Alle Artikel in: Bauer Willi

Herr Plöger, ich hab da mal ein paar Fragen

Weil seit Tagen eine Gewitterfront nach der anderen über das Rheinland zieht, (gestern Abend erst wieder 43 mm in 60 Minuten) habe ich mir überlegt, mal jemanden zu fragen, der sich mit dem Wetter auskennt: Sven Plöger, der wie ich auf einer Veranstaltung als Redner eingeladen war. Ich wollte auch wissen, ob eine andere Wetterbeobachtung stimmt. und zwar, das in den letzten Jahren immer häufiger das Wetter aus Osten kommt statt der bisher „üblichen“ Westwind-Drift. Hier die Fragen und Antworten: > 1. Wir haben seit vielen Tagen im Süden und Westen eine brisante Gewitterlage, im Osten regnet es dagegen kaum oder überhaupt nicht. Warum ist das so? Sven Plöger: Wir haben eine sogenannte Blocking-Lage. Das Hoch über dem Süden Skandinaviens bewegt sich ebensowenig weiter, wie das Tief über Frankreich und der Biskaya. So hat der Nordosten Deutschlands wiederkehrend mit Hitze und Dürre zu tun und der Südwesten mit Gewittern, Hagel und Starkregen. Extrem unterschiedliches Wetter steht sich also auf engem Raum quasi bewegungslos gegenüber. > 2. Lässt sich aus den hohen Temperaturen im Mai eine seriöse Prognose für das Sommerwetter machen. …

Verteufeln und verteidigen…

…oder warum weder das eine noch das andere zielführend ist. Bernhard Barkmann erläutert, wie unterschiedlich die Situation in den Betrieben ist und warum eine Neuausrichtung der GAP sich so schwierig gestaltet. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Wonnemonat Mai – eher nicht

Während unsere Mitbürger sich über den täglichen Wetterbericht „Weiterhin sonnig und warm“ freuen, weil schon Anfang Juni das Strandbad geöffnet hat und gut besucht ist, stellt sich die Situation für einige Landwirte vollkommen anders dar: In vielen Teilen Deutschlands, vor allem im Osten und Norden, aber stellenweise auch im Süden ist es seit Wochen viel zu trocken. Die alte Bauernweisheit „Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheun und Fass“ trifft daher in diesem Jahr voll zu, leider im umgekehrten Sinne. Bei der Wintergerste, die meist erst Anfang Juli geerntet werden sollte, ist schon von Notreife die Rede. Notreife bedeutet, dass das Getreide schon soweit vertrocknet ist, dass selbst jetzt einsetzender Regen nicht mehr helfen würde. Entsprechend klein sind die Körner oder die Ähre bleibt sogar ganz leer. Dann würde der Mähdrescher im wahrsten Sinne des Wortes „nur leeres Stroh dreschen“. https://www.presseportal.de/pm/6949/3963348 Wer sich für die konkreten Zahlen interessiert, findet hier auch eine regionale Aufteilung für Winterraps. Der Trend dürfte aber auch für Getreide gelten. https://www.presseportal.de/download/document/493574-2018-26rt-tabellenvierteernteschaetzungfinal.pdf Und es trifft nicht nur Deutschland, sondern auch die Ackerbauregionen in Dänemark, …

Bauern und Bürger zur Ackerbaustrategie

Die fünf Mitgliedsverbände des Zentralauschusses der deutschen Landwirtschaft, bestehend aus DBV, DLG, DRV, VLK und ZVG, haben ihre gemeinsame Zukunftsstrategie Ackerbau vorgestellt. https://media.repro-mayr.de/16/714816.pdf Ich habe sie mir durchgelesen und mit möglichen Antworten aus Sicht der Bauern und der Bürger versehen. Oder wie hättet ihr geantwortet? Schreibt uns eure Meinung. Die Kernziele der Ackerbaustrategie Die deutsche Landwirtschaft setzt sich zum Ziel, Die Versorgung mit hochwertigen Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen zu sichern Der Bauer: Was ist daran neu? Machen wir doch schon immer. Der Bürger: Das machen doch alle Bauern weltweit. Und was ist mit der Überproduktion? Und den Exporten? Das muss doch nicht sein. Die Ackerbausysteme unter Beachtung der Fruchtfolge und der Sortenwahl so zu gestalten, dass Krankheiten und Schädlinge eingedämmt und Risiken des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln weiter reduziert werden. Der Bauer: Machen wir. Ohne Fruchtfolge geht es nicht und wir spritzen nur so viel, wie unbedingt sein muss. Weniger geht doch kaum noch. Der Bürger: Ich sehe überall nur Monokulturen. Und dann kommt ihr jetzt bei den Sorten wohl noch mit Gentechnik. Dabei zeigen …

Kommunikation…

Eine deutsche Ministerin hat den Signs-Award verliehen bekommen. Das ist nun nicht unbedingt berichtenswert. Die Begründung der Jury fand ich allerdings sehr interessant, weil lehrreich.  Was wäre, wenn wir alle so kommunizieren würden?  Hier die Begründung im Wortlaut: “Sie vertritt ihre politische Positionen leidenschaftlich, aber respektvoll Andersdenkenden gegenüber. Sie argumentiert oft aus einer persönlichen Werte-Haltung heraus und nicht infolge von Meinungs-Opportunismus oder politischer Korrektheit. Sie setzt dabei immer wieder auf mutige Offenheit und Ehrlichkeit, zuweilen gegen den medialen Mainstream. Klöckner setzt dabei häufig auf Humor als verbindendes Element politischer Debatten.” https://www.theeuropean.de/europan-redaktion/14115-signs-award-fuer-julia-kloeckner Leidenschaftlich, respektvoll, mutig, offen und ehrlich. Humor als verbindendes Element. Das hat was. Was wäre, wenn wir immer so miteinander umgehen würden… Bauer Willi      

Schafe scheren (Video)

Bevor es heiß wird, werden die Schafe geschoren. Richtige Knochenarbeit für den Schafscherer. Aber rentabel ist die Sache eher nicht… Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Warum Schafe geschoren werden müssen? Das habe ich mich gefragt und eine Antwort bei PETAkids gefunden. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Insekten zählen

Nachdem im Frühjahr das Vögelzählen angesagt war, setzt der NABU noch eine Schwierigkeitsstufe drauf: Vom 1. bis zum 10 Juni ist das Volk nun vom NABU aufgerufen Insekten zu zählen! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Alle Infos, wie das Insektenzählen gehen soll, wird in dem Video und auf dieser Webseite erklärt. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/index.html Es gibt sogar eine APP um die Insekten zu bestimmen, zu kartieren und zu melden. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/insektensommer/mitmachen/24466.html Gut, dass wir Bauern so viel in der Natur draußen sind. Dadurch können wir wunderbar mithelfen die Insekten zu zählen. Vielleicht beim Schlepper fahren aufpassen und erst zählen, wenn die GPS-Steuerung angeschaltet ist. Aber ansonsten ist das doch eine prima Entspannung zur stressigen Arbeit. Schreibt doch in die Kommentare, wieviele Insekten ihr gezählt habt. Euer Bauer Willi  

Wildbienen, Bauern und Gesellschaft (mit Video)

In der Diskussion um das Bienensterben  ist man ja mittlerweile auch in den Medien zu der Einsicht gekommen, dass es nicht um Honig-Bienen geht (die werden dank mehr Imker immer mehr) sondern vor allem um Wildbienen, die bedroht sind. Diese sind, im Gegensatz zu Honigbienen, meist Einzelgänger, was heißt, dass sie keine oder nur sehr kleine Völker bilden. Ihre Ansprüche an den Lebensraum sind zudem sehr speziell. Ich wollte nun wissen, was wir als Bauern für Wildbienen tun können und bin auf die Seite von Dr. Paul Westrich gestoßen, der immer wieder als Experte für Wildbienen zitiert wird. Vielen Dank an alle, die mir den Hinweis gegeben haben! http://www.wildbienen.info/artenschutz/habitate.php Wo also fühlen sich Wildbienen wohl? (Zitiert nach Westrich) Reich strukturierte Waldränder, Waldlichtungen und Feldhecken, insbesondere mit südlicher Exposition [teilweise FFH-Lebensraumtyp 41.10 und 41.20] Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und floristisch artenreichem Unterwuchs (Wiesen) Zweischüriges, nicht oder nur mäßig gedüngtes Grünland (Erhaltungsdüngung) [FFH-Lebensraumtyp 6510 und 6520] Kleine Sand- und Lehmentnahmestellen Blütenreiche Feldraine Steinriegel Trockenmauern Feuchte Hochstaudenfluren an Graben- und Gewässerrändern [FFH-Lebensraumtyp 6430] Flächen mit Pionier- und Ruderalvegetation, besonders auf …

Insekten mögen´s unordentlich

Ein Gastartikel von Ludger Weß Dr. Ludger Weß hat Biologie und Chemie studiert und als Molekularbiologe an der Universität Bremen geforscht. Er schreibt seit den 1980er Jahren über Wissenschaft, vorwiegend Gen- und Biotechnologie und beriet u.a. den deutschen Bundestag, den Landtag Schleswig-Holstein sowie Greenpeace in Sachen Gentechnik. 2006 gehörte er zu den Gründern von akampion, das innovative Unternehmen bei ihrer Kommunikation unterstützt. 2017 erschienen seine Wissenschaftsthriller „Oligo“ und „Vironymous“ bei Piper Fahrenheit (https://www.piper.de/autoren/ludger-wess-4923). Seit 2016 schreibt er privat für den Blog „Salonkolumnisten“ (www.salonkolumnisten.com). Ein Faktor, der den Insekten das Leben schwer macht, ist das Verschwinden von Lebensräumen, die Insekten gerne besiedeln: vegetationsarme Böden, die im Sommer schnell heiß werden, Überschwemmungsgebiete, Abbruchkanten, Schutthalden, Pfützen und Dreck wie Misthaufen, Kuhfladen, Aas, Müll und Dung. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Insekten Blumenwiesen, Blühstreifen und saftiges Grün lieben. Das sind Lebensräume für wenige Spezialisten. Die meisten Insekten sind Extremisten – ihre Larven lieben es karg und öde oder fett und stinkend, knochentrocken oder staunass, nicht aber die über einen Zierrasen gesäte Bienenweide oder Insektenhotels, die Städter gern …

Ich mache alles falsch

Ich habe gerade den neuen STERN gelesen. Titelseite: „Rettet die Bienen“. Untertitel: „Warum ihr Verschwinden unser aller Leben bedroht. Wie wir sie jetzt schützen können“. Kommen wir zum Artikel. „Wer trägt die Schuld? Eine Reise zu Tätern und Rettern.“ Ich bin gespannt. Zuerst ein Besuch bei Jens Pistorius, Leiter des Institutes für Bienenschutz in Braunschweig. Ich wusste nicht was er tut. Sehr interessant und aufschlussreich. Dann geht es los: Die Bienen sterben – Millionen Tote – nicht nur Honigbienen. Allerdings auch der Einschub, dass es vor allem Wildbienen sind und das für den Tod der Honigbienen auch Krankheiten, Schädlinge (Varroa-Milbe) und Menschen (gemeint sind wohl die Imker?) verantwortlich sind. Das ist fair. Jetzt  geht es weiter zu Raps, zu Neonicotinoiden, aber auch zu Fipronil, das noch immer in zuckerhaltigem Ameisenmittel für den Hobbygärtner enthalten ist und so besonders riskant. Weil Bienen Zucker mögen und so besonders gefährdet sind. In der Landwirtschaft ist Fipronil verboten. Das nächste Thema. Verarmung von Fauna und Flora und dass „die Agro-Riesen Bayer, Monsanto und BASF darüber entscheiden, ob die Biene und die Insektenwelt …