Alle Artikel in: Bauer Willi

Hilf dir selbst…

…dann hilft dir Gott. „ Dies war wohl die Haupt-Erkenntnis des milchpolitischen Frühschoppens. Die Aussage stammt von Dr. Jens Schaps, EU-Kommission. Meine Aufgabe als Referent war, die Frage zu beantworten „Wer hilft den Milchbauern“. Was ich dann auch gemacht habe. Unter den Presse-Vertretern war auch die Redaktion der Zeitschrift Elite, denen meine Aussagen offensichtlich so gut gefallen haben, dass sie sie abgedruckt haben. Hier die Druckansicht als pdf-Datei.       Wie die übrigen Redner auf meine Aussagen reagiert haben, könnt ihr in einem sehr gut gemachten Video von stories-unlimited.de sehen. Mal sehen, zu welcher Erkenntnis ihr kommt. Bin gespannt auf die Kommentare…:-) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen http://www.milchindustrie.de/aktuelles/videos/ Danke an den MIV für das Video Produzent: www.stories-unlimited.de Euer Bauer Willi  

Ostern, Bauern und die Stasi

Bald ist Ostern. Da gibt es viel zu tun. Letzten Samstag habe ich den Antrag auf Dieselrückvergütung gestellt. Das heißt: Belege zusammensuchen, Antrag im Internet aufrufen, Daten aus dem Vorjahr importieren.  Habe wieder den gleichen Fehler wie im Vorjahr gemacht: im Fahrtenbuch fehlt ein Eintrag. Also wieder neu rechnen, alles noch mal überprüfen, online abschicken, ausdrucken und den schriftlichen Antrag zur Post bringen. Ohne Unterschrift geht da nichts und es gibt keine Knete. Gläserner Landwirt. Weil ich schon mal dran bin, auch gleich die Meldung bei der Saatguttreuhand machen. Geht ja auch online. Nein, Kleinerzeuger bin ich nicht, Kartoffeln habe ich auch keine und bei Getreide mache ich 100% Saatgutwechsel. Wird die in Bonn freuen. Online abschicken, per Mail erhalte ich eine Eingangsbestätigung, auf der genau das drauf steht, was ich eingegeben habe. Toll! Der Beleg landet gleich in der Tonne. Gläserner Landwirt! Vor ein paar Tagen kam das Schreiben für den EU-Antrag. Diesmal ohne CD, geht jetzt über den Web-Client. Dabei, neben vielen anderen Vorschriften, ein 6-seitiges Papier, wie die Anmeldung jetzt erfolgen muss und …

Im Dialog: Elke – die Mentalbäuerin

Elke Pelz-Thaller bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof in der Nähe von Ingolstadt. Die Spezialität: Spargel. Doch das ist nicht ihre einzige Leidenschaft. Sie ist auch noch Mental-Trainerin. Die Spezialität: Landwirte. Ich habe mit ihr ein Gespräch darüber geführt, was ein Mental-Training ist und wie ihrer Meinung nach Landwirte im Speziellen „ticken“. Elke, ich habe ja schon viele Berufsbezeichnungen gelesen, aber der Begriff der  „Mental-Bäuerin“ war mir neu. Erkläre uns mal, was das ist und wie Du dazu gekommen bist? Die Antwort ist denkbar einfach! Es ist der Zusammenschluss meiner beiden Berufsfelder! Die „Bäuerin“ bin ich seit der Heirat eines Landwirtes vor über 20 Jahren. Damals war ich noch Pflege- und Gesundheitspädagogin an therapeutischen Schulen und nach der Zusatzausbildung zum Mental- und Persönlichkeitstrainer entschied ich mich, dies alles zu verbinden. Die Landwirtschaft durchlebt momentan an vielen Stellen existenzielle Herausforderungen, oftmals über die Kraft der Menschen, die dort arbeiten und leben, hinaus. Ich sehe meine Aufgabe darin, mein Wissen als Trainer genau dieser Zielgruppe zukommen zu lassen, um daran nicht zu zerbrechen. Somit entstand die …

„Vom Land in den Mund“

So lautet der Titel des Buches, das von Jan Grossarth, Wirtschaftsjournalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung geschrieben wurde. Auch weil der Untertitel lautet „Warum sich die Nahrungsindustrie neu erfinden muss“ habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen. Das Buch ist im Verlag Nagel & Kimche erschienen, hat 159 Seiten und kostet 17,90 €. Zum Inhalt: Das Buch ist in 21 Kapitel aufgeteilt, wovon jedes mit einer These beginnt, die zu denken gibt. Da ist zum einen zu lesen, dass „die Nahrungsindustrie nicht alles dem Effizienzdruck unterwerfen darf“ zum anderen die These aufgestellt, dass „die Nahrungsindustrie sich darum kümmern muss, dass die bäuerliche Landwirtschaft nicht verschwindet“.  Nach jeder dieser Thesen folgen ein oder mehrere Beispiele, die diese These inhaltlich mit Leben erfüllen. So berichtet er unter der These „Die Nahrungsindustrie muss schöne Bilder liefern“ von der „Putenministerin“ Astrid Grotelüschen, die von einem Mitarbeiter von PETA zu Fall gebracht wurde, der keinen Hehl daraus macht, dass er mit selektierten Bildern gearbeitet hat.  Im darauf folgenden Kapitel erzählt er in einer wunderbar bildreichen Sprache von Aussteiger und …

Keine Bauchnabel-Schau

Die Analyse Unbestreitbar erkennen immer mehr Landwirte und landwirtschaftliche Organisationen die Chancen der Internet-Vernetzung und der sozialen Medien. Das Lieblingsmedium ist Facebook, wo nicht nur Landwirte sondern auch Organisationen ihre eigenen Seiten erstellen. Auch werden Gruppen formiert,  es werden fleißig Freunde gesucht, Beiträge geteilt, gelikt und kommentiert. Soweit so gut. Soziale Vernetzung führt aber oft zur Bildung von gleichgesinnten Kreisen. Man bleibt im Wesentlichen unter sich. Im Sinne einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit bringt es die Landwirte jedoch nicht weiter. Nach der Facebook-Logik sollte heute jeder Landwirt 280 persönliche Freunde haben, wenn jeder Bürger in Deutschland einen Landwirt persönlich kennen würde. Aber 280 Freunde außerhalb der Landwirtschaft! Wenn dies so wäre, würde nicht nur jeder Bürger einen persönlichen Bezug zu einem Landwirt haben, sondern auch jeder Landwirt hätte einen direkten, persönlichen Bezug zu den Alltagsansichten von „Otto und Ottilie Normalverbraucher“. Wie z.B. dass die große Mehrheit der Bürger den Umwelt- und Tierschutz in für wichtiger halten als die Versorgung mit Nahrung. Das ist in weiten Teilen der Landwirtschaft noch nicht wirklich angekommen. Und so erwartet die Mehrzahl …

Im Märzen der Bauer…

Sandra bewirtschaftet einen Betrieb in der Lüneburger Heide. Und sie hat eine Frage, die sie an euch weitergibt. Wie würdet ihr entscheiden? In Märzen der Bauer… Das Lied kennt wohl jeder und die ersten Landwirte haben bereits mit der Frühjahrsbestellung begonnen. Sie haben sicher schon den ein oder anderen Landwirt in den letzten Tagen auf dem Acker gesehen und sicher auch einige Stellen, wo noch Wasser auf dem Acker steht und regional in den Morgenstunden sogar Frost. Nun stellen Sie sich die Frage: „Ist das nicht viel zu früh, was die Landwirte da treiben? Nach was richten sich die Landwirte denn, dass sie jetzt schon bestellen, düngen und spritzen?“ Und genau über die Frage, wonach wir entscheiden, wann wir mit der Frühjahrsbestellung beginnen, möchte ich heute einmal einige Wege aufzeigen, nach welchen viele meiner Kollegen und ich unsere Entscheidung treffen. Die alles entscheidenden Kriterien sind: Ist der Acker befahrbar? Ist der Boden trocken genug für eine Bearbeitung? Ist dies gegeben, folgt der Blick auf den Kalender und auf die Wettervorhersage – in diesem Fall auch …

Kapitulation?!

Die Entscheidung über die Verlängerung der Zulassung für einen bekannten Wirkstoff eines weit verbreiteten Herbizides ist vertagt worden. Wieder einmal. Die Meldungen dazu sind rar gesät. Glaubt man den Medien, so hätten Frankreich, Schweden und die Niederlande bei einer Abstimmung nicht zugestimmt, Deutschland hätte sich enthalten, weil es regierungsintern Unstimmigkeiten zwischen den Ministern Hendriks (Umwelt) und Schmidt (Landwirtschaft) gegeben habe. Nach den Regularien hätten sich mindestens 55% der Mitgliedsstaaten, die mindestens 65% der Bevölkerung der EU repräsentieren, für eine erneute Zulassung aussprechen müssen. Die Kommission hatte eine Verlängerung der im Juni auslaufenden Zulassung empfohlen. Jetzt soll eine Entscheidung spätestens in der Sitzung des Ausschusses am 18./19. Mai 2016 fallen. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, bei dem der Streit über einen Wirkstoff derart eskaliert. Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Rechtzeitig zum Termin werden „Studien“ veröffentlicht, deren Wissenschaftlichkeit fraglich ist und die sich bei Nachprüfung als schwach oder sogar haltlos erweisen. Doch die tatsächlichen Fakten scheinen kaum zu interessieren, es geht mehr um den Aufmerksamkeitswert der Meldung. Und der ist gegeben, denn alle Medien berichten …

Im Dialog: Bauer Willi und die Welttierschutzgesellschaft Teil 2

Fragen von der Welttierschutzgesellschaft an Bauer Willi Katharina Tölle: Wie bereits erwähnt, bekommen wir auch so manchen Gegenwind von einigen Landwirten. Wie bekommen wir diese mit ins Boot? Bauer Willi: Es liegt wohl daran, dass Landwirte mit Tierschützern keine guten Erfahrungen gemacht haben. Einbrüche, zum Teil gestellte Filmaufnahmen, Klagen von Tierschützern gegenüber Landwirten und einseitige Berichterstattung sind ja nicht gerade vertrauensfördernd. Von daher habe ich viel Verständnis dafür, dass bei dem Begriff „Tierschützer“ die Landwirte erst einmal die „Schotten dicht“ machen. Von daher müsste die Welttierschutzgesellschaft den Landwirten klar machen, welchen Nutzen sie von einer Zusammenarbeit mit Ihnen haben. So würde ja jeder von uns auch privat handeln. Leif Koch: Haben Sie eine Idee, wie wir gemeinsam, Landwirte und Tierschützer, den Druck auf den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erhöhen können, um faire Preise für die Bauern und höhere Tierschutzstandards zu erreichen? Bauer Willi: Wollen Sie eine ehrliche Antwort oder eine diplomatische? Meine ehrliche Antwort ist, dass ich keine Idee habe, wie Landwirte und Tierschützer Druck auf den LEH ausüben können. Ein schönes Beispiel dafür ist die Initiative …

La Giornata Internazionale della Donna – Der Tag der Frau

Storie femminili di successo: L’impegno delle donne nel settore agricolo diventa sempre più importante: questo sarà punto focale dell’Associazione delle Donne Coltivatrici Sudtirolesi durante la Giornata Internazionale della Donna. Ihr versteht nicht, was das bedeutet. Zum Glück haben uns die Südtiroler Bäuerinnen auch den deutschen Text mitgeschickt, den wir hier gerne veröffentlichen. Recht haben sie! Weibliche Erfolgsgeschichten: Frauen in der Landwirtschaft erhalten zunehmend mehr Gewicht und Bedeutung. Darauf möchte die Südtiroler Bäuerinnen-Organisation am Tag der Frau hinweisen.  Welche Rolle haben die Frauen in der Landwirtschaft? Mit dieser Frage beschäftigte sich Ce.D.R.A. (centro di divulgazione delle ricerche nel settore agroalimentare) im Rahmen eines Kongresses in Cesena (Emilia-Romagna). Frauen aus ganz Italien – auch aus Südtirol – berichteten über ihre Erfahrungen als Betriebsleiterinnen, als Führungskraft, als Hofbesitzerinnen. Es stellte sich heraus, dass die Frauen den Männern in Sachen Unternehmergeist und Organisationstalent nicht nachstehen. „Wir Frauen brauchen oft nur eine Portion mehr Mut, um unsere kreativen Ideen auf den Höfen umzusetzen“, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Vor allem im Bereich der Sozialen Landwirtschaft sieht die Landesbäuerin Möglichkeiten, wo Frauen …