Autor: Bauer Willi

Im Märzen der Bauer…

Sandra bewirtschaftet einen Betrieb in der Lüneburger Heide. Und sie hat eine Frage, die sie an euch weitergibt. Wie würdet ihr entscheiden? In Märzen der Bauer… Das Lied kennt wohl jeder und die ersten Landwirte haben bereits mit der Frühjahrsbestellung begonnen. Sie haben sicher schon den ein oder anderen Landwirt in den letzten Tagen auf dem Acker gesehen und sicher auch einige Stellen, wo noch Wasser auf dem Acker steht und regional in den Morgenstunden sogar Frost. Nun stellen Sie sich die Frage: „Ist das nicht viel zu früh, was die Landwirte da treiben? Nach was richten sich die Landwirte denn, dass sie jetzt schon bestellen, düngen und spritzen?“ Und genau über die Frage, wonach wir entscheiden, wann wir mit der Frühjahrsbestellung beginnen, möchte ich heute einmal einige Wege aufzeigen, nach welchen viele meiner Kollegen und ich unsere Entscheidung treffen. Die alles entscheidenden Kriterien sind: Ist der Acker befahrbar? Ist der Boden trocken genug für eine Bearbeitung? Ist dies gegeben, folgt der Blick auf den Kalender und auf die Wettervorhersage – in diesem Fall auch …

Kapitulation?!

Die Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung für einen bekannten Wirkstoff eines weit verbreiteten Herbizides ist vertagt worden. Wieder einmal. Die Meldungen dazu sind rar gesät. Glaubt man den Medien, so hätten Frankreich, Schweden und die Niederlande bei einer Abstimmung nicht zugestimmt, Deutschland hätte sich enthalten, weil es regierungsintern Unstimmigkeiten zwischen den Ministern Hendriks (Umwelt) und Schmidt (Landwirtschaft) gegeben habe. Nach den Regularien hätten sich mindestens 55% der Mitgliedsstaaten, die mindestens 65% der Bevölkerung der EU repräsentieren, für eine erneute Zulassung aussprechen müssen. Die Kommission hatte eine Verlängerung der im Juni auslaufenden Zulassung empfohlen. Jetzt soll eine Entscheidung spätestens in der Sitzung des Ausschusses am 18./19. Mai 2016 fallen. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, bei dem der Streit über einen Wirkstoff derart eskaliert. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Rechtzeitig zum Termin werden „Studien“ veröffentlicht, deren Wissenschaftlichkeit fraglich ist und die sich bei Nachprüfung als schwach oder sogar haltlos erweisen. Doch die tatsächlichen Fakten scheinen kaum zu interessieren, es geht mehr um den Aufmerksamkeitswert der Meldung. Und der ist gegeben, denn alle Medien berichten …

Grünes Klassenzimmer

Wie kann man Kinder aus dem Kindergarten oder auch Schulkindern praktische Landwirtschaft nahebringen? Mit einem „Grünen Klassenzimmer“. Ich durfte mir bei Familie Keller ein solches ansehen. Vielen Dank, dass ihr mir das gezeigt habt und danke, dass ihr euch so viel Arbeit damit macht. Immerhin dauert eine Führung rund vier Stunden! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Liebe ist …

Wo die Liebe hinfällt…Man muss sie nur entdecken…Wäre doch schön, wenn solche „Früchtchen“ auch den Weg in den Laden finden. Am Sonntag, 18:00 Uhr kommt im HR-Fernsehen ein Beitrag zum Thema „Wegwerfen von Lebensmitteln“. Mit dabei ist wahrscheinlich auch ein Bauer.

Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 2

Fragen von der Welttierschutzgesellschaft an Bauer Willi Katharina Tölle: Wie bereits erwähnt, bekommen wir auch so manchen Gegenwind von einigen Landwirten. Wie bekommen wir diese mit ins Boot? Bauer Willi: Es liegt wohl daran, dass Landwirte mit Tierschützern keine guten Erfahrungen gemacht haben. Einbrüche, zum Teil gestellte Filmaufnahmen, Klagen von Tierschützern gegenüber Landwirten und einseitige Berichterstattung sind ja nicht gerade vertrauensfördernd. Von daher habe ich viel Verständnis dafür, dass bei dem Begriff „Tierschützer“ die Landwirte erst einmal die „Schotten dicht“ machen. Von daher müsste die Welttierschutzgesellschaft den Landwirten klar machen, welchen Nutzen sie von einer Zusammenarbeit mit Ihnen haben. So würde ja jeder von uns auch privat handeln. Leif Koch: Haben Sie eine Idee, wie wir gemeinsam, Landwirte und Tierschützer, den Druck auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erhöhen können, um faire Preise für die Bauern und höhere Tierschutzstandards zu erreichen? Bauer Willi: Wollen Sie eine ehrliche Antwort oder eine diplomatische? Meine ehrliche Antwort ist, dass ich keine Idee habe, wie Landwirte und Tierschützer Druck auf den LEH ausüben können. Ein schönes Beispiel dafür ist die Initiative …

La Giornata Internazionale della Donna – Der Tag der Frau

Storie femminili di successo: L’impegno delle donne nel settore agricolo diventa sempre più importante: questo sarà punto focale dell’Associazione delle Donne Coltivatrici Sudtirolesi durante la Giornata Internazionale della Donna. Ihr versteht nicht, was das bedeutet. Zum Glück haben uns die Südtiroler Bäuerinnen auch den deutschen Text mitgeschickt, den wir hier gerne veröffentlichen. Recht haben sie! Weibliche Erfolgsgeschichten: Frauen in der Landwirtschaft erhalten zunehmend mehr Gewicht und Bedeutung. Darauf möchte die Südtiroler Bäuerinnen-Organisation am Tag der Frau hinweisen.  Welche Rolle haben die Frauen in der Landwirtschaft? Mit dieser Frage beschäftigte sich Ce.D.R.A. (centro di divulgazione delle ricerche nel settore agroalimentare) im Rahmen eines Kongresses in Cesena (Emilia-Romagna). Frauen aus ganz Italien – auch aus Südtirol – berichteten über ihre Erfahrungen als Betriebsleiterinnen, als Führungskraft, als Hofbesitzerinnen. Es stellte sich heraus, dass die Frauen den Männern in Sachen Unternehmergeist und Organisationstalent nicht nachstehen. „Wir Frauen brauchen oft nur eine Portion mehr Mut, um unsere kreativen Ideen auf den Höfen umzusetzen“, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Vor allem im Bereich der Sozialen Landwirtschaft sieht die Landesbäuerin Möglichkeiten, wo Frauen …

Die Sache mit dem Wasser-Fußabdruck

Ich habe ja neulich in einem Beitrag erläutert, dass mein Weizen eigentlich kein Wasser „verbraucht“. Das ist mir nicht aus dem Kopf gegangen und so habe ich mich auf die Suche nach weiteren Zahlen und Fakten gemacht. Auf der Seite www.waterfootprint.org bin ich fündig geworden. Dort gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die ich mal für euch aufbereitet habe. Mit den Werten bin ich zwar nach wie vor nicht einverstanden, wie ich ja beim Weizen-Artikel schon gezeigt habe, nehme die Zahlen der Studie jetzt aber mal für bare Münze, denn jetzt soll es um verschiedene Kulturen und die kalorische Betrachtung gehen. Die erste Grafik zeigt den Wasserfußabdruck (WFA) verschiedener Kulturen. Zuckerrohr benötigt danach am wenigsten Wasser, Sojabohnen am meisten. Da ist es also wieder, das böse Soja. Nun kann man Zuckerrohr ja nicht essen, wohl aber Äpfel. Die „verbrauchen“ aber auch wenig Wasser. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man den Wassergehalt von Äpfeln (und auch Zuckerrohr) betrachtet. Der Wassergehalt ist natürlich wesentlich höher als bei den trockenen Sojabohnen und da die …

Mein Weizen verbraucht kein Wasser

In Diskussionen mit Mitbürgern wird mir häufig an den Kopf geworfen, dass „ihr Landwirte ja die größten Wasserverbraucher schlechthin“ seid. Dazu habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Hier, bei mir im Rheinland, fallen pro Jahr etwa 700 mm Regen. Das sind 700 l pro Quadratmeter und damit deutschlandweit ein guter Durchschnitt für Ackerbauregionen. Jetzt habe ich mal im World Wide Web, das ja alles weiß, recherchiert, wieviel Wasser denn für 1 kg Weizen verbraucht wird. Auf den verschiedenen Seiten findet man Angaben von 1200 bis 1600 l pro kg Weizen. Nehmen wir einmal den Mittelwert, also 1400 mm pro kg Weizen an und rechnen weiter. Auf unseren Böden erzielen wir einen Weizenertrag von rund 16 t/ha, wovon 10 t Körner und 6 t Stroh sein sollen. Das Stroh verbleibt auf dem Acker, wird also in der Bilanz nicht berücksichtigt. 10 t/ha Körnerertrag entspricht 1 kg Weizenkörner pro Quadratmeter. Merkt ihr was? 700 mm Regen und 1400 mm Wasserverbrauch? Irgendetwas kann da nicht stimmen. Der angegebene Wasserverbrauch ist doppelt so hoch wie die tatsächliche Niederschlagsmenge. …

Schafe sortieren

Am Dienstag sind die Glyphosat-Ersatz-Schafe sortiert worden. Glyphosat brauch ich ja jetzt nicht mehr spritzen, weil die Schafe mit meiner Zwischenfrucht „aufgeräumt“ und gleich biologisch gedüngt haben. Links im Gatter sind die Muttertiere mit Lämmern, rechts die Einjährigen. Schätzt ihr mal, wie viele Tiere es insgesamt sind? Ist ganz einfach: ihr müsst nur die Beine zählen und durch vier teilen 😉 https://www.facebook.com/derbauerwilli/videos/1682971305309116