Alle Artikel in: Bauer Willi

Die Sache mit dem Wasser-Fußabdruck

Ich habe ja neulich in einem Beitrag erläutert, dass mein Weizen eigentlich kein Wasser „verbraucht“. Das ist mir nicht aus dem Kopf gegangen und so habe ich mich auf die Suche nach weiteren Zahlen und Fakten gemacht. Auf der Seite www.waterfootprint.org bin ich fündig geworden. Dort gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die ich mal für euch aufbereitet habe. Mit den Werten bin ich zwar nach wie vor nicht einverstanden, wie ich ja beim Weizen-Artikel schon gezeigt habe, nehme die Zahlen der Studie jetzt aber mal für bare Münze, denn jetzt soll es um verschiedene Kulturen und die kalorische Betrachtung gehen. Die erste Grafik zeigt den Wasserfußabdruck (WFA) verschiedener Kulturen. Zuckerrohr benötigt danach am wenigsten Wasser, Sojabohnen am meisten. Da ist es also wieder, das böse Soja. Nun kann man Zuckerrohr ja nicht essen, wohl aber Äpfel. Die „verbrauchen“ aber auch wenig Wasser. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man den Wassergehalt von Äpfeln (und auch Zuckerrohr) betrachtet. Der Wassergehalt ist natürlich wesentlich höher als bei den trockenen Sojabohnen und da die …

Mein Weizen verbraucht kein Wasser

In Diskussionen mit Mitbürgern wird mir häufig an den Kopf geworfen, dass „ihr Landwirte ja die größten Wasserverbraucher schlechthin“ seid. Dazu habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht. Hier, bei mir im Rheinland, fallen pro Jahr etwa 700 mm Regen. Das sind 700 l pro Quadratmeter und damit deutschlandweit ein guter Durchschnitt für Ackerbauregionen. Jetzt habe ich mal im World Wide Web, das ja alles weiß, recherchiert, wieviel Wasser denn für 1 kg Weizen verbraucht wird. Auf den verschiedenen Seiten findet man Angaben von 1200 bis 1600 l pro kg Weizen. Nehmen wir einmal den Mittelwert, also 1400 mm pro kg Weizen an und rechnen weiter. Auf unseren Böden erzielen wir einen Weizenertrag von rund 16 t/ha, wovon 10 t Körner und 6 t Stroh sein sollen. Das Stroh verbleibt auf dem Acker, wird also in der Bilanz nicht berücksichtigt. 10 t/ha Körnerertrag entspricht 1 kg Weizenkörner pro Quadratmeter. Merkt ihr was? 700 mm Regen und 1400 mm Wasserverbrauch? Irgendetwas kann da nicht stimmen. Der angegebene Wasserverbrauch ist doppelt so hoch wie die tatsächliche Niederschlagsmenge. …

Lieber Mettenden als als Mett enden

Vorige Woche war ich bei Sarah Dhem. Kennt ihr nicht? Das ist ein Fehler! Sarah Dhem ist jung, blond und sehr sympathisch. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie eine kleine Firma mit dem Namen Kalieber, in der sie hochwertige Fleischer-Handwerkskunst zaubert. Unter anderem auch Zungenwurst, aber auch tolle andere Produkte. Ich bin noch ganz hin von den verschiedenen  Salami (oder heißt es Salamies?) vom Bunten Bentheimer Schwein. Und dann die verschiedenen Leberwürste… und der gekräuterte Kamm…oder „das Gemüse für Männer“ (geräucherte Bierknacker). Ich wollte von ihr wissen, warum der Firmenname Kalieber heißt und wie eine junge Frau in Zeiten von Vegetariern und Veganer dazu kommt, gerade jetzt hochwertige Fleisch- und Wurstwaren herzustellen. Hier seht ihr die Antwort. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Übrigens ist Sarah auch im Vorstand des Bundesverbandes der Fleischwarenindustrie und hat diesen in der Sendung „Hart aber fair“ sehr …

Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 1

Während der Grünen Woche im Januar 2016 meldete sich die Welttierschutzgesellschaft e.V. bei Bauer Willi (BW) und fragte nach, ob es die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gäbe. Wir haben daraufhin beschlossen, einen Gedankenaustausch zu führen, den jeder auf seinen Medienkanälen zur Diskussion stellt. Fangen wir mit dem Dialog an. Im ersten Teil stellt Bauer Willi Fragen an Katharina Tölle und Dr. Leif Koch, beide sind verantwortlich für die KUH+DU Kampagne der Welttierschutzgesellschaft. Den zweiten Teil bringen wir am 10. März. Bauer Willi: Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nicht von der Welttierschutzgesellschaft gehört. Was macht ihr konkret und was unterscheidet euch von anderen Tierschützern? Katharina Tölle: Wir sind eine Tierschutzorganisation, die hauptsächlich in Schwellen- und Entwicklungsländern Haus-, Nutz- und Wildtierprojekte unterstützt. Dabei arbeiten wir in enger Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen. Wir fördern beispielsweise Schutzzentren für Bären, großflächige Kastrations- und Tollwutkampagnen von Hunden und Katzen sowie mobile Tierkliniken. All dies wird immer von Bildungsmaßnahmen begleitet, denn wir sind der Auffassung: Tierschutz fängt beim Menschen an. In Deutschland liegt unser Fokus auf den Milchkühen. Hier haben wir im …

Der Schaffner ist schuld

Sind Sie in der letzten Zeit einmal mit der Deutschen Bundesbahn gefahren? Und hatte der Zug – wieder einmal – Verspätung? Nun sitzen Sie im Zug, der Termin, den Sie einhalten wollten, klappt nicht mehr und nun kommt der Schaffner und fragt Sie nach dem Fahrausweis. Wie ist Ihre Reaktion? Nicht unwahrscheinlich, dass Sie wütend sind und nun auf den Schaffner losgehen: „So ein Mist. Immer das gleiche mit euch. Da will man mal auf das Auto verzichten und dann so was. Kein Verlass auf euch. Was war denn jetzt schon wieder los? Das war das letzte Mal, dass ich mit der Bahn gefahren bin. Sauerei!“ So, dem haben Sie es aber mal gesagt! Der Schaffner hat nun zwei Möglichkeiten zu reagieren: Erste Möglichkeit: er nimmt achselzuckend Ihren Fahrausweis, entwertet ihn und geht ohne weitere Worte weiter. Ihre Reaktion: „So ein Stoffel, den scheint das alles nicht zu interessieren. Typisch Bundesbahn“. Und Ihr Zorn bleibt. Zweite Möglichkeit: er schaut Sie freundlich an, und erklärt, dass er Ihren Zorn gut verstehen kann. Die Sparmaßnahmen der Bahn-AG …

Greenpeace – Grüne – Glyphosat

Mich hat die Meldung über Glyphosat im Bier nicht überrascht. Und es wird wahrscheinlich auch nicht die letzte Meldung dieser Art sein. Vermutlich untersucht gerade ein Labor bereits ein anderes Produkt auf Rückstände von Glyphosat und wird natürlich fündig werden. Denn absolute Mengen, Grenzwerte oder konkrete Zahlen interessieren den Leser oder Fernsehzuschauer nicht. Was zählt, ist die Überschrift: „Jetzt auch Glyphosat in …. gefunden“. Das reicht, nur diese Überschrift, dieser eine Satz soll transportiert werden. Und das gelingt den Machern dieser Meldung immer wieder mit einer geradezu traumwandlerischen Sicherheit, zu der man – auch wenn das jetzt zynisch klingt – nur gratulieren kann. Die Leute verstehen was von ihrem Handwerk. Dass diese Meldung gerade jetzt durch die Medien geht, ist kein Zufall. In wenigen Wochen wird über die erneute Zulassung von Glyphosat entschieden und zeitgleich stehen in drei Bundesländern Landtagswahlen an. Die Aufregung um die Muttermilch hat sich gelegt, „schlimmer“ noch,  eine Überprüfung des BfR hat gezeigt, dass die gemachten Behauptungen offenbar haltlos sind. Da muss schnell wieder eine andere Sau durchs mediale Dorf getrieben werden, um …

Soja-Importe – die Zahlen

In der Diskussion um Weltklima, Tierhaltung und Fütterung fällt ja sehr schnell der Begriff Soja-Importe. Ich habe mir mal die Zahlen besorgt, wie viel Soja in die EU 27 importiert wird. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht, denn ich war von einer Steigerung ausgegangen. Im Vergleich zur EU 27 sind die Importe dargestellt, die China jährlich benötigt. Der Trend setzt sich ungebrochen fort. Allein in den Jahren 2011 bis 2015 betrug die Steigerung mehr als 20 Mio. t. also mehr als die 13 und 14 Mio. t, die Europa in den letzten 14 Jahren verbraucht hat. Würde Europa vollständig auf Sojaimporte verzichten (was derzeit illusorisch ist), würde diese Menge ausreichen, um den Zuwachs im chinesischem Markt für die nächsten 4-5 Jahre abzudecken. Bei der Betrachtung der Zahlen erscheint mir die Behauptung, Europa würde die Schuld an der Rodung des Regenwaldes tragen, sehr fragwürdig. Jetzt kann man natürlich munter diskutieren, warum China so viel Soja importiert und wie man das verhindern könnte. Wer die Lösung kennt, darf diese gerne der chinesischen Regierung mitteilen. Auf mich hören die …

Böses Soja!?

In politischen Diskussionen wird häufig der Begriff der nationalen Eiweißstrategie erwähnt. Ich habe mich deshalb wieder einmal mit Soja beschäftigt und ein paar Zahlen zusammengetragen, die mir interessant erschienen. Futtermittel 2010/11 wurden in der EU rund 247 Mio. t Futtermittel eingesetzt. Den mit Abstand größten Anteil stellt dabei mit 68% Getreide dar, das in der Regel in Europa erzeugt wurde. Gleiches gilt auch für andere Produkte wie Rübenschnitzel, Weizenkleie, Raps- oder Sonnenblumenschrot. Lediglich Sojaschrot wurde importiert. Dessen Anteil an allen Futtermitteln betrug 12,6%. Eiweiß Im Gegensatz zu Futtergetreide, das meist nur einen Proteingehalt von 11,5% hat, haben Sojabohnen mit 36% einen sehr hohen Proteingehalt. Heimische Leguminosen liegen mit rund 22% darunter. Somit trägt Sojaschrot mit 37% zur europäischen Eiweißversorgung bei. Lysin Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die vom Schwein oder Huhn nicht selbst generiert werden kann und in Futterrationen oft den knappen Faktor darstellt. Der Bedarf ist in den letzten Jahren nahezu konstant. Rechnet man mit den Standardwerten für Lysin so trägt Getreide mit rund 32%, Soja (reich an Lysin) jedoch zu mehr als 50% des europäischen …

Liebe Milchbauern, was für eine Milch soll ich kaufen?

Nachdem unsere Kühe ja weg sind und wir keine eigene Milch mehr haben, stehe ich nun regelmäßig vor der Frage was für eine Milch ich kaufen soll. Meine Familie trinkt viel und gerne Kuhmilch und bisher natürlich die eigene Rohmilch. Ich habe aber festgestellt, dass es mir in meinem Alltag zu umständlich ist, nur wegen recht kurz haltbarer Rohmilch zum nächsten Milchviehbetrieb zu fahren. Der ist ja auch ein paar Kilometer weg und leider bietet hier kein Betrieb neben der Milch noch weitere Lebensmittel an. Einen Betrieb mit einer eigenen Molkerei und entsprechender Vermarktung gibt es in meiner Gegend auch nicht, aber ich habe gelesen, dass es Betriebe, wie die Hemme-Milch gibt, die ihre Milch in Norddeutschland und in Brandenburg erfolgreich selbst verarbeiten und vermarkten. Gibt es da noch mehr davon und wie finde ich die? So stehe ich nun, wie jeder Andere auch, vor dem Kühlregal mit den verschiedenen Milchsorten und –marken und suche nach frischer, konventioneller Vollmilch. Nachdem ich aber gerade jetzt meine Berufskollegen unterstützen möchte, würde ich gerne Milch von einer Molkerei …

Wo Schweine spielen…

Am 11. Februar war ich bei Gabriele Mörixmann, die mir den Schweinestall gezeigt hat. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Anders als in anderen Schweinemastställen hält sie 875 Tiere in EINER Großgruppe. Das Gebäude bietet 8 verschiedene Räume mit unterschiedlichen Gegebenheiten an. Dazu gehört auch eine Freiluftterrasse, die auch jetzt im Winter genutzt wird. Besonders interessant fand ich persönlich die „Spielecke“ mit Bällen und Heuraufen. Auch wenn das Video knapp 9  Minuten dauert, so sollte es man sich bis zum Schluss ansehen. Gabriele erklärt einfach alles! Danke, Gabi! Bauer Willi