Zwischen 2 Königinnen
Heute in Erfurt bei der Thüringer Milchvereinigung. Da wurde ich gleich von 2 Königinnen begrüßt… 😉
Heute in Erfurt bei der Thüringer Milchvereinigung. Da wurde ich gleich von 2 Königinnen begrüßt… 😉
Ich habe ein Gespräch mit Herrn Leyk geführt. Mehr zur Person am Ende des Artikels. Lieber Herr Leyk, Sie sind Theologe und Tierethiker. Ich glaube, da schwillt manch einem unserer Leser schon der Kamm und er verliert die Lust, das Interview weiterzulesen. Viele sind von den Kirchen enttäuscht und sehen diese in einer Reihe mit den NGOs. Und Tier-Ethiker braucht man schon gar nicht, weil es schon genügend Organisationen gibt, die uns Landwirte kritisieren und das Leben schwer machen. Können Sie das nachvollziehen? Ja das kann ich, denn sicher haben viele Landwirte schlechte Erfahrungen gemacht mit Moralpredigten, die völlig wirklichkeitsfremd sind. Nun ändert sich aber aktuell in der Ethik viel. Es geht nicht mehr um Regeln, sondern darum, möglichst viel von den Dingen zu verstehen, ein gemeinsames Gespräch zu führen und im Gespräch gemeinsam nach guten Lösungen und auch ethischen Orientierungen zu suchen. Gerade bei dieser Idee des gemeinsamen Suchens nach Lösungen finde ich schlecht, wenn man grundsätzlich andere Meinungen abqualifiziert als „die herzlosen Landwirte“ „hysterischen Veganer“ etc. Wir suchen in allen Gruppen die Leute, …
Herr Caparros, Vorstandsvorsitzender REWE, hat auf meinen Brief mit einer Einladung zum persönlichen Dialog geantwortet. Ich werde diese Einladung gerne annehmen und freue mich auf interessante Gespräche. Da es sich um einen persönlichen Brief handelt, bitte ich um Verständnis, dass der Inhalt vertraulich bleibt. Es geht um die Sache. Gegenseitiges Vertrauen sollte da oberste Priorität haben. Nur so viel sei gesagt: Die Antwort war sehr ausführlich und detailliert. Euer Bauer Willi
Herr Caparros ist Vorstandsvorsitzender der REWE Group International. Aus aktuellem Anlass habe ich ihm in der vergangenen Woche diesen Brief geschrieben. Lieber Herr Caparros, wir haben uns im Oktober kennengelernt, als ich mit Herrn Breloh ein Streitgespräch über die Nachhaltigkeitsforderungen des Lebensmitteleinzelhandels und im Besonderen von REWE geführt habe. Wie die Zuhörer und auch Sie bestätigt haben, war es ein fairer Dialog. Ich muss Ihnen schreiben, weil es auch diesmal um Fairness gehen soll, die ich jetzt bei REWE vermisse. Die Erzeuger-Erlöse für Milch und Schweinefleisch sind in den letzten Monaten deutlich gesunken. Die Preise für Frischmilch und Schweinefleisch an der Ladentheke sind unverändert geblieben. Frischmilch der Eigenmarken (3,5% Fett) kostet bei ALDI, Lidl, REWE und Edeka und deren Töchtern den identischen Preis von 0,59 €/l. Die logische Folgerung: REWE und mit ihm auch alle anderen Supermärkte und Discounter haben ihre Marge zu Lasten der Erzeuger ausgedehnt. Egal ob dem Erzeuger 0,30 €/l ausgezahlt wurden, oder wie jetzt nur noch rund 0,25 €/l. Das ist nicht fair, sondern eine Sauerei, um es einmal landwirtschaftlich auszudrücken. Nicht …
Die Selektion auf Milchleistung darf so nicht weitergehen… Mit diesen Worten beginnt die „Göttinger Erklärung zur Milchproduktion für mehr Tiergesundheit und Tierwohl“. Dr. Ernst‐Günther Hellwig, Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt (er schrieb bereits bei uns den Artikel „Der Tierarzt in der Verantwortung“) und weitere Tierärzte der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) im münsterländischen Horstmar, mahnen damit in sehr deutlichen Worten eine Korrektur der Hochleistungszucht auf Milchleistung an. Wir drucken hier den Wortlaut der Erklärung ab. In der angehängten PDF-Datei werden weitere Ausführungen gemacht. AVA Tagung Göttingen 2016: Priorität für Gesundheit der Milchkühe Der seit der Abschaffung der Milchquote im Frühjahr 2015 verringerte Milchpreis gefährdet die ökonomische Stellung der etwa 74.500 Milchviehhalter/innen in Deutschland mit ca. 4.3 Mio. Kühen, die die Versorgung mit Milch und Milchprodukten sicherstellen. Die produzierte Milchmenge von ca. 31,5 Mio. t trägt mit ca. 48 % des Produktionswertes aus der tierischen Erzeugung maßgeblich zum Einkommen bei. Diese wird jedoch nicht nur durch den Milchpreis, sondern auch durch die Kosten der Milchproduktion bestimmt. Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen haben anlässlich der 16. AVA Haupttagung die wirtschaftliche Belastung der Milch erzeugenden …
Es ist nur ein Foto. Aber eines, das nachdenklich macht. Die Packung stammt aus dem Abfall-Container des Supermarktes hier am Ort. Was ist auf der Verpackung zu lesen? Der Schinken stammt tatsächlich aus Italien. Er wurde unter Schutzatmosphäre verpackt. Sein Mindesthaltbarkeitsdatum endete am 19. März. Vorher wurde er mit einem neuen Preis (roter Aufkleber) versehen, aber trotzdem nicht verkauft. Er wurde wenig später von einem Bekannten – widerrechtlich – aus dem Abfall-Container entwendet und landete so bei uns in der Küche. Diebesgut! Wir haben diesen Parma-Schinken am 30. März mit Genuss verzehrt. Ihr versteht, was ich damit sagen will? Ich könnte Romane schreiben, wie ich das finde… Aber das überlasse ich lieber euch. Euer Bauer Willi
Unsere kritische Haltung zu den Aktionen der Landwirte vor den Supermärkten hat überwiegend Widerspruch ausgelöst. Besonders die Aktiven, die an diesen Aktionen beteiligt waren, haben wir mit unserer Aussage offensichtlich schwer getroffen. Das war nicht unsere Absicht und dafür möchten wir uns entschuldigen. In den Kommentaren kommt deutlich zum Ausdruck, dass die Gespräche, die mit den Verbrauchern geführt wurden, konstruktiv und von Verständnis geprägt waren. Zahlreiche Medien haben darüber sachlich berichtet. Das ist unzweifelhaft ein Erfolg. Alois und ich haben im besagten Artikel unsere Meinung geäußert. Neben den vielen kritischen Kommentaren haben wir aber auch Zustimmung erfahren. Es besteht also noch Diskussionsbedarf. Wir möchten uns gerne weiter daran beteiligen. Wir sind ja lernfähig… Willi und Alois
Ein Blick von außen. Vielen Dank an Herrn Eiynck, der uns diesen Beitrag „einfach so“ geschickt hat und den wir gerne veröffentlichen. Wenn Sozialwissenschaftler oder Philosophen sich zur modernen Landwirtschaft äußern, ist die Fundamentalkritik meistens vorprogrammiert. Das muss nicht so sein. Als der Lingener Museumsleiter Andreas Eiynck (Dr.phil.) von der Idee des Heimatvereins Messingen hörte, vier Bäuerinnen aus dem Dorf in einer Ausstellung vorzustellen, erklärte er sich spontan bereit, die Fotos und Texte für dieses Projekt zu liefern. Getrieben von der Neugier des Forschers, mit publizistischem Spürsinn und mit Interesse am Leben auf einem modernen Agrarbetrieb begab sich der bekannte Erforscher historischer Bauerhöfe an die Arbeit. „Ich wollte mir ganz unvoreingenommen ein eigenes Bild machen – jenseits von der hochglänzenden Lobbyarbeit der Agrarverbände und den Horrorbildern von Peta“, berichtet der studierte Ethnologe. Den Fotoaufnahmen gingen zahlreiche Vorgespräche und Interviews voraus. Wie funktioniert heute ein landwirtschaftlicher Betrieb? Wie erfolgt die Arbeitsteilung, etwa zwischen den Generationen und zwischen den Ehepartnern, zwischen Familienangehörigen und Fremdkräften? Welchen ökonomischen Zwängen sind die Agrarbetriebe derzeit unterworfen und wie können sie auf die …
…war der Artikel von gestern, der hinterfragt hat, ob die Aktionen von vergangenem Mittwoch die Lage der Bauern verändert. Von voller Zustimmung bis zu krasser Ablehnung gingen die Kommentare. Auch Angriffe auf die Person waren dabei. Was wir davon mitnehmen? Über die Zustimmung haben wir uns natürlich gefreut. Es zeigt, dass doch einige unsere Meinung teilen. Die ablehnenden Stimmen haben wir zu Kenntnis genommen und fragen uns, warum diese Kritik so heftig ausgefallen ist und teilweise so persönlich wurde. Wir werden die Kritik verarbeiten. Noch allerdings haben wir darauf keine richtige Antwort. Mehr wollen wir dazu jetzt nicht sagen. Bauer Willi und Alois
Selten haben Alois und ich so viele Mails bekommen wie am vergangenen Donnerstag. Und alle mit der Frage, was wir den von den Auftritten der Bauern vor den Supermärkten halten. Wir haben uns dazu ein paar Gedanken gemacht… Glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass die Demonstrationen vor den Discountern irgendetwas an der katastrophalen Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe ändern wird? Wir glauben Nein, eher das Gegenteil wird es bewirken! Uns haben sogar teilnehmende Bauern erzählt, wie sie ihre Hilflosigkeit auf den Discounterparkplätzen spürten. Sind wir Bauern wirklich so klein, armselig und hilflos, dass wir seit Jahrzehnten versuchen, mit „Mitleid“ und „Opferrolle“ zu punkten? Suchen wir nicht ständig „Schuldige“ und erkennen dabei nicht, dass wir vieles einfach selbst versäumt, ja auch falsch gemacht haben? Durch eine immer effizienter werdende Produktion werden wir ausschließlich zu einem anonymen Rohstofferzeuger degradiert, der von Verarbeitern und Lebensmitteleinzelhandel leicht ausgetauscht werden kann und so den Preisdruck immer noch weiter erhöht. Durch unsere „Abliefermentalität“ haben wir uns dem Handel ausgeliefert, der jetzt mit derartigen Aktionen „angebettelt“ wird. Es mag vielleicht irgendwann einmal richtig …
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