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Blick von aussen: Wirtschaftsfreiheit statt Almosen

Der Autor unseres Gastartikels ist Dr. Dirk Ippen. Er ist promovierter Jurist, war lange Jahre  geschäftsführender Gesellschafter des Münchener Zeitungs-Verlag und übernahm 2002 die Dierichs Medien-Gruppe. Der Text erschien zuerst in OVB-online. Herr Ippen hat uns die Erlaubnis zum Nachdruck gegeben. Wirtschaftsfreiheit für die Bauern statt Almosen Vordergründig ist es eine gute Nachricht, dass Landwirte mit  Ernteausfällen wegen der Trockenheit dieses Jahres nun 340 Millionen staatliche Hilfe bekommen sollen. Das Geld kommt  einer besonders wertvollen Gruppe der Volkswirtschaft zu Gute. Der Staat ist aber kaum in der Lage, dieses Geld so zu verteilen, dass es in den richtigen Betrieben landet. Da sind zunächst einmal die Getreidebauern. Sie können sich in diesem Jahr über bis zu 33 Prozent gestiegene Weizenpreise freuen. Bessere Erlöse gleichen ihre geringeren Ernten fast immer aus. Generell sollen Betriebe die Unterstützung bekommen, die nachweisen können, dass sie in ihrer Existenz gefährdet sind. Das hängt aber weniger von den Wetterbedingungen 2018 ab als vom ohnehin laufenden Strukturwandel in der Landwirtschaft und last not least von der Tüchtigkeit des jeweiligen Betriebsleiters. Gottlob sind die meisten Vollerwerbs-Landwirte …

„politische ökologie“

Bildquelle: Facebook Ganz ehrlich gesagt kannte ich die Zeitschrift mit obigem Titel (die Kleinschreibung ist so richtig!) bisher noch nicht. Die Redaktion hatte angefragt, ob ich für die Ausgabe 154 einen Beitrag schreiben würde. Nachdem ich mich erkundigt hatte, wer zum Leserkreis dieser Zeitschrift gehört (Soziologen, Politologen, Historiker, Gymnasial-Lehrer, Wähler der Grünen usw.) habe ich das gerne gemacht. Ist ja genau meine Zielgruppe. Auf die Frage, wie die Redaktion denn auf mich gekommen wäre, lautete die Antwort: „Sie wurden uns von Greenpeace empfohlen.“  Das fand ich nun interessant… In der aktuellen Ausgabe geht es um das Thema Agrarwende und so steht auch auf dem Titelbild „Zukunftstauglich“. Im folgenden Link findet ihr (unten am Ende) zwei Leseproben. Eine von Martin Hofstetter, Greenpeace, die andere von Willi Kremer-Schillings, im Netz auch als Bauer Willi bekannt. https://www.oekom.de/zeitschriften/politische-oekologie.html Wer schreibt sonst noch in dieser Ausgabe? Das könnt ihr dem Inhaltsverzeichnis entnehmen: https://www.oekom.de/fileadmin/zeitschriften/poe_inhaltsverzeichnisse/poe154_Inhalt.pdf Das sind ja einige interessante Namen dabei: Dirscherl (evang. Kirche), Tumbrinck (NABU), Grethe (wiss. Beirat der Bundesregierung), Haerlin (Save our Seeds), Niggli (FIBL) und noch viele andere, die …

Hahn kräht rechtskonform

Der Hahn darf weiter krähen. So entschied das Amtsgericht Grevenbroich in NRW und wies die Klage einer  Nachbarin auf Lärmbelästigung zurück. https://rp-online.de/nrw/staedte/rommerskirchen/urteil-der-hahn-simaul-aus-villau-darf-weiter-kraehen_aid-32256591 Und weiter heißt es in der Urteilsbegründung: „Dabei komme es nicht auf das subjektive Störungsempfinden an, maßgeblich sei vielmehr das Empfinden eines verständigen Durchschnittsmenschen“. Ach, hätten wir doch mehr von solchen verständigen Richterinnen… Euer Bauer Willi

20 € für Obst…

…wäre ein stolzer Preis. Und der wird  in Österreich auch gezahlt. Allerdings für 1.000 kg, also eine Tonne. https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/innviertel/ried/Preis-fuer-Mostobst-ist-tiefer-als-im-Keller;art14855,271868 Wer eine Mathe-Schwäche hat: das ist pro Kilo zwei Cent!! Wer gerade seinen Herbst-Urlaub plant: da wäre Ober-Österreich doch ein lohnendes Ziel. Mit dem Kauf erhält man auch die reizvollen Streuobstwiesen. Aber den Anhänger nicht vergessen, so ein Schnäppchen kann man sich doch nicht entgehen lassen. Tja, Regionalität und Artenvielfalt hat halt ihren Preis… (Ironie off) Bauer Willi

Das hat schon mal geklappt…

Am 25. August habe ich ja über die Aussaat von Zwischenfrüchte geschrieben und es im Video gezeigt. Am 30. August wurde das Bild aufgenommen. Die Restfeuchte im Boden hat offensichtlich ausgereicht, um den Samen zum Keimen zu bringen. Fragt mich nicht, woher er das wenige Wasser geholt hat, denn bei der Saat hat es ja gestaubt. Eine Rolle mag dabei die Sätechnik spielen. Hinter dem Särohr laufen Druckrollen, die das Saatgut fest in den Boden drücken. Genau so, wir man das auch im Garten macht. Nach der Saat wurde Carbokalk aus der Zuckerfabrik gestreut. Das sind die kleinen, weißen Körner. Der Kalk dient dazu, den pH-Wert (Säuregehalt im Boden) bei um die 6,8 zu halten. Auch so, wie man es im Garten macht. Gestern hat es wunderbare 10 mm geregnet. Das dürfte jetzt auch den Raps zum Keimen bringen. Was mich ein wenig beunruhigt ist die Wetterprognose. In den nächsten 14 Tagen, also bis Mitte September werden steigende Temperaturen und kein weiterer Niederschlag vorhergesagt. Das wäre übel, denn dann könnte die eben gekeimte Saat vertrocknen. …

Und nun? Frontal 21 hilft auch nicht weiter…

Hier der Link auf die Sendung vom 28.8.2018 https://www.zdf.de/politik/frontal-21/hitze-duerre-futtermangel-100.html Bei Frontal 21 ging es in der Sendung vom 28.8.2018 um Bauern, Dürre und Geld. In der Ankündigung der Satz: „Die Sonne scheint, der Regen fällt, der Bauer ruft nach Steuergeld“. Kein guter Einstieg. Doch in der Sendung kamen drei Landwirte zu Wort, die sehr realistisch ihre eigene Situation einschätzen. Ansonsten lautet mein Fazit: Außer einer Beschreibung der Situation und klugen Sprüchen von Prof. Grethe bringt mich diese Sendung nicht weiter. Auch die Frage, ob Landwirte systemrelevant sind (so wie Banken und Bienen), bleibt offen. Worüber in der Sendung beim dem Thema Subventionen auch nicht gesprochen wurde: Sie sorgen dafür, dass Lebensmittel billig bleiben. Ich will keine Subventionen, sondern faire Preise. Die wären dann aber wesentlich höher als heute. Somit werden die EU-Zahlungen de facto an die Verbraucher durchgereicht, die sich über billige Lebensmittel freuen. Doch an dieses Thema geht niemand ran. Auch nicht Herr Grethe, der behauptet, dass die Ausgleichszahlungen „relativ unabhängig davon gezahlt werden, was der Bauer mit diesem Hektar macht“. Er sollte sich mal die …

Biologisch düngen…

Wir düngen in unserem Betrieb seit vielen Jahren biologisch und sind da sehr dynamisch. Angefangen hat alles mit Champost (Champignonerde), die wir aus Holland bezogen haben. Es ist ein Gemisch aus Pferdemist, Hühnertrockenkot, Stroh und Torf, was mit dazu beigetragen hat, dass wir den Humusgehalt im Verlauf der Jahre von 1,8% auf jetzt 2,3% erhöht haben. Klingt wenig, ist aber viel, wenn man den Unterschied in Prozent ausrechnet. Aber wer beherrscht heute noch die Prozentrechnung… Für den Champost haben wir damals bezahlt. Er wurde an den Feldrand gebracht und vom Lohnunternehmer aufgeladen und gestreut, was wir auch bezahlt haben. Das Gute am Champost: er hat eine langsame Umsetzung beim Stickstoff, weshalb er sich gut für den Humusaufbau eignet. Gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil, weil man damit im aktuellen Jahr nur wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff hat. Wir sind jetzt auf Gärsubstrat vom Niederrhein umgestiegen. In die Biogas-Anlage kommt vor allem Mais, Geflügelmist, Rinder- und Schweinegülle. Die Analyse stammt aus einem akkreditierten deutschen Labor und bekomme ich gleich mitgeliefert, so dass ich ausrechnen kann, was ich eventuell …

Jetzt doch: Frontal 21 und die Dürre

Nachdem der Beitrag letzten Dienstag verschoben wurde, kommt er nun heute. Wenn ich die Ankündigung lese, bin ich sehr gespannt, wie der Grundtenor des Beitrages lauten wird. Sehr hoffnungsvoll bin ich da nicht. Hoffentlich werden meine Aussagen auch in den richtigen Kontext gesetzt. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-28-august-2018-100.html Bildquelle: ZDF

Ich komm mit in die Utopie…

Anke ist die „Schäferin vom Hof „und ist mir durch den nachfolgenden Kommentar auf den Beitrag „Oh, Olaf“ aufgefallen. Sie macht all das, wie in den Augen (oder auch Träumen) unsere Gesellschaft Landwirtschaft aussehen sollte. Sie beschreibt darin wunderbar die Diskrepanz zwischen dem Wunsch des Bürgers und dem Verhalten des Konsumenten. Und leider auch ihren Frust. (www.weidenhof.de) Oh ja! Ich komm auch mit in diese freundliche Utopie-Welt, wenn uns jemand den Weg zeigen mag. Ich kann vieles unterstützen, was die (alten) Landwirte sagen. Ich bin Öko-Schäferin, mit kleiner Herde, vom Aussterben bedrohte Schafrasse, solidarischer Landwirtschaft, nachhaltiges Wirtschaften, blabla. Also alles, was das “NABU- und Grünen-Herz” begehrt. Das Fazit nach sechs Jahren? Jetzt wo auch noch der Wolf dazukommt, höre ich auf, Fleisch zu produzieren. es rechnet sich nicht. Der Verbraucher ist kaum bereit, diese anspruchsvolle Produktion zu zahlen, meine “Ideologie” (der Wunsch, Natur zu bewahren und schützen) gibt mir Kraft. Aber auch meine Batterien sind irgendwann erschöpft und ich bin es leid, dass ganz viele Menschen auf unseren Hof kommen, uns lobhudeln und letztlich keiner …

Risiko!!

Wir haben heute Mittag mit der Raps-Aussaat begonnen. In der Nacht hat es satte 5 (fünf) Millimeter geregnet, vor zwei Tagen 2 mm. Es staubt jetzt nicht mehr so arg. Wir säen in die Weizenstoppeln, die wir vor etwa 10 Tagen gegrubbert (d.h. auf ca. 10 cm gelockert) haben. Obwohl kein Regen gefallen ist, ist der Ausfallweizen aufgelaufen. Noch einmal grubbern wollten wir nicht, weil dann die wenige Bodenfeuchte gleich wieder weggewesen wäre. Das heißt, dass wir das neu auflaufende Ausfallgetreide dann chemisch (also mit einem „Pestizid“)  beseitigen müssen. Das haben wir bisher noch nie gemacht, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das ist eben Praxis! Übrigens: Pflügen ist für uns keine Alternative, weil wir dann den staubtrockenen Boden nach oben geholt und das unverrottete Stroh nach unten gebracht hätten. Bei unserer Mulchsaat haben die Regenwürmer wieder was zu tun. Wenn es denn mal regnet… Warum Risiko? Die Bodenfeuchte könnte soeben ausreichen, um den Raps zum Keimen zu bringen. Wenn dann aber kein weiterer Regen fällt und sich erneut ein Hochdruckgebiet mit höheren Temperaturen und ohne Niederschlag festsetzt (leider …