Bauer Willi
Kommentare 51

Hilf dir selbst…

…dann hilft dir Gott. „

Dies war wohl die Haupt-Erkenntnis des milchpolitischen Frühschoppens. Die Aussage stammt von Dr. Jens Schaps, EU-Kommission.

Meine Aufgabe als Referent war, die Frage zu beantworten „Wer hilft den Milchbauern“. Was ich dann auch gemacht habe. Unter den Presse-Vertretern war auch die Redaktion der Zeitschrift Elite, denen meine Aussagen offensichtlich so gut gefallen haben, dass sie sie abgedruckt haben.

Elite1Hier die Druckansicht als pdf-Datei.

 

 

 

Wie die übrigen Redner auf meine Aussagen reagiert haben, könnt ihr in einem sehr gut gemachten Video von stories-unlimited.de sehen. Mal sehen, zu welcher Erkenntnis ihr kommt. Bin gespannt auf die Kommentare…:-)

http://www.milchindustrie.de/aktuelles/videos/
Danke an den MIV für das Video
Produzent: www.stories-unlimited.de

Euer Bauer Willi

 

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51 Kommentare

  1. Palla sagt

    Wenn Milchviehhalter im Moment ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und zeitnah mit der Milchviehhaltung aufhören möchten gibt es derzeit ein sehr großes Problem: Wohin mit einer Herde Milchkühe, die zum großen Teil trächtig sind?

    Da wäre hilfreich, wenn Gott einen leeren Milchviehstall hätte und trächtige Kühe kaufen würde…

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    • Sandra Harms sagt

      Palla, was bin ich froh das meine kühe seit 2014 weg sind, das ich diese preise nicht mehr mitmachen muss.

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  2. Ich wünsche mir sehr, dass es in dieser Gesellschaft ein Umdenken gibt und die bäuerlichen (auch Klein-)Betriebe eine auskömmliche Zukunft haben.
    Letzte Woche, am Mittwoch, hat es wohl so eine Aktion der Landwirte vor den Supermärkten gegeben? Wäre ich nicht im WWW auf einigen landwirtschaftlichen Websites unterwegs, ich hätte es nicht mitbekommen. Und wirklich mitbekommen habe ich es auch nicht, aber ich bin halt kein Discounter-Kunde und war an dem Tag auch nicht einkaufen.
    Warum wurde der Mittwoch gewählt? Ein meiner Meinung nach denkbar schlechter Tag. Wie viele Leute waren da wohl in den Läden unterwegs? Am Gründonnerstag, dem Tag vor dem langen Osterwochenende hätten die Aktivisten dieser Aktion sicher mehr Menschen ansprechen können. Schade, so ist viel Energie verpufft.
    Könnten sich die Landwirte über ihre Verbände nicht noch besser vernetzen? Solche Aktionen größer aufziehen, stärker bewerben und so präsenter sein? Die NGOs kriegen das doch auch hin.
    Was muss man eigentlich tun, damit z.B. Campact auf die Misere der Landwirte aufmerkam wird? Könnte man da nicht eine Zusammenarbeit ins Auge fassen?

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    • Sandra Harms sagt

      Hallo Piet !
      das steht doch in der überschrift !
      die ist variabel einsetzbar für alle bereiche.

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      • Schweinebauer Piet sagt

        Danke Sandra, dann hoffe ich auf den Schweinezyklus und Getreide ist ja abgesichert. Hätte ich doch was bei den Schweinen gemacht.

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        • bauerhans sagt

          „dann hoffe ich auf den Schweinezyklus “

          den gibts nicht mehr bei über 100% selbstversorgung.

          1+
  3. Egbert Mast sagt

    Die meisten Milch Bauern leben weit von denn Märkten entfernt wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Niemand fährt jeden tag 10-20 km um sich frischen Milch beim Landwirt persönlich abzuholen. Der Mensch zieht zunehmend in die Stadt und die Nahrung bleibt auf dem Land. Ist doch so oder?

    2+
    • Sabine sagt

      Das stimmt so nicht. Wir sind mobiler als man denkt. Wenn wir was ganz dringend haben wollen, ist uns kaum ein Weg zu weit. Nur warum soll ich mich ins Auto setzten, wenn das Produkt was ich erwerbe sich in nichts vom Discounter-Billig-Zeug unterscheidet?
      Ich muss als Verbraucher gesagt bekommen, was ich für den Mehraufwand an Mehrwert erhalte.
      Welche unterschiede gibt es z.B. bei der Milch? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen Rohmilch, nur pasteurisierten Milch, frisch Milch im Supermarkt und der H-Milch beim Discounter? Wenn ja welche sind das und warum soll ich für Milch, die nach zwei Tagen „um ist“ zu einem Hof fahren und dort mehr Geld ausgeben, wie bei den Brüdern Albrecht um die Ecke.
      Oh, und btw, gerade die LEH-Ketten verabschieden sich gerade aus vielen Stadtteilen und kleineren Ortschaften, weil die Leute die paar Kilometer ja fahren.

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      • Bauer Willi sagt

        Hallo Sabine
        so ist es. Ich habe irrtümlich die „falsche“ Milch gekauft und gerade damit mein Müsli gegessen. Ab morgen wieder Bio-Weidemilch mit 3,5% Fett. Da weiß man was man hat.
        Welche „Geschichte“ erzählt denn Milch im allgemeinen.? Das müssen wir dem Verbraucher sagen! Wenn es ein anonymes, austauschbares Produkt bleibt, kauft jeder die H-Milch-Plörre beim Discounter. Und meint dann noch, er hätte „Milch“ gekauft. Vielen Dank für Deinen Kommentar, der den Nagel auf den Kopf trifft.
        Bauer Willi

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        • Sabine sagt

          Und tausende von Menschen sind mit fettarmer H-Milch groß geworden und glauben, dass Milch so schmeckt.
          Ist das nicht furchtbar?
          Mal abgesehen von den ganzen angeblichen Laktoseintoleranzen, die in den letzten Jahren vermehrt auftauche und deren Spontanheilung, wenn echte Milch getrunken wird.

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        • Jochen Böhrer sagt

          Das war jetzt ein richtiger Griff ins Klo..
          Niemand .. nichtmal die Molkereien.. behauptet, dass H-Milch so schmeckt wie Vollmilch und in den sensorischen Eigenschaften dieser entspricht. Es ist lang haltbare Milch und hat damit im Sinne geringen Lebensmittelwegwurfs ihre absolute Berechtigung. Und es gibt genug Menschen, die NUR diese Milch mögen. ICH kann das nicht nachvollziehen, aber Geschmäcker sind nunmal verschieden. Und es ist Milch von Landwirten. die in eine Form gebracht wurde, die eine große Nachfrage bedient. Es gibt keinerlei objektiven Kriterien, welche es rechtfertigen, H-Milch als Plörre zu bezeichnen. Das ist eine Beleidigung für die Käufer dieser Milch und ein Schlag unter die Gütellinie der Bauern, die wissentlich an einen Hersteller von H-Milch liefern. Aber ich gönne Dir Deine „WEIDE“(!!!)milch, die Du am 30. März (!!!) getrunken hast. Sie kam sicher von sehr sehr glücklichen Kühen,, wenn ich gerade zum Fenster hinausschaue und die saftigen Kräuterwiesen im Sonnenschein betrachte..

          3+
          • Bauer Willi sagt

            Sehr geehrter Herr Böhrer,
            mir schmeckt die H-Milch nicht und mir schmeckt die Bio-Weidemilch. Was ist falsch an der Aussage, dass alle sich darum bemühen sollten, der Milch wieder ein besseres Image zu geben? Zu dem „Schlag ins Gesicht“ und „unter die Gürtellinie“ sage ich lieber nichts, ich muss auf meinen Blutdruck achten…
            Bauer Willi

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            • Jochen Böhrer sagt

              Du (ich bleib beim „DU“) bist und siehst Dich selber in einer Position, in der es ratsam ist , die Wortwahl in der Öffentlichkeit genau zu überdenken. In welche Worte ein Jochen Böhrer seine Meinung fasst, ist auf dieser Welt dagegen sehr bedeutungslos. Auch als „prominenter“ Bauer darf man durchaus sagen, was einem nicht schmeckt. Aber das muß deutlich als subjektive Meinung erkennbar sein. Ein ursprünglich von Landwirten stammendes Produkt dermaßen abzuwerten, ist ein absolutes nogo. Unter „Plörre“ versteht der Duden: „Norddeutsch abwertend“ und „dünnes, wässriges, gehaltloses, fades Getränk, besonders dünner Kaffee“. Das dünn mag auf 0,5% Fett-H-Milch zutreffen, es gibt sie aber auch mit 3,5%. Und von „gehaltlos“ kann man beim Erhalt von 80% der Vitamine und 100% der Mineralien wie z: B. Calzium bestimmt nicht sprechen. Es gibt Leute, die keine Vollmilch mögen. Oder nicht vertragen. Oder nicht kaufen, weil sie ihnen im Kühlschrank zu schnell verdirbt. Deren Alternative zu H-Milch ist KEINE Milch.

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            • Sabine sagt

              Oh,oh,oh…. also ich kenn eine Molkerei mit einer sehr blauen Verpackung, die auf ihrer aktuellen Werbeseite ihr UH-Verfahren mit den Worten anpreist: Keine Kompromisse. Lange Haltbarkeit und frischer Geschmack sind kein Widerspruch.
              Muss ich mich jetzt verladen fühlen, oder haben die ein ganz besonderes Verfahren?

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            • Jochen Böhrer sagt

              „Lange Haltbarkeit“ ist ein objektiv beurteilbares Attribut. Stimmt in dem Fall auch. Keine Verlade.
              „frischer Geschmack“ ist ein subjetives Attribut. Das muß jeder für sich selber rausfinden und der Molkerei ist sicher bewußt, dass der erfolg dieser Werbung von dem tatsächlichen Geschmackserlebnis abhängt. Die Molkerei schreibt: „Durch eine neue, besonders qualitätsschonende Erwärmung können wir die Hitzebelastung für die wertvolle Rohmilch gegenüber herkömmlicher Verfahren um 80 Prozent reduzieren.“ Inwieweit sie sich da wirklich von anderen unterscheiden, entzieht sich meiner Kenntniss. Wenn sie das ÜBERALL übliche Verfahren SOO anpreisen, ist das „Verlade“.

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  4. Friedrich sagt

    Weiterhin „Frohe Ostern“. Den Milch- und Schweinebauern wird es wohl nicht froh ergehen.
    Die Politik macht es sich sehr einfach mit dem freien Markt. Ein Grund für diese Krise sind
    die Rußlandsanktionen. Da tut man so , als ob man damit nichts zu tun hat. Wer hat denn
    mit dem Inkrafttreten vor zuviel Menge gewarnt, Keiner oder? Diese Pappnasen in Brüssel,
    Berlin und den anderen Hauptstädten denken doch nur an VW, Conti, Banken und Co ! Wenn dort mal einige Hundert Leiharbeiter entlassen werden , ist das Geschrei groß. Wenn
    aber eine ganze Branche von Mittelstandsbetrieben auf der Kippe steht , ist das keine Reaktion wert. Da muß der Markt herhalten. Wir brauchen in Europa Rahmenbe-
    dingungen die mehr auf die eigene Wirtschaft rücksicht nimmt, also nicht gleich wenn die
    Preise steigen ,gleich mehr einführen , um für die Verbraucher alles billiger zu machen.
    Für uns Rohstofferzeuger sind Mindestpreise zu fordern. Unsere Vorlaufzeit bei der
    Erzeugung ist so lang , daß wir garnicht flexibel auf die Märkte reagieren können. In der
    Industrie kann man die Produktion von heute auf morgen drosseln. Eine trächtige Kuh
    oder Sau kann man nicht abstellen. Weltmarktpreise im EU-Markt sind der Todesstoß für
    die Landwirtschaft. Das hatten wir schon unter dem Kaiser um 1900 probiert und endete
    mit einer Katastrophe in den zwanziger und Anfang der 1930er Jahre. Erst mit der Ent-
    schuldung unter den Nazis ging es wieder aufwärts, sicherlich nicht ohne Grund ! Viele
    werden Mindestpreise ablehnen, dann bleibt nur die Betriebsprämien von 280 auf 1000
    Euro/ha zu erhöhen, viele Verordnungen und Gesetze streichen,Außenschutz stark ausbauen ? das wird dann von der WTO nicht akzeptiert. Wir können dann nur die
    Mengen zurückfahren, oder mit Hilfe der Banken die Zeit überbrücken und warten bis
    andere Kollegen die Produktion einstellen. Aber warum sollten wir keinen Mindestpreis
    fordern, da es ja auch einen Mindestlohn gibt ! Die Kuh- und Schweinebauern müßen z.Zt.
    für ihre Arbeit zuzahlen , also Eintritt in ihre Ställe zahlen. Unsere Politiker erzählen uns
    immer was von „Sozialer Gerechtigkeit“ , aber das gilt immer nur für den Wahlkampf !
    Wenn alles nicht hilft bleibt nur noch Protestwahl, oder garnicht wählen gehen.

    6+
    • Tom sagt

      Wie hoch stellst Du dir einen Mindestpreis denn vor? 40ct?
      Dann werden einige Milchproduzenten ihre Bestände nochmals verdoppeln.
      Wir haben einen freien Markt – wer bei dem Preis nicht erzeugen kann muss aufhören.
      Daran wird sich nichts ändern – zumindest solange es Betriebsleiter gibt, die nie genug bekommen.
      Warum nicht ganz klein – (und fein) selbst Käse erzeugen und Vermarkten?
      Eigenmarken kreieren!

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      • fleckviehzüchter sagt

        Hast Du Dich schon mal damit befasst, wie gewaltig allein die Hygienevorschriften sind wenn Du Rohmilch verkaufen willst. Mal abgesehen davon das die Käseherstellung Zeit und Investitionskosten verursacht, über die Zeif für die Vermarktung reden wir da noch gar nicht.

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  5. Sabine sagt

    Morgen und frohe Ostern noch mal!
    Ich könnte jetzt als Verbraucher mal erzählen, warum ich mir Milch – anders wie vor ein paar Jahren noch – ziemlich abgewöhnt habe.
    Wo ich eigentlich ein riesiger Käse und Milch Fan bin.
    Es ist wahnsinnig schwer an wirklich guten Käse heran zu kommen. Nie war die Auswahl im Käseregal größer und nie war es dort fader als heute.
    Richtig, einen guten Käse kann man nicht für 99 Cent/100g erzeugen, aber warum wird es dann von den Molkereien, die ja oft wenigstens teilweise genossenschaftlich sind, gemacht?
    Fachgeschäfte sind dünn gesäht und haben, meist noch die Öffnungszeiten des vorigen Jahrhunderts. Wir haben glücklicherweise noch so eine Käseecke in der Stadt und, wenn man es schafft da hinzukommen, ist es fantastisch. Super Präsentation, 1a-Betratung, die Damen dort wissen auch direkt welcher Wein passt, super!
    Anders als die Käsetheken im den Supermärkten, wo es meist nur die Käsesorten „lose“ gibt, die eh schon abgepackt in der Kühltheke liegen. Gleiches gilt häufig für die Fleischtheke und leider auch viele Metzgereien. Warum soll ich für den Herta-Schinken an der Theke oder in der Metzgerei mehr bezahlen als in Folienpack? Und selbst, wenn – meist an Feiertagen- sich ne Lable Rouge in den Supermarkt verirrt, wissen die Verkäufer nicht was sie da verkaufen.
    Aber ich schweife ab.
    Mlich…
    Wo ist die Vorzugsmilch eigentlich hingekommen?
    Ich glaube hier in NRW gibt es noch genau sieben Höfe, die Rohmilch abgeben. Ich hab Glück und muss nur eine halbe Stunde fahren, um frische, unbehandelte Milch zu kaufen. Manche Höfe liefern inzwischen auch wieder mit „Milchmädchen“ bis an die Haustüre, aber warum wollen die Supermärkte die nicht? Vielleicht dann doch nicht so dolle mit den Kühlketten und den offenen Kühltheken in der Selbstbedienung? Oder ist es die Tatsache, dass man diese Milch eben nicht durch halb Deutschland karren kann und so immer bei der allerbilligsten Molkerei kaufen kann? Warum gibt man dann als Landwirt oder als Molkerei Genossenschaft ein Produkt auf, was einen vor Ort unersetzbar macht? … und wofür Leute gerne zwei bis drei Euro ausgeben?
    Ich mein, bei mir ist es reine Geschmackssache, aber warum bewirbt man so ein gesundes „Super-Food“ nicht? Warum gibt es die 100 neue bunte Verpackung für die Ultra-Hocherhitze und Null für Vorzugsmilch?

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    • bauerhans sagt

      sabine,weil das mit sehr sehr viel arbeit und noch mehr risiko verbunden ist und der einzelne landwirt das ungern umsetzt.

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    • Sandra Harms sagt

      Sabine,
      es ist eigentlich ganz einfach zu erklären, jeder der ein produkt poduziert will geld daran verdienen, jeder will will natürlich möglichst viel verdienen, und jeder will irgendwo seinen markanteil ausbauen… das ist soweit nichts neues.
      nun sind irgendwann die grossen produzenten darauf gekommen, sich ihrer konkorenz immer weiter anzunähern mit ihren produkten, damit der verbraucher, möglichst wenig unterschied zu dem produkt eines anderen herstellers findet… dann sind die großen hersteller dabeigegangen und haben einen kleinen hersteller nach dem anderen aufgekauft und platt gemacht, so wurde dafür gesorgt das produkte die ihren ganz persönlichen reiz haben om markt verschwinden, oder nur noch der name überbleibt und etwas anderes drin steckt, was wieder 08-15 ist.
      ich trinke nun gerne mal ein oder mehrere bierchen, und hab schon lange festgestellt, das egal ob man nun eine kiste der marken K. B. V. W. H. kauft, letzlich immer die gleiche plörre hat, geschmacklich einheitsbrei, nichts weiter. und wenns beim bier so ist, wen wunderts noch das es bei käse, wurst und allen anderen lebensmitteln auch so ist….
      wer was anders will wie 08-15 produkte, muss entweder sehen wo er bleibt oder seinen allerwertesten bewegen und zum teil weite strecken in kauf nehmen… Wir als verbraucher, sind eben nur das ZAHLVIEH der industrie ! ICH als landwirtin bin die dusselige der nichts anderes überbleibt als der industrie und dem handel meine produkte zu schleuder preis zu überlassen, oder drauf sitzen zu bleiben…

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      • Tom sagt

        Warum bist du dann so dusselig und überlässt deine Produkte zum Schleuderpreis?
        Du könntest doch auch Deine Eigenmarke
        aufbauen und sie direkt vermarkten.

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        • Sandra Harms sagt

          @ tom
          das sind so die vorschläge die man immer wider bekommt… selbstvermarkten, hofladen,marktstand… usw…
          erklär mir doch bitte mal wie ich 50ha Weizen mit ner ernte von ca 7t/ha selbstvermarkten soll… oder wie ich kartoffeln von 75ha bei ner erntemenge von rund 45t/ha selbst an den man bringen soll…
          mich würde es auch interessieren wie ich das personel hinbekommen soll das sebst zu vermarkten.

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          • fred huber sagt

            ja sandra. da ist wieder dieses „nischenargument“…
            wenn ich davon ausgehe, dass der durchschnittliche milchviehbauer ca 1000 liter am tag abliefert, wieviel davon kann er selber vermarkten? (wenn er es überhaupt darf)
            selbst bei guter verkehrsanbindung, milchtankstelle und käse verkauf wird man schwerlich auf 5%, oder 50 liter am tag kommen. davon wird man nicht fett… das fällt dann eher unter hobby oder öffentlichkeitsarbeit.

            die ganzen nischen, die von molkereiseite angeboten werden (heumilch etc.) sind normalerweise so berechnet, dass die zusätslichen kosten gerade so gedeckt werden. so ist auf jeden fall mein eindruck.
            letztes jahr war ich am überlegen auf weidemilch umzustellen. nach kurzer recherche hab ich die idee dann wieder verworfen. die einzige molkerei in deren einzugsgebiet ich bin ist arla. die „normale“ standardmilch wurde im laden um 0,55 € angeboten. die weidemilch um 1,19 €. also 0,64 € unterschied. der landwirt bekommt davon 0,005€.

            da weiß man doch wo man steht….

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      • Sabine sagt

        Ja, das ist schon wahr. Grade in der Lebensmittelbranche gibt es Mega-Konzerne, die 08/15 richtig gut vermarkten.
        Ich denke, es hat auch was mit der Spezialisierungs- und Wachstumsfalle zu tun, in die nicht nur Landwirte tappen.

        Wenn ich 20 Kühe habe, kriege ich die Milch u.U. auch ein meiner nächsten Umgebung an den Kunden, der kauft dann u.U. auch direkt die Eier und ein Suppenhuhn von mir, vielleicht auch ne Dose extra scharfes Meerettichfleisch von einer meiner aussortierten Milchkühe.
        Ich kann mich an solche Zustände noch erinnern und ich bin noch nicht im Rentenalter.
        Wenn ich aber 200 Kühe habe, wird das schwierig. Ich hab dann keine Zeit mich um Kundschaft selber zu kümmern, geschweige denn noch einen Hühnerstall sauber zu halten, paar Hühnern das letzte Geleit zu geben oder eine Teil meiner Kühe in die Dose zu packen. Und da es selbst mit 200 Kühen eng wird, müssen das alles Hochleistungskühe sein, die auch dem entsprechend ernährt werden müssen.
        Es ist auf der einen Seite was wahres dran, wenn man nur ein Produkt herstellen will, das dann aber im Spitzenbereich liegt. Aber spätestens, wenn dann dieser wirklich gute Rohstoff bei den Verarbeitern verhunzt wird, hat man normalerweise keine große Wahl mehr, als wieder einen großen Schritt zurück zu gehen und diese Verarbeiter zu meiden.
        Es mag eine Milchmädchenrechnung von mir sein, aber ….
        200 Kühe mit einer Tagesleistung von sagen wir mal 100 Litern, die für 20 Cent an den Großabnehmer gehen, sind wir bei 4.000 Euro.
        Für einen Liter unbehandelte Milch zahl ich im Biolanden, so der die überhaupt anbietet, oder beim Bauern, nach 20 min Autofahrt, irgendwas zwischen 1,80 und 2 Euro.
        Meint um auf die 4.000 Euro am Tag zu kommen, bräuchtest Du „nur“ 2000 bis 2223 Liter Milch bzw. 20 oder 22 Tiere. an solche Jecken wie mich zu verkaufen. 22 Kühe, brauchen weniger input also weniger Futter, weniger Handling, weniger Stallfläche, die Saubergehalten werden muss, weniger Weidefläche, die ja auch in Schuss gehalten, gedüngt …. Von den 4.000 Euro Milchgeld aus Direktverkauf, bleibt in diesem Fall also noch mehr Geld in deiner Tasche, die im Direktmarketing ausgegeben werden können.
        Ich weiß, wir Jecken sind rar und 2000 davon wirst Du nicht jeden Tag finden. Wenn Du nur zehn Liter am Tag an der Molkerei vorbei verkaufen kannst, bekommst Du von diesem Verkauf 18 Euro mehr. Mit dieser Milch machst Du also das annähernd so viel Geld, wie mit der Tagesleistung einer Kuh, wo die Milch komplett an die Molkerei geht.
        Vielleicht bin ich zu phantasielos, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass grade bei Milch der Direktvertrieb unattraktiv sein kann, gerade wenn man nicht mehr wachsen will oder kann.
        Denn niemand lebt vom Umsatz, alle nur vom Gewinn.

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        • Sandra Harms sagt

          @ sabine
          trauern wir nicht vergangenen zeiten hinterher, die kommen eh nicht wider… selbstvermarktung mag für den ein oder anderen kollegen eine niesche oder sogar überlebensgrundlage darstellen. ich will das auch weiter nicht bewerten, denn davon habe ich abgesehen von vielleicht 10 zentnern kartoffeln im jahr für die nachbarschaft keine ahnung.
          zu deiner rechnung,
          eine kuh gibt im schnitt 25l milch pro tag, und das angepeilt an300 bis 320 tagen das macht 7500l im jahr (es gibt auch kühe die mehr geben, ich sprech vom durchschnitt) rechnet man die jahresmenge auf einen tag um, so sind es 20,54 liter. das macht bei 25cent pro kuh 5,13€
          rechne ich jetzt mal deine 4000€ dagegen Bräuchte ich 779 kühe….
          ich will aber nochmal auf deine 22 kühe eingehen, also 22kühe a 5.13€ macht 112.86€ pro tag, nu stell ich mal die frage in den raum, wie soll man für 112.86€ 22kühe und nachzucht ernähren und selbst auch noch etwas aufm teller haben…

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        • Andreas Schmid sagt

          @ sabine, Deine Zahlen stimmen zwar ganz und gar nicht, aber ich habe verstanden, was Du sagen willst.

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          • Sabine sagt

            Danke, die Zahlen müssen ja auch nicht stimmen, weil wenn Geld erst am Ende einer Wertschöpfungsketten verdient wird, muss man ans Ende der Kette nicht die Produktion steigern.
            Es gibt Leute, die das erfolgreich tun. Oft auch nicht alleine.
            Die Bioverbände sind u.a. auch entstanden, weil die normalen Vertriebsgesellschaften sich schlicht geweigert haben die Produkte zu dem Preis zu listen. Und weils trotzdem erfolgreich war, wollen die Discounter nun auch mitverdienen und machen ihre eigenen Bio-Marken. Wie bio die sind, ist fraglich, aber sie profitieren von dem guten Ruf, den sich die Verbände erworben haben.
            Auf der anderen Seite muss es nicht immer Bio sein. Es gibt einige, konventionelle Erzeuger, gerade in den Staaten, die eigene Systeme ausgeklügelt haben. Der Erfinder von 12 Aprils, war obwohl er zu den Top-Erzeugern in South Carolina gehörte, Pleite. Seine Input-Kosten waren einfach zu hoch und die Milchpreise im freien Fall. In dem Fall haben seine Kühe es selber rausgerissen und sind ausgerissen. Und seine Frau hat kräftig am Erfolg gearbeitet und ihren Traum von der eigenen Marke nicht aufgegeben. Eine wirklich märchenhafte Geschichte, einfach Tom Trantham googlen.
            Vieles was der über das sterben der Familienbetriebe, die Konzerne und die Absatzsituation erzählt, wird euch sehr bekannt vorkommen.
            Sicher ist auch, dass es nicht die eine Lösung gibt, aber es gibt viele verschiedene Lösungen für viele verschiedene Betriebe.
            Wer glaubt, dass der Lebensmittel-Einzelhandel ein einsehen hat, hat das Discount-Prinzip nicht verstanden. Die werden jede deutsche oder europäische Molkerei ohne zu zucken auslisten, wenn sie aus Rumänien, China oder Takatukaland ein besseres Angebot bekommen. Uns Verbrauchern werden sie das dann auch noch irgendwie als „besser-für-Dich“ verkaufen, so wie die polnische Wellpappe, die sie uns als Brötchen andrehen.

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