Alle Artikel in: Bauer Willi

Die Zukunft in Kinderschuhen

Einfach nur anschauen und sich freuen. Da muss doch jeder Landwirtsfamilie das Herz aufgehen, oder? (Und nicht vergessen, den Ton einzuschalten) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

38,8 Grad Fieber

Jetzt hat es mich auch erwischt. Ich habe sie auch, die sogenannte Schweinegrippe. Doch eine Tiergattung bekommt diese Form der Influenza nicht: Schweine. Deshalb wäre die Bezeichnung „Spanische Grippe“ (Die Krankheit trat als Pandemie 1918/19) dort erstmals auf) richtiger. Hier ein Ausschnitt aus Wikipedia: „Eine neu aufgetretene Variante des Subtyps Influenza-A-Virus H1N1 wurde im April 2009 in Mexiko und den Vereinigten Staaten isoliert.[13] Diese neu aufgetretene Reassortante wird effektiv von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Erkrankung von Schweinen wurde nicht beobachtet und die Infektionsquelle nicht bestimmt. … Die Bezeichnung des aktuellen Ausbruchs als „Schweinegrippe“ kann kritisiert werden, da die isolierten Virusstämme keine Erreger der eigentlichen Schweineinfluenza darstellen.“ Ist schon irgendwie komisch, dass man die Bezeichnung aber weiter beibehält…. Ich bin ja ein Mann und leide im Moment sehr. Ich hoffe, dass ich es überleben werde. 😉 Euer Bauer Willi        

Verbraucher-Demokratie – eine Lehrstunde

Ich behaupte ja immer, dass nur der Verbraucher entscheidet, wie wir Bauern produzieren und stoße dabei bei einigen auf Widerspruch. Jetzt habe ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten gemacht und bin dabei auf Ludwig von Mises, einem Wirtschaftswissenschaftler, gestoßen, der im Jahr 1922 ein Werk mit dem Titel „Die Gemeinwirtschaft“ verfasst hat. Entsprechend alt ist auch die Wortwahl. Doch der Inhalt hat es in sich. Ich habe mal die knackigsten Aussagen markiert. Viel Spaß beim Kommentieren 🙂 . …Alle Produktion muß sich nach den Wünschen der Verbraucher richten. Entspricht sie nicht den Anforderungen, die der Konsument stellt, dann wird sie unrentabel. Es ist also dafür gesorgt, daß die Erzeuger sich nach dem Willen der Verbraucher richten, und daß die Produktionsmittel aus der Hand jener, die nicht gewillt oder befähigt sind, das zu leisten, was die Verbraucher von ihnen fordern, in die Hände jener übergehen, die besser imstande sind, die Erzeugung zu leiten. Der Herr der Produktion ist der Konsument. Die Volkswirtschaft ist, unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, eine Demokratie, in der jeder Pfennig einen Stimmzettel darstellt. …

Tratschnass…

…ist wohl der richtige Ausdruck für die gegenwärtige Situation auf den Feldern in weiten Teilen der Bundesrepublik. Wo genau es wie nass ist, kann man auf dieser Karte hier sehen https://www.dwd.de/DE/fachnutzer/landwirtschaft/2_agrarwetter/2_2_1_karte_dl.html Dunkelblau bedeutet, dass der Boden bis in 60 cm Tiefe vollständig mit Wasser „gesättigt“ ist, wie Meteorologen und Landwirte im Fachjargon dazu sagen. An ein Fahren auf dem Acker ist nicht zu denken. Der Druck der Schlepperreifen würde nicht nur tiefer Spuren hinterlassen sondern durch Verdichtung den Boden auch nachhaltig schädigen. Deshalb ist es derzeit auch ruhig in den Feldern. Ab dem 15. Februar darf wieder Gülle gefahren werden, aber daran ist in den nächsten Tagen sicher nicht zu denken. Hier einmal ein paar Bilder aus verschiedenen Regionen. Anklicken zum Vergrößern [huge_it_gallery id=“28″]

Zwischenfrucht „klein“ kriegen

Liebe Bürger! Ich habe euch am 6. Februar gefragt (https://www.bauerwilli.com/was-wuerdet-ihr-tun), ob ich lieber Glyphosat spritzen oder mehr CO2 durch eine mechanische Bearbeitung produzieren soll, um meine Zwischenfrucht „klein“ zu kriegen. Es gab viele tolle Kommentare dazu. Jetzt habe ich eine Lösung gefunden, die auch vorgeschlagen wurde und die euch gefallen wird. Quasi ein „biologisches Glyphosat“. Und dazu noch kostengünstig und umweltschonend. Wie findet ihr das? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen  

Cicero: Buch-Kritik SAUEREI

Wenn die Zeitschrift „Cicero – Magazin für politische Kultur“ über das Buch „Sauerei“ eine Rezension schreibt, darf man ja schon ein wenig stolz sein. Nur mit der Überschrift bin ich nicht ganz einverstanden, denn mir geht es nicht ums Anklagen. Sehr aufschlussreich sind übrigens die Kommentare unter dem Artikel. Keiner hat das Buch gelesen, aber jeder hat eine Meinung. http://www.cicero.de/salon/lebensmittelbranche-bauer-willi-raeumt-mit-dem-heile-welt-bauernhofidyll-auf/60436

Berliner Demos – und jetzt?

Ein Gastbeitrag von Christian Krupp zur Diskussion „Wir haben es satt!“ oder „Wir machen euch satt!“? Sollte es nicht viel besser „Wir haben es satt und trotzdem machen wir euch satt!“ heißen? Zwei Demos, die  im Januar durch Berlin zogen, an beiden beteiligten sich viele Landwirte und verschiedene bäuerliche Verbände und Organisationen. Mittlerweile ist es aber sehr ruhig geworden. Was ist eigentlich davon hängen geblieben? Wo bleiben die Ideen oder gar ihre Umsetzung? Klar, sicher werden einzelne Gruppen oder Verbände intern Themen weiter diskutieren. Aber was bewegen sie damit? Gibt es so etwas wie das große Ganze? Grundsätzlich hätten – so glaube ich – alle beteiligten Landwirte unter beiden Titeln mit demonstrieren können! Ja alle Landwirte, egal welcher Couleur, arbeiten um „den Verbraucher satt zu machen“ Dem können sicherlich alle Teilnehmer von „Wir haben es satt!“ zustimmen. Und andersherum genauso. Gerade die Teilnehmer von „Wir machen euch satt!“ haben von der aktuellen Situation die Nase gestrichen voll, ja sie haben es satt! Und ich habe es auch satt und zwar ganz grundsätzlich! Wieder einmal marschierten Landwirte gegen …

Ein Ende der Vorschriften?

In folgendem Brief an das Bundeslandwirtschaftsministerium hat ein Schweinemäster seinem Unmut über immer neue Vorschriften Luft gemacht. An das Bundeslandwirtschaftsministerium Sehr geehrte Damen und Herren, am vergangenen Montag wurden meine Schweineställe mal wieder, diesmal vom Veterinäramt, kontrolliert.  Seit der Ministerära Künast ist das inzwischen mindestens die 50. Kontrolle in  meinem Schweinebetrieb. Hierbei  sind die Kontrollen für die Zertifizierungsmaßnahmen ISO 9000 und QS eingeschlossen. In den vergangenen zwei Jahren habe ich freiwillig an dem von Ihrem Hause geförderten Projekt „Eine Frage der Haltung “ teilgenommen. Mit großem Engagement und viel Sachkenntnis wurde unsere Haltung untersucht, begleitet, Erkenntnisse umgesetzt und Fachfragen ausführlich und praxisorientiert erörtert. Kurz vor Weihnachten war das Projekt, von dem  ich  wirklich begeistert war und sehr viel profitiert habe, in (Ort genannt) abgeschlossen. Sie (Person genannt) haben dort seinerzeit ein kurzes Statement abgegeben. Bei der jetzigen Kontrolle erfuhr ich nur im Nebensatz, dass schon wieder neue Vorschriften, von denen ich noch nichts gehört habe, entstanden sind. Dies war bisher bei jeder Kontrolle so. Im Weggehen sagte mir die Tierärztin dann noch, dass, wenn nach EU-Recht …

Lieber Bürger – was würdest Du tun?

Auf dem Bild seht ihr meinen Zwischenfruchtbestand Ende Januar. Er ist dieses Jahr sehr üppig und etwa 50 cm hoch. Wir hatten hier im Rheinland zwar an ein paar Tagen Frost, der aber nicht so stark war, dass er den Ölrettich zum Absterben brachte wie es in einem „normalen“ Winter der Fall ist. (Aber was ist schon normal?) Ab Mitte März sollen hier Zuckerrüben gesät werden und bis dahin muss die Pflanzenmasse irgendwie bewältigt werden. Das Besondere daran ist, dass Ölrettich eine Art Rübe, oder wie der Name schon sagt „Rettich“ bilden kann, aus der die Pflanze immer wieder austreibt. Ist zwar gut für die Einlagerung von Nährstoffen, die so nicht ausgewaschen werden können, schwierig aber bei der Beseitigung der Pflanze. Welche Möglichkeiten habe ich? Erste Möglichkeit: Ich fahre mit der 27 m-breiten Spritze drüber und appliziere Glyphosat. Fahrspuren entstehen, wenn überhaupt, nur alle 27 m. Bei der diesjährigen Fläche von rund 20 ha benötige ich dafür incl. Rüstzeiten etwa 3 Stunden, an Diesel werden rund 16 l verbraucht. Der Wirkstoff dringt in die Pflanze ein und wandert auch in das …

Im Dialog: Der Tierarzt in der Verantwortung

Der Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt Ernst-Günther Hellwig ist Leiter der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) im münsterländischen Horstmar-Leer, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, nach neuester tiermedizinischer und landwirtschaftlicher Wissenschaft Tierärzte und Landwirte fortzubilden. Die stetige Optimierung des Tierschutzes, des Tierwohls und der Tiergesundheit sind  primäre Ziele der AVA Fortbildungen. Ernst-Günther Hellwig, selbst studierter Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt bildet sehr erfolgreich seit über 15 Jahren Tierärzte, Berater und Landwirte fort. Im letzten Jahr besuchten rund 4000 Personen die AVA-Fortbildungen. Vom 17. bis 20. März findet wieder die jährliche Haupttagung in Göttingen statt, an der hochrangige Teilnehmer aus Wissenschaft und Forschung, aber auch aus Praxis und Politik erwartet werden. Ich habe Herrn Hellwig ein paar Fragen gestellt Herr Hellwig, im Programm der Tagung liest man sehr häufig den Begriff „Tierwohl“, der ja auch in der öffentlichen Debatte eine große Rolle spielt. Einfache (vielleicht auch blöde?) Frage. Was ist für Sie Tierwohl? Und was glauben Sie, wie „die Gesellschaft“ Tierwohl definiert? Die Frage ist überhaupt nicht „blöde“. Eigentlich ist das eine sehr schwierige Frage, denn die Tiere sprechen (verbal) nicht, …