Autor: Bauer Willi

Bauern, Land – Ein Dialog mit der Autorin

Bücher über das Land, die Landwirtschaft und über Bauern gibt es nicht viele. Uta Ruge hat ein solches Buch geschrieben. Sie ist zwar Bauerntochter, aber ihr Beruf als Journalistin hat sie in die „große weite Welt“ gebracht. Statt einer Rezension habe ich mich mit ihr unterhalten. Ich bin sicher, dass die Antworten dazu animieren werden, das Buch zu lesen. Liebe Frau Ruge, wie ich im Einband Ihres Buches „Bauern, Land“ gelesen habe, haben Sie Germanistik und Politik studiert. Wie und wann, und vor allem warum sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben Das Studium ist lange her, aber geblieben ist immer das Interesse am Schreiben und an der Politik sowieso. Ich bin Journalistin geworden und habe Jahrzehnte lang viele Rundfunkreportagen auch aus anderen Ländern geschrieben. Da war es für mich eine schöne Herausforderung, jetzt über das Dorf und die Landschaft zu schreiben, in der ich aufgewachsen bin. Es hat mich immer gereizt, den eigenen Blick und objektive Fakten so miteinander zu mischen, dass ein Text einerseits auch menschlich interessiert, andererseits die LeserInnen …

Wie sollen wir uns ernähren? Gar nicht!

Ein sehr lesenswerter Text, der einmal eine etwas andere Sichtweise annimmt. Er ist vielleicht etwas überzeichnet, aber das Fazit ist schlüssig: „Die beste und, wie ich meine, einzig richtige Antwort auf die Frage, wie wir alle uns ernähren sollten ist: Gar nicht. Eine pauschale, globale Lösung kann es nicht geben und es hat sie nie gegeben. “Wir alle sollten Fleisch essen!” scheint daher genauso falsch wie “Wir müssen Gemüse essen, weil das effizienter ist!” Es ist müßig, aufrechnen zu wollen, welche Ernährung die bessere sei: Es ist schlichtweg unmöglich. Stattdessen sollte jeder einzelne für sich und seine Situation ermitteln, was das beste für ihn und seine direkte Umwelt ist. Regionale, saisonale Lebensmittel sind dabei ein wichtiges Stichwort. Wer die Welt verbessern möchte, sollte vor der eigenen Haustür anfangen.“ Interessant sind auch die Diskussionsbeiträge unter dem Original-Artikel. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen …

Danke, Lidl…

Gerade erst hat Lidl seinen „Bauern-Bonus“, der beim Landwirt pro kg etwa 0,01 € ausgemacht hat, wieder zurückgezogen. Angeblich, weil die anderen nicht mitgemacht haben. Tatsächlich hat Lidl neben die „Bauern-Soli-Ware“ gleichwertige Ware zum niedrigeren Preis gelegt, so dass damals schon klar war, dass sie damit nur belegen wollten, dass ihre Preiserhöhung (für die „Solidaritätsware“) nicht funktioniert. Was, oh Wunder, natürlich auch geklappt hat. https://www.fleischwirtschaft.de/wirtschaft/nachrichten/Fleischpreis-Lidl-stellt-den-Bauern-Bonus-ein-43879?crefresh=1 https://www.fr.de/wirtschaft/lidl-streicht-bauern-soli-wieder-90195015.html Was Lidl jetzt aber im aktuellen Prospekt macht, ist schon dreist: sie versuchen dem Kunden zu suggerieren, dass Lidl jetzt den Bauern für ihre Schweine die Preise „wie vor Corona“ zahlt. Damals, März 2020 lag der Preis für den Erzeuger bei etwa 1,90 €/kg, aktuell liegt er bei 1,19 €. Das Minutensteak, das heute für etwa 4,90 €/kg angeboten wird, lag damals bei etwa 8 €/kg. Landwirte, mit denen ich gesprochen habe, sind aufgebracht. Sie wissen nichts von dieser Ankündigung. Auch nicht diejenigen Landwirte, die in den Arbeitsgruppen mit dem LEH zusammensitzen. Und wer die „starke Partnerschaft“ zwischen Lidl und der Deutschen Landwirtschaft eingegangen sein soll, ist in der …

Wenn die SPD an die SPD schreibt

Das kommt nicht häufig vor, dass sich Parteimitglieder gegen Vorschläge der eigenen Partei stellen. Wobei so was auch in der CDU vorkommen soll… 🙂 Der Arbeitskreis Landwirtschaft und ländlicher Raum der SPD Hessen-Süd wendet sich heute an die Parteigenossin Svenja Schulze. Es geht um das Aktionsprogramm Insektenschutz, dass auf Kritik stößt. Details lest ihr hier: AK Landwirtschaft_Schulze_1.  

Kein Wahlkampf mit der Natur!

Tobias, (33) Junglandwirt aus Ingelheim und Demonstrationsbetrieb des F.R.A.N.Z-Projektes in Rheinhessen, hat mir folgenden Offenen Brief geschickt, der sich an die Politik in Berlin richtet. Der Brief ist fundiert und zeigt die Problematik in all ihren Facetten. Die Entscheidungsträger dort sollten sich gut überlegen, wie sie unsere Jugend noch motiviert halten.  Am Mittwoch (10.02.) wird im Kabinett ein Gesetzespaket zum Thema „Insektenschutz“ verhandelt. Nach dem Willen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze sollen mit diesem Gesetz weitreichende Verbote zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten erlassen werden. Auf den ersten Blick mag ein solches Verbot einfach und zielführend wirken, aber wenn man hinter die Kulissen schaut und das System Landwirtschaft und Natur etwas genauer und differenzierter betrachtet, dann sieht man schnell, dass die Politik der Verbote hier nicht den gewünschten Erfolg haben wird. Zumal in dem Gesetzentwurf keinerlei Ausgleich für die verschärften Bewirtschaftungsauflagen vorgesehen ist und wir Landwirte mit den Auswirkungen der Verbote allein gelassen werden sollen. Seit dem Beschluss zum ‚Aktionsprogramm Insektenschutz‘ im September 2019 gab es zahlreiche Demonstrationen, Mahnfeuer und Sternfahrten aller betroffenen Bauern. Bei all …

Bio-Marktanteile…zwei Sichtweisen

Wenn ich mich mit Menschen in meinem Umfeld unterhalte, so kaufen die meisten davon fast nur Bio-Lebensmittel. Sagen sie jedenfalls. Wenn man sich die Grafik der AMI ansieht, so kommt man bei schnellem Hinsehen tatsächlich zu dem subjektiven Eindruck, dass nahezu alle gekauften Eier von Bio-Bauern stammen. Weil diese Säule eben bis ganz nach rechts reicht. Tricky. Ich habe die Zahlen nun einmal anders aufbereitet. Es ist doch erstaunlich, wie man mit den identischen Zahlen spielen kann. Wenn man böse wäre, würde man von Manipulation sprechen. Damit meine ich die Grafik der AMI und natürlich auch meine geänderte. Cui bono… ? Ich will nicht falsch verstanden werden. Ich freue mich über jeden erfolgreichen Bio-Kollegen. Es geht mir hier auch um den seriösen Umgang mit Zahlen. Schauen Sie bitte auch mal auf die Zahlen für Fleisch, bzw. Fleisch und Wurstwaren. Jeder ist ja gegen Massentierhaltung, aber kaum einer kauft Bio-Fleisch. Wenn in Wahlumfragen die Partei der Grünen derzeit bei 20% liegt, warum liegen hier dann alle Werte darunter und die meisten sogar nur im einstelligen Bereich?? …

Biodiversität rund um den Hof

Ich bin vorgestern mal mit dem Handy rund um unseren Hof gelaufen und habe geschaut, wo ich was für die Biodiversität tue, ohne dass das zusätzliche Arbeit ist. Im Gegenteil, da wo ich was so lasse wie es ist, haben Tiere und Pflanzen am ehesten eine Chance. Wenn am Fertighaus keine Mauerfuge mehr ist, ist da kein Platz mehr für eine Mauerbiene. Wenn ich keinen Steinhaufen habe, kann sich da kein Lurch verstecken. Wasserläufer (Insekt) gibt es nur da, wo auch ein Teich mit Wasser ist.  Und Kellerasseln fühlen sich im Kompost „sauwohl“. Efeubienen brauchen Efeu, da kann ich noch so viele Insektenhotels aufhängen. Habt ihr auch noch Beispiele von euch zuhause? Her damit. (Entschuldigt die schlimme Frisur. Bei uns im Dorf ist gerade Corona… 🙂 ) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Ich zweifele an meinem Verstand…

Dass meine Lebensabschnittsbegleiterin (früher sagte man „Ehefrau“) schon mal an meinem Verstand zweifelt, ist ja normal. Dass ich aber selber nicht mehr weiß, ob ich noch „alle Tassen im Schrank“ ist schon seltener. Passiert ist mir das vor einigen Tagen beim Online-Antrag für die Diesel-Rückvergütung. Hier ein paar Hinweise, die vielleicht für andere Antragsteller*innen (richtig gendern ist wichtig) hilfreich sein können. Hier die einzelnen Schritte, etwas ausgeschmückt: Im letzten Jahr musste man dem Zoll mitteilen, ob man in diesem Jahr den Antrag online auf der Seite des Zoll stellen möchte. Das habe ich formlos gemacht und Anfang Januar den Hinweis bekommen, dass ich mich jetzt auf der Seite des Zoll mit Mail-Adresse und Password anmelden könnte. Habe ich gemacht, hat auch geklappt. Auf der Homepage gibt es ein Register mit dem Zugang zur Agrardiesel-Vergütung. Da habe ich drauf geklickt und den Hinweis bekommen, dass ich für das Ausfüllen der Formulare eine andere Zugriffserlaubnis benötige. Angeboten wird unter anderem das Elster-Zertifikat vom Finanzamt. Ein Elster-Zertifikat habe ich. Das habe ich auch gefunden, weil ich das vor …

Insekten schützen – was, wer, wie?

Im Moment wird ja sehr viel über das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ diskutiert. Bei der Beschäftigung mit dem Thema fallen mir einige Sachen auf und ich habe da ein paar Fragen. #vielfaltvertrauenverantwortung Ich will jetzt nicht wieder damit anfangen, dass die Studien, die es zum „Insektensterben“ gibt, wissenschaftlich durchaus angreifbar sind. Was für mich als Landwirt wichtig ist zu wissen: Um welche Insekten handelt es sich beim Insektenrückgang? Welche sind besonders gefährdet? Wie viele von diesen Insekten will man haben? Das ist wichtig, damit ich die richtigen Maßnahmen zur Förderung ergreifen kann. Die Zahl der Bio-Bauern hat in den letzten Jahren zugenommen, die Pflanzenschutzmittel sind immer spezifischer geworden und werden immer gezielter und sparsamer eingesetzt. Die Zahl von Blühwiesen und anderen diversitätsfördernden Anbaumethoden hat auch zugenommen. Bauern sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Das alles müsste dazu geführt haben, dass die Insekten wieder zugenommen haben. Wenn die Insekten trotz dieser und anderer fördernden Maßnahmen weiter abnehmen, wo liegen dann die Ursachen? Wer weiß das? Wer kümmert sich darum? #vielfaltvertrauenverantwortung Die vom BMU vorgeschlagenen Maßnahmen im APi sind sehr …

Nasse Dürre

Derzeit regnet oder schneit es viel. Und als Landwirt verfolge ich, neben dem Wetterbericht, auch die Bodenfeuchte. Dazu gibt es eine sehr gute und immer aktuelle Karte des Helmholtz-Institutes in Leipzig, den Dürremonitor. https://www.ufz.de/index.php?de=37937 Folgende Frage habe ich an das Institut geschrieben: Ich mache derzeit eine Beobachtung, die ich mir nicht erklären kann. Es gibt Regionen, in denen die nFK oberhalb von 100% liegt, trotzdem aber eine, wenn auch leichte, Dürre im Oberboden ausgewiesen wird. Im Prinzip der Vergleich zwischen der mittleren und rechten Karte auf dem Bildschirm. Wie kann das sein? Herr Dr. Marx hat mir geantwortet: (nFK ist übrigens die „nutzbare Feldkapazität„) Hallo Herr Kremer-Schillings, Ihr Eindruck des absolut nassen Oberbodens findet sich auch in unseren nFK-Karten (rechts auf der homepage) wieder. Trotzdem wird aktuell in vielen Teilen Deutschlands ein Dürrestatus angezeigt. Die Diskrepanz ist der Grund, warum die Information zu Dürre und dem pflanzenverfügbaren Wasser gezeigt wird! Dürre bezeichnet die Einordnung des aktuellen Zustandes, ermittelt über die letzten 30 Tage, zum langjährigen Erwartungswert an einem bestimmten Ort und Zeitpunkt innerhalb des Jahres. …