Jahr: 2022

Ausstieg aus den Subventionen…!?

Ein nachdenkenswerter Text, der sicherlich innerhalb der Landwirtschaft sehr unterschiedlich diskutiert werden wird:  sollen wir aus dem System der GAP (betriebsindivuell) aussteigen? Ich habe dazu eine klare Meinung, sag aber (noch) nicht, welche 🙂 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Macron, Le Pen und die Landwirte

Der Ausgang der Wahl in Frankreich hat nicht nur für Europa eine große Bedeutung. Ich habe deshalb Marian E. Finger („Fingerphilosoph“) mit Wohnsitz in Frankreich gefragt, ob sie uns aus ihrer Sicht erläutern kann, wie die Franzosen denken und warum Marine Le Pen einen solch starken Zulauf hat. Und wie immer: Der Text stellt die Meinung der/der Autor/in dar. Macron oder Le Pen? Eins muss man Marine Le Pen lassen: Sie hat sich mit dem Wahlkampf viel mehr Arbeit gemacht als der Titelverteidiger Emmanuel Macron. Das kann man auch von Jean-Luc Mélenchon, Valérie Pécresse, Anne Hidalgo und den anderen aus der 1. Wahlrunde sagen. Emmanuel Macron hatte schließlich anderes zu tun. Zuerst musste er die Pandemie bekämpfen und die Ungeimpften wahlweise „in die Scheiße reiten“ oder ihnen „auf die Eier gehen“, je nachdem, wie man seinen viel diskutierten Ausspruch nun übersetzen will. Und danach hatte er auch keine Zeit für den Wahlkampf, weil er ständig mit Putin telefonieren musste. Das ging so weit, dass wir hier schon Wetten abgeschlossen haben, ob er seine Kandidatur für …

20% Bio bis 2012, 30% Bio bis 2030

2002, als vor 20 Jahren, lag der Anteil von Bio in Deutschland bei 3,2% an der Fläche.  Die damalige Landwirtschaftsministerin Künast wollte diesen Anteil in 10 Jahren – also bis 2012 – auf 20% erhöhen. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/landwirtschaft-kuenast-in-der-klemme-a-176881.html Dieses Ziel hat Renate Künast „etwas“ verfehlt. Der Anteil liegt heute bei rund 10%. Die Zuwachsraten haben sich wieder verlangsamt, auch wenn das in der Überschrift des nachfolgenden Artikels anders anmutet. https://www.oekolandbau.de/handel/marktinformationen/bio-flaeche-waechst-2020-um-ueber-fuenf-prozent/ Warum ich das zum Thema mache? Politische Willenserklärungen sind ja per se nicht verkehrt, müssen aber mit Maßnahmen unterlegt werden. Auf die Frage, wie den in nur 8 Jahren in Deutschland der Anteil der Bio-Landwirtschaft von derzeit 10,3% (nach Fläche) auf 30% (Bezugsbasis unklar) verdreifacht werden soll, bekommt man aus dem BMEL die Antwort, dass man in den Kantinen mehr Bio anbieten will. Zur Erinnerung: Von 2002 bis 2021 hat der Anteil der Bio-Landwirtschaft um 7%-Punkte zugelegt. Bio-Produkte werden mittlerweile auch bei den Discountern und Supermärkten angeboten und intensiv beworben. An einer Kette muss man ziehen, damit sie ihren Zweck erfüllt. Eine Kette zu schieben bringt nichts. …

„Die Frist ist abgelaufen“…

Ein Mitglied des Deutschen Bundestages, Heike Brehmer, stellt am 13. April eine Frage an das BMEL und bekommt am 20. April eine Antwort. Nein, eigentlich ist es keine Antwort, denn die gestellte Frage „zur Nutzung brachliegender ökologischer Vorrangflächen für ackerbauliche Maßnahmen“ wird nicht beantwortet. Hier der Brief der Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick. 617-Antwort-PStnN_4_117_Brehmer Was sagt sie?  „Der Beschluss wurde Deutschland am 23. März 2022 mitgeteilt. Die Frist von 21 Tagen ist damit abgelaufen.“ Die Aussage hinter der Aussage: „Fragen Sie nicht so dumm, Sie wissen doch, dass wir das nicht wollen. Und deshalb haben wir das getan, was wir am besten können. Nichts!“ Was mich betroffen macht: Was ist für ein politischer Stil! Das ist Kindergarten-Niveau.    

Die Friedenspartei – Pflugschare zu Schwertern

Ostern ist vorbei. Auch die Ostermärsche, über die – nach meiner Wahrnehmung – in diesem Jahr nicht so viel berichtet wurde wie in den Jahren zuvor. Ich bin in diesem Jahr verwirrt, weil ausgerechnet die Partei, die einst als Friedens- und Umweltpartei  begonnen hat, jetzt deutlich anders argumentiert. Wie stehen eigentlich die Stammwähler von damals dazu? Mehr Waffen (für die Ukraine) fordert Özdemir   https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtschaft-handel-und-finanzen-oezdemir-fordert-mehr-waffen-fuer-ukraine-wegen-moeglicher-hungerkrise/28258608.html Habeck  https://www.tagesschau.de/inland/habeck-waffen-ukraine-105.html Baerbock  https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/annalena-baerbock-fuer-lieferung-schwerer-waffen-an-ukraine,T2gpoDf Ricarda Lang  https://www.haz.de/der-norden/gruenen-chefin-ricarda-lang-fordert-mehr-waffen-fuer-die-ukraine-3Y2ZJGMZLQIUM6O5CSMVDOSRIA.html Nouripour  https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtschaft-handel-und-finanzen-gruenen-chef-nouripour-mehr-waffen-in-die-ukraine-liefern/28190492.html Hofreiter  Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Ich frage mich, ob das wirklich der richtige Weg ist. Die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter, ohne dass jemand absehen kann, wo das endet. Andererseits kann die Ukraine diesen Krieg nicht aus eigener Kraft gewinnen. Aber diesen Krieg kann – so oder so – niemand gewinnen. Alle werden verlieren.  

Öffentliche Anhörung im sächsischen Landtag

Am 14. April durfte ich auf Einladung des Sächsischen Landtag als Sachkundiger meine Meinung zur Zukunftskommission Landwirtschaft abgeben. Hier mein Statement. (9 Minuten)   Mit dabei waren Prof. Schmidke von FiBL in der Schweiz, Werner Schwarz vom DBV, Fabian Wendenburg von Familienbetriebe Land & Forst Prof. von Witzke, Thaer Forum für Agrikultur Dr. Lukas Egli vom UFZ Leipzig Unsere Aufgabe war es, auf die Fragen der Abgeordneten zu antworten. Ich denke, dass dies allen Sachkundigen gelungen ist, wenn auch die Meinungen in einigen Belangen unterschiedlich waren. Ich wünsche mir mehr solcher Anhörungen. Uns als Landwirten wird damit klar, wo die Politik Wissensbedarf hat, die Abgeordneten können sich ein eigenes Bild machen.        

Landverstand – Sachverstand!

„Landverstand“. So lautet der Titel des Buches, das Timo Küntzle aktuell geschrieben hat. Ich habe die über 300 Seiten an drei Abenden gelesen, so spannend und interessant ist es geschrieben. Hinter Landverstand verbirgt sich viel Sachverstand, denn Timo ist zum einen Journalist, zum anderen Landwirtssohn. Was ist der Inhalt des Buches und für wen ist es geschrieben? Ketzerisch würde ich sagen, für den pensionierten Oberstudienrat, der zu allem eine Meinung, aber nicht zu allem auch Wissen hat. Es geht um Klimagase, Artenvielfalt, Gentechnik, Pestizide und Kunstdünger. Wenn Sie jetzt schwer durchatmen: entspannen Sie sich wieder, denn Timo Küntzle nimmt nicht die Position des großen Anklägers ein, sondern erläutert – immer fachlich und mit Quellen hinterlegt – warum diese Themen mit der Landwirtschaft zu tun haben, was davon begründet und was davon nur halb oder garnicht wahr ist. Am Ende der 9 Kapitel steht immer eine Zusammenfassung. So stehen zum Beispiel am Ende des ersten Kapitel  (mit dem Untertitel: „Im Einklang mit der Natur verhungern wir“) unter anderem Landwirtschaft bedeutet die Bewirtschaftung des Landes. Der Mensch …

Ein Streitgespräch über Ernährung… in Zeiten des Krieges

Nein, eigentlich war es kein Streitgespräch. Aber eine deutliche Meinungsverschiedenheit mit Florian Schwinn, Journalist, Buchautor und Radiomoderator gab es schon. Journalisten neigen ja bekanntlich zu grünem Gedankengut. Ich habe Florian (hoffentlich) auf andere Gedanken gebracht. Und selbst auch gelernt. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Getreide im Trog…im Tank…auf dem Teller…

Seitdem klar ist, dass die Versorgung mit Nahrungsmittel in Unordnung geraten ist, wird darüber diskutiert, dass Getreide im Futtertrog landet. Nach Meinung vieler zu viel Getreide. In einem früheren Artikel habe ich klargestellt, dass es nicht möglich ist, die komplette Menge an Getreide für den menschlichen Verzehr nutzbar zu machen. Was mich nach einer Diskussion mit einem Berufskollegen jedoch nun umtreibt ist die Frage, warum ich, warum wir Bauern uns in diese Diskussion aktiv einbringen? Kann ich als Getreidebauer die Verwendung meiner Ernte in irgendeiner Weise beeinflussen? Wie jeder andere Ackerbauer verkaufe ich mein Getreide an den Landhandel bzw. Genossenschaft. Ob es von dort auf den Teller, in den Trog oder in den Tank geht, weiß ich nicht und kann ich auch nicht steuern. Welche Fragen ich mir stelle: Wer kann das steuern? Wer hat es bisher gesteuert? Wer hat dafür gesorgt, dass Getreide im Tank gelandet ist? Warum wird die Diskussion über die Getreidemengen im Tank nicht mit gleicher Vehemenz geführt? Welche Mengen können schnell für den menschlichen Verzehr nutzbar gemacht werden können? Was …

Können Pflanzen fühlen?

Ein Gastartikel von Jürgen Donhauser, der eine ungewohnte Perspektive aufmacht. Können Pflanzen fühlen? Als Tierhalter war ich die letzten Jahren immer wieder Kritik ausgesetzt, wie ich fühlende Lebewesen so halten und zum Schluss töten und esse kann. Diesen scheinbaren Konflikt, so sagte man mir, hätte ein Vegetarier nicht. Nun habe ich mal gehört, dass Pflanzen auch Schmerz „empfinden“ und sogar miteinander kommunizieren können. Und tatsächlich, finde ich Erklärungen: https://www.nationalgeographic.de/umwelt/die-sinne-der-pflanzen# Schlüsselsatz daraus: Die von uns postulierte Kluft zwischen Tieren – beweglich, empfind­sam, mit einem Hirn begabt – und den bewusst­los „vegetierenden“ Gewächsen schließt sich zunehmend. Pflanzen, so glaubt eine Reihe von Forschern heute, sind nicht nur intelligent wie Tiere.  Sie haben, wie diese, ein Interesse an ihrer ei­genen Existenz, die sie mit allen Mitteln bewahren wollen. Sie haben einen Standpunkt, eine Perspektive und reagieren unmittelbar auf das, was ihnen zustößt. Mit dieser Erkenntnis ist der moralische Konflikt (darf ich Tiere essen) auch auf Pflanzen ausgeweitet – oder auch nicht. Denn die Anerkennung, dass – egal was wir tun oder wie wir uns verhalten: alleine unsere bloße …