Autor: Bauer Willi

Ostern, Bauern und die Stasi

Bald ist Ostern. Da gibt es viel zu tun. Letzten Samstag habe ich den Antrag auf Dieselrückvergütung gestellt. Das heißt: Belege zusammensuchen, Antrag im Internet aufrufen, Daten aus dem Vorjahr importieren.  Habe wieder den gleichen Fehler wie im Vorjahr gemacht: im Fahrtenbuch fehlt ein Eintrag. Also wieder neu rechnen, alles noch mal überprüfen, online abschicken, ausdrucken und den schriftlichen Antrag zur Post bringen. Ohne Unterschrift geht da nichts und es gibt keine Knete. Gläserner Landwirt. Weil ich schon mal dran bin, auch gleich die Meldung bei der Saatguttreuhand machen. Geht ja auch online. Nein, Kleinerzeuger bin ich nicht, Kartoffeln habe ich auch keine und bei Getreide mache ich 100% Saatgutwechsel. Wird die in Bonn freuen. Online abschicken, per Mail erhalte ich eine Eingangsbestätigung, auf der genau das drauf steht, was ich eingegeben habe. Toll! Der Beleg landet gleich in der Tonne. Gläserner Landwirt! Vor ein paar Tagen kam das Schreiben für den EU-Antrag. Diesmal ohne CD, geht jetzt über den Web-Client. Dabei, neben vielen anderen Vorschriften, ein 6-seitiges Papier, wie die Anmeldung jetzt erfolgen muss und …

Meine Universität Bonn…

Meine Universität in Bonn…wollte wissen, was aus mir geworden ist. Und als besonderes „Schmankerl“ gibt es ein Bild von mir wie ich vor 40 Jahren aussah. Unmögliche Frisur 😉 https://cams.ukb.uni-bonn.de/hkom/e-forsch/februar-2016/#46 Ist vielleicht mal ganz interessant für Euch so ein Heftchen der Universität. Es darf übrigens das ganze Heft gelesen werden…. 😉

Eigene Macht und Verantwortung

Gestern abend* habe ich nun Elke Pelz-Thaller, die „Mentalbäuerin“ selbst live erlebt. Und meine hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Ihre Bühnenpräsenz ist enorm. Mehrmals verlässt sie das Podium und streift wie ein lauernder Jaguar durch den Saal, schnappt sich mehr oder weniger freiwillige „Sparringspartner“ mitten aus dem Publikum, provoziert und gestikuliert mit diesen „auf Augenhöhe“ und führt damit die menschlichen Verhaltensmuster quasi im Affekt vor. Sie zieht somit Zuschauer magisch in ihren Bann, setzt ihnen damit aber auch die an sich schwierigen Themen unausweichlich vor die Nase. Humorvoll sind ihre Dialoge, aber trotzdem tiefgründig die Botschaften dahinter. Es ist also nicht nur Show. Man spürt das authentische Engagement und die herzliche Empathie für ihre Bäuerinnen und Bauern. „Wer kann etwas ändern, wenn nicht Du selbst!“ Ist die eindringliche Botschaft dem Jammertal zu entsagen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Dass das Überleben der Betriebe keinesfalls nur von Wachstum und Weltmarkt abhängt, sondern auch vom Umgang mit sich selbst und der Familie. Diese eigene Macht und Verantwortung zu erkennen, sie auszuüben und sich die kommunikativen Fähigkeiten …

Im Dialog: Elke – die Mentalbäuerin

Elke Pelz-Thaller bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof in der Nähe von Ingolstadt. Die Spezialität: Spargel. Doch das ist nicht ihre einzige Leidenschaft. Sie ist auch noch Mental-Trainerin. Die Spezialität: Landwirte. Ich habe mit ihr ein Gespräch darüber geführt, was ein Mental-Training ist und wie ihrer Meinung nach Landwirte im Speziellen „ticken“. Elke, ich habe ja schon viele Berufsbezeichnungen gelesen, aber der Begriff der  „Mental-Bäuerin“ war mir neu. Erkläre uns mal, was das ist und wie Du dazu gekommen bist? Die Antwort ist denkbar einfach! Es ist der Zusammenschluss meiner beiden Berufsfelder! Die „Bäuerin“ bin ich seit der Heirat eines Landwirtes vor über 20 Jahren. Damals war ich noch Pflege- und Gesundheitspädagogin an therapeutischen Schulen und nach der Zusatzausbildung zum Mental- und Persönlichkeitstrainer entschied ich mich, dies alles zu verbinden. Die Landwirtschaft durchlebt momentan an vielen Stellen existenzielle Herausforderungen, oftmals über die Kraft der Menschen, die dort arbeiten und leben, hinaus. Ich sehe meine Aufgabe darin, mein Wissen als Trainer genau dieser Zielgruppe zukommen zu lassen, um daran nicht zu zerbrechen. Somit entstand die …

„Vom Land in den Mund“

So lautet der Titel des Buches, das von Jan Grossarth, Wirtschaftsjournalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben wurde. Auch weil der Untertitel lautet „Warum sich die Nahrungsindustrie neu erfinden muss“ habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen. Das Buch ist im Verlag Nagel & Kimche erschienen, hat 159 Seiten und kostet 17,90 €. Zum Inhalt: Das Buch ist in 21 Kapitel aufgeteilt, wovon jedes mit einer These beginnt, die zu denken gibt. Da ist zum einen zu lesen, dass „die Nahrungsindustrie nicht alles dem Effizienzdruck unterwerfen darf“ zum anderen die These aufgestellt, dass „die Nahrungsindustrie sich darum kümmern muss, dass die bäuerliche Landwirtschaft nicht verschwindet“.  Nach jeder dieser Thesen folgen ein oder mehrere Beispiele, die diese These inhaltlich mit Leben erfüllen. So berichtet er unter der These „Die Nahrungsindustrie muss schöne Bilder liefern“ von der „Putenministerin“ Astrid Grotelüschen, die von einem Mitarbeiter von PETA zu Fall gebracht wurde, der keinen Hehl daraus macht, dass er mit selektierten Bildern gearbeitet hat.  Im darauf folgenden Kapitel erzählt er in einer wunderbar bildreichen Sprache von Aussteiger und …

Aussagen zum Pressekodex

Frau Krauß ist Journalistin und hat Aussagen zum Pressekodex beim rheinischen Landfrauentag in Kempen gemacht. Vielen Dank für die Ehrlichkeit. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Keine Bauchnabel-Schau

Die Analyse Unbestreitbar erkennen immer mehr Landwirte und landwirtschaftliche Organisationen die Chancen der Internet-Vernetzung und der sozialen Medien. Das Lieblingsmedium ist Facebook, wo nicht nur Landwirte sondern auch Organisationen ihre eigenen Seiten erstellen. Auch werden Gruppen formiert,  es werden fleißig Freunde gesucht, Beiträge geteilt, gelikt und kommentiert. Soweit so gut. Soziale Vernetzung führt aber oft zur Bildung von gleichgesinnten Kreisen. Man bleibt im Wesentlichen unter sich. Im Sinne einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit bringt es die Landwirte jedoch nicht weiter. Nach der Facebook-Logik sollte heute jeder Landwirt 280 persönliche Freunde haben, wenn jeder Bürger in Deutschland einen Landwirt persönlich kennen würde. Aber 280 Freunde außerhalb der Landwirtschaft! Wenn dies so wäre, würde nicht nur jeder Bürger einen persönlichen Bezug zu einem Landwirt haben, sondern auch jeder Landwirt hätte einen direkten, persönlichen Bezug zu den Alltagsansichten von „Otto und Ottilie Normalverbraucher“. Wie z.B. dass die große Mehrheit der Bürger den Umwelt- und Tierschutz in für wichtiger halten als die Versorgung mit Nahrung. Das ist in weiten Teilen der Landwirtschaft noch nicht wirklich angekommen. Und so erwartet die Mehrzahl …