Mitarbeiter hat der Landwirt ja auch.
      – Der Eisdielenbesitzer nutzt seine Maschine (Eismaschine) nicht, wenn er keinen Absatz hat. Der Bauer schon.
      – Der Eisdielenbesitzer kauft keine Zutaten, der Biergartenbesitzer kein Bier, wenn der Wetterbericht kein entsprechendes Wetter vorhersagt. Der Bauer schon, denn er sät und düngt in Erwartung einer normalen Ernte.
      – Wenn ein toller Sommer kommt (wie dieses Jahr für Eisdielen und Biergärten!) kauft der Betreiber mehr Rohstoffe und erhöht den Umsatz. Ein Bauer geht bei allem in Vorleistung und muss dann warten, was daraus wird.
      – Der Biergartenbesitzer hat meist als Haupt-Standbein sein Lokal und den Biergarten noch dabei. Schön, wenn der in bestimmten Jahren besonders gut läuft. Kommt also on top dazu. Freut mich für ihn.
      – bei einem heißen Sommer wie diesem werden die Rohstoffe weder für das Eis noch das Bier teurer. Für Milchbauern steigen aber die Futterkosten und das bei unter Umständen sinkender Milchproduktion. Die Personalkosten bleiben in der Landwirtschaft auch konstant, wie bauerhans schon beschrieben hat.

      Oder mache ich da irgendwo einen Denkfehler? Ich kann dem Ansatz von Thies schon etwas abgewinnen…

      Bauer Willi

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    • Bauer Fritz sagt

      Eine Bewirtungsgastsätte hat üblicherweise einen Indoor-Bereich und eben eine Biergartenbereich. Letzterer wird zusätzlich oder wahlweise je nach Witterung geöffnet oder geschlossen. Meist geht es da also um zusätzlichen Umsatz ( und wohl hoffentlich auch um zusätzlichen Gewinn). Kann mir ja keiner erzählen, daß es nur Gaststätten gibt, die offen haben, wenn es schön ist und bei Regenwetter oder im Winter geschlossen haben.

      Gleiches gilt für Eisdielen. Manche haben davon sogar ganzjährig offen. Alle haben zumeist auch Erfahrung, wieviel sie bei Schönwetter zusätzlich oder bei Regen weniger produzieren sollen. Und es wird doch keiner meinen, daß eine Eisdiele 1x pro Woche oder gar nur pro 1x Monat Eis produziert. Ganz im Gegenteil, dort wird je nach Nachfrage mehrmals täglich produziert. Kann ja nicht sein, wenn am Dienstag Schokoeis aus wäre, daß es dann den Rest der Woche keines mehr gibt. Auch die verbleibenden Eismengen werden nicht weggeworfen, sondern üblicherweise nur bis zum nächsten Tag eingekühlt.

      Und selbst Gaststätten mit und ohne Gastgärten können Ware jeder Art meist täglich nachbestellen oder nachholen. Man stelle sich vor es gibt nach 3 heißen Tagen keine Getränke mehr, weil der Gastronom nur 1x pro Woche einkauft – solche Wirte würde sicher bald nicht mehr besucht werden. Und alle nicht Verbrauchte wird eingefroren oder eingekühlt bis man es wieder braucht. Was wäre das für ein Wirt/ eine Wirtin, die alles wegwerfen.

      Das heißt, beide Unternehmen haben zumindest sehr kurzfristig (meist sogar täglich) die Möglichkeit, sich nach dem 3-5 Tage Wetterbericht mit ihren Bestellungen oder der Warenproduktionen zu richten. Bei Personal kann es zugegeben nicht so leicht sein, tagaktuell zusätzliche Leute zu bekommen.

      Ein Landwirt kann das alles nicht. Sobald die Aussaat getätigt wurde – und die ist üblicherweise nur 1x pro Jahr, folgen die Nährstoffversorgung und der Pflanzenschutz „zwangsläufig“. Üblich ist doch, daß der Bauer seinen Pflanzen, seinen Tieren die bestmöglichen Voraussetzungen bietet, soweit er dies selbst steuern und beeinflußen kann. Und es bleibt als unbeeinflußbarer Faktor ob die Witterung ihren Teil dazu fördernd beiträgt – mehr als Hoffen darauf bleibt da kaum.

      Ich halte dieses „Begehren“ der Gastronomie ehrlichgesagt für nicht statthaft, weil es die Not vieler bäuerlicher Betriebe durch Witterungseinflüsse lächerlich macht. Und sie ist auch unehrenhaft, weil versucht wird einer Öffentlichkeit, die vom Gastgewerbe noch weniger Ahnung haben als von der Landwirtschaft, Hilfsbedürftigkeit (womöglich noch zum Spaß) vorzugaukeln.
      Im Vergleich zur Landwirtschaft wird durch den Staat genauso allen anderen Wirtschaftsbereichen geholfen, wenn etwa die Produktion eines Gebietes, einer Region oder noch größerer Einheiten durch Einflüße vernichtet, beschädigt oder unbrauchbar wird die durch die Unternehmen akut nicht vorhersehbar, beinflußbar oder abwendbar sind.

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      • Brötchen sagt

        Bauer Fritz, es gibt Biergärten, die nur saisonbedingt aufmachen.

        Eis soll wohl eine sehr gute Marge haben, deshalb macht jeder noch irgendwie Eis nebenbei. ich schätze mal eine Kugel hat 100 g und kostet 1€.
        da wäre der kilopreis 10 Euro.

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        • Bauer Fritz sagt

          Vielleicht sollt man seine Kühe mit diversen Aromen füttern.
          Eine Kuh gibt Schokomilch, eine andere Erdbeermilch und eine dritte Bananenmilch. Und das alles im Sommer in Kugelform einfrieren als Bauernhof-Gelati. 🙂

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        • bauerhans sagt

          natürlich nur die erfolgreichen.
          unser TONI,der hier ne pizzeria (mit ner leckeren quattro formagi pizza) betrieb,musste das zweite mal innerhalb der familie insolvenz anmelden,weil er für seine tochter ne eisdiele eröffnet hatte.

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        • Und die Milchbauern verfüttern das von der Dürrehilfe gekaufte Futter an ihre Kühe, damit die Milch geben und im LEH vom Steuerzahler genau so billig wie immer gekauft und konsumiert werden kann oder in einer offenen Eisdiele als Eis und Sahne zu konsumieren.

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