Bauer Willi
Kommentare 287

Lieber Bürger – was würdest Du tun?

Auf dem Bild seht ihr meinen Zwischenfruchtbestand Ende Januar. Er ist dieses Jahr sehr üppig und etwa 50 cm hoch. Wir hatten hier im Rheinland zwar an ein paar Tagen Frost, der aber nicht so stark war, dass er den Ölrettich zum Absterben brachte wie es in einem “normalen” Winter der Fall ist. (Aber was ist schon normal?) Ab Mitte März sollen hier Zuckerrüben gesät werden und bis dahin muss die Pflanzenmasse irgendwie bewältigt werden. Das Besondere daran ist, dass Ölrettich eine Art Rübe, oder wie der Name schon sagt “Rettich” bilden kann, aus der die Pflanze immer wieder austreibt. Ist zwar gut für die Einlagerung von Nährstoffen, die so nicht ausgewaschen werden können, schwierig aber bei der Beseitigung der Pflanze.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Erste Möglichkeit:

Ich fahre mit der 27 m-breiten Spritze drüber und appliziere Glyphosat. Fahrspuren entstehen, wenn überhaupt, nur alle 27 m. Bei der diesjährigen Fläche von rund 20 ha benötige ich dafür incl. Rüstzeiten etwa 3 Stunden, an Diesel werden rund 16 l verbraucht. Der Wirkstoff dringt in die Pflanze ein und wandert auch in das Speicherorgan, so dass der Ölrettich nicht mehr austreibt. Er stirbt langsam ab, trocknet aus und kann dann vor der Aussaat leicht durch Häckseln zerkleinert werden. Dies benötigt 12 Stunden und 100 l Diesel. Nachfolgend erfolgt eine flache Grubberbearbeitung, die 12 Stunden und 160 l Diesel benötigt.

Arbeitszeit: 27 Stunden                        Diesel: 276 Liter                       CO2: 729 kg

Zweite Möglichkeit:

Ich beseitige mit dem Häcksler den oberirdischen Aufwuchs. Das kann ich jetzt nicht machen, da der Boden zur Zeit sehr feucht ist. Ich würde mit den Fahrspuren Bodenverdichtungen erzeugen. Deshalb muss ich solange warten, bis der Boden befahrbar ist. In der Zwischenzeit wächst der Ölrettich weiter.

Sobald die Befahrbarkeit gegeben ist, wird der Bestand also gehäckselt. Dauert bei den 20 ha etwa 12 Stunden und verbraucht etwa 100 l Diesel (s.o.). Sollte er wieder austreiben, muss ich die Prozedur wiederholen. Nach dem Häckseln muss der Bestand tief gegrubbert werden(Grubber 3 m Arbeitsbreite), damit die Speicherorgane an die Bodenoberfläche kommen und dort austrocknen. Einmal tief grubbern dauert etwa 15 Stunden und verbraucht 280 l Diesel, weil ja das Gerät in den Boden eingreift und eine höhere Zugkraft benötigt. Bei jeder Überfahrt muss ich auf den Zeitpunkt warten, zu dem der Boden ohne Verdichtungen befahrbar ist. Vor der Saatbettbereitung erfolgt eine zweite, diesmal flache Grubberbearbeitung (12 Std, 160 l Diesel). Sollten nicht alle Speicherorgane absterben, sind die Herbizid-Aufwendungen für die nachfolgende Beseitigung in den Zuckerrüben höher.

Arbeitszeit:      39 Stunden                      Diesel: 540 Liter                 CO2: 1426 kg

Vorteil der Variante 1: der Bestand wird sicher zum Absterben gebracht, es werden weniger Fahrspuren erzeugt (Bodenschonung)  und weniger Diesel verbraucht und somit weniger CO2 ausgestoßen. Die Arbeitszeit ist auch geringer. Keine zusätzlichen Herbizide notwendig als  Nachbehandlung in den Zuckerrüben.

Vorteil der Variante 2: es wird kein Glyphosat benötigt. Die Halbwertszeit von Glyphosat beträgt etwa 2-3 Wochen, die Ernte der Zuckerrüben erfolgt 6-8 Monate nach der Anwendung.

Lieber Bürger, was soll ich tun?

Euer Bauer Willi

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287 Kommentare

  1. Kalb Markus sagt

    du kannst den Bestand bei Befahrbarkeit oder am besten bei leichten Bodenfrost mit einer Bodenfräse (wenn möglich “Celli Biofräse”) auf ca. 3 cm Fräsen. Braucht nicht viel mehr Energie wie Mulchen und da hast eine 100prozentige Wirkung gegen den Rettich. Hat auch keine Wartezeit und dein Bodenleben (falls du noch eins hast) hätte was zu fressen.
    Übrigens müssen die ZR nicht Mitte März raus . Es reicht auch Anfang Mitte April, weil ZR bei wärmeren Bodentemperaturen viel schneller keimen und wegwachsen wird. Was wiederum den Unkrautdruck verringert mit der folge von weniger Herbizideinsatz.
    Hast dich schon mal gefragt wie Bio Zückerrüben angebaut werden? Bei denen läufts auch ohne Glyphosat. Sei einfach mal Bauer und kein Chemiker!!!!

    • Bauer Willi sagt

      ich weiß, wie Bio-Rüben angebaut werden. Und ich weiß auch, wie viel Hektar Bio-Rüben angebaut werden. Und ich habe letztes Jahr 3 Wochen mit Melde hacken zugebracht. Bei 30 Grad im Schatten. Mache seit 40 Jahren Zuckerrüben. Aber trotzdem vielen Dank für Deine Hinweise…
      Bauer Willi

  2. Roland Stadler sagt

    Die Bauern sollten den Beruf wechseln, denn aus Katholisch-Apostolischer Sicht, betreibt ihr Völkermord und darfür erhaltet ihr die Ewige Verbannung. Solltet ihr euch deswegen angepisst fühlen, dann bedankt euch beim Gekreuzigten, denn der hat das so für sich entschieden, wer seine Schöpfung mißbraucht wie ihr das tut, der hat von ihm keine Gnade zu erwarten.
    Wie man schöpfungsgemäßen Landbau betreibt, steht in der Bibel, den Rest muß man sich selbst erarbeiten, oder man macht sich bei Leuten schlau, die dieses Wissen seit Generationen in der Familie bewahrt haben.
    In 8878,
    Amatotina
    (Morgenstern)

  3. Andreas Wasmeier sagt

    Der Ölrettich ist nich abgefroren, weil dies erst passiert, wenn er im Herbst noch in die Blüte geht!!! Das heißt, der Saatzeitpunkt war schlicht zu spät, bzw. durch die enorme Trockenheit im Sommer 2015 ist die Zwischenfrucht nicht aufgelaufen oder wurde von vielen Landwirten erst später gedrillt, weil es schlicht keinen Sinn gemacht hätte, da der Boden zu trocken war. Dies war regional in diesem extremen Jahr sehr unterschiedlich.
    Aber ich sage es nocheinmal, Ölrettich friert eigentlich nie ab, wenn er nicht im Herbst in die Blüte geht! Deshalb sollte der Saatzeitpunkt von Zwischenfrüchten möglichst früh erfolgen. (Aber Achtung bei Mischungen mit Buchweizen!)
    Die Zweite Möglichkeit ist meines Erachtens keine Option, die Gefahr bei einer mehrmaligen, tiefen Lockerung im Frühjahr beim Zuckerrübenanbau ist wegen mehreren Gründen immens und nicht verantwortbar! Auch wäre der Erosionsschutz der Zwischenfrucht dahin.
    Eine Möglichkeit, den Glyphosateinsatz zu umgehen wäre es gewesen, eine Zwischenfruchtmischung ohne Ölrettich zu nehmen, was schade wäre, oder eine Mischung mit dem so genannten Tillageradish zu nehmen, dieser bildet Rettiche aus, welche mehrere Zentimeter aus dem Boden herauswachsen. Dies kann man sich zunutze machen und die Zwischenfrucht bei gefrorenem Boden mit einer Cambridgewalze walzen. Dies zerstört den Ölrettich sicher. Im Winter 15/16 gab es aber wenige Tage, wo der Boden unter Mulchsaatflächen so tief gefroren war, dass er befahrbar gewesen wäre.
    Über das Thema Glyphosat auf Mulchsaatflächen wurde in letzter Zeit in der Fachwelt viel diskutiert, es überwiegt die Meinung, dass Mulchsaaten ohne vorher Glyphosat zu spritzen, unmöglich wären. Meiner Meinung nach geht dies in den allermeisten Jahren schon.

  4. Eine späte Wortmeldung deshalb, weil ich erst durch den Beitrag in der “Neuen Westfälischen” auf den Blog aufmerksam geworden bin. Es tut mir leid, aber ich denke, die Frage ist doppelt falsch gestellt. Zunächst der Hinweis, dass es pfluglose Verfahren gibt, die ohne Glyphosat auskommen, insofern ist die Darstellung etwas einseitig aber da bin ich nicht der Experte. Außerdem wurde bei der Energiebilanz vergessen, den CO2-Ausstoß zur Herstellung von Glyphosat und zu seinem Transport vom Chemiewerk zum Einsatzort zu berücksichtigen. Der entscheidende Punkt ist jedoch, wie die Behörden die ihnen übertragenen Aufgaben wahrnehmen. Laut EU-Verordnung 1107/2009 ist zunächst zu bewerten, ob ein Wirkstoff, in diesem Fall Glyphosat, als krebserregend (im Sinne einer Stoffeigenschaft) einzustufen ist oder nicht. Erst danach kann man darüber diskutieren, wie mit dem Wirkstoff umgegangen werden soll. Die Behörden (Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR, und die Europäische Behörde, die EFSA), behaupten jedoch mit – aus fachlicher Sicht – haarsträubenden Argumenten (http://www.pan-germany.org/download/PAN_Germany_Addendum_analysis_09112015.pdf und http://www.pan-germany.org/download/Analysis_EFSA-Conclusion_151201.pdf) dagegen diese Stoffeigenschaft einzugestehen. Was “der Bürger” empfehlen soll, muss auf Einschätzungen basieren die nicht unter vermutlichem Lobbydruck der Industrie vorgenommen wurden.
    Und um auf die eigentliche Frage zurück zu kommen, was Bauer Willi tun sollte: Er sollte keine verkürzten “Wahrheiten” präsentieren und dann “den Bürger” um Antwort bitten, sondern sich differenziert informieren und uns danach vielleicht erläutern, warum er sich wie entschieden hat.
    P.S.: Der aufgelistete Stundenaufwand (mit und ohne Glyphosat) deutet darauf hin, dass Glyphosat nicht nur als Mittel zur Bekämpfung von Unkräutern eingesetzt wird, sondern als betriebswirtschaftliches Mittel (Stichwort “Stücklohn”). Das zeigt, dass mit den Erzeugerpreisen etwas nicht zu stimmen scheint, aber ein krebserrregendes Herbizid zur Senkung des Stücklohns einzusetzen ist der falsche Ansatz.

    • Jochen Böhrer sagt

      Ich finde es schlichtweg unverschämt, wie Sie hier agieren. Der CO2-Abdruck von Glyphosat wurde hier in der Diskussion ausführlich behandelt. Und Sie platzen nach 2 Wochen rein, und behaupten, das wäre vergessen worden, Dazu faseln Sie von angeblichen Inhalten von EU Verordnungem. die SO nicht drinstehen. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=URISERV%3Asa0016 Und als Krönung die Behauptung, Glyphosat wäre krebserregend. Ein billiger Versuch, das Niveau hier runterzuziehen.

      • Dr. Peter Clausing sagt

        Herzlichen Dank für den erhellenden Umgangston. Weiterhin viel Freude mit Ihrem Blog.

    • Bauer Willi sagt

      Lieber Herr Clausing
      schön dass Sie hier sind. Ja, es mag sein, dass es pfluglose Verfahren ohne Glyphosat gibt, aber aus eigener Erfahrung (bin seit 35 Jahren Ackerbauer) müssen irgendwann auch rhizombildende Unkräuter wie Quecke und Disteln bekämpft werden. Da ist Glyphosat das Mittel der Wahl. Was die Toxizität angeht, so wurde das BfR von Frau Künast gegründet. Die EFSA ist eine europäische Behörde. Beide haben hunderte von Wirkstoffen begutachtet, nur bei Glyphosat scheiden sich offensichtlich die Geister. Warum deren Argumente “Haarsträubend” sein sollen, sollten Sie bitte erläutern.
      Der Sinn dieses Blogs ist es, ein Verständnis zwischen Landwirten und Verbrauchern herzustellen. Deshalb habe ich meine Fragestellung an meine Mitbürger weitergegeben. Mittlerweile habe ich mich entschieden: Ich erledige derzeit das Problem mit “biologischen Glyphosat”: auf der Zwischenfrucht weiden derzeit 300 Schafe. 🙂
      Zum Thema Stücklohn äußere ich mich nicht. Sie werden hoffentlich selbst feststellen, dass das ganz dünnes Eis ist, auf dem Sie sich dort argumentativ bewegen. Trotzdem Danke für Ihren Beitrag.
      Bauer Willi

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    • Philip sagt

      Zunächst der Hinweis an Sie, dass im beschriebenen Fall die Zwischenfrucht Ölrettich nicht wie geplant im Winter erfroren ist (da zu warm). Ihr Hinweis, dass es pfluglose Verfahren ohne Glyphosat gibt, ist daher für die Tonne. Bringen Sie doch mal einen Hinweis, was man im vorliegenden Fall tun könnte.
      Aber da Sie da nach eigener Aussage nicht so der Experte sind, rechtfertigt das wohl alles.

      Anscheinend sind sie ja DER Experte für in punkto Krebs und Glyphosat und damit schlauer als EFSA und BFR zusammen. Könnten Sie uns als Experte mal die wissenschaftlichen Studien verlinken, die ihre Behauptung unterstützen. Ihre 2 verlinkten Quellen stammen ja von Ihnen selbst…
      Immerhin hat die Wissenschaft geschafft zu beweisen, dass Alkohol, Zigaretten und Fleisch krebserregend wirkt. Sollte daher bei Glyphosat kein Problem sein.

      • Dr. Peter Clausing sagt

        Die gewünschten wissenschaftlichen Studien, sind im Quellenverzeichnis (mit Link) in meinen beiden Analysen zu finden, deren Link ich in meinem Kommentar gesetzt hatte.
        Bitte machen Sie sich die Mühe und schauen sie diese an. Übrigens unterschlagen Sie bei Ihrem Verweis, dass eine andere Institution, die Krebsagentur der WHO (IARC), entgegengesetzter Meinung ist als EFSA und BfR. Da ich Toxikologe bin und 12 Jahre in der regulatorischen Toxikologie gearbeitet habe, behaupte ich, so viel “Experte” zu sein, dass ich die Unterschiede zwischen BfR/EFSA und IARC nachvollziehen und beschreiben kann. Dazu muss man nicht “schlauer sein als BfR und EFSA zusammen”. Falls Sie konkrete Fragen dazu haben, will ich sie gern beantworten. “Schlenker” in Richtung Fleisch, Zigaretten und Alkohol sind dabei nicht zielführend.

        • Sandra Harms sagt

          leute , nu beruhigt euch doch mal !
          ihr vergleicht immer wider äpfel mit birnen !
          es ist wohl unbestritten, das man nicht das was ausserhalb der eu passiert mit dem vergleichen kann was in der eu passiert, so auch beim glyphosat, kommt es in amerikanischen raum auf die sogenannten roundup ready pflanzen, so kommt es hier nicht auf die pflanzen deren früchte wir essen. auch das immer wieder gern genommene thema sikkation, ist an den haaren herbei gezogen, erstens ist es mittlerweile nur noch in ausnahme situationen erlaubt, und zweitens wurde es wenn überhaupt nur auf bruchteilen der anbaufläche gemacht.
          nun haben wir alle glyphosat in uns, das ist tatsache. stellt man sich die frage, wo kommt das denn her, findet man einfache antworten, zum einen kommt es von den roundup ready pflanzen, hauptsächlich über import soja, über den umweg schwein oder rind zu uns auf den teller, zum anderen durch die sikkation, wo anhaftungen letzlich mit im mehl landen.
          was ist also zu tun um das zu ändern?
          erstens dürfte kein soja und auch kein mais zu uns gelangen wo glyphosat nachgewiesen wird (also quasi durch strengste grenzwerte die landwirtschaft im amerikanischen raum dazu zwingen keine roundup ready pflanzen anzubauen und glyphsat darauf anzuwenden)
          zum anderen weiter eine sikkation nur in ausnahme fällen zu erlauben.
          wenn man das hinbekommen würde, wäre sicher das sich das glyphosat welches wir in uns haben, sich soweit reduziert, bis es nicht mehr nachweisbar ist. und somit, ist dann auch das minimale risiko an krebs zu erkranken durch glyphosat endgültig vom tisch.

          • Stephan Becker sagt

            @Sandra Harms
            Es geht ja im Grund weniger um Glyphosat als um die gesamte Mischung des Totalherbizids Roundup. Es wird ja nicht Glyphosat versprüht sondern wenn, immer Roundup, also die komplette Mischung. Und die ist wesentlich giftiger als Glyphosat selber. Das BfR betont selber, dass es nur den Wirkstoff testet, aber nicht die jeweils verwendeten Herbizidmischungen:

            Forscher wollen Glyphosat-Zulassung stoppen
            Von Alina Schadwinkel, 30. November 2015

            Zeit.de

            Zitat von Dir:
            erstens dürfte kein soja und auch kein mais zu uns gelangen wo glyphosat nachgewiesen wird (also quasi durch strengste grenzwerte die landwirtschaft im amerikanischen raum dazu zwingen keine roundup ready pflanzen anzubauen und glyphsat darauf anzuwenden)

            Wenn die EU so verfahren würde, dann gäbe es ab dem Stichtag praktisch keine Importe mehr von Soja oder Mais in die EU, weil in diesen Pflanzen doch einiges an Glyphosat enthalten ist.

            Im Hafen von Rotterdam (dem einzigen Sojaimporthafen der EU?) wird von den Behörden gar nicht mehr geprüft, ob Glyphosat im Soja drin ist, weil es in den letzten Jahren immer unter dem zulässigen Grenzwert von 20mg/kg lag (Aussage von Hans Muilerman von PAN = Pesticide Action Network, s. ” Gift im Acker, Glyphosat- die unterschätze Gefahr, „WDR – Die Story“” (42min51s), https://www.youtube.com/watch?v=tWZspPPB85U, ab 23:25 ).

            Chris Portier, Berater der WHO, und zuvor Direktor des US-Instituts für Umweltgesundheit informierte im September 2015 den Agrarausschuss des Bundestages sagte zur Bewertung von Glyphosat durch das BfR (aus Film “Gift im Acker – die unterschätzte Gefahr” von WDR-die Story, youtube.com/watch?v=tWZspPPB85U):
            Das BfR berücksichtigte keine der vorhandenen epidemiologischen Studien. Sonst hätten sie bemerkt, dass der Unterschied der Belastung zwischen privaten und professionellen Anwendern viel kleiner ist. Unsere WHO-IARC-Gruppe dagegen sah einen Zusammenhang mit Erbgutschäden [endokrine Disruptoren?]. Das Bewertungsverfahren für Krebs hätte komplett anders sein müssen. Weil für das BfR sämtliche Tierversuche zu Krebs negativ waren, ist es für mich so schwer ihre Krebsanalyse zu bewerten, weil es gar keine Risikoanalyse zu Krebs war.

        • Philip sagt

          Ja, könnten Sie die Studien bitte direkt verlinken, wenigstens eine?
          Sollte bestimmt kein Problem sein. Oder doch?

  5. Rainer sagt

    Lieber Willi,
    ich würde kein Kulap mehr beantragen und die Gründüngung im November unterpflügen.
    ( Gut gemeinter Rat eines Berufskollegen )
    Alternativ ein paar Prozent Fläche stillegen,wenn Greeningproplem.

  6. Harald Müller sagt

    “Zweite Möglichkeit: Sobald die Befahrbarkeit gegeben ist, wird der Bestand also gehäckselt. Dauert bei den 20 ha etwa 12 Stunden und verbraucht etwa 100 l Diesel pro Hektar.”

    2000 Liter für 20 ha? Wow.
    Ich empfehle, den Häcksler gegen ein sparsameres Modell zu ersetzen. 😉

    • Bauer Willi sagt

      DANKE! Wenigstens einer, der aufpasst. Ich hab den Artikel begonnen mit l/ha, bin dann aber auf die Gesamtmenge gewechselt. Ist schon geändert!

  7. Stephan Becker sagt

    Hallo Bauer Willi,
    ich erkläre mich hiermit bereit einen Monat lang, 8 Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche Unkraut zu hacken für freie Kost und Logis sowie die Reisekosten. Allerdings muss ich einschränkend dazu sagen, dass ich vor drei Monaten einen Fahrradunfall hatte und die körperliche Fitness noch nicht ganz wieder hergestellt ist. Vor leider schon einigen Jahren bin ich in Kressbronn einen Marathon gelaufen (3h40min) und habe mit einem Freund einen 4000er bestiegen. Bis zum Beginn der Hacksaison dürfte ich aber wieder ordentlich zuhauen können.
    Es könnte sein, dass ich zwei Wochen brauche bis ich die volle Leistung eines normalen Landwirtschaftshelfers erreiche. In der Zeit könnte ich dafür alles, was ich zum Thema biologische Landwirtschaft weiß, weitergeben. Vielleicht kann ich dadurch sogar mithelfen die Kosten im Ackerbau zu senken.

    Die ausstehenden Fragen beantworte ich demnächst. Ein paar Stunden werde ich heute aber weg sein, um einen unversehens im Krankenhaus gelandeten Bekannten zu besuchen.

    • Sandra Harms sagt

      Bauer Willi,
      mach schon mal die hacke scharf…
      in bummelig 24 tagen, müsste eine ak schätzungsweise 2 bis 3 hektar bestimmt schaffen.

    • Gast sagt

      Vision:
      von diesem Vorschlag angespornt stehen demnächst ganze Schulklassen, ach was, besser gleich ganz Schulen unter der Regie von verdachtsmässig grün angehauchten Lehrer*innen auf Willi´s Acker und reissen das Zeug von Hand samt Wurzel aus, was wiederum einen innovativen Landtechnikhersteller (aus Marktoberdorf?) in Anbetracht des Klimawandels dazu bringt, eine (allenfalls grün lackierte) Maschine zu entwickeln, die genau dasselbe mit wenig Dieseleinsatz bewerkstelligen kann.

      Think Positive, don´t use pesticides
      (narri-narro)

      • Bauer Willi sagt

        Wenn dann auch noch ein paar Rüben stehen bleiben, eine überlegenswerte Alternative.
        Bauer Willi

      • bauerhans sagt

        ” ganze Schulen unter der Regie von …… angehauchten Lehrer*innen….”

        früher,im 1000jährigen reich war das hier üblich und ich bekomme heut noch dafür “einen drüber”,dass mein opa immer die reitpeitsche dabei hatte.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Oder aufsammeln von Kartoffelkäfer.

          Bei uns gibt es keine Kartoffelkäfer mehr und dies ohne Insektizide. 🙂

          Allerdings, es werden auch keine Kartoffel mehr angepflanzt. 😉

    • nordmann sagt

      moin willi,
      bei deinen beispielen ist die aussaat der rüben noch nicht in der rechnung enthalten , oder täusche ich mich da ?

      • Bauer Willi sagt

        Hallo Nordmann
        du täuschst dich nicht. Aber die Rübensaat fällt ja bei beiden Alternativen an.
        Bauer Willi

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Ich hatte noch als Jugendlicher das zweifelhafte Vergnügen, Runkelrüben von Hand zu hacken, besonders schön war es bei über 32° und bei gleichzeitiger Luftfeuchtigkeit von 90%.

  8. Gast sagt

    kleiner Scherz am Abend (aus Glyphosat Debatte halt ich mich raus):

    Lieber Willi, da Du ja so heftig gegen Abflammen gesprochen hast, versuchs mal mit vereisen 🙂

    • Sandra Harms sagt

      Guten abend herr landwirtschafts meister !
      ich hoffe du hattest einen schön und nicht zu kalten markttag !
      nun spann und doch nicht weiter auf die folter, wie würdest du dem ölrettig zu leibe rücken? wir sind gespannt.

  9. Alfred Grand sagt

    Bin Biobauer aus Österreich und baue auch intensiv Winterbegrünungen an. Auch winterharte, da man sowieso nicht mehr automatisch mit Frost rechnen kann. Im Frühjahr fahre ich mit kleinem Traktor und einem Treffler Präzisionsgrubber auf 3 cm tiefe ganzflächig durch, da ich sowieso eine Saatbeetbereitung machen muss. Gemulcht wird, idealerweise wenn der Boden gefroren ist, oder wenigstens trocken. Reifenluftdruck 0,6 bar.
    Keine Rübe, aber Mais und Soja kein Problem.

      • Alfred Grand sagt

        Da sie durchgeschnitten werden und der obere Teil an der Oberfläche vertrocknet, geht das schon. Allerdings ist der Anteil an Ölrettich in meiner Mischung relativ gering, da ich bis zu 12 verschiedene Kulturen anbaue als Winterbegrünung

        • Sandra Harms sagt

          Alfred Grand, hast du vielleicht irgendeinen link, wo man den besagten grubber mal sehen kann, scheint ein interessanntes teil zu sein.

            • Sandra Harms sagt

              aja, bei 17 zinken auf 3 meter, schneidet der mit 20cm gänsefußscharen die gesammte fläche ab. von daher wirst du schon recht haben mit deiner aussage.

            • Bauer Willi sagt

              Alfred, danke für den Link. Ja, das könnte was werden. Kannst Du mir den mal ausleihen :-)? Ich käme den mit meinem Fendt bei Dir in Österreich auch abholen. Wirkt sich dann aber auch auf die CO2-Bilanz aus 🙂
              Bauer Willi

            • Jochen Böhrer sagt

              Willi- ähnliches gibts von Güttler. Und ohne Fahrwerk mit Packerwalzen-Tiefenführung von zig anderen Firmen.

          • Alfred Grand sagt

            Ein weiterer Vorteil ist, dass man durch die seichte Bodenbearbeitung die Wurzelkanäle der Begrünungspflanzen nicht zerstört, wenn die Wurzel langsam verrottet bleibt eine Röhre die die Wasserversickerung und Belüftung unterstützt. Ausserdem ist die Mineralisierung durch die seichte Bodenbearbeitung niedriger, was sich deutlich in geringerem Unkrautdruck auswirkt. Die Kulturpflanzen unterstützen wir dann mit einer Saatgut-Beimpfung mit Bodenleben aus Regenwurmhumus, sozusagen ein Bad mit Komposttee!

          • Jochen Böhrer sagt

            Ähnliches gibts von vielen anderen Firmen auch. Ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei.. Wenns zu nass ist, schmieren die Gänsefuß und wenns zu trocken ist, gehen sie nicht rein.

    • Lieber Alfred,
      dem kann ich mich anschließen! Auch wir werden im März, sobald es trocken und warm genug ist (die Bodentemperatur ist extrem wichtig!), mit einem Präzisions-Flachgrubber die Zwischenfrucht ganzflächig abschneiden! Wir wollen auch wintergrüne Zwischenfrüchte anbauen, um immer lebende Wurzeln im Boden zu haben, so dass immer biologische Aktivität vorhanden ist. Da bei uns anschließend Silomais kommen soll, werden wir aber noch mit dem Schälpflug auf ca. 10 cm Tiefe durchfahren, um “Boden” für den Mais zu haben. Das wäre für Zuckerrüben sicher nicht sinnvoll bzw. das wird dann auch zu spät wahrscheinlich.
      Mir geht es auch nicht darum, ob das besser oder schlechter ist als mit Glyphosat. Da ich immer noch konventionell arbeite, habe ich alle Optionen. Aber ich möchte für mich herausfinden, wie weit ich Pflanzenschutz reduzieren kann, OHNE Ertragseinbußen zu haben. Und das mache ich mit voller Überzeugung auch in der Hoffnung, das für andere Landwirte in Vorleistung zu tun.

  10. Schweinebauer Piet sagt

    Moin Willi, ich würde spritzen! Dann bist Du auf der sicheren Seite und wirst später vielleicht bei den Rüben weniger Pflanzenschutzmitteln einsetzen müssen und Du sparst Diesel! !Fahrspuren hast Du auch weniger!

  11. Sandra Harms sagt

    Hallo Bauer Willi
    jetzt mal der rat der Fachfrau ! ich geh mal davon aus, das du nur 2 varianten aufgezeigt hast um deinen text nicht endlos lang zu machen, also, ich sehe da folgende Variante :
    den ölrettig wenn möglich noch abweiden durch schaafe wenns die verhältisse zulassen, wenn das nicht mehr geht, auch nicht so schlimm, sobald der acker befahrbar ist, den ölrettig unterarbeiten mit einer scheibenegge und in der front des schleppers eine walze,am besten eine doppel messer walze, dann ganz normal grubbern und eindrillen, beim grubbern nochmal eine walze in der front einsetzen, danach würde ich auf jeden fall eine herbi maßname in vorauflauf machen.
    der einsatz vom schlegelmulcher ist nach meiner meinung der schlechteste weg, er kostet viel geld, und wenns blöd läuft macht man damit quasi einen verjüngungs schnitt und der ölrettig wächst erstmal so richtig drauf los….
    ein einsatz von glyphosat ist natürlich auch möglich, eine alternative dazu währe Ahl mit wasser einzusetzen , der vorteil einer wasser / Ahl mischung ist ja das die mischung säure ähnlich wirkt, und so einiges an pflanzen zerstört, und man gleichzeitig eine grunddüngung vornimmt. bei den derzeitigen diesel preisen wäre es vielleicht sogar ratsam zu pflügen, müsste man durchrechnen und abwegen. eine weitere alternative zum mulchen und glyphosat einsatz könnte auch eine fräse oder zinkerroter darstellen, allerdings wider ein hoher diesel verbrauch, hätte aber den vorteil das man die wurzeln zum teil zertstört und freilegt, was der mulcher nicht kann…
    bei uns sind alle zwischenffrüchte gut abgefrohren, ich bin auch noch am überlegen ob ich überhaupt eine herbi maßname vor dem drillen brauche. da ich auf meinen böden mit bis zu 65 bp meist 2 mal grubbern muss…. aber ich werd mal zusätzlich im schwarzwald nachfragen, was der dortige landwirtschaftsmeister mir empfielt, vielleicht hat der ja noch eine ganz andere idee.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Sandra
      Scheibenegge hab ich nicht, Doppelmesserwalze kenne ich, hab ich auch nicht, Fräse und Zinkenrotor habe ich auch nicht und ist noch mehr Diesel. Zu Pflügen habe ich schon was gesagt, Frühjahrsfurche ist bei unseren Böden (ab 87 BP aufwärts 🙂 ) nicht anzuraten wegen fehlender Rückverdichtung auch mit Packer. Mit dem Schäfer bin ich im Gespräch, aber dafür derzeit viel zu nass und die Aussichten sind ja auch nicht gut für die nächsten 10 Tage. Wenn Du aber alle oben angeführten Maschinen hast, komm ich mal vorbei und leihe mir bei Dir welche aus 🙂 Aber bitte zum Freundschaftspreis. Die CO2-Bilanz fürs abholen lassen wir jetzt mal aussen vor.
      Bauer Willi

      • Sandra Harms sagt

        willi, ne scheibenegge solltest du doch eigentlich unter der saphier drillmaschine haben… oder was habt ihr da drunter?
        und eine art messerwalze findet man an den alten saatbeet kombinationen, fals man so eine noch findet… ne cambrigde walze tuts aber auch.
        würd dir ja glatt deine rüben auf lohn eindrillen, wenn die anfahrt nicht so zeitraubend wäre…

        • Jochen Böhrer sagt

          In Gegenden, in denen eine Scheibenegge unter einer Saphir funktioniert, funktioniert auch Rübenanbau nach tiefem Scheiben. Es hat seine Gründe, wieso in anderen gegenden eine Zirkon drunter ist. Jedoch ist eine Scheibenegge über den Maschinenring hier zu leihen kein Problem. Es kann durchaus funktionieren wenn man gut rückverfestigt und länger mit dem säen wartet (bis der Boden gut abgesetzt und abgetrocknet ist). danach nochmal flach mit der Kreiselegge arbeiten, wieder gut abtrocknen lassen und unbedingt eine walze (vorzugsweise Güttler) in Front. Es kann aber auch total in die Hecke gehen.

          • Sandra Harms sagt

            @ Jochen Böhrer
            ich weis ja nicht wo du her kommst und was du für böden hast, von daher… aber ist schon richtig, es gibt gegenden die da muss eine zirkon vor der drille laufen… und die Güttler prismenwalze ist auch eine gute wahl, hab damit auch schon mal ölrettig gewalzt , tolles ergebnis. die messer walze die andreas fendt bzw gast verlinkt hat mach auch einen guten eindruck, ebenso die von “Dal-Bo” gebaute, die habe ich live in raps und mais stoppeln gesehen. ich hab nun das glück einen bruder zu haben der landmaschinen mechaniker ist, der hat vor jahren mal eine art doppelmesserwalze für uns gebaut, jedoch sind unsere walzen mit einem ketten antrieb verbunden, so das die erste walze antreibt und die zweite walze einen tick schneller dreht wie die erste, das hat dann eine reissende wirkung, und zerreisst einiges. ist aber jedes mal eine fummelei den oberlenker so einzustellen das das auch optimal funktioniert. ich habe letzen herbst einen kollegen gesehen der bei seiner frontwalze anstatt eines oberlenkers eine kette verwendet, das werd ich dieses jahr mal ausprobieren.
            zum abtrocknen stimm ich dir voll und ganz zu, deshalb würde ich auch sobald der acker befahrbar ist nicht zögern und loslegen. und selbst wenn die rüben ein paar tage später in die erde kommen wachsen die sich wieder zurecht, weil sie ja in wärmere erde kommen.

  12. Alex sagt

    Ich wähle Variante 3: Der Wettergott schickt dir jetzt sofort noch ein paar Tage Frost 😉
    Und wenn das nicht geht, dann 1, was will man machen…

  13. Hinrich sagt

    Variante 1.
    Mit RoundUp drüber und man muss sich keine allzu großen Sorgen machen. Ist das Unkraut auch gleich mit weg und ein Wiederaufwuchs findet auch nicht statt. Gibt es ja auch mit verkürzter Wartezeit. Tiefen Grubber haben ziemlich viele Nachteile. Daher Variante 1 und die Sorgen sind weg. Bei den momentanen Preisen lohnt sich die Mehrarbeit nicht

  14. Andreas sagt

    Ich bin kein Ackerspezi und kann im Frühjahr pflügen. Aber im Rheinland und Baden Württemberg muss es wohl Böden geben wo das nicht geht.

    Ich denke, so sollte man mit dem Verbraucher nicht umgehen. Natürlich ist der Einsatz von Glyphosat im obigen Fall völlig unbedenklich im Vorauflaufverfahren. Es spricht nichts dagegen.
    Problematisch ist die Vorerntebehandlung, auch weil es für Brotgetreide keine schärferen Auflagen gibt als für Viehfutter. Hier muss man ran. Im Grunde dürfen “Pfluglosbetriebe” kein Brotgetreide produzieren, meine ich. Und das Stroh… ach lassen wir das.

    Es gibt in Deutschland den Hype um Glyphosat wegen der gentchnisch veränderten Pflanzen die man hier nicht haben möchte in Zukunft. Glyphosatdebatten sind “Stellvertreter – Diskussionen”.
    Wir Bauern sollten selbst ein Reinheitsgebot für Brotgetreide machen. Bei Braugerste gibt es ein Sikkationsverbot und das ist gut so.

    Als Landwirt hätte ich noch eine Frage an Bauer Willi. Wie schafft man 20ha Zuckerüben mit 40ha Fläche? Und wie hält man es mit Greeningauflagen?

    • Jochen Böhrer sagt

      Sikkation ist seit 2 Jahren verboten und darf nur in absoluten Ausnahmefällen erfolgen, , die dokumentiert werden müssen. Ausnahmefall bedeutet, dass die Ernte ansonsten nimmer gerettet werden kann. Sowas hat dann auch nach Sikkation mit Sicherheit keine solche Qualität mehr, dass es eine Mühle nimmt-

      • Ich denke, dass die ganze Glyphosat-Diskussion nicht so hochgekocht wäre, wenn gerade in Ostdeutschland Sikkation im großen Stil zur Erntesteuerung gemacht worden wäre! Noch vor 3 Jahren war da ein Beratungsbüro damit unterwegs. Wie blöd konnte man sein, nicht zu realisieren, dass uns das einmal auf den Kopf fällt?
        Und dass die Amis (egal ob im Norden oder Süden des Kontinents) sich mit Roundup-Ready-Soja und -Mais im ständigen Wechsel Resistenzen gezüchtet habe, muss man nicht verstehen. Wie dumm muss man sein, um nicht merken, dass das eben irgendwann kommt, wenn ich jedes Jahr immer mit demselben Wirkstoff komme? Herzlichen Dank, dass wir hierfür die Diskussionen führen müssen und wenn es dumm läuft irgendwann einen wichtigen Baustein im Resistenz-Management verlieren könnten?

        • Jochen Böhrer sagt

          Seh ich auch so. Glyphosat nicht als Standard, sondern nur ganz bewußt. Der Wirkstoff ist viel zu wertvoll, als dass wir ihn uns ohne Not selber abschießen sollten. Dass ihn andere ohne jeglichen nachvollziehbaren Grund abschießen wollen ist tragisch genug. Durch die Greeningvorschriften wird die Notwendigkeit vor Rüben steigen. Ich umgehe das mit Eiweißpflanzen zum greening und kann deshalb eine ganz klassische Herbstbegrünung machen, die ich möglichst beim ersten Frost oder sehr trockenen Bedingungen zwischen Ende November und Januar grubbere. Dann gibts meist Frostgare und man kann mit herkömmlicher Technik (kein Mulchsaatgerät) säen.

    • bauerhans sagt

      “Ich denke, so sollte man mit dem Verbraucher nicht umgehen.”

      und wie machts der verbraucher…..!!
      der meckert,beschimpft und erzählt ständig,dass er die bauern unterstützen will,aber “geizistgeil” ist beim täglichen essen angesagt.

    • Bauer Willi sagt

      Andreas
      gut beobachtet. Ich bewirtschafte den Betrieb ja in Kooperation. Zusammen haben wir 90 ha, und da sind doch 20 ha Zuckerrüben in Ordnung, oder?
      Bauer Willi

      • Andreas sagt

        Super! Wollte doch nur fragen. Kooperationen sind super und jeder kann sich auf zwei Kulturen konzentrieren.

  15. Frank Simon sagt

    Danke für den Beitrag, da sehen auch wir Stadtmenschen mal, das unser Essen nicht direkt im Supermarktregal wächst.. Wenn Bauer Willi diese Frage in den Raum stellt, kann doch Glyphosat nicht so unbedenklich sein, wie es teilweise dargestellt wird. (wenn in einem “offiziellen” Bericht steht “wahrscheinlich nicht krebserregend” gehen bei mir alle Alarmglocken an. Es ist hier sicher so, wie mit vielen anderen Chemikalien, Pestiziden, Medikamenten, Technologien wie Gentechnik und anderen Eingriffen des Menschen in die Natur oder natürliche Abläufe. Wir probieren es bedenkenlos aus, weil es einfach und kostengünstig scheint, als alternativlos dargestellt wird und evlt. den Herstellern jede Menge Profit bringt. Und nach kurzer Zeit erkennen wir, welchen Schaden wir tatsächlich damit anrichten, sind aber teilweise nicht mal mehr in der Lage die Folgen wieder rückgängig zu machen. Lieber Bauer Willi, warte auf Frost oder auf trockenes Wetter für die Schafe oder zur Not halt häckseln und grubbern. Aber lass die Chemie von Monsanto im Schrank. Mit Zuckerrüben kannst du zwar wahrscheinlich nicht auf dem Wochenmarkt oder im Direktverkauf, mit ökologischem Anbau /ohne Pestizide werben um deinen Mehraufwand über einen etwas höheren Preis hereinzuholen, aber du hast ja nach unserer Meinung gefragt. 😉

    • bauerhans sagt

      “…den Herstellern jede Menge Profit bringt….. die Chemie von Monsanto…..”

      diese behauptungen sind meiner meinung nach für die “glyphosatkampagne” verantwortlich.
      bei 3€ pro ltr. glyphosatnachbauprodukt verdient der chinesische produzent wenig,monsanto gar nix!

    • Bauer Willi sagt

      @Frank
      Du hast mit vielen Worten nichts gesagt. Jedenfalls bringt mich Dein Kommentar nicht weiter, weil es keine Antwort auf meine einfache Frage ist. Denk noch mal nach….
      Bauer Willi

  16. Stadtmensch sagt

    Ich würde ganz gerne die eine Hälfte des Jahres aufm Feld (z.B. als Schnitter oder Schafhirte) und die andere Hälfte im Büro arbeiten. Wenns dann trotzden zum Leben reicht hätte ich sicher weniger Macken. Ist leider nicht möglich in unserem Wirtschaftssystem. Nicht effizient genug. Dabei ist 1/3 der arbeitsfähigen Bevölkerung mit Menschenverwaltung beschäftigt, 1/3 hat nichts oder zu wenig zu tun und die übrigen rechnen aus, wie alles noch effizienter gehen könnte. Die Arbeit machen die Maschinen.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Bei uns im Nordschwarzwald sind noch wenige Wanderschäfer unterwegs. Die beklagen den Nachwuchsmangel.

      Gerne würde ich für frustrierte Städter eine Stelle für Schäfer vermitteln.

      Aber denken sie daran, des Schäfers Woche hat während der Vegetation mehr als 35 Stunden und die Arbeitswoche hört nicht am Freitagmittag auf.

      Und noch was, die Schäfer beklagen ihren Verdienst, sie meinen ein Stundenlohn unter 5 Euro wäre zu wenig, kann man das unter “jammern” ab heften?

    • bauerhans sagt

      “…als Schnitter oder Schafhirte….”

      schnitter ist seeehr anstrengend und schafhirte geht nur mit seeehr viel wissen und erfahrung!

    • Jochen Böhrer sagt

      “Schnitter”.. sehr gut. Ich würde gerne mal was anderes arbeiten. So als Heizer auf einer Dampflok. Oder als Brecher mit dem Pickel im Bergbau. Oder als Korbflechter. Oder als Scherenschleifer. Oder als Köhler.

      • Sandra Harms sagt

        also ich wäre dann doch lieber lokführer auf einer dampflok, als heizer muss man ja nur ewig schaufeln, das hat keinen reiz auf die dauer.

          • Sandra Harms sagt

            Wenns ums trecker fahren geht, ist mein lieblings antrieb immer noch das “A 210” Getriebe von ZF.
            so bauerhans, nu kannste ja mal google fragen wo das eingebaut wurde…mal sehen ob du herausfindest was mein leiblingsschlepper ist…

    • Bauer Willi sagt

      Stadtmensch
      “ich würde gerne” ist wohl der am häufigsten gebrauchte Satz der letzten Jahrzehnte. Mach es doch und rede nicht! Es ist möglich! Du verdienst halt damit deutlich weniger…
      Bauer Willi

    • Bauer Willi sagt

      Was soll die Studie beantworten können? Mein Problem mit der Zwischenfrucht doch wohl nicht, oder?
      Bauer Willi

    • Jochen Böhrer sagt

      da gibt es allein um die 2000 davon, welche vom Bfr zur Risikobeurteilung herangezogen wurden.

  17. Josef B. sagt

    Mhm, sehr gute Frage.
    Als Student der Agrarwissenschaften würde ich zum Glyphosat greifen. Schlicht und ergreifend aus Kostensicht. Ich gehe einmal davon aus, dass das Mittel im gesamten weniger kostet, als die zusätzliche Dieselmenge (auch wenn der Dieselpreis zur Zeit recht gering ist).

    Zudem wird hier ja die Vorfrucht mit Pestiziden behandelt, statt der Hauptfrucht. Und das sollte angenehmer sein, als wenn, wie angekündigt, eventuell später mehr davon eingesetzt werden muss, um den Rübenbestand frei zu halten.

    Da man ja leider das Problem mit der Überrollhäufigkeit und Bodenverdichtung hat, käme ein Abernten für eine Biogasanlage auch nicht in frage, zumal ja die Nährstoffe auf dem Acker bleiben sollen. Sonst könnte man das “selber Abhäckseln” schonmal sparen und sogar einen gewissen Profit herausziehen, der eventuell das Grubbern vergünstigt.

    • Stephan Becker sagt

      Angesichts des Gewichts von vollbeladenen sogenannten Rübenerntern bzw. Rübenrodern lohnt sich jegliche Diskussion zum Thema Bodenverdichtung überhaupt nicht.

      32 Tonnen schwerer Rübenernter: Der Tiger krallt sich die Rüben
      17.09.12 – 16:20
      So toll der Name des knall-gelben Fahrzeugs auch klingt, die Straße ist nicht sein Ding. Richtig wohl fühlt sich das 14,95 Meter lange Monster mit einem Leergewicht von 32 Tonnen auf dem Feld, genauer gesagt auch dem Rübenacker.
      Der Euro Tiger ist nämlich ein hochmoderner Rübenernter, der die süßen Früchte von einen Hektar in etwas mehr als einer Stunde in seinem Bauch verschlingt. Wenn der voll ist, wiegt der Ernter dann 50 Tonnen und mehr.

      http://www.hna.de/lokales/northeim/tiger-krallt-sich-rueben-2507487.html

      Das ist dann vom Gewicht her so im Bereich von Kampfpanzern ungefähr.

      Die Landwirte waren schon immer von der Mineralölsteuer befreit. Früher, wahrscheinlich bei der Einführung als der Begriff Toll Collect in weiter Ferne lag, wurde die Mineraölsteuer auch Straßenverkehrsabgabe genannt. Befreit waren sie deswegen weil die ja so selten auf den Straßen gefahren sind bzw. die so selten kaputt gemacht haben. Deswegen wird so ein Rübenroder vermutlich nicht auf der Straße fahren, oder doch?

      • bauerhans sagt

        “Angesichts des Gewichts von vollbeladenen sogenannten Rübenerntern bzw. Rübenrodern lohnt sich jegliche Diskussion zum Thema Bodenverdichtung überhaupt nicht.”

        der hat 6 breitreifen,die das gewicht verteilen und fährt schräg übern acker(hundegang), jeder reifen in eigener spur.

      • Sandra Harms sagt

        Der Rübenvollernerter hat aber 4 bzw 6 reifen die bis zu einem meter breit sind, dann fährt der im hundegang, dh. die achsen laufen spurversetzt und der gesammte acker wird so überfahren. daraus ergibt sich, das es für den boden schonender ist wenn einmal der volle rübenroder drüber fährt als ein trecker mit vll 6 tonnen und pflegereifen von ca 230mm breite…

        da lässt sich ganz einfach errechnen, 50tonnen auf 6 reifen, macht 8,333 tonnen pro reifen, bei einem meter aufstandsfläche, jetzt der trecker 6 tonnen 4 räder bei 40/60% lastverteilung macht 1800kg pro hinterrad auf 23cm breite. rechnet man das hoch ergibt sich 78,3 kg pro cm reifenbreite beim trecker, und rund 83kg beim rübenroder. dazu kommt noch der erwähnte hundegang beim rübenroder, also die verteilung des gewichts von 2meter reifenbreite auf über 3 meter arbeitsbreiste, würde bedeuten, pro meter arbeitsbreite 5,5555 tonnen pro cm 55,55 kg.

        • Stephan Becker sagt

          Nach dieser Studie:

          Bodenforschung: Schwerlast auf dem Acker
          Rienk R. van der Ploeg, Wilfried Ehlers und Rainer Horn
          21.07.2006
          Der Unterboden der Felder verdichtet sich immer mehr. Das behindert das Pflanzenwachstum und fördert die Entstehung von Hochwasser. Schuld sind häufig schwere Landmaschinen.

          http://www.spektrum.de/magazin/schwerlast-auf-dem-acker/848565

          bzw. hier ganz zu lesen:

          http://www.spektrum.de/pdf/sdw-06-08-s080-pdf/848028?file

          ist es relativ egal wie breit die Reifen sind, selbst wenn sie 2 Meter breit sind. Entscheidend ist das Gewicht, das bei einer Auflagefläche ansteht. Es geht um die sogenannte Druckzwiebel, die unterhalb der Räder im Boden entsteht (S. 83-84 in der Pdf-Datei):

          Die Belastung für die Böden hat trotz solcher Maßnahmen in den vergangenen Jahrzehnten immerfort zugenommen, das lässt sich eindeutig nachweisen. Dass breitere Reifen die Gefahr der Bodenverdichtung nicht bannen, hängt mit den entsprechend breiteren und damit auch tieferen Druckzwiebeln im Boden unter den Rädern zusammen (den Linien gleichen Drucks, die sich ungefähr halbkreisförmig unter dem Rad im Boden ergeben). Diese Druckzwiebeln kennzeichnen die Druckausbreitung im Boden. Der aufgebrachte Druck ergibt sich aus der Radlast bezogen auf die Aufstandsfläche. Schwer verständlich erscheint selbst manchem Fachmann der folgende Sachverhalt: Verteilt man ein höheres Gewicht auf eine größere Aufstandsfläche, sodass der aufgebrachte Druck unverändert bleibt, kann der Verdichtungseffekt für die obere Krume zwar gleich bleiben. Doch die tiefe Krume und der Unterboden werden mehr belastet, weil sich die Druckzwiebeln unter dem breiteren Reifen stärker zur Tiefe fortpflanzen (siehe Bild im Kasten S. 83). Mit anderen Worten: Bei vermehrter Radlast werden die Druckzwiebeln größer und reichen damit auch tiefer. Aber selbst bei gleichem Kontaktflächendruck ziehen die Linien gleichen Drucks bei einem doppelt so breiten Reifen infolge erhöhter Radlast etwa doppelt so tief in den Boden.

          Rienk R. van der Ploeg (links) hatte zuletzt am Institut für Bodenkunde der Universität Hannover die Professur für Bodenphysik inne. Er starb im Herbst 2005. Er war einer der Hauptinitiatoren dieses Artikels. Wilfried Ehlers (Mitte) war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 Professor für Acker- und Pflanzenbau am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Göttingen. Rainer Horn ist Professor für Bodenkunde am Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Universität Kiel.

          • Sandra Harms sagt

            ja einiges wares ist da dran. aber das ist 10 jahre alt… und einiges wird wie so oft nicht erwähnt.
            mit keinem wort wird erwähnt, das die allermeisten landwirte ihren acker regelmäßig mit einem tiefenmeißel bis zu 80cm tief lockern ohne ihn zu vermischen. dann werden jede menge zahlen genannt, trecker mit 6 tonnem, mädrescher mit bis zu 30t. rübenroden bist zu 50t… stimmt soweit, dann wird aber nicht erwähnt , das so ein mähdrescher mittlerweile im schnitt 10m breit arbeitet, ein rübenroder bis zu 6m, ein trecker der etwas zieht auch breiter arbeitet, wie zb noch 1980…. im klartext heist das, die anzahl der fahrten über den acker hat sich seit beginn der mechanisierung wesentlich reduziert. dann werden anhänger genannt mit bis zu 30t…. ich möchte mal wissen wer mit voll beladenen anhängern quer übern acker fährt… wohl kaum einer….
            als nächstes wie auf dem präsentierteller, reine propaganda… in Hitzacker ist die altstadt abgesoffen…. wie niedlich…. das ist sie auch schon wie noch mit pferd und wagen geackert wurde… und dann das geile bild mit der lunkstelle wo spuren sind und wasser steht… meines erachtens fliesst wasser bergab, in dem fall in die lunkstelle, und da man anhand der farbe des bodens erkennen kann das es sich um torfhaltigen boden handelt, wunderts mich nicht das da spuren sind.

          • Jochen Böhrer sagt

            Wenn ich aus Ihrem Beitrag versuche, einen Bezug zur Frage von Willi herzustellen, ergibt sich folgender Schluß: Sie sind aufgrund der wenigen Überfahrten und der besseren Stabilität und Tragfähigkeit von wenig bearbeitetem Boden für Variante “Glyphosat”.

            • Sandra Harms sagt

              Nein bin ich nicht, ich habe hier bereits bauer willi einen anderen vorschlag gemacht. aber da ich seine bodenerhältnisse nicht kenne, ist eher teorethisch zu betrachten.
              und noch ein beispiel zu den überfahrten,
              bis in die 90er wurden rüben einreihig gerodet, bedeutet das der trecker alle 50 cm einmal langfährt, also wider 6 tonnen trecker plus 4 tonnen rübenroder, macht pro überfahrt 10 tonnen, entspricht bei 6 reihen oder 3 metern 60 tonnen, wenn nun der selbstfahrer kommt mit 50 tonnen ist das definitiv weger last…

      • Jochen Böhrer sagt

        Bitte schreiben Sie nicht von Dingen, von denen sie nichts verstehen. Zum Beispiel verstehen Sie anscheinend nichts von spurversetzten 1000er-Niederdruckreifen im Hundegang. Und dass die Landwirte von der gesamten Mineralölsteuer befreit sind, ist schlichtweg eine Falschbehauptung. Wieso tun Sie das? Es werden 50% erstattet und angesichts der Tatsache, dass ein Traktor 90% seines Diesels auf dem Acker verbraucht und eine selbstfahrende Arbeitsmaschine wie Zuckerrübenroder oder Mähdrescher zwischen 95% und 99% ist das wohl nicht zuviel.

      • Bauer Willi sagt

        Herr Becker
        kommen Sie zu mir auf den Acker, auf dem der Rübenernter gearbeitet hat und zeigen Sie mir die Bodenverdichtungen. Ich untersuche den Boden ja selbst darauf und kann keine finden.
        Das mit der Befreiung von der Mineralsteuer ist Blödsinn. Wir bekommen wohl eine Rückvergütung von ein paar Cent. Und nein, ein Rübenroder fährt im Feld und nicht auf der Straße. Nur wenn er von einem Feld zum nächsten muss.
        Bauer Willi

  18. Dirk W. sagt

    zum einem https://www.youtube.com/watch?v=qnwi4_fXS5Q und zum Anderen
    Wie war das mit der Zusammensetzung unserer Luft ?
    Stickstoff 78%, Sauerstoff 21%, Edelgase 1%,

    Co2 0,038 %

    Davon produziert die Natur selbst 96%.
    Der Rest, also 4%, der Mensch
    Das sind 4% von 0,038%, also 0,00152%
    Der Anteil von Deutschland ist hierbei 3,1%
    Damit beeinflusst Deutschland mit nur
    0,0004712% das Co2 in der Luft
    Das ruckt !

    • Hallo Dirk, genauso ist! Die enorme natürliche Volatilität werden wir durch Einsparungen bei der Ldw. LEBENSmittelerzeugung kaum beeinflussen, zumal man in Willis C02-Kalkulation auch die C02-Bindung durch die Zwischenfrüchte kalkulieren sollte?

  19. Fuchs Markus sagt

    Also ich würde kein Glyphosat, also Gift auf meinem Acker haben wollen….. Also Möglichkeit 2!!

    • Kein Gift auf meinem Acker, dafür aber doppelt so viel Klima-schädliches C02 und zusätzlicher Herbizidaufwand zur Hauptfrucht und mehr krebserzeugende Dieselemissionen? Das kann nicht Ihr Ernst sein!

    • Jochen Böhrer sagt

      Glyphosat ist Gift? Nach LD50 ist Kochsalz giftiger. nach Parcelsus ist ALLES Gift.. also auch ALLES, was auf dem Acker ist. Und so manche Unkrautpflanze ist im gegensatz zu Glyphosat (mit dem sie sich verhindern ließe) auch nach offizieller Einstufung giftig. So enthalten zum Besipiel Winden und Nachtschattengewächse hochgiftiges Tropanalkaloid, aufgrund dessen es schon mehrfach Rückrife von Biowaren,, unter anderem Babybrei .. gab.

  20. David sagt

    Ist der ölrettich ein muss? Mal über eine andere Zwischenfrucht nachdenken. Zu meiner Lehrzeit vor fast 20 Jahren wurde phacelia vor den Zuckerrüben verwendet.

    • bauerhans sagt

      fürs greening hatte ich 60% senf und 40% phacelia gedrillt.
      durch die gülledüngung und den langen sommer hab ich jetzt umgeknickte “senfbäume” mit erfrorener phacelia.

    • Bauer Willi sagt

      Ja, der Ölrettich ist ein Muß! Wegen Nematodenbekämpfung und Krankheiten in anderen Kulturen ist Phacelia keine Alternative. Ich habe mir die Zwischenfrucht sehr wohl überlegt. Und wegen gesetzlicher Vorgaben (Greening) auch noch Öllein mit dabei. Und bevor Du mit Gelbsenf kommst: geht wegen Kartoffeln in der Fruchtfolge nicht.
      Bauer Willi

    • Jochen Böhrer sagt

      beim greening muß man zweierlei Pflanzen aussäen. Phacelia fördert Rhicoctonia.

  21. Ich hab letztes Jahr vor der Herbstansat die Zwischenfrucht (unter anderem auch Ölrettich) mit der Cambridgewalze gewalzt (besser wäre natürlich eine Messerwalze), damit sie flach liegt und dann flach (ca. 13 cm) untergepflügt. Danach war das meiste Grünzeug ziemlich weit oben (teilweise auf der Oberfläche) so das noch Luft dazu kommen konte. Eine Woche später habe ich ganz normal kombiniert gesät.
    Glyphosphat ist hier meiner Meinung nach völlig unnötig!

    • Bauer Willi sagt

      “vor der Herbstansaat die Zwischenfrucht gewalzt”? Verstehe ich nicht…
      Bauer Willi

      • Stephan Becker sagt

        Z.B. mi’m Panzer drüber fahren oder die nächsten Nachbarn einladen zum Traktor-Racing auf dem Ölrettich-Acker . 🙂

    • Fördert der Rotteprozess des oberflächlich eingearbeiteten Ölrettichs nicht die Lachgasemissionen?

      • Bauer Willi sagt

        Hallo Ina
        wo hast Du das denn her? Alle Pflanzen verrotten an der Bodenoberfläche. Warst Du schon mal im Wald? Es ist das Prinzip des Mulchsaatverfahrens, dass die Pflanzenreste an der Bodenoberfläche letztendlich in Humus umgebaut werden. Ist jetzt Humus auch schon was Schlimmes? Es wird ja immer doller…
        Bauer Willi

  22. Gerhard Langreiter sagt

    Nur Glyphosat einsetzen, häckseln braucht man da nicht mehr! Aber wie schon erwähnt, kommt Zeit, kommt Frost 😉

  23. Brigitta Blume sagt

    Oh und PS: Bei uns in der Gegend kann man um diese Zeit gar nicht fahren, viel zu naß. Wenn man da ein mal rüberkommt, ist schon glück, mehrfach fahren geht gar nicht, so schweres Gerät haben nicht mal die LPGen.

  24. Brigitta Blume sagt

    Lieber Bauer Willi,
    Gibt es keine Möglichkeit, die Zwischenfrüchte so zu wählen, daß sie als Futter für Schafe taugen?

    (Lieber Verbraucher: leider ißt Du viel viel vielzu wenig heimisches Lamm, um genügend Schäferfür diese ökologischste aller Möglichkeiten erhalten zu haben, sind bis auf ganz ganz wenige schon alle ausgestorben).

    LGBB

      • Brigitta Blume sagt

        Kuh geht auch nicht, viel zu schwer, viel zu hohe Verdichtung, viel zu hoher Arbeitsaufwand und dann schmeckt die Milch noch nach Kohl.
        Und siehe oben: die Schäfer werden immer weniger statt mehr, dank NABU, BUND & Co wird das Futter immer schlechter, und dank der ganzen Tier””schützer”” und Medienfuzzis und der vielen Auflagen sind die deutschen Lämmer kaum konkurrenzfähig zu denen aus zB Neuseeland.

        • Morgen Brigitta Blume!

          War zu Ost Zeiten üblich, da wurden Zwischenfrüchte immer beweidet, die wurden sogar extra dafür angebaut. Es gehen auch Jungrinder.
          Ist ein Riesenaufwand, Koppelbauen, Wasserranschaffen umtreiben.
          Für rel. wenig Futterwert, das ist mir bewußt.

          Ich tippe mal der Acker bekommt 2 mal Glyphosat im Jahr.

          Das Bsp. zeigt aber schön, wo der Schuh drückt!

          Danke Willi!

          Denke auch es kommt nochmal gut Frost, bei uns wird es im März meist noch sehr kalt und trocken.

          • Brigitta Blume sagt

            Zu Ost-Zeiten hat man auch 60 Mark für ein Kaninchen bekommen, von Lamm und Rind gar nicht erst zu reden – und NABU gabs gar nicht :/

            Wir sind dies Jahr auch auf überständigem Gras unterwegs, die Zwischenfrüchte kommen danach. 🙂

            • War so, aber auch die nicht so “Hellen” hatten eine Aufgabe und es wurde aus wenig was gemacht. Heute geht alles nach Aufwand und Effektivität. Die LW ist ja nur Ausdruck dieses “Wahns”. Aber wenn keiner versucht dem entgegen zuschwimmen, wie soll es anders werden? Im Leben geht es immer darum für etwas zu stehen und sein Handeln danach auszurichten.
              Ich bringe das Bsp. nur, weil ja dieses ALTERNATIVLOS so die Runde macht.
              Meine Schafe sind auch auf überständigem Gras “Staying Hay”. Gut das es Dich gibt, so sieht man was geht 🙂

              VG

          • Jochen Böhrer sagt

            2 mal im Jahr Glyphosat? Wie soll das in Willis Beispiel funktionieren und Sinn machen?

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Brigitta
      bin mit einem Schäfer im Gespräch. Aber auch dafür ist es derzeit viel zu nass. Hab ich schon selbst erlebt. Dort wo in der Nässe die Schafe standen, hatte ich in den Rüben dann Rhizoctonia-Wurzelfäule. Dort, wo sie im Trockenen gestanden hatten, definitiv nicht. Eigentlich müssten Schafe eine Zwillingsbereifung bekommen.
      Dafür helfen Schafe aber, mit ihrem Tritt die Deiche fest zu bekommen. Hab ich letztes Wochenende am Rhein gesehen, wo der Deichverband extra dafür einen Schäfer bestellt hat. (Bei uns gibt es häufig Schaf- und Lammfleisch auf dem Tisch 🙂 ) Lecker!
      Bauer Willi

      • Brigitta Blume sagt

        Hier dürfen die Schafe zur Zeit nicht auf den Deich. Erst im Frühjahr wieder – eben darum sind die Zwischenfruchtflächen und Winterweiden ja so wichtig.

        Aber schön, daß Du dran gedacht hast 🙂

      • Hallo Willi!

        ER kann das im sehr weiten Gehüt sehr locker mehrmals tun. So werden bei uns auch Saaten wieder beweidet. Ist schon in dem Fall hier schwierig. Die Schafrassen sind bei uns heute teilweise viel zu schwer gezüchtet, das sind halbe Kühe. Das ist auch teilweise so ein “Wahn”.
        Weil es eben so sein muss, weil der Kunde solche Lämmer haben will und sich die Schlachtung sonst nicht rechnet.

        VG

        • Bauer Willi sagt

          @Brigitta
          Die Schafe verdichten den Boden so sehr, dass der Rhizoctonia-Pilz, der ubiquitär ist (=kommt in jedem Boden vor), im Frühjahr dort ideale Bedingungen vorfindet. Er vermehrt sich besonders in sauerstoffarmen, verdichteten Böden in Verbindung mit organischer Düngung (Schafscheiße) . Die Schafe übertragen also den Pilz nicht, sie sorgen nur für ideale Bedingungen. Alles klar? Fragenden Menschen kann geholfen werden 🙂
          Bauer Willi

          • Brigitta Blume sagt

            Ah, Danke 🙂
            Ja, das mit dem verdichten ist halt Ziel und Zweck der meisten Schafe im Frühjahr, auf hochgefrorenem Grünland zB, was wir wetterbedingt ja nicht haben. Und weites Gehüt …. das ist dann auch schon wieder mehr Arbeit und mehr Lohn, und nicht jeder Schäfer will das tun.

            Danke für die Info 🙂
            (und angelegentlich auch gleich ein dickes Danke für all Deine tolle Arbeit!) :-*

    • Lars Henken sagt

      Schafbeweidung ist auf dem Rückzug. Meine 25 ha Ölrettich und 25 ha Greening-Gemenge sind in diesem Jahr zum Glück gut ab gefroren. In den letzten 10 Jahren hatte ich hier auch immer einen Schäfer, der meine Bestände ab geweidet hat. Leider hat mir mein Schäfer in diesem Jahr abgesagt. Aus gesundheitlichen Gründen und mangels Betriebsnachfolger wird es da wohl eng. Schade, ich mochte das Bild mit den Schafen auf meinen Flächen und in Bezug auf die Grünmasse war es sehr positiv. Was man dabei aber nicht unterschätzen sollte ist die Bodenverdichtung. Es waren keine bleibenden Schäden, aber auf den Flächen mit Schafbeweidung braucht man doch etwas mehr Diesel für die erste Bodenbearbeitung. Andere Schäfer, die mein Flächen beweiden würden gibt es hier nicht und eine eigene Schafhaltung passt nicht zum Betrieb. Ein weiterer Punkt ist der Wolf. Mein Schäfer hat den südlichen Landkreis die letzten Jahre schon gemieden und hier im nördlichen Landkreis wird die Situation auch nicht besser. Einen “wolfssicheren” Zaun mit Untergrabschutz für eine Woche Weidezeit zu errichten ist nicht rentabel, da verzichten die meisten Schäfer eher auf die Gründüngung. Rinderhalter haben an solchen Flächen auch kein Interesse.

      • Lars ich finde es auch sehr schön, wenn man Tiere sieht, das belebt die Landschaft. Ansonsten ist es irgendwie tod.
        Ich denke auch, der Wolf gibt der Schaf- und Mutterkuhhaltung den Todesstoss.

        VG

      • Brigitta Blume sagt

        Der Wolf ist tatsächlich ein zunehmendes Problem. Wir arbeiten ab Frühjahr mit wikiwolves zusammen, um überhaupt mal zu verbreiten, wie ein “wolfssicherer” Zaun aussehen kann, und um die Wolfskuschlern mal einen Eindruck zu vermitteln, wie viel Mehrarbeit da zu leisten ist.
        Aber 100% Sicherheit gibt es nirgends, und die seltenen Rassen werden draufgehen an dieser Sorte “Tierschutz” 🙁

  25. gabriele traute sagt

    Was für eine Frage,

    sie sollten sich mal besser über Glyphosat informieren!
    Glyphosat ist ein Nervengift!
    TV-Tipp: Gift im Acker – Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?
    Die europäische Lebensmittelüberwachungsbehörde (EFSA) bewertet das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat in einem aktuellen Bericht als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ – doch die wissenschaftliche Unabhängigkeit dieser Bewertung ist mehr als zweifelhaft: Sie bezieht sich überwiegend auf Studien der Industrie. Die Risikobewertung von Agrargiften darf sich nicht an den Interessen von Pestizidkonzernen orie…
    Mehr anzeigen

    Gift im Acker – WDR Fernsehen
    Ein Film von Volker Barth
    WWW1.WDR.DE|VON ANDREAS THENHAUS
    http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/die-story/sendungen/glyphosat-100.html

    Vielleicht können Sie sich diesen Film noch anschauen, danach wüssten Sie was Sie zu tun hätten.
    Mit freundlichen Grüßen

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