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Aktivstallfleisch unter der Marke Kalieber

Jetzt geht es los – Ab heute kann bestellt werden. Es wird ja soviel geredet und geschrieben über geizige Verbraucher, über die mächtigen Discounter und über jammernde Bauern. Aber es gibt auch Leute, die wirklich etwas TUN um etwas zu ändern: Hier haben sich 2 Frauen gefunden, die anpacken: Wir haben über Beide schon berichtet. Gabriele Mörixmann hat das innovative Konzept „Aktivstall für Schweine“ umgesetzt. https://www.bauerwilli.com/eine-schoene-sauerei/ Sarah Dhem verarbeitet und vermarktet die „Aktivschweine“ nun unter Ihrer Marke Kalieber. https://www.bauerwilli.com/lieber-mettenden-statt-als-mett-…/ „Es geschieht nichts Gutes – außer man tut es“ Also Leute, hier geht’s zum direkten Bestell-Link http://www.kalieber.de/aktivstall-fuer-schweine Das Thema Regionalität hat viel Perspektive. Ihr dürft gespannt sein, was da noch alles kommt. 😉 Auch von uns.

Nitrat und Protein – natürlich

Aus Stickstoff (Nitrat) bilden die Pflanzen Eiweiß (Protein). Das machen die Pflanzen so seit Millionen von Jahren. Es ist eine Binsenweisheit für alle, die was von Pflanzenbau verstehen.  Hat der Weizen viel Stickstoff, bildet er viel Eiweiß, um den Keimling (Embryo) im Korn optimal zu ernähren und so für die erfolgreiche Fortpflanzung zu sorgen. Denn dafür wird das Korn ja eigentlich gebildet… In Dänemark hat man vor Jahren mit massiven staatlichen Eingriffen die Stickstoff-Düngung reglementiert und so die erlaubten Mengen immer weiter zurückgefahren. Die Folgen sind in der obigen Abbildung zu sehen: der Proteingehalt ist in Dänemark mittlerweile auf unter 9% gefallen. Die Ausschläge sind übrigens durch die unterschiedliche Witterung je nach Jahr begründet. Der Trend ist jedoch eindeutig: Wenig Stickstoff = wenig Protein. Dänischer Weizen ist als Brotweizen nicht mehr zu vermarkten, weil er kein backfähiges Mehl ergibt. Ich kann dies auch aus eigener Erfahrung berichten: wir haben mal auf einer Brachfläche (also ohne Düngung) das Ausfallgetreide geerntet: Der Proteingehalt betrug 8,5% und konnte nur noch als Futterweizen mit entsprechendem Preisabschlag vermarktet werden. Ein Blick über die Grenze macht die Unterschiede deutlich: …

Nitrat – natürlich

Über kaum einen Nährstoff wird so heftig diskutiert wie Nitrat. Besonders heftig dann, wenn es im Wasser vorkommt. Dazu ein paar Gedanken und Zahlen. Einige dieser Daten habe ich von der Seite des Landesamtes für Verbraucherschutz in Niedersachsen. Nitrat kommt im Boden natürlich vor. Pflanzen benötigen Nitrat zum Wachstum und nehmen es über das im Boden vorkommende Wasser auf. Ohne Nitrat gibt es kein Pflanzenwachstum. Es wird in der Pflanze gespeichert, wobei dies je nach Kultur, aber auch nach Jahreszeit unterschiedlich ist, weil die Pflanzen seit jeher ein unterschiedliches Aneignungs- und Speichervermögen haben. Nitrat ist für den menschlichen Körper relativ unbedenklich, kann aber durch Bakterien im Mundraum und Magen in Nitrit umgewandelt werden. Gleiches geschieht auch bei erneutem Aufwärmen von nitratreichen Lebensmitteln wie z.B. Spinat. Was kaum einer weiß: Nitrat hat positive Effekte auf den Blutdruck sowie den Blutzuckerspiegel. Für Produkte pflanzlichen Ursprungs hat die EU Nitrathöchstgehalte festgelegt. Dieser Wert beträgt für frischen Spinat 3.500 mg/kg, für Rucola je nach Jahreszeit 6.000 bis 7.000 mg/kg. In allen Proben, die das LAVES (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) …

Im Dialog: mit Johann Lafer

Ich habe Herrn Lafer bei einer Veranstaltung kennengelernt. Danach waren wir Willi und Johann. Lieber Johann, Du bist auf einem Bauernhof in der Steiermark groß geworden. Ihr habt doch auch sicher Hausschlachtungen gemacht? Was ist da vom Schwein übriggeblieben? Wie sah die Speisekarte bei euch damals aus? Das Ziel bei der Hausschlachtung war es, das Tier komplett zu verarbeiten. So wurden die Därme gesäubert, diese wurden dann mit einer Mischung aus frischem Schlachtfleisch und Hirse gefüllt und dann in einer warmen Schlachtsuppe gegart und gegessen. Natürlich wurden auch leckere Bratwürste im Naturdarm hergestellt. Aus dem frischen Blut hat man den sogenannten Blutdommerl – eine Art Omelett – aus frischem Blut, Ei, Mehl , Speck und Kräutern zubereitet. Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen, man hat damals einfach versucht aus dem Schwein viele unterschiedliche Spezialitäten zu erzeugen, die dann auf mehrere Monate verteilt gegessen wurden. Es ist wirklich schade, dass heute häufig nur noch nach den edelsten Teilen des Schweins Ausschau gehalten wird.  Mit Geschick, Können und Kreativität lässt sich aus den meisten Teilen des Tieres …

Wir wollen so gerne gut sein…

Ein Gastbeitrag von Sabine. Irgendwie wahr… Dass wir alle in den Himmel wollen, aber mit unserem Handeln die Hölle zementieren, ist eine Erkenntnis, die schon älter als 2000 Jahre ist. Man könnte es auch so sehen: Wir leben z.Z. in einem Wirtschaftssystem, dass weder besonders ressourcen-, noch besonders menschenfreundlich ist. Die tatsächlichen Kosten sind vom Preis schon lange entkoppelt und spiegeln damit nicht den faktischen Wert einer Ware. So haben wir uns nicht nur jede Menge Umweltprobleme eingehandelt, sondern auch soziale und politische Konflikte. Philosophisch ist es wohl kaum begründbar, warum die Arbeitszeit und damit auch das Leben eines Arbeiters oder Angestellten sehr viel geringer ist, als der eines CEOs. Denn schließlich ist es Lebenszeit, die wir auf der Arbeit verbringen. Geht man in den internationalen Vergleich, geht die Schere noch mehr auseinander. Wir leben also alle von der Ungleichheit und von vielen kleinen und großen Ungerechtigkeiten. Das tun wir schon sehr lange und meist sehr erfolgreich, wenigstens hier im „Westen“ und jeder großer oder kleiner Crash in diesem System wurde bisher irgendwie überwunden, auch …

Frohe Pfingsten – auch vom Metzger

Ein überraschender Preisvergleich zwischen Handwerks-Metzger und Supermarkt. Eine Mail von einem guten Freund. Auch Alois und ich  wünschen euch allen ein Frohes Pfingstfest. Auch wenn es etwas kühl ausfallen sollte.. Lieber Bauer Willi, wir waren gerade in unserem schönen Nachbar-Örtchen  einkaufen. Wir haben hier im nächsten Umkreis noch drei Metzger, die ihre Tiere von Bauern aus der Nachbarschaft beziehen und einmal in der Woche schlachten. Alles wird selbst im eigenen Betrieb verarbeitet und direkt ohne Zwischenhandel verkauft. Und Wurst können die machen… Aaaahhh… Eine Offenbarung! Und zwei wunderbare kleine Bäcker gibt es auch noch.  Wir leben durch den Umzug (du weißt!)seit etwa einem Monat hier und sind grenzenlos begeistert, welche niederknienenswerte Qualität diese Handwerks-Betriebe liefern. Wir sind Koch- und Essfetischisten, und bezahlen auch gerne etwas mehr dafür. Heute wollte ich mal Preise vergleichen. War also erst beim Schlachter  und habe dort eingekauft, und anschließend beim Rewe-Supermarkt drei Straßen weiter, um Preise zu vergleichen. Die folgenden Preise sind Kilopreise, immer erst Schlachter, dann Rewe: Schweinenacken 5,90/7,90/ +34 %!! Bauchfleisch       3,99/7,49/ +88 %!!! Bratwurst grob  7,00/7,90/ +13 %! durchwachsener Speck …

Bio: Importe nach Deutschland

Die AMI hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau eine Statistik zusammengestellt, die auf der BioFach am 17.2.2012 vorgestellt wurde. Diese Statistik weist aus, welche Bio-Produkte in welcher Menge in Deutschland hergestellt wurden und welche Mengen in 2010 aus welchen Ländern importiert wurden. Neuere Zahlen sind mir nicht bekannt. Eine recht gute Selbstversorgung ist bei Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel festzustellen. Bei Mais beträgt der Importanteil 42%, wobei die Hauptlieferanten Rumänien, Italien, Slowakei und Ungarn sind. 76% aller Bio-Ölsaaten werden importiert, wobei Soja mit 93% den höchsten Anteil einnimmt. Hier sind die Lieferanten Argentinien und Brasilien. Leinsaat (95%) kommt aus Kanada, Argentinien, China und Russland. Bei Sesam (100%, aber einer sehr kleinen Menge) sind die Lieferanten Ägypten und Uganda. Auch bei Obst und Gemüse wird ein sehr hoher Anteil importiert. Neben den Niederlanden, Dänemark, Österreich, Spanien und Italien werden als Lieferanten auch Israel, Argentinien, Bulgarien und Neuseeland genannt. Dass Bananen zu 100% importiert werden (immerhin 72.000 to und damit die höchste Importmenge aller Kulturen) und aus Kolumbien, Ecuador und der Dominikanischen Republik stammen, verwundert …

Bio: Umfrage und Kaufverhalten

Wenn ich mich mit Freunden und Bekannten über das Thema Ernährung und Landwirtschaft unterhalte, bekomme ich eigentlich immer zur Antwort, dass „sie ja auch sehr bewusst und bevorzugt Bio einkaufen“. Es fällt mir nicht immer leicht, das auch zu glauben und so habe ich mich mal auf die Suche gemacht, ob es dazu Informationsmaterial gibt. Und ich bin fündig geworden. Die Zahlen stammen zwar aus 2013, dafür sind aber sowohl die Umfragewerte des BMELV, die in der FAZ veröffentlicht wurde, als auch die Zahlen der tatsächlichen Marktanteile von diversen Bio-Produkten (Gesellschaft für Konsumforschung, GfK) aus dem gleichen Jahr! Neuere Daten habe ich nicht gefunden. Das Mittel über alle Bio-Lebensmittel macht an den Gesamtausgaben für Lebensmittel in 2013 laut GfK 3,9% aus. 2009 lag der Wert bei 3,1%.  Nochmal: es handelt sich nicht um die Menge, sondern um den prozentualen Anteil an den Ausgaben, also dem Wert. Was mir auffällt, ist, dass die Werte für die  Aussagen der Befragung (grüne Säulen) „kaufe ich immer in Bio-Qualität“ und dem tatsächlichen Marktanteil relativ gut passen. Setzt man dann aber die Säule für „kaufe ich häufig in …

Im Dialog: mit Herrn Ilchmann

In der Reihe „Im Dialog“ habe ich diesmal Kontakt zur AbL aufgenommen, über die ich nicht viel weiß. Wenn man nichts weiß, muss man fragen.  Herr Ilchmann hat mir Rede und Antwort gestanden. Herr Ilchmann, können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen. Welche Position haben Sie bei der AbL und was machen Sie privat? Bei der AbL Niedersachsen/Bremen bin ich Landesvorsitzender, 2014 wurde ich dann als stellvertretender Vorsitzender in den Bundesvorstand gewählt und habe dort Milch und Milchpolitik als Arbeitsschwerpunkt. Ich bin 54 Jahre alt und lebe und arbeite mit meiner Frau und zwei erwachsenen Söhnen  auf einem konventionellen Milchviehbetrieb in Rhauderfehn/Ostfriesland. Wir haben 60 Milchkühe auf 60 ha Landfläche, davon 25 ha Acker und 35 ha Grünland. Herr Ilchmann, ich bin kein Mitglied der AbL. Erklären Sie mir bitte, warum ich das werden sollte. Gerade Sie sollten AbL-Mitglied werden, denn Sie sind ein selbstständig und unabhängig denkender Bauer und engagieren sich für die Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Solche Leute gehören in die AbL! Für Sie hätte es den Vorteil, Mitglied einer Gemeinschaft zu …

Die Gutshofidylle im Kühlregal

Kennen Sie » Gut Ponholz « ? Klar, das ist der Bauernhof, von dem Netto seine Fleisch- und Wurstwaren bezieht. Bei Aldi Nord kommen die vom » Gut Drei Eichen « und vom » Güldenhof“. Penny kauft auf dem » Mühlenhof « ein und Tengelmann auf dem » Birkenhof «. Norma vertreibt Waren vom » Gut Langenhof « und » Gut Bartenhof «. Macht doch einen guten Eindruck, wenn auf der Packung wahlweise ein Gutshaus oder auch Fachwerkhaus zu sehen ist. Warum man in einer Mühle in Rügenwald Aufschnitt produziert, ist mir allerdings nicht ganz klar. Ich dachte immer, dass in einer Mühle Mehl gemahlen wird. Aber Rügenwalder Mehl – gibt’s das eigentlich ? Auf Nachfrage geben alle Supermärkte zu, dass die Höfe nicht existieren. Sie sind nur erfunden worden, um dem Konsumenten ein gutes Gefühl zu vermitteln, denn bodenständiges Landleben liegt voll im Trend, die Lust aufs Land ist in. Und das nutzen Hersteller wie Händler gleicher- maßen aus, schließlich ist es legal, seine Produkte unter einer angemeldeten Marke zu verkaufen, auch wenn es …