Alle Artikel in: Bauer Willi

Einer der meistverkauften Wirkstoffe…

Stellen Sie sich vor, Sie hören von einem Wirkstoff, der weltweit in riesigen Mengen verkauft wird. Der zudem noch sehr billig ist und schon lange auf dem Markt. Sie hören von einem Wirkstoff, der zu einer Gruppe gehört, die zu den 16 häufigsten Todesfällen in den USA führt. Der in der Schwangerschaft zu einer fruchtschädigenden Wirkung führen kann. Der für Netzhautveränderungen verantwortlich gemacht wird und die Wirksamkeit von Impfstoffen herabsetzen kann. Hohe Dosen des Wirkstoffes können zu einer lebensgefährlichen metabolischen Azidose (Übersäuerung) mit Atemlähmung und Bewusstlosigkeit führen. Außerdem kann das Innenohr geschädigt werden, was sich in einem Hörverlust oder Tinnitus äußert. Auch Nierenschädigungen sind beschrieben worden. Übelkeit, Erbrechen und Sodbrennen sind bekannte Nebenwirkungen. Sie hören von einem Wirkstoff, der erwiesenermaßen die Blutgerinnung herabsetzt, was aber akzeptiert wird, weil die Alternative 100mal teurer ist.  Rote Blutplättchen werden irreversibel geschädigt. (Werden aber vom Körper wieder neu gebildet) Ob der Wirkstoff Bauchspeicheldrüsenkrebs auslöst oder verhindert, ist nicht eindeutig geklärt. Die mittlere letale Dosis dieses Wirkstoffes bei Ratten (LD 50) liegt bei 200 mg/kg Körpergewicht. (zum Vergleich: Koffein 192 mg/kg Körpergewicht). Er kann im Urin …

Disteln, Brennesseln… und Schmetterlinge…

Für einen Bauern gehören Disteln und Brennesseln nicht gerade zu den wichtigen Pflanzen. Eher im Gegenteil, er will sie auf seinem Acker am liebsten nicht sehen.  Neben unserem Acker ist jetzt eine Fläche, die seit rund einem Jahr nicht mehr bewirtschaftet und folglich nicht mehr „gepflegt“ wird. So würde es jedenfalls jeder Bürger bezeichnen, weil die Fläche „verwildert“. Jetzt haben sich dort Ackerkratzdisteln etabliert, die mittlerweile mannshoch sind (oder sollte ich doch korrekter  „manns/fraushoch“ sagen?) In diesem Distelfeld habe ich jetzt unglaublich viele Schmetterlinge entdeckt, die die Blüten besuchen. Und nicht nur Schmetterlinge, sondern auch viele verschiedene Wildbienen und Hummeln. An einer anderen Stelle, diesmal auf unserem Gelände neben dem Hof sind mir Brennesseln aufgefallen, auf denen Hunderte von Raupen die Brennessel-Blätter abfressen. Und aus Raupen werden ja bekanntlich auch wieder Schmetterlinge. Solche Wildflächen sind also für Insekten ein wertvolles Biotop und darum lasse ich die Pflanzen stehen. Vielleicht lasst ihr in eurem Garten auch eine „dreckige Ecke“ als Refugium für die Insekten stehen…? Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt …

Tierhaltung: Wissen, Emotionen, Strategien

Mirjam Lechner war bei mir auf dem Hof. Mirjam ist eine absolute Expertin für die Schweineproduktion und sowohl als Erzeugerberaterin wie auch als Fach-Referentin deutschlandweit sehr gefragt. Sie kennt nicht nur die landwirtschaftliche Praxis ausgezeichnet, sondern darüber hinaus auch die Besonderheiten und Schwierigkeiten der Vermarktung. Hier mal ein paar Sätze von Mirjam: „Wenn Vertrauen geht, kommt Papier!“ „Tierschutz als Bezahlfaktor haben wir noch nicht“ und „Tierschutz gibt es nicht im Sonderangebot“ „Die Leistungssteigerung ist an ihre Grenzen gekommen“ „Wir brauchen eine neue Ehrlichkeit, über Probleme auch reden zu dürfen“ „Viele Landwirte wollen gerne anders produzieren und warten auf den Markt dazu“ Das Interview dauert zwar 25 Minuten, ist aber spannend bis zum Ende. Unbedingt sehen müssen es Landwirte, Tierärzte, Professoren und wirkliche Tierschützer. Und Konsumenten sowieso. Es ist für jeden etwas dabei. Wer direkten Kontakt aufnehmen will, hier die Homepage: https://www.stallaktiv.de/ Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service …

Neues Label…

Achtung: Satire ! Habe mir ein neues Label ausgedacht, mit dem viele Verbraucherwünsche erfüllt werden. Jetzt fehlt mir nur noch das Produkt, auf das man das Label draufkleben könnte. Habt ihr eine Idee?   Bauer Willi

Alternative Behandlungsmethoden bei Schweinen

Das ist das Thema der Masterarbeit von Philip. Dazu macht er eine Umfrage unter allen Schweinehaltern, egal ob Ferkelerzeuger oder Mäster. Hier der Link, der noch bis Ende Juli gültig ist. https://umfrage.itz.uni-halle.de/limesurvey/index.php/867286/lang-de Ich habe mal einen Probelauf gemacht. Die Fragen sind sehr klar und schnell zu beantworten. Mehr als 3 Minuten solltet ihr dazu nicht benötigen. Also nicht auf die lange Bank schieben und gleich mitmachen. Im Auftrag 🙂 Bauer Willi  

Die digitale Beziehung…

Das Forum Moderne Landwirtschaft hatte zusammen mit der Andreas-Hermes-Akademie diesmal zu einem Design-Thinking-Workshop nach Hamburg eingeladen. Thema: „Landwirte und Verbraucher – wie gestalten wir zukünftig unsere Beziehung?“ Nicht nur das Thema war spannend, sondern auch die Form des Workshops, der paritätisch mit Landwirten und Verbrauchern besetzt war. Spannend deshalb, weil zum einen die diversen Schritte des Workshops eng getaktet waren (was wirklich eine hohe Konzentration erforderte) zum anderen, weil für mich als Ackerbauer, der ja selten mit dem Endkunden in Verbindung kommt, die Denkweise und die Erwartungen an mich thematisiert wurden. Wann sagt mir den schon mal ein Konsument direkt in´s Gesicht, was er von mir erwartet? Das mag im Hofladen anders sein, aber den habe ich nun mal nicht. Aus meiner Sicht, und nur die kann ich hier wiedergeben, war das beherrschende Thema: Wo kommen die Lebensmittel her und wie transparent ist die Herstellung? Dahinter verbirgt sich – nach meiner Ansicht – der Begriff des Vertrauens. Kann sich der Verbraucher, wenn er in den Laden geht und Lebensmittel einkauft, darauf verlassen, dass der Landwirt vernünftig …

Anruf von RTL

Außer der Reihe heute ein zweiter Blog-Artikel. Alois hat mir die Telefonnummer einer Redakteurin von RTL weitergeleitet. Sie suchen für morgen (Donnerstag) einen Bauern, der sich über die Folgen der Nitratklage der EU gegenüber Deutschland äußert, die morgen eintreffen soll.  Nachdem ich ihr das alles am Telefon erzählt habe, wollte Sie wissen, ob ich vor der Kamera sagen könnte, was es für mich bedeutet, wenn das Nitrat verboten wird. Für alle die, die es nicht kapieren, warum mich das erschüttert: Nitrat findet sich so ziemlich in jedem Lebewesen, im Mensch genau so wie im Tier und natürlich auch in Pflanzen. Wenn ihr aus dem Fenster schaut und etwas Grünes seht: Da ist auch Nitrat drin. Mir ist aber eines klar geworden: Unsere Mitbürger, und dazu gehören auch Journalisten, sind unendlich weit weg von ihren/unseren Lebensmitteln. Das ist erst einmal nicht schlimm. Aber wir können es ihnen erzählen. Fangen wir an… Bauer Willi

Es geht auch ohne Bauern

  Wir bekommen immer wieder Ratschläge von Menschen, offensichtlich der Meinung sind, sie wüssten, wie wir Landwirte es richtig machen sollten. Meist von Menschen, die mit praktischer Landwirtschaft nichts am Hut haben. Diese Ratschläge bekommen wir auch laufend von Redakteuren, Politikern und Vertretern spezieller Organisationen.  Wir werden ständig in Talk-Runden von sogenannten „Experten“  so dargestellt, als wären wir unfähig, mit unserem Boden, den Pflanzen und unseren Tieren anständig umzugehen. War unsere mehrjährige Ausbildung also überflüssig? Reicht es heute schon eine Ahnung von Dingen zu haben, die man nicht gelernt hat? Reicht es, Galileo und Quarks & Co zu sehen, um mitreden zu können? Da habe ich mir gesagt: Macht es doch selbst! Und habe folgende Anzeige aufgesetzt:

Der globale Tisch

Ein Gastartikel der „Obstbäuerin“, einer unserer Kommentatorinnen, zum globalen Fleischkonsum mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien. 2010 habe ich einen Vortrag erarbeitet, in dem es einerseits um den weltweiten pro Kopf Ausstoß von CO2 und andererseits um den Fleischkonsum aller Erdenbürger ging. Da die Zahlen nicht mehr der Realität entsprechen, habe ich sie auf den neuesten Stand (2015) gebracht. Dabei musste ich feststellen, dass sehr unterschiedliche Zahlen in den Statistiken auftauchen und deshalb kann es sein, dass Abweichungen auftreten. Im Großen und Ganzen dürften sie aber stimmen. Insgesamt sitzen 2018 rund 75 Erdenbürger – je 1 steht für 100 Millionen Menschen – am Tisch. Die Verteilung ist sehr anschaulich in der Grafik oben zu sehen. 2015 wurden 321 Milliarden kg Fleisch weltweit gegessen. Das ist die Ausgangssituation. Im Folgenden spiele ich verschiedene Varianten durch, wie der Fleischverbrauch sich entwickeln könnte und welche Auswirkungen das hat. Was passiert, wenn alle Menschen die gleiche Menge Fleisch essen wie wir Europäer? In Asien würde jeder 44 kg mehr essen, in Afrika jeder 56. Sinke müsste der Verbrauch in Nordamerika (-44), Australien (-44) und …

Stress in der Landwirtschaft

Folgende Nachricht erreichte uns bei Facebook: Hallo Bauer Willi, Ich verfolge regelmäßig Ihre Nachrichten. Ich finde es super, das Sie vor allem zu kritischen Themen Stellung beziehen. Genau solche Köpfe braucht gerade in der heutigen Zeit unsere Landwirtschaft. Ich bin Landwirt aus dem Allgäu und studiere Landwirtschaft an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit befasse ich mich mit dem Thema Stress in der Landwirtschaft. Peter Damit möchte ich herausfinden, welche Faktoren Landwirte stresst. Somit kann abgeleitet werden, welche Tätigkeiten oder Auflagen Landwirte vor große Herausforderungen stellt. Bisher haben schon ganz viele Landwirte teilgenommen. Ich weiß, das Sie bestimmt sehr beschäftigt sind. Aber wenn Sie an der Umfrage teilnehmen würde mich das ganz besonders freuen. Zudem wäre es super wenn Sie mich unterstützen und meinen Link posten. Das machen wir gerne. Hier der Link: https://ww2.unipark.de/uc/bandr_HOCHSCHULE_WEIHENSTEPHAN-T/954a/ Die Umfrage geht wirklich schnell. Die Fragen sind in drei bis vier Minuten beantwortet.