Alle Artikel in: Bauer Willi

Gestalten statt verweigern

Das ist die Kurzform eines Kommentares in der ZEIT, der sich mit dem „Nitrat-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofes befasst. Man kann trefflich über die fachlichen Aussagen streiten, aber mit der Überschrift hat er schon recht. Wenn wir seitens des Berufsstandes immer nur auf vermeintliche „Angriffe“ reagieren, die berühmten „schwarzen Schafe“ bemühen und keine eigenen Vorschläge machen, werden wir in der Gesellschaft immer mehr an Ansehen verlieren. https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-06/nitrat-urteil-eugh-grenzwerte-trinkwasser/komplettansicht Und wer sich für „Volkes Stimme“ interessiert, kann ja mal die über 200 Kommentare studieren.

Strukturwandel ist nicht nur ein Wort

Ein Gastbeitrag von Paul, der nachdenklich macht. Was wird eigentlich aus den Höfen? Wir hatten am vergangenen Wochenende unser traditionelles Nachbarfest in unserer Nachbarschaft. Unsere Nachbarschaft besteht aus sechzehn landwirtschaftlichen Hofstellen, die aber nicht mehr alle bewirtschaftet werden. Von den ehemals sechszehn Betrieben werden zurzeit noch drei landwirtschaftlich genutzt. Die restlichen dreizehn Betriebe wurden über die Jahre im Rahmen des Generationswechsels aufgegeben. Es handelte sich dabei teilweise um kleine Gemischtbetriebe mit 10-15 ha LF und einigen Kühen und Schweinen, teilweise aber auch um fürstliche oder kirchliche Höfe. Die Flächen dieser fürstlichen oder kirchlichen Höfe werden dann an andere Fürsten- oder Kirchenhöfe weitergegeben. Wenn es in anderen Bereichen der Wirtschaft Möglichkeiten gab, seine Brötchen zu verdienen, dann wurden sie, meist im Generationswechsel, genutzt. Die jüngere Generation in unserer Nachbarschaft hat sich ordentlich entwickelt. Wir haben darunter einen Geschäftsführer, verschiedene Industriemeister und Ingenieure. Ehrlich gesagt, stehen diese Leute häufig besser da, als die drei Landwirte, die noch ihre Betriebe bewirtschaften. Einer dieser drei Betriebe wird von einem Landwirt bewirtschaftet, der Anfang des Jahres seinen Flächenbestand soweit verringert …

Ernte-Impressionen…

Strahlend blauer Himmel, ein leichter Wind und pralle Körner. Das wünscht sich jeder Bauer. Deshalb hier einfach einmal ein paar Impressionen vom Acker… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Ohne jegliche Hintergedanken, einfach nur so…. Euer Bauer Willi  

Nicht verkaufen!

Wie in den letzten Tagen berichtet, hat die Wintergersten-Ernte im Rheinland begonnen und wird wahrscheinlich Mitte der Woche auch schon wieder beendet sein. Ich bin mit dem Ertrags-Ergebnis zufrieden, sogar sehr zufrieden. Aber wir hatten auch immer Regen zur rechten Zeit. In anderen Teilen Europas sieht es ganz anders aus. Ein stabiles Skandinavien-Hoch hat im Mai und Juni dafür gesorgt, dass rund um die Ostsee kaum Regen gefallen ist. Und derzeit sieht es auch nicht danach aus, dass sich das ändern würde. Entsprechend katastrophal präsentieren sich dort alle Kulturen. In Einzelfällen wird Getreide auch nicht mehr als Korn geerntet, sondern der Aufwuchs gehäckselt und die verbliebene organische Masse für Futter siliert oder in die Biogas-Anlage gefahren, weil der Mähdrusch zu teuer wäre. Zwar ist dies derzeit nur eine nord-europäische Erscheinung, aber so langsam scheinen sich diese Nachrichten auch auf die Börsen auszuwirken, denn die Verarbeiter bekommen dies ja auch mit und überlegen, wann sie ihren Rohstoff kaufen. Beim Weizen ist jedenfalls schon ein kleiner Preisanstieg festzustellen. https://www.kaack-terminhandel.de/de/matif-weizen.html Mit jedem Tag, den es jetzt heiß bleibt und …

Gerstenernte

Wir haben gestern, Samstag, mit der Ernte der Wintergerste begonnen. Zu den Erträgen kann ich noch nichts sagen, aber die Qualität ist schon mal recht ordentlich: Feuchte 13,3% Hektoliter-Gewicht 69,5 Protein 14,9 % Gerade das Hektoliter-Gewicht deutet aber auf einen guten Ertrag hin. https://www.proplanta.de/Agrar-Lexikon/Spezifisches+Gewicht+Getreide+-+Hektolitergewicht_ll1284209088.html 9 t pro Hektar sollten da drin sein.  Sobald die Gerste geerntet ist, was wohl in unserer Region Rheinland Mitte der Woche der Fall sein sollte, wird der Raps bald folgen. Beim Weizen geht es jetzt aufgrund der Hitze und Trockenheit auch mit Riesenschritten auf die Ernte zu. Demnächst mehr. Wie sieht es bei euch aus? Schreibt es in die Kommentare (bitte mit den ersten Ziffern der Postleitzahl) Nachtrag von Sonntag 13 Uhr: Ernteergebnis von zwei Parzellen: knapp über 10 t/ha. Uns bisher bestes Ergebnis bei Wintergerste. Der Mähdrescher fährt gerade wieder vom Hof. Heute Abend ist die Gerstenernte beendet. Wir sind sehr dankbar. Euer Bauer Willi    

Gleich hinter der Grenze: Kühe in Belgien

Ich war zu einem Vortrag in Belgien. Gleich hinter dem Grenzübergang biegt man nach Eynatten/Raeren ab. Eingeladen hatte das Regionalparlament, gemeinsam mit dem Bauernbund und den Ländlichen Gilden. Die arbeiten hier sehr gut zusammen. Was auffällt, wenn man nach Ostbelgien kommt, ist die Tatsache, dass fast alle Kühe auf der Weide laufen. Dazwischen viele Hecken, also gerade so, wie sich das der Bürger vorstellt. Ich habe Marc Schröder vom Bauernbund über die Landwirtschaft in Ostbelgien befragt. Dort läuft manches anders als in Deutschland. Aber das Problem des Strukturwandels gibt es auch hier. Aber seht selbst: Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Gerade eingetroffen…

ist die „Wiesbadener Erklärung“, der Beschluss der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauerntages. Hier die Kernforderungen zum EU-Finanzrahmen und zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020. https://media.repro-mayr.de/79/715879.pdf Ihr dürft gerne kommentieren. Ich habe auch eine Meinung, aber lasse euch den Vortritt. Euer Bauer Willi    

Grenzen des Wachstums

Die Natur will Vielfalt. Dieser einfache Satz, den ich zuerst von Michael Horsch gehört habe, verfolgt mich jetzt immer mehr. Wir Bauern haben dieses Gesetz in den letzten Jahrhunderten immer wieder gebrochen. Und tun es immer noch. Was ich jetzt schreibe, wird vielen Bauern nicht gefallen. Und ganz ehrlich: mir gefällt es auch nicht. Aber wahrscheinlich werden wir an dieser schmerzlichen Erkenntnis nicht vorbeikommen. Grenzüberschreitung Ackerbau Unsere Ackerbaubetriebe sind immer größer und spezialisierter geworden und der Trend geht weiter. Und dies mit noch größerer Geschwindigkeit als in den letzten Jahrzehnten. Fruchtfolgen werden immer weniger nach ackerbaulichen Gesichtspunkten gestaltet als vielmehr nach ökonomischen. Das ist kein Vorwurf, keine Kritik sondern vielmehr eine Folge unseres Wirtschaftssystems. Wir produzieren was Geld bringt. So wie andere Branchen auch. Das hat gerade in intensiven Ackerbauregionen zu sehr kurzen Fruchtwechseln geführt. Raps-Weizen-Weizen in Schleswig-Holstein oder East Anglia, mehrmals hintereinander Mais auf Mais in Ländern Osteuropas sind die Extreme. Oder Soja-Mais-Soja-Mais in den USA, wo zudem die Unkrautbekämpfung oft ausschließlich mit Glyphosat in gentechnisch veränderten Sorten erfolgt. Das Imperium schlägt zurück Gemeint …

Neue grüne Ehrlichkeit…

Es ist ja ein beliebter Sport unter Bauern, ständig über die „Grünen“ zu schimpfen. Und auch eine Reihe von Agrarjournalisten machen das gerne. Der Grund dürfte naheliegend sein: Dem Leser zu gefallen. Von daher wird wohl auch selten darüber berichtet, dass es selbstkritische Stimmen innerhalb dieser Partei gibt, die der Wissenschaft mehr Platz einräumt. https://www.gruene.de/ueber-uns/2018/impulse-debattenbeitraege-zum-grundsatzprogramm/vom-schwierigen-verhaeltnis-zwischen-gruen-und-wissenschaft.html Dies trifft auch für den Artikel bei Spiegel Online zu, in dem sich Theresia Bauer, grüne Ministerin in Baden-Württemberg, für einen anderen Umgang mit neuen Züchtungsmethoden, insbesondere CRISPR-Cas, stark macht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/die-gruenen-und-die-chancen-der-gentechnik-gastbeitrag-theresia-bauer-a-1214385.html Es wäre erfreulich, wenn diese Stimmen Oberhand gewinnen würden. Und für die Agrarbranche wäre es erfreulich, mal für einen Moment innezuhalten und das Grünen-Bashing zu überdenken. Nur mal so, als Tipp. Ist ja gerade Bauerntag… Wie hieß noch mal ein Song während einer Fußballweltmeisterschaft 2006? „Zeit das sich was dreht“. Gilt für beide Seiten. Euer Bauer Willi Wer sich jetzt nicht regt, wird ewig warten Es gibt keine Wahl und kein zweites Mal Die Zeit bereit, nicht zu vertagen Du fühlst, du träumst Du fühlst, du glaubst, du fliegst Du fliegst …