Bauer Willi
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Lieber Herr Caparros…

Herr Caparros ist Vorstandsvorsitzender der REWE Group International. Aus aktuellem Anlass habe ich ihm in der vergangenen Woche diesen Brief geschrieben.

Lieber Herr Caparros,

wir haben uns im Oktober kennengelernt, als ich mit Herrn Breloh ein Streitgespräch über die Nachhaltigkeitsforderungen des Lebensmitteleinzelhandels und im Besonderen von REWE geführt habe. Wie die Zuhörer und auch Sie bestätigt haben, war es ein fairer Dialog.

Ich muss Ihnen schreiben, weil es auch diesmal um Fairness gehen soll, die ich jetzt bei REWE vermisse. Die Erzeuger-Erlöse für Milch und Schweinefleisch sind in den letzten Monaten deutlich gesunken. Die Preise für Frischmilch und Schweinefleisch an der Ladentheke sind unverändert geblieben. Frischmilch der Eigenmarken (3,5% Fett) kostet bei ALDI, Lidl, REWE und Edeka und deren Töchtern den identischen Preis von 0,59 €/l.

Die logische Folgerung: REWE und mit ihm auch alle anderen Supermärkte und Discounter haben ihre Marge zu Lasten der Erzeuger ausgedehnt. Egal ob dem Erzeuger 0,30 €/l ausgezahlt wurden, oder wie jetzt nur noch rund 0,25 €/l. Das ist nicht fair, sondern eine Sauerei, um es einmal landwirtschaftlich auszudrücken. Nicht dass wir Bauern, die wir ja auch Unternehmen sind, Ihnen keinen ordentlichen Gewinn gönnen. Aber Gewinne nur auf Kosten anderer zu machen, hat nichts mit einem ehrbaren Kaufmann zu tun. Und für einen solchen halte ich Sie. Noch.

Im gleichen Maße, wie die Erlöse für landwirtschaftliche Produkte sinken, steigen die Forderungen nach höheren Standards, vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit und Tierwohl. Ich habe dies in Berlin anhand der „Eiweiß-Strategie“ von REWE dargelegt: es werden Forderungen aufstellt, die ohne Änderungen der Rahmenbedingungen nicht erfüllbar sind. Das wissen Sie. Die Beispiele lassen sich beliebig erweitern. Bei der „Initiative Tierwohl“, die endlich einmal die gesamte Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis in den Laden, an einen Tisch gebracht hat, klemmt es an allen Ecken und Enden. Die Landwirte (Erzeuger) sind mit großem Engagement dabei, doch das Ende der Kette, der LEH kramt kleinkrämerisch im Portemonnaie und ist nicht bereit, allen teilnehmenden Betrieben die bereits realisierten Aufwendungen zu vergüten. Vielmehr kommen die Betriebe in eine „Verlosung“! Wir sind doch nicht auf einer Tombola! Das ist entwürdigend und hat mit fairer Partnerschaft nichts mehr zu tun.

Sie werden vielleicht nun sagen: „Heult doch nicht rum, ihr produziert doch über den Bedarf und da ist es doch nur logisch, dass wir diese Situation nutzen, um für uns noch günstigere Preise zu verhandeln.“ Ja, das kann ich verstehen, ich bin Unternehmer und handele genauso. Mit einem Unterschied: Ich habe dabei auch die Existenz meines Gegenübers im Blick. Er muss mit diesem Preis weiter wirtschaften können. Und an dieser Stelle sehe ich einen qualitativen Unterschied. Mit immer weiter sinkenden Erlösen kann der Erzeuger nur reagieren, in dem er seine Produktionsmenge weiter erhöht, um den gleichen Gewinn zu generieren. Oder er muss seine Produktion einstellen. Letzteres könnte Ihnen noch egal sein, denn wie sagte schon Charles Darwin „Survival of the fittest“ (Der sich am besten anpasst, wird überleben). Wenn aber vom LEH die Ansprüche an unsere Produktionsweise immer weiter nach oben geschraubt und die Preise gleichzeitig gesenkt werden, wird daraus ein unlösbarer Konflikt, weil die Liquidität für die Erfüllung dieser Ansprüche nicht mehr gegeben ist.

Sie schreiben auf Ihrer Homepage u.a. „Im Dialog mit NGOs und Partnern entwickeln wir Leitlinien für risikobehaftete Rohstoffe, um Märkte zu verändern und ökologische und soziale Standards zu etablieren!“ (http://www.rewe-group.com/de/nachhaltigkeit/gruene-produkte)

Lieber Herr Caparros: mit NGOs können sie keine Märkte verändern! Das geht nur in einem Schulterschluss mit den Erzeugern, mit uns Landwirten. Doch von denen lese ich in Ihrem Nachhaltigkeitsbericht nichts. Oder habe ich da etwas übersehen?

Logischerweise haben Sie stets primär den Verbraucher im Blick. Sie scheinen mir aber den Blick auf den Erzeuger verloren zu haben. Deshalb dieser Brief.

Doch ich habe auch Ideen und Vorschläge, wie sie die HEIMISCHE LANDWIRTSCHAFT in ein Marketing-Konzept einbauen können, das sich für Ihr Unternehmen in barer Münze auszahlen könnte und es als Alleinstellungsmerkmal von Wettbewerbern abgrenzt. Davon hätten beide Seiten etwas. Und das wäre doch mal was, oder?

Auf die Frage, was für Sie beruflicher Erfolg bedeutet, antworten Sie im Karriere-Magazin wörtlich: „ Die Chance, die Grundlagen für den Erfolg kommender Generationen zu schaffen“. Und da sind wir uns dann wieder einig. Das ist auch mein Ziel. Jetzt müssen wir nur noch die beiden Ziele zur Deckung bringen. Sie beantworten die Frage, welche Eigenschaften Ihnen im Leben geholfen haben mit: „Humor, Menschenkenntnis, Intuition und situative Intelligenz“. Das sind doch hervorragende Vorbedingungen!

In Erwartung eines anregenden Dialogs grüßt Sie herzlich

Ihr Bauer Willi

 

Wer mehr über Alain Caparros erfahren will, hier ein kurzes und sehr prägnantes Interview:

https://www.karrieremagazin.net/karrierefragebogen/alain-caparros-ceo-rewe.html

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40 Kommentare

  1. Crux sagt

    Hallo Willi,

    das ist ein aus mehreren Gründen sehr interessanter Brief. Zum einen weil er darauf hinweist, dass auch der LEH ein Interesse daran haben sollte, dass seine Lieferanten auch morgen noch verlässlich hochwertige Waren anbieten. Nicht alle, aber zumindest die leistungsfähigsten. Dazu sollte gehören, dass der LEH keine Dumping Preise zählt, ebenso, wie er auch keine Produkte zu Dumpingpreisen anbieten darf.

    Der zweite interessante Punkt liegt darin, dass der LEH offensichtlich gar nicht Lebensmittel zu Schleuderpreisen anbietet. Das verlangt allerdings von den Bauern sich intensiver damit auseinanderzusetzen, dass die pauschalen Schuldzuweisungen an LEH und Verbraucher zu kurz greifen. Viel mehr sollte man sich damit auseinandersetzen, wie mehr Wertschöpfung ermöglicht wird. Das gelingt allerdings nicht durch Quoten, sondern eher indem die Verarbeiter innovativere Produkte anbieten.

    Der dritte interessante Punkt ist allerdings eher etwas peinlich: kein vernünftiger Bauer produziert deswegen mehr, weil die Preise fallen. Höchstens deswegen, weil seine Kosten sinken. Es sollte eigentlich angekommen sein, dass das Argument wonach Bauern bei niedrigen Preisen mehr produzieren müssen um den Gewinn zu stabilisieren ziemlich unsinnig ist. Aber offensichtlich fehlt hier noch einiges an Aufklärung…

    VG

    • Stadtmensch sagt

      Hallo Crux,
      ich sehe das auch so, dass man “die Ketten” nicht pauschal verdammen kann (ok die ganzen Wühlkisten-Diskcounter sehr wohl). Ich möchte jetzt keine Werbung für REWE machen, aber ich gehe mangels Alternativen ziemlich häufig da einkaufen. Die Waren werden in einem modernen sauberen Ambiente präsentiert das Licht ist stimmig und zur Auwahl gibt es neben der unvermeidlichen Eigenmarke eben auch höherpreisige Grundnahrungs- und Genussmittel. Ich bin mir nicht sicher, ob ich beim Kauf von (z.B. Landliebe-Milchprodukten) etwas falsch mache, aber ich finde, mehr Transparenz geht gar nicht:
      http://www.landliebe.de/unsere-welt/unsere-landliebe-bauern/
      Es steht drauf: traditionelle Fütterung und die Bauern machen alle glückliche Gesichter…

  2. Sabine sagt

    Ich glaube, dass es Marketingkonzepte geben kann, die auch für die Ketten attraktiv sind.
    Ich glaube an auch an die Nische. Als die Brüder Albrecht mit ihrem Discount-Konzept anfingen, haben die damaligen Kenner Branche sie ausgelacht. Erinnert Ihr Euch an die ersten Läden? Die waren der was Ausstattung und Warenpräsentation anging echt grottig. Wer kauft schon Dosenware von Holzpaletten herunter? Wie sich rausstellte, so ziemlich jeder.
    Ich glaube Verbraucher sind lernfähig. Ich bin mir sicher, dass man auch mit Verbrauchern in Breite und Tiefe über die schwierigen Aspekt der Landwirtschaft reden kann. Dafür muss man sich u.U. durch einen Sumpf von Halbwissen und Emotionsmüll kämpfen, aber am Ende erreicht man dann nicht nur einen Verbraucher, sondern seinen Kunden.
    Ich glaube auch, dass man Verbündete im Tier- und Naturschutz (Ich unterscheide diese Fraktion sehr von den Tierrechtlern) finden kann. Vllt. will man ja das Selbe und muss sich nur noch ein bisschen über den Weg dorthin streiten.
    Ich glaube, dass diese Krise viel älter ist, als wir alle denken, und dass weltweit schon an neuen Strategien, Betriebs-und Vertriebskonzepte, gearbeitet wird. Gerade auch was die Input-Seite bei den Betrieben angeht.
    Mich stimmt hoffnungsvoll, dass es eben nicht die Politiker und Wirtschaftsbosse sind, die in diesen Bereichen federführend sind, sondern Landwirte. Grade Landwirte, die kurz vor dem Ruin standen, und viele von denen sind jetzt mit ihrem Konzept erfolgreich. Die Probleme, mit denen die zu kämpfen haben und hatten, sind sehen für mich so ähnlich aus, wie dass was hier benannt wird. Schwindelerregende Bodenpreise, Marken- und Ketten, die mit Knebelverträgen, immer neuen Forderungen und immer weniger Geld ihren “Partnern” die Luft abdrücken, fehlgeleitete Konsumenten, Verarmung der Struktur im lebensmittelverarbeitenden Handwerk bis hin zu Hygienevorschriften, die kleine und mittelständische Betriebe kriminalisieren und für große Fabriken den roten Teppich ausrollen.
    Was ich nicht glaube ist, dass es den Stein der Weisen gibt. Es gibt nicht eine Lösung, sondern viele individuelle Lösungen.
    Egal welche dieser Lösungen am Massentauglichsten sein wird, wird Herr Caparros im nachhinein gerne behaupten, diese mit-initiiert zu haben.

  3. Hartmut Keller sagt

    Da wird keine Antwort kommen. Der LEH wird keine Rücksicht auf die Erzeuger nehmen. Es wird so viel als möglich abgeschöpft. Bis auf einige Lockangebote werden die Ladenpreise nicht gesenkt. Die gierige Strategie wird sich deutlich zeigen, wenn die Erzeugerpreise irgendwann mal hoffentlich steigen. Dann werden die Verkaufspreise in den Läden kräftig steigen, mit dem Hinweis auf gestiegene Rohstoffpreise. So kennen wir es doch schon bei Brötchen und Pommes.

  4. Inga sagt

    Nachhaltigkeitsforderungen des Lebensmitteleinzelhandels

    Diese Nachaltigkeitsforderungen müsten an den Staat gestellt werden, denn
    was ist unserem Staat diese gesunden Naturprodukte wert?

    Diese kann man nicht mir Legoklötzchen vergleichen.
    Da geht es um Nachfrage regelt den Preis, aber bei
    Naturprodukten???
    Mit denen muß man doch nachhaltig umgehen!?!
    Die sind Gold wert, oder?
    Darf nicht verramscht werden.
    Verramschen ist Respektlosigkeit vor der Natur!

    Oder wird Milch wirklich in der Colafrabrik hergestellt?

  5. Es ist wie mit allem, es gibt keinen Zusammenhalt. Das Pack da oben ist sich ganz nah, Ihr aber laßt Euch auseinanderdividieren. Ihr knickt ein. Und noch was: Mein Bauer verlangt für einen L Milch 1,30 bisserl viel oder? Soll ich ihm aus Prinzip die Treue halten? Und die Milch ist tot. Da kann ich sie gleich für paar Cent im Supermarkt kaufen. Es iste wie mit den Lebensmittelläden in den 80ern. Sie waren zu gierig. Die Supermärkte haben sie überboten. Sie haben sich als kleine Könige hinter ihren Thresen aufgespielt.

    • Inga sagt

      Warum ist die Milch vom Bauern tot?

      hat er sie pasteurisiert?

      Aber der Fettgehalt stimmt, oder?

      • Die Milch ist tot, weil pasteurisiert. Ich kaufe da noch Käse, Joghurt, Butter und Quark, um ihn am Leben zu halten, aber beim Milchpreis und der Qualität ist er einfach unverschämt. Früher hatte er Vorzugsmilch, die war natürlich. Bequemer, weil haltbar ist natürlich die totgekochte weiße Brühe namens Milch. Aber meine Mitmenschen hier sind ja wohl auch alle gaga, wenn ich mir so durchlese, was der Bauer anbietet und was wohl auch gekauft wird. Molke mit Himbeergeschmack. Als ob man sich nicht alles selber mixen könnte. das gilt auch für Joghurt und Kräuterquark. Die schuften wohl lieber 8 Stunden am Tag, zahlen ihre Steuern dem Staat, der diese nach Gutsherrenart an fremde Leute verteilt, hat keine Zeit zum Essenmachen und braucht alles fertig. In welchem Irrsinn leben wir?

        • Inga sagt

          Ja, kW,

          dieser “Irrsinn” ist unsere Volkswitschaft. Eben Aufgabenteilung.
          Nicht jeder Familie kann siech ien Kuh in die Garage stellen u. einen Garten haben und alles von vorne bis hinten selber machen.
          Also wird rationalisiert.
          Die Leute die 8 Stunden am Tag etwas anderes arbeiten, sind froh, wenn sie fertigen Kräuterquark kaufen können.
          Dein Bauer muß genauso geschäftstüchtig sein, wie ein anderer Betrieb. Denn keiner gibt ihm Loherhöhung, wie es die anderen bekommen, die ihre Brötchen wo anders verdienen.
          Dein Bauer macht auch quark udn Käse und Früchte im Garten, also bietet er auch Buttermilch oder Moke mit Himbeergeschmack an.

          Mein Nachbar ist auch selbstvermarkter und bietet seine selbst geerntetn Früchte in der Großstadt an.
          Die Städter verlagnten dohc auch Spargel udn Apfelsinen von ihm.
          Mit Spargel kann er einfach lösen, er erhält Spargel in der Spargelzeit von einem Kollegen aus einem Spargelgebiet und er leifert dem Bauern im Spargelgebiet dafür selbstangebaute Erdbeeren.

          Aber Apfelsinen mußte er wohl von dem Obsthändler in sein Sortiment nehmen.

          So wird es von den Verbrauchern beeinflusst!

          Und sein pateurisierte Milch ist bestimtm noch besser wie die pateurisierte und entrahmte aus dem Supermarkt.

          Vieleicht gibt es auch verschiedene Arten von der Haltbarmachung der Milch!?!

          Weihenstephan bietet 2 verschieden Haltbarmachungsarten an, wenn ich mich nicht irre!

          • @ Inga, ich habe absolut nichts gegen Aufgabenteilung, aber nun werden Arbeitsplätze subventioniert, die kein Mensch braucht und ideologiebehaftet sind. Professorenstellen für Gender, irgendwelche Beauftragte, irgenwelche Laberknilche. Früher dachte ich, wer studiert hat, hat Wissen. Im Moment achte die Leute am meisten, die etwas produzieren, darum bin ich auf dieser Seite. Dieser Staat gibt Geld an völlig fremde Leute, die Renten für die eigenen nehmen kontinuierlich ab. KIch verstehe dieses volksfeindliche System nicht mehr. Noch weniger als die DDR.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “Die schuften wohl lieber 8 Stunden am Tag, zahlen ihre Steuern dem Staat, der diese nach Gutsherrenart an fremde Leute verteilt, hat keine Zeit zum Essenmachen und braucht alles fertig.”

          @KW
          Auch nach 8 Stunden Arbeit + Fahrt nach Hause lässt sich noch ein Essen zubereiten, wenn man das will.

        • Jochen Böhrer sagt

          zum Einen ist pasteurisierte Milch nicht TOT. Und zum anderen sollten Sie sich mal fragen, wieso er von der Vorzugsmilch auf die pasteurisierte umgestiegen ist. Vermutlich, weil ihm der Ansturm und die hohe Nachfrage unheimlich wurden.. oder?

    • Andreas Schmid sagt

      Willst Du billige Milch, gehst Du zu Aldi. Da ist die Milch und der Bauer tot. Willst Du gute frische Milch, gehst Du zum Bauern. Da bleibt der Bauer vielleicht(wenn es viele so machen) am Leben.

    • bauerhans sagt

      “Es iste wie mit den Lebensmittelläden in den 80ern. Sie waren zu gierig. Die Supermärkte haben sie überboten.”

      die lebensmittelläden konnten die preise der supermärkte nicht anbieten,weil sie die mengen nicht abnehmen konnten,hatte nix mit gier zu tun!
      ich weiss noch genau,als der letzte laden hier dicht machte und die inhaberin meinte: zum einkaufen in den supermarkt,aber wenn was vergessen wurde,kommen sie zu mir,nur davon kann ich nicht leben.

  6. Friedrich sagt

    Hier stehen über 200.000 ldw. Betriebe gegen weniger als zehn Supermärkte. Die haben
    doch eine absolute Monopolstellung. Markt kann es doch hier garnicht mehr geben. Hier
    gibt es nur noch das Preisdiktat ! Warum hat das Kartellamt hier nicht reagiert ! Die großen
    Supermarktketten müßten geviertelt werden, damit wieder der Markt sich entwickeln kann.
    Was hat man mit der Marktkonzentration erreicht. Alle kleinen Läden im Lebensmittelbereich und Fleischverkauf haben den Laden dicht gemacht. Selber schlachten
    findet auf Grund der Hygienebestimmungen auch nicht mehr statt. Also nur noch Einheitsware aus dem Supermarkt. Wenn ein Lebensmittelskandal läuft , kauft die werte
    Kundschaft beim Schlachterladen nebenan. Wie sollen wir auch von der Politik unterstützt werden , wenn der werte Wirtschaftsminister Gabriel für die Fusion Edeka-
    Tengelmann eine Ministererlaubnis gibt und damit der Marktkonzentration Tür und Tor
    öffnet.Auf der anderen Seite wird immer dem ldw. Familienbetrieb als Leitbild das Wort
    geredet. Alles Heuchelei und verlogen. Die Politik muß sich ändern , sonst werden die
    etablierten Parteien weiter immer mehr Stimmen verlieren und die Protestparteien
    gewinnen.

    • In der Politik und den Medien sitzen kranke Leute. Die dünken sich modern und fortscrittlich und machen fortschrittlich alles Gute kaputt. Ich kaufe absichtlich nichts bei Kettten. Heute Abend gibt es Leberkäs vom Schlachter, dazu Brennesseln. Die Leute wissen gar nichts mehr über die Natur und was man essen kann. Der abhängige Konsumtrottel ist allen lieber als ein selbständiger Deutscher.

  7. fred huber sagt

    eigentlich kann man rewe nur vorwerfen das sie die gesunkenen einkaufspreise nicht an die kunden weitergegeben haben. für den billigen rohstoff können die ja nichts. somit hat der LEH wohl eher seine marge auf dem rücken der kunden erhöht….

      • fred huber sagt

        das ist mein voller ernst! 🙂
        wenn wir den LEH in die komfortable lage bringen, dass unsere molkereien sich gegenseitig unterbieten müssen um ihr zeug überhaupt loszuwerden ist das eben so. das kann einem gefallen oder auch nicht.

        RICHTIG ironisch wäre natürlich folgendes szenario:

        ein marketing-fritz rät dem LEH die verkaufspreise nicht so weit zu senken wie möglich, damit dieser nicht als bauernausbeuter dasteht!

        • Alois Wohlfahrt sagt

          Der LEH wird sich den Schuh der “Bauernausbeuter” auch nicht anziehen lassen. Das Mengenproblem ist gar nicht mit immer noch niedrigeren Verkaufspreisen zu lösen. Die Menschen werden nicht einfach nur noch Milch trinken, weil sie so billig ist. Bleibt aber die Menge so hoch oder steigt sie sogar noch, dann fällt der (Lebensmittel)-Rohstoffpreis immer weiter. Aber wer will das schon hören. Dazu ein Zitat:

          „Wenn ich die Weststrecke Wien/ Salzburg fahre und die schönen Bauernhöfe sehe, denke ich mir, könnten diese Bauern nicht etwas Gescheiteres machen als Überschüsse zu produzieren?“
          Bruno Kreisky 1977, ehmaliger österreichischer Bundeskanzler

          http://sofies-verkehrte-welt.de/das-drama-des-begabten-milchproduzenten3/

          • fred huber sagt

            hallo alois!
            danke für den link. wobei mir der gesamte text ein bisschen zu sehr in richtung gross – klein – diskussion geht…

            was uns unsere fachpresse rät, wie wie wir diese krise überstehen sollen sieht man hier:

            http://www.elite-magazin.de/news/Milchleistung-bleibt-wichtigste-Kennziffer-2926852.html

            “1 Auslastung der Stallkapazitäten
            2. eine hohe verkaufte Milchmenge je Kuh
            3. sehr gute Grundfutterqualitäten
            4. einen effektiven Kraftfuttereinsatz (Leistungsgruppen!)
            5 . niedrige Personalkosten durch eine hohe Arbeitsproduktivität
            6. Selektion unwirtschaftlicher Kühe (Selektionsgrenzen einhalten)”

            jegliche effizienzsteigerung die sich negativ auf die gesamtmilchmenge auswirken würde, scheint ein rotes tuch zu sein.

            ps.: von der verheerenden aussenwirkung ganz zu schweigen. aber dafür kann man dann ja wieder öffentlichkeitsarbeitsworkshops anbieten. 🙂

  8. Andreas Schmid sagt

    Das mit den grünen Produkten ist das unrealistische Geschwafel der ……schutzorganisationen. Wenn er sich nicht an das hält, machen die ihm den Laden dicht(die finden irgend etwas, das nicht in Ordnung ist und kolportieren das über die Medien raus). Für uns Landwirte wüsste ich kein Druckmittel gegen Rewe oder die ….schützer. Aber klasse, Bauer Willi, vielleicht wird der Brief ja was! Nur nicht nachlassen!

  9. fred huber sagt

    also mir geht dieses gejammer mittlerweile auf den sack! um es mal höflich zu sagen. willi, du schreibst ganz richtig das wir ein überangebot haben, und der LEH das ausnutzt.

    dann schreibst du: “Ja, das kann ich verstehen, ich bin Unternehmer und handele genauso. Mit einem Unterschied: Ich habe dabei auch die Existenz meines Gegenübers im Blick. … ”

    wie hast du denn die existenz deines gegenübers im blick? zahlst du mehr für diesel oder saatgut wenn der preis am boden ist? erzähl mal!

    als man die milchbauern ohne einen plan B in die freie wirtschaft entlassen hat,waren die machtstrukturen in der wertschöpfungskette genauso wie sie momentan auch sind. deswegen ist das was jetzt passiert die logische konsequenz daraus.
    preiswirksame maßnamen sind weder vom verband noch von der politik gewollt, und wer sich almosen von der abnehmenden hand erhofft, macht sich nur lächerlich!
    willi, deiner ansicht nach kauft doch sowieso die große mehrheit der verbraucher über den preis ein.
    ein marketingkonzept “heimische landwirtschaft” wäre wieder nur eine kleine nische, die die mehrheit der landwirte nicht partizipieren lässt. sonst wäre es ja kein alleinstellungsmerkmal mehr…
    die folge: 30% höherer ladenpreis, 2-5% höhere wertschöpfung (gleicht die mehrausgaben für besondere auflagen aus) beim bauern.

    *kopfschüttel*

  10. Mirko sagt

    Super Willi!
    Schön ins Gewissen geschrieben.
    Ob diese Manager-Truppe jedoch sowas wie ein Gewissen hat oder nur davon spricht, bleibt abzuwarten.

  11. Was glauben Sie, können Sie umstellen auf eine Wirtschaft, die weniger Tierprodukte auf den Markt wirft? Wenn Rewe sagt, dass über den Bedarf produziert wird, kann das vielleicht daran liegen, dass heute mehr “vegan” etc nachgefragt wird?

    Das ist ne ernst gemeinte Frage, ich habe keine Zahlen, nur Ahnungen.

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