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Doppelte Moral

Ja, so sind wir. Unsere doppelte Moral ist Selbstschutz. In Umfragen Bauernladen, in der Realität Discounter. Hat wohl was mit unserem Gehirn zu tun, oder?

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68 Kommentare

  1. Andro sagt

    Bauer Willi spricht mit “WIR” von Doppelmoral.
    Wenn es um seine Doppelmoral geht (wenn er denn eine hat), möge er das “ICH” einsetzen.
    Und nicht Anderen etwas unterstellen, das er nicht belegen kann!
    Denn es gibt sehr viele Menschen, die genau so handeln, wie sie reden!

    Es mag sein, dass in gewissen Kreisen die Doppelzüngigkeit gelebt wird.
    Die Politik scheint so ein Fall zu sein. Da wird viel gelabert, auf konkrete Aussagen wartet man meist vergeblich.
    Aber ist das Nichtssagen schon eine doppelte Moral?

    Ich würde jedem empfehlen, beim Reden auf sein Gewissen zu hören und keine Unwahrheiten zu verbreiten.
    Das dürfte so schwer nicht sein.
    Dann braucht man auch keine falschen Sprüche über Doppelmoral.
    Und mit dem sich “selbst aushalten” hat man dann auch keine Probleme!

    • Bauer Willi sagt

      Mit “wir” meine ich auch mich selbst. Bitte schauen Sie auch auf den roten Begriff. Und beim Kauf von Lebensmitteln gibt és sehr wohl eine doppelte Moral. In Umfragen geben 35% der Bevölkerung an, Bio zu kaufen. Der Marktanteil liegt je nach Produkt zwischen 1% und 5%. Wie anders lässt sich das erklären? Ansonsten vielen Dank für Ihren pastoralen Kommentar.
      Bauer Willi

      • Johann Meyer sagt

        Einem Teil der 35% muß man zu Gute halten, lediglich auf dreiste, grüngewaschene Bewerbung hereinzufallen. Das grüne Vokabular ist ja heute üblich und zieloptimiert. Und wenn diese Produkte auch noch besser aussehen oder günstiger sind, fällt die Entscheidung noch leichter. Da wird der Verbraucher strategisch gezielt verunsichert nach allen Regeln der Verkaufspsychologie.

      • Andro sagt

        Lieber Bauer Willi,

        es geht mir hier um die nicht gerechtfertigte Unterstellung, die durch das WIR erzeugt wird.
        Mit dem WIR wird unterstellt, dass ich und alle, die das lesen, genau so handeln!
        Das stimmt einfach nicht!

        Ihre Aussage “Mit „wir“ meine ich auch mich selbst” ist aber nicht ernst gemeint?
        Gehören Sie wirklich zu den 35%, die in Umfragen behaupten, Bioprodukte zu kaufen, es aber nicht tun?

        Zu den Umfragen: Was haben denn nicht stimmende Umfragen mit einer angeblichen Doppelmoral von Käufern zu tun?
        Wäre die Frage “Warum stimmt die Umfrage nicht” viel angebrachter?

        Den Spruch “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!” kennt wohl jeder.
        Ich kenne die betreffenden Umfragen und die Fragestellung nicht.
        Es ist bekannt, dass man mit geschickter Fragestellung immer die Ergebnisse erhält, die der Umfrager erhalten will.
        Vielleicht ist das der Grund der Diskrepanz zwischen den Umfragen und der Realität?
        Und nicht der angeblich in Umfragen lügende Verbraucher?

  2. Diese alte Mär, dass es beim Discounter Markenartikel in anderer Verpackung gibt – ich kann sie nicht mehr hören.
    Mag sein, dass bekannte Marken für die Discounter produzieren, aber ganz sicher nicht mit dem gleichen hohen Standard, der für das Original-Produkt gilt! So ganz doof sind die Produzenten ja auch nicht, dass sich nicht wüßten, dass identische Qualität den Originalen schadet.

    • Bauer Willi sagt

      Das ist definitiv falsch. Ich habe in einem Unternehmen gearbeitet, in dem das identische Produkt in die Markentüt und die no-name-Tüte gefüllt wurde. Und dieses Unterbehmen ist nicht doof sondern wird vom LEH dazu gezwungen, weil es sonst den Auftrag verlieren würde.
      Bauer Willi

        • Bauer Willi sagt

          Das wissen Sie und ich nicht. Was den Standard angeht, kann es sich kein Unternehmen leisten, beim no-Name-Produkt einen geringeren Standard anzulegen. Das würde der LEH nicht akzeptieren. Schon mal was von Kunden-Audit gehört? Ich habe etliche mitgemacht, von Erzeuger-Seite. Diese Audit sind wesentlich schärfer als die gesetzlichen Vorgaben.
          Bauer Willi

          • Der LEH ist in dem Fall doch der Discounter bzw. die Eigenmarken?

            Aber ich bin raus der dieser Diskussion, weil ich keine Belege außer Hören-sagen und Lesen liefern kann.

            • Alex sagt

              Ich war mal in einer größeren Molerei/Milchverarbeitung. Da liefen die No Name-Produkte genauso durch wie das Markenzeug. Es wurde nur ein Knopf gedrückt für die andere Verpackung. Das war’s

  3. Altbauer Jochen sagt

    Lieber Stephan Becker !
    Nicht nur in USA haben Landw. Betriebe aufgeben müssen
    weil Preise sich nicht paritätisch entwickelt haben .
    Wieviel Prozent der Betriebe bei uns in den letzten 50 Jahren aufgegeben haben
    kann ich nicht genau sagen . In unserem Dorf sind es von ehemals 25
    noch 2 die existieren.
    Zu der Parität der Preise bei uns ein Beispiel:
    Als ich 1959 auf dem elterlichen Hof begann, zahlten wir für eine Handwerkerstunde
    6,20 DM ,-für unsere Milch bekamen wir ca. 22 Pfg. das sind ungefähr 30 Ltr Milch die
    wir dafür hergeben mussten.
    Heute kostet ein Handwerker – und diese Lohnkosten sind ja überall enthalten,
    so bummelig 45 Euro. Das sind aktuell 200 Ltr. Milch.
    Damals konnten wir beim Bäcker im Dorf eigenen Brotroggen abliefern,
    für einen Ztr. (50kg) bekamen wir 32 Brotmarken !
    Wieviel Brote gibt es heute für den Preis von 50 kg Roggen ??? !!!
    Meine Beispiele sind vielleicht für einige etwas Milchmädchenrechnung
    Aber es zeigt doch warum der einzelne immer mehr produzieren musste.
    Oder kann mir jemand erklären wie man dieser Disparität hätte anders
    begegnen können.

    • Stephan Becker sagt

      Ich habe mit keinem einzigen Wort erklärt, dass die US-Farmer die einzigen wären, die in die Pleite getrieben wurden.
      Im Gegenteil! Ich habe hier im Blog schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Kleinbauern auf der ganzen Welt kaputt gemacht werden.
      Daraufhin wurde ich u.a. als Verschwörungstheoretiker bezeichnet.

      Vielleicht klären Sie am Besten mal Ihre Kollegen zuerst darüber auf was in dieser Welt passiert.
      Ich versuche den Landwirten hier und anderswo nicht zu schaden, sondern zu helfen. Ich hoffe dass das langsam mal ein bischen klar wird.

    • Stephan Becker sagt

      Ich selber weiß, dass ein Kilo Hackfleisch und ein Pfund Kaffee vor ca. 30 Jahren jeweils etwa 10 DM gekostet haben. Heute kostet Hackfleisch weniger und Kaffee etwa genauso viel wie damals. Das ist einfach nur pervers.
      Ein Problem ist, dass Energie im Verhältnis zur Arbeit zu billig ist und das andere Problem ist, dass die Löhne viel zu lange zu geringe Erhöhungen hatten. Wir sind in Westeuropa quasi das Dumpinglöhneland. Deshalb sind wir Exportweltmeister.

      Die Bahn zum Beispiel schafft es nicht Bahnhöfe und sonstige Infrastruktur instand zu halten oder auch nur genügend funktionierendes sogenanntes Rollendes Material bereit zu stellen. Dafür betreibt sie die größte Spedition Europas, macht sich also selber Konkurrenz und kauft dann auch noch in anderen weit entfernten Ländern Bahnhöfe auf oder betreibt sonstige Investitionen.
      Dieses Verhalten kann man eigentlich schon als Sabotage bezeichnen. Die Bahn ist nach wie vor zu 100% ein Staatsunternehmen. D.h. unsere Bundes-Regierung ist quasi der Chef der Bahn.
      In den allermeisten Städten ist der Busverkehr ein Zuschussbetrieb. Es gibt aber Ausnahmen. Wieso ist das so und warum macht keiner was dagegen?

  4. Friedrich sagt

    Lieber Johann Meyer,
    wenn unsere Politik in Berlin und Brüssel die Erzeugerpreise so steuert, über z. B. Importe ,
    kann der ldw. Betrieb rein ökonomisch gar nicht anders handeln, als ständig daran zu arbeiten, daß die Kosten gesenkt werden. Das Einkommen in den Betrieben konnte nur durch ständige Mehrproduktion gehalten werden. Jetzt schlagen die ganzen neuen Auflagen
    in den Betrieben zu, die zu erheblichen Kostensteigerungen führen und wir dürfen nicht
    vergessen, daß die vor fast zwei Jahren eingetretenen Rußlandsanktionen den Export dort
    hin auf null gebracht haben. Ich habe bis heute keinen gehört in Europa , der für eine
    Reduzierung der Produktion gesprochen hätte. Alle denken nur an ihre Marge und hoffen,
    daß die Bauern so doof sind und volle Pulle weiterproduzieren. Bei Preisen unter Gestehungskosten läßt sich alles verkaufen. So haben die Verbraucher mehr Geld in der
    Tasche und können mehr konsumieren, wie z. B. Flugreisen , oder auch “gute VW”s kaufen. Das ist dann” gut” für unser Klima ! und für unsere Wirtschaft. Den Finanzminister
    freut es.

  5. Johann Meyer sagt

    50 Jahre Kostenführerschaftswahn und Überproduktion haben eine moralische , ökologische und kommerzielle Blutspur gezogen durch alle Bereiche. Die Verursacher dafür sind keine verläßlichen Partner für die Verantwortlichen in den Lebensmittelkonzernen. Ich kann die Chefeinkäufer gut verstehen. Und jetzt rufen diese Leute nach Hilfe vom Staat und schieben die Schuld auf den LEH .

    • bauerhans sagt

      die moralische,ökologische und kommerzielle blutspur gibts seit 1998,als schröder kanzler wurde.

  6. Stephan Becker sagt

    Und ein mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (von 1980) über das Massensterben amerikanischer Bauernhöfe in der Zeit von ca. Mitte der 50er bis Mitte der 70er sowie über die Bedeutung von Weizen für Menschen in aller Welt (Nahrung als Waffe):

    Septemberweizen
    youtube.com/watch?v=60xV19a5CXc

    Die Hälfte der Bauernhöfe sollen in dieser Zeit aufgegeben worden sein (wird von einem deutschen Tagesschau- oder Radiosprecher als O-Ton eingespielt).

    Ein Bauer erzählt (ab 5:00) wie ein Overall zwischen 1911 und 1914 ein Bushel (25,4 kg quasi ein Sack) Weizen kostete. Heute (ca. 1978) kommt man damit nicht mehr hin, weil der Overall vier mal mehr als ein Bushel Weizen kostet. Der Baumwollfarmer dagegen hat nur 72 Cent für die Baumwolle in einem Overall (16 Dollar) bekommen. D.h. der Baumwollfarmer wird ebenfalls betrogen. Die Baumwolle ist billig, aber beim Fertigprodukt werden sie vom Mittelmann betrogen.

    Im Film wird von einem anderen Bauern (ab 8:40) als Grund die Aufgabe des Prinzips des Paritätspreises (gleiche Preise in der Landwirtschaft wie in der Industrie) sowie die Großmechanisierung der Landwirtschaft angegeben. Die Mechanisierung gab vielen kleinen Betrieben bzw. Familienbetrieben den Todesstoß. In seinem Gebiet sei nur etwa ein Zehntel der früheren Betriebe übriggeblieben.
    Viele Bauern verschuldeten sich wohl für den Erwerb der großen Maschinen. Und dann kam aber eine Talfahrt des Weizenpreises an der Chicagoer Warenterminbörse, gleichzeitig stieg der Zinssatz für Agrarkredite, die Preise für Düngemittel und Saatgut und die Bauern konnten mit dem, was sie für ihre Ernten erhielten die Schulden nicht mehr bezahlen.

    • bauerhans sagt

      als der vietnam-krieg 1975 zuende war,gings farmern schlecht,weil die land auf kredit gekauft hatten.

  7. Stephan Becker sagt

    Es würden sicher viel mehr Menschen auf “bessere” Lebensmittel zurückgreifen, wenn sie das Geld dazu hätten.
    Wovon leben wohl all die Polen, Rumänen, Bulgaren, Weißrussen, Balten etc. die hier auf Baustellen, in Gaststätten, in Reinigungsfirmen oder in den vielen Produktionsbetrieben (u.a. für Discounter in Osteuropa) hier bei uns arbeiten?
    Vor sechs Jahren habe ich einen Esten aufgegabelt, der in MeckPomm im Februar bei Temperaturen unter Null ohne Mütze und Handschuhe an einer Landstraße entlanglief. Er hatte auf einer Baustelle in Schleswig-Holstein gearbeitet und wurde um seinen Lohn geprellt. Jetzt war er auf dem Weg nach Hause zu Fuß ins Estland.

    Können Familien mit zwei, drei oder mehr Jobs und einem Mindestlohn ihre Familien ernähren, das Auto bezahlen, die Kleidung für die Kinder, die Schulsachen, den Schulbus, das Schulessen?
    Früher, vor ca. 30 Jahren noch, war Doppelverdiener ein Schimpfwort. Heute ist das Realität.
    Wenn ein Familienvater 40 Stunden oder mehr pro Woche arbeitet und trotzdem zum Jobcenter gehen muss, um den Lohn aufzustocken, dann läuft etwas gewaltig schief in unserer “sozialen” Marktwirtschaft.
    Es gibt nicht nur Gewinner in unserem Land!

    • Stephan Becker sagt

      Weil ich das Beispiel selber kenne:
      Ein Paketfahrer bei Hermes, der 10 bis 12 Stunden pro Tag arbeitet und 100 bis ca. 150 Pakete pro Tag verteilt, bekommt etwa 1100 Euro netto raus.
      Es wird von Paketfirmen mit ca. 4 Minuten pro Paket gerechnet und so wird nach einer Einarbeitungszeit auch bezahlt, egal wie lange der Fahrer wirklich für’s Austragen braucht.

      Das nennt man die Realität der Deregulierung bzw. des Neoliberalismus, wo Kosten gespart werden egal was oder wen es kostet. Auch die Post AG bzw. DHL muss diesen Takt mitmachen, auch wenn viele Beschäftigten dort noch deutlich mehr bekommen, aber das wird wohl nach und nach durch neue Beschäftigte mit anderen Verträgen aufgeweicht.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Was wollen sie mit den zwei Postings sagen?

        Soll der Paketfahrer bei Hermes mehr verdienen, oder soll der Landwirt auch mit 1.000 Euro zufrieden sein.

        • Stephan Becker sagt

          Haben Sie schon mal versucht mit 1100 Euro pro Monat für Sich und Ihre Frau auszukommen?
          Es wird hier gegen Verbraucher gehetzt, die alle angeblich die Geiz-ist-geil-Mentalität heraushängen ließen, wenn sie Einkaufen gehen.
          Das ist genauso falsch wie dass Landwirte aus lauter Gewinnsucht Pestizide oder Kunstdünger einsetzen oder Kühe bis zum Letzten auspressen.

          Viele Menschen haben einfach nicht mehr Geld, weil bei uns inzwischen fast der reine Kapitalismus regiert. Und dass bei uns noch keine amerikanischen Verhältnisse herrschen, ist vor allem den vielen Idealisten und anständigen Menschen im Land zu verdanken.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Haben sie schon mal versucht mit 370 Euro , bzw. 740 Euro Rente im Monat auszukommen?
            Mit dem müssten wir zufrieden sein, wenn wir alles Geld verprasst hätten.
            Nein, meine Frau hat immer ihren außerlandwirtschaftlichen Beruf gehabt und hat ihn immer noch und ich diverse außerlandwirtschaftliche Verdienstmöglichkeiten.
            Ich habe es schon einige male erwähnt, dass es Menschen gibt, die den Cent 2 mal umdrehen müssen, wenn ich jedoch auf die Kundenparkplätze bei Aldi und Co schaue habe ich das Gefühl dass es Menschen gibt, die mehr verdienen als meine Frau und ich zusammen.

            • Stephan Becker sagt

              Es gibt überall schwarze Schafe keine Frage. Aber gerade deswegen müssen die guten Schafe zusammen arbeiten. Das ist der einzige Ausweg weil man auf die Politik und die Bauernverbände nicht zählen braucht.
              Vernetzen ist das Stichwort. Christoph Fischer hat auch ganz klein angefangen und heute hat die bayerische Oberpolitik Angst vor dem, was der Mann tut oder sagt obwohl er immer nur Gutes getan hat. Auch der Bio-Landwirt Joseph Braun aus Freising hat erkannt, dass Vernetzen wichtig ist für die Zukunft.
              In der normalen Schule werden wir alle zu Konkurrenten gemacht. Heute ist das sogar noch schlimmer als früher. Wer er es aufgrund der Quote nicht aufs Gymnasium schafft gilt schon als halber Verlierer, selbst wenn diejenige oder derjenige einen guten oder sehr guten Realschulabschluss schafft.
              Schon in der Grundschule stehen deshalb die Kinder unter großem Streß. Angst ist ein sehr schlechtes Hilfsmittel beim Lernen und Trainieren des Gedächtnisses.

              Ich bin Diplomingenieur, habe aber inzwischen erkannt, dass mein Berufszweig wesentlich für die Zerstörung der Welt verantwortlich ist (Braunkohleabbau, Steinkohleabbau, Abholzung der Wälder mit Hilfe effizienter Maschinen im Irrsinnstempo, Goldabbau, Uranabbau, Mega-Staudämme, immer noch mehr Straßen und Riesen-Brücken, immer noch mehr und größere Straßen- und Eisenbahntunnel, immer noch höherer Gebäude etc.). Wo soll das alles hinführen?
              Gibt es irgendwo in der Nähe eine zweite Erde zu der wir umziehen können, wenn wir unsere endgültig kaputt gemacht haben?
              Damit richte ich mich an alle Leser dieses Blogs.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Stephan Becker

              Wir sollten erkennen, wie gut es uns geht
              und nicht jammern wie schlecht es uns angeblich geht.

              So langsam kommt Licht in das Dunkel Beckers Beiträge.

            • Stephan Becker sagt

              @Ehemaliger Landwirt

              Haben Sie mitbekommen, dass ich hier im Blog einen Film verlinkt hatte in dem erzählt wurde, dass das Ehepaar, das den Bio-Milchviehbetrieb betreibt, nur jeweils 3-4 Euro Netto pro Stunde verdient?

              Sie glauben also dass es den Landwirten im allgemeinen gut geht? Woraus schließen sie das? Weil es immer noch landwirtschaftliche Betriebe bzw. Familienbetriebe gibt?

              Wenn Sie glauben, dass es in Zukunft besser werden wird, muss ich Sie leider enttäuschen. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit alles noch schlechter werden – weltweit. D.h. das Höfesterben wird weitergehen. Ebenso wahrscheinlich werden nur diejenigen überleben, die in Zukunft zusammenarbeiten – entweder untereinander oder mit dem Verbraucher (Stichwort SolaWis). Auch den EU-Bürokratie-Wahnsinn, der hauptsächlich für die Misere verantwortlich ist, werden wir nur gemeinsam abschaffen. Da haben Sie mein Wort drauf.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Stephan Becker
              Dem deutschen Volk geht es gut und wir deutsche sollten nicht immer im Jammertal landen.

              Es gibt viele Menschen, die nicht auf Rosen gebettet sind und im Bereich Landwirtschaft, glaube ich sagen zu können, dass ich mich da besser auskenne.

              Das Höfesterben – und da bin ich ihrer Meinung – wird nicht nur weitergehen, sie wird dramatische Züge annehmen, für unsere, sagen wir mal gegen unsere Landschaft, die Bevölkerung und die Gastronomie wären eines Tages froh, wenn es die ewig “Jammernden” Bauern noch gäbe.

          • bauerhans sagt

            “Gibt es irgendwo in der Nähe eine zweite Erde zu der wir umziehen können….”

            die erforschung des MARS wird sicherlich auch deshalb gemacht,um das heraus zu finden!

      • bauerhans sagt

        “Paketfahrer bei Hermes”

        diese firmen haben keine probleme,fahrer zu finden!
        speditionen haben allerdings grosse probleme,nachwuchsfahrer zu erreichen,oftmals schaffen die nicht die fahrprüfung,die der arbeitgeber bezahlt.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Echt?

          Wie hab ich eigentlich den CE geschafft, frage ich mich als Landwirt?

    • Rufer aus der Wüste sagt

      Muss man hald das Wahlverhalten aendern oder zum demonstrieren anfangen. Meiner Meinung nach geht es denn Leuten immer noch zu gut.

      Warten wir mal noch ab. Die Veraenderung kommt bald.

      • Christian Krupp sagt

        Wir haben es satt! 😉
        Landwirte, Landwirtschaftliche Berufsverbände/-Vereine, Tierschützer und “normale” Bevölkerung (Verbraucher) gemeinsam an einem Strang 🙂

        Viele Grüße Biobauer Christian

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Können sie sich noch an die Rot/Grüne Bundesregierung erinnern?

          Damals wurde die teilweise Rückvergütung der Mineralölsteuer unter 400 Euro ausgesetzt. Das traf gerade die Kleinbetriebe, welche die Grünen erhalten wollten. Wenn euer Protest Erfolg haben würde, wäre dies das Ende deutscher Landwirtschaft.

  8. Altbauer Jochen sagt

    Man muss sicher kein Antropologe sein um menschliches Handeln
    zu verstehen. Vielleicht liegt es uns in den Genen nach der leichtesten,(günstigsten)
    “Beute” zu jagen. Gilt für Erzeuger im Einkauf von Betriebsmitteln wie für
    Verbraucher beim Kauf der Lebensmittel.
    Qualität möchte jeder, aber es gibt ja soviel andere schöne Dinge die
    man sich leisten möchte und da ist es doch “gut” wenn man beim
    Lebensunterhalt “sparen” kann.
    Moral ist dann etwas für andere.!
    Stammt das Zitat nicht von Berthold Brecht ?=
    >Erst kommt das Fressen und dann die Moral <

  9. Friedrich sagt

    Den Menschen geht es zu gut. Was würden wohl die Hungernden in Afrika dazu denken.
    Im Nachbarort hat ein Landwirt erst einen fahrbaren Hühnerstall mit 220 Hühnern auf dem
    mit Gras eingesäten Feld stehen . Jetzt hat er fünf Ställe so nach und nach aufgestellt. Jetzt
    reden die Leute von Massentierhaltung ! Das paßt doch alles nicht zusammen , bei 1100
    Hühnern auf Grasland und 100 % Selbstvermarktung so zu reden.

    • Der moderne Mensch kümmert sich besorgt um die artgerechte Haltung von Nutztieren – sehr löblich. Dass der moderne Mensch selbst jenseits jeder artgerechten Haltung sein Dasein zwischen Glotzophon, Power-Shopping, ungeliebten Jobs und Ballermann-Urlauben zur Kompensation des Gesamtzustandes fristet, schnallen nur die wenigsten.

      • bauerhans sagt

        Der moderne Mensch kümmert sich emotional um die artgerechte Haltung von Nutztieren – aber anfallende mehrkosten will er nicht tragen.

  10. Walter Parthon sagt

    BILD denunziert Bauern!
    Die Bildzeitung hat verglichen: Lohnt es sich mehr für Bio auszugeben? Dabei haben Recherchen offenbar folgende Gewissheiten ergeben:
    „Landwirte bestellen ihre Äcker meist einseitig: Sie säen und ernten nur eine bestimmte Pflanze. Der Boden laugt aus, Nährstoffe gehen verloren. Außerdem düngen sie mit Kunstdünger, spritzen Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel. Die Rückstände dieser Gifte essen wir mit.“
    Was? Der Boden laugt aus, die Pflanzen werden aber gedüngt? Spätestens hier schaltet der gesunde Menschenverstand ab. Wahrscheinlich wirkt der Dünger nicht, ist ja nur Kunstdünger…
    Rückstände? Alle Untersuchungen sagen, dass Rückstände im Promillebereich gemessen werden müssen, damit man sie überhaupt „erwischt“. Aus Sicht der Bild wohl ein Ärgernis: Es will einfach nichts drin sein in unseren Lebensmitteln…
    So weit, so unwahr. Aber es geht noch weiter.
    Bild: „Damit sich die Euter der Kühe nicht entzünden, mischen herkömmliche Landwirte vorbeugend regelmäßig Antibiotika ins Futter, das zu einem geringen Teil in die Milch übergeht.“
    Wo haben die nur recherchiert, die Bild-Journalisten? Man wirft unseren Bauern vorsätzlich widerrechtliches Handeln vor! Weiter weg von der Wahrheit geht wirklich nicht!
    Und dann bekommt auch Bio den Rundumschlag zu spüren:
    „Bioprodukte haben jedoch oft Probleme mit Schadstoffen wie Schimmelpilzgiften oder Mineralöl.“
    Mineralöl? Wie das denn? Wo sind die Nachweise?
    Liebe Bildredakteure.
    Wir wissen nicht, wovon ihr euch ernährt. Wenn ihr diesen Unsinn aber selber glaubt, dann solltet ihr den Verzehr von unseren guten, sicheren Lebensmitteln besser einstellen.
    Was ihr hier macht, das geht uns an die Berufsehre! Ein Wort, das euch wohl unbekannt ist…
    Reaktionen bitte an:
    Bild Hamburg hat uns gebeten, diese Nummer für kritische Nachfragen anzugeben:
    BILD Berlin (030) 2591-0, Redaktion Leben und Wissen, Frau May, Frau Holstein
    Email: Info@bild.de

    • Die Verbindung Bioprodukte und Mineralöl resuliert aus der Verpackung in Karton aus Recyclingmaterial. Die ehemals bedruckten Papiere, die aufbereitet werden, schleppen über die Rückstände aus den Druckfarben unerwünschte Mineralöl-Verbindungen mit sich, die auf das verpackte Getreide etc. übergeht.

  11. Christian Krupp sagt

    Kaufen wir Landwirte mehrheitlich im Bauernladen oder beim Bäcker oder Metzger im Dorf?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Kann natürlich nur für mich und meine Familie sprechen, wir kaufen unser Brot nicht bei Aldi & Co, auch nicht unsere Wurst, die kaufen wir bei mehreren Metzgern in der Region, die kaufen ihre Tiere bei heimischen Landwirten.

    • Ich bin kein Landwirt, aber meine Grundnahrungsmittel wie Milch, Butter, Käse etc. kaufe ich nicht beim Discounter, sondern im Bio-Laden bzw. beim Bäcker im Dorf. Ich bin eine von den Irren, die überzeugt sind, dass vernünftiges Essen auch vernünftiges Geld kosten darf und dass ich meinem Nachbar das gönnen sollte, was ich selbst verdiene. Damit verbietet sich Billig-Billig. Und mit meinem Nachbar ist durchaus auch der Landwirt gemeint, der die Kühe für meine Molkereiprodukte hält.
      Beim A..i gibt es aber prima Toi-Papier, Küchenrollen und Servietten. Und wenn ich alle 4 Wochen schon mal dort bin, findet auch meist ein Bündel Bio-Bananen den Weg in meinen Einkaufskorb.

      • Bernd Röder sagt

        Hm, wo gibts denn noch Bäcker im Dorf. Hier bei uns schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Und auch das Brot im nächstgelegenen 2000-Einwohner Kaff stammt aus einer Kette der Kreisstadt. Schmeckt man auch.
        Inzwischen bau ich mir unsere Nahrung überwiegend im Garten an. Die 1000 Quadratmeter reichen dafür locker aus. Beete gibts keine, sondern nur Einzelsaaten. Ähnlich, wie das in Japan manchmal gemacht wird. Da wird nix gedüngt und nix bewässert. Das hätte bei Tonboden über Kalk auch gar keinen Sinn. Die Eier unserer 3 Hühner reichen für 4 Leute völlig aus. Und das sie ganz anders schmecken, als die aus dem Laden, haben die Kinder damals sofort bemerkt.
        Wenn wir manchmal Lebensmittel dazukaufen (Möhren wachsen nun mal nicht gut in einem Halbtrockenrasen), dann gehen wir dort hin, wo das Zeug nicht sofort vergammelt nach dem Kauf. Wirklich gut schmecken tut es auch beim Biobauern nicht. Kein Vergleich mit den Gartenmöhren bei Oma vom Niederrhein. Davon abgesehn hat der Biobauer so seltene Öffnungszeiten, dass man da kaum mal Überschneidungen mit den eigenen Terminen hat.
        Der (inzwischen einzige) Bauer aus unserm Dorf ist eine unsympathische Nervensäge. Nennt sich Bio, wahrscheinlich weil er nur 50, statt der heute üblichen 500 Kühe im Stall hat. Wenn er Gülle fährt, dann tut er das bis nachts um 2. Immer schön mit 60 durch die 30er Zone, weil er ja auch an die Felder hinter dem Dorf will, die er beim letzten Hofsterben dazugekriegt hat. Wenn er mit seinen überbreiten Maschinen nicht mehr durch die Wohnstraßen kommt, dann zeigt er kurzerhand die Leute an, die ihm im Weg stehen. Der Bürgermeister sorgt dann dafür, dass die Straßenverkehrsordnung außer Kraft gesetzt wird und er wieder ungehemmt durchbrettern kann.
        Landwirtschaftdient ja schließlich allen, haha.

      • Sabine sagt

        Ich treibe mich ja bei den Backyardchickens.com und mother earth news herum und da sind Labortests von Eiern aus konventioneller Haltung und zufrieden durch die Gegend tuckernden Familienhennen im Umlauf. Die Testergebnisse sind schon krass. Siebenmal so viel Beta Carotin bei Freilandhennen, wie bei Boden/Volierenhaltung.
        Jedoch sollte man wissen, dass, wenn der Gartenboden mit Blei oder ähnlichem belastet ist, man seine Hühner besser nicht auf die Wiese lässt. Hier der vergleicht Freiland Eier verschiedener Halter mit den Werten die vom US-Ministerium für Landwirtschaft angegeben wurden.
        http://www.motherearthnews.com/real-food/free-range-eggs-zmaz07onzgoe.aspx

    • Christian Krupp sagt

      Schade das es nur zwei Antworten gab!….

      Ehemaliger Landwirt und NoName vielen Dank euch!

      Viele Grüße Biobauer Christian

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Es ist keines Falles so, dass nur wir meine Berufskollegen , oder das Bäckerhandwerk unterstützen wollen, wir kaufen da wo es die beste Qualität für unser Geld gibt.

    • bauerhans sagt

      wir kaufen rindfleisch und eier im bauernladen des nachbarn,brot beim grossbäcker,fleisch noch beim metzger,der insolvent ist und ende märz dicht macht.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wir haben in unserem Ort wieder ein Metzgergeschäft, bzw. eine Filiale der nur heimische Tiere selber schlachtet und verarbeitet.

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