Bauer Willi
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Biologisch düngen…

Wir düngen in unserem Betrieb seit vielen Jahren biologisch und sind da sehr dynamisch. Angefangen hat alles mit Champost (Champignonerde), die wir aus Holland bezogen haben. Es ist ein Gemisch aus Pferdemist, Hühnertrockenkot, Stroh und Torf, was mit dazu beigetragen hat, dass wir den Humusgehalt im Verlauf der Jahre von 1,8% auf jetzt 2,3% erhöht haben. Klingt wenig, ist aber viel, wenn man den Unterschied in Prozent ausrechnet. Aber wer beherrscht heute noch die Prozentrechnung…

Für den Champost haben wir damals bezahlt. Er wurde an den Feldrand gebracht und vom Lohnunternehmer aufgeladen und gestreut, was wir auch bezahlt haben. Das Gute am Champost: er hat eine langsame Umsetzung beim Stickstoff, weshalb er sich gut für den Humusaufbau eignet. Gleichzeitig ist es aber auch ein Nachteil, weil man damit im aktuellen Jahr nur wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff hat.

Wir sind jetzt auf Gärsubstrat vom Niederrhein umgestiegen. In die Biogas-Anlage kommt vor allem Mais, Geflügelmist, Rinder- und Schweinegülle. Die Analyse stammt aus einem akkreditierten deutschen Labor und bekomme ich gleich mitgeliefert, so dass ich ausrechnen kann, was ich eventuell noch mit mineralischem Dünger ausgleichen muss. Bei unseren Gehalten im Boden reicht die organische Düngung bei Phosphor und Kali vollkommen aus und bei Zuckerrüben meist auch beim Stickstoff. Bei Weizen geben wir eine erste, sehr kleine Gabe im Frühjahr mineralisch, die zweite Düngung mit Gärsubstrat und schauen dann, ob überhaupt noch eine Ährengabe notwendig ist.

Anders als früher beim Champost wird das Gärsubstrat angeliefert und mit Schleppschläuchen direkt ausgebracht. Und das im Sommer kostenfrei! Ja, ihr habt richtig gelesen: für die Nährstoffe, den Transport und die Ausbringung muss ich keinen Cent bezahlen! Lediglich die Einarbeitung müssen wir selbst übernehmen, unser Grubber fährt quasi neben dem Ausbringfahrzeug her. So entstehen keine lästigen Gerüche und auch die Ammoniak-Emissionen werden auf ein Minimum gesenkt.

Wie das geht? Kostenlos? Ganz einfach: Alle Kosten werden von der Biogas-Anlage übernommen, die sich die Lieferung der Gülle vom Viehhalter bezahlen lässt. Derzeit kostet ein Kubikmeter Gülle dem Viehhalter zwischen 10 und 15 €. Und ich habe auch schon größere Zahlen gehört.

Andere Berufskollegen lassen sich die Gülle (also kein vergorenes Gärsubstrat!) aus den Niederlanden anfahren und auf den Acker bringen. Hier ist oft die Einarbeitung dabei, das heißt, der Landwirt spart auch diese Kosten. Es soll auch Fälle geben, wo der Landwirt sogar Geld erhält, dass er niederländische und auch Gülle aus dem Münsterland auf seinen Acker bekommt.

Und genau an dieser Stelle hakt es dann bei mir aus: Wie kann das gehen, dass der niederländische Kuh- oder Schweinebauer so viel Geld in die Hand nehmen kann, dass die gesamte Kette vom niederländischen Stall bis in den deutschen Boden von ihm bezahlt werden kann? Ich höre immer nur von niedrigen Schweinepreisen und schlechten Milchpreisen. Geht das wirklich alles mit rechten Dingen zu? Und: stimmen die Analysen? Auch da habe ich von seltsamen Erscheinungen gehört, allerdings habe ich nie Belege dazu gesehen. Und bis dahin sind es halt Gerüchte.

So, und nun seid ihr an der Reihe. Sehe ich da irgend etwas falsch? Oder bin ich nur zu blöd, dass ich mir die Gülle aus den Niederlanden nicht bezahlen lasse? Kann ja sein, entscheidet ihr…

Euer Bauer Willi

 

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83 Kommentare

  1. Kradepohl Heinz Josef sagt

    Anmerkung zu den Güllefahrzeugen an der Rur.
    Die tanken dort Wasser um das zu Beregnungsanlagen zu fahren!
    Bauer Willi müsste das auch wissen.
    Auf Grund der Trockenheit werden so Felder Beregnet, und keine Gülle in Kartoffel oder Möhren verteilt,denn so was hab ich auch schon gelesen.
    Ist aber totaler Blödsinn.
    Ich als Landwirt versuche auch durch organische Düngung mit Humus anzureichern, denn das ist Futter für den Boden.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Hier ist auch ein verstärktes Güllefass-Verkehrsaufkommen zu beobachten. Und die werden regelmäßig am Steinbruch gesichtet, auch morgens früh und im Halbdunkeln. Weiß nicht, von wievielen Felsern die schon angezeigt wurden 😉 Bei einigen Betrieben haben aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Brunnen kein Wasser mehr! Kann sich ein Städter garnicht vorstellen, dass da einfach mal kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt… Auch die Löschteiche sind leer, so dass die Feuerwehr bei einem Brand hier in der Bauernschaft die Bauern um Hilfe gebeten hat, die ganz unbürokratisch Wasser angekarrt haben. Im Güllefass

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      • sonnenblume sagt

        Das können Zweifachnutzfahrzeuge sein, der Fachbegriff fällt mir gerade nicht ein. In einem stabilen Schlauch wird Gülle transportiert und nach dem Entladen kann für die Rücktour in der Mulde Feststoff transportiert werden. Aber die sehen eigentlich nicht wie Güllefässer aus. Gebraucht man Wasser für die Staubbindung bei der Arbeit dort?

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  2. Blitzableiter sagt

    Hallo Willi,

    haben die Fahrzeuge die dir das Gärsubstrat bringen, schwarze oder grüne Nummernschildern? Fahren die Fahrzeuge mit „Agrardiesel“? Würd mich mal interessieren.

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  3. Stadtmensch sagt

    Heute lerne ich, wir bekommen die Gülle kostenlos aus NL. Das widerspricht irgendwie den ständigen Beteuerungen, wir würden niemals nicht zu viel düngen, denn das ist ja teurer Wirtschaftsdünger, der mit spitzem Stift gerechnet, gerade so ausreichend zur richtigen Zeit ausgebracht wird. Dann gibt es hier Gerüchte, dass sogar Kuverts den Besitzer wechseln, wenn man im Abendrot noch etwas mehr Gülle nimmt? Ach Menschheit…

    Das Problem mit der Kanalisation ist bekannt. Sorgt für einen viel zu schnellen Abfluss des Oberflächenwassers aus den 14% Anteil Siedlungsfläche dieses Landes. Gleichzeitig verschwinden wertvolle Mineralstoffe ungenutzt bzw. sogar mit Schadwirkung („Todeszonen“) in den Anrainermeeren von Regionen mit Zivilisation. Ich bin natürlich wieder fein raus mit meinem Separet Privy 😉

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    • Brötchen sagt

      stadtmensch es gibt einen lieferschein, es gibt eine Rechnung es gibt eine Analyse mit datum. beim untersuchen gibt es auch Aufzeichnungen. Willi dokumentiert alles schlagbezogen und muss Berechnungen nachweisen. teilweise müssen zukäufe wohl auch beim Landkreis gemeldet werden. du kommst also mit stichproben überall hinter her. kriminelle Energie gibt es überall. bei uns ist es so wie geben gülle ab und bezahlen den Transport. das sind nur 3 bis 10 km. für den abnehmenden Betrieb ist das so, der hat damit den Lohn für den Fahrer für einen Monat verdient. meines Erachtens ist das transparenter als jetzt der medikamentenskandal und da geht es nicht um 3000 Euro und vielleicht ein wenig Stickstoff der organisch ist sondern im Einzelfall um 100000 und richtige gifte. und nirgendwo steht wer da wo und wie und was kontrolliert. wie gesagt mal 10 m3 kann man vielleicht vertuschen, aber nicht das zehnfache.

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      • Stadtmensch sagt

        Danke Brötchen
        Wo verklappen die Niederländer denn dann ihre ganze Gülle? Nach meinem Vorurteil haben die gar nicht die Fläche für ihrer hohen Tierzahlen. Sie pachten in D Land und dann zack – keiner ist mehr dazwischen und kontrolliert.

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        • Brötchen sagt

          stadtmensch die mästen z.b. viel weniger und verkaufen die Ferkel nach d.
          einige sind ja auch im Osten gelandet, ich weiss die haben richtig viel Geld bekommen, wenn dort tierhaltung eingestellt haben und der neueinstieg wurde auch unterstützt. z.b. auch in Spanien und Brasilien.
          ich glaube nicht, dass in Holland riesige Mengen gülle rumgeistern.

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    • Bauer Willi sagt

      @Stadtmensch
      Brötchen hat das sehr gut beschrieben. Es geht um den Ersatz von „Kunstdünger“ durch organischen Dünger. Das wird Dir doch gefallen, weil künstlich ja schlecht ist.
      Jedes Fahrzeug ist dokumentiert, die Daten werden in einer staatlichen Datenbank hinterlegt. Ich mache seit etlichen Jahren eine Düngebilanz, aus der Zufuhr und Abfuhr von allen Produkten gegengerechnet wird.
      Wenn man will, kann man alles Negativ sehen oder ins Lächerliche ziehen.
      Bauer Willi

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      • Stadtmensch sagt

        Im Gärsubstrat ist ja kein Kohlenstoff mehr. Dann dauerts ewig mit dem Humusaufbau, bzw. der Kohlenstoffixierung im Boden. (Ich sag einfach mal Humus, obwohl, owohl das alles viel komplizierter ist). Ich möchte niemanden belehren. Ist nur meine Art Fragen zu stellen – Steilvorlagen liefern ohne Rücksicht auf den guten Ruf.

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        • Brötchen sagt

          klar ist da kohlenstoff! am wichtigsten ist p und k und der Stickstoff.
          es sind immer noch unverdauliche Fasern, deshalb bildet rindergülle schwimmschichten. das wird nur nicht angegeben, weil die erntereste bzw. zwischenfrüchte mehr c liefern.

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          • Stadtmensch sagt

            Der meiste Kohlenstoff müsste trotzdem raus sein (Methan). Und dann bekommen die Bodenbakterien, die Kohlenhydrate brauchen eben nix zu futtern – oder so ähnlich. Ich reime mir das nur zusammen, weil ich gesehen habe, dass man EM (effektive Mikroorganismen) genau damit mästen muss…

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            • Brötchen sagt

              Biogasgärreste Einsatz von Gärresten aus der Biogasproduktion als Düngemittel
              PDF. https://www.lfl.bayern.de › ipz › dateien
              stadtmensch guckst du s.9
              Ertrag 600 dt silomais=560 dt Humus
              gärrest bringt 499 dt

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            • Bauer Willi sagt

              @Stadtmensch
              Gut, dass die Bodenbakterien hier nicht mitlesen. 🙂 Ich schicke Dir mal eine Probe Gärsubstrat rüber. Den Kohlenstoff kann man förmlich sehen. Da sind noch Pflanzenfasern drin, die zum einen schnell umwandelbar sind, andere, wie z.B. Lignin, die länger brauchen. Und dann bildet sich eben Dauerhumus! ‚

              Das ist wie mit der Hummel. Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass die eigentlich nicht fliegen kann. Sie tut es trotzdem. 😉
              Bauer Willi

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        • Salamander sagt

          Die Ackerböden samt Bodelebewesen sind an die Felderwirtschaft mit Fruchtfolgen angepasst und deshalb nicht mit dem Bodenleben natürlicher Böden zu vergleichen. Felderwirtschaft kommt in der Natur nicht vor. Die Aufgabe des Bauern besteht darin, die Fruchtbarkeit des Ackerbodens über Generationen hinweg zu erhalten und nicht darin, den Ackerboden in einen natürlichen Boden zu verwandeln. Die Erträge pro Hektar wurden über die Jahrhunderte hinweg kontinuierlich gesteigert. Mir fehlen konkrete Hinweise darauf, dass die europäischen Ackerflächen an Fruchtbarkeit verlieren.

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          • bauerhans sagt

            „Mir fehlen konkrete Hinweise darauf, dass die europäischen Ackerflächen an Fruchtbarkeit verlieren.“

            das steht bei den GRÜNEN im parteiprogramm.

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          • Stadtmensch sagt

            Das ist der Offenbarungseid der Verschwendungslandwirtschaft. Kalium und Phosphor werden irgendwo ausgebuddelt und Stickstoffdünger wird synthetisiert (Brot aus der Luft). Ja liebe Freunde genau hier prallen die Ideologien aufeinander. Das geht nur solange wir billige Fremdenergie haben, deren Nutzung unser Klima und die Böden versaut!

            Jawohl, die Böden haben noch mehr Aufgaben, als fruchtbar zu sein.
            Mannomann…

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            • Bauer Willi sagt

              @Stadtmensch
              Wir haben gerade Zwischenfrucht gesät. In der Mischung ist Alexandrinerklee. Das ist eine Leguminose, die Stickstoff sammelt, aus der Luft. Nix mit Fremdenergie.
              Wenn der Bio-Bauer Bio-Weizen erntet, fährt er auch Phosphor und Kali vom Feld. Das muss er ersetzen, wenn er weiter fruchtbare Böden haben will (scheint ja was ganz schlimmes zu sein). Was nimmt der Bio-Bauer? Rohphosphat und Patentkali.
              Guckst Du: https://www.oekolandbau.de/erzeuger/pflanzenbau/spezieller-pflanzenbau/gruenland/duengung/stickstoff-phosphat-und-kali/
              Denn nur von Luft und Liebe kann auch der Bio-Bauer nicht leben.
              Bauer Willi

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            • Lieschen Müller sagt

              Wenn ich den Stadtmenschen richtig verstehe, würde er ja über den Biolandbau hinausgehen wollen. Und wieder Kacke als Dünger verwenden, oder?
              Das ist eben „grundlegendes Umbauen der Landwirtschaft“.
              Vielleicht geht ja auch Hühnerkacke, ist das nicht auch voller Phosphor?

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            • Stadtmensch sagt

              @Bauer Willi
              ich weiß was Leguminosen sind. Habe selbst schon Mischungen mit Alexandrinerklee verwendet. Mit der Zwischenfrucht rettest du doch „nur“ die Nährstoffreste im Boden über die Vegetationspause.
              Die richtige Gabe gibts doch erst dann wieder für die Rüblein und den Weizen. Wenn du Gärsubstrat einarbeitest, sind irgendwo in der Kette synthetisch erzeugte Ammoniumverbindungen beteiligt gewesen. Rein statistisch. Ebenfalls rein statistisch brauchen wir dafür weltweit 30% der fossilen Brennstoffe. Steht so in dem Buch dieses Geologen (David Montgomery).
              Besser wäre doch, Holzkohle, Gülle und menschliche „Stoffwechselendprodukte“ zu mischen, nacoh ein paar zusätzliche Ingredienzien hinzuzugeben, das Ganze etwas ruhen zu lassen und dann schön einarbeiten. Holzkohle muss naturlich aus lokalen Kurzumtriebsplantagen oder sonstigem Hächsel produziert werden. Das ist wie immer eine als Belehrung getarnte Frage 😉

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            • Sabine sagt

              Hühnerkacke hat ziemlich viel Phosphor. Hühnerkacke hat von allem ziemlich viel, nur muss man halt vorher den ph-Wert ausgleichen, sonst hat man eher einen zuverlässigen Unkrautvernichter.

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            • bauerhans sagt

              „Denn nur von Luft und Liebe kann auch der Bio-Bauer nicht leben.“

              mein bionachbar hier hatte plötzlich die liebe seines lebens gefunden und es ging scheinbar aufwärts,bis die „lebensliebe“ nicht mehr wollte und ihr eingebrachtes kapital sofort zurück forderte.
              da musste er sein land verkaufen.

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            • Salamander sagt

              Um menschliche Scheiße als Dünger verwendbar zu machen, müsste landesweit ein binäres Abwassersystem eingeführt werden, in dem Scheiße und Urin von gesunden Menschen einerseits und Abwässer aus Waschmaschine, Dusche und Industrie sowie Scheiße und Urin von Menschen, die Medikamente oder Verhütungsmittel einnehmen, getrennt weiterverarbeitet werden. Wie realistisch ist das? Und womit werden die Kurzumtriebsplantagen gedüngt, die Holzkohle liefern?

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            • Stadtmensch sagt

              In den letzten 100 Jahren hat man es ja auch geschafft, die ganze Welt auf Individualverkehr mit Kfz umzumodeln. Da werden wir es doch schaffen,
              die Kläranlagen entsprechend zu verbessern. Habe gelesen, dass solche Anlagen mittlerweile auch schon die Energie für den Eigenbedarf produzieren. Um die Medikamentenrückstände mache ich mir keine großen Sorgen. Schlimmer finde ich den permanenten Schwermetalleintrag durch die Mineraldünger.

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            • Salamander sagt

              Schwer vorstellbar, dass Hausbesitzer bzw. Mieter pro Wohnung geschätzte 20.000 Euro in eine Technologie investieren, von der sie keinen erkennbaren Vorteil haben. Das Auto hat dem Individuum seinerzeit neue Möglichkeiten hinsichtlich Job, Freizeit, Urlaub, Einkaufsmöglichkeiten, Status, Bequemlichkeit erschlossen.

              Mangels geeigneter Filtermethoden sind Medikamente im Abwasser bereits jetzt ein nicht zu vernachlässigendes Problem, umso mehr, wenn mehr davon in die Nahrungskette gelangen.

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            • Lieschen Müller sagt

              Man kann ja vielleicht auch die Medikamentengabe wieder zurück fahren. Vielleicht wäre es auch besser, die Rückstände der Antibabypille sind auf dem Acker als gleich im Wasser. Man kann ja bei Neubaugebieten anfangen und sich dann nach und nach vorarbeiten. Vor 70 Jahren hatte auch fast niemand Telefon, jetzt haben es alle. Aber stimmt schon, der „persönliche Vorteil“ ist alles was zählt.

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            • Stadtmensch sagt

              @Salamander
              Ich weiß schon, dem bequemen Menschen kann man so etwas nicht vermitteln. Er lebt lieber auf Kosten seiner Nachkommen:

              „Die Trägheit nistet heute vor allem dort, wo sich der Rückzug aus der Verantwortung für den Nächsten als vorgeblich rationale Haltung, als Nichteinmischung tarnt. Trägheit ist heute vor allem Gleichgültigkeit, sie zeigt sich im willentlichen Ignorieren fremder Schicksale, sie ist die bequeme Neutralität, die uns nahelegt, sich rauszuhalten. Sie erscheint aber auch als habituelle Denkfaulheit und als Selbstunterforderung, oft genug getarnt als Überlastung. Trägheit macht, paradoxerweise, erfinderisch: Wir arbeiten daran, immer mehr Bewegung zu vermeiden – sowohl körperliche (mit dem Auto zum Zigarettenholen, mit dem Lift ins Fitnessstudio, einkaufen im Internet) als auch geistige (fernsehen statt lesen, denken lassen statt selber denken). “

              http://www.bpb.de/apuz/197969/die-sieben-todsuenden-heute-noch-relevant?p=all

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        • Dorfmensch sagt

          Sehr geehrter Stadtmensch,
          falsch, absolut falsch. Im Gärrückstand ist wirklich weniger Kohlenstoff als in den Ausgangssubstraten, aber es ist noch welcher drin. Wichtig ist aber die Abbaustabilität. Der Kohlenstoff im Gärrückstand ist wesentlich abbaustabiler. Die Vergärung von Kohlenstoff in der Biogasanlage führt nicht zu einer Bedrohung des C-Haushaltes der Böden (wäre aber als Argument gegen Landwirtschaft/Biogas ganz toll, tut mir aber jetzt leid). Dazu gibt viele wissenschaftliche Belege!
          Was sollen hier EM?

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          • Stadtmensch sagt

            Hallo Dorfmensch,
            wie hoch ist denn im Schnitt der Kohlenstoffgehalt im Gärsubstrat. Wieviel Boden-Kohlenstoff wurde denn beim Grünlandumbruch oxidiert, um da Energiepflanzen anzubauen? Man hat nachgewiesen, dass es teilweise 200 Mal mehr ist, als in der Biomasse der Energiepflanzen gebunden wird. Womit werden die Energiepflanzen gedüngt? Etwa mit energetisch „hochproblematischem“ synthetisch gewonnenem Stickstoffdünger? Wieviel Dünger wurde eingebracht und wieviel ist anschließend in der Biomasse der Pflanze gebunden.
            Das sieht mir alles sehr verlustbehaftet aus. Das Rumgekarre der Betriebsstoffe, die Verluste bei der Energiewandlung…
            Viele Grüße vom Tastaturbauer. Ich lasse mich gerne vom Praktiker belehren. Dafür bin ich ja hier. Theorie gibts zu Hauf….

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  4. Sabine sagt

    Nun, erstmal darauf sehen, was wir haben. Trotz aller Mängel und merkwürdigen Vorschriften haben wir hier sehr viel in Sachen Wasserschutz geschafft. Teilweise haben wir dadurch zwar ganze Industriezweige verloren, aber das heißt ja nicht, dass man lernen kann und es in Zukunft besser macht.
    Ich hab Leuz in Florida leben, die kotzen gerade im Quadrat. Fahrlässig wenig Hochwasserschutz, teils hochgradig chaotisches Wassermanagement und Politiker, die sich gegenseitig beschuldigen für den desolaten Zustand der Gewässer verantwortlich zu sein. Derweil hatte es letztes Jahr eine ziemlich hefige Hurricane-Saison und als Folge eine unglaubliche Red Tide an beiden Küsten und dann noch die expoldierende Algen im Lake Okeechobee und seinen Kanälen gegeben. Die Kotzen nicht, weil sie so umweltbewusst sind, sondern weil das Gemisch aus verendeten Tieren und Algen unglaublich stinkt. Der Staat hat den Ausnahmezustand ausgerufen und rät dringend davon ab ohne Atemschutz in die Nähe der betroffenen Gewässer zu gehen. So kann es gehen, wenn man auf Gott vertraut und nichts selber tut.
    Zurück zu unserer Problematik. Wir brauchen sinnvollen Umweltschutz, wo der Wasserschutz auch dazu gehört. Was mich stört ist, dass ver- und angeortnet wird und das alles nicht nach einem großen Plan mit erreichbaren Zielen und Modellen für den Weg dahin ausschaut. Ich hab den Eindruck da wird gestückelt und geflickt und immer sind es die anderen. Wer weiß, vielleicht würde eine solche gemeinsame Anstrengung ja sogar neue „grüne Jobs“ schaffen und uns zu neuen technischen Exportschlagern verhelfen.
    Ich glaube einfach, dass sowas klappen kann. Auch mit den Niederländern. Denn Frau Antje wird ja ein besonderes Gespür für Wasser nachgesagt.

    3+
    • sonnenblume sagt

      Über die Probleme in Florida habe ich einen Bericht gelesen. Das muss ja unvorstellbar sein.
      Vielleicht kommen wir durch diese neuen Erkenntnisse aus Hessen in der Diskussion um den Gewässer- und Umweltschutz so langsam wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser. Dann bestünde vielleicht die Chance auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Sehr viel Hoffnung habe ich aber nicht, denn es geht dort um sehr viel Geld. Geld das in dem Fall die Kommunen in die Hand nehmen müssten. Und das ist das größte Problem.

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      • Mausschubser sagt

        Wenn man sieht, wie sich der grüne Umweltminister in Baden-Württemberg in dieser Sache argumentativ wie ein Regenwurm windet, glaube ich das wird so schnell nicht geschehen. Ist aber interessant, wie das Thema bislang gehandhabt wurde. Modellrechnung und so. Jetzt kann mal wieder nicht sein, was nicht sein darf.
        Hätten mal besser in der Schule in Chemie aufgepasst. Nichts geht verloren, nichts kommt dazu, bzw muss irgendwoher kommen. Das gilt für Bio und Konventionell. Stickstoff kann man noch durch Leguminosen aus der Luft in den Boden bringen. Kalium, Phosphor, Calcium, Magnesium… nicht. Aber Chemie ist ja so was von langweilig, da macht man im Lehrplan lieber was mit Naturphänomenen. Wenn man die Bevölkerung so planmäßig verdummt, dann hat man es als Politiker einfacher.

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        • sonnenblume sagt

          Dieser Bericht kratz ja auch gewaltig am sorgsam aufgebauten Feindbild. Mir fällt gerade kein moderateres Wort dafür ein.

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  5. Friedrich sagt

    @bauerhans. Habe mir mal das Gutachten über das Phosphorprojekt runtergelanden und Willi gemailt. Danach sind erhebliche Mengen P im geklärten Abwasser in den Füssen zu finden und der Schuldige Bauer entlastet. Gut so . Es müßen aber noch weitere Forschungen erfolgen. Bislang war es so , daß der Klärschlamm aus den kommunalen Klärwerken überwiegend auf den ldw. Flächen entsorgt wurde. Das findet mit der Düngeverordnung sein Ende . Gut so , denn in dem Klärschlamm haben unsere lieben Mitmenschen alles chemische , also Medikamente , auch Antibiotika, Hormone, Säuren usw., eben alles was durch die Toilette ging, entsorgt. Diese Stoffe konnten die Klärwerke nur zum Teil rausfiltern und so ging alles auf die ldw. Fläche oder eben in die Gewässer. Jetzt muß alles verbrannt werden und der Mitbürger muß für seine Schandtaten selbst bezahlen und nicht den „billigen Jakob“ ausnutzen. Da stellt sich nach natürlich was mit den Nitraten oder Schwermetallen ist. War das auch alles im Klärschlamm ? Muß da ein ganz neues Buch in der Bewertung aufgeschlagen werden ? Die Politik muß davon gewusst haben und trotzdem hat sie mit den Medien auf die Bauern eingeschlagen. War das alles ein Ablenkungsmanöver um die horrenden Kosten der Klärschlammverbrennung zu verhindern ?

    3+
    • uiuiui… friedrich, das sorgt für eine spontan-assoziation bei mir: das wäre ja genauso wie mit dem glyphosat, welches proportional viel stärker in deutschen vorgärten eingesetzt wird, damit die gehwegplatten schön sauber bleiben… danke für die info!!

      immer dieses gezerre und verzerre von landwirtschaft.

      mit gülle haben wir bios ja eh nix am hut, deswegen kann ich nix aus erfahrung dazu sagen. aber ich befrage mal meinen konvi-nachbarn, was der dazu weiß, der wird wohl wieder anfangen zu erzählen, dass mir die ohren schlackern…

      die düngeverordnung hat uns bios echt extrem gestresst, weil wir plötzlich irgendeinen scheiß – entschuldigt – ausrechnen mussten, der uns eigentlich gar nicht betrifft. wir düngen mit dem mist unserer kleinen tierhaltung (rinder, schafe, hühner, alles vernachlässigbare stückzahlen), mit kompost, wollpellets und natürlich auch anteilig mineralischem dünger, weil in der heide sonst kein blumenkohl wächst. humusaufbau ist immer thema, habe aber leider keine belastbaren zahlen dazu, so wie willi. vielleicht gibts was drüben im büro im gärtnerei-ordner, aber bei den schafen brauche ich solche zahlen nicht. wir haben bodenproben gezogen, um die n p k werte festzustellen, aber die lufa hatte erstens gesagt, dass sie erst nach friststellung zur düngebilanz fertig werden würde und dann hatten die unsere proben verschlampt, welche monate später „wieder aufgetaucht“ sind…. das wort „düngeverordnung“ sorgt bei uns also für zornesröte im gesicht.
      wir werden eh schon krass kontrolliert, jeden pups müssen wir nachweisen für die biokontrolle, gülle ist eh untersagt, dürfen weniger gv / ha halten, usw. und dann noch düngebilanzen…. ja leckomio. da sieht man wieder wie viel/wenig sinn verordnungen manchmal machen und nichts mit der realität oder verbesserungen in der landwirtschaft zu tun haben.

      zudem macht es für mich absolut keinen sinn, wenn ich die weiden bis november gedüngt haben muss. dann ist mist ausgebracht und die letzten weideflächen versaut. die schafe fressen dort, wo mist gestreut ist natürlich nicht mehr. ich bin mit den schafen aber oft noch bis weihnachten draußen, weil die – niedertragend – mit dem rest futter gut auskommen. spart heu und einstreu, sowie stallarbeit. auch hier: ganzjährige weidehaltung erwünscht, aber wie geht das mit düngeverordnung???? jetzt muss ich mir wieder irgendwas aus den fingern saugen, wie ich den spagat hinkriege. gggrrr.
      das so als kuzen seiteneinblick für euch, dass die bios oft auch nicht zufrieden sind mit den neuen „umweltschützdenden maßnahmen“….

      ich glaube, ich bleibe länger bei euch – hochinteressant hier. lese weiterhin still mit.
      liebe grüße
      eure schäferin

      3+
      • Brötchen sagt

        schäferin flüssigmist ist bei Bio schon eine Option. Geflügel und Schwein braucht energiereiche und schmackhafte Futtermittel, um da effektiv zu düngen, ist flüssigmist unverzichtbar. ich denke da an Mais und sonnenblumen eventuell wiesen.

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        • brötchen – kann gut sein, aber weder schwein noch geflügel ist ein „spezialgebiet“ bei uns. wenn dann eher gemüse. von hühnern haben wir ja auch nur – wie gesagt – ein paar. knappe 200 legehennen plus brathähnchen etwa ähnlich viel, meist so 150. für die paar chicken wird futtermittel zugekauft. zudem sind wir die „schlimmsten“ – wir sind demeter. unser mist ist auch noch präpariert. 🙂 also brauchen wir immer soundsovioel prozent organische substanz, also das einstreumaterial und alles muss auch noch soundsoviel prozent vom eigenen betrieb ausmachen. da rechnen wir auch immer ganz schön viel rum. beim düngen und beim füttern der tiere gleichermaßen, denn auch da gilt die soundsoviel prozentregelung, usw.
          im prinzip macht das ja eigentlich alles sinn, denn der gedanke dahinter ist ja, einen vernünftigen, idealerweise in sich geschlossenen betriebskreislauf zu etablieren. nur, wenn man energie auch rausgibt (produkte), muss man ja irgendwie auch energie wieder zuführen. (düngen). von daher ist das so ne sache mit den idealen… aber die idee finde ich immernoch gut und manchmal inspiriert sie, darüber nachzudenken, was sinn und verstand hat für mensch & tier & umwelt. und dann muss man eben ganz viel rechnen, zahlen schieben und am ende irgenwie ein brauchbares ergebnis 1. auf dem gemüseacker/ am haken haben und 2. ein brauchbares ergebnis für die biokontrollunterlagen 😉 dennoch haben wir in unserem – tollen – betriebskreislauf immer mit einem „vielzuwenig“ nährstoff spez. auf den weiden zu kämpfen. und dennoch haben wir mit der düngeverordnung zu tun. HäH???? das sieht doch jeder blinde mit krückstock, dass wir hier in „der heide“ wirtschaften. guck dir den betrieb doch an! hau mir ab mit stickstoff. hab ich nicht. nix hab ich. kein selen, kein phosphor, kein cobalt, kein kupfer – hier is: nüscht!!!! außer sand und nem sauren ph-wert.
          das finde ich so schräg, deswegen hab ich das hier mal geschildert, wie es mir mit dem thema düngen geht. mein nachbar lacht sich schon immer kaputt, wenn ich augenrollend ankomme…. weil (riesenironie…) unser betrieb ja vor lauter gülle nicht mehr ein noch aus weiß….

          aber die geschichte mit den niederländern hat mich tatsächlich echt umgehauen,… weswegen ich fiebernd mitgelesen hab.

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          • Brötchen sagt

            du Sabine ich kenne einige demeterbetriebe. ist ja alles ok was du machst, wenn du davon leben kannst.
            Demeter ist eine Lebenseinstellung, da musst du auf vieles verzichten.
            ich wollt nur sagen gülle ist schon ein gutes und effektives düngemittel.

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            • naja, brötchen. ich komme immer mehr davon weg, dass demeter eine lebenseinstellung ist. mittlerwiele frag ich mich, ob es nicht irgendein hirngespinst ist. ich bin immernoch „voll bio“ – aber eben, man muss davon leben. (da ist mir bioland mittlerweile viel sympathischer)
              ich will hier auf gar keinen fall über gülle streiten, denn als „gün hinter den ohren“ mit meinen paar jährchen möchte ich keinem altlandwirt, der seit 40 jahren auf dem von den eltern aufgebauten betrieb knüppelt was erzählen….

              im prinzip fände ich es sehr interessant, im verbund mit uns allen mal selbst „intern“., ohne professoren, zu erforschen, wie wir landwirtschaft sehr wohl sehr umweltverträglich gestalten können. und ich kenne (oder lerne kennen) immer mehr, die zwar „konvi“ sind, sich aber sehr wohl sehr viele gedanken machen. wir haben doch gemeinsam das wissen und können aus der praxis! willi schrieb von schleppschläuchen und eingrubbern. schön! genau. macht mein nachbar auch. er kippt das zeuch nicht mit dem teller übern acker. aber das ist das bild vom ach so bösen konvilandwirt in der öffentlichkeit.

              ja, ich weiß, dass gülle effektiv ist. und wenn willi mit gülle so einen humusaufbau betreibt…. da reckt sich mein interesse. denn es gibt ja noch die kritik, dass durch fehlende struktur (also lieber mist als gülle) der humusaufbau gar nicht so intensiv betrieben werden könne.

              dann gibts ja noch die sache mit dem grünland. es gibt studien, wonach artenreiches, natürlich gewachsenes grünland ungefähr doppelt so viele kleinstlebewesen beheimatet als intensiv-mahtweiden. wir haben solches „bio-land“ und düngen mit mist. darauf eine alte nutztierrasse und fertig ist bullerbü. ich seh den unterschied zu den wiesen des nachbarn, finde meine ehrlich gesagt schöner, aber dann kämen wir wieder zum artikel über die utopie….

              zum glück wirtschaften wir im gemüse etwas intensiver, da kommt auch ordentlich was runter, was den hof wirtschaftlich trägt.

              warum ich euch das schreibe? weil ich gerne sagen möchte, dass ich als überzeugte bio dennoch sehr unglücklich bin mit der gesamtsituation und mich eher mit den konvikollegen wie meinem nachbarn solidarisiere. was soll das denn? da hab ich nichts mit gülle am hut, wie „die gesellschaft“ es gerne möchte und hab trotzdem stress mit der düngeverordnung. und was kommt raus? dass die leute doch lieber aldi-fleisch kaufen.
              ist doch verrückt alles!

              anhand der gülle kann ich es schlecht erklären, eher an den schafen. ich substituiere dort ja auch selen und vitamin b. teilweise spritze ich 5 mal im jahr, je nach situation. plus boli mit kupfer, cobald, selen. regelmäßige entwurmungen selbstredend. immer nach kotprobe. also alles mit wissenschaftlicher basis. (so wie es eher bioland-kollegen machen) und ich sehe auch dort, wo man nix reingibt, kommt nix raus. effektivität/effizienz also auch hier stichwort. die leute sind extrem überrascht, dass ich als demeter sowas mache. die denken, die tiere stehen da rum und wachsen halt. erst wenn cih denen lang und breit erkläre, dass „nicht entwurmen“ tierschutzrelevant ist, weil parasiten den tieren erhebliche schmerzen verursachen. rüttelt es an deren biowelt…. zudem mache ich auch gebrauchskreuzungen mit fleischböcken. man muss ja von was leben!!!! eben.

              bei mir ist leider die herde zu klein. wir haben sommers 100 schafe auf dem hof, wirtschaftlich laufen schafe aber leider erst ab 500 muttertieren. leider. tja, wie war das mit den gewünschten kleinbäuerlichen strukturen????

              und „verzichten“ will ich als bio nicht. warum? es hat doch einen wissenschaftlichen hintergund, was ich mache. wenn ich blutproben bei den schafen ziehen lasse und der selen-wert unterirdisch ist, dann muss halt substituiert werden. basta. das ist dann in meinen augen immernoch sowas von bio…… wenn ich an der stelle „verzichte“, dann – tschuldigung, hab ich aber auch schon gesehen – verrecken mir die tiere elendig.

              wenn „bio“ nur irgendein esoterik-gehampel ist, dann will ich nicht bio sein. ich möchte als bio gute, kompetente arbeit machen. und wenn man da nicht in der lage ist, über den tellerrand hinauszuschauen und auch mit den konvis methoden und vorgehensweisen zu diskutieren, um gemeinsam wieder mehr kompetenz zu erreichen, dann sollte man es lassen. so immer meine meinung.
              deswegen gebe ich hier meine halbgegorenen ansichten zu gülle und all dem anderen….kund. ;-)) und will überhaupt nie nicht irgendwelche gülle in den dreck ziehen. mich treibt interesse und wissbegierde an und ich will verstehen, WARUM menschen etwas machen, wie sie es machen.

              ich hab nämlich zwei nachbarn. der eine, der mit schleppschläuchen fährt und der andere, der „einfach laufen lässt“, platsch, aus m teller gespritzt und alles vollgesaut. interessante studien sind das hier immer….. vor allem schulen sie meine fähigkeit, sehr sehr differenziert auf die dinge zu schauen.

              4+
      • Arnold Krämer sagt

        Mit der Düngeverordnung wird versucht, Fehlentwicklungen in der extrem arbeitsteiligen Landwirtschaft (hier Veredelungsregionen, dort Ackerbauregionen), die sich über 40 Jahre ergeben haben, kurzfristig rückgängig zu machen. Die Regeln entfalten eine erhebliche „Schrotschusswirkung“. Sie treffen Regionen und Betriebe, die keine „Problemverursacher“ sind, produzieren unnötige Kosten, nehmen Flexibilität, produzieren „Scheinsicherheit“ ( im Sinne von Papiersicherheit) und demotivieren viele Landwirte.

        4+
      • komme grad aus der biokontrolle…. unser düngeäquivalent liegt bei 0,2432. und gülle is eh nicht erlaubt. noch fragen, warum mich das thema annervt?

        alles verrückt hier auf dieser welt.

        aber für mein bio-zertifiziertes mineralfutter brauch ich wegen zugesetzter vitamine jetzt noch ne ausnahme-genehmigung. zertifikat und deklaration liegt bereits vor… seit jahren…

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  6. Grenzgänger sagt

    Ich habe Land in Deutschland und in den Niederlanden. Dort gibt es -normalerweise- eine Sperrfrist ab 1.9. Geld für niederländische Gülle gibt es in den Niederlanden kaum. Ausbringung und Einarbeitung gratis. Viel fahren darf man eh nicht. Nach Weizen 15 m3 Schweinegülle /Hektar. Oder halt vereidigte Bodenprobennahme. die Problematik entsteht eher in Kleve. Zuviel tiere unterschiedlichster Art.

    1+
  7. Liberaler sagt

    Ist es nicht so, dass man nur Gülle aus Holland aufnehmen darf, wenn man selbst kein Vieh hat? Oder besser gesagt keine Paarhufer?

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  8. Altbauer Jochen sagt

    Versteh´s einer ,Holland liegt auch in der EU
    geht da was ,was anderswo nicht geht ?
    Allerdings lässt unser Staat ja auch Dinge zu
    wogegen sich andere -mit Erfolg, sträuben.
    Ein vernünftiger,angemessener Einsatz von Gärrest bzw. Gülle, auf ausreichend vorhandene Flächen bringt schon ordentliche Ersparnis von
    mineralischer Düngung.Wer welche Kosten dabei trägt, liegt wohl an den Regionalen Verhältnissen.

    1+
    • Inga sagt

      Ja, Bauer Willi,

      „Wie kann das gehen, dass der niederländische Kuh- oder Schweinebauer so viel Geld in die Hand nehmen kann, dass die gesamte Kette vom niederländischen Stall bis in den deutschen Boden von ihm bezahlt werden kann? “

      ich habe schon mal in den 80igern gehört, dass Niederländer hier auch Land pachten, um ihre Gülle drauf auszubringen (ob die das bis zum Verbrennen machen, und ihnen egal ist ob etwas drauf wächst)

      Also dann gibt es doch ein EU Gesetz, dass man für die anfallende Gülle (bzw. Tiere in Stall) entsprechen viel Land irgendwo in der EU braucht innerhalb der EU, also auch in Hessen!

      Oder war das wegen Milch, dass die Milchbauern entsprechend viel Wiese irgendwo in der EU brauchen, um ein gewisses Milch-Kontingent bekommen?

      Wenn die Holländer das Gesetz einhalten müssen, müssen sie bei entsprechenden Verhalten eben Strafe bezahlen und lieber den Bauern innerhalb der EU zu bezahlen, der seine Gülle abnimmt, ist eben billiger für ihn , oder?

      0
    • Inga sagt

      Die Holländer haben ja auch leichter zu produzieren, weil ihnen von den Weltmarktpreisen ja mehr übrig bleibt,

      da sie billigere Ställe brauchen, weil sie ja milderes Klima haben!

      Weiterhin bekommen sie das Soja billiger, wegen Hafennähe!

      Das spart schon was ein!

      Da können die große Ställe bauen.
      Daher kommt das Gülleproblem!?!

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  9. Mark sagt

    Wenn Willi mehr als 750 kg N aufnimmt (das dürften ca. 150-200 m3 sein), wird er stoffstrombilanzpflichtig. Das würde ich mir an seiner Stelle nicht antun. Aufgrund diesem unsäglichen Gülletourismus und der teilweise hohen Viehbesatzdichte wurde übrigens erst dieses bürökratische Monstrum Stoffstrombilanz eingeführt.

    1+
    • Duffy sagt

      Solange Willi keine eigene Tierhaltung hat, wird er keine Stoffstrombilanz machen, zumindest bis 2023, auch wenn er mehr als 750 kg N aufnimmt.

      1+
      • Bauer Willi sagt

        @Duffy
        ich mache schon seit mindestens 10 Jahren eine Düngebilanz. Außerdem haben wir eine Katze, die scheißt immer auf den Rasen. Weiß jetzt nicht, ob das bußgeldbewehrt ist, wenn ich das nicht in die Bilanz mit aufnehme…:-)
        Bauer Willi

        0
  10. Friedrich sagt

    Auch wir düngen biologisch. Wir sparen durch eigene Gülle , Gärsubstrat und Hähnchenmist
    einen Großteil an Phosphat , Kali und Stickstoff ein. Vor der Gülleverordnung brauchten wir kein Phosphor zukaufen .Jetzt sind es einige Tonnen im Jahr , da wir den Stoppelweizen , verrückterweise, nicht mehr im Sommer nach der Ernte düngen dürfen. Die neue Düngeverordnung hat dazu geführt , daß wir rd. 200 to Hähnchenmist nicht mehr einsetzen dürfen, obwohl ich da keinen sachlichen Grund für finden kann. Durch diese Biodünger haben wir über ein Drittel Zukaufstickstoff (Harnstoff) eingespart. Das wird jetzt mehr. Wir haben im Frühjahr angefangen uns Gülle aus Vechta direkt von einem Betrieb anfahren zu lassen. Die Ausbringung haben wir selbst bezahlt. Wichtig ist , daß man die Gülleprobe am Güllewagen während der Ausbringung selbst nimmt und dann im Labor die Probe analysieren läßt, denn bei organischen Düngemitteln gibt es immer große Abweichungen, trotz erhaltener Analysen. Man muß schließlich wissen , was auf dem Acker ankommt.Der Abgabedruck im Nordwesten Niedersachsens ist enorm . Deshalb ist es auch unverständlich organ. Dünger aus den Niederlanden zuzulassen.
    Wir düngen schon lange Zeit organisch und haben unseren Humusgehalt , wie Willi, erhöht. Ackerbau , ohne organischen Dünger , führt nachhaltig in die Sackgasse.

    3+
  11. Hans-Günter Felser sagt

    In den Niederlanden, Belgien und Deutschland gibt es große Massentierhaltereien (von mir aus auch „Intensivtierhaltungen“).
    War früher der gesunde Gedanke leitend, nur soviele Tiere zu halten, wie man sie auch mit eigenem Land ernähren kann, werden heute soviel Tiere gehalten, wie es nur geht.
    Das Futter wird aus der ganzen Welt hinzugekauft, hier wird gemästet und dann wieder zum großen Teil exportiert.
    Das heißt, BeNeDe sind zu einem Mastbetrieb der Weltgeworden!
    Dass sich dann natürlich auch die Gülle in Hülle und Überfülle ansammelt, ist keine Überraschung.
    So hat man dann – weil es über-trieben wird – ein massives Gülleabsatz-Problem.

    In den Niederlanden ist es mittlerweile verboten, soviel Gülle zu verklappen, wie sie es in der Vergangenheit getan haben, denn das Grundwasser ist in großer Gefahr.
    Dann doch lieber nach Deutschland fahren, ab auf die Sondermülldeponie deutscher Acker!
    Warum Sondermüll? Das wissen die Landwirte selber am Besten, was neben normalen Fäkalien und Urin im Mix enthalten ist.

    Hier im Jülicher Land haben die Sprecher der hiesigen Landwirte stets den Gülletourismus bestritten, sie würden keine Gülle aus Holland oder Belgien verwenden.
    Die Beobachtungen an den Ackerrändern sprechen da andere Bände. Im Halbdunkeln, große Gülletransporter aus NL/B verfüllen die Gülle in die Verteilerfahrzeuge, da werden wohl dann auch Kuverts mit Geld zugesteckt, meine Meinung. Die Info seitens Bauer Willi bestätigt ebensolches dann, was nur Vermutung war

    Da es immer höchst konspirativ zugeht und bei Nachfrage schon aggressive Stimmung herrscht und nach Kanthölzern gefischt wird, packt das Thema kaum einer an. Richtig ist das aber sicher nicht.
    Das beste Foto, was die Situatiion beschreibt, ist von einem regionalen Journalisten gemachtes Foto: Ein großer Gülletransporter aus Belgien oder NL fährt direkt neben einem Schild, worauf „Wasserschutzgebiet“ steht, zu einem Acker in der unmittelbaren Nähe.

    Ich sah schon die Tankwagen, wie sie am Ufer der Rur ihre Tanks auswuschen, indem sie Flusswasser aufnahmen und wieder auslaufen ließen.
    Ich will auch n icht jedesmal die Polizei rufen für sowas, es ist einfach nur widerlich und das zu beobachten, kostet wirklich Kraft und Gesundheit. Es macht krank!

    Ich bitte also, meine sehr mangelnde Begeisterung solcher Geldeinnahmequellen gegenüber, zu entschuldigen, vielmehr plädiere ich dafür, mal mehr zu verproben, wieviel Hormone und Antibiotika, sogar resistente Keime durch diese Gülletourismus-Aktivitäten, in die Umwelt freigesetzt werden.

    Ich bin sicher, dass es nicht alle Landwirte sind, die so verfahren, aber wer für seine Kollegen die Hand ins Feuer legen möchte – nur zu!
    Seid bitte nicht böse, dass das Vertrauen nicht sehr groß ist. Dafür ist schon zuviel passiert.

    Auch sollte mal überlegt werden, ob es richtig ist, dass alle Menschen die Last tragen, dass einige wenige Deutschland (auch NL und B) zum Mastbetrieb der Welt macht.
    Die Last tragen wir alle. Auch die Kinder und Kindeskinder der Gülle-Verdiener.

    Kontrolliert wird ohnehin äußerst selten. Das Interesse seitens der zuständigen Behörden ist oftmals nur als mäßig zu bezeichnen.

    Gülle… – reimt sich fast auf Galle!

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    • sonnenblume sagt

      Glaube ja nicht, dass das allen Tierhaltern in D. recht ist. Aber wir haben offene Grenzen. Und im Portemonnaie hört bekanntlich die Freundschaft auf. Da ist sich jeder selbst der Nächste.
      Und was die Umstände beim Transport usw. angeht, die bekommen dann auch wir wieder auf´s Brot geschmiert, mit immer noch mehr Auflagen und Kontrollen.
      Über solche Sachen kann ich mich fürstlich aufregen, aber hilft ja nichts.

      3+
    • Heinrich Steggemann sagt

      Was ist mit der flächenungebundenen Massenmenschenhaltung? Würde man unsere menschlichen Hinterlassenschaften wie beim Vieh unverdünnt sammeln, hätten wir jährlich eine Menge von ca. 80 Millionen Tonnen. Wo sind dafür die Nährstoffverwertungsflächen? Beim aktuellen System werden unsere Hinterlassenschaften im Faktor 1:100 verdünnt und gleichzeitig noch mit schadstoffhaltigen sonstigen Abwässern vermischt Richtung Fluss geschickt. Die dazwischengeschaltete Kläranlage ist keine Düngesalzrückgewinnungsanlage, sondern betreibt nur ökologische Schadensbegrenzung.

      9+
      • Obstbäuerin sagt

        Aber die Wasser- und Abwasserverbände fordern heute eine neue Landwirtschaft. Welche kann ich leider nicht ergründen, weil ich keine Premiumerlaubnis bei topagrar habe.

        0
    • Ferkelhebame sagt

      Verklappen, Sondermüll, im Halbdunkeln, Kuverts mit Geld…
      Herr Felser, Sie sollten Drehbücher schreiben, das ist an Drama ja kaum zu toppen. Hier ist auch gerade ein sehr verstärktes Güllefass-Verkehsaufkommen zu beobachten! Und die werden regelmäßig am Steinbruch gesichtet, morgens früh! Total heimlich, und unauffällig mit ihren großen Zubringern 😉 Weiß nicht, von wievielen Felsers die schon angezeigt wurden. Bei manchen Betrieben sind die Brunnen aufgrund der Dürre leer! Kann sich ein Stadtmensch garnicht vorstellen, dass da mal kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt…
      Auch die Löschteiche sind leer, bei einem Brand hier in der Bauernschaft haben die Bauern der Feuerwehr ganz unbürokratisch geholfen und Wasser angekarrt. Im bösen Güllefass

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    • Heinrich Steggemann sagt

      Anscheinend kommt jetzt mal Bewegung in die festgefahrene Diskussion. Jeder einzelne Bundesbürger sollte sich mal seine persönliche Stoffstrombilanz erstellen.

      2+
  12. bauerhans sagt

    ich bekomme heute kostenlos rindergülle aus vechta,um den abgesetzten rest in meinem hochbehälter damit aufzurühren.

    1+
  13. Jan Vaske sagt

    Von einem befreundeten Ackerbauern aus der Soester Börde wurde mir bestätigt, dass die Gülletransporte aus Holland vom holländischen Staat subventioniert werden. Er bekommt kostenlos die Gülle aus Holland und nimmt daher keine von deutschen Viehhaltern. Dagegen können wir nicht anstinken. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    2+
    • Arnold Krämer sagt

      Eine Subventionierung durch den niederländischen Staat ist plausibel, gilt es doch die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung im vor- und nachgelagerten Sektor so weit wie möglich zu erhalten. Dieses Motiv ist auch der deutschen Bundesregierung und der niedersächsischen Landesregierung nicht fremd.

      1+
        • Arnold Krämer sagt

          Das weiß ich nicht, aber andere Länder sind oft, aber auch nicht immer, kreativer als der deutsche Staat, wenn es darum geht, nationale Interessen zu vertreten.

          1+
            • Arnold Krämer sagt

              Man kann auch die Transporteure subventionieren. Dann wird der Zusamnmenhang mit der Landwirtschaft noch weniger oder garnicht erkannt.

              1+
            • Brötchen sagt

              Arnold Hmm…würde mich mal interessieren, wie die das gelöst haben.

              gute interessante Hinweise von dir!
              Danke!

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            • Inga sagt

              oder in Holland hat die Landwirtschaft einen größeren Stellenwert als hier,

              vielleicht hat sie in ihrer Volkswirtschaft den selben, wie bei uns die Autoindustrie?

              1+
            • sonnenblume sagt

              @Inga,
              Vor gut 30 Jahren hat mir mal ein Niederländer gesagt, wenn wir eure Autos kaufen sollen, dann müsst ihr unsere LW Produkte kaufen. Fertig aus! Dort hat LW und Gartenbau wirklich einen anderen Stellenwert.

              2+
            • Inga sagt

              Ja, Sonnenblume
              ich habe das schon vor 50 Jahren von meinem Opa gehört.
              Das muß so 1965 gewesen sein, da schimpfte er über die EWG.
              Die Europäische Wirtschafts Gemeinschaft

              Da wollten wir einen neuen Kuhstall anbauen.
              Der mußte erst genehmigt werden.
              Eine Milchkammer wurde von Veterinäramt vorgeschrieben,
              Opa schimpfte,auf dem Platz könnte eine Sau mit 12 Ferkel liegen, aber durch das neue EU oder nur deutschlandweites Gesetz mußten wir das machen. Ein Diktat.
              Opa schimpfte weiter,
              und die Franzosen brauchen das nicht, die waschen sich sogar die Hände in ihre Milch, damit es besserer Käse gibt und wir? Wir muten dann noch die Milch kühlen, das waren auch Extrakosten.

              Dann würden Hähnchen oder Hendel aus dem Wienerwald modern.
              Der Französische Käse war so wie so begehrt, auch der holländische, bestimmt mit weniger Auflagen hergestellt wie unserer!

              Warum?
              Weil die Franzhosen, Holländer und die anderen europäischen Länder unserer Industriegüter kaufen und wir deren Hähnchen und Käse. Auch Schweinehälften, habe ich mal gehört, na ja wenn unsre Scheine nur u 85% für uns ausreichen!?!! Und Milch usw.

              Das ist der Vorteil der EWG.
              Deswegen verdient man in der Industrie sein Famileneinkommen leichter als in der Landwirtschaft!

              Und um das alles zu fördern, hat Kulenkampff im Fernsehen die Sendung „EWG“ (Sendung um Europa mit europäischen Fragen u. Kandidaten) moderiert!

              1+
          • Inga sagt

            und:
            Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) war der ursprüngliche Name eines Zusammenschlusses europäischer Staaten zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im Rahmen der europäischen Integration. Am 25. März 1957 wurde die EWG mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland gegründet.

            Da hatte ja mein Opa schon seid 1957 und auch früher mitdenken, bzw. -ärgern können!

            https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Wirtschaftsgemeinschaft

            0
  14. Arnold Krämer sagt

    Wer kaum oder gar keine Fläche bewirtschaftet, muss auch keine überhöhten Pachtpreise mit der Viehhaltung „quersubventionieren“. Wenn dann auch noch Ställe in 2. oder 3. Hand betrieben werden werden, ( das ist stärker verbreitet als man denkt) oder längst abgeschrieben sind, sind die Kapitalstückkosten je Schwein deutlich niedriger als in einer Neubausituation. Dort rechnet sich bei Schwein oder Rind nichts mehr. Ansonsten geht immer noch was.

    4+
  15. Brötchen sagt

    bei uns geht das Gerücht um, der Holländer schläft in der schweinebucht und man soll dem Holländer nicht die hand geben, verflüssigt sich.

    im ernst, die Holländer sind sehr gute Rechner und Landwirte. überall in der Welt wo plötzlich ein lw. Zweig boomt, da stecken die Holländer dahinter.
    bezüglich Schweinemast haben die konkurrenzlos günstige futterpreise, weil viel nebenprodukte gefüttert werden. um das machen zu können, wird die Anlage schon so gebaut, das das möglich ist….flüssigfütterung und grosse betonkammern zur Lagerung der nebenprodukte. teilweise werden diese bis zu uns nach mitteldt. gefahren.

    2+
    • bauerhans sagt

      „der Holländer schläft in der schweinebucht“

      das stimmt!
      wir waren 1975 in holland und da hatte der besuchte schweinebauer auf kleiner fläche nen neubau für 1200 schweine,hielt aber nur 1000,weil er in einem der 6 abteile mit familie wohnte.
      der stall war finanziert,ackerland hatte der nicht,die gülle wurde abgeholt.

      2+
      • sonnenblume sagt

        Hallo bauerhans,
        wir haben Anfang der 70ziger einen Hof besucht – Jugendaustausch – und der Bauer sagte uns damals, dass sein Hof, für unsere Verhältnisse schon eine ganz ordentliche Größe, in absehbarer Zeit so keine Aussichten mehr hätte. Ich habe es damals noch nicht verstanden, aber danach sah man dann immer mehr Höfe ohne Fläche. Bei uns fast noch völlig undenkbar.

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