Alle Artikel in: Bauer Willi

Transparenz bei Gentechnik

Das USDA, das US Department of Agriculture, veröffentlicht eine Liste mit allen Pflanzen, die in biotechnologischer Form weltweit verfügbar sind und für die regulierte Unternehmen Aufzeichnungen führen müssen. Diese Liste wird ständig aktualisiert. https://www.ams.usda.gov/rules-regulations/be/bioengineered-foods-list Bei Klick auf die jeweilige Kultur erfährt man, welche Sorten dies sind und wie der Handelsname lautet. Beim Klick auf die Buchstaben-Zahlen-Kombination in der letzten Spalte erfährt man, um welche Veränderung es sich handelt. Es sind auch Sorten aufgeführt, die nicht in den USA sondern in anderen Ländern der Erde hergestellt wurden. Für diese gilt die gleiche Kennzeichnungspflicht. Per Definition des USDA sind „biotechnologisch“ erzeugte Lebensmittel solche, die nachweisbares genetisches Material enthalten, das durch rekombinante DNA-Technik verändert wurde, nicht durch konventionelle Züchtung erzeugt werden kann oder in der Natur vorkommt. Es ist geplant, dass in Zukunft Lebensmittel, die mehr als 5% der so hergestellten Produkte enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Dies würde dann für alle Lebensmittel gelten, die unverarbeitet verzehrt werden. Man darf gespannt sein, wie der Kunde darauf reagiert.  

Kompromisse sind möglich!

Jetzt ist das Ergebnis der interdisziplinären Tagung „Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog – Biodiversität im Ackerbau“ erschienen. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf Ich durfte – als einer von drei Landwirten – daran teilnehmen. Es ist – aus meiner Sicht – ein sehr verbindendes Papier zwischen landwirtschaftlicher Praxis und den Anforderungen des Naturschutzes geworden. Und wie es bei einem Kompromiss so üblich ist, gibt es auch Dinge, die man gerne noch untergebracht hätte. Ich bitte um wohlwollende Kritik. 🙂 Bitte auch Weitergabe an alle, denen Landwirtschaft und Naturschutz am Herzen liegen und die sich für machbare Lösungen einsetzen. Es ist m.E. eine gute Vorlage für die zu erarbeitende Ackerbaustrategie. Bauer Willi

Meine persönliche Meinung zum Volksbegehren

Es ist gut, wenn sich die Menschen Gedanken um ihre Umwelt machen. Sie machen sich Sorgen, dass immer mehr Arten verloren gehen. Arten, die sie meistens gar nicht kennen, aber das soll keine Rolle spielen. Jede Art, die verloren geht, ist eine zu viel. Die Honigbiene gehört nicht zu dieser Art. Wie schon häufig hier berichtet, nimmt die Zahl der Honigbienen zu, auch in China, dem größten Exporteur von Honig in die EU. Dass also das Volksbegehren mit der Überschrift „Rettet die Bienen“ aufgemacht wird, ist ein Schwachpunkt in der Argumentation. Es liest sich aber gut und wie schreibt Elke Pelz-Thaller in ihrem Facebook-Artikel: „Wer kann dazu schon nein sagen?“ Artenschutz findet in der Landschaft statt. Nicht nur die bayrische Landschaft wird von Landwirten geprägt. Es ist eine Kulturlandschaft und ist, bis auf ein paar Urwälder im Bayrischen Wald, in den letzten Jahrtausenden von Menschen verändert worden. Von allen Menschen, nicht nur von Bauern. Es sind Wälder gerodet, Wiesen trockengelegt und Städte gebaut worden. Und Logistikzentren, Flughäfen, Straßen und Schienen. Wir alle haben – direkt oder indirekt …

Chemische Elemente…

Die Vereinten Nationen haben 2019 zum „Internationalen Jahr des Periodensystems der chemischen Elemente“ erklärt. Damit wollen sie weltweit das Bewusstsein dafür wecken, wie Chemie nachhaltige Entwicklung fördern sowie Lösungen für weltweite Herausforderungen bei Energie, Bildung, Landwirtschaft oder Gesundheit bieten kann. Die Widmung fällt zudem mit dem 150. Geburtstag des Periodensystem-Entdeckers Dmitry Mendeleev zusammen (aus Wikipedia). Ich finde den zweiten Satz hier besonders bemerkenswert und hab ihn daher auch dick markiert. Chemie und nachhaltig und Lösungen – haben die von der UNO jetzt alle einen Knall ? Vielleicht ist es wirklich mal gut sich den Satz einzuprägen oder zumindest darüber nachzudenken. Drum machen ja die von der UNO nicht nur einen Vergegenwärtigungs-Tag daraus, sondern gleich ein ganzes Jahr. Weil, all diese Elemente in diesem komischen Periodensystem sind natürlich – und zwar richtig NATÜRLICH. Also quasi Bio-Elemente. Noch besser: sie sind Elemente jedweden Lebens oder Gegenstands hier auf unserer Erde. Und soweit man weiß, auch in den mehr oder weniger bekannten Welten darüberhinaus. Drum hieß es früher auch mal: Alles Leben ist Chemie. Ist aber schon lange her. …

Antwort von MONITOR zum Thema Feinstaub

Ich habe der Redaktion Monitor meinen Artikel zum Thema „Feinstaub“ zugeschickt. Hier die Antwort, die ich mit Genehmigung der Redaktion ungekürzt und unkommentiert wiedergebe. Sehr geehrte Damen und Herren, zum Filmbeitrag „Feinstaub aus der Landwirtschaft“ haben uns zahlreiche Zuschauerreaktionen erreicht. Vielen Dank für Ihre Resonanz und Ihre Kritik, die wir sehr ernst nehmen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nicht alle Zuschriften einzeln beantworten können. Wir möchten aber auf einige zentralen Punkte eingehen: Bemängelt wurde, dass die Berichterstattung einseitig, unseriös und wenig fundiert sei und auf fragwürdigen wissenschaftlichen Grundlagen basiere. Bei unserer Berichterstattung haben wir uns im Kern auf die Untersuchungen von Herrn Prof. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz sowie weiteren internationalen Studien bezogen. Prof. Lelieveld ist ein international anerkannter Wissenschaftler und ausgewiesener Spezialist für Atmosphärenphysik und Atmosphärenchemie, der bereits zahlreiche Studien zum Thema „Feinstaub“ veröffentlicht hat. Die Zahlen der aktuellen Studie des Max Plack Instituts für Chemie basieren auf umfangreichem, neu erhobenem Datenmaterial sowie Zahlen aus mehr als 40 Studien aus über 16 verschiedenen Ländern. Die Daten stehen in diesem …

Mehr Toleranz!

Wenn ein jüdischer Publizist und Buchautor (Henryk M. Broder) vor der AfD-Fraktion eine Rede hält, so hat das einen hohen Aufmerksamkeitswert. Bis gestern, 22:00, wurde sie auf der Online-Seite der „Welt“ mehr als 2.000 mal kommentiert. Wenn ihr diese Rede gelesen habt, werdet ihr wissen, warum. https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article187962993/Henryk-M-Broders-Rede-vor-der-AfD-Bundestagsfraktion.html Nur zwei Sätze aus seiner Rede: „Meine Damen und Herren. Wir leben in einer Konsensdemokratie. Das mag nicht schlecht sein, ich bin aber überzeugt, dass nicht der Konsens, sondern der Dissens das Wesen der Demokratie ausmacht…“ „Ich bin tolerant bis an die Grenze der Selbstverleugnung, nur gegenüber einer Gruppe von Menschen will ich nicht tolerant sein: gegenüber den Intoleranten, die sich selbst zum Maß aller Dinge erheben und mir entweder ewiges Leben im Paradies versprechen, wenn ich ihnen folge, oder einen Logenplatz in der Hölle, wenn ich mich ihnen verweigere.“ Aber das sind nur Auszüge. Es lohnt sich, den ganzen Artikel zu lesen, und dann erst zu kommentieren. Und wer etwas mehr Zeit hat, hier seine Rede im Video. Sie beginnt etwas bei Minute 13:00. https://www.youtube.com/watch?v=8CoOv6nUD6k

Das Leben ist (k)ein Spiel …

Der aktuelle Landwirtschaft-Simulator 2018 ist in 10 Tagen 1 Million Mal verkauft worden. Schön. Da stellt sich die Frage, wieso sich so viele Menschen dem Leben als Landwirt in Spielform widmen? Die Frage ist berechtigt. Während in den Hauptvertriebsländer der Landwirtschaftssimulation (D, A, CH, aber auch Frankreich und Großbritannien) die Anzahl der Simulations-Landwirte steigt, geht in den gleichen Ländern der Anteil der Echtform-Bauern mehr oder weniger rapide in Richtung Erinnerungswerte von 1-2% der Bevölkerung. Eine mögliche Erklärung liefert der deutsche Psychologe Benjamin Strobel, der sich beim Grimme-Institut mit digitalen Spielen und ihrer kulturellen und medienpädagogischen Bedeutung auseinandersetzt. „In digitalen Spielen können wir uns gefahrlos ausprobieren und neue Rollen einnehmen. Die Komplexität und die Risiken des echten Lebens gelten dabei nicht. Wir können unsere Neugier, Träume und Wünsche im Spiel ausleben. Wenn uns das nicht gefällt oder etwas schiefgeht, müssen wir keine Konsequenzen fürchten. Das wiederum reduziert Spannung und Stress, denen wir im realen Arbeitsleben oft ausgesetzt sind“. …. Da dem Spieler selbst bei „realistischen“ Games wie dem Landwirtschafts-Simulator nur ein sehr eingeschränkter und beschönigter Teil eines …

Fragen Sie einen Landwirt

Aus der Presse habe ich erfahren, dass das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) für sein Verbraucherportal Landwirte sucht, die die Fragen der Verbraucher direkt beantworten. Ich habe mal nachgefragt, wie das genau geht. Hier die Antwort: Auf dem BZL-Verbraucherportal www.landwirtschaft.de können Verbraucherinnen und Verbraucher über ein Online-Formular Fragen an Landwirtinnen und Landwirte stellen. www.landwirtschaft.de/frage Für die Beantwortung der Fragen bauen wir derzeit einen Pool an Landwirten auf. Wir sammeln die Fragen und leiten sie je nach Thema an die betreffenden Landwirte weiter und fragen an, wer bereit wäre, darauf zu antworten. Mit den Landwirten, die antworten wollen, vereinbaren wir daraufhin einen Telefontermin. In einem Mini-Telefoninterview klären wir die Frage und ggf. noch einige Hintergrundinformationen. Wir formulieren die Antwort aus und legen Sie dann der/dem Befragten noch einmal zur Freigabe vor, damit sichergestellt ist, dass sich niemand falsch widergegeben fühlt. Sobald das Okay vorliegt, veröffentlichen wir die Antwort unter: https://www.landwirtschaft.de/diskussion-und-dialog/fragen-sie-einen-landwirt/bereits-beantwortete-fragen/ Um für Verbraucher ganz klar zu machen, dass ihnen hier „echte“ Landwirtinnen und Landwirte antworten und authentische Einblicke in ihre Arbeit geben, veröffentlichen wir zukünftig alle Antworten mit Namen und Bild der/des Befragten …

Eine Woche in Berlin…

Die „Grüne Woche“ ist vorbei. Und? Was hat sie gebracht? Für die Berliner und andere Besucher war es eine – wie immer – bunte Darstellung der Lebensmitteln aus aller Welt. Man konnte probieren, was man vorher noch nicht probiert hatte und nach Herzenslust schlemmen. Lecker! Doch neben den kulinarischen Köstlichkeiten gab es auch Veranstaltungen rund um Landwirtschaft und Ernährung. Es gab – wie immer – viele Foren, in denen über die genau gleichen Themen -Landwirtschaft und Ernährung – referiert und diskutiert wurde. Politik, Verbände und NGO´s aller Farben und Interessenslagen trafen sich in Berlin, um ihre Sache zu vertreten. Von daher ist es ein fixer Treffpunkt im Januar, auf dem man auch mal bei einem der vielen Empfänge unbeschwert und ohne Kamera und Mikrofon einmal „schwatzen“ kann. Das ist gut, denn so lassen sich Differenzen klären. Ob man sie löst, steht auf einem anderen Blatt. Die Demonstration(en) Und wie jedes Jahr gab es eine Demonstration. Wieder am Brandenburger Tor, dass einst als Symbol der Trennung galt und daher einen hohen symbolischen Charakter hat. Und wie jedes Jahr ging es in der …

Wirklich schade…

Ich habe seit Herbst 2018 nun wirklich viele Anläufe unternommen, um mit Herrn Hofreiter ins Gespräch zu kommen. Es gibt so viele Dinge, über die wir uns hätten austauschen können. Und ich hätte Fragen gestellt, viele Fragen, weil manches, was seine Fraktion so an der Landwirtschaft verändern möchte, vom Ansatz her noch einigermaßen verständlich, von der Umsetzung her aber nicht ganz so einfach ist. Genau so erging es auch Ralf Pauelsen, dem Bauern aus der Nachbarschaft, der die genau gleiche Antwort bekommen hat. Die Antwort klingt ein wenig so, als würde man den Termin auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag“ verschieben wollen.  Wir finden das schade. Bauer Willi und Bauer Ralf (aus der Nachbarschaft)