Bauer Willi
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Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 1

Während der Grünen Woche im Januar 2016 meldete sich die Welttierschutzgesellschaft e.V. bei Bauer Willi (BW) und fragte nach, ob es die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gäbe. Wir haben daraufhin beschlossen, einen Gedankenaustausch zu führen, den jeder auf seinen Medienkanälen zur Diskussion stellt. Fangen wir mit dem Dialog an. Im ersten Teil stellt Bauer Willi Fragen an Katharina Tölle und Dr. Leif Koch, beide sind verantwortlich für die KUH+DU Kampagne der Welttierschutzgesellschaft. Den zweiten Teil bringen wir am 10. März.

Bauer Willi: Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nicht von der Welttierschutzgesellschaft gehört. Was macht ihr konkret und was unterscheidet euch von anderen Tierschützern?

Katharina Tölle: Wir sind eine Tierschutzorganisation, die hauptsächlich in Schwellen- und Entwicklungsländern Haus-, Nutz- und Wildtierprojekte unterstützt. Dabei arbeiten wir in enger Kooperation mit lokalen Partnerorganisationen. Wir fördern beispielsweise Schutzzentren für Bären, großflächige Kastrations- und Tollwutkampagnen von Hunden und Katzen sowie mobile Tierkliniken. All dies wird immer von Bildungsmaßnahmen begleitet, denn wir sind der Auffassung: Tierschutz fängt beim Menschen an.

In Deutschland liegt unser Fokus auf den Milchkühen. Hier haben wir im Jahr 2013 die KUH+DU Kampagne gestartet, um die Lebensbedingungen der Milchkühe zu verbessern. Mit der KUH+DU Kampagne haben wir ein Thema aufgegriffen, das viel zu lange im Hintergrund war. Es wurde in der Öffentlichkeit viel über Schweine und Hühner diskutiert. Milchkühe blieben lange außen vor. Wir sind DIE Tierschutzorganisation in Deutschland, die sich diesem Thema auf breiter Basis angenommen hat. Im Gegensatz zu anderen Organisationen geht es uns nicht darum, die Haltung von Milchkühen abzuschaffen, sondern wir wollen die Haltungssysteme im Sinne der Tiere verbessern. Wir fordern gesetzliche Mindeststandards in Form einer eigenen Haltungsverordnung für Milchkühe. Zudem informieren wir die Verbraucher über die Missstände in der Milchwirtschaft. Viele lassen sich von grünen Wiesen auf den Milchverpackungen täuschen und denken, allen Milchkühen gehe es gut. Hier setzen wir mit einem Milchratgeber, unserer Kampagnenwebsite www.kuhplusdu.de sowie Unterrichtsmaterialien für Schüler an und informieren sachlich und differenziert über die Probleme und Herausforderungen in der Milchkuhhaltung.

Bauer Willi: Ich habe mir eure Kampagne „KUH+DU“ angesehen. Als normaler Bürger ohne Bezug zur Landwirtschaft sage ich da schnell: „Ist eine gute Sache, die Forderungen unterstütze ich, ich unterschreibe auch die Petition und spende 5 €“. Als Landwirt frage ich mich, was das denn nun wieder soll, dass schon wieder eine Tierschutzorganisation Forderungen aufstellt, ohne mit mir darüber gesprochen zu haben. Können Sie das nachvollziehen?

Katharina Tölle: In den letzten zwei Jahren haben wir viele Gespräche mit den unterschiedlichsten Akteuren der Landwirtschaft geführt. Wir haben Höfe besucht, mit verschiedenen Landwirten über ihre Kühe und Ställe gesprochen, um herauszufinden, wo sie die größten Herausforderungen sehen. Auch Mitglieder unseres Fachlichen Beirats der KUH+DU Kampagne sind Landwirte. Der Kontakt zu den Bauern ist sehr wichtig, denn es geht ja schließlich um ihre tägliche Arbeit. Dabei haben wir natürlich auch die Ablehnung mancher Landwirte zu spüren bekommen, die uns entweder nicht auf ihre Höfe gelassen haben oder einfach keine Notwendigkeit für Veränderungen sehen, da sie der Überzeugung sind, ihren Milchkühen gehe es doch so schon gut – ein gemeinsamer Austausch und Dialog kamen hier dann nicht zustande. Andererseits bekommen wir aber auch E-Mails von Landwirten, die unsere Kampagne gut finden und froh sind, dass die Probleme endlich offen angesprochen werden.

Bauer Willi: Um in der Sache voranzukommen, wäre es doch sinnvoll, dies mit berufsständischen Verbänden wie z.B. dem Deutschen Bauernverband oder dem Milchindustrieverband zu diskutieren. Haben Sie das schon mal gemacht? Und wenn ja, wie waren die Antworten?

Leif Koch: Ja, natürlich. In diesem Bereich sind wir sehr aktiv. Der Deutsche Bauernverband ist quasi unser Nachbar und sitzt nur eine Straßenecke weiter. Hier finden häufig Gespräche statt. Wir wurden auf verschiedene Podiumsdiskussionen eingeladen, beispielsweise im letzten Jahr beim Berliner Milchforum. Wir sind mit den zentralen Akteuren der Milchwirtschaft, also den Landwirten, Molkereien, Exportorganisationen oder Zuchtverbänden, im Gespräch. Die Branche weiß inzwischen selbst, dass Handlungsbedarf besteht. Eine Haltungsverordnung wird kommen, und jetzt besteht die Möglichkeit seitens der Verbände, eine solche Verordnung mitzugestalten. Hier ist auch im Eigeninteresse der Branche mehr Mitarbeit gefordert.

Bauer Willi: Ich habe mir den Entwurf der Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere durchgelesen. Das liest sich alles vernünftig, auch wenn da immer von „muss und müssen“ die Rede ist. Einiges davon lässt sich sicher relativ einfach realisieren, andere Forderungen (Weidegang) sind nur mit äußerst großem Aufwand oder auch überhaupt nicht umzusetzen. Eines haben jedoch alle Forderungen gemeinsam: Sie kosten Geld, mehr Geld. Woher soll dieses Geld kommen und wie soll an den Landwirt gezahlt werden?

Leif Koch: Es gibt bereits Landwirte, die fast alle Anforderungen aus der Verordnung umsetzen. Andere wiederum müssen mehr investieren, um die Mindeststandards im Tierschutz umzusetzen. Tierwohl darf dabei keinesfalls eine Frage der gegenwärtigen Marktsituation sein und von dieser abhängen. Dabei gilt auch: Die Bauern haben zwar unmittelbaren Einfluss auf das Wohlergehen der Milchkühe, aber sie tragen nicht allein die Verantwortung für eine tiergerechte Milchkuhhaltung. Politik, Molkereien, Handel und auch wir Verbraucher sind ebenso dafür verantwortlich, wie gut es den Kühen in Deutschland geht. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung ermöglicht es beispielsweise den Bundesländern, über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm den Umbau oder Neubau von Ställen zu bezuschussen. Aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bereit sein, höhere Preise für tiergerecht erzeugte Milch zu bezahlen. Dies kann erreicht werden durch Informationskampagnen und einer besseren, klaren Kennzeichnung besonders tiergerechter Produkte.

Bauer Willi: Eine Forderung (§ 15) ist ein Sachkundenachweis. Nun hat ja jeder Tierhalter eine landwirtschaftliche Ausbildung. Genügt die nicht oder warum stellen Sie eine solche Forderung auf?

Leif Koch: Es gibt in der Tat Bereiche, die in der Ausbildung zum Landwirt nicht ausreichend in den Lehrplänen abgebildet werden. Wenn es beispielsweise in den Landwirtschaftsschulen um die Enthornung geht und die Lehrenden nicht mal Alternativen dazu kommunizieren – denn mit dem heutigen Wissenstand ist die Haltung behornter Herden auch in Laufställen gut möglich –, geschweige denn auf eine Sedierung oder Betäubung bei der Enthornung hinweisen, stimmt doch etwas nicht. Auch die hohe Zahl an Erkrankungen als „normalen“ Zustand zu bewerten, an dem man nichts ändern müsse, kann nicht hingenommen werden.

Beim Sachkundenachweis geht es aber auch darum, sich regelmäßig fortzubilden, solange man die Verantwortung für Milchkühe trägt. Mittlerweile gibt es schon viele wissenschaftliche Erkenntnisse zum Tierwohl und zur Tiergesundheit, die es aber häufig nicht bis in die Ställe schaffen. Letztendlich geht es darum, sich an den Bedürfnissen der Tiere, ihrem Sozialverhalten, ihrer Gesundheit zu orientieren. Das Management auf dem Hof ist einfach der entscheidende Faktor für das Tierwohl und die Gesundheit der Kühe. Es ist erforderlich, dass der Betriebsleiter schon sehr früh in der Lage ist, Tierschutzprobleme unmittelbar zu erkennen und gegenzusteuern. Das ist gut für den Betriebsleiter und gut für die Kühe. Zudem würde es helfen, im Rahmen eines Sachkundelehrgangs Themen in den Fokus vieler Milchbauern zu rücken, die auch für sie interessant sein können, wie zum Beispiel das Wissen über die Haltung und die Vorteile von Zweinutzungsrindern bzw. robusten Rassen.

Bauer Willi: Dazu passt auch die Dokumentation unter § 13, in der jedes Tier wöchentlich auf eine große Zahl von Indikatoren hin bewertet und dies schriftlich festgehalten werden soll. Haben Sie das schon mal selber gemacht? Wissen Sie, wieviel Zeit das benötigt? Und wie soll das ganz praktisch bei 250 Kühen in einem Boxenlaufstall durchgeführt werden?

Leif Koch: Wir haben nach vielen Gesprächen mit Tierphysiologen, Tiermedizinern und Agrarwissenschaftlern entschieden, keinen Zollstock-Tierschutz zu fordern, sondern eben das Tier in den Mittelpunkt zu stellen. Angesichts der Diversität der Milchkuhhaltung ist das auch sehr sinnvoll. Deshalb haben wir Indikatoren in die Verordnung aufgenommen, die direkt am Tier abgelesen werden können. Dazu gehören Lahmheiten, Klauenzustand, Euterbeschaffenheit und Sauberkeit ebenso wie Unterkonditionierung, Liegeverhalten und Mykosen. Wer Tiere hält, hat selbstverständlich eine Verantwortung für sie – und wer 250 Kühe hält, muss auch sicherstellen, dass es allen 250 Kühen gut geht. Gerade Betriebe mit größeren Herden arbeiten ja bereits mit technischen Systemen, um die Tiergesundheit zu überwachen, und erfahren auf diese Weise sofort, wenn sich eine Kuh anders verhält als sonst.

Bauer Willi: Was ich bei Ihrer Darstellung vermisse, sind die Begriffe „Konsument“ und „Lebensmitteleinzelhandel“. Spielen die bei Ihrem Tierschutzgedanken keine Rolle?

Katharina Tölle: Die Konsumenten spielen eine ganz erhebliche Rolle in unserer KUH+DU Kampagne. Sie sind es, die mit ihrem täglichen Einkauf an der Kasse darüber entscheiden, welche Milchprodukte im Einkaufswagen landen und welche Haltungssysteme sie unterstützen. Wir haben damals zum Kampagnenstart einen Milchratgeber als Erstorientierung für den Laien erstellt, in dem wir über Realitäten und Probleme in der Milchkuhhaltung informieren und Hinweise für den Einkauf geben. Vielen Verbrauchern war zum Beispiel unbekannt, dass Milchkühe eigentlich Hörner tragen oder jährlich ein Kalb gebären müssen, um Milch geben zu können. Die Themen Tierwohl und Tiergesundheit sind natürlich weitaus komplexer, unser Milchratgeber bietet aber einen guten Einstieg ins Thema.

Für Schulkinder haben wir das Lernset KUH+DU macht Schule entwickelt. Mit diesem lernen neun- bis zwölfjährige Kinder auf spielerische Art und Weise im Unterricht die Milchkuh kennen. Es wird der Bezug zwischen dem Tier und den täglichen Nahrungsmitteln hergestellt. Dann geht es natürlich um die konkreten Inhalte, z.B. um die unterschiedlichen Haltungsbedingungen, verschiedene Ställe, das Sozialverhalten der Tiere, Enthornung usw. Dabei ist es uns wichtig, die landwirtschaftliche Realität der Milchkuhhaltung erklärend darzustellen, ohne wertend und dogmatisch zu sein.

Mit dem Lebensmitteleinzelhandel sind wir auch im Gespräch und haben uns hier mit verschiedenen Vertretern zusammengesetzt. Trotz des häufig bekundeten Interesses, sich mehr im Bereich Milchkühe engagieren zu wollen, hat sich daraus noch nichts Konkretes ergeben. Es drängt sich daher der Eindruck auf, dass das Wohl der Kuh gerne aufgeschoben wird.

Den zweiten Teil “Fragen der Welttierschutzgesellschaft an Bauer Willi” bringen wir am 10. März.

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82 Kommentare

  1. Brigitte Neveling sagt

    Wer weiss ” wie man Brot anbaut ” ?
    Der Bauer.
    Wer hat schlechte Zeiten immer wieder überstanden ?
    Der Bauer.
    Wer hält die Welt am Kacken ?
    Der Bauer – und nicht die Nahrungsmittelzusatzstoffindustrie/Chemie.
    Bauern: Ihr seid klug, weil Ihr mit der Schöpfung umgehen könnt und wenn der Verbraucher sich mit diesem Verhältnis nicht mal beschäftigt, wird er irgendwann/bald an diesen Haufen Lebensmittelfakes sterben/ tut er ja auch schon.
    Ich ziehe meinen Hut vor Euch !
    Ich danke Euch für Eure wichtige Arbeit !
    Und wenn die Bürokratie wieder mal an Eure Haustür pocht und meckert, dan schmeisst denen mal ne Handvoll Weizenkörner ( eigene Saat und nicht die sterbende Saat von Mon… – ich weiss, ich bin feige – ) vor die Füsse und sagt: Hier hast Du, bau Dir Brot an !
    Ihr seid mächtig und in der Bevölkerung wird das auch immer mehr wahrgenommen und geschätzt.
    Ich kaufe in Hofläden, da bleibt der Gewinn wenigstens bei dem, der die Arbeit macht.
    Ich geh zu Fuss dorthin oder mit dem Fahrrad.
    Und wenn die Haltungsbedingungen der “Fleischlieferanten” sich zur möglichst natürlichen Draussenhaltung gewandelt hat, werde ich vielleicht auch wieder 1 x wöchentlich ( so wie früher ) Fleisch essen; wenns alle so machen, brauchen wir keine Massentierhaltung.
    Und diese armen Mastgeschöpfe für den ausländischen Markt werden hoffentlich auch endlich eine Stimme bekommen.
    Nochmal:
    Danke Euch Bauern, haltet durch mit Eurer Treue und Rückkehr zur ursprünglichen Landwirtschaft und ursprünglichen Tierhaltung und Selbstvermarktung und wehrt Euch !

  2. eine völlig andere Betrachtung:
    Ich komme aus einem kleinen Eifeldorf mit 100 Einwohnern und erlebte schon als Kind Landwirtschaft im Kleinstbetrieb der Eltern und im Dorf. Vieh wurde rausgetrieben, sah noch Grünflächen, Sonne… Mit etwa 18 erlebte ich wie Freunde einen Boxenlaufstall bauten und mir auf meine kritische und für mich selbstverständliche Frage: “wie, die Kühe kommen nicht mehr raus…” antworteten: “nein, das ist besser für die Kühe…”.
    Ich war immer ein starker Kopfmensch und hatte keinen Hang zu Öko, zu Esotherik,… Doch dann erlebte ich etwas völlig neues: Ich machte eine Ausbildung zum Rückführer. Dabei werden Menschen meist wegen körperlicher oder seelischer Beschwerden in einem Hypnoseähnlichen Zustand an den Punkt der Problemursachen geführt.
    Dabei kam es “zufällig” immer wieder zu etwas was ich früher für völlig unsinnig erklärt hätte. Viele Menschen erleben sich dabei in einem früheren Leben und dabei nicht selten auch als Tier. Das ist sicher für viele an diesem Austausch beteiligte Unfug oder “harter Tobak”. Glauben sie mir, für meine Klienten auch manchmal. Aber eines kann ich Ihnen allen sagen: Für viele hat damit ein achtsames Leben begonnen. Wenn man erlebt, das ein Tier es als Qual empfindet eingesperrt zu sein, mindestens so schmerzempfindlich ist wie ein Mensch, leidet wenn andere Tiere aus der Herde gehen oder sich andere Dinge im sozialen Gefüge ändern… Ich jedenfalls gehe heute völlig anders mit Tieren um, lernte Tierheilpraktiker und Tierkommunikatoren kennen.
    Ja, auch die Situation der Eifelbauern ist schwierig und hart. Aber Bauern klagen seit Jahrzehnten auf ebenso hohem Niveau wie Ärzte, Pflegekräfte (zu denen gehöre ich) ohne etwas daran zu tun. Achtsamkeit dem “Geringsten gegenüber” das haben wir alle oft gehört. Leben wir es, und es wird sich etwas verändern. Übrigens: Rückführung kennt man schon seit etwa zweihundert Jahren und solche Erfahrungen sind dabei durchaus häufig – also nichts Neues und typ. esotherisch spinnertes!
    Horst Leuwer

  3. Vogel sagt

    Es ist einfach nur ABARTIG, daß Kühe enthornt werden und das auch noch ohne Betäubung. Hat sich schon mal ein Bauer in so ein Kalb hineinversetzt und gesehen, wie sich später der Schädel spitz verformt? Hat sich der Herr Bauer vielleicht auc hmal überlegt, daß das Tier später unter Kopfschmerzen leidet?
    Man könnte dem Bauern z.B. auch eine Hand ohne Betäubung abhacken und sagen, 2 Hände brauchen zuviel Platz im Stall.
    Kühe brauchen die Hörner um sich z.B. zu kratzen oder auch Rangordnungen zu klären.
    Ich frage mich, weshalb ist es einem Bauern nicht zuzumuten, seine Kühe täglich auf die Weide zu treiben. Jahrhundertelang waren die Bauern dazu in der Lage. Ist das Bequemlichkeit oder was? Außerdem kann man die Kühe, so wie es bei uns in der DDR war, auch das ganze Jahr bis zum Einbruch der kalten Jahreszeit draußen lassen und einen mobilen Melkstand auf die betreffende Wiese stellen. Aber das macht natürlich Arbeit.
    Außerdem wäre die Anbindung von Kühen und das Einpferchen von Bullenkälbern ein Thema, über das Bauern mal nachdenken sollten. Ich bin ja seit jeher der Meinung, daß Bauern KEINE Tiere lieben können, sonst würden sie all das nicht tun. Für sie ist ein Tier ein Gegenstand zum Geldverdienen , wie für einen Eisenhändler eine Bohrmachine oder ein anderes Werkzeug.
    Dann frage ich mich, wie doof, dämlich und total verblödet muß man sein, wenn man glaubt, daß Kühe keine Hörer tragen?????

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Vogel
      ja, Bauern verdienen mit Tieren ihr Geld. Das machen sie schon seit Jahrtausenden so. Ja, es ist dem Bauern zuzumuten, die Kühe täglich auf die Weide zu treiben. Es ist sicherlich nicht Bequemlichkeit, wenn er es nicht tut. Ja, man kann die Anbindehaltung verbieten, aber dann werden viele kleine, bäuerliche Betriebe die Viehhaltung beenden und die Tiere wandern dann in die sogenannte “Massentierhaltung”. Wer, wenn nicht die Bauern, sollen den Tiere halten? Ich kann ihre Entrüstung verstehen, aber Sie bieten keine Alternative ein. Das ist sehr einfach.
      Wen meinen Sie mit doof, dämlich und verblödet? Uns Bauern?
      Bauer Willi

        • Bauer Willi sagt

          Die Verbraucher wissen so vieles nicht und da wollen wir ein wenig aufklären. Woher sollen sie es denn auch wissen. In den Schulen wird vieles nicht mehr gelehrt.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Ich frage mich, weshalb ist es einem Bauern nicht zuzumuten, seine Kühe täglich auf die Weide zu treiben. Jahrhundertelang waren die Bauern dazu in der Lage. Ist das Bequemlichkeit oder was? Außerdem kann man die Kühe, so wie es bei uns in der DDR war, auch das ganze Jahr bis zum Einbruch der kalten Jahreszeit draußen lassen und einen mobilen Melkstand auf die betreffende Wiese stellen. Aber das macht natürlich Arbeit.”

      Ja, die gute alte Zeit, jahrhunderte Jahre lang hat man den Mauermörtel in einem Kasten mit Hand angemacht, Ich frage mich, weshalb ist es einem Maurer nicht zuzumuten, den Beton von Hand anzumachen, Jahrhundertelang waren die Maurer dazu in der Lage. Aus lauter Bequemlichkeit lassen die heute den Betonmischer kommen.

      Wenn es um sein tägliches Schnitzel geht, lautet des wahren Tierfreundes Ideal: „Zurück zur Natur“. Aber bitte nicht um jeden Preis! Geht es aber um seine lieben „Freunde“, dann kann die Natur nicht weit weg genug sein. Ein Piepmatz als Fluchttier der Lüfte im Kleinstkäfig, Fische aus des Meeres Unendlichkeit hinter Glas. Das sollte doch für alle echten Tierfreunde ein Horror sein. Kein Ton ist zu hören. Das ist ebenso bei so vielen angeblichen Tierfreunden, die ihre Fippis mit dem Fleisch aus der Massentierhaltung bis zum Übergewicht drangsalieren.

      • Vogel sagt

        Ihre Antwort ist so deplaziert dämlich und hirnrissig und beweist mir wieder einmal, daß Bauern das Wohl der Tiere sch….egal ist, Hauptsache die Subventionen stimmen.
        Ich glaube nicht, daß sich ein Guppy in einem Aquarium eingeengt fühlt, wenn es groß genug ist. Der Goldfisch im Fischglas ist allerdings genau die gleiche Tierquälerei, wie das Bullenkalb in seinem eisernen Gefängnis. Was die Weidehaltung von Kühen betrifft, funktioniert sie in Irland, in Bayern, Schweiz und Österreich, nur bestimmte Bauern können das angeblich nicht. Kauft euch einen mobilen Melkstand, da müßt ihr nur zum Melken auf die Weide, weil die Tiere nur im Frühjahr und Herbst aus- bzw. eingetrieben werden müssen. Da müßt ihr nicht mal die Ställe ausmisten und könnt sicher noch ein paar Extrasubventionen abgreifen.
        Ich lebe übriges zu 90% vegan, was nicht wirklich leicht durchzuführen ist, wenn man die vegetarisch-veganen Nachahmprodukte aufgrund der vielen Zusatzstoffe meidet.

        • bauerhans sagt

          “Ihre Antwort ist so deplaziert dämlich und hirnrissig und beweist mir wieder einmal, daß Bauern das Wohl der Tiere sch….egal ist…”

          1990 brandenburg,3800ha,1600 kühe in anbindung.
          denen war das wohl der tiere auch ……egal,die melker waren polen,damit die tiere regelmässig gemolken wurden.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          So ein Kommentar kann nur von einem Veganer kommen, bezeichnet ist jedoch, dass in vielen zu kleinen Wohnungen riesige Hunde, Vögel in Käfigen, Hasen und Hamster in keinen Käfigen gehalten werden, nein, das ist kein Thema für sie, Bauern müssen beschimpft werden, Bauern die die 70 Stundenwoche als normal empfinden, die werden der Faulheit bezichtigt.

          Und jetzt in eigener Sache:
          Woher nehmen sie die Frechheit zu behaupten, ich nehme Subventionen?

          Woher nehmen sie die Frechheit mir einen Mobilen Melkstand zu empfehlen? Da meine Tierhaltung aus 4 Hühnern besteht, kann nur ein Vogel einen mobilen Melkstand empfehlen.

          Der letzte Satz von Ihnen

          “Da müßt ihr nicht mal die Ställe ausmisten und könnt sicher noch ein paar Extrasubventionen abgreifen”

          zeigt welches Geistes Kind sie sind.

          Ehemaliger Landwirt, der nie Rinder, Schweine und Schafe gehalten hat,
          der jedoch täglich mit 2 beinigen Rindviechern zu tun haben will.

  4. Christian Krupp sagt

    Sehr guter Beitrag Willi!
    Ohne Dialog kommen wir nicht weiter, darum finde ich es sehr gut, dass du die Anfrage der Welttierschutzgesellschaft angenommen hast.

    Kurz zwei Gedankengänge zum Thema

    Sachkundenachweis: Wir verlagen von unserem Steuerberater, Tierarzt, Futtermittelberater, Stallbauberater oder Landhändler oder Landmaschinenschlosser, dass er/sie immer Top aktuelle Beratung/Behandlung/Reperatur/Wartung/Berechnungen/Empfehlungen abliefern! Wie soll das bitte ohne Fortbildung funktionieren? Und schaut z.b. beim Landmaschinenhändler hinter die Theke an die Wand zisch Urkunden über erfolgreich absolvierte Fortbildungen der Mitarbeiter hängen dort!
    Alle genannten Personen, die für uns arbeiten, haben eine Berufsausbildung oder gar ein Studium absolviert mit Abschlussprüfung! Und müssen sich ein Berufsleben lang fortbilden um auch unseren Ansprüchen gerecht zu werden!

    Darf der Verbraucher (bzw. Steuerzahler, besser unser Kunde das nicht auch von uns verlangen! …..

    Weiterentwicklung der Produktion:
    Jede Branche muss sich weiterentwickeln, neue innovative Produkte auf den Marktbringen, Produktionsverfahren verbessern und bewerben und Produkte verkaufen!
    Landwirte haben das scheinbar zu größten Teil nicht nötig: Wünsche des Kunden werden als unbezahlbar abgelehnt, von vornherein ausgeschlossen. Es wird häufig abgeliefert statt zu verkaufen! Innovation aus der Branche ??? Mir kommt es so vor als rennte man immer den Innovationen ( Vorschriften), die von Außen an uns herangetragen werden, hinter. Damit verspielt man leider die Chance an den Innovation mit zu arbeiten und diesen zum Wohle aller weiterzuentwickeln!
    (Ich möchte keinen persönlich beleidigen und weiß auch, dass es Einzelne Betiebe in jeder Produktionsrichtung gibt, die in den genannten Punkten sehr vorbildlich sind).
    Viele Grüße Biobauer Christian

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Nach 52 Jahre, genauer nach 48 Jahre in Verantwortung bin ich in der Lage Pflanzenschutz nach guter fachlichen Praxis durchzuführen. Dies geht jetzt nur durch ein Plastikkärtchen, das ich vom Landratsamt erworben habe.

      Nur durch dieses Kärtchen kann der Kunde mit meiner Arbeit zufrieden sein, vorher hatte ich wahrscheinlich keine Ahnung von der Materie.

      Wer kann einen landw. Betrieb leiten, ohne die nötige Sachkenntnis?

    • Stephan Becker sagt

      Das Hauptproblem ist ganz einfach dass “der Verbraucher” nicht mehr so viel Geld in der Tasche hat wie früher. Wenn der Fleischpreis sagen wir mal innerhalb von zwei Jahren auf das Niveau angehoben würde, dass er im Verlauf der letzten ca. 30 Jahre inklusive Inflation hätte haben müssen, dann gäbe es wahrscheinlich eine Revolution.
      Okay man kann sagen, dass die Leute sich anscheinend lieber für ein Auto verschulden als für gutes Essen gutes Geld zu bezahlen, aber so langsam fangen viele wieder an umzudenken. Der Blog von Bauer Willi ist ein weiterer großer Schritt in diese Richtung.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Dass es Menschen gibt, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen steht außer Frage, bei den meisten ist es so, dass viel Geld für Dinge ausgegeben werden, die der Mensch nicht braucht. Es ist jedem selbst überlassen, ob er ein hochpreisiges Auto kauft und im Gegenzug die billigsten Lebensmittel. Diejenigen sollten nicht die Menschen beschimpfen, welche die billigen Lebensmittel erzeugen.

    • biobua sagt

      Ich als Landwirt kenne keinen bei dem es mit Hörnern gut funktioniert. Dagegen kenne ich jede Menge hornlose Herden bei denen die Hornlosigkeit zu keinerlei Problemen geführt hat.

    • Andreas Schmid sagt

      “beim Landmaschinenhändler hinter die Theke an die Wand zisch Urkunden über erfolgreich absolvierte Fortbildungen der Mitarbeiter”

      Ich erwarte, dass der Landhändler auf meine Fragen eine gute passende Antwort weis. Dazu braucht er nicht zertifiziert sein, denn ich kenne den ja. Vor Jahrzehnten wurden Handelsklassen”zertifikate” eingeführt, damit der Großhändler am Telefon wusste, ob die Gurken krumm oder gerade sind, die er von der Genossenschaft ordert. Durch das “nicht regionale” und “ich kenne den nicht” wurden die Handelsklassen eingeführt. Nur weil der andere zu weit weg ist brauchen wir diesen Zertifikat”scheiß”. Der nutzt deswegen nur der großen Industrie und den Agrarfabriken. Den Verbraucher interessiert das nicht, weil der will nur billig.

  5. Sandra Harms sagt

    Sorry leute, sorry Willi, wenn ich mir jetzt einmal richtig luft mache…
    Da kommen leute daher und vordern wider einmal dies das und jenes, ohne wirklich ahnung davon zu haben was sie da eigentlich vordern, und was ihre vorderungen nach sich ziehen. ich war eben auf der seite, was ich da lesen musste, und was ich gesehen hab…. nichts wie reine öko propaganda! da werden 3 beispiele für milchkuh oder viel mehr rinderhaltung gezeigt, aber nicht ein eiziger moderner betrieb mit 100 oder 200 kühen ! da kann ich mich auch hinstellen und sagen das was Andreas Fendt macht ist das maß der dinge, und will das dann auf alle anwenden…
    “Tierwohl darf dabei keinesfalls eine Frage der gegenwärtigen Marktsituation sein und von dieser abhängen.” das sind die worte eines Dr. ! mir ist fraglich wie der herr dr. abitur machen konnte, denn anscheinend hat er nicht die leiseste ahnung von mathematik, sonst würde er solch einen stuss nicht von sich geben, aber einen tollen verweis auf eventuelle vördermöglichkeiten…. kein praktisches bespiel, nichts ausser laber laber rhabarber… mir stellt sich die frage wie ein landwirt mit 20 kühen, den umbau seines stalles von anbindehaltung zu einem laufstall finanzieren soll…
    Sachkundenachweis, zu was lernen wir den umgang mit tieren für was lernen wir unseren beruf? für alles und jedes braucht man einen sachkunde nachweis… ich frag mich, für was lernen wir eigentlich den beruf überhaupt noch? lasst uns doch unsere kinder ein paar sachkunde nachweise machen lassen, und dann können sie alles! und sparen sich die lernerei für die abschlussprüfung ! aber ernsthaft, zu was noch einen sachkundenachweis einführen, ändert doch die ausbilungs inhalte dahingehen, und dann splittet die ausbildung, in fachbereiche , wie es in der industrie gang und gebe ist!
    Bauer Willi, das ist dünnes eis, was du mit solchen leuten betrittst, auch wenn tierwohl eine wichtige sache ist, so darf man solchen leuten keine plattform geben ihren teilweise arg verqueren mist zu verbreiten. Wir alle wissen, wie es um die kleinen milchvieh betriebe im moment bestellt ist, aber wenn wir solchen vorderungen noch gehör verschaffen, schaden wir gerade denen die man eigentlich vödern und erhalten will. wenn dieserlei vorderungen zur pflicht werden, na dann prost mahlzeit für den klein und nebenerwerbsbetrieb!
    Willi, ich bin gespannt, ob du morgen evtl mit peta sprichst… ich bin gespannt…

    • Johann Meyer sagt

      Kann es sein das derartige Reaktionen von Bauern die Intention war vom Fragensteller ? Um Öko weiter mit unsinnigen Forderungen und berufsfremden Organsationen negativ aufzuladen.

    • Bauer Willi sagt

      Hallo Sandra
      Ich kann Deine Reaktion verstehen, sie bringt uns nur überhaupt nicht weiter. Einfach nicht mit unseren Kritikern reden ist doch auch keine Lösung. Da zieht sich jeder in seine Schmollecke zurück und schimpft über den anderen. Warte doch mal auf den zweiten Teil, da gebe ich ja Antworten auf deren Frage. Dann darfst Du gerne weiterschimpfen und jammern, wie schwer wir es haben…
      Bauer Willi

      • biobua sagt

        Also ich weis nicht ob wir solchen Leuten eine Plattform bieten sollten. Das Schlimmste ist es doch, dass so eine Wahnsinn auch noch ernsthaft diskutiert wird.

      • Sandra Harms sagt

        Willi,
        es geht mir nicht darun mit den leuten nicht zu reden, es geht mir darum keine werbung und keine plattform diesen leuten zu bieten. gegen miteinander reden habe ich nichts, man kann evtl auch was dabei lernen, aber gut, warten wir den zeiten teil ab. ich hoffe, du hast ihnen mal so richtig auf den zahn gefühlt, und mal gefragt, was man bei mastitis macht, oder wie man eine labmagen verlagerung heilen kann.

    • Margit sagt

      Ist ein Betrieb modern, nur weil er 200 Kühe hat? Tragen diese großen Betriebe nicht zu einem erheblichen Teil dazu bei, dass es eine riesige Milch-Überproduktion gibt? Ist es betriebswirtschaftlich sinnvoll den Markt zu überschütten? Jedem ausgebildeten Landwirt erkenne ich Fachkompetenz in vollem Umfang zu. Bei vielen der 200 und mehr Kuhbettrieben arbeiten Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor. Wieviel Sach-/Tierkompetenz haben die “Billigarbeiter”? Wieviel Motivation haben diese, sich zum Wohl der Tiere einzusetzen?

      • Bauer Willi sagt

        Hallo Margit
        Kommen Sie zu mir ins Rheinland und ich zeige Ihnen Milchviehbetriebe mit 200 Kühen, die von der Familie betreut werden. Ich könnte Ihnen auch einen Betrieb zeigen, in dem der Vater mit zwei Söhnen und drei Angestellten (mit Familienanschluss) 1.500 Kühe halten und das zu Bedingungen, die Ihnen gefallen würden. Ein Überschuss entsteht auch dadurch, dass Märkte wegbrechen. Beispiel Russland und China. Nothing is als easy als it looks
        Bauer Willi

    • Christiane Begoll sagt

      Sehr geehrte Frau Harms,
      wenn man sich Ihren Text zu Gemüte führt, fragt man sich, wie Sie überhaupt einen Schulabschluss erreichen konnten, so Sie denn einen haben? Wie kann man denn bitte Forderungen mit “V” schreiben! Von Groß- und Kleinschreibung im Wechsel haben Sie auch noch nichts gehört, Ihre gesamte “Rechtschreibung” ist eine Katastrophe! Lernen Sie erstmal deutsch! Wenn Sie mit Ihren Tieren so umgehn, wie Sie sich ausdrücken und davon ist leider auszugehn, haben Sie jeden “Sachkundenachweis” nötig, den Sie bekommen können!
      Traurig, daß sowas überhaupt auf unschuldige Tiere losgelassen wird! Bisher war ich der Meinung, man müsse grade kleine Familienbetriebe unterstützen, weil sich diese von der industriellen Massentierhaltung unterscheiden sollten – tun sie aber nicht! Oder warum steht sonst schon auf fast jedem Acker ein “Stall” mit tausenden von Tieren, welcher Art auch immer! Weil die armen Kleinbauern sonst dichtmachen müßten, wird dann gern behauptet. Ich sage: wenn sie sich nicht mehr positiv unterscheiden, sollen sies echt bleibenlassen! Oder auf artgerechte Haltung umsteigen, denn damit – und nur damit – liesse sich auf anständige Weise genug verdienen! Was ist für einen Landwirt mit 20 Kühen so schwer daran, die Gitterboxen und Spaltböden raus- und eine Lage Stroh reinzuwerfen in seinen Stall, was bitte muß denn da groß “finanziert” werden??? Es mangelt offensichtlich einfach an gutem Willen, das ist das einzige Problem!!! Pfui!

      • Sabine sagt

        Tiere haben recht wenig von korrekter Rechtschreibung. Ich behaupte sogar, dass ihnen Rechtschreibung und Grammatik völlig egal sind, Ich kann auch keinen Zusammenhang von Schulabschlüssen und guter Tierhaltung erkennen.
        Man kann sich gerne über verschiedene Tierhaltungssysteme unterhalten, allerdings sollte man auch die Gründe für die verschiedenen Haltungsformen kennen. Stroh mag für uns schön ausschauen, ist aber nicht immer optimal und ganz häufig auch nicht schön für die Tiere. Für solche Einsichten muss man Tiere nicht im großen Stil halten, sondern dafür reicht ein Tier im Stall. Auch in der privaten Tierhaltung werden Plastikmatten und leicht zu reinigende Böden/Wände inzwischen oft bevorzugt, weil sie das Wohlbefinden der Tiere erhöhen und diversen Krankheiten vorbeugen. Für meine Zwerge muss, wenn ich mit Stroh einstreue, das Stroh x-fach gereinigt und entstaubt werden, thermisch behandelt und anschließend noch auf eine bestimmte länge gehäckselt werden, wie ökologisch sinnvoll da eine Stroheinstreu ist, ist für mich wirklich fraglich. Trotzdem kann es passieren, dass das Stroh noch mit Sporen oder Bakterien belastet ist. Das ist nicht gesund für mich und für meine Tiere lebensgefährlich. Wenn man dann auch noch in der Wahl der Medikamente – niemand will Antibiotika im Stall sehen, nicht wahr ? – eingeschränkt ist, heißt das oft, dass man Tiere an sehr unschöne Krankheiten verliert bzw. sie erlösen muss, um dem Elend ein Ende zu machen.
        Den Verlust der Tiere und die Behandlungskosten bekommt man übrigens von niemanden ersetzt, weder vom Hersteller noch vom Händler.
        Es gibt Gründe warum sich Mütter für moderne, hochsaugfähige Höschenwindeln entscheiden und ihre Säuglinge nicht mehr pucken, wie es früher üblich war. Das hat nichts damit zutun, dass die zu faul sind, die Kinder aufwändig in mehrere Lagen Tücher einzuschlagen. Genauso wenig hat es was mit bösem Willen zu tun, wenn Tierhalter moderne Haltungssysteme bevorzugen.
        Bei vielen Tieren wäre einfach mal Stroh reinwerfen, so ziemlich das unverantwortlichste was man tun kann.

      • fred huber sagt

        “Was ist für einen Landwirt mit 20 Kühen so schwer daran, die Gitterboxen und Spaltböden raus- und eine Lage Stroh reinzuwerfen in seinen Stall, was bitte muß denn da groß „finanziert“ werden???”

        puhh… am besten fahren sie mal zu so einem bauern hin, und lassen sich mal in der praxis genau erklären warum er das jetzt nicht genau so macht, wie sie sich das vorstellen.

        ich bin mir sicher, an gutem willen wird es zuletzt scheitern.

        • Andreas Schmid sagt

          Hätte ich bei mir auch machen können, wäre aber großen “Mist” geworden.

  6. Martin Grube sagt

    Wir brauchen mehr Sachkundenachweise!!!!

    Nachdem sich die Einverständniserklärung eine Zierde des Deutschen Sprachraums geworden ist, gilt es noch den letzten Schritt zu machen!

    WIR FORDERN SACHKUNDENACHWEISE FÜR:

    POLITIKER im Allgemeinen

    MINISTER im Speziellen mindestens 3 Jahre Ausbildung wenn keine Qualifikation die dem Amt nahe steht.

    LAUBBLÄSERBESITZER kann ausgesetzt werden wenn unter notarieller Aufsicht mit dem Besen gekehrt wird.

    VERHÜTUNG

    FAMILIE und ERZIEHUNG falls die Verhütung nicht bestanden wurde…

    AUTO FAHREN ab dem 50sten Lebensjahr

    weitere Vorschläge auf unserer Homepage

    zentraler Zentralrat für vorurteilsfreie und geschlechtergerechte Sachkunde in allen Lebenslagen e. V. kurz zZVGSKLL

    dieser Beitrag wurde unterstützt von

    Claus Albert von Donnersmark, Bevormundungsbeauftragter des Landes Niedersachsen

    Dachverband der Scheckkartenhersteller

    Bundesverband der akribischunabhängigen Dokumentenkontrolleure

  7. Jörg sagt

    Ich kann vieles nicht nachvollziehen und halte es für Auswüchse einer Wohlstandsgesellschaft die keine anderen Probleme hat. Wer mit Kühen sein Geld verdienen muss und vor allem will, der ist Profi in seinem Geschäft. Die ständig mehr um sich greifende Dokumentation der Arbeit in allen Bereichen erscheint mir allmählich überhand zu nehmen. Irgendwann wird hinter jedem Arbeiter ein Protokollant stehen. Schkundenachweis für Pflanzenschutz, für Kühe, Schweine, Ladungssicherheit, Biogassicherheitslehrgang, etc…..all das muss auch umgelegt werden auf die Produktion und wird den Strukturwandel weiter focieren!!! Aber gleichzeitg reden alle von kleinen Betrieben Regionalität etc. . Ich habe den Eindruck, dass die Zielkonflikte nicht offen genug diskutiert werden, hier muss mehr die Hand in die Wunde gelegt werden ohne das sich die Verantwortlichen mit Floskeln herausreden können!!

    • Stadtmensch sagt

      „Aber gleichzeitg reden alle von kleinen Betrieben Regionalität etc.“
      Sicher, hier besteht ein Zielkonflikt. Ich frage mich, ob es für viele kleine Familienbetriebe eine Alternative wäre, ihre Flächen und Produktionsmittel zu verpachten
      und den Betrieb als Angestellte des Pächters weiter zu führen. Da dürfte doch eigentlich nur der ganze Schreibkram wegfallen?

      • Andreas Schmid sagt

        Dieser Schreibkram kostet dabei so viel, dass der Pächter dichtmacht, und den Betrieb in seinen eigenen intgriert. Der Angestellte ist nachher Arbeitslos.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Flächen zu verpachten, ist eine Alternative, der Pächter wird jedoch kein neues Personal einstellen.

    • bauerhans sagt

      “Ich kann vieles nicht nachvollziehen und halte es für Auswüchse einer Wohlstandsgesellschaft die keine anderen Probleme hat.”

      genau richtig erkannt, die wohlstandsgesellschaft hat probleme ohne ende,in den schulen,den krankenhäusern,den altenheimen,den verwaltungen,den kirchen,wo überall parteigänger sitzen,die alles andere als fähig sind,ihre arbeit zu machen.
      die wirkliche arbeit wird von billiglöhnern erledigt,damit das management
      über die runden kommt und sich selbst hohe gehälter zahlen kann.
      betrug ist dabei an der tagesordnung,siehe krankenkassen.

  8. Friedrich sagt

    Ich frage mich , ob wir noch mehr Organisationen brauchen ? Hier in Niedersachsen kommen schon regelmäßig auf die Höfe: Landesamt für Verbraucherschutz,Tiergesund-
    heitsamt,Veterinäramt und die QS-Prüfer. Bei mir noch die ISO 9000 Prüfer. Jeder Betrieb
    hat dann noch seine Berater,Tierärzte und besucht auch noch Fortbildungsveranstaltungen
    von Landwirtschaftskammer ,Beratungsring und Industrie. Geht etwa noch mehr ? Tieren
    die schlecht gehalten werden, bringen auch keine Leistung. Mit immer mehr Kontrolle
    werden die Familienbetriebe immer weniger und die Betriebe, die weitermachen sollten
    sich gute Rechtsanwälte zulegen. Alles was jetzt so abläuft könnte man auch als Staatsterror
    bezeichnen. Etwas für das Bundesverfassungsgericht ! Alles Stoff für die AFD !! Soweit
    haben es unsere NGOs getrieben und wundern sich jetzt darüber !

  9. Stephan Becker sagt

    Aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher müssen bereit sein, höhere Preise für tiergerecht erzeugte Milch zu bezahlen. Dies kann erreicht werden durch Informationskampagnen und einer besseren, klaren Kennzeichnung besonders tiergerechter Produkte.

    Das wird nicht reichen. Am einfachsten wäre es den Mindestpreis für Milch in Supermärkten um 10-20 Ct anzuheben, wovon 5-10 Ct direkt an die Milchviehhalter gehen müssen, d.h. über die Molkereien durchgereicht an die Milchviehhalter. Bei Rapsöl (auch Sonnenblumenöl?), Zucker, Milch (Mehl?) oder auch O-Saft gibt es heute bereits Mindespreise bzw. Preisabsprachen. Beim O-Saft habe ich es die letzten Tage gesehen: Egal ob beim Discounter oder beim guten Supermarkt, der billigste O-Saft kostet 0,89 Euro den Liter.
    Wenn so etwas möglich ist, dann auch bei der Milch. Wenn der Verbraucher nicht mehr wechseln kann, dann kauft er eben die 10 Ct teurere Milch.
    Allerdings denke ich dass mit diesem höheren Preis dann auch verbunden sein müsste, dass in Deutschland die abgelieferte Milchmenge vom letzten Jahr nicht mehr überschritten werden darf. Erst dann wieder wenn der Weltmarktpreis höher ist als der EU-Binnenrpreis.

    Die EU will höhere Standards, mehr Umweltschutz, mehr Energieeinsparung…Bitte. Die EU, d.h. die EU-KommissarInnen und die jeweiligen LänderministerInnen haben die Macht dies zu ändern und sie müssen es ändern, wenn sie mehr sein wollen als gute Redner. Den Milchpreis kann man in einer EU-Verordnung, mit eingebauter Inflationsanpassung, festlegen.

    Agrarüberschüsse sollten nicht exportiert, sondern in Energie umgewandelt werden. So ist allen gedient, den Entwicklungsländern und uns Industrielandbewohnern. Außerdem sollten Supermärkte dazu verpflichtet werden, mit einer neuen EU-Verordnung, auch Klasse III- oder Klasse IV-Lebensmittel (z.B. unförmige Kartoffeln oder fleckige aber gute Äpfel) zu einem günstigen Preis (günstiger als die billigsten Äpfel bisher) zu verkaufen. So werden viel weniger Lebensmittel weggeschmissen, Agrar-Subventionen können reduziert werden, Energie wird eingespart.

    Bauer Willi: Dazu passt auch die Dokumentation unter § 13, in der jedes Tier wöchentlich auf eine große Zahl von Indikatoren hin bewertet und dies schriftlich festgehalten werden soll. Haben Sie das schon mal selber gemacht? Wissen Sie, wieviel Zeit das benötigt?

    Es ist sicherlich hilfreich wenn es eine Broschüre geben würde, wo die verschiedenen Indikatoren und ihre Bedeutung aufgelistet sind, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine solche Broschüre schon gibt. Der Tierarzt ist dazu ausgebildet und vermutlich auch dazu ermächtigt Missstände aufzuzeigen und gemeinsam mit dem Viehhalter zu beseitigen. Deswegen ist noch mehr Papierkram definitiv unnnötig und garantiert kontraproduktiv (= weniger Zeit für die Tiere bzw. höhere Arbeitskosten ohne Ausgleich).

    So und jetzt werde ich den Beweis der ausreichende Nährstoffversorgung des Bodens erarbeiten.

    • Stephan Becker sagt

      Hier sind noch zwei sehr gute Vorträge zum Thema Milchkuh-Haltung, vom Farbe der Forschung II-Symposium vom März 2014 in Berlin.

      Eine Forscherin des Fibl zu Problemen bei Schweizer Alpbauern:

      Anet Spengler: Grasland, Herden, HirtInnen
      https://www.youtube.com/watch?v=04Xny6mjh_I

      Ein schweizer Milchviehhalter über seine Ideen zum Thema Milchviehhaltung:

      Martin Ott: Neue Gedanken zur alten Beziehung zwischen Kuh und Mensch
      https://www.youtube.com/watch?v=FFRqDkNcKgo

    • Stadtmensch sagt

      @Stephan:
      „So und jetzt werde ich den Beweis der ausreichende Nährstoffversorgung des Bodens erarbeiten“

      Lass es lieber, sonst kommt der Herr Böhrer wieder angesaust. Ohne Kreislauf geht auch im Wald nix. Das Ziel kann doch nicht darin bestehen, nicht pflanzenverfügbare Mineralien mit Trick17 zu lösen. Dann wird auch diese Reservoir irgendwann transloziert sein.
      Davon abgesehen finde ich die Google-Academy auch gar nicht so schlecht. Ich folge deinen eingestellten Links jedenfalls mit Gewinn 😉

      • Stephan Becker sagt

        Das Ziel kann doch nicht darin bestehen, nicht pflanzenverfügbare Mineralien mit Trick17 zu lösen. Dann wird auch diese Reservoir irgendwann transloziert sein.

        Natürlich soll das nicht für alle Ewigkeiten so laufen, aber zumindestens für 10-20 Jahre. Solange bis man in der Landwirtschaft in Verbindung mit den Städten ein nachhaltiges Kreislaufsystem etabliert hat. Die Mengen an Mineralien sind dafür auf jeden Fall ausreichend, versprochen.
        Ich denke da sogar an eine ganz radikale Lösung: Zumindestens in Dörfern kein Kanalisation mehr (DIE Einsparungen!), sondern Komposttoiletten in irgendeiner Form und/oder Biogasgewinnung (Strom und(!) Wärme) aus den eigenen Hinterlassenschaften und Sammlung der kompostierten Hinterlassenschaften und Transport zum Feld.

        • bauerhans sagt

          “Zumindestens in Dörfern kein Kanalisation mehr”

          wenn ich daran denke,was wir alles für die k.cke investieren mussten!
          1975 erneuerung des dreikammersystems durch hiesigen maurermeister,der das falsch aufgebaut hatte d.h. der hatte sein arbeitsleben lang falsche systeme gebaut,was niemandem aufgefallen war.
          1985 grösseres dreikammersystem mit tropfkörper.
          1998 kanalanschluss.
          zum glück hatten wir vieles selbst erledigen können und die kosten,auch die anschlussgebühren,waren moderat.

          • Stadtmensch sagt

            “d.h. der hatte sein arbeitsleben lang falsche systeme gebaut”

            So is das, wenn man das “schon immer so gemacht hat” und keine Fortbildung braucht…

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Daher erhebt sich die Frage, warum brauche ich ein Sachkundenachweis und der Maurer nicht?

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Ich denke da sogar an eine ganz radikale Lösung: Zumindestens in Dörfern kein Kanalisation mehr (DIE Einsparungen!), sondern Komposttoiletten in irgendeiner Form und/oder Biogasgewinnung (Strom und(!) Wärme) aus den eigenen Hinterlassenschaften und Sammlung der kompostierten Hinterlassenschaften und Transport zum Feld.”

          Diese radikale Lösung sollte in den Städten angestrebt werden, dort fällt mehr Masse an. 🙂

          Und jetzt mal im Klartext, gibt es für diesen Unsinn noch eine Steigerung?

          • Stadtmensch sagt

            “Und jetzt mal im Klartext, gibt es für diesen Unsinn noch eine Steigerung?”

            Ich denke nicht, dass es Unsinn ist. Regenwassernutzung und lokale Abwasseraufbereitung sind essentielle Bestandtteile energieautarker Massenmenschhaltung. Sinn und Zweck ist hauptsächlich die Anpassung an den Klimawandel (Retentionssysteme für Regenwasser) weil der Niederschlag nicht mehr so gleichmäßig übers Jahr fällt und es im Sommer zu Hitzestaus in den Städten kommt. Auch an der Klärschlammaufbereitung wird intensiv geforscht (hoffe ich zumindest). Blockheizkraftwerke, begrünte Fassaden, Stadtlandwirtschaft, die Liste ist lang…

          • Stephan Becker sagt

            Und jetzt mal im Klartext, gibt es für diesen Unsinn noch eine Steigerung?

            Oh ja, aber natürlich!

            Also wie ich gerade gelesen habe, wird es bei den Phosphor-Vorkommen auf dieser Welt so schnell keine Verknappung geben:

            06 Dezember 2012
            Phosphatvorräte reichen für rd. 385 Jahre
            Im Jahr 2005 habe sich die statistische Reichweite für Phosphor hingegen auf lediglich 115 Jahre belaufen. Somit sei ein gewaltiger Anstieg zu verzeichnen, der auf die Neubewertung der Phosphatvorkommen insbesondere in Marokko und der Westsahara sowie dem Irak zurückzuführen sei.

            https://www.zfk.de/artikel/bundesregierung-phosphatvorraete-reichen-fuer-rd-385-jahre.html

            Allerdings muss man hier den Begriff Peak Oil im Hinterkopf behalten. Denn beim Abbau, der Aufbereitung und dem Transport des Phoshors zu den Endkunden wird jede Menge Treibstoff benötigt. Nur Aufgrund des Frackings und verstärkter Förderaktivitäten in Russland hat man davon noch nichts gemerkt, aber die Zeichen stehen auf Rückgang, d.h. dem endgültigen Überschreiten des Peaks in diesem oder im nächsten Jahr. Und dann wird das Öl wieder deutlich teurer falls nicht eine große Rezension oder etwas ähnliches dazwischen kommt.

            Es gibt bereits Techniken, um einiges an Phosphor wieder aus dem Abwasser herauszuholen, allerdings weiß ich nichts über deren Wirtschaftlichkeit oder Energiebedarf.

            Wenn China sein Wirtschaftswachstum so weitergeführt hätte wie in den letzten zehn Jahren, hätte es dort in etwa 28 Jahren keinen einzigen Krümel Stein- oder Braunkohle mehr gegeben. Auch beim Erdgas und dem Uran sieht es weltweit ähnlich aus.

            Und jetzt die Unsinne:
            1. Der Strom kommt aus der Steckdose. Denken jedenfalls viele. Dem ist aber nicht so. Und aufgrund obiger Hintergründe sollte man froh sein um jedes Windrad oder jedes Wasserkraftwerk (früher gab es mal tausende kleine), das bei uns neu errichtet wird. Biogaserzeugung direkt beim Haus aus jeglichen Bioabfällen ist in Indien heute “state of the art”.
            2. Bergbau richtet keine Schäden an. Das Gegenteil ist der Fall: Im Ruhrgebiet oder Rheinland gibt es große Pumpen, die laufen Tag und Nacht damit bestimmte Gebiete dort nicht absaufen, weil sich der Boden dort aufgrund des Steinkohleabbaus um einiges gesenkt hat und so heute unterhalb des Grundwasserspiegels liegt. Den Kohlefirmen war das Auffüllen der ausgeräumten Flöze mit Abraum oder anderem Füllmaterial einfach zu teuer.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Mein Strom kommt definitiv aus der Steckdose, erzeugt wird er auf meinem Dach, reicht das nicht aus, dann in dem neben mir vorhandenen Wasserkraftwerk und reich das nicht aus, beziehe ich ihn vom Schweizer Wasserkraftwerk Augst am Hochrhein zumindest von dort kommt die Rechnung.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Mein Strom kommt definitiv aus der Steckdose, erzeugt wird er auf meinem Dach, reicht das nicht aus, dann in dem neben mir vorhandenen Wasserkraftwerk und reicht das nicht aus, beziehe ich ihn vom Schweizer Wasserkraftwerk Augst am Hochrhein zumindest von dort kommt die Rechnung.

          • Biobua sagt

            Das ist definitiv kein Unsinn. Alle Nährstoffe die wir in Form von Nahrung zu uns nehmen, wurden unseren Böden entzogen und in “Sondermüll” verwandelt. In dieser Problematik bedarf es auf alle Fälle einer Lösung. Welche Lösung, darüberkann man diskutieren.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Unsinn ist der Vorschlag in Dörfern die Abwasserkanäle abzuschaffen.

            • Stephan Becker sagt

              @Ehemaliger Landwirt

              Auch auf dem Land sollen Menschen daran interessiert sein Geld zu sparen. Und man könnte sich z.B. nicht nur Abwassergebühren sparen, sondern auch Ausgaben für Dünger und für Warmwasser oder sogar für Strom (Biogas-BHKW). Wieviel Prozent der Abwassergebühren sind eigentlich für den Erhalt des Kanalisationsnetzes vorgesehen?
              Ich weiß die Antwort, aber ich bin gespannt ob Sie diese auch kennen.

              In der Stadt könnte es beim Thema Abwasser Platzprobleme und logistische Probleme geben.
              Dafür könnte man Tiefgaragen, wenn dann Peak Oil richtig zuschlägt, umwandeln in saisonale Wärmespeicher.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @Stephan Becker

              Erklären sie uns mal, was mit den Abwässern der Spülmaschine, der Waschmaschine geschehen soll, wenn es keine Kanalisation gibt.

              Erklären sie uns mal was mit dem Niederschlagswasser passieren soll, wenn die Zisternen voll sind.

              Auch auf dem Land gibt es Abrechnungen , für Trinkwasser, Abwasser und Niederschlagswasser und sie werden es kaum glauben, es gibt in den Dörfern sogar Menschen die die Abrechnung verstehen.

              Sie werden es auch kaum glauben, unsere Ausscheidungen, bzw. das entstehende Faulgas wird in der Kläranlage verstromt.

              Und sie werden es kaum glauben, die Bioabfälle im Müll werden in der weltweit einzigartigen und europaweit patentierten mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage verwertet. In ihr werden seit 2006 aus Restmüll Wertstoffe, Ersatzbrennstoffe und Mineralstoffe sowie Biogas zur Erzeugung von Strom und Fernwärme gewonnen.

          • Stadtmensch sagt

            Aus dem Tagesspiegeltext:
            “Zudem gelangen Schwermetalle wie Kupfer und Medikamentenrückstände nicht in den Dünger – sie sind in der Biokohle fixiert.”

            Es scheint in D derzeit 3 Pilotanlagen zur Phosphorrückgewinnung zu geben. Positiv: weniger schwermetallbelastet als tagebaulich gewonnenes Mineral
            http://www.heise.de/tp/foren/S-Phosphat-als-Rohstoff/forum-294400/msg-26700684/read/

            Aber:
            Ob solche Experimente auch nach Inkrafttreten der Freihandelsvereinbarungen CETA, TTIP und TISA möglich wären, ist fraglich: Die internationalen Verträge sollen nämlich alles unterbinden, was als wirtschaftliches Engagement von Kommunen ausgelegt werden kann.
            http://www.heise.de/tp/artikel/44/44050/1.html

          • Stephan Becker sagt

            Die Kläranlagen bleiben aber auch nicht in ihrer Entwicklung stehen.

            Ich weiß nicht genau wann Sie ihre Antwort geschrieben haben, aber da hatte ich ja heute Mittag schon darauf hingewiesen:

            Es gibt bereits Techniken, um einiges an Phosphor wieder aus dem Abwasser herauszuholen, allerdings weiß ich nichts über deren Wirtschaftlichkeit oder Energiebedarf.

            Und zu den Medikamenten gibt es auch schon was:

            Wasserreinigung mit elektrischem Strom
            Datum 30.10.2015
            Selbst moderne Kläranlagen tun sich mit hartnäckigen Rückständen schwer – etwa Medikamenten oder Pestiziden. Nun aber hat ein Chemiker ein preiswürdiges Verfahren entwickelt, um auch die letzten Spuren zu entfernen.

            dw.com/de/wasserreinigung-mit-elektrischem-strom/a-18817319

            Und der Pilzforscher Paul Stamets hat zusammen mit Kollegen ein Verfahren entwickelt, um zumindestens Tankstellenböden wieder in normale Böden umzuwandeln.

            Andererseits ist es ja so, dass in der Vergangenheit, beim ersten Hype um Klärschlamm, schon alles mögliche mit auf den Acker gekippt wurde. Beim Phosphat-Dünger waren es bei niedrigen Weltmarktpreisen für Uran auch jede Menge radioaktive Stoffe. Sickersaft von Silageanlagen muss extra entsorgt werden, obwohl das alles ja nur Natur ist.

            Und hier noch ein interessantes Detail:

            Biogashandbuch Bayern
            Einflussfaktoren auf Schwermetall-Übergang Boden-Pflanze
            Übersteigt die Schwermetallzufuhr aus o.g. diffusen Einträgen oder gezielten Einträgen (Ausbringung von Materialien) den Austrag durch Sickerwasser und Pflanzen, so reichern sich Schwermetalle im Boden an. Bei Ausbringung von Bioabfällen und Gärrückständen aus Biogasanlagen übersteigt der Eintrag an Schwermetallen in der Regel den Austrag.

            lfu.bayern.de/energie/biogashandbuch/doc/kap16.pdf

            Allerdings benötigen wir Menschen auch in einer bestimmten Dosis Schwermetalle.

          • Stephan Becker sagt

            Übrigens Danke für den Link zum Tagesspiegel. Darin wird auf eine Studie von Nature verwiesen (http://www.nature.com/ncomms/2016/160216/ncomms10696/full/ncomms10696.html), die ein globales Phosphorproblem bei Weideland sieht.
            In der Studie geht es hauptsächlich um Phosphorbilanzen, aber es wird auch der Phosphorgehalt in Böden erwähnt, und zwar der mittlere globale Gehalt an Phosphor. Dieser Wert stammt wiederum aus zwei Studien. Danach soll dieser bei 500 mg / kg Boden sein. Das ist deutlich weniger als Sparks (2003) in seiner Tabelle angibt: 800 mg / kg.

            Eine der Studien aus der dieser Wert 500 mg / kg Boden stammen soll, ist dieser hier:

            The Human Intensified Global Phosphorus Flows and Environmental Impacts
            http://webarchive.iiasa.ac.at/Admin/PUB/Documents/IR-06-081.pdf

            Die habe ich mir jetzt genauer angeschaut. Der Autor sagt (auf den Seiten 11-12), dass in den “fruchtbaren” Böden 0,6 bis 3,0 Kilogramm Phosphor pro Tonne Mutterboden enthalten seien (= 600 mg bis 3000 mg / Kilogramm Boden, das entspricht den Werten aus der Sparks-Tabelle). Dabei betrachet er den Mutterboden allerdings, wie aus seinem Text hervorgeht, nur bis zu einer Tiefe von 25 cm. In Entwicklungsländern, bei denen man einen “armen” Boden annehmen müsse, wäre es angemessen zu sagen, dass sie nur 0,5 bis 1,0 Kilogramm Phosphor pro Tonne Mutterboden enthielten. Jede Menge Konjunktive.
            Der Autor weiß also anscheinend gar nicht sicher wieviel Phosphor in den “armen” Böden dieser “armen” Länder überhaupt drin ist und vor allem wie es in tieferen Schichten aussieht.

            Die Autoren der Studie von Nature nehmen den Phosphorgehalt für “arme” Länder und nehmen ihn als globalen Wert für alle Länder!

            Der Autor des Tagesspiegels macht aus der ersten Studie dann nur die Aussage, dass die Böden in Asien ein Phosphor-Defizit hätten. Das nennt man Hörensagen.

            • Stephan Becker sagt

              Noch eine Ergänzung, die ich vergessen habe:
              Die Bezeichnung “fruchtbaren Böden” verwendet der Autor Yi Liu vom International Institute for
              Applied Systems Analysis in Laxenburg, Österreich, in der Studie über die globalen Phosphorströme für Böden in den USA und Europa.

  10. Steinpfälzerin sagt

    Die Denkansätze der Welttierschutzgesellschaft scheinen mir ganz vernünftig, nicht wie die üblichen Hetzkampagnen anderer NGOs um Massentierhaltung und industrielle Landwirtschaft zu verunglimpfen. Besonders gut finde ich die Idee den Verbraucher sachlich aufzuklären, vor allem in Schulen. Erschreckend ist doch, dass so manches Großstadtkind meint, die Kuh sei lila und mache Schokolade… 🙂
    Eventuell dient auch der Name dieser Organisation leichter dazu, die arg verhärteten Fronten zwischen dem medienverblendenten, unkritischen Verbraucher und den Erzeugern etwas besser aufzuweichen. Wenn ich Vorurteile habe, höre ich zunächst einer Welttierschutz-gesellschft eher zu als dem öffentlichkeitsarbeitschwachen Bauernverband. Hiermit besteht meiner Meinung nach durchaus die Chance, ein neues Bindeglied zur Förderung des Dialoges zwischen Verbraucher und Erzeuger ins Boot zu holen. Sachliche und konstruktive Vorgehensweisen von Seiten der Tierschützer sind leider immer noch Mangelware. Die militanten Stimmen sind immer noch zu laut!!

    • Stadtmensch sagt

      Ich finde es ja prinzipiell auch gut, dass sich Leute finden, die das Thema Tierschutz in der Debatte halten und vor allem, dass Bauer Willi hier den Dialog sucht.
      Aber warum spaltet sich jetzt die Volksfront von Judäa von der judäischen Volksfront ab? Ich meine, warum bleibt man nicht beim alterwürdigen deutschen Tierschutzbund (Gründungsjahr 1881) und seiner Initiative Tierschutzlabel http://www.tierschutzlabel.info/verbraucher

      • Bauer Willi sagt

        Hallo Stadtmensch,
        die Frage habe ich mir auch gestellt. Ich hatte ja bisher auch noch nicht vom der Welttierschutzgesellschaft gehört…
        Bauer Willi

      • Steinpfälzerin sagt

        Weil man sich permanent im Kreis dreht? Bisher passierte hier ja nichts, was den Durchbruch bringen konnte. Wahrscheinlich muss das Rad nochmal neu erfunden werden!
        Eins ist jedenfalls Fakt: Der einzige wirkliche Sieger bleibt zum Schluss immer nur die Bürokratie… Schade… 🙁

  11. Andreas Schmid sagt

    Die fordern auf ihrer Kuh + Du Seite einen Sachkundenachweis für Tierhalter. Nochmal so ein Bürokratiemonster. Meinem Viehhändler wurde von Veterinär deutlich gesagt, dass er alle Paragraphen einhalten muss, damit er weiterhin Tiere transportieren darf. Mit anderen Worten: Wie er mit den Tieren umgeht ist egal, es ist nur wichtig, dass die Vorschriften eingehalten sind. Der bisherige Pflanzenschutzsachkundenachweis interessiert nur ein paar Beamte, ein paar einzelne Umweltschützer und dem größten Rest der Bevölkerung ist er sch….egal.

    Das wird wahrscheinlich ein Tag werden, morgens Stall dazwischen 8 Stunden Fortbildung und abends wieder Stall. Und dazwischen quält sich ein Tier weil die Fortbildung wichtiger ist??? Die Zwei zahlen mir die Zeit für die Zwangsfortbildungen auch nicht. Macht bei einem Facharbeiterlohn von 60 Euro rund einen halben 1000er, oder ist unsere Zeit weniger als der Mindestlon wert??

    Wie ist das nachher mit einem Sachkundenachweis für Hunde, Katzen, Hamster, Meerschweinchen…… -halter?????? Nur wenn die ihn auch vollständig brauchen, kann ich mich evtl. dafür breitschlagen lassen.

  12. Johann Meyer sagt

    ” Um in der Sache voranzukommen, wäre es doch sinnvoll, dies mit berufsständischen Verbänden wie z.B. dem Deutschen Bauernverband oder dem Milchindustrieverband zu diskutieren. Haben Sie das schon mal gemacht? ”

    Diese beiden Einrichtungen haben in der Vergangenheit die bäuerliche Milchrevolution unter Führung von Romuald Schaber (BDM) brutal abgewürgt. Die Lösung des Problems wird nicht von dort kommen. Und Bauern , die angemessen bezahlt werden ,können mit Tieren gut umgehen. Dazu bedarf es keiner neuen Gesetze, um Tierschutz an die örtlichen Bedingungen anzupassen.

  13. bauerhans sagt

    irgendwie angenehm sachlich,euer gespräch,überhaupt keins der üblichen
    totschlagargumente.

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