Ein Gastartikel von Jürgen Donhauser, der eine ungewohnte Perspektive aufmacht. Können Pflanzen fühlen? Als Tierhalter war ich die letzten Jahren immer wieder Kritik ausgesetzt, wie ich fühlende Lebewesen so halten und zum Schluss töten und esse kann. Diesen scheinbaren Konflikt, so sagte man mir, hätte ein Vegetarier nicht. Nun habe ich mal gehört, dass Pflanzen auch Schmerz „empfinden“ und sogar miteinander kommunizieren können. Und tatsächlich, finde ich Erklärungen: https://www.nationalgeographic.de/umwelt/die-sinne-der-pflanzen# Schlüsselsatz daraus: Die von uns postulierte Kluft zwischen Tieren – beweglich, empfindsam, mit einem Hirn begabt – und den bewusstlos „vegetierenden“ Gewächsen schließt sich zunehmend. Pflanzen, so glaubt eine Reihe von Forschern heute, sind nicht nur intelligent wie Tiere. Sie haben, wie diese, ein Interesse an ihrer eigenen Existenz, die sie mit allen Mitteln bewahren wollen. Sie haben einen Standpunkt, eine Perspektive und reagieren unmittelbar auf das, was ihnen zustößt. Mit dieser Erkenntnis ist der moralische Konflikt (darf ich Tiere essen) auch auf Pflanzen ausgeweitet – oder auch nicht. Denn die Anerkennung, dass – egal was wir tun oder wie wir uns verhalten: alleine unsere bloße …