Bauer Willi
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Transparenz bei Gentechnik

Das USDA, das US Department of Agriculture, veröffentlicht eine Liste mit allen Pflanzen, die in biotechnologischer Form weltweit verfügbar sind und für die regulierte Unternehmen Aufzeichnungen führen müssen. Diese Liste wird ständig aktualisiert.

https://www.ams.usda.gov/rules-regulations/be/bioengineered-foods-list

Bei Klick auf die jeweilige Kultur erfährt man, welche Sorten dies sind und wie der Handelsname lautet. Beim Klick auf die Buchstaben-Zahlen-Kombination in der letzten Spalte erfährt man, um welche Veränderung es sich handelt. Es sind auch Sorten aufgeführt, die nicht in den USA sondern in anderen Ländern der Erde hergestellt wurden. Für diese gilt die gleiche Kennzeichnungspflicht.

Per Definition des USDA sind „biotechnologisch“ erzeugte Lebensmittel solche, die nachweisbares genetisches Material enthalten, das durch rekombinante DNA-Technik verändert wurde, nicht durch konventionelle Züchtung erzeugt werden kann oder in der Natur vorkommt.

Es ist geplant, dass in Zukunft Lebensmittel, die mehr als 5% der so hergestellten Produkte enthalten, gekennzeichnet werden müssen. Dies würde dann für alle Lebensmittel gelten, die unverarbeitet verzehrt werden. Man darf gespannt sein, wie der Kunde darauf reagiert.

 

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9 Kommentare

  1. erntenwaswirsäen sagt

    Schön ist natürlich auch, dass z. B. das (auch hier in der EU) nicht als gentechnisch verändert gilt:
    https://www.agrar.basf.de/agroportal/de/de/produkte_/clearfield_/clearfield_einstieg.html

    Da wurden die veränderten Gene halt „klassisch“ mit Radioaktivität oder aggressiven mutagenen Substanzen erzeugt.
    Schön ist z.B. auch, dass schon 40% der im schönen norditalienischen Piemont (mit seinen mehrheitlich pestizidverseuchten Brunnen) erzeugten Reismenge von dieser Sorte ist:
    https://www.basf.com/global/de/who-we-are/sustainability/management-and-instruments/sustainable-solution-steering/examples/clearfield-rice.html
    Das erfahren wir aber nicht, wenn wir den Reis essen.

    Und übrigens ist dieser Reis genauso ein nachhaltiges Produkt wie AdBlue:
    https://www.basf.com/global/de/who-we-are/sustainability/management-and-instruments/sustainable-solution-steering/examples.html

    Da schliesst sich irgendwie der Kreis zum Diesel und dem Feinstaub…

    Wir ernten, was wir säen.

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  2. Paulus sagt

    Immerhin konnte ich jetzt erfahren, dass meine edlen Vollzwirnhemden aus ägyptischer Baumwolle und meine T-Shirts aus bester peruanischer Pimabaumwolle zumindest gentechnisch clean sind. Ich esse die zwar nicht, bin aber dennoch sehr erleichtert.
    Sollte ich jemals eine Dose mit Ananas aus dem Hause Del Monte kaufen, für Toast Hawaii oder so, werde ich selbstverständlich peinlichst genau darauf achten, dass mir nicht die Sorte Rosé untergejubelt wird; mit diesen scheiß Carotinoiden konnte ich mich noch nie so richtig anfreunden.
    Eine zunehmende Kennzeichnungspflicht wird wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen und wenig bewirken. Zumindest solange die Infos derart kleinstgedruckt sind wie die Zutatenlisten. Ich habe jedenfalls keinen Bock darauf mit einem Tablet und einer 10-fach vergrößernden Lupe durch einen SB-markt zu schleichen.
    Und ob Bauer Willi und Kollegen nun zugelassenes MON-xyz, oder was weiß ich was anbauen ist mir schlicht und ergreifend egal. Man kann sich auch einscheißen.

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  3. Inga sagt

    hier ist wohl Durchsichtigkeit nicht mit gläsern zu verwechseln, Guido,

    es kommt eher von durchschauen, vom „Prozeß durchschauen“ oder/und nachvollziehen
    und das können schließlich

    nur
    die,

    die richtig dafür interessieren oder gar Insider sind!

    Wer das nicht ist, muß sich von der Wirtschaft „verschaukeln“ lassen!
    Was ist besser vom Staat verschaukelt zu werden oder von der Wirtschaft?

    Darüber müssen wir uns alle Gedanken machen,
    denn in unserer Geschichte sind schon mal vom Staat verschaukelt worden.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Der Kunde geht unter in der Informationsflut.
    Er muss zwangsläufig die Bewertung von Informationen Institutionen überlassen, denen er vertraut. Das war bisher in zunehmendem Maße (wie lange noch?) das „Geschäft“ der NGO’s, weil dem Staat, seinen Institutionen und den Parteien mehr und mehr Mißtrauen entgegengebracht wurde/wird.

    Vertrauen ist die Grundlage menschlichen Zusammenlebens, aber auch ein schmaler Grat, ganz nach dem Spruch des Herrn Nestroy: „Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Misstrauen ist immer ein großes Unglück“.

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    • Informationsflut klingt wie “weißer Schimmel“ und ist ein Widerspruch in sich. Es handelt sich um eine Datenflut, denn Daten sind von Kontexten befreite Informationen, was zwangsläufig zu Missverständnissen, Manipulationen und Überforderung seitens des Empfängers führt. Informationen mit Daten gleichzusetzen ist wie Klimaerwärmung mit Klimawandel gleichzusetzen.
      Wir leben auch nicht in einem Informationszeitalter, sondern in einem Datenzeitalter. Informationszeitalter ist jene Zeit, bevor die Menschen natürliche Kontext zu zerstören begannen.

      Hätte sich das Internet nach den Vorstellungen von Ted Nelson und seinem Projekt XANADU durchgesetzt, gäbe es weder GOOGLE noch FACEBOOK, noch bräuchte es den Ruf nach mehr “Transparenz“:

      http://webkompetenz.wikidot.com/hypertext:2-2

      Auch die moderne Gentechnik ist eine Kontextauflösung, die dazu führt, dass der Mensch sich mehr und mehr aus der Ko-Evolution (Informationsaustausch) herausnimmt und K.O.-Evolution (Datenflut) anstrebt.

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      • Arnold Krämer sagt

        Für mich gibt es eine Dreistufigkeit von Daten (isoliert stehend, im Extrem der Computersprache 0 und 1), verknüpften, zueinander in Beziehung gesetzten Daten (=Informationen) und bewerteten Informationen (=Wissen, Meinung). Die Manipulationen, Missverständnisse, Selektionen beginnen in der 2. Stufe. In der 3. Stufe wird dem Ganzen dann oft die „Krone“ aufgesetzt.

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    • bauerhans sagt

      „Der Kunde geht unter in der Informationsflut.“

      der „Kunde“ lässt denken und übernimmt dann das emotionalste.
      wenn er was bezahlen soll,ist geiz angesagt.

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  5. Transparenz dient innerhalb eines solchen Kontextes eher dazu, so viel Durchblick für den Verbraucher zu schaffen, dass die eigentlichen Probleme dieser Produkte völlig durchsichtig werden. Durchsichtig im Sinne von “nicht vorhanden“, denn je transparenter etwas wird, desto durchsichtiger wird es.

    Ja, die Industrie weiß uns Verbraucher schon zu beschäftigen. Beim Tamagotchi namens Smartphone ist das ja auch nicht anders. Bevor man also etwas essen kann, heißt es mehr und mehr erst einmal Verstrickungen durchschauen, vorausgesetzt das Tamagotchi meldet nicht auch Hunger und Aufmerksamkeitsmangel an. Man muss halt Prioritäten setzen.

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