Bauer Willi
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Brot für die Welt

Ein Gastbeitrag von Jürgen Donhauser

Als katholischer Diakon mit Zivilberuf Landwirt treibt mich die drohende Hungersnot afrikanischer Staaten um, die durch den Ukrainekrieg keine Lieferungen aus der „Kornkammer“ Europas mehr zu erwarten haben. Die katholische Hilfsorganisation Caritas International schreibt auf ihrer Homepage: „Danke, dass Sie Menschen in Not zur Seite stehen“. Mir stellt sich aber die Frage: „Stehen die Kirchen den Menschen in Not zur Seite“? Oder erwarten sie dies nur von den Gläubigen?

Ich kann zwar menschlich nachvollziehen, dass die Kirchenoberen nach der jahrelangen Kritik über Verschwendung von Kirchengeldern und Missbrauchs- Skandalen gerne die Nähe und Anerkennung der Gesellschaft suchen. Sich aber einfach dem Mainstream anzuschließen und ungeprüft die Ideologien der NGO (Umwelt- und Tierschutz usw.) zu übernehmen, ist der falsche Weg! Und dies ist offensichtlich nicht nur in der katholischen Kirche so, wenn ich den Schilderungen eines befreundeten Protestanten Glauben schenke. Er sagt, es sei in der evangelischen Kirche noch exzessiver.

Betrachte ich das Programm des Katholikentages, dann erkenne ich deutlich, welch Geistes Kind er inzwischen ist. Hier werden auf komplexe Zusammenhänge einfache Parolen (Fleischverzicht, Green Deal) gegeben. Umso mehr erstaunt es mich, dass auch bei offensichtlichen Widersprüchen in der derzeitigen Agrarpolitik, die Kirchen als moralische Instanz versagen. Bei dem Vorhaben „Green Deal“ z.B. wird auch von wissenschaftlicher Seite mittlerweile bestätigt, dass der erwünschte Effekt für die Umwelt äußerst fraglich ist – wenn nicht sogar ins Gegenteil umschlägt. Was aber hingegen absolut sicher ist: Durch diese Maßnahmen werden massiv Flächen aus der Lebensmittelproduktion genommen oder die Erträge durch Extensivierung (Verbot oder Reduzierung von Dünge und Pflanzenschutzmittel) drastisch reduziert werden. Im Bewertungsschreiben der EU wird als Fazit selbst ein dadurch zunehmender Import bestätigt. Es droht also sogar das Szenario, dass wir in unseren eigentlich bevorzugten und mit Fülle gesegneten Regionen, vom Lebensmittelexport- zum Importland werden. Wir kaufen dann auf dem Weltmarkt anderen Ländern, den Ärmsten der Armen, das Essen weg.

Wie ist das moralisch zu verantworten? Warum hört man nichts von den Kirchen? Warum verharrt man in der ideologischen Blase der naiven „Gutmenschen und Weltverbesserer“ die die Augen vor der Realität verschließen? Sind uns die Hungertoten in anderen Ländern weniger wichtig als unser scheinheiliges „Ökogewissen“ Vorort? Sind uns alte und längst widerlegte „Ökopostulate“ wichtiger als Menschenleben? Warum suchen die Bischöfe nicht Kontakt zu Experten, nämlich den Landwirten? Warum biedern sie sich lieber den Demagogen der „Angstindustrie“ von Greenpeace, BUND, Nabu etc. an? Warum folgen sie den Parolen der GRÜNEN, die ansonsten wenig mit den Grundwerten der Kirchen am Hut haben?

Liebe Kirchen, liebe Bischöfe, es wäre Zeit Farbe zu bekennen – und die kann nicht grün sein. Und zu allererst, bekennen Sie sich zur heimischen Landwirtschaft und der Leistung der Bäuerinnen und Bauern in diesem Land!

Der Artikel stellt die Meinung des Autors dar.

 

Zwei Links von mir (Bauer Willi) zum Thema:

https://www.evangelisch.de/inhalte/199403/02-04-2022/eine-landwirtschaft-die-dem-leben-dient

https://www.katholisch.de/artikel/30346-deutsche-bischoefe-werben-fuer-schutz-der-biodiversitaet

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89 Kommentare

  1. Jürgen Donhauser sagt

    Ich wußte ja, dass Willis Blog renommiert ist und hohe Verbreitung hat. Dass allerdings mein Artikel so bei Misereor, Brot für die Welt und AbL einschlägt, dass sie sich gleich (12.04.) genötigt fühlten, vor das Ministerium zu ziehen und sich zusammen mit Özdemir gegenseitig Mut für ihren falschen Weg zusprechen müssen, war überraschend. Es wird sie aber auch nicht vor Schuld ihres Verhaltens gegenüber dem Leid und Tod der Hungernden bewahren und die Protagonisten auch nicht vor der Verantwortung für dieses unchristliche Handeln schützen.

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  2. Jockel sagt

    Seit längerer Zeit lese ich diesen Blog gerne und habe als Nicht-Landwirt dadurch bereits viele hilfreiche Impulse erhalten.
    Deswegen finde ich die Beiträge von Herrn Niemann gegenüber Herrn Donhauser heute irritierend und massiv unter die Gürtellinie gehend.
    Nicht jeder muss die Ämterfrage und die damit verbundene Weihe in der katholischen Kirche detailliert kennen. Muss sie gewiss auch nicht zwingend vertreten können. Aber wer mal „auf Unität“ war, wie auch Herr Niemann, ist in der Lage, sich seriös zu informieren.
    Äußerungen wie „deutlich weiterdenken – gerade als Diakon“, „vielleicht sollte er … seine nebenberuflichen Aktivitäten als Diakon erstmal aussetzen und sich stattdessen der Fortbildung … widmen“, „Warum verkleiden Sie sich dann als ‚Diakon‘???“, „…die Frage an den Teilzeit-Diakon Donhauser…“, „warum um alles in der Welt haben Sie diesen ‚Diakon mit Zivilberuf Landwirt‘ zum Zentrum dieses Ihres Beitrags gemacht?“ sind dann eher unterirdisch; fatalerweise treffen sie auch nicht nur die angesprochene Person. Als ehemaliger Pastor, der die deutlich meiste Zeit seines Berufslebens mit Landwirten und ihren Familien zu tun hatte, dessen Sohn ebenfalls gelernter Landwirt ist, finde ich es sehr peinlich, wie kenntnisfrei – kenntnisunwillig? – ein evangelischer Ex-Kirchenvorsteher den in seiner Kirche engagierten katholischen Kollegen angeht.
    Der Abdruck der 11 Jahre alten „Kanzelrede“ verbessert den Eindruck dabei nicht. Im Gegenteil. Die landwirtschaftlichen Bezüge mögen andere bewerten. Aber seine Auslegung von Prediger 3, 19 (so die korrekte Angabe) ist ja schlicht falsch. Es ist eher die klassische Vereinnahmung einer Bibelstelle für eine vorgefasste Meinung. Denn hier geht es nicht entfernt um Tierschutz. Das Thema ist vielmehr: Beide, Menschen und Tiere müssen sterben. Andere Unrichtigkeiten lasse ich mal außen vor. Nur eine noch: „Odem des Lebens“ – in der Schöpfungsgeschichte gilt er allein dem Menschen und eben nicht der übrigen Schöpfung.
    Um dies zu entdecken muss man nicht einmal Theologie gelernt haben; es reicht, diese Texte im Zusammenhang zu lesen und ernst zu nehmen.

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  3. Jürgen Donhauser sagt

    @Eckehard Niemann: “Aber jeder ist ja selber verantwortlich dafür, wie er sich öffentlich präsentiert…” – da haben Sie wohl recht. Ihre Kommentare zeigen wie hasserfüllt, wie so oft, die Ökoecke reagiert wenn man an ihrem Weltbild rüttelt. Der Respekt über Andersdenkende ist offensichtlich niedriger einzuordnen, als ihre eigene Meinung. Mit ihren Beiträgen haben Sie sich mit Sicherheit keine Glaubwürdigkeit erarbeitet. Damit bestätigen Sie, dass auf kritische Bemerkungen und Zweifel nur allergisch reagiert wird, ohne sich mit den berechtigten Einwänden und Argumenten wirklich auseinander setzen zu wollen. Aber das sind wir ja von Vertretern von NGO gewohnt. Sollten Sie ernsthaft Interesse haben über ihren ideologischen Horizont hinaus zu blicken und auch theologisch ihr Wissen zu erweitern, dann lassen Sie sich bitte von Bauer Willi meine Kontaktdaten geben, und wir sprechen privat weiter um diesen Blog nicht mit Wiederholungen vieler Fakten und Gegenargumenten ihrer Weltanschauung zu langweilen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Jürgen

      Lass es. Ich habe es versucht. Habe mich mit ihm vor vielen Jahren in Uelzen getroffen. Damals habe ich gehofft, es könnte, bei allen Meinungsverschiedenheiten, ein gemeinsames Grundverständnis geben.

      https://www.bauerwilli.com/gedankenaustausch-mit-eckehard-niemann/

      Ich habe diese Hoffnung begraben. Ich meine die Gründe zu kennen. Sie liegen wohl in der Person begründet. Mehr will ich dazu nicht sagen.

      Ich finde wohl, dass Herr Niemann wiederholt die Grenzen hin zu persönlicher Beleidigung überschreitet. Wenn er das bei mir macht, mag das noch in Ordung sein. Wenn er es bei ihm unbekannten Kommentatoren praktiziert, kann ich das nicht akzeptieren. Ich bitte um Meinungsäußerung, ob ich Herrn Niemann von weiteren Diskussionen ausschließen soll.

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      • Thorens sagt

        Jeder blamiert sich so gut er kann. Herrn Niemann ist das nach meiner Auffassung grandios gelungen. Sehr gern habe ich dazu den Beitrag von Jockel gelesen, der mir aus der Seele spricht.

        In mir erzeugen seine Worte das Bild von einem verbitterten alten Mann, dem keiner mehr zuhören mag, wenn er sich noch einmal aufbäumen will. Aber da wird wohl jeder Leser seine eigenen Schlüsse ziehen.

        Aber nein, persönlich würde ich den Herrn Niemann im Augenblick nicht ausgeschlossen sehen wollen. Vielleicht wird es spannend zu erleben, was da noch so kommt. Wollen wir ihn nicht erstmal machen lassen? Muss ja keiner lesen…

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        • Bauer Willi sagt

          “In mir erzeugen seine Worte das Bild von einem verbitterten alten Mann, dem keiner mehr zuhören mag, wenn er sich noch einmal aufbäumen will.” Besser kann man es nicht sagen.
          Vielleicht noch: “mit einem Hang zur Boshaftigkeit”.

  4. Thomas Bröcker sagt

    Danke, Herr Niemann, dass Sie uns Ihre Predigt zukommen lassen. Als in Geduld gegenüber langen Predigten geübter Protestant habe ich sie tatsächlich durchgelesen. Sie vertreten eine populistische Argumentationsweise, die mit dem üblichen Kirchengeschwurbel vom “gemeinsamen Odem” und der Verniedlichung der Tiere einhergeht. Das ist wohlfeil, geht aber nicht desto trotz in vielen Punkten an den Tatsachen, die das “Leben” als solches ausmachen und definieren (Stoffwechsel in abgegrenzten Organismen in unterschiedlich organisierten Gemeinschaften) vollkommen vorbei. Jede Art sichert ihr Überleben durch Einschränkung anderer Arten, sei es über Verzehr (Nahrungsgrundlage) oder Bekämpfung (Nahrungskonkurrenz).
    “Odem”, also Atem ist die Grundlage aller Sauerstoff-Wasser-Kohlenstoff basierten Lebensformen. Das sagt erstmal gar nichts über irgendwelche Gleich- oder sonstigen -Wertigkeiten von Irgendetwas aus. Die Tierhaltung wird, auch durch Ihre Aktivitäten, als wichtigste Finanzierungsgrundlage für tatsächlich bäuerliche Betriebe, verschwinden. Und DAMIT verschwinden die Bauernhöfe und werden durch Großerzeuger Pflanzlicher Rohstoffe abgelöst, da diese Produktion sich, bisher nicht so moralisch aufgeladen, gut über Technik und Züchtung billig machen lässt.
    Sie sind mit Ihrer Infantilisierung der Tierhaltung einer der Totengräber bäuerlicher Betriebe. Am Ende wird eine neue Art von Verarbeitungsindustrie sowohl die Rohstofferzeugung, die Herstellung und den Handel übernehmen – und – eine neue Art von Planwirtschaft generieren, die dann auch die “Ein-Nischung” solcher Produktionsformen, die Sie im Kopf haben, als Alibi und bunte Bildchen ermöglicht.

    Übrigens, wenn ein Agrarwissenschaftler mit dem Satz: “… zwar müssen wir kein Fleisch essen, zu mindestens in unseren Breiten, das zeigen uns diejenigen, die sich vegetarisch ernähren…” an die Öffentlichkeit geht, hat er sich selbst disqualifiziert. Zu jedem Liter Milch gehören 100 g Rind (bzw. 60 g Rindfleisch), die gegessen werden müssen, zu jedem Ei gehört ein Anteil Huhn und Hühnerfleisch, der gegessen werden muß. Verlogener als “vegetarisch” geht nicht!

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    • Reinhard Seevers sagt

      Für mich sind die Anhänger des Speziesismus genauso gefährlich, wie Fundamentalisten und Extremisten. Sie sind die Folge einer aus den Fugen geratenen Dekadenz westlichen Wohlstands. Sie werden immer Anhänger und Verfechter finden, die dann über die Minoritätenkarte eine gesellschaftliche Mehrheit suggerieren, um dann politische und administrative Konsequenzen einzufordern, besonders in diesem Land, das vor moralischer Heuchelei nur so trieft.

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  5. Eckehard Niemann sagt

    Kanzelrede in Rotenburg am 6.11.2011 – Eckehard Niemann –
    Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft – AbL —-
    Liebe Gemeinde, liebe Besucher dieses Gottesdienstes!
    Ich bin sehr froh und auch dankbar für die Gelegenheit, heute hier in
    diesem Gottesdienst diese Kanzelrede zu halten. ——
    Warum bin ich eingeladen worden? Vermutlich wegen der aktuellen
    Auseinandersetzung darüber, wie wir unsere Nutztiere in Zukunft halten
    werden – und in diesem Zusammenhang wegen meines Engagements
    im Rahmen des Bürgerinitiativen-Netzwerks „Bauernhöfe statt
    Agrarfabriken“. —–
    Es ist gut, dass die Kirche – durchaus im gebotenen Rahmen – diese
    Frage aufgreift und in ihrer Synode auch ein gutes Positionspapier dazu
    beschlossen hat. —–
    Zu meiner Person: Ich bin Eckehard Niemann und wohne mit meiner
    Familie im Kreis Uelzen. Dort ist auch mein Hof, der allerdings
    verpachtet ist. Ich selber habe in Göttingen Landwirtschaft (Fachrichtung
    Agrarökonomie) studiert und war dann als Landwirt, Landwirtschafts-
    lehrer und als Agrarreferent im Ministerium tätig. Vor mehr als dreißig
    Jahren habe ich die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft mit
    gegründet, wo ich seither ehrenamtlich als Spezialist für Agrarindustrie
    und als Pressesprecher des Landesverbands Niedersachsen tätig bin.
    Ich bin evangelischer Christ und war mehrere Jahre im Kirchenvorstand
    unserer Gemeinde. —–
    Mir geht es heute um folgendes Bibelwort:
    „Sie haben alle einen Odem (also Atem), und der Mensch hat nichts
    voraus vor dem Vieh“ (Prediger 3,10). —–
    Mir ist dieses Bibelwort besonders nahe, weil es zeigt, dass die
    Beschäftigung mit Fragen des Tierschutzes keine aktuelle Mode ist,
    sondern eine Jahrtausende alte Anforderung. —–
    Ich selber komme eigentlich überhaupt nicht aus der so genannten
    „Tierschutz-Ecke“. Mit den Kühen, Schweinen, Hühner auf dem
    elterlichen Hof oder in der Lehre bin ich sicherlich nicht besonders
    sorgsam umgegangen -ganz abgesehen davon, dass früher beileibe
    nicht alles besser war – für die Tiere nicht und auch nicht für die
    Menschen. —–
    Ich habe früher über 100 Bullen gemästet. Als ich Besuch von früheren
    Freunden aus der Stadt bekam, habe ich ihnen stolz meinen neu
    umgebauten Bullenstall gezeigt. Aber die waren gar nicht begeistert,
    sondern kritisierten mich: „Die sind ja alle ihr Leben lang angebunden
    oder stehen in engen Boxen auf Spalten!“ Darüber hatte ich bisher nicht
    wirklich nachgedacht oder diese Tatsachen verdrängt. Ich kam darüber
    in ernsthaftes Grübeln. —–
    Auch wir Landwirte brauchen eine Diskussion und Anstöße von außen,
    um die „Normalität“ zu hinterfragen – denn man gewöhnt sich daran,
    oder man hat andere vordringlichere Sorgen. Oder man verdrängt es
    einfach, weil man keine Alternative sieht. ——-
    Mit der Agrarindustrie habe ich mich nicht aus Gründen des Tierschutzes
    beschäftigt, sondern weil das Vordringen der Agrarfabriken in der
    Geflügelhaltung und zunehmend in der Schweinehaltung die Bauern zu
    abhängigen Lohnmästern machte und macht, weil sie Bauernhöfe
    ruiniert und Konzerne an die Stelle von Bauernhöfen stellt – vermutlich
    auch bald in der Milchviehhaltung. Multinationale Konzerne wie
    Monsanto arbeiten mit ihrer Lobbymacht massiv daran, die Gentechnik
    in der Landwirtschaft durchzusetzen und die Kontrolle über die ganze
    Nahrungsmittelerzeugung zu bekommen. ——
    Insofern ging es mir ähnlich wie den meisten Mitgliedern von
    Bürgerinitiativen, die zunächst ja nicht aus Tierschutzgründen gegen den
    Bau neuer Großmastanlagen vorgehen, sondern weil sie zunächst
    einmal um ihre durch Geruch und Emissionen bedrohte Lebensqualität,
    um ihre Gesundheit und den Wert ihrer Immobilien besorgt sind.
    Erst wenn man in die Geflügel- und Schweineställe hineinschaut, erst
    wenn man Anstöße von außen erhält, erkennt man, was mit den Tieren
    gemacht wird, was wir mit den Tieren machen. —–
    „Sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts voraus vor
    dem Vieh“ (Prediger 3,10)
    Das klingt provokativ. Der Mensch soll nichts voraus haben vor dem
    Vieh? Sind wir Menschen nicht laut Bibel nach dem Bild Gottes
    geschaffen und berufen, über die Erde und die Tiere zu herrschen und
    sie uns untertan zu machen? Schließlich heißt es doch in der
    Schöpfungsgeschichte so:
    „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns
    gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die
    Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des
    Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“ (Moses 1,
    26) —–
    Aber Vorsicht: Die Schöpfungsgeschichte berichtet ganz bewusst davon,
    dass Gott am 6. Tag der Schöpfung nicht nur den Menschen, sondern
    auch die Tiere geschaffen hat. Beide an einem Tage, kein Schöpfungs-
    tag extra für den Menschen. —–
    Und hier kommen wir wieder zum Odem, den Gott dem Menschen und
    den Tieren eingeblasen hat, den Odem des Lebens, wie es in der
    Schöpfungsgeschichte heißt:
    “Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und
    blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der
    Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1.Mose, 2,7)
    „Sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts voraus vor
    dem Vieh“ (Prediger 3,10) —–
    Es gibt hier also zwei Aussagen:
    Der Mensch ist Gottes Ebenbild und soll über die Tiere herrschen
    und:
    Mensch und Tier sind gleich und haben den gleichen Odem.
    Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man Gottes Auftrag an
    die Menschen, sich die Erde untertan zu machen und über die Tiere zu
    herrschen, im hebräischen Urtext liest: nämlich gerade nicht als Freibrief
    zur Ausbeutung, sondern als verantwortliche Aufgabe, „wie ein guter
    König für seine Schutzbefohlenen zu sorgen“. ——
    Der Mensch als „Ebenbild Gottes“ ist das einzige Geschöpf, das im
    Namen und in Stellvertretung Gottes diese Aufgabe übernehmen kann,
    sich wie Gott gegenüber der Natur zu verhalten, mit Ehrfurcht vor Gottes
    Schöpfung und damit auch vor den Tieren (1. Moses 2,15). Tiere sind
    keine Sachen, keine seelenlosen Automaten – sie atmen, freuen sich und
    leiden wie wir. —–
    Tierrechte können nur vom Menschen vertreten werden, er hat als
    Statthalter klare Sorge- und Schutzpflichten gegenüber den Tieren, wie
    ein guter Hirte, wie es im 23. Psalm heißt.: Der Herr ist mein Hirte, mir
    wird nichts mangeln…“ Und dies nicht nur als lästige Pflicht, sondern mit
    Freude, mit der Freude an Gottes Schöpfung, die wir ja beim Singen des
    Liedes „Geh aus mein Herz und suche Freud…“selber spüren. —–
    Das empfinden wir beim Einzeltier ganz klar so. Da machen wir unser
    Herz auf,
    – wenn die Kühe beim ersten Austrieb froh in die Weide springen,
    – wenn Hühner wohlig sandbaden
    – oder wenn Schweine neugierig im Stroh wühlen.
    Oder auch wenn die Kuh Yvonne geflohen ist, wenn ein Huhn zwischen
    die Gleise des Harburger Bahnhofs gerät und gerettet wird. Da sind
    unsere Gefühle den Tieren ganz nahe, da fühlen und freuen wir uns mit
    ihnen und an ihnen. ——
    Für den Ausdruck oder für die Bestärkung unserer Gefühle brauchen wir
    sogar die Übereinstimmung mit der Außenwelt und mit Tieren. Wenn wir
    uns an Tieren und ihren Verhaltensweisen freuen, dann liegt das ganz
    tief innen daran, dass wir dabei wirklich sehen, fühlen und erleben, dass
    wir ein Teil eines großen Ganzen sind, dass wir in Gottes Schöpfung
    aufgehoben und verankert sind. Unsere Gefühle und Bilder haben sich ja
    in unserer Evolution an der stetigen Begegnung mit den Tieren
    entwickelt und vergegenständlicht. In der Rede des Häuptlings Seattle
    der Duwamish-Indianer heißt es: „Gäbe es die Tiere nicht, so stürbe der
    Mensch an großer Einsamkeit der Seele…“ —–
    Und: Die Tiere sind ja damals nicht mit uns aus dem Paradies vertrieben
    worden, sie haben keine keine Entscheidungsfreiheit, sie leben in der
    Gottesunmittelbarkeit weiter – so wie es der Schöpfungsplan vorgesehen
    hat. —–
    Umgekehrt: Wenn wir diese Sehnsucht, diese Prägungen und diese
    Gefühle beim Ungang mit Nutztieren verdrängen müssen, was macht
    das mit uns, mit unserer Weltoffenheit und mit unserer
    Mitgeschöpflichkeit? Unser Herz ist ein ganzes und nicht teilbar. Was wir
    in einer Seite des Herzens verdrängen oder verdrängen müssen – was
    macht das mit den anderen Teilen unseres Herzens und mit unserem
    Herzen insgesamt? ——
    Wir sind Teil der Schöpfung. Ob man dies nun auf die
    Schöpfungsgeschichte bezieht oder auf die Tatsache, dass wegen der
    Evolution ganz viele unsere Erbanlagen gleich sind. —–
    Wir haben eben gesungen „Geh aus mein Herz und suche Freud …“ Bei
    den meisten Tieren geht uns das leicht von den Lippen, wohl auch bei
    der Passage „die Glucke führt ihr Völkchen aus“. Schöne Bilder stehen
    uns da vor unseren Augen. Wir denken in diesem Moment nicht daran,
    dass wir mit der Glucke/den Hühnern in der Realität längst ganz anders
    umgehen:
    Kaum eine Glucke führt heute noch die Küken aus, denn die werden in
    Brutschränken ausgebrütet und dann als Eintagsküken in die Mast- oder
    Aufzuchtställe gebracht – bei den Lege-Rassen auch nur die Hälfte , weil
    die andere (männliche) Hälfte des „Völkchens“ gleich nach dem
    Schlüpfen aus dem Ei getötet wird. —–
    Und dies ist ja nur ein Aspekt der Tatsache, wir manche Tierarten zu
    unseren Nutztierarten gemacht haben – dass wir sie also nach unseren
    Zwecken halten (obwohl sie noch alle ihre Wildtier-Instinkte und
    artgemäßen Bedürfnisse haben und leiden, wenn sie diese nicht
    ausleben können). Wir gebrauchen und verbrauchen Nutztiere, töten,
    schlachten und essen sie. ——
    Das geht ja gar nicht mehr anders, wird man sagen, vielleicht sogar
    bedauernd – und eigentlich haben wir alle erstmal keine praktikable
    Lösung für viele der Fragen, die ich oben angerissen habe. Zwar
    müssen wir kein Fleisch essen, zumindest wir hier in unseren Breiten,
    das zeigen uns diejenigen, die sich vegetarisch ernähren. Aber auch die
    Berichte von Jesus und die Bibel geben keine klare Antwort, dazu ob
    man Tiere zum Essen töten darf. ——
    Aber wenn das so geschieht – umso mehr gilt dann das Gebot , die
    Mitgeschöpflichkeit der Tiere und die von Gott übertragene
    Verantwortung für die Tiere zumindest bei deren Haltung zu achten:
    Es ist nicht in Ordnung,
    – wenn knapp “40 kg” einseitig auf Brustfleisch gezüchtete Masthühner auf einem
    Quadratmeter gehalten werden, die ganze Zeit auf eigenem Kot, zu 70
    bis 100% mit schmerzhaften Fußballenentzündungen,
    – wenn Legehennen, Puten oder Enten die Schnäbel gekürzt werden,
    meist mit dauerhaften Schmerzen (Teile des Kiefers),
    – wenn wir intelligente, neugierige und geruchsempfindliche Tiere wie
    Schweine beengt auf Betonspalten über ihren eigenen Exkrementen
    halten, wenn den Schweinen die Ringelschwänze kupiert werden, nur
    damit sie sich wegen des geringen Platzes und wegen fehlenden Strohs
    nicht die Schwänze abbeißen,
    – kurz und gut, wenn wir nicht die Ställe den Tieren anpassen, sondern
    umgekehrt die Tiere den Ställen,
    – wenn wir Tiere wie Sachen behandeln und glauben, wir könnten sie mit
    agrarindustriellen Methoden genau so wie Schrauben produzieren. —–
    Es ist nicht in Ordnung,
    – wenn für die Produktion von Fleischüberschüssen importiertes
    Gentech-Soja in Übersee Nahrungsflächen und Kleinbauern verdrängt
    werden und der Regenwald dazu,
    – wenn mit Dumpingexporten die Ernährungssouveränität, die
    Selbstversorgung und die Existenz der Kleinbauern in den armen
    Ländern bedroht wird,
    – wenn wir den wirklichen Wert von Lebensmitteln vergessen haben und
    nach dem Prinzip „Geiz ist geil“ Lebensmittel einkaufen und zum großen
    Teil nicht mal aufessen. —–
    In der Bibel heißt es an einer Stelle sehr scharf: “Der Gerechte
    erbarmt sich seines Viehs, aber das Herz des Frevlers ist
    unbarmherzig“ (Sprüche 12,10). Das erinnert mich an den zornigen
    Jesus, der ja nicht nur lieb und vergebend war, sondern auch fordernd
    und auf Veränderung drängend. —–
    Nun sind zumindest die Tierhalter selbst keine Frevler und auch nicht
    unbarmherzig, genau so wenig wie das für diejenigen gilt, die die
    Produkte aus dieser Tierhaltung kaufen und essen. —–
    Aber die meisten von uns haben sich daran gewöhnt und lassen die
    problematischen Fragen danach gar nicht oder nur ungern an sich
    heran. Das ist erklärlich, denn die Konsequenz daraus bedeutet einen
    schmerzhaften Schnitt:
    – andere Einkaufs- und Essensgewohnheiten,
    – deutlich mehr Ausgaben und Kosten und
    – eine unklare Perspektive, wie denn Hartz4-Empfänger davon betroffen
    wären
    – und wie viele landwirtschaftliche Betriebe denn dann wie weitermachen
    könnten. —–
    Und doch ist jeder Einzelne gefordert, diese Verantwortung nicht weiter
    abzutun oder auf andere abzuschieben. ——
    Gleichzeitig ist klar, dass diese Problem nur gemeinsam durch einen
    gemeinsamen gesellschaftlichen Aufbruch gelöst werden können – wie
    bei der Kernenergie oder dem Klimawandel. .
    Das Gute ist, dass es diesen gesellschaftlichen Aufbruch bereits gibt und
    dass wir ihn nicht nur verstärken können, sondern auch müssen. —–
    Mit der Art unserer Tierhaltung und unseres Fleischkonsums hängen
    ganz viele Fragen zusammen, die das Überleben unseres Planeten und
    der Menschen bedrohen:
    – der Welthunger und die Armut,
    – die Klimakatastrophe und die Belastung von Wasser und Umwelt,
    – das Sterben der Bauernhöfe und der Regenwälder —–
    Zur Lösung all dieser Probleme muss und kann eine veränderte
    Tierhaltung beitragen:
    – wir können bestimmte Haltungsformen generell verbieten,
    – wir können Agrarfabriken oberhalb bestimmter Tierzahlen nicht mehr
    genehmigen,
    – wir können massive Umbauprogramme auflegen für die Umstellung auf
    eine artgerechte Tierhaltung und auf eine eigene Futtergrundlage der
    Betriebe,
    – wir können Tieren mehr Platz, Stroh und Auslauf verschaffen,
    – wir können das alles europaweit durchsetzen – im Rahmen der bereits
    vorhandenen EU-Richtlinien oder im Rahmen z.B. der EU-Agrarreform. —–
    Wenn wir das tun, dann bedeutet das zweifellos deutlich erhöhte Kosten
    für Landwirte und Preise für Verbraucher. Wir ersparen uns damit aber
    auch viele Verwerfungen und Schäden, die wir durch unsere
    Lebensqualität, Gesundheit und durch unsere Steuern bezahlen
    All das nützt gleichzeitig den Bauern – denn es bedeutet den Abbau der
    ruinösen und erzeugerpreis-drückenden Überschüsse und Spielraum für
    deutlich erhöhte Erzeugerpreise – mit gesellschaftlicher Akzeptanz,
    – dann geht der verringerten Fleischkonsums einher mit mehr Genuss
    und Gesundheit. —–
    Für all das gibt es eine deutliche und weiter wachsende gesellschaftliche
    Mehrheit. Selbst die Verbraucher, von denen ja beim Einkauf noch viele
    anders einkaufen, bekunden bei Umfragen ihre Akzeptanz für diesen
    Weg – sie meinen das ernst und würden keinen Aufstand wegen deutlich
    höherer Verbraucherpreise machen. —–
    Trotzdem: Dies wird kein leichter Weg, es gibt auf ihm viele zu lösende
    Probleme, aber sie sind lösbar – zum Vorteil fast aller. Die Ausreden,
    man könne ja nicht anders und es ginge ja nicht anders, ziehen nicht
    mehr: Weder Bauern, Agrarindustrie, Ernährungsindustrie, Handel noch
    Verbraucher können sich mehr wegducken – alle sind gefordert zu
    politischen Handeln. Entweder man ist Teil der Lösung – oder man bleibt
    Teil des Problems. —–
    All dies ist auch ein Beitrag dazu , die Welt neu zu ordnen nach dem
    Prinzip „Genug“ statt nach dem Primat der „Gier“. Knappheiten,
    Katastrophen und Preise werden uns ohnehin dazu zwingen. Besser wir
    handeln schon jetzt durch Einsicht. —–
    Unsere Hannoversche Landeskirche hat in ihrem Beschluss den
    respektvoller Umgang mit Tieren und die Durchsetzung von höchsten
    Standards in der Tierhaltung gefordert:
    “Die Tierhaltung und Lebensmittelproduktion in zu großen Einheiten bzw.
    industriellen Formen reduziert die Mittel des täglichen Lebens zu
    Produkten und fördert eine Anonymisierung und damit einen Kenntnis-
    und Werteverlust bei den Einzelnen, die beiden Geschöpfen schaden
    wird“ ——
    “An den genannten Maßstäben und Standards gemessen, muss
    bezweifelt werden, dass man in Großeinheiten und
    Großschlachtanlagen, wie sie heute bestehen oder geplant werden, dem
    Tierwohl und den sozialen und umweltethischen Anforderungen gerecht
    werden kann. Darum sollten die bestehende Anlagen gründlich
    überprüft und neue Anlagen nur dann genehmigt werden, wenn sie den
    genannten Maßstäben und Standards uneingeschränkt Rechnung
    tragen. Zu vermeiden ist ein nationale und internationale
    (Land)wirtschaftspolitik, die zwangsläufig von industrieller Technologie
    und Philosophie bestimmte Großhaltungen zur Folge hat. Technologie
    muss generell wieder „dienende“ Funktion übernehmen. Es ist ein
    Wandel notwendig, der zielgerichtet und unverzüglich zu Formen der
    Tierhaltung und Tiernutzung im Sinne von Tierwohl,
    Menschengesundheit und Nachhaltigkeit führt.
    Nötig ist ein profiliertes Leitbild, das landwirtschaftliche Unternehmen
    von agroindustriellen (Tier-)Fabriken unterscheidet, ohne dabei in
    romantisierende Vorstellungen aus Teilen der Gesellschaft von
    „bäuerlich“ zu geraten.“ —–
    Die Synode fordert eine Diskussion darüber vor Ort. Es ist gut, wenn die
    Kirche diese Diskussion moderiert: – nicht um zu bemänteln und zu
    beschwichtigen, sondern um leichtfertige Schuldzuweisungen in dieser
    Diskussion zu verhindern – zugunsten eines fairen, sachlichen Umgangs
    – wenngleich bestimmt nicht ohne Emotionen.
    Dies heute ist und wird hoffentlich ein Beitrag dazu und dafür, dass
    dieses Beispiel Schule machen wird. Ich bedanke mich für den Mut der
    Kirchengemeinde zu dieser Kanzelrede.

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  6. Eckehard Niemann sagt

    Herr Donhauser hat auf die Frage nach der christlichen Haltung zur “Produktion” von Fleisch auf der Internetseite von “katholisch” tatsächlich nicht mehr zu bieten als die Forderung, doch bitte das gesamte Schwein aufzuessen. Was zwar richtig ist, aber doch vor allem auch borniert-ausklammernd in Bezug auf die Tier-Haltung selbst und die konkrete Frage vom Umfang der Getreidevewertung durch Verfütterung: ——
    “Frage: Gibt es eine christliche Haltung zum Konsum und zur Produktion von Fleisch? Gibt es Grenzen? — Donhauser: Die Grenze ist dann überschritten, wenn das Tier, das für uns gelebt hat und gestorben ist, nicht mehr geehrt wird. Wenn ein Großteil dessen, was aus dem Tier entstanden ist, Fleisch, Wurst, einfach weggeworfen wird.” —–
    Bitte etwas oder sogar deutlich weiterdenken – gerade als Diakon und LSV-Aktiver…

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    • Eckehard Niemann sagt

      Und hier noch, was Herr Donhauser auf der Internetseite “katholisch” in einem Interview zur artgerechteren Schweinehaltung mit Stroh immer noch zum Besten gibt: ——–
      “Donhauser: Das ist ein idyllisches Bild mit dem Auslauf und dem Stroh – aber das muss man auch rational durchdenken. Wenn man nur zwei, drei Schweine halten würde, wäre das kein Problem. Aber auch im ökologischen Bereich braucht man mindestens zwischen 60 und 80 Mutterschweine, um ein Familieneinkommen zu erwirtschaften – und dann wird die Idylle zum hygienischen Fiasko. Das ist wie bei den Menschen: Wenn irgendwo zwei, drei Familien allein leben, gehen sie hinters Haus, um ihre Notdurft zu verrichten, das ist kein Problem. Schon in einem Dorf, erst recht in einer Stadt wie München oder Berlin braucht es eine Infrastruktur, um Hygiene zu gewährleisten – sonst kollabiert alles. Und genauso ist es in der Tierhaltung. Das Schwein auf dem Stroh wirkt idyllisch. Aber warum schlafen wir Menschen nicht mehr auf Stroh, sondern auf guten Matratzen? Stroh zieht Feuchtigkeit, bietet ideale Voraussetzungen für Pilze, für Hefen, für Milben und so weiter. Das ist unhygienisch. Aber bei Tieren sieht man darin immer noch das Heil. Das bringen wir Praktiker nicht zusammen.” —– Fragt sich angesichts dieser erschreckend flachen-“Argumentation” Donhausers nur, warum wir Menschen denn nicht auch auf Spaltenböden schlafen und urinieren/koten. —- Das Schwein sucht wühlend seine Nahrung und braucht auch deshalb zumindest Stroh, und das Schwein ist viel reinlicher als Donhauser meint, und Schweine mit ihrem extrem empfindlichen Geruchsorgan (Trüffelsuche!) leiden nachweisbar auf den Spaltenböden oberhalb ihrer eigenen Fäkalien und die einem Hund vergleichbar intelligenten Schweine leiden unter der öden Streß-Haltung und würden sich deshalb – bei derartiger Stress-Haltung – die Ringelschwänze abbeißen. —– Schlimm, dass Herr Donhauser all das nicht weiß oder nicht erwähnt:
      Vielleicht sollte er – trotz der ruinösen Schweinpreise – seine nebenberuflichen Aktivitäten als Diakon erstmal aussetzen und sich stattdessen der Fortbildung in Sachen Artgerechtere Schweinehaltung” widmen, anschließend einem vertieften Studium der Aussagen der Bibel zur Tierhaltung. Und bis dahin möge er schweigen – oder die berechtigte Kritik an seinen platt-bornierten und zur Schau getragenen Auslassungen aushalten… Vielleicht bezahlt ihm seine Kirche ja auch die dringend notwendige Fortbildungs-Auszeit…

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      • Sabine sagt

        Ich finde es schwierig jemanden das Studium der Bibel zur Landwirtschaft zu empfehlen, um aus ihm einen tierfreundlicheren Landwirt zu machen. Ich möchte hier nur auf die im AT zu bestimmten Jahres- und Lebensabschnitten dringend angeratenen Opferriten hinweisen. Ja, man soll dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul zubinden und die Autoren mögen es nicht, wenn ein Lämmchen in der Milch seiner Mutter gekocht wird, aber ein kurzer Blick in die Zahl und Häufigkeit und die Art der Tieropfer lässt wenig Empathie für Tiere erahnen. Ab davon, dass Menschen dort auch nicht so viel besser behandelt werden. Ich mein, wir erinnern uns doch alle an diese Geschichte wo ein angesehenes Ehepaar keine Kinder zustande brachte und daher ganz selbstverständlich ihre Haussklavin dazu zwangen ein Kind für sie auszutragen, um Kind und Mutter dann zum Sterben in die Wüste zu treiben, als beide lästig wurden. Großartige moralische Vorbilder, wie der Typ der seinen Untergebenen auf eine absolut tödliche Militäraktion schickt, da mit der zuhause dessen Frau vögeln kann. Supertyp, wenn man mich fragt.

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  7. Bauer Claus sagt

    Wir alle müssen Geld spenden um den Hunger in der Welt zu bekämpfen.
    Das Problem ist aber, man kann Geld nicht essen, und wenn keine Nahrung da ist kann man Sie nicht kaufen.

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  8. Bauer Fritz sagt

    Wenn ich mir die kirchlichen Verkünder des Evangeliums nach Greenpeace so lese, daß eigentlich all jene, die da mit dem Aufstellen und Teilnahme an der #gruenenVier nichts Besseres im Sinn haben als “mit dieser Überproduktion die Märkte in den afrikanischen Ländern zu stören und die Mehrproduktion auch nicht zur Sicherung der Welternährung beitrage”, dann fürchte ich, daß deren Aufnahme in den Himmel der Woken ein klarer Riegel vorgeschoben ist.

    Es bleibt zu hoffen, daß der “Chef” selber das dereinst ein wenig anders sehen wird. Etwa so wie bei Mt25 ff:
    Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. (Laienhafte Hoffnung: Vielleicht zählen dazu dann auch all jene die solche Böcke schießen wie in obigen Links seines “Bodenpersonals”)
    Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. ……

    Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen. …….

    Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
    Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!

    Das sind dann doch Aussagen mit denen man als “normaler Mensch” besser leben kann als mit dem Woken-Evangelium. Mich zumindest beruhigt das weitgehend.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Steht ein Atheist nach seinem Versterben verwundert vor Petrus.
      Ja, ja sagt Petrus, ihr kommt auch hier an, aber ihr könnt euch aussuchen, ob ihr in die Hölle, oder in den Himmel kommt.
      Gut, sagt der Atheist, kann ich mir das mal ansehen? Na klar sagt Petrus.
      Hölle: Teufel und alle Anderen sitzen am Pool mit Blick aufs Meer und mit Drink im Liegestuhl, rund rum ist Party, eine Bluesband spielt.
      Nanu, sagt der Atheist, die Christen haben mir die Hölle immer ganz anders beschrieben ?
      Ach so, die Christen, ja. Warte, ich zeig dir mal was.
      Der Teufel geht mit ihm an einen tiefen Krater. Unten drin sind schreiende Menschen im Feuer und werden von gräßlichen Kreaturen gepisackt.
      Das haben wir extra für die Christen gebaut, sagt der Teufel, die wollten das so.

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Der christliche Umgang mit dem Wolf:

    Entweder ihn domestizieren wie das Franziskus mit dem Wolf von Gubbio tat:
    https://www.kirche-im-hr.de/sendungen/22-assisi-franziskus-und-der-wolf-von-gubbio/

    oder ihn zum Teufel jagen wie Wolfgang.

    Wolfgang, der Sohn freier, aber nicht adeliger Eltern, lebte im 10. Jahrhundert und war Bischof von Regensburg, der er bis zu seinem Tod blieb.
    Als Heinrich der Zänker einen Aufstand gegen Kaiser Otto II. wagte, hat Wolfgang, weil er den aufflammenden Krieg nicht verhindern konnte, sich der Legende nach mit 52 Jahren ins Kloster Mondsee begeben. Ein Jahr später sei er an den Abersee gegangen und dort in einer Höhle auf dem Falkenstein Einsiedler geworden. An dieser Stelle steht seit 1626 eine Kapelle. Wolfgang beteiligte sich als Benediktiner an der Urbarmachung des Landes. Als ein Helfer bei der Rodung des großen Waldes Durst bekam, habe Wolfgang am Falkenstein eine Quelle entspringen lassen; deren Wasser wird bis heute als heilkräftig betrachtet. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, welcher immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. So warf Wolfgang sein Beil von jener Stelle am Falkenstein, wo jetzt die “Hacklwurf-Kapelle” steht, ins Tal, um den Ort für den Bau einer Kirche und einer Klause zu ermitteln. Das Beil landete in der Wildnis, und Wolfgang musste die Hilfe des Teufels in Anspruch nehmen, um den Bau zu verwirklichen. Der Teufel erbat sich als Lohn das erste lebende Wesen, welches die Kirche betreten würde. Der gottesfürchtige Wolfgang hatte Glück, denn es war ein wilder Wolf, der sich als erstes Wesen in die Kirche verirrte. Durch ein Loch in der Kirchendecke ist der Wolf schließlich dank des frommen Heiligen Wolfgang “zum Teufel gegangen”.

    • Elisabeth Ertl sagt

      Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich schließe mich der christlichen Sichtweise an. Die Natur hat den Menschen u. a. dazu hervorgebracht, damit er die Evolution übernehmen kann, z.B. den Wolf zum Hund weiter entwickeln. Und nein, ich habe durchaus nichts gegen museale Wölfe in Sibirien und im Yellowstone, in Gehegen, Zoos und Forschungsstationen. .

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  10. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Wer Ackerflächen unserer größten christlichen Glaubensgemeinschaften gepachtet hat, weiß die dort vorherrschende Ethik und Moral selbiger gut einzuschätzen. Der Kompass in diesen Reihen muss jetzt endlich ganz schnell neu justiert werden, will man künftig überhaupt als moralische Instanz zu einer zwingend notwendigen Glaubwürdigkeit wieder erstarken.

    Aktuell sind wir hiervon jedoch weit, sehr weit entfernt – der christliche Glaube jedes einzelnen Individuums bedarf allerdings nicht zwingend eines präsenten Gotteshauses dieser mächtigen Kirchenoberen, die augenscheinlich nicht imstande sind, eigene grandios schwerwiegende menschliche Verfehlungen der jüngsten Vergangenheit endlich gnadenlos aufarbeiten zu wollen.

    Spenden an Misereor u.a. sind für mich deshalb aktuell tabu, was aber nicht heißt, dass ich unseren Mitmenschen in Not nicht helfen will/kann.

    Regelmäßig spende ich daher z.B. der weltweiten Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, da ich aus meinem persönichen Umfeld weiß, dass diese direkt vor Ort in den jeweiligen Krisengebieten beeindruckende, nicht selten übermenschliche Leistungen erbringen, nicht selten unter dem Einsatz des eigenen Lebens. Auch andere seriöse Hilfsprojekte, ins Leben gerufen von Menschen, die eben nicht verstohlen wegzusehen wissen, wo immer es auch brennt, wo insbesondere auch wehrlose Kinder unverschuldet in Not und Elend geraten sind, unterstütze ich im Rahmen meiner Möglichkeiten. – Das ganze muss nicht organisiert sein von einem selbst erheblich in Verruf geratenen übermächtigen Kirchenapparat, der aktuell innerhalb unserer Gesellschaft selbst den Anspruch auf eine überzeugende Authentizität in der Außenwirkung weitgehend verwirkt hat.

    Schöne wohlfeile Sonntagsreden überzeugen und helfen jedenfalls recht wenig. – Uns Bauern fällt man ohnehin unverzeihlich in den Rücken, indem man unsere Rolle als Brunnenvergifter, Umwelt- und Klimaverschmutzer ganz im Sinne unserer NGOs unters gemeine Kirchenvolk zu streuen weiß. – „Worte, erst einmal gesprochen, verhalten sich wie Federn im Wind – sie können niemals wieder eingefangen werden.“ Ob man sich dessen gewahr ist, wenn man solche Predigten von der Kanzel herab hält, mag ich in diesem Falle ernsthaft bezweifeln!!!

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  11. Andreas sagt

    Es ist schon auffällig, wie gerade die Hobby-Bauern, die haupsächlich ihr Geld als Pensionisten, Diakone, Vertreter, Berater usw. verdienen, dem Narrativ der “Landwirtschaft ohne Auflagen” hinterher rennen.
    Jetzt ist es auf einmal der Hunger in Afrika, wo sich eigentlich 65 % der nutzbaren Ackerfläche der Welt befindet, der zum Erreichen ihrer Idealvorstellung einer auflagenfreien Landwirtschaft dienen soll.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Haben sie den Stein des Weisen gefunden,
      dann lassen sie uns daran teilhaben.

      Nein, besser sie gehen nach Afrika und bringen denen bei, wie man Landwirtschaft macht.
      Der Deutsche muss dann die Geflügelteile selbst essen, die derzeit die Schlachtindustrie nach Afrika verscherbelt.

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      • Inga sagt

        Das
        “Nein, besser sie gehen nach Afrika und bringen denen bei, wie man Landwirtschaft macht.”
        haben schon viel schlauere versucht!

        Ja, und wenn die von ihrem eigenen Grund und Boden, bzw. Ökologie leben sollen/wollen, dann müssen wir unsere unedleren Teile der Schlachttiere selber essen.
        Sonst wäre die Entwicklungshilfe ja kontraproduktiv!

    • Jürgen Donhauser sagt

      @Andreas Ich finde es immer interessant, wie Urteile über Menschen gefällt werden, von denen man eigentlich zu wenig weiß.
      1. Ich weiß nicht, ob man einen Betrieb mit 400 Zuchtsauen und 1500 Mastschweinen als Hobbybetrieb bezeichnen kann.
      2. Ob Du meine Aufwandsentschädigung als Diakon von 190 €/Monat als Haupteinkommen bezeichnen würdest.
      Insofern frage ich mich schon, wer von uns beiden einem “Narrativ” hinterher rennt, oder wer hier ein “Hobby-Agrarexperte” ist?

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        • Jürgen Donhauser sagt

          @Andreas, ja wenn man nur oberflächlich recherchiert und nur Teilwissen zusammen trägt. Es gibt Diakone im Hauptberuf, und es gibt Diakone mit Zivilberuf. Ich gehöre zur zweiten Gruppe.

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    • Smarti sagt

      Andreas, was sind Sie von Beruf ? Haben Sie schon mal mit Landwirtschaft zu tun gehabt – auf was für einem Hof und wie ?

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          • Eckehard Niemann sagt

            Hallo, Herr Jürgen Donhauser, wenn ich – in bezug auf Ihre Person – bei Google einfach @Jürgen eingebe und mir dann wie “evo…” (wer immer das sein mag) einfach aus dem Google-Angebot was raussuche – ob das dann den richtigen “Jürgen” träfe? Wäre man gerade als “Diakon” nicht zu einem anderen Umgang mit Menschen verpflichtet – statt ihrer Dankes-Antwort an “evo…”, das erkläre “einiges” über “@Andreas”??? Schlimm auch dies.

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          • Bauer Willi sagt

            @Hans
            Andreas Fendt scheint nicht mehr aktiv zu sein. Nicht mal mehr beim DBV. Oder er ist überall gesperrt…
            Bei Andreas R. mache ich das nicht. Er hat immer so schön skurille Ansichten, auf die sich dann immer alle stürzen. Das ist unterhaltsam. Mir ist dafür die Zeit zu schade..

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            • Eckehard Niemann sagt

              Auch “Bauer” Willi macht also das Szenario mit, aus einem Kommentatoren-Vornamen “Andreas” auf den (vage vermuteten und vermutlich falschen) Namens-Inhaber öffentlich zu spekulieren und zu “urteilen” . Unwürdig sowas.

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    • Schmeckt gut sagt

      Die 65 % in Afrika sind mit einfachem Dreisatz schon erkennbar aus der Luft gegriffen. Wo kommt diese Zahl her? Nur so als Anmerkung – und darum geht es ja in der erwartbaren Hungerkrise: Wie hoch ist der weltweite Anteil an Ackerfläche in Russland, in der Ukraine, in den USA, Südamerika, Australien. Sieh sehen, 65 % in den Raum zu werfen sind diplomatisch ausgedrückt, bescheuert.

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        • Schmeckt gut sagt

          Jeder verantwortlich denkende Mensch hat die Pflicht, Krisen im Blick zu haben und möglichst zu mindern. Und ihr Link zitiert den Chef vom größten Düngemittelhersteller Europas. Mit nachvollziehbaren Eigeninteressen. Erst gemeint?

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          • Reinhard Seevers sagt

            “Für Holsether liegt der Schlüssel darin, die afrikanischen Kleinbauern produktiver und nachhaltiger werden zu lassen. Dies würde aber eine gewisse Zeit dauern. „Das hätte einen unglaublichen Einfluss auf die Lebensmittelsicherheit sowie auf die ländliche Entwicklung in Afrika. Und es würde den Kontinent zur Kornkammer für den Rest der Welt machen.“

            Hätte, würde……was für ein Geschwurbel, wenn die Bauern weder lesen noch schreiben können und schon gar keine Rechte in Bezug auf das Eigentum haben, geschweige denn Kapital für Investitionen.
            Der Chinese wird die Flächen beackern und sein Volk damit ernähren und – hätte-würde – guckt wieder blöd aus der Wäsche. Sicher ist nur, dass die Dekadenz-Gesellschaft dieser Republik der hiesigen Landwirtschaft die Schuld geben wird. Da wird es kein Konjunktiv geben.

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        • Thorens sagt

          Etwas verstehe ich daran nicht. Afrika war die Kornkammer, Afrika könnte die Kornkammer wieder werden – schön und gut. Aber warum ist Afrika das denn nicht heute? Zur Zeit der Römer lebten keine 200 Mio. Menschen auf dem Planeten, da ist es nicht so schwer, Kornkammer zu sein. Woran liegt es, dass die Staaten in Afrika sich kaum selbst ernähren können, wenn doch den Thesen nach die Ausstattung dafür vorhanden ist? Liegt das an den Zeiten der Kolonialisierung? Hat man den Menschen dort es so nachhaltig ausgetrieben, auf eigenen Füßen stehen zu können?

          Ist es vielleicht auch eine Mentalitätsfrage, warum der Kontinent offenbar weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt? Selbst war ich nie dort und kann mir nur ein Bild machen aufgrund von Darstellungen. Ein Bekannter war etliche Jahre in ehemals französisch Afrika und hat im Rahmen von Entwicklungshilfeprojekten LKW-Werkstätten aufgebaut. Was der in Bezug auf die Mentalität der Menschen dort erzählt hat, spricht Bände. Mentalität oder Weltanschauung ist weder gut noch schlecht, sie kann voranbringen oder nicht.

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          • Eckehard Niemann sagt

            Hallo Herr/Frau “Thorens”, kann es sein, dass Ihre schlichte Frage nach afrikanischen “Mentalitäten” als Ursache für den Hunger in (Teilen) Afrikas nicht auch durch schlichten Rassismus erklärbar wäre?? Was würde denn”Bauer” Willi als ja schon weitgereist-ausgewisener Agrarier dazu sagen?

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            • Thorens sagt

              Sie werfen mir gerade nicht etwa Rassismus vor, oder?

              Anstatt hier in ihren ungezählten jüngsten Kommentaren vorweigend Diskutanten persönlich anzugreifen, vermisse ich persönlich Ihre jeweilige Stellungnahme zum angesprochenen Thema. Oder haben Sie dazu nichts zu sagen?

              Erklären Sie mir, warum der Zustand in Afrika ist, wie er ist. Danach können wir uns über Mentalitätsfragen unterhalten.

              • Reinhard Seevers sagt

                👍
                Thorens, der deutsche Bauer ist Schuld daran, dass etliche Länder in Afrika sich nicht selber verssorgen können. Weil das so ist, müssen sie eben als Strafe dafür weniger erzeugen, damit das Bild aufrechterhalten werden kann.
                Mir hat noch keiner erklären können, warum die deutschen Milcherzeuger nicht auf Teufel komm raus Milch liefern können, damit Milchpulver an das world-food programm geliefert werden kann? Sollen die wirklich Geld essen? Na dann…..

      • Andreas sagt

        Elisabeth,
        Auflagenfreie Landwirtschaft, wann hat es die gegeben ?
        Bekanntlich hat Karl der Große schon im 9. Jahrhundert in Europa die Dreifelderwirtschaft angeordnet.
        Es gab Flurzwang !
        Brache – Winterung – Sommerung = 33 % Brache
        Hätte es damals bereits Bauer Willi und das Internet gegeben
        wäre sicher alles anders gekommen

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        • Reinhard Seevers sagt

          Nee Andreas, es wird auch mit Bauer Willi kommen, wie es in 1100 Jahren immer kam. Egal ob es die Kirchen waren, der Adel oder heute die NGOs, immer wurden Bauern als “Bauernopfer” benutzt und genutzt. Weder die Kirchenleute, noch der Adel, noch die Mitglieder von NGOs erzeugten oder erzeugen Nahrung, aber Gängelung durch Unfähigkeit.
          Es geht um Macht und Geld, um nichts anderes.

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          • Inga sagt

            Richtig Reinhard,

            aber kann und darf das in unserer aufgeklärten Gesellschaft noch sein?

            Wer sollte sich hier was schämen?

          • Eckehard Niemann sagt

            … und um Interessenvertretung mit gesellschaftlichem Weitblick” …,

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Und waren der Flurzwang und die Dreifelderwirtschaft dazu da, Biodiversität zu schaffen? Oder eher dafür, dass die Landwirtschaft ihren ureigenen Zweck optimal erfüllt, die Gesellschaft mit Essen zu versorgen?

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          • Eckehard Niemann sagt

            … oder lag es vielleicht ja doch an den fehlenden Möglichkeiten der Nährstoff-Zufuhr durch “künstliche” Düngung, weshalb die einjährige Brache (z.T, mit Beweidung) not-wendig war?

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      • Inga sagt

        Klar, die haben mit der Natur zusammengelebt. Elisabeth.
        Und konnten deswegen ganz anders damit umgehen.

        Vielleicht haben sie oder einige von ihnen die Brache entdeckt und Karl der Große hat sie dann verordnet.

        Damit er und die anderen oberen 10.000 auch was zum beißen hatten.
        Vielleicht hat damals noch jeder sein eigenes Stück Land gehabt, wo er nur für sich und seine Familie anbaute!

        So hat sich das dann weiterentwickelt, dass die Industriearbeiter auch satt wurden und konnten ihre ganze Kraft in diese stecken.

        Und der Staat wird von ihr dafür belohnt!

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Die Dreifelderwirtschaft hatte es in der Antike auch schon gegeben. Die ist von den Benediktinern tradiert und von dort aus wieder verbreitet worden. Dazwischen hatte es einen Rückschritt gegeben.

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    • Christian Bothe sagt

      @Andreas.Ziemlich unverschämt wie Sie daher reden…Vorher denken bevor man die Klappe aufmacht oder den Blog bedient!

      • Eckehard Niemann sagt

        Hallo, Herr Bothe – könnten diese Auslassungen hier vielleicht auf Sie zurückfallen?

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  12. Marian E. Finger sagt

    Kolonialherren mögen sich darüber Gedanken machen, ob sie es moralisch verantworten können, die Menschen in ihren Kolonien hungern zu lassen. Nur haben weder die Kirchen noch die EU Afrika gegenüber den Status eines Kolonialherrn. Unter dem ach so moralischen Deckmäntelchen verbirgt sich meiner Ansicht nach die alte Arroganz und Anmaßung des ehemaligen Kolonialherrn. Diese Haltung den angeblichen “Drittweltstaaten” gegenüber, die sich darin ausdrückt, Afrika ganz in unserem westlichen Sinne “entwickeln” zu müssen, hat dem Kontinent mehr geschadet als genutzt und die Afrikaner erst recht in die Armut getrieben. Es gibt eine deutliche Korrelation zwischen der Höhe der sog. “Entwicklungshilfe” und der Verarmung der afrikanischen Bevölkerung.

    Die Europäer leben in einer unglaublichen Blase der Selbstgefälligkeit und halten sich immer noch für den Nabel der Welt. Afrika, Asien und Lateinamerika sehen den sog. “Westen” jedoch mit anderen Augen. Statt in alten, längst überlebten Mustern immer weiterzumachen, sollten wir den Vertretern anderer Länder lieber aufmerksamer zuhören. Ein Großteil der afrikanischen Staaten unterhält gute Beziehungen zu Russland und China, weswegen die Handelsbeziehungen trotz des Krieges weitergehen.

    https://www.heise.de/tp/features/Ein-Grossteil-der-Welt-steht-ambivalent-zum-Ukrainekrieg-Und-das-zu-Recht-6662735.html

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  13. Thorens sagt

    Ob die Kirchen den Parolen der Grünen folgen oder einfach denen des Mainstreams sei dahingestellt. Zumindest die katholische Kirche hat derzeit alle Hände voll damit zu tun, die Menschen wieder mehr von sich zu überzeugen, nach all den Missbrauchsgeschichten. Da halte ich es einfach für den Weg des geringsten Widerstands, ins gleiche Horn zu stoßen, wie die, die offenbar die Meinungshoheit haben. Auch Kirche ist ein Wirtschaftsbetrieb geworden, spätestens als der Bau des Petersdoms in Rom finanziert werden wollte. Und weil es mit den klassischen Symbolen und Drohkulissen heute nicht mehr funktioniert, müssen andere vermeintlich mehrheitsfähige Anschauungen her, um die zahlenden “Mitglieder” bei der Stange zu halten, will man nicht untergehen.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Thorens – exakt erfasst, was ich in diesem Artikel zum Ausdruck bringen wollte!

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      • Eckehard Niemann sagt

        Nur, um es nochmal deutlich zu machen, die Frage an den Teilzeit-Diakon Donhauser: Sie unterstützen und bezeichnen als Ihre Meinung, dass die katholische Kirche zwecks Ablenkung von Mißbrauch und zwecks Wiedergewinnung der Meinungshoheit und zwecks Finanzen sich gegen die Interessen von Landwirten positioniert?

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        • Thorens sagt

          Zwar bin ich nicht J. Donhauser, aber da sich dessen Kommentar auf meinen Beitrag bezog, erlaube ich mir, Ihnen zu antworten.

          Sie müssen das falsch verstanden haben, Herr Niemann. Die Kirche positioniert sich nicht gegen etwas, sondern für den Mainstream. Der heißt so, weil die meisten ihm anhängen. Und wenn man mit der Meute läuft, finden sich auch leichter Anhänger für die eigene Sache. Zumindest von meiner Seite hätte das so verstanden werden wollen. Daher danke ich Ihnen ausdrücklich dafür, auf diesem Weg mitgeteilt zu haben, dass ich mich weiter oben vielleicht nicht ganz präzise ausgedrückt hatte.

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  14. Obstbäuerin sagt

    Brot für die Welt: “Wir haben es satt!” – so war die Demo 2020
    “Bei der „Wir haben es satt!“-Großdemonstration gehen zum mittlerweile zehnten Mal Zehntausende gegen die Agrarindustrie und für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf die Straße. Gemeinsam demonstrieren wir gegen die fatalen Auswirkungen der intensiven industriellen Landwirtschaft.” Wo immer auch NGO`s gegen die Landwirtschaft aktiv werden, findet man die Kirchenorganisationen als Unterstützer. Und die Mitarbeiter der vernetzten Organisationen sind mal hier und mal dort aktiv. Oft an Stellen, die großen Einfluss auf die Politik, die Medien und den Mainstream haben: z.B. “Anna Cavazzini war bis April 2019 bei Brot für die Welt für die Menschenrechte und den Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen zuständig. Sie arbeitete zuvor mehrere Jahre im Europa-Parlament, bei der UNO und bei Campact zu den Themen gerechte Globalisierung, Handelspolitik und nachhaltige Entwicklung.” Wirkliche Hilfe für die Entwicklung einer leistungsfähigen Landwirtschaft afrikanische Länder wäre die Ausbildung von Landwirten auf neuestem wissenschaftlichem Stand. Stattdessen werden in Einzelprojekten (die den betreffenden Menschen sicher helfen aber keine Lösung sind) kleinbäuerliche Verhältnisse zementiert und idealisiert: “Öko-Landbau schützt vor Armut -Reiche Ernte im Gemüsegarten
    Außerdem hat die Kleinbäuerin gelernt, auf ihrem kleinen Stück Land verschiedene Gemüsesorten anzubauen: Mais, Süßkartoffeln, Erdnüsse und verschiedene Bohnensorten. Sie weiß, wie sie ihre Ernte lagern muss, damit sie nicht verrottet oder von Vögeln und Nagern gefressen wird. Zudem stellt sie Käse her und kümmert sich um die Hühner. „Ich arbeite gerne mit meinem Mann auf dem Feld, aber am meisten gefällt mir die Tierhaltung“, sagt sie. Das Kraftfutter für die Hühner produziert sie selbst: aus Mais, Maniok, Bohnen, gerösteten Eierschalen und etwas Salz.”

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  15. Elisabeth Ertl sagt

    Herr Donhauser, Sie haben doch als Theologe die Möglichkeit, die Leute dort abzuholen, wo sie sind. Versuchen Sie es einmal mit den Heiligen:

    17. März: Patrizius – das Wesen der Kulturlandschaft

    Der Heilige Patrizius ist ein Schutzpatron der Nutztiere. Sein Lebenslauf hat viel mit Tieren zu tun.
    Grundsätzlich sind Heilige, die einen Bezug zu Tieren haben, meist männlich.
    Weibliche Heilige haben mehr mit der Vegetation zu tun: Der 17. März ist ja gleichzeitig auch der Tag der Heiligen Gertrud, der ersten Gärtnerin im Frühjahr. Um diese Zeit fängt die Arbeit im Gemüse- und Obstgarten an.

    Patrick von Irland lebte 400 bis 461. Er wurde in Britannien geboren, aber im Alter von 15 Jahren von Piraten entführt und als Sklave nach Irland gebracht. Dort musste er der Überlieferung nach die Schafe des Stammesfürsten hüten.
    Nach der Rückkehr in seine Heimat und einem Aufenthalt in Frankreich als Mönch kehrte er schließlich als Missionar wieder nach Irland zurück. Bei seiner Ankunft sollen alle Schlangen und giftigen Tiere die Insel verlassen haben.
    Patrick bekehrte tausende Menschen. Er ließ angeblich 365 Kirchen bauen.

    Patrick vertreibt die giftigen Tiere, und er hütet die Schafe.
    Das widerspricht dem Ideal vieler Naturschützer, die der Meinung sind, dass es der Natur ohne den Menschen am besten ginge. Aber dieses Bild ist falsch. Und es ist ganz und gar unbiblisch.

    Zwar stimmt es leider, dass wir seit etwa 200 Jahren mit unserer Wirtschaftsweise immer mehr Lebewesen, auch sehr nützliche Pflanzen und Tiere ausrotten.
    Aber jener Höhepunkt der Artenvielfalt vor 200 Jahren, der im Naturschutz als Ideal gilt, ist erst durch den Menschen überhaupt entstanden. Indem wir viele Wälder rodeten, schufen wir Platz nicht nur für unsere Kulturpflanzen und Nutztiere, sondern auch für viele Organismen, die aus den östlichen Steppengebieten einwanderten und zu den Waldbewohnern dazu kamen.
    Ohne Landwirtschaft hätte es bei uns keine Laubfrösche gegeben, keine Eidechsen, Blindschleichen, Äskulapnattern, keine Spatzen, Goldammern, Schwalben und Schleiereulen, keine Rebhühner und Feldhasen, keine Fledermäuse und viel weniger bunte Schmetterlinge.

    Nicht DASS wir in die Natur eingreifen, ist ein Problem, sondern WIE wir es tun. In jeder noch so guten Beziehung gibt es auch Konflikt. Jeder muss in gewissen Situationen zu Gunsten des anderen auf etwas verzichten, wenn die Beziehung das Leben bereichern soll. Und so muss manchmal die Natur den menschlichen Anliegen weichen und ein anderes Mal wieder der Mensch der Natur ihren Raum lassen.
    Diese Balance wird aber zerstört, wenn das menschliche Tun nur noch vom Geld bestimmt wird.

    Patrizius hat 365 Kirchen gebaut, für jeden Tag im Jahr eine. Und wenn wir die vielen alten Kirchen, Kapellen und Kreuze in unserer Kulturlandschaft betrachten, dann wird uns klar, dass für unsere Vorfahren der Glaube lange Zeit viel wichtiger war als das Geld.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Elisabeth – religiöse Argumente werden oftmals (auch von einigen Blogmitgliedern) perse abgelehnt. Deshalb habe ich diese Art des Artikels bewusst gewählt, um überhaupt einen kritischen Zugang und Austausch zu ermöglichen. In spirituellen Kreisen ist ein religiöser Zugang/Argumentation (wie von Ihnen beschrieben) durchaus angebracht.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Wenn es darum geht, die Blogmitglieder anzusprechen, gebe ich Ihnen recht. Aber der Inhalt Ihres Artikels war ja der Umgang der Kirchen mit dem Thema. Die Kirchen sind ja selber keine Agrarexperten und darauf angewiesen, dass man sie entsprechend berät.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Matthäus im 6. Kapitel:
          Jesus Christus spricht zu seinen Jüngern:
          Vers 25
          Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und
          trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist
          nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die
          Kleidung?
          Vers 26
          Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie
          sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie
          doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

          Also, was sorgt ihr euch, habt Vertrauen und Zuversicht, alles wird gut…..wers glaubt!🙋‍♂️😐

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          • Jürgen Donhauser sagt

            @ Reinhard Seevers, wissen Sie was das Schwierigste ist, dass auch in einer Notsituation wirklich zu glauben. Als ich eines meiner 4 Kinder verlor, hätte mir keiner mit solchen Sprüchen und Glauben an einen guten Gott kommen brauchen. Jetzt, Jahre danach weiß ich, dass durch diese Fügung mein Leben eine positive Richtung genommen hat, die sonst ganz anders verlaufen wäre. Meine Frau und ich sehen inzwischen auch dramatische Ereignisse als Möglichkeit an, entweder daran zu zerbrechen, oder vielleicht auch eine Chance zur Veränderung zu erkennen. Das ist mit der Corona Pandemie so, wie auch jetzt mit dem Krieg – so schlimm wie es sich auch momentan anhört und anfühlt. Für die derzeit direkt Betroffenen aber unzumutbar – was menschlich nachvollziehbar ist.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Ja, so war es auch gemeint Herr Donhauser. Leider sind die wenigsten Menschen bereit das Leben und die Sicht auf die Welt ohne Wertung zu betrachten, und es gelassen anzugehen, besonders, wenn ihr Leben davon abhängt.
              Wer nichts zu verlieren hat oder lediglich sein Leben gewinnen kann, der ist auch in der Lage Dinge zu ertragen oder zu tun, die unsereins sich nicht vorstellen kann. Und wer religiös verblendet oder ideologisch verbohrt ist, mit dem kann man keine einvernehmliche Lösung finden.

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            • Bauer Willi sagt

              Wir hatten in unserer Familie auch eine gesundheitlich kritische Situation mit einem der Kinder, an der eine Ehe entweder zerbricht oder umso mehr zusammenfügt.

              Wir sind immer noch verheiratet. Wird auch wohl so bleiben…

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            • Obstbäuerin sagt

              Auch Jahre später kann ich dem frühen Tod unseres Sohnes nichts aber auch gar nichts positives abringen.

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              • Tunn sagt

                Liebe Obstbäuerin, das meinte Herr Donhauser wohl nicht, dass andere Menschen, die einen Schicksalsschlag erleben, es so annehmen sollen wie er und seine Frau es schließlich vermutlich nach langer Zeit des Ringens und Fragens und Zweifelns. Für ihn war es so, dass er jetzt sagen kann: das schlimme Ereignis war auch eine Chance für uns. Das schlimme Ereignis wird dadurch nicht weniger schlimm, wenn man oft viele Jahre später, sagen kann: es ist trotzdem (!) gut geworden. Ich wünsche Ihnen alle Kraft, mit dem frühen Tod Ihres Sohnes zu leben. Freundliche Grüße

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  16. Ludwig sagt

    Gut gesprochen. Aus meiner Sicht haben die Kirchen während Corona ein Totalversagen hingelegt. Es gibt auch kaum noch den Einsatz für die Gläubigen , von Ausnahmen einzelner Pastoren mal abgesehen. Kirchen, die Schlepperschiffe betreiben und zur Verdummung bei FFF beitragen sollten lieber gleich zu den Grünen gehen und nicht die Kirchsteuer für ideologische Projekte mißbrauchen. Wenn ich meinen Glauben nicht hätte , dann wäre ich schon längst aus der Kirche ausgetreten. Selbst angagierte Kirchenleute beklagen das Versagen und den falschen Weg der Kirche. Leute wie Bedfort-Strom und Marx sollten lieber zu den Grünen gehen , als die Vorsitzenden der Kirchen zu sein ., aber die Nachfolger sind nicht besser. Trotz der massiven Kirchaustritte merken es diese Leute in ihrer Ideologie nicht , daß sie auf dem falschen Weg sind.

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  17. Christian Bothe sagt

    @J.Donhauser. Ein sehr guter Gastbeitrag des Diakons und Landwirts! Bin ja selbst katholisch, und sehe das ähnlich! Alles folgt dem Mainstream, grünen Ideologien und den staatstragenden Medien in jeder Beziehung gerade in det Jetztzeit…Unsere LW, welche die Ernährung hier und auch in der Welt 365 d im Jahr sichert, wird vollkommen unterbewertet! Deshalb sind solche Beiträge und das Engagement von Dr.Kremer-Schillings zur Gestaltung des Blogs hier enorm wichtig!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @ Christian Bothe – Danke, dass tut gut. Denn ich erwarte auch eine Reaktion der Amtskirche (die dies wahrscheinlich) anders sieht……

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  18. Smarti sagt

    In der jetzigen Zeit den Landwirten das Bewirtschaften des eigenen Ackers ( 4 % ) zu verbieten, ist Mord duch Nahrungsentzug.
    Es kann nicht auf jeder Fläche Brotweizen angebaut werden, aber wir brauchen schliesslich auch Tierfutter ( wird ja dann Nahrung ), Energie ( ebenso lebenswichtig ) und Verpackungsmaterial ( ohne Verpackung wirds schwierig ) etc.
    Was wir Menschen und auch die Natur gerade nicht brauchen, sind noch mehr Kriege, ausgelöst durch Hunger.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Smarti – Vor allem dein letzter Satz: “Was wir Menschen und auch die Natur gerade nicht brauchen, sind noch mehr Kriege, ausgelöst durch Hunger.” trifft mich mitten ins Herz. Das Verhalten, und die Aussagen des russischen Patriarchen, als höchsten Vertreter der russisch, orthodoxen Kirche zum Krieg, treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Da kann ich (auch hier im Blog) verstehen, warum man sich vom “Religionen” bzw.. von den Kirchen abwendet.

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  19. oberländer sagt

    es wird ganz schnell Zeit das unsere Herrschaften lernen das
    mit billigen Worten nichts zu gewinnen ist.( auch kein Krieg )
    Heute morgen in der Schwäbischen ein Artikel eines Paletten –
    Herstellers ; es gibt bald keine Nägel mehr .
    Ohne Paletten kein Warentransport.
    Ich denke unsere Phantasten werden ganz schnell geerdet werden.

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    • Smarti sagt

      Leider werden die ihre ganze Energie darauf verwenden, einen Schuldigen zu suchen.
      Danach werden sie um Hilfe (nach Steuergeldern) schreien… danach gibt es einen Stuhlkreis… und der kommt zum Schluss, dass es zuwenig staatliche Kontrollen gibt.
      Zumindest dieses Problem kann dann gelöst werden :).

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  20. Günter sagt

    Es ist billig, die Not in der 3. Welt für persönliche Befindlichkeiten zu mißbrauchen!
    Wo wart Ihr die letzten 20 Jahre?
    In diesen Jahren sind ein vielfaches an Menschen verhungert als im Moment, ohne dass es ausser
    ” Brot für die Welt ” jemanden gekümmert hat.
    Aber im Moment läßt sich halt der Krieg hervorragend instrumentalisieren.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Menschen verhungern weil “Brot für die Welt” und “caritas” sich kümmern.
      Die verhindern seit Jahrzehnten einen Weg aus der Subsistenzlandwirtschaft !
      Dem Einfluß dieser Organisationen ist auch die Haltung der EU zu verdanken, Hilfsgelder an afrikanische Staaten an das Bedienen westeuropäischer Mode-Erzählungen und Frames zu binden.

      Lasst Afrika in Ruhe !
      “Das letzte, was wir brauchen, ist eine Bande reicher Staaten, die unseren Fortschritt missbilligen, ohne unsere schwierige Lage zu verstehen. Wenn es Afrika nicht gelingt, moderne Anbaumethoden einzusetzen, dann erwartet meinen Erdteil ein Desaster. Wir werden weder das Potential der Grünen Revolution, noch das der gentechnischen Revolution ausschöpfen können. Die Landwirte werden mehr und mehr Herbizide und Pestizide verwenden und dabei unsere Einnahmen senken und die Biodiversität gefährden. Die Kosten für die Pflanzenproduktion werden steigen und somit auch die Lebensmittelpreise. Mehr Menschen werden hungern.”

      Brief des kenianischen Landwirtes Gilbert Arab Bor an die europäische Kommission 2016

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Dem Einfluß dieser Organisationen ist auch die Haltung der EU zu verdanken, Hilfsgelder an afrikanische Staaten an das Bedienen westeuropäischer Mode-Erzählungen und Frames zu binden.”

        Das ist das Problem. Funktioniert ja auch gut, wie man an Günter beispielhaft sehen kann.

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        • Günter sagt

          @Reinhard:
          Im Gegensatz zu Dir habe ich in einigen Ländern Afrikas gearbeitet und kann mir schon ein Urteil erlauben.
          Es ist eben die Arroganz der Europäer zu glauben,
          sie sind relevant für die Welternährung.
          Was hat die Deutsche Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren erreicht? Sie hat mindestens die Hälfte Ihres Berufstandes eliminiert, alles unter dem Deckmäntelchen “Wachsen oder Weichen.
          Die alten weisen Männer wedens auch irgendwann begreifen müssen

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Nicht die Bauern haben die Hälfte Ihres Berufstandes eliminiert, sondern der Handel und der Verbraucher.
            Auch die BIO Betriebe werden finanzielle Probleme bekommen.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Günter, wer nicht differenzieren kann zwischen kapitalistischer Ökonomie und Agrareffizienz, der ist als Diskutant verbrannt.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Nicht nur die deutsche Landwirtschaft, Günter. Das Wachsen oder Weichen ist Grundprinzip dieser Wirtschaftsweise. Die nächste Generation, die über Alternativprojekte neue Wege ausprobiert, scheitert letztlich an diesen Gesetzmäßigkeiten, wie zum Beispiel dem dauernden Wechselspiel von Lohn- und Preissteigerung, dem man nur mit mehr Wachstum und Produktivität begegnen kann.

            In Afrika gelebt haben übrigens in den vergangenen Jahrhunderten viele Europäer. Das hat diesem Kontinent sehr geschadet. Als sie nach dem Ende der Kolonialzeit und dem Beginn der Unabhängigkeitsbewegungen rausgeworfen wurden, haben sie es verstanden über ihre vorher geschaffenen Strukturen fast jegliches Land in Stellvertreterkriege zu zwingen und genossenschaftliche Wege, die die Lage in der Landwirtschaft tatsächlich verbessert hätten, als “Kommunismus” diffamiert und weitgehend verhindert.

            Auch die allgegenwärtige Korruption und Bürgerkriege sind kein Produkt der “Mentalität”, sondern der vom Westen betriebenen Spaltung der Bevölkerungsgruppen mit den daraus folgenden Bürgerkriegen. “Teile und herrsche” ist das Grundprinzip westlicher Afrikapolitik. Wenn es doch zu Einigungsbewegungen kommt, die den Interessen der Ressourcenausbeuter entgegenstehen, wie beispielsweise dem Versuch der Afrikanischen Union aus der Dollar-Abhängigkeit auszusteigen, werden die Länder an der Spitze mit Krieg überzogen (Libyen ist das populärste Beispiel). Die Landflucht in die Städte, die auch in Europa stattgefunden hat, erfordert eine Landwirtschaft, die mit weniger Arbeitskräften und Effektivität diese Städte versorgen kann.

            Allein in Kenia hat sich der Anteil der lokalen Kleinerzeugermärkte an der Versorgung z.B. Nairobis, zu Gunsten moderner einheimischer Landwirtschaft, in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten und auch nicht falsch. Es ist auch hier wieder eher die Aktivität reicher Europäer bzw “des Westens”, die mit ihrem Geld die besten Produktionsstandorte besetzt, um z.B. “Wegwerfrosen” für Europa zu produzieren.
            Es gibt keine einfachen Lösungen und das Fördern der Subsistenzwirtschaft ist zwar unmittelbare Hilfe, zementiert aber als “einziger Weg”, wie ihn Europäer teils sehen, die Armut und Unterversorgung auf Dauer.

            So haben die Importverbote einiger afrikanischer Länder die Erzeugerpreise bei Hühnern auf europäisches Bio-Preisniveau befördert – mit dem Effekt, dass der Verbrauch extrem zurückging und die Versorgung über eine Verdreifachung des “Buschfleischverbrauches” “verbessert” wird.

    • Smarti sagt

      “Wir” haben Lebensmittel exportiert. Du, Günter, hast uns dann vorgeworfen, wir würden mit unseren Dumpingpreisen den Markt dort vergiften, und deshalb müssten jetzt auch noch die letzten kleinen Selbstversorger-Bauern dort dicht machen. Du, Günter, hast uns vorgeworfen, dass mit unserer billigen Pulvermilch dort die ganze Lebensmittel-Industrie kaputt machen
      ( bestehend aus 3-l- Milchkannen, ungekühlt auf der Gartenmauer, abgeholt vom Mofakurier, verarbeitet in einem 40 l – Milchkessel….).
      Nein, auf keinen Fall mache ich mich lustig über diese Kleinstadt …. aber wie sollen eine Handvoll 5-l – Milchkühe und 50 Hennen eine ganze Stadt ernähren ?
      Die Bauern dort haben im Grunde genommen dieselben Probleme wie wir, nur wegen der Witterung, der Armut und der unsicheren Lage sind die Probleme noch viel grösser….

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Günter, es gab noch nie so eine lange friedvolle Zeit in Europa wie die letzten Jahrzehnte. Dies ist vor allem der leistungsfähigen Landwirtschaft zu verdanken, die es schaffte ausreichend, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel umweltschonend bereit zu stellen. Durch die Rationalisierung konnten Arbeitskräfte für die Industrie freigestellt werden, dass unser Lande wiederum diesen Wohlstand beschert hat. So viel zur Bemerkung: ” Was hat die Deutsche Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren erreicht?”
      Wir Landwirte haben Hunger bekämpft, dadurch Frieden geschaffen und den Grundstein für unseren Wohlstand gelegt!

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      • Eckehard Niemann sagt

        Ob diese schlichte Donhauser-Sicht wirklich verantwortungsbewusst die Ursachen von Kriegen und die notwendigen Strategien zu deren Verhinderung beleuchtet???
        Herr Willi, warum um alles in der Welt haben Sie diesen “Diakon mit Zivilberuf Landwirt” zum Zentrum dieses Ihres Beitrags gemacht? Das sagt viel aus über Sie selbst und tut dem Herrn Donhauser und der Welternährung vermutlich keinen Gefallen. Aber jeder ist ja selber verantwortlich dafür, wie er sich öffentlich präsentiert…

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  21. Reinhard Seevers sagt

    Unsere weichgekochte ökoidealisierte Gesellschaft merkt nicht, was sich derzeit als Gegenbewegung auftut. Der Ukrainekrieg ist das Fenster, was aufgestoßen wurde, dahinter stecken Ideen einer neuen Form religiöser Gegenbewegungen. In Ungarn ist der Autokrat bestätigt worden, Frankreich steht vor einer Richtungswahl, Polen ist bereits auf dem Weg, Serbien ebenfalls, Russland sowieso…..und in diesem Land ist man wie immer blind, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf.
    Es kommen harte Zeiten…..
    “Europa zwischen freiheitlich-konservativem Widerstand und linksliberal-globalistischem Establishment”
    https://www.eurasischesmagazin.de/artikel/Freiheitlich-konservative-Metapolitik-Religion/20170262

    Die etablierten Kirchen versagen.

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    • Inga sagt

      Und die Chinesen?
      Sollen die mit uns machen was sie wollen?
      Verlieren wir dann unsere Individualität?

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