Bauer Willi
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Verbraucher-Demokratie – eine Lehrstunde

Ich behaupte ja immer, dass nur der Verbraucher entscheidet, wie wir Bauern produzieren und stoße dabei bei einigen auf Widerspruch. Jetzt habe ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten gemacht und bin dabei auf Ludwig von Mises, einem Wirtschaftswissenschaftler, gestoßen, der im Jahr 1922 ein Werk mit dem Titel „Die Gemeinwirtschaft“ verfasst hat. Entsprechend alt ist auch die Wortwahl. Doch der Inhalt hat es in sich. Ich habe mal die knackigsten Aussagen markiert. Viel Spaß beim Kommentieren 🙂 .

…Alle Produktion muß sich nach den Wünschen der Verbraucher richten. Entspricht sie nicht den Anforderungen, die der Konsument stellt, dann wird sie unrentabel. Es ist also dafür gesorgt, daß die Erzeuger sich nach dem Willen der Verbraucher richten, und daß die Produktionsmittel aus der Hand jener, die nicht gewillt oder befähigt sind, das zu leisten, was die Verbraucher von ihnen fordern, in die Hände jener übergehen, die besser imstande sind, die Erzeugung zu leiten. Der Herr der Produktion ist der Konsument. Die Volkswirtschaft ist, unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, eine Demokratie, in der jeder Pfennig einen Stimmzettel darstellt. Sie ist eine Demokratie mit jederzeit widerruflichem imperativem Mandat der Beauftragten. Sie ist eine Verbraucherdemokratie. Die Produzenten, das ist wahr, haben selbst keine Möglichkeit, der Produktion die Richtung zu weisen….

…Unternehmer und Kapitalisten, die Neuanlage von Kapital planen, wenden sich jenen Produktionszweigen zu, in denen sie die höchste Rentabilität zu erzielen hoffen. Sie suchen die künftigen Bedürfnisse der Verbraucher zu ergründen, um sich einen Überblick über Bedarf und Bedarfsdeckung zu verschaffen. Da der Kapitalismus immer neuen Reichtum für alle schafft und die Bedürfnisbefriedigung immer wieder verbessert, wird den Verbrauchern immer wieder die Möglichkeit geboten, Bedürfnisse zu befriedigen, die früher unbefriedigt bleiben mußten. So wird es zu einer besonderen Aufgabe der kapitalistischen Unternehmer, herauszufinden, welche bisher unbefriedigten Wünsche nun erfüllt werden könnten. Das ist es, was man im Auge hat, wenn man davon spricht, daß der Kapitalismus latente Bedürfnisse weckt, um sie zu befriedigen. Was sich der Verbraucher wünscht, kümmert dabei Unternehmer und Kapitalisten nicht. Sie sind nur die gehorsamen Diener des Verbrauchers und dienen ohne Widerrede seinen Befehlen…

…Nichts ist verfehlter als zu glauben, daß man mit schlechten oder schädlichem Gebrauch dienenden Erzeugnissen mehr verdienen könnte als mit guten und edlem Gebrauch dienenden. Man verdient mit dem am meisten, was der dringendsten Nachfrage entspricht; wer verdienen will, wendet sich mithin der Erzeugung jener Waren zu, bei denen zwischen Angebot und Nachfrage das stärkste Mißverhältnis besteht…

…Die Menschen trinken nicht Alkohol, weil es Bierbrauereien, Schnapsbrennereien und Weinbau gibt; man braut Bier, brennt Schnaps und baut Wein, weil die Menschen geistige Getränke verlangen….

…Wer es für schädlich hält, Alkohol und Nikotin zu genießen, der lasse es bleiben. Wenn er will, mag er auch trachten, seine Mitmenschen zu seiner Anschauung und Enthaltsamkeit zu bringen. Seine Mitmenschen gegen ihren Willen zur Meidung von Alkohol und Nikotin zu zwingen, vermag er in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, deren tiefster Grundzug Selbstbestimmung und Selbstverantwortung eines jeden Einzelnen ist, freilich nicht. Wer es bedauert, daß er andere nicht nach seinen Wünschen lenken kann, der bedenke, daß andererseits auch er selbst davor gesichert wird, den Befehlen anderer Folge zu leisten…

…Die kapitalistische Produktion stellt jeden Käufer vor die Entscheidung, ob er es vorzieht, die billigeren Erzeugnisse vereinheitlichter Massenerzeugung zu verwenden oder die teureren, die für den Geschmack einzelner oder kleiner Gruppen besonders gearbeitet werden…

…Wenn mein Freund es vorzieht, sich so zu kleiden, so zu wohnen und so zu essen, wie es ihm gefällt, und nicht das zu machen, was jedermann tut, dann kann man ihn darum nicht tadeln. Denn seine Glückseligkeit liegt in der Befriedigung seiner Wünsche; er will so leben, wie es ihm gefällt, und nicht so, wie ich oder andere es tun würden, wenn sie an seiner Stelle wären. Seine Wertung entscheidet, nicht meine oder die „jedermanns“…

…Ob jemand lieber Wasser, Milch oder Wein trinken will, ist nicht von den physiologischen Wirkungen dieser Getränke abhängig, sondern von der Einschätzung, die diese Wirkungen durch die einzelnen Menschen erfahren. Wenn jemand Wein trinkt und nicht Wasser, so kann ich das nicht als schlechthin unrationell bezeichnen. Ich kann höchstens sagen: ich täte es an seiner Stelle nicht. Wie er glücklich werden will, ist aber seine Sache, nicht meine…

…Darin liegt eben ein wesentlicher Unterschied zwischen kapitalistischer und sozialistischer Produktion, daß in jener die Menschen sich versorgen, während sie in dieser versorgt werden. Der Sozialist will die Menschen füttern und behausen und ihre Blöße bedecken. Die Menschen aber wollen essen, wohnen, sich kleiden und noch manches mehr. Und jeder will nach seiner Façon selig werden.

Ich stimme Herrn von Mises nicht in allen Punkten zu, habe es mir aber verkniffen, den Text selbst zu kommentieren. Das solltet ihr jetzt tun….

Euer Bauer Willi

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43 Kommentare

  1. fred huber sagt

    mises konnte damals übrigens auch nicht die staatlichen eingriffe voraussehen, die es bei mittlerweile gibt. also in der landwirtschaft ganz generell direktzahlungen, stallbauförderungen etc. (demnächst noch stärkere bioförderungen?).
    das verwässert alles die klare marktwirtschaft die er vor augen hatte. dazu noch der hochfrequenzhandel an den börsen…
    interessant ist auch was seine „nachkommen“ so treiben. ist zwar schon ne weile her, aber immernoch lustig wie „frei“ für manche freier handel sein soll…

    https://mises.org/library/free-bernie-madoff

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    • Stadtmensch sagt

      Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft gibt es, seit die Menschen so etwas wie Wirtschaft betreiben und dabei so viel produziert wird, dass einige ihre Nahrung nicht selbst herstellen müssen. Durch diese „Arbeitsteilung“ konnten Gesellschaften immer komplexer werden und können heute sogar Gravitationswellen nachweisen oder für den Bruchteil einer Sekunde einen Minifusionsreaktor betreiben. Aber mal im Ernst: Bergbau oder der Bau riesiger Flotten, um sich die Welt unter den Nagel zu reißen, wären ohne staatlich Eingriffe in die Waldnutzung
      nicht möglich gewesen. Da wären wir nie zur Kartoffel gekommen und hätten auch keinen Ort zum Auswandern gehabt, als wir hier zu viele geworden waren. Wir hätten keine Computer, um uns hier gegenseitig die Hucke voll zu hauen 😉

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      • fred huber sagt

        alles richtig was du schreibst. aber ob sich der herr mises einen staatlich verordneten veggiday vorstellen hätte können…?

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    • bauerhans sagt

      die landwirtschaft ist auch damals schon unterstützt worden!
      da gabs förderungen zum wohnungsbau für heuerlinge oder hier wurde eine genossenschaftsmühle mit sägewerk der hiesigen bauern subventioniert und auch hilfe gabs,wenn im verregneten sommer die ernte aufem halm vergammelte.

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      • Inga sagt

        Jeder Staat ist bestrebt sien Bürger satt zu bekommen, und deswegen muß manches mit Subventionen geregelt werden.

        ÄUnd die Proviteure (die Konsumenten) schimpfen darüber!

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  2. Jörg sagt

    Jeder Verbraucher der will kann sich auf verschiedenste Weise über seine Lebensmittel informieren. Den meisten Verbraucher scheint es aber nicht wichtig zu sein was sie essen, solange der Preis stimmt. Allerdings haben die NGOs auch einen Bedarf beim Verbraucher erkannt und bedienen diesen in sehr guter Qualität, indem sie regelmäßig mit oft ungerechtfertigten Lebensmittelskandalen und Tierschutzskandalen eine Menge an Spenden einnehmen. Unternehmer sind die NGOs auch und verhalten sich genau so wie oben beschrieben!

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  3. Text, den man getrost in die Tonne treten darf, wenn man sich das Einkaufsverhalten Anfang des Jahrhunderts genauer anschaut – bei fast 50 % Anteil des Haushaltsbudgets für Lebensmittel. Derzeit sind’s 11 %? Professoren glauben per Gutachten und Verbraucherbefragungen herausgefunden zu haben, dass DER Verbraucher ein Preissegment zwischen BIO und Discounter benötigt, z.B. für Tierwohllabel. Drauf geschissen, oder deute ich die Wettbewerbsschlacht des LEH – auf Kosten der Landwirte – etwa falsch?

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    • Walter Parthon sagt

      Weltökonomin: Lieschen Müller
      Lieschen Müller ist Ökonomin im besten Sinn, also mit Leib und Seele. Theorien interessieren sie nicht, Lieschen Müller handelt. Sie ist ein ökonomisches Gewohnheitstier und betritt am liebsten die ausgetretenen Trampelpfade des Konsums. Gedanken über ihr Kaufverhalten sollen sich andere machen – Lieschen kauft, und zwar dort, wo sie sich den größten Vorteil verspricht. Dabei geht es ihr um das beste Preis-Leistungsverhältnis. Nun lässt sich der Preis einfacher vergleichen als die Produktleistung. Daher achtet Lieschen vor allem auf die magische Zahl 9 oder 99 oder 9,99 – immer in Euro, versteht sich.
      Die Grundbedürfnisse sind längst erfüllt, und das kostengünstig. So klettert Lieschen Müller Schritt für Schritt die Wohlstandsleiter hinauf und wird damit für die Wirtschaft immer unberechenbarer. Denn mit dem verfügbaren Einkommen steigt ihr Wunsch nach etwas, das nicht jeder hat. Nur so erklärt sich, dass neben Billigprodukten teure All-inclusive-Reisen oder exklusive Teakholzmöbel ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen.
      Verheiratet ist Lieschen mit Otto Normalverbraucher. Auch er ist absoluter Durchschnitt, was seine Gewohnheiten angeht. Otto fühlt sich niemandem verpflichtet als seinem Geldbeutel allein. „Mir schenkt auch niemand etwas“, tut er seine Grundeinstellung kund. Dabei sieht er wohl, dass in der Wirtschaft nicht alles rund läuft. Woran er das merkt? „Früher war alles billiger“, erklärt Durchschnittskonsument Otto. Doch er tut etwas dagegen und kauft auf dem Weltmarkt: Werkzeug aus China, Autos aus Rumänien, Elektroartikel bei Ebay. Lebensmittel sind für in hauptsächlich ein „Aufreger“ im täglichen Smalltalk.
      Hungrig geworden beschließen beide, erst noch beim Discounter einzukaufen, um sich dann in ein nettes, wenn auch teures Restaurant zu setzen. Dort gibt es argentinische Hüftsteaks für den besonderen Geschmack.

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      • Stadtmensch sagt

        Schon möglich, dass viele so handeln. Aber damit sind sie doch vollkommen „systemkonform“:
        im Sinne der „Österreichischen Schule“ (Mises, Hayek, Schumpeter). Da heißt es grob : jeder ist seines Glückes Schmied, wenn jeder an sich denkt ist auch an alle gedacht, der Markt regelt alles viel besser als irgend ein *Ismus. Was dabei rauskommt ist eine Rentnerökonomie (Milliardäre Aldi, Schwarz Haniel usw. packen ihr Vermögen in Stiftungen und tragen nichts zum Gemeinwesen bei, außer Lebensmittel zu verramschen). Willi könnte ja auch mal einen Artikel über Bucharin machen,
        nur damit es etwas ausgewogener zugeht.

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  4. Friedrich sagt

    Wenn 5% der Verbraucher bio kaufen und über 90% konventionell , dann liegt die Masse der
    Betriebe doch richtig. Wir sollten uns von den grünen Medien nicht verrückt machen lassen.
    Wenn die „Grünen“ jetzt in den Landtagen aus der Regierung fliegen , weil rein rechnerisch
    keine Koaltion möglich ist, wird sich so einiges wieder versachlichen. Gerade auch deshalb , weil SPD + CDU nicht um die Grünen buhlen müßen. Leider sei der AFD der Dank. Aber so
    weit hätte es ja nicht kommen müßen. Irgendwann werden die Verbraucher auch dahinter
    kommen, daß unser EEG doch ein teures nicht bis zu Ende gedachtes Experiment ist. Wenn die ersten Biogasanlagen stillstehen und die meisten Stromplatten auf den Dächern
    doch nicht so wirtschaftlich sind , wie man sich das erhofft hatte.

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  5. Altbauer Jochen sagt

    -„Alle Produktion muss sich nach den Wünschen der Verbraucher richten“-

    Man kann sich auch wünschen das Manna vom Himmel fällt !
    Das mögliche muss machbar sein und es muss Menschen geben,
    die dies zu leisten imstande sind und selbst auch Teilhabe an
    den „Segnungen“ eines wachsenden und sich wandelnden
    Konsumverhalten finden.

    Grundbedürfnisse,- und dazu zähle ich bei uns neben Gesundheitsversorgung,
    Bildung, Sicherheit u. Ordnung, auch die Ernährung, können weder nach
    elitärem ,noch nach ideologischem Denken geordnet werden.
    Bei allem Respekt vor individuellen Entscheidungen, die auch niemand
    antasten soll, bleibt bei jedem die Verpflichtung sich einer Gesamtverantwortung
    nicht zu entziehen.
    Der in dem Artikel dargestellte Kontrast zwischen Sozialismus und Kapitalismus
    entspricht dem „Denken“ des vorigen Jahrhunderts.
    Ich hab mit Sozialismus „nichts am Hut“ aber ohne soziales Gewissen
    wird unsere Gesellschaft zu Raubtier.
    Wir Bauern scheinen in das Beuteschema zu passen,
    was passiert eigentlich wenn der letzte „aufgefressen“ ist ?

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    • Ingeborg Krausbauer sagt

      Dann muß der Verbraucher aber auch verbrauchermündig sein im Sinne von Umwelt und Sozialen.

      „Alle Produktion muss sich nach den Wünschen der Verbraucher richten“-
      das goit nur für tote Güter, wie Bauglötze und Autos, usw.

      Mit lebenden Sachen muß man anders umgehen.

      Das versteht der durchschnittliche Verbraucher nicht!
      Aber der Bauer hat die Verantwortung!

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  6. Stephan Becker sagt

    Da der Kapitalismus immer neuen Reichtum für alle schafft und die Bedürfnisbefriedigung immer wieder verbessert,

    Ein sehr guter Witz! Was Herr von Mises wohl über die zahlreichen Tafeln in Deutschland sagen würde?

    Welche Verbraucher haben denn den Bau der Supermärkte auf den grünen Wiesen genehmigt? Die Aldi-Verbraucher oder die Lidl-Verbraucher?
    Und wenn sie sich nicht gegen die Verschandelung der grünen Wiesen mit Demonstrationen und Sit-Ins gewehrt haben (vor kurzem in Weinheim a.d. Bergstraße wohl zum ersten Mal), natürlich wäre auch Nicht-Einkaufen möglich gewesen, kann man sich dann nicht auch fragen warum sich die Bauern nicht gegen die Dumping-Politik, die Förderung des Wachstums über alles gewehrt haben?
    Ich komme noch mal auf das Thema Tante-Emma-Läden zurück: Wer hatte damals, etwa Anfang der 70er, abgesehen von den Leuten, die Steuersparmodelle nützten, um Supermarkt-Gebäude zu finanzieren, das Geld die Supermärkte in „den Markt“ zu drücken?
    Wer hatte das Geld für die ersten Gehälter der Filialleiter, Kassiererinnen, Lkw-Fahrer, Logistiker, Werbe-Fachleute, Reinigungskräfte etc. sowie für die Ausbildung dieser Leute, für den Strom, die Heizung, die Produkte, die Kassen, die Regale, die Lkws, die Werbung?
    Gab es damals schon die großen Produktionsbetriebe wo pro Tag hunderttausende Brötchen vom Band kamen oder hunderte Tonnen Nudeln pro Tag von einer Firma in Lkws verladen wurden? Wie wurden die Leute damals ernährt? Durch jeweils regionale Produzenten?

    Noch zum Thema Alkohol:
    Die Menschen werden nicht zu Alkoholikern, weil es cool ist viel Alkohol zu trinken, weil Alkohol so gut schmeckt (weiß ich von einem Alkoholiker) oder weil es diesen Leuten sonst langweilig wäre. Es hat vor allem mit Ängsten zu tun (ich kenne mehrere Alkoholiker – bin selber keiner).

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    • Stephan Becker sagt

      Das wichtigste beim In-„den Markt“-Drücken habe ich ja ganz vergessen: Wer bezahlte den Preisunterschied zwischen billigen Supermarkt-Produkten und Tante-Emma-Laden-Produkten? Mit welchem Geld bezahlten die ersten Leute die Großaufträge für Lebensmittelfabriken?
      Fanden die Großbanken die Idee damals so toll, dass sie den Familien Schwarz oder Albrecht das Geld mit vollen Händen entgegenwarfen?

      Ich kann mich noch erinnern an die Anfänge in der Kleinstadt, mit damals etwa 5000 oder 6000 Einwohnern ohne Eingemeindungen, in der ich aufgewachsen bin, am Rande des Schwarzwalds. Damals gab es nur einen kleinen SPAR-Supermarkt und einen normalen Supermarkt (ich weiß leider nicht mehr von welcher Firma). Es gab jede Menge Metzgereien, Bäckereien, einen Schuhmacher, einen Buchhändler, eine normale Post mit zwei Schaltern, eine Sparkasse, eine Volksbank, mehrere Modegeschäfte, ein Kino, zwei Gymnasien, zwei Realschulen, eine Grundschule etc.
      Etwa um 1980 machte dann ein PLUS-Supermarkt mitten im Ort, auf vielleicht 150 qm, auf. Die Einrichtung erinnerte an die ersten Aldi-Filialen (Kartons in Regalen). Ein paar Jahre später eröffnete ein großer Supermarkt (Firma weiß ich nicht mehr) mit Tankstelle auf der grünen Wiese. Der wurde dann später von der Firma Handelshof übernommen.

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      • Stephan Becker sagt

        Mit den Anfängen in der Kleinstadt meinte ich so die Zeit Mitte bis Ende der 70er.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Welche Verbraucher haben denn den Bau der Supermärkte auf den grünen Wiesen genehmigt? Die Aldi-Verbraucher oder die Lidl-Verbraucher?“

      Genehmigt haben es die Gemeinderäte und mit Stolz lässt sich der Bürgermeister und der Ortsvorsteher auf den Bauland ablichten, denn die wissen genau, dass die Bürger (Verbraucher) Beifall klatschen.

      Wer soll sich dagegen wehren, der letzte Landwirt und der Inhaber des letzten Edeka-Lädele?

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      • Ingeborg Krausbauer sagt

        Diese Supermärkte hatten aber Zulauf, und die Tante Emma Läden das Nachsehen.

        Mit Sonderangebote in der Wurst- und Fleischabteilung wurde geworben und Verbraucher angelockt, deswegen waren die immer ninten im Supermarkt.

        Benutzt man lebendige Kreaturen (Schlachtvieh) dazu?

        Der Verbraucher bekam als Arbeitnehmer Lohnerhöhung!
        Er konnte z.B. Markenklamotten anziehen, größere Autos, Farbfernsehen und tägl. Fleisch leisten. .

        Wie kompenzierte das der Bauer?
        Mit dem Stallanbau!
        so hatter er auch für Markenklamotten und anderen Konsum Geld für seine Familie!
        Oder steht ihm das nicht zu?

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          • bauerhans sagt

            „massentierhaltung“ ist ein tendenziöser kunstbegriff,erfunden,um tierhalter zu verunglimpfen.

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            • Inga sagt

              Das auch, Bauerhans,

              aber das Wort kannman ruhig dazu bwenutzen, dass kein Schlachttier mehr induviduell wie früher in dne Kleinbetrieben gehalten wird.

              Kein Kleinbetrieb aus dem Bilderbuch kann mit diesem Preisdumbing überleben!!!
              Das wollte ich damit sagen.

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            • Inga sagt

              Das auch, Bauerhans,

              aber das Wort kann man ruhig dazu benutzen, dass kein Schlachttier mehr induviduell wie früher in dne Kleinbetrieben gehalten wird.
              Wie es in Biderbüchern noch anzusehen ist.

              Kein Kleinbetrieb kann mit diesem Preisdumbing überleben!!!
              Das wollte ich damit sagen.

              Also Preisdumbing ist Schuld an der Massentierhaltung.

              Und weil der Verbraucher für ein Stück Fleisch oder Milchprodukt nicht mehr so lange arbeiten muß wie früher, werden, vielleicht auch aus langer Weile die Massentierhalter beschimpft!

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  7. Andreas sagt

    Text aus 1922 ist leider nicht weiterführend, weil es damals keine Lebensmittelindustrie gab.

    Es wäre schön, wenn Bauer Willi seinen Roten Faden behält und dafür sorgt, dass Verbraucher und die Landwirte an der gleichen Seite des Stricks zu ziehen. An der anderen Seite ist eine skrupellose Lebensmittelindustrie.

    Wir essen heute immer mehr Fertigprodukte weil man zum Kochen immer weniger Zeit hat. Diese Fertigprodukte werden in so großen Mengen hergestellt, dass wie in der Schweinemast, die Zusammensetzung nach Preisentwicklungen einzelner Komponenten optimiert werden. Im ZDF gibt es aktuell eine Serie die zeigt, wie für uns Verbraucher gemischt und getrickst wird. Ein schönes Beispiel war die Herstellung eines Premium – Vanilleeises. Es verdiente sich die Auszeichnung, weil braune Stippen von dem Vanille – Gewürz erkennbar sind. Es ist also ein Hit, wenn Vanilleeis Vanille enthält.
    Dieses Eis hatte aber aus Kostengründen keinen Bestandteil des eigentlich wichtigen Mark der Vanilleschoten , sondern nur die Außenschale. Um den Vanille – Geschmack zu erzeugen, wurde synthetisches Geschmacksmittel eingesetzt. Auf Eigelb wurde auch aus Kostengründen verzichtet .
    Um aber die richte Farbe des Eises zu bekommen, gibt es Farbstoffe.

    Wir werden sicher im Supermarkt nicht vergiftet. Aber was die Industrie aus unseren Erzeugnissen herstellt, macht traurig.

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    • bauerhans sagt

      „….Wir essen heute immer mehr Fertigprodukte weil man zum Kochen immer weniger Zeit hat….“

      die leute haben keine lust, kochen zu lernen,schauen aber kochsendungen an,während sie fastfood oder halbfertigprodukte (microwellenessen) futtern.

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    • Stephan Becker sagt

      Wir werden sicher im Supermarkt nicht vergiftet

      Vergiftet nicht, aber man kann von manchen Produkten schon leichtes Bauchgrimmen bekommen. Z.b. von Wurstpackungen, mit 200g „Wurst“, die 79 Cent kosten. Das sind im Grunde nicht einmal mehr Nahrungsmittel.

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      • bauerhans sagt

        kein supermarkt wird sich erlauben können, „billigwurst“ zu verkaufen,die „bauchgrimmen“ verursacht.

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        • Stephan Becker sagt

          Ich hab’s selber verspürt. Aber es achtet ja nicht jeder so auf seinen Magen oder seinen Körper oder man isst alles mögliche noch mit dazu.
          Die Lebensmittelindustrie ist ja sehr erfinderisch was den Ersatz teurer Rohstoffe durch billige Chemieprodukte angeht und wenn es einfach nur Gelatine ist.
          Wie war das noch mal mit dem Digitalschinken und dem Analogkäse.
          TTIP wird die Qualitätsspirale nach unten noch deutlich weiter treiben.

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  8. bauerhans sagt

    die schrift ist 1922 verfasst,als es noch den s.g. verkäufermarkt gab d.h. von allen produkten gabs zu wenig,den produzenten wurden diese aus der hand gerissen.
    ich denke gerade an unsere heimische margarinefabrik,die in den jahren ihre blütezeit erlebte(übrigens von einem zweiten bauernsohn gegründet),weil sie aus billigen rohstoffen butterersatz produzierte.
    heute haben wir ja übervolle märkte,wo werbung hinsichtlich gesundheit eine grosse rolle spielt d.h. es werden produkte beworben,die ein langes gesundes leben garantieren sollen.

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  9. fred huber sagt

    wie siehts mit werbung aus, die geziehlt bedürfnisse wecken soll, die vorher noch nicht da waren?
    eine firma stellt ein neues produkt her (zb. smartphone mit 5 kameras) und versucht dieses an den mann zu bringen. macht dafür werbung. wenn diese gut genug ist, will so ein teil plötzlich jeder haben, und der kunde handelt in gewissem maß nicht mehr selbstbestimmt.

    wie siehts mit artikeln aus die geziehlt NICHT beworben werden? zb. hochpreisige qualitätsartikel im discounter.

    der kunde wird meiner meinung nach schon so geleitet das er kaufen soll, was dem handel bzw. den herstellern passt. er merkt es nur nicht.

    SUVs sind da so ein beispiel: total unpraktische spritfresser die die wenigsten wirklich brauchen dürften. verkaufen sich aber wohl trotzdem ganz gut… 🙂

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    • Bauer Willi sagt

      Das steht in dem Text auch: „herauszufinden, welche bisher unbefriedigten Wünsche nun erfüllt werden könnten“
      Bauer Willi.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Werbung ist dazu da, dem Kunden etwas zu verkaufen, was er eigentlich gar nicht braucht. Obwohl man gefühlsmäßig an der Armutsgrenze lebt, muss ein iPhone sein, ein einfaches für 139.- Euro reicht nicht.
      SUVs sind Statussymbole, damit kann man den Nachbar beeindrucken und wenn man damit zu Aldi fährt ist alles gut.

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      • fred huber sagt

        nochmal zur werbung: die rebecca liebers hat das weiter oben passender beschrieben als ich. kurz gesagt: mit einem ausreichendem werbeetat kann man den leuten erzählen was sie zu wollen haben.
        aber noch kurz was anderes zu den smartphones: ich bin mir sicher das es technisch machbar wäre ein billiges telefon zu bauen, das länger als 2 jahre hält. interesse wäre bestimmt vorhanden! wird aber nicht gemacht, weil man sich ja nicht den eigenen markt kaputt machen will… ist da der kunde könig?
        nach mises seiner logik müssten alle firmen die smartphones (und natürlich andere elektroartikel) herstellen längst pleite sein weil sie minderwertige ware anbieten.

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        • Ingeborg Krausbauer sagt

          so ist es.

          man müßte dieses Phänomen mal betiteln und dann weiterdiskutieren.

          Dann wäre auch der Umwelt viel geholfen.

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      • Stadtmensch sagt

        @Ehemaliger Landwirt,
        „Die Werbung ist dazu da, dem Kunden etwas zu verkaufen, was er eigentlich gar nicht braucht.“
        Ja, das ist ja die Sch…e! Nichts gegen PR, um die Massen zu dirigieren, aber besser wäre es, wenn möglichst viele selbst wüssten, wo es lang geht. Ein Zitat vom Thomas Jefferson muss jetzt noch sein:
        „Ich kenne keinen sichereren Treuhänder der letztendlichen Macht der Gesellschaft als das Volk an sich; und wenn wir die Leute nicht für erleuchtet genug halten, diese Kontrolle mit wohlwollender Umsicht durchzuführen, dann ist die Abhilfe nicht, sie ihnen wegzunehmen, sondern ihre Umsicht zu schärfen.“

        Das ist genau der entgegengesetzte Ansatz zu Edward Bernays, dem „Erfinder“ der Propaganda. Er hat bewiesen, dass sich mit der Denkfaulheit Profit machen lässt.

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  10. W. Toft sagt

    Der Verbraucher verlangt medial Bioprodukte, will aber lieber nicht mehr bezahlen! Ich frage mich, soll ich umstellen? Am Ende sitze ich wieder im Hamster- Rad, und bin auch noch die Investition los.

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