Jahr: 2022

Herr Özdemir, Sie drücken sich… (und ich ahne, warum)

Neulich gab es eine Fragestunde des Vereins der deutschen Agrarjournalisten. In der digitalen Konferenz sprach mit Herr Özdemir persönlich an, ich solle „ihn doch bei seiner Arbeit unterstützen“. Das habe ich zum Anlaß genommen, sofort in seinem Sekretariat im Ministerium anzurufen um einen Gesprächstermin mit dem Minister auszumachen. Jetzt kam die Antwort: „Keine Zeit“. Ich habe dann nochmal nachgehakt und erläutert, dass ich nicht nur ein Mitglied des Praktikernetzwerks bin, sondern auch ein Agrarblogger und Buchautor mit einer gewissen Reichweite. Immerhin kannte Herr Özdemir ja meinen Namen. Kurz darauf die Antwort: „Es bleibt dabei. Es gibt keinen Termin. Nicht heute, nicht morgen, überhaupt keinen.“ Dass Herr Özdemir keinen großen Wert auf den Kontakt mit Landwirten legt, zeigte sich übrigens schon früh. Es gab zwar eine Einladung für das Praktikernetzwerk des BMEL, aber er selbst war nicht anwesend. Nicht einmal ein Grußwort sprach er, was ja bei einer digitalen Veranstaltung sehr einfach gewesen wäre. Schon seltsam, dass man eine Einladung ausspricht, aber dann selbst nicht da ist. Im privaten Bereich wäre das ein Affront. Aber mittlerweile …

Darf ich Sie kurz fragen ….?

Ein Gastartikel von Bauer Fritz aus Oberösterreich, der sich was fragt und die Frage weitergibt Sie kennen das sicher auch. Man liest in irgendeinem Medium eine Info und blättert zur nächsten Seite. Dabei arbeiten die kleinen grauen Zellen aber noch an der ersten Info und es taucht in einem eine Frage auf. Man blättert zurück und liest den Text nochmal. Und da tauchen dann noch mehrere Fragen auf. Mir ist es dieser Tage so ergangen beim Lesen dieser Meldung: Öko-Eiweißfutter: Länder tolerieren konventionellen Ersatz | agrarheute.com Konventionelles Futter im Ökobereich: Was steckt dahinter? Eigentlich schreibt die EU-Ökoverordnung seit 1. Januar 2022 vor, dass Ökobetriebe zu 100 % ökologische Futtermittel einsetzen müssen (Ausnahme: Jungtiere bei Schweinen und Geflügel). Bei bestimmten Ereignissen sind jedoch Ausnahmen möglich. Dazu gehören beispielweise extreme Witterungsverhältnisse, Tierseuchen, Pflanzenkrankheiten und Katastrophenfällen innerhalb der Europäischen Union, durch die ökologische Futtermittel nicht ausreichend verfügbar sind. Tritt ein solcher Fall auf, müssen die Behörden den betroffenen Betrieben eine Möglichkeit einräumen, ihre Tiere notfalls mit konventionellen Futtermitteln zu versorgen. Entscheidend ist hier, dass ein entsprechender Katastrophenfall durch …

ARD: Unwissen vor Acht

Es gab mal eine Zeit, in der ich Dr. Eckart von Hirschhausen richtig symphatisch und seine Sendungen hilfreich fand. Diese paar Minuten von „Wissen vor acht“ lassen mich nicht nur an der Person, sondern auch am Sender zweifeln. Ja, fast schon verzweifeln, denn es sind so viele Unwahrheiten, die dort zusammenkommen. https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/wissen-vor-acht-erde/videos/wissen-vor-acht-erde-video-132.html Und wieder die 15.000 l Wasser, die für ein Kilo Rindfleisch „verbraucht“ werden. Dabei haben wir das doch schon so oft erklärt: Das Wasser wird nicht „verbraucht“ und die Zahl 15.000 ist einfach falsch. Und wieder „wir sollten alle weniger Fleisch essen“. Diese Gehirnwäsche der Öffentlich-Rechtlichen geht mir langsam auf den Zeiger. Wer schreibt an den Rundfunkrat? https://www.programmbeschwerde.de/aufsicht/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk/ https://programm.ard.de/META/Kontakt Schon wieder: 15.000 Liter Wasser für 1 kg Wasserverbrauch: mit 10 Kilo Käse ein Schwimmbad füllen  

Ein Bild sagt vieles…

Ein Bild sagt vieles, aber nicht alles. Es zeigt einen möglichen Zeitstrahl für 2022. Das Original ist noch viel aussagekräftiger:  Ukrainine_Crisis-009 Hier die Quelle: https://bureauom.com/cases/ Mehr ist dazu nicht zu sagen. Richtig kritisch wird es erst 2023, wenn der Krieg noch länger dauert. Und danach sieht es derzeit aus. Ich kann die Ruhe in der derzeitigen Regierung nicht nachvollziehen. Die Folgen, die jetzt bereits absehbar sind, werden meines Erachtens vollkommen falsch eingeschätzt.  

Wo ist das neue Weltbild?

Ein Kommentar von Elisabeth aus Österreich, den man unbedingt mehrfach lesen muss und den ich ohne jegliche Änderung übernommen habe. Nicht, wegen der „guten alten Zeit“, sondern weil er beschreibt, wann wir alle „falsch abgebogen sind“. Und warum es ein neues Weltbild braucht. Vor 1989 war das Essen noch viel teurer als jetzt. Kleine Bauernhöfe wie der unsrige konnten noch einen kleinen Gewinn machen, wenn auch nur nebenbei. Mit dem Verkaufserlös von zwei Schlachtstieren konnte sich ein Bauer damals einen kleinen Traktor kaufen. Trotzdem konnten sich auch die Geringverdiener das Essen ohne weiteres leisten, auch Fleisch, das damals noch besonders teuer war. Das Geld war ziemlich fair verteilt, somit auch der Wohlstand. Die Biolandwirtschaft weitete sich aus. Der Umweltschutz machte große Fortschritte. Die Flüsse wurden wieder sauber, ebenso war die Industrie verpflichtet, Luft-Filter zu nutzen. Die Autos erhielten Katalysatoren. Als dann auch noch der Kommunismus zusammenbrach und die Abrüstung begann, war unser Leben wie das Paradies auf Erden. Kürzlich brachte die “Zeit” ein Interview mit Alexander Kluge. Darin erinnert der Autor und Filmemacher daran, wie …

Wissen sie, was sie tun?

Am 8.4.2020 fiel im Bundesrat die Entscheidung, die ökologischen Vorrangflächen nicht für den Anbau von Nahrungsmitteln freizugeben. Hier meine Gedanken dazu:   Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Brot für die Welt

Ein Gastbeitrag von Jürgen Donhauser Als katholischer Diakon mit Zivilberuf Landwirt treibt mich die drohende Hungersnot afrikanischer Staaten um, die durch den Ukrainekrieg keine Lieferungen aus der „Kornkammer“ Europas mehr zu erwarten haben. Die katholische Hilfsorganisation Caritas International schreibt auf ihrer Homepage: „Danke, dass Sie Menschen in Not zur Seite stehen“. Mir stellt sich aber die Frage: „Stehen die Kirchen den Menschen in Not zur Seite“? Oder erwarten sie dies nur von den Gläubigen? Ich kann zwar menschlich nachvollziehen, dass die Kirchenoberen nach der jahrelangen Kritik über Verschwendung von Kirchengeldern und Missbrauchs- Skandalen gerne die Nähe und Anerkennung der Gesellschaft suchen. Sich aber einfach dem Mainstream anzuschließen und ungeprüft die Ideologien der NGO (Umwelt- und Tierschutz usw.) zu übernehmen, ist der falsche Weg! Und dies ist offensichtlich nicht nur in der katholischen Kirche so, wenn ich den Schilderungen eines befreundeten Protestanten Glauben schenke. Er sagt, es sei in der evangelischen Kirche noch exzessiver. Betrachte ich das Programm des Katholikentages, dann erkenne ich deutlich, welch Geistes Kind er inzwischen ist. Hier werden auf komplexe Zusammenhänge einfache …

60 % Getreide im Futter – oder wie man mit falschen Zahlen Stimmung macht

Die Halbierung der Nutztierhaltung …Zahlen und Fakten Vor wenigen Tagen begegnete mir ein Video von Renate Künast (siehe am Ende des Artikels) in der sie zum wiederholten Male eine Halbierung der Nutztierhaltung fordert. Wenn man diesen Begriff in eine Suchmaschine eingibt, so bekommt man die Seite von Greenpeace angezeigt, die eine Studie beim Öko-Institut in Auftrag gegeben hat, die zu eben diesem Ergebnis kommt. Sie merken schon, alles voneinander unabhängige und neutrale Quellen (Ironie).  Man kennt sich, man hilft sich. Man muss nun nicht jeden Blödsinn ernst nehmen, aber in diesem Falle habe ich eine Ausnahme gemacht und mir vorgestellt, das BMEL wolle diese Ziel der Halbierung tatsächlich in die Realität umsetzen.  Ich habe mir dafür Daten beim  DVT (Deutscher Verband für Tiernahrung) besorgt, die die offiziellen Quellen gut zusammengefasst haben. Beginnen wir mit den bloßen Tierzahlen.  Ich habe die Zahlen für 2020 nach vorne gestellt, in Klammern die Zahlen für 2010 dahinter. Geflügel    173,1 Mio (128,9) Schweine   24,7 Mio (26,5) Rinder        11,2 Mio (12,8) Das sind große Zahlen. Aber wie …

Bedingte Ernährungssicherheit – die Sorgen werden größer

Ich habe in der vergangenen Woche viel telefoniert. Vor allem mit Menschen, die in Bereichen arbeiten, die der Landwirtschaft Produkte liefern oder deren Produkte kaufen. Vieles von dem, was man mir erzählt hat und über das ich hier berichte ist nirgendwo nachzulesen. Ich kann es nicht überprüfen sondern muss mich bei diesen Informationen darauf verlassen, dass man mir die Wahrheit erzählt. Für alles andere gibt es eine Quellenangabe. Nicht nur Getreide Allgemein bekannt dürfte inzwischen sein, dass die fehlenden Exporte der Ukraine von Weizen und Sonnenblumen weltweit zu Versorgungsengpässen führen wird. Weniger berichtet wird über die Versorgung mit Mais, die in großen Mengen in die EU exportiert wurde. Zwar liegen noch große Mengen in der Ukraine in den Lägern, aber zum einen sind  Silo-Anlagen zerstört oder geschädigt, zum anderen ist ein Export  über die Häfen nicht möglich, über die Schiene erschwert. Die Prognose für die Maisernte 2022 beläuft sich auf etwa 50% einer normalen Ernte. Die andere Hälfte der Erntemenge fehlt!! Was man immer wieder deutlich machen muss: selbst mit viel Geld ist ein physischer …