Bauer Willi
Kommentare 103

Kompromisse sind möglich!

Jetzt ist das Ergebnis der interdisziplinären Tagung „Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog – Biodiversität im Ackerbau“ erschienen.

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf

Ich durfte – als einer von drei Landwirten – daran teilnehmen. Es ist – aus meiner Sicht – ein sehr verbindendes Papier zwischen landwirtschaftlicher Praxis und den Anforderungen des Naturschutzes geworden. Und wie es bei einem Kompromiss so üblich ist, gibt es auch Dinge, die man gerne noch untergebracht hätte.

Ich bitte um wohlwollende Kritik. 🙂

Bitte auch Weitergabe an alle, denen Landwirtschaft und Naturschutz am Herzen liegen und die sich für machbare Lösungen einsetzen. Es ist m.E. eine gute Vorlage für die zu erarbeitende Ackerbaustrategie.

Bauer Willi

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103 Kommentare

  1. Alexander Borchert sagt

    Herr van Veghel,

    wie ging es vor 40 Jahren ohne Neonics, ohne Pyrethroiden?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Vor 50 Jahren hießen die Wirkstoffe

      Lindan
      Azinphos
      Demeton
      Bromophos
      Pharathion usw.

      Auf Neonics, oder Pyrethroide konnte man damals getrost verzichten.

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  2. Alexander Borchert sagt

    Für mich stellt sich ein Frage:

    Wer bestimmt zuletzt die Richtung wohin es lang geht?

    Die globale Herrschaft einer gnadenlosen Ökonomie oder die globale Ökologie?
    Wie sieht ein Kompromiß zwischen beiden wohl aus?
    Welches Herrschaftssystem hat den längeren Atem?

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    • Inga sagt

      Die Ökologie bestimmt wo es lang geht!

      Alle müssen sich daran halten, auch wenn sie manchmal diktatorisch sein kann.
      Sie hat Priorität, auch
      die Ökonomie muß sich dran halten.
      Die natürlichen Produkte, die in unser freien Wildbahn wachsen,dürfen nicht als Billigrohstoffe ausgenutzt werden.
      Die Ökonomie wäscht sich 100 fach die Hände darin.
      Wozu brauchen denn der LEH so viel Gewinnspanne, wenn er den Mitarbeitern auch nur einen Minigehalt bezahlt?
      Früher dachte man, die Natur muß darunter leiden, damit die Leute dort ihr auskommen leichter verdienen, wie in der LW. So hatten die schon mal eine höhere Erlebnisqualität. Und samstags gehörte der Pappi den Kindern.
      Die Kinder in der LW mußten sie aber mithelfen, auch samstags damit das Familienunternehmen, dass den Familienunterhalt verdiente, funktionierte!

      Hat der Staat daran Schuld?

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    • Bergbäuerin sagt

      Die in den 1990er Jahren entfesselte globale Finanzwirtschaft. Ökonomie versus Ökologie ist in Wahrheit längst nur noch ein Nebenschauplatz. Der Kampf geht Finanzwirtschaft gegen Realwirtschaft, und der betrifft bei weitem nicht nur die Landwirtschaft. Hört euch Heini Staudinger an: https://www.youtube.com/watch?v=h9PKlgOZpgc&t=1738s

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  3. Biodiversität und Naturschutz betrifft uns alle. Und wenn wir als Landwirte nichts vorgeschrieben bekommen wollen gibt es nur eine Möglichkeit. Wir müssen selbst aktiv werden. Konkrete Maßnahmen erarbeiten und deren Umsetzung und Entlohnung fordern. Damit zeigen wir, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt haben. Beim Volksbegehren in Bayern läuft es genau umgekehrt. Andere machen Vorschläge von denen 80 % in die richtige Richtung gehen. Aber weil uns einige Dinge nicht gefallen und die Entlohnung der Leistungen unklar ist, sind wir dagegen und damit die Bösen.

    Lässt uns aktiv werden.

    Gruß Rainer Dieroff

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    • Mark sagt

      Aktiv werden heisst zunächst mal, Kompetenz in Sachen Naturschutz und Biodiversität auszubauen und die Deutungshoheit in Sachen Naturschutz und Ackerbau zu erlangen. Darauf aufbauend können sinnvolle Massnahmen entwickelt werden. Die Forderungen von NABU und BUND und Konsorten sowie deren Auftragsgutachten stehen bei eingehender Prüfung häufig auf tönernen Füßen. Ein Kompromiss steht im Übrigen am Ende einer Diskussion und nicht am Anfang.
      http://www.keckl.de/texte/Volksbegehren%20Bayern%20Artensterben.pdf

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    • Obstbäuerin sagt

      Wir sind schon aktiv und bei uns ist die Biodiversität sehr hoch aber das will keiner wissen. Produzieren Sie bio oder konventionell und in welchem Bereich? Das spielt bei der Ablehnung oder Zustimmung eine große Rolle, Rainer Dieroff.

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      • Inga sagt

        Wenn die LW an allen Schuld ist, besonders an der Misere der Umwelt, dann bekommt sie eben vom Staat aufgebürdet diese so klein wie möglich zu halten.
        Wer ist der Staat?
        Die Bevölkerung und Konsumenten.
        Die Konsumenten wollen billige Nahrungsmittel,
        nur wenige ist es bewusst, dass das zu einer ökologischen Umwelt nicht passt und kaufen dann ach alternativ.

        Die anderen müssen mit Ihren Steuergelder den von den Bauern ausgeführte Auftrag bezahlen.
        Ich dachte das wäre der Bevölkerung schon beigebracht worden, als es mit den Flächenprämien anfing!
        Dann eben noch mal von vorne!
        In Der Schule muß darüber geredet werden, damit das alle verstehen.

        Und wenn es jeder verstanden hat, so die Generation unsrer Großeltern, als noch der größte Tei der Bevölkerung in der LW und Natur geartete haben,
        dann können alle verstehen mitreden. Dann ist man gleichberechtigter Partner!
        Die Großeltern von früher haben „Learning by doing“ die Natur und ihre Zusammenhänge verstanden, die modernen Leute mussen das eben büffeln!
        Ja, was man nicht in den Beinen hat, muß man im Kopf haben!

        Und schlaue Fachleute, bzw. Spezialisten braucht das Land und die Ökologie und Ökonomie unter einen Hut zu bringen!

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich habe in den letzten 12 Monaten viele ähnliche Veranstaltungen, wie die diesem Beitrag von Bauer Willi zu Grunde liegende Veranstaltung, auf Bundes- und Landesebene besucht.
      Es drängt sich schon der Eindruck auf, dass sehr viele Absolventen der Studiengänge Landnutzung und Umwelt auf den Markt drängen. Die allermeisten sind nicht dafür ausgebildet und auch nicht gewillt einen Betrieb zu übernehmen oder aufzubauen. Kaum Einer will ins unternehmerische Risiko gehen.
      Wir haben über unser Zusammenarbeitsprojekt z.B. auch die Möglichkeit ausgeschrieben einen Permakulturbetrieb aufzubauen.
      Berater und spätere Volksbelehrer haben sich in größerer Zahl gemeldet. Bislang aber keiner der die Behauptungen hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Vorzüglichkeit der Permakultur praktizieren und sich und seine Familie davon ernähren will.
      Das zeigt, dass die Brüder und Schwestern bescheid wissen und sich einer Kontrolle über Input : Output Erfassung nicht stellen wollen.
      Vielmehr wollen Deutscher Landschaftspflegeverband und NGO´s ein neues verpflichtendes Beratungssystem aufbauen, in welchem sie schon jetzt parallel vehement die Deutungshoheit und Richtlinienkompetenz bei sich verankern wollen.
      Und ja: Wir müssen uns da massiv einbringen ! Das tue ich auch gerade mit dem o.g. Projekt. Die Ergebnisse werden abgesehen von den jetzigen Beobachtungen am Rande erst nach 5 Jahren verfügbar sein.
      Bis dahin wird uns die Lawine schon überrollt haben, werden die Pöstchen und Gelder verteilt sein und die Gap entsprechend gestaltet sein.
      Daher: Alle Kräfte in die Arbeit für die Erhaltung der modernen Landwirtschaft in die Verbände und meinetwegen auch außerhalb derselben in politische Arbeit setzen !!

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      • Bergbäuerin sagt

        Als einer der größten Päpste der Permakultur gilt ja Sepp Holzer aus dem Salzburger Lungau. Der hat einen ganzen Hang mit dem Bagger umgewühlt und dort ein Sammelsurium aus Fischteichen, Obstbäumen (mit jeder Menge Frostrissen), neben großen Steinen wachsenden Kürbissen, quadratmeterweise Roggen usw. gepflanzt. Zweifellos eine Augenweide, enorm biodivers, aber davon konnte nicht einmal seine Familie leben. Deshalb hat er seine Investitionen mit Tourismus wieder hereingebracht. Da sind jahrelang mehrere Busse täglich gekommen, teilweise auch von der Boku, haben sich seine Lehren angehört und sich mit „seinen Produkten“ (nämlich denen seiner Nachbarn) bewirten lassen. Ich kannte eine Praktikantin, die dort eine Zeit lang mitgearbeitet hat: Da erzählte der Mann tagsüber halt, dass er seine Schweine als Pflug über seine Flächen schickt und solchen Schmafu, und am Abend konnte er sich nicht halten vor Lachen über die blöden Städter, die ihm alles bereitwillig geglaubt haben. In der Umgebung hat er sich viele Feinde gemacht, aber das hat er halt in einem Buch als Schicksal eines Pioniers vermarktet. Bei uns in der Nähe im Südburgenland hat er dann einmal viel Geld verdienen wollen, indem er einer Gutsbesitzerin halt auch mit dem Bagger über den Hang gefahren ist und irgendwas angesetzt hat. Das ist ordentlich schief gegangen, zuerst gabs auf diesem tiefgründigen Boden jede Menge Erosion. und dann ist alles verunkrautet. Den Prozess hat er verloren. Man soll halt nicht glauben, dass die ganze Welt wie der Lungau funktioniert. Jetzt wohnt er selber dort, aber viel hört man von ihm nimmer.

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        • bauerhans sagt

          sepp hatte halt ne geschäftsidee,die dann mit ihm durchgegangen war,was öfter passiert.
          bei uns ein kleiner landwirt auch,der hatte individuellen landschaftsbau betrieben,sehr geschmacksvoll und nicht billig.
          wollte dann das ganz grosse rad drehen und hatte in kürzester zeit millionen investiert,die leute kamen zum gucken,kauften aber nicht,pleite.

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          • Bergbäuerin sagt

            Das war mehr als nur eine Geschäftsidee, die mit ihm durchgegangen ist. Da waren auf diesen Führungen nur bestimmte Fragen zugelassen. Wer gefragt hat, wie viel er erntet, und ob sich so eine Landwirtschaft finanziell tragen würde, der wurde von der weiteren Führung ausgeschlossen. Ich hab gewagt, einem in seinem Blog so eine Frage zu stellen. da wurde ich gleich gesperrt. Der hat davon gelebt, dass er die Leute zum Narren gehalten hat.

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      • Inga sagt

        Ja,
        ohne Praktiker,
        die täglich mit der Ökologie arbeiten und um sich haben, geht es nicht!

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  4. Bergbäuerin sagt

    Das ist richtig. Trotzdem will ich das Problem immer zuerst unabhängig vom Geld erklären. Wenn Deutschlands Intensivlandwirtschaft nur 85% der verbrauchten Kalorien erzeugen kann, und wenn dann der Biodiversität zuliebe die Produktivität weiter zurückgefahren werden soll, ohne dass der Konsum sinkt,. dann wird der notwendig werdende zusätzliche Import in diesem globalisierten System aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der knapper werdenden Ressourcen irgendwo auf der Welt Hunger generieren. Ich denke, dass dieses Argument den Idealisten besser einleuchtet. Also muss der Biodiversität zuliebe vor allem der Konsum sinken. Und das ist möglich, weil ein Drittel der verbrauchten Kalorien entweder Adipositas unterhält, weggeworfen oder verschwendet wird. Der exzessive Fleischkonsum ist da noch gar nicht berücksichtigt. Es wäre sehr sinnvoll, der Umwelt zuliebe die Lebensmittel zu rationieren, das sollten diese Idealisten einmal propagieren, wenn sie sich trauen.
    Und erst jetzt zum Geld: Warum kaufen die Leute chinesische Waren und nicht europäische? Jene Schuhe, die Heini Staudinger im Weinviertel produziert, sind drei- bis viermal so teuer wie die üblichen Billigschuhe. Der Absatz steigt mit dem entsprechenden Bewusstsein, zu dem Staudinger selber viel beigetragen hat in seinem Kampf gegen die Finanzmarktaufsicht. Aber reich wird er mit seinem Unternehmen trotzdem nicht. Seine Mitarbeiter verdienen zwischen 1000 und 2000 Euro, er selber nimmt sich angeblich auch nur 1000 Euro, allerdings wohnt er im Betriebsgebäude. Und warum sollten diese Verhältnisse in der Landwirtschaft anders sein? Das Spezialproblem der Landwirtschaft: Man kann eine Textilfabrik hier abbauen und in Äthiopien wieder aufbauen, wo die Arbeitskraft spottbillig ist. Aber man kann die Magdeburger Börde nicht auf einen Tieflader packen und nach Äthiopien auslagern. Man kann sie dort, wo sie ist, landwirtschaftlich nutzen oder eben nicht. Und wenn der Konsument sein Essen zum Billiglandtarif (denn ein solcher ist es in dieser globalisierten Wirtschaft) kaufen will, dann muss er entweder mit Steuergeld dafür sorgen, dass zu Hause weiter produziert wird, oder selber VIEL teurer kaufen, oder die Verantwortung übernehmen, dass die Landwirtschaft hier aufhört, somit Nahrung auf der Welt früher knapp wird, das heißt, er selber potentiell von Hunger bedroht ist, zumal in Zeiten des Klimawandels mit den zunehmenden Unwägbarkeiten. Sich etwas darauf einzubilden, dass man den Landwirten hierzulande sein Steuergeld gönnt, ist ziemlich überheblich. Ich hab einmal mit einem Pakistani über das Verhältnis von Einkommen und Lebensmittelpreisen in seinem Land gesprochen. Dort kostet ein Schlachtlamm gemessen an der Finanzkraft der Leute das Drei- bis Vierfache eines hiesigen. (siehe oben) Dort wird halt die Landwirtschaft nicht mit Steuergeld finanziert.
    Sorry, die Landwirte hier werden schon die Augen verdrehen ob solcher Selbstverständlichkeiten. Aber hier lesen auch Landwirtschaftsferne mit, denen solch simple Dinge NICHT klar sind.
    Jede politische Partei braucht ein professionelles Programm, in welchem ALLE Bereiche des Zusammenlebens zugleich im Blick bleiben. Jeder Schwerpunkt auf einem Aspekt muss notwendiger Weise mit Abstrichen bei anderen Aspekten erkauft sein. Nur die NGOs leisten sich den Luxus, irgendein thematisches Steckenpferd zu reiten und sich die Zusammenschau zu sparen. Prof. Kotrschal behauptet allen Ernstes, der Wolf werde wie ein Katalysator wirken, der alle anderen Artenschutzprobleme automatisch mit löst. Und der WWF – Aktivist Christian Pichler betont tatsächlich, seine Rolle sei es, die staatliche Finanzierung des Herdenschutzes zu fordern, aber darüber nachzudenken, was das kostet, und woher das Geld genommen werden soll, das sei nicht seine Aufgabe. Das ist die Pervertierung und letztendlich die Demontage jeglicher ernsthaften Politik, das ist politischer Vandalismus.

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    • Georg Summerer sagt

      Wie es wirklich ist mit der Zahlungsbereitschaft der Kunden konnte letzte Woche in Leipzig beobachtet werden. Dort hat eine russischer Discounter Namens Mere aufgemacht dessen einzige Werbbotschaft „Noch billiger als Aldi und Lidl“ ist. Nach 6 Tagen musste er für 2 Tage schließen weil die Kunden den Laden ausgeräumt hatten. Qualität, Regionalität, Naturschutz und Tierwohl waren hier offenbar wieder einmal sch…egal. Was soll man dazu noch sagen.

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      • Christian Bothe sagt

        Typisch für den Verbraucher.Das sind die entscheidenden Kriterien für den Verbraucher.Alles andere ist Wunschdenken!!!Vor allem billig muss es sein.

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        • Inga sagt

          Der Verbraucher muß endlich der Ökologie untergeordent werden.
          Er ist nicht mehr König, das können wir uns nicht mehr leisten.

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      • Bergbäuerin sagt

        Dass angemessene Preise bislang nicht mehrheitsfähig sind, wissen wir eh. Aber es gibt schon auch andere Kunden.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Aber diese Kunden reichen nicht um die BIO-Landwirtschaft auszubauen.
          Heute habe ich mir ein Schweinesteak genehmigt, Iberico, ein Genuss, hat halt 18 Euronen gekostet im Sonderangebot.

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          • bauerhans sagt

            „Züricher Geschnetzeltes“ als mittagstisch heute im nahen restaurant für 7€,sehr gut.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                18 Euro das Kg natürlich, das macht beim 200 Gramm Steak 3,60 ein bisschen Butterschmalz und eine Hand voll Erbsen, Kartoffeln und die Karotten haben mich nur meine Freizeit gekostet und ein bisschen Arbeit am Herd. Das macht man doch gerne, wenn die Ehefrau am Geld verdienen ist. 😉

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                • Inga sagt

                  und du hast 2 mal 7€ gespart, das gibt eine gute Flasche Wein!

                  Aber vieleicht auch gesünder gekocht, oder?

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Inga,
                  für 7.- Euro in einer Gaststätte bekomme ich diese Fleischqualität nicht auf das Teller. Den Wein trinke ich am Abend, aber nur ein badisches Viertel, man will ja kein Säufer werden. 😉

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                • Paulus sagt

                  Hallo Ehemaliger, ich ahne es schon. Könnte ein „badisches Viertel“ eine etwas andere Maßeinheit sein als z.B. ein korrekt und geizig abgefülltes westfälisches?
                  Dein Iberico oder auch Duroc könnte übrigens durchaus westfälische Eicheln gefressen haben und Bauerhans war wahrscheinlich in einem Möbelhaus zu Gast. Jetzt ziehe ich sicherheitshalber den Kopf ein und bitte um Gnade.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @Paulus

                  In der Tat,
                  ein Herkunftsaufkleber wurde auf das Fleisch nicht aufgeklebt, da musste ich mich auf den Großhandel verlassen. Wenn es eine westfälische Sau war, um so besser.

                  Ein badisches Viertel, ist ein viertel Liter, und nicht 0,20 das auch uns in manchen Gaststätten untergejubelt wurde, damit der Gastronom mehr verdient. Nach erheblichen Protesten wurde auf das 0,20 Glas verzichtet.
                  Der Eichstrich sollte schon 4 bis 5 Millimeter unterhalb des eingefüllten Weines sein, es sei denn der Westfale ist nicht so trinkfest, wie der badische Winzer. 🙂

                  Schleierhaft ist für mich der Fingerhut voll Bier, wo sie ein paar Tropfen des Gerstensaftes ein füllen, die Kölsch Trinker sollten mal eine Kurs bei den Bayern belegen. 😉

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Zu einem Essen für 7.- Euro in einem 0 Sterne Restaurant?
                  Die meinige wäre mit dem nicht zufrieden, die ist anspruchsvoller, das sieht man schon daran, dass sie mich geheiratet hat. 😉

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          • Bergbäuerin sagt

            Mir ist schon klar, dass ich mich in Zweckoptimismus übe. Gleichzeitig habe ich ja auch die düstere Ahnung, dass da – einfach auf dem Umweg über die Finanzmärkte – eine beabsichtigte oder auch unbeabsichtigte Union aus Bayer/Monsanto und Lebensmittelketten daran arbeitet, die Bauern finanziell in die Knie zu zwingen, um dann das Land zu übernehmen, mit Hilfe von Flüchtlingssklaven in Plastikzelten zu bewirtschaften und dann monopolistisch die Preise wieder in die Höhe zu treiben. Ich weiß nicht, ob das paranoid ist; wenn nicht, dann wäre es höchste Zeit, die Kunden darüber aufzuklären.

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      • Bergbäuerin sagt

        Natürlich wird es nicht gehen ohne Politik. Dass der Kunde, der mehr zahlt, immer nur der Blöde ist, kann auf Dauer auch nicht funktionieren. In diese Richtung aufklärerisch zu wirken, zahlt sich auch aus,wenn es unmittelbar keinen durchschlagenden Erfolg bringt. Wenn Leute einmal immerhin schon das eine sagen, und dann halt doch wieder das andere tun, dann hat die Politik schon einmal die Compliance, sich an das heiße Thema heran zu wagen. Dann muss sie nur noch schauen, wie sie die wenig Begüterten unterstützt, damit sie sich das Essen leisten können.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Die Punktvergabe funktioniert bei verschiedenen Kommentatoren eingeschränkt. Während bei der Bergbäuerin jeder Punkt addiert wird geht das bei mehreren Bloggern nicht.

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  6. Sabine sagt

    Ich denke, was sehr wichtig ist, ist Planungssicherheit. Niemand will ewig viel Geld investieren und nach fünf Jahren alles wieder einstampfen.
    Das hatten wir ja schon mal, da wurde den Bauern erzählt, sie seien die Ölscheichs von Morgen und als dann der Scheich in spee den Mais auf dem Feld und die Biogasanlage am Netz hatte, war es … nun ja, Scheiße.
    Ich sehe, gerade auch in der Tierhaltung, wie tolle Ideen von Höfen umgesetzt werden, wie z.B. der Kompoststall. Dafür braucht man aber eben auch große Mengen an Einstreu. Da bietet sich z.B. auch eine Pflanze wie Mischanthus. Ich hab das auch schon in der Wintereinstreu meiner Mini-Hühnchen gehabt und die Damen und Herren Zwerge waren sehr zufrieden.
    Nur mal angenommen ich würde unter die Bauern gehen und für teures Geld einen Kompoststall bauen und entsprechende Miscanthusfelder pflanzen. Könnte ich dann wirklich sicher sein, dass ich die nächsten 10 oder 15 Jahre wirklich so wirtschaften kann?
    Oder kommt in drei Jahren heraus, dass die Miscanthusfelder den schwarzgehörnten Wolpertinger und das buntgetupften Elwetritsch an den Rand des Aussterbens bringen oder Kompostställe dann doch zu viel Lachgas erzeugen und – egal wie glücklich und sauber das Vieh im Stall ist- ich dann alles auf Spalte umstellen muss?
    Ich mein, wie soll man Leute davon überzeugen, mal schnell ein Milliönchen für ne Tier und/oder umweltfreundliche Betriebsumstellung aufzubringen?
    Weder der Absatz noch die Preise werden garantiert und dann kann man noch nicht mals damit rechnen, dass die Betriebserlaubnis solange bleibt bis der Break-Even erreicht wird.
    So kann man keine Wirtschaftszweig zum Blühen bringen, dass müssten doch alle einsehen, oder?

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    • bauerhans sagt

      sabine,vor 30 jahren habe ich hier schon mit der beratung diskutiert,ob schweine auf stroh, mit überdachtem auslauf nicht besser zu halten wären als auf teilspaltenböden,wo die viecher immer auf den spalten lagen und auf die liegefläche kackten.
      der berater rechnete mir vor,dass strohernte und lagerung geld kosteten,die qualität des strohs nicht immer gut wäre und der stallumbau genauso viel kostete wie der umbau auf vollspaltenboden,ausserdem wäre kein metzger bereit,für strohschweine mehr zu zahlen.

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      • Sabine sagt

        Hans, da hast Du recht. Bei Rindern soll so ein Kompoststall u.a. sich damit bezahlt machen, dass es bei Mastvieh kaum zu Gelenkerkrankungen kommt, Milchvieh ist nicht nur optisch sauberer, sondern auch Mastitis und Klauenentzündungen gehen erheblich zurück. Bei Schweinen scheint sowas wie Gabi Mörixmanns Aktivstall, wo die Tiere zwischen verschiedenen Untergründen wählen können, ganz gut zu klappen, auch wenn nicht alle Probleme damit verschwinden. Von der katastrophalen Diskussion um die Eberchen mal abgesehen, die m.M. nach nichts mit Tierschutz zu tun hat, sondern mit der Dummheit des Tierschutzvereine. Aber ich hielt die ähnlichen Neuerungen rund um Lämmer vor Jahren ja auch schon für eine Verschlechterung für alle beteiligten.
        Ich stell mir halt die Frage, ob ich Geld in einen solchen Betrieb investieren würde. Und da muss ich ehrlich sagen, dass mir das zu unsicher wäre. Daher kann ich verstehen, wenn sich kaum junge Leute finden, die so ein Risiko tragen wollen.
        Wenn neue Energiepflanzen, neue Stallsysteme und neue Anbaumethoden gewollt sind, muss es Investitionssicherheit geben. Gerade, wenn es um die Anlage von Dauerkulturen geht, die eh erst nach 3 Jahren richtige Erträge bringen oder eben Tierschutzmaßnahmen für die sich eine Käuferschicht erst bilden muss. ‚
        Ich finde, da sollten die, die nach diesen Verbesserungen am lautesten Rufen halt auch in die Haftung genommen werden. Wenn ich aber sehe, dass die Naturschutzverbände kaum in der Lage sind ihren Tierbestand ordentlich zu betreuen und Tierschützer zwar schnell die Kamera zücken, aber mit Geld für bessere Haltungen nicht rausrücken, frag ich mich schon worum es bei der Agrar-Wende geht, und ob da nicht vllt. andere Interessen viel schwerer wiegen.

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    • Paulus sagt

      @Sabine, bitte benennen sie mir eine Sparte in der freien Wirtschaft mit 10 oder gar 15 Jahren Planungssicherheit. Jetzt kommen sie mir bitte nicht mit Sparkassen und Betreibern von Seniorenheimen oder so. Das Landwirte für gesellschaftlich erwünschte Leistungen gerecht entlohnt werden müssen bedarf keiner Frage und ich habe mich hier, aus bestimmten Gründen, auch immer für sogen. leistungslose Subventionen ausgesprochen. Wohlgemerkt für Landwirte bis zu einer gewissen Größenordnung, nicht für Golfclubs und ähnlich elitäres Gesindel. Aber – die Bauern möchten doch angeblich so gerne freie Unternehmer sein …
      Manche Forderungen sind schwer vermittelbar wenn die Bäuerin mit dem Mercedes Kombi bei Aldi vorfährt, und 6 Tetrapaks mit Milch im Einkaufswagen hat, zumindest für den denkenden Teil der Bevölkerung.
      Unverständlich wird es, wenn ein Milchpreis von 40 ct/kg als so gerade Mal auskömmlich bezeichnet wird und ein gewisser Herr Rukwied einen Preis von 31 oder 33 ct/kg als Maßstab, sprich Zielvorstellung kommuniziert. (Habe ich jetzt ohne zu recherchieren gerade im Kopf)
      Wir haben uns hier vom eigentlichen Thema und der gewünschten wohlwollenden Kritik weg bewegt.
      Ist leider nicht möglich ohne Bauer Willis Vorträge zu kennen.

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      • Mark sagt

        Paulus, nenne mir mal einen Wirtschaftszweig, in denen Investitionen 20, 30, ja bis 40 Jahre abgeschrieben werden.

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        • Paulus sagt

          Mark, die AfA-Tabellen sehen i.d.R. eine Dauer von max. i.M. 8-12 Jahren vor, also nichts anderes als in anderen Wirtschaftszweigen auch. Eine AfA über 30 oder 40 Jahre finde ich bei Landwirtschaft und Tierzucht nicht.

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          • Mark sagt

            Paulus:
            In den 70iger bis hinein in die 80iger Jahre wurden Stallbauförderungen mit zinsverbilligten Darlehen mit Laufzeiten von bis zu 40 Jahren gewährt. Entsprechend waren die Abschreibungen bis zu 2,5% runter. Ohne solch lange Kreditlaufzeiten wäre der Kapitaldienst für viele Betriebe aufgrund der extrem niedrigen Renditen nicht zu schultern gewesen. Das Problem war, dass sich solche Betriebsleiter für einen sehr langen Zeiitraum festlegten, häufig für den potentiellen Hofnachfolger gleich mit. Das für solche Betriebe 15 Jahre oder mehr Planungssicherheit wünschenswert wäre ist zwar nachvollziehbar, war aber nie gegeben.
            Übrigens:Deine Aussagen zum Milchpreis sind absolut richtig.

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        • Der Brandenburgbauer sagt

          Moin Mark,.meine Meinung hat Planungssicherheit nicht unbedingt etwas mit der Dauer der Abschreibungen zu tun.Technik in der Landwirtschaft wird heutzutage in 10 Jahren abgeschrieben. Bei Gebäuten und baulichen Anlagen
          sind auch 20 bis 30 Jahre gang und gebe.

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Paulus, , was Deine Frage was den unterschiedlichen Preis betrifft, sind zwei
        Kriterien von entscheidender Bedeutung. A und O ist die Betriebsführung und die Qualität der Mitarbeiter.
        Das alte Sprichwort, vom Dümmsten Bauern mit den größten Kartoffeln zieht nicht mehr.

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      • Sabine sagt

        Wenn man sich den Bereich der Primärwirtschaft anguckt, werden da politisch doch recht langfristige Zusagen getätigt. Es geht da nicht um Abschreibungen, sondern um die Zusage, dass z.B. eine Fruchtfolge, eine Bodenbearbeitung oder ein Stallsystem, was heute als Best Practice von der Politik und Umweltverbänden den Betrieben angepriesen wird, auch in den nächsten Jahren verteufelt und verboten wird.
        Sicher werden andere Betriebe auch mit Umweltschutz oder Hygienevorschriften immer neu gefordert, aber ich kenne keinen Industriebetrieb dem man je aufgefordert hätte in seiner Werkshalle doch bitte 10% der Fläche nicht zu nutzen, weil das die Umwelt schonen würde. Und es ist nicht so, dass die Industrie nicht subventioniert wird.

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  7. Mark sagt

    Sorry!
    „Auch wenn manche Medienberichte oder eigene Beobachtungen dies nahezulegen scheinen, unsere heimische Natur befindet sich keineswegs auf dem Rückzug. Was vielen als ein Verarmen, als ein Verschwinden der Natur erscheint, ist zu-nächst nichts anderes als der Ausdruck für den Wandel der Natur. So läßt sich z.B. festhalten: Das beklagte Artensterben findet zumindest in Deutschland nicht im befürchteten Umfang statt. Im Gegenteil, laut Angabe des Bundesamtes für Naturschutz leben in der Bundesrepublik 48000 Tierarten. In der Bilanz sind das 4000 mehr als noch vor zwanzig Jahren.“ (Prof. J.H. Reichholf).
    Mal ganz ehrlich: Vor diesem Hintergrund frage ich mich, was das ganze Ackerbaustrategiegedöns überhaupt soll!!! Vielleicht müssen wir einfach nur wieder lernen, nicht über jedes Stöckchen zu springen, das man uns hinhält!!!

    16+
    • Obstbäuerin sagt

      Mark, ich hab versucht Dir mit einem Punkt meine Zustimmung auszudrücken aber mehr als 1 Punkt geht nicht. Springt auf 0 zurück beim Drücken. Warum?

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    • Bergbäuerin sagt

      Ich frag mich überhaupt immer öfter, wo in der Geschichte der Referenzpunkt sein soll dafür, welche Arten hierher gehören und welche nicht, d. h. wovon da die NGOs genau reden.
      Wir haben im Mittelalter Wälder gerodet, um zur Ernährung der wachsenden Bevölkerung Viehzucht und Ackerbau betreiben zu können. Eine Jäger- und Sammlerkultur, wie sie hier in der Antike noch Kelten und Germanen mit ihren Wolfskulten ernährte, könnte in Deutschland keine Million Menschen versorgen. Im Zuge dieser Umgestaltung der Ökosysteme ist neuer Lebensraum entstanden für eine Fülle von Organismen, die ab dieser Zeit zu den Pflanzen und Tieren des Waldes dazu gekommen sind, eingewandert vor allem aus den asiatischen Steppen. Dazu gehören Sperlinge, Schwanzmeise, Grünfink, Wiedehopf, Grünspecht, Goldammer, Wacholderdrossel, Krähen, Schwalben, Schleiereule, Lerche, Kiebitz, Rebhuhn, Wachtel, Feldhase, Dachs, Blindschleiche, Laubfrosch, Fledermäuse und andere Säugetiere, viele Schmetterlingsarten und der Großteil unserer Wiesenpflanzen. All diese Organismen hätte es ohne Landwirtschaft hier gar nie gegeben.
      Aber so wie neuer Lebensraum für diese Organismen entstanden ist, so haben umgekehrt schädliche Tiere und Unkräuter das Wirtschaften behindert, und der Mensch hat oft hart daran gearbeitet, sie aus der Landschaft zu entfernen. Das kennt jeder Hobbygärtner. Manche Tiere werden bis heute nur in ihrem Bestand reguliert wie der Fuchs, den man nie ausrotten wollte, mit anderen konnte man nicht leben, wie eben mit dem Wolf. Aber obwohl einzelne Arten ausgerottet worden sind, wie eben auch Bär, Fischotter, Biber und Luchs, ist die traditionelle Kulturlandschaft immer noch deutlich artenreicher als die ursprüngliche Naturlandschaft, der Wald es je war. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise im Nationalpark Hohe Tauern die bewirtschafteten Außenzonen. Aus diesem Grund darf Lappland in Übereinstimmung mit der FFH – Richtlinie der EU, die nicht nur Arten, sondern auch Lebensräume und Bewirtschaftungsformen schützt, wolfsfrei gehalten werden, damit die indigenen Samen ihre Rentierahltung beibehalten können.
      Im Lauf des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung stark an, es kam zu Hungerkatastrophen und zu ersten Bemühungen, die Landwirtschaft zu intensivieren auf Basis der Erkenntnisse von Justus Liebig über eine effiziente Düngung. Nach der Hunger-Erfahrung des Zweiten Weltkrieges verstärkte man diese Anstrengungen, wobei der steigende Wohlstand vor allem die Nachfrage nach den luxuriösen tierischen Produkten antrieb. Seit Jahrzehnten nun bedroht diese Intensivlandwirtschaft zusammen mit anderen Faktoren wie Flächenverbau und Umweltverschmutzung eine wachsende Zahl an Wildtieren und –pflanzen. Auf der anderen Seite gibt es als Folge der Globalisierung eine wachsende Zahl an Neophyten und Neozoa. Die Ökosysteme verändern sich.
      Jetzt wird dem Wolf erlaubt, in diese völlig veränderte Landschaft zurück zu kehren. Dort bedroht er zwar beispielsweise keine Mastställe und auch keine ausgeräumten Agrarsteppen, sehr wohl aber jene extensive Form einer artgerechten Viehwirtschaft, welche noch diese Restflächen nutzt, auf denen die höchstmögliche Biodiversität sich halten konnte mit vielfältigen Gräsern und Kräutern, Fluginsekten und Wiesenvögeln: die Weidewirtschaft der Almen, Streuobstwiesen und Heideflächen. Die Wichtigkeit des Wolfes für die europäischen Ökosysteme wird von den NGOs mit Erfahrungen aus dem Yellowstone – Nationalpark begründet. Aber sie setzen sich ja für Herdenschutz ein: für Zäune und für Hunde. Österreichische Weidetierhalter haben im Durchschnitt 25 Schafe und 7 Ziegen – nicht weil das alles Hobbybauern sind, sondern weil auf den kleinen Flächen in dieser klein gegliederten Landschaft hier nicht mehr Tiere Platz haben, und sie oft nebenher gehalten werden. Mit 32 Weidetieren produziert man maximal 700 kg Fleisch pro Jahr, zwei Herdenschutzhunde fressen 800 kg. Aber der ORF hat kürzlich auf die NGOs gehört und einen Idealistenbetrieb mit 44 Ziegen, zwei erwachsenen Hunden und drei Welpen, die später die getrennten Herden dieses Zuchtbetriebes bewachen sollen, als Vorbild für alle österreichischen Weidetierhalter hingestellt. Denn das Essen wächst im Supermarkt.

      8+
      • Liebe Bergbäuerin, Respekt! Du lebst jedenfalls nicht hinter dem Berg, wie deine Beiträge hier beweisen. Als Almhirt mit 11 Bergsommern in Tirol und der Schweiz auf dem Buckel sprechen mir vor allem auch deine Ausführungen zum Wolf aus der Seele. Dein kleines Rechenbeispiel zeigt sehr schön, womit alle Befürworter der Rückkehr des Wolfes jedenfalls nicht rechnen. Und ganz genial ist deine Ausgangsfrage nach dem Referenzpunkt, wenn es gilt festzustellen „welche Arten hierher gehören und welche nicht.“ Da tun sich die Klimaforscher und -aktivisten schon leichter mit ihrem Referenzpunkt „Vorindustrielle Zeit“.

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        • Bergbäuerin sagt

          Danke für dein Kompliment, tut sehr gut als Hobbybäurin in dieser Profirunde!!
          Ich glaube, tief im kollektiven Unbewussten ist die vorindustrielle Zeit für alle ökologischen Themen der Referenzpunkt. Am Ende des 18. Jahrhunderts hat die Bevölkerungszahl die ökologische Tragfähigkeit zumindest hier in Europa erreicht. Es war die Zeit, in der Goethe gerade noch die Unerschöpflichkeit der Natur poetisch preisen konnte. Dann begann es eng zu werden. Seither versuchen wir, die biologischen Ressourcen zu schonen. Die Hauptaufgabe der Kohle war es ja, den Wald zu schonen, der damals bereits in seiner Existenz bedroht war, und sie tat es zunächst mit Erfolg. Die Importe aus den Kolonien sollten die hiesigen Rohstoffe schonen. Die Ausrottung des Wolfes sollte die Fleischreserven im Wald und auf der Weide schonen. Die Pflanzenschutzmittel versuchen die Ernte zu schonen. Und quasi wie als Kompensation dieses schwer erträglichen Mangelbewusstseins herrscht eine Wirtschaftsideologie des ewigen Wachstums, immer mehr, immer billiger. Und jetzt zerreisst uns das.
          Und wer glaubt, dass es beim Wolf um Ökologie geht, der wird selig gesprochen. Worum geht es wirklich? Die hohe Schalenwilddichte kommt einfach daher, dass im ewigen Bewirtschaftungskrieg zwischen Förstern und Jägern derzeit die Jäger die Nase vorn haben, weil hinter den Jagdpächtern ja die finanzmächtigen Jagdtouristen stehen, die ihnen Unsummen zahlen dafür, dass ihnen zwischen Morgengrauen und Mittagessen auch sicher was vor die Flinte läuft. Nur, jetzt gehen die Jagdzimmer schon über vor lauter Hirschgeweihen und Rehkrickerln, jetzt muss was Interessanteres her. Jagdtourist Wotschikowsky ist wenigstens ehrlich: Irgendwann, so sagt er, der Herr Wolfsschützer, werden wir wohl anfangen, den Wolf zu jagen. Aber warum eigentlich? Die Leute sollen lernen, sich in ihrem Verhalten der Anwesenheit des Wolfes anzupassen, die Weidetierhalter sollen gefälligst ihre Viecher mit Zäunen und Hunden schützen. Aber den Trophäenjägern kann man die Jagd auf den Wolf getrost erlauben, die sind am guten Erhaltungszustand der Population interessiert. Voilà! https://www.youtube.com/watch?v=PtCHCXqT-Hg&t=75s (ab Minute 20)
          Am Balkan wird das hochkarätige Halali auf Meister Isegrimm eh schon fleißig beworben. http://profijagdreisen.de/portfolio/wolf/
          https://www.jagdreisen.at/tiere/wolfsjagd/
          Wenn nur der Datenschutz nicht wär! Dann könnte man einmal eruieren, wer eigentlich die privaten Großspender hinter dem WWF sind, die diese Medienkampagne finanziert haben.

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          • Paulus sagt

            Sorry liebe Bergbäuerin, die Frage nach irgendeinem Referenzpunkt ist Unsinn. Wir haben uns vielmehr um aktuelle Zustände und daraus möglicherweise resultierender Entwicklungen zu kümmern. Es mag sinnvoll sein, dass von ihnen aufgeführte Beispiel der Viehwirtschaft in Gebirgsregionen, weitgehend oder anhand eines gewünschten Zustands zu konservieren. Dann gehört z.B. der Wolf aber schon nicht mehr dazu.
            Was die Jagd betrifft, kann ich ihnen als ehem. Mitpächter eines Hochwildreviers in der Eifel (2 Pachtperioden über je 12 Jahre) sagen, sie liegen falsch. Für Pächter galt immer Wald vor Wild. Anders war es anfangs im fiskalischen, da spielte es keine Rolle weil vorzugsweise irgendwelche Ministerialen oder auch Diplomaten mal einen Hirsch oder einen Bock erlegen sollten.
            Ebenso liegen sie daneben was die Ursache für die Förderung der Kohle betrifft. Als stud. ing. (mach.) habe ich mal das Wahlfach Industriegeschichte belegt und könnte dazu völlig anderes berichten.
            Ich lese ihre Beiträge aufmerksam und bin der Meinung, sie haben es nicht nötig sich im Geschwurbel zu verlieren.
            Wundert mich, dass sich hier der Alois als Bauer, Bergwaldbesitzer und Jäger eines Kommentars enthält.
            Abschließend: Meine Abneigung gegen NGOs resultiert u.a. daraus, dass alle irgendeinen Zustand konservieren oder auch wieder herstellen möchten. Sie wissen nur leider nicht welchen und vergessen dabei immer „sich selbst“ einzubeziehen.

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            • Bergbäuerin sagt

              Klar war es die Industrie, die die Kohle gebraucht hat. Aber warum haben sie sich nicht mit Holz begnügt? Die Industrie war es ja vorher schon, die dem Wald allzu sehr zu Leibe gerückt war.
              Und haben Sie die beiden Links zum Wolf wirklich angeschaut? Wotschikowsky hat in Salzburg den Jägern („Ich bin ja selber einer“) ins Gesicht gesagt, sie sollen dem Wolf das Wild nicht neiden. Sie haben eh viel zu viel.

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            • Bergbäuerin sagt

              Ich wollte das kollektive Unbewusste auch nicht verteidigen, das sollte nur als Beobachtung gelten. Und der Wolf hat meiner Ansicht nach in den Alpen absolut nichts zu suchen. Ich habe allen Respekt vor der Mehrheit der Revierpächter. Aber schauen Sie sich doch dieses Video über euren obersten Wolfs-Papst an: der sieht für mich nicht nach Revierpächter aus. Dem geht es weder um Forst- noch um Landwirtschaft und auch nicht um eine verantwortungsvolle Wildbewirtschaftung. Dem geht es nur um sich selbst. Der wollte auch dem „gemeinen Volk“ im Bayrischen Wald nicht begegnen. Der wollte einkaufen gehen, aber mit denen, die ihm sein Essen liefern, wollte er nichts zu tun haben.

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  8. Thomas Apfel sagt

    Wenn man zwischen den Varianten der GAP- Neugestaltung, die im Umlauf sind auswählen sollte, ist der Vorschlag des DBV immer noch am nähesten an den Bedürfnissen aller Betriebe. Er ist natürlich auch am weitesten von den Forderungen der Gesellschaft (wie sie von den NGO´s als „Sachwalter und Stimme der Natur“ formuliert sind) und von den Forderungen der ABL entfernt.
    Nun suchen wir in unserem Bedürfnis nach Harmonie in vorauseilendem „Gehorsam “ nach Kompromissen. Ich bin mir da auch unsicher, welcher Weg der richtige ist.
    Aber letztendlich muss man abwägen welche Nachteile oder Vorteile zu erwarten sind und da dürften die Ergebnisse je nach Gegend, Bundesland, Betriebsgröße- oder Ausrichtung sehr verschieden ausfallen.
    So gesehen kann nur jeder selbst entscheiden welchen Kompromiss er unterstützen möchte.
    Ich persönlich versuche gerade im Rahmen eines Projektes die 10 % ÖVF nach den Ansprüchen des Vorschlages der dem Kompromiss des Beitrages zu Grunde liegt praktisch umzusetzen und in den Auswirkungen zu bewerten.
    Allein schon die Erfassung des Ausgangszustandes macht Probleme (weil bei genauerem Hinsehen viel mehr da ist als vorher pauschal angenommen wurde).
    Ansonsten muss sich Jeder mal durch den Kopf gehen lassen, was die Forderungen für ihn selbst bedeuten (10 – 20 % der Flächen stillzulegen ist in vielerlei Hinsicht eine extreme Herausforderung). Die Frage ist, ob nach einigen Jahren die Flächenteile nicht aus der LN rausfallen und beim Versiegen der Steuermittel (Rezession) nicht wieder in Acker gewandelt werden dürfen (stille Enteignung).
    Insgesamt könnte ich der 10 % Variante am ehesten was abgewinnen. Voraussetzung ist aber ein echter Kompromiss, der dieser Bezeichnung auch gerecht wird (wenn beide Seiten sich tatsächlich entgegenkommen und nicht nur wir in Richtung NGo´s).:
    Wenn 10 % LN in ÖVF gewandelt werden sollen, muss auf allen anderen Flächen Produktion und Intensivierung nach für ganz Europa einheitlichen Grundsätzen von Pflanzenschutz und Düngung möglich sein. Die Forderungen der NGO´s gehen aber auch in Richtung einer Extensivierung der 90 % verbleibenden Ackerflächen im nationalen Alleingang, und genau das geht absolut nicht !!!

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  9. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, tolle Textzeile : Kompromisse sind möglich !
    Bin gerade von einer Infoveranstaltung der Südzucker AG was Werksschließungen betrifft zurückgekehrt.. Es wird keinen Kompromiss geben. Knallhart, aus wirtschaftlichen Gründen ,müssen wir 2 Zuckerfabriken schließen. Wer bleibt wiedereinmal auf der Strecke, der Landwirt. Da könnt Ihr heute hier wieder Philosophieren wie Ihr wollt, man müsste man könnte usw. Die Welt und die Praxis sieht anders aus.
    Wirtschaftlichkeit ist die eine Seite , der Grüne Wahnsinn, der immer mehr dieses Land durchzieht und Produzenden mit nicht mehr nachvolziebaren Auflagen und Verboten belastet wird seine Konsequenzen haben. Dagegen muss was getan werden.

    8+
      • bauerhans sagt

        wir hatten unsere fabrik in Lage schon vor vielen jahren an P&L verkauft.
        da gabs auch einige wenige,die dagegen waren,aber die meisten bauern hatte aktien!!!

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    • Schmeckt gut sagt

      Die Politik hat eigentlich alle Informationen und entwickelt oft schon langfristige Strategien. Durch die medienwirksamen Kampagnien der NGOs werden die Berufspolitiker zu Getriebenen und entwickeln dann zum Eigenschutz (um den lukrativen Politikerjob nicht loszuwerden) oft eben nicht zu Ende gedachte Strategien. Dies blüht auch den Grünen, nur wird das Kind dann schon in den Brunnen gefallen sein und die Situation ist nicht mehr umkehrbar. Bauern wachsen nicht auf Bäumen 😉 Sinnvolle Veränderung ja, aber was im Moment läuft, endet im Strukturbruch für viele Branchen – nicht nur für die LW

      8+
    • Schmeckt gut sagt

      Morgen geht es zur Fruitlogistica. Ein Besuch würde vielen die Augen öffnen. 20 riesige Messehallen, die Hälfte auf 2 Ebenen. Fast 80.000 Fachbesucher. Aussteller und Besucher zu 3/4 aus allen Teilen der Welt. Viele weltweit agierende Konzerne mit Anbauflächen pro Frucht zwischen einigen Dutzend und etlichen tausend ha. Anbauflächen gibt es offensichtlich genug. Wenn wir die Früchte unserer Arbeit im weltweiten Wettbewerb ohne politische Unterstützung verkaufen müssen, geht das schief. Es geht auch um verkaufbare Qualitäten und Quantitäten, die genau definiert werden nach Termin und innerem, äußerem und sozialem Anspruch. Der Preis, den wir erzielen können ist das Eine, wenn aber durch das ständige Infragestellen unserer Arbeit (beginnend auch in der Bio-LW – z.B. Tierwohlställe) das Vertrauen in die hiesigen Bauern in Frage gestellt wird, ist die gesicherte Hofnachfolge das kleinste Problem. Bauer Willi, es wäre tatsächlich wunderbar, wenn wir machbare Wege finden können.

      2+
    • Stadtmensch sagt

      Moin Brandenburgbauer
      hat wohl weniger mit dem „Grünen Wahnsinn“ als vielmehr mit dem Ende der Zuckermarktordnung zu tun. Also freier Markt. So wie ihr es haben wollt…

      3+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Habe zwar nichts mit Zuckerrüben am Hut, aber das Ende der Zuckermarktordnung hat nur den Sinn, den Zuckerrohrbauern ferner Ländern, bzw. der dortigen Verarbeitern neue Märkte zu erschließen und den Zuckerpreis in der EU zu senken.

        1+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Stadtmensch, “ so wie ihr es haben wollt“. Ich kenne keinen Landwirt in Deutschland der das so haben wollte.

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    • Eckehard Niemann sagt

      Sie schreiben: „WIR“ müssen 2 Zuckerfabriken schließen.“ Wer ist „WIR“: Der Konzern oder die Rübenanbauer? Südzucker hat gemeinsam mit fast allen anderen Zuckerkonzernen die Überschussproduktion für den ruinösen Weltmarkt angeheizt – was für eine verblendete Strategie auf Kosten der Bauern! In Warburg wurde heute gegen die Südzucker-Schließungspläne demonstriert…

      2+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Herr Niemann, ja ich habe meine Aussage nicht deutlich formuliert.
        Der Vorstand der Südzucker AG, hat gegen über uns Landwirten klipp und klar gesagt “ aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir ,die Südzucker AG 2 Fabriken schließen“.

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    • Ottmar Ilchmann sagt

      Die Rübenbauern sind nicht primär Opfer des „Grünen Wahnsinns“, sondern des Liberalisierungswahnsinns und der Weltmarkt-Eroberungsphantasien der Zuckerindustrie.

      1+
      • Der Brandenburgbauer sagt

        Moin Ottmar, ich habe nicht nur von den Rübenanbauern gesprochen, sondern von allen konventionell wirtschaftenden Landwirten die immer mehr Opfer des Grünen Wahnsinns werden.

        0
  10. Friedrich sagt

    @Willi, allein mir fehlt der Glaube.Wenn ich den NABU-Vorsitzenden immer rumholzen sehe , dann kann ich da nichts Gutes erkennen. Wir haben genug Vorleistungen erbracht .
    Die anderen fordern nur und wir sollen Kompromisse machen. Erst einmal will ich deren Entgegenkommen sehen. Vor allen Dingen muß die Hetze aufhören und die ständige Schuldzuweisung in Richtung Bauern. Diese Gegnerschaft haben die aufgebaut. Euer aufgeschriebener Text hört sich gut an , aber die Taten vor Ort müßen das auch leben und da sehe ich auf der anderen Seite erheblichen Nachholbedarf. Wie soll ich die Ernsthaftigkeit sehen , wenn sich Leute verwirklichen wollen ,von Umwelt und Biodiversität schwärmen und im selben Moment von über 30 Kreuzfahrten prahlen. Wo ist da die Ernsthaftigkeit mit dem Umwelt-und Klimaschutz zu erkennen. Und das ist kein Einzelfall. Die Bauern haben ihre Klimabilanz um rd. 30% verbessert. Im privaten Bereich unserer Mitbürger ist aber eine Einsparung überhaupt nicht zu erkennen. Das ergeben alle Statistiken der letzten Jahre. Vorsicht ist also geboten. Lasse mich aber gern in der Praxis von etwas Besserem überzeugen. Ich war und bin immer Teamarbeiter gewesen, aber die andere Seite steht leider für Egoismus. Die zugefügten Schmerzen der Vergangenheit verheilen halt nur langsam. So habe ich eben mein eigenes Ding i. S. Umweltschutz gemacht, weil ich es nicht brauche , daß an jedem Baumpflanzen ein Reporter dabei sein muß.

    8+
  11. Eckehard Niemann sagt

    Es ist – besonders nach den Erfahrungen der letztjährigen Dürre – eine grundlegende Neubesinnung auf den „integrierten Pflanzenbau“ und die „gute fachliche Praxis“ angesagt.

    Und zwar „echt-integriert“ in dem Sinne, dass endlich die Definitionen ernst und wörtlich genommen werden, dass Chemie erst nach Ausschöpfung aller ackerbaulichen Maßnahmen (Fruchtfolge, Sortenwahl, Bodenbearbeitung, mechanische Beikrautregulierung etc.) anzuwenden ist (§ 2 des Pflanzenschutzgesetzes).
    Mit diesem „echt-integrierten“ Ansatz sind durchweg höhere Kosten verbunden und verringerte wenn auch stabilere Erträge (bzw. Verzicht auf Maximalerträge). Man kann diese neuen Anbaubedingungen beklagen, aber auch positiv-aktiv nutzen für die Durchsetzung gewinnbringender Erzeugerpreise, für die Begründung eines ausreichenden EU-Außenschutzes und für gesellschaftliche Akzeptanz:

    Hierzu bedarf es folgender politisch-ordnungsrechtlicher Rahmenbedingungen, damit diese neue Produktionsweise nicht durch Billigangebote (aus Produktion nach bisherigen Niedrig-Standards) wettbewerblich unterlaufen werden: Zum einen EU-weite (wenn auch regionalisierbare) ordnungsrechtliche Regelungen – z.B. durch klare Vorgaben zu Echt-Fruchtfolgen, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln etc. in der Gemeinsamen Agrarpolitik („Cross-Compliance“-Anforderungen als Voraussetzung für den Erhalt von EU-Direktzahlungen). Zum anderen weiterhin einen Außenschutz des EU-Binnenmarkts gegenüber Drittlands-Importen mit geringeren Standards.

    In diesem Falle müssten verringerte Erträge durchaus keinen ökonomischen Nachteil für Landwirte bedeuten, weil damit preisdrückende Überschüsse vermieden werden und weil ein verringertes Angebot speziell auf Agrarmärkten (mit ihrer relativ unelastischen Nachfrage) zu über-proportional höheren Erzeugerpreisen führt.

    Die Veränderung innerhalb der Produktionsverfahren einzelner Kulturen reicht allerdings nicht aus: Zu verändern und zu optimieren sind ganze (vielfältigere) Fruchtfolgen – zu betrachten und ökonomisch zu bewerten sind deshalb die ackerbaulichen und ökonomischen Ergebnisse ganzer Fruchtfolgen (einschließlich von Synergie-Effekten). Dies ist ohnehin angesagt, weil immer mehr Unkräuter, Ungräser und Schaderreger mittlerweile resistent gegen Pflanzenschutzmittel geworden sind, weil die Nematoden-Problematik wächst und deshalb ohnehin eine Veränderung des Anbaus, der Sortenwahl und der Fruchtfolge notwendig ist.

    Der Unterschied eines solchen „naturnäheren Anbaus“ zum Ökolandbau bestände u.a. darin, dass weiterhin chemisch-synthetische Düngemittel und organische Düngemittel aus konventioneller (aber demnächst hoffentlich deutlich artgerechterer) Tierhaltung verwendet werden können und dass in bestimmten, genau zu definierenden „Ackerbau-Notsituationen“ auch ein begrenzter chemischer Pflanzenschutz im Rahmen von Notfall-Zulassungen möglich wäre (ohne den Verlust einer Zertifizierung). Im Gegensatz zu bloßen Pestizid-Reduzierungs-Programmen (z.B. „Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz“ – NAP) sind die Wirkungen eines solchen neuen konventionellen Anbausystems nicht nur viel umfassender – die gesellschaftliche Akzeptanz des konventionellen Ackerbaus lässt sich (angesichts sonst nie lösbarer Rückstands-Risiko-Debatten) nur so erreichen.

    Ein solch neuer konventioneller Anbau muss für die Vorzüglichkeit und die Chancen des Ökologischen Landbaus nicht unbedingt negativ sein: Der jetzt noch sehr hohe Abstand von Kosten und Preisen wäre deutlich geringer. Und der Ökologische Landbau bekäme so mehr Freiraum, bestimmte Probleme und Defizite auch in seinem Bereich offensiver anzugehen.

    2+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Hierzu bedarf es folgender politisch-ordnungsrechtlicher Rahmenbedingungen, damit diese neue Produktionsweise nicht durch Billigangebote (aus Produktion nach bisherigen Niedrig-Standards) wettbewerblich unterlaufen werden: Zum einen EU-weite (wenn auch regionalisierbare) ordnungsrechtliche Regelungen – z.B. durch klare Vorgaben zu Echt-Fruchtfolgen, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln etc. in der Gemeinsamen Agrarpolitik („Cross-Compliance“-Anforderungen als Voraussetzung für den Erhalt von EU-Direktzahlungen). Zum anderen weiterhin einen Außenschutz des EU-Binnenmarkts gegenüber Drittlands-Importen mit geringeren Standards.“

      Es gehört schon viel Fantasie dazu, dass diese Forderung durchgesetzt wird.

      Der Unterschied eines solchen „naturnäheren Anbaus“ zum Ökolandbau bestände u.a. darin, dass weiterhin chemisch-synthetische Düngemittel und organische Düngemittel aus konventioneller (aber demnächst hoffentlich deutlich artgerechterer) Tierhaltung verwendet werden können und dass in bestimmten, genau zu definierenden „Ackerbau-Notsituationen“ auch ein begrenzter chemischer Pflanzenschutz im Rahmen von Notfall-Zulassungen möglich wäre (ohne den Verlust einer Zertifizierung).

      Wer bitte stellt die Notwendigkeit fest?
      Bekommt der zuständige Berater vom Amt einen Porsche, oder einen Heli zur Verfügung, damit er alle Felder beurteilen kann?

      Was mein ehemaliger Betrieb betrifft,ich konnte schon beurteilen wenn eine Pflanzenschutzmaßnahme notwendig war, aber neuerdings wir einem das abgesprochen.

      2+
      • Eckehard Niemann sagt

        Einfach mal informieren, wie derzeit schon die Notfall-Zulassungen funktionieren.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie werden es kaum glauben, ich kenne mich bei Notfallzulassungen aus.

          Bei den Entscheidungen eines Einsatzes spielt es keine Rolle, ob das Mittel eine normale, oder eine Notfallzulassung hat.

          Die Notfallzulassung wird im Notfall eingesetzt, weil die Sesselfurzer bei der Zulassungsstelle nichts auf die Reihe bekommen, nein, die verzögern die Zulassung neuerer besserer Mittel, vermutlich sogar umweltschonender Mittel.

          2+
    • Schmeckt gut sagt

      Herr Niemann haben sie den NAP überhaupt gelesen? Nach ihren Aussagen zu urteilen anscheinend nicht. Ach ich vergaß – der ganze Bereich der Aktivisten, die nur die Ökoverbandsbelange sehen, aber volkswirtschaftliche Notwendigkeiten ausblenden (habe ich es nicht versucht, sehr diplomatisch auszudrücken 😉 ), hat eine Abstimmung mit den wirtschaftenden Unternehmen und Verbänden im letzten Moment fast komplett boykotiert. Ihre Aussagen bestärken mich darin, dass die Bauern sehr kritisch alle Vorschläge und „Verbesserungen“ zur „Weiterentwicklung der konventionellen LW hinterfragen sollten. Das heißt nicht, dass die vielen von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen, die einen wirklichen Mehrwert bringen, boykotiert würden. Hier unterscheiden wir uns grundsätzlich.

      1+
      • Eckehard Niemann sagt

        Habe ich gelesen, habe ganz am Anfang sogar daran mitzuarbeiten versucht…

        1+
    • Obstbäuerin sagt

      Wenn die Unterschiede in der Produktion kaum mehr unterscheidbar, jedoch die Förderung für Bio immer noch 2-4 mal so hoch ausfällt, dann wird die Zukunft so sein, dass immer mehr umstellen. Das ist ja gewollt. Der Preis für Bio fällt noch heftiger, konventionelle Ware kommt aus den anderen EU-Ländern und der Bienenfreund ist überglücklich.

      1+
    • Inga sagt

      Meinst du wirklich, dass

      „In diesem Falle müssten verringerte Erträge durchaus keinen ökonomischen Nachteil für Landwirte bedeuten, weil damit preisdrückende Überschüsse vermieden werden und weil ein verringertes Angebot speziell auf Agrarmärkten (mit ihrer relativ unelastischen Nachfrage) zu über-proportional höheren Erzeugerpreisen führt“.

      In diesem Falle müssten verringerte Erträge durchaus keinen ökonomischen Nachteil für Landwirte bedeuten, weil damit preisdrückende Überschüsse vermieden werden und weil ein verringertes Angebot speziell auf Agrarmärkten (mit ihrer relativ unelastischen Nachfrage) zu über-proportional höheren Erzeugerpreisen führt.

      Dann müßte ja der Mangel auf dem Markt zu höheren Preisen führen, irgendwie eine kaufmännische Logik.
      Aber funktioniert das bei landw. Produkten auch?
      Die Firmen, die diese Rohstoffe für sich kaufen, die kaufen sie auf dem großen Weltmakrt, wo es am biligsen ist.
      Also hat der Bauer dann den „Schwarzen Peter“!

      Das hört sich ja alles schön und gut an,

      dann lassen wir doch gleich mal den Kommers mit den großem mächtigen Firmen weg, die auch mitverdienen wollen, die dürfen über das landw. Geschehen keinen Einfluss haben, oder gar noch die Gene oder anderes für sich beanspruchen oder sonst irgendwie in die Wirtschaftsweise des Bauern einmischen., oder die Pflanzenschutzberatung von den Firmen übernommen wird,

      die muß von studierten Leuten einer staatlich neutralen Institution erfolgen.

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  12. Mir fehlen Aussagen, inwieweit der Gegensatz zwischen den gewünschten betrieblichen Zielen Effizienz (= Ertrag) und Qualität (= Sortenreinheit) mit Biodiversität, Reduktion PSM etc. gelöst werden kann. Oder ob es nicht besser wäre, die Ziele räumlich zu trennen: hohe Biodiversität in Schutzgebieten (oder gerne auch Siedlungsgebieten), hohe Effizienz auf landwirtschaftlichen Flächen.

    In der Stadt gibt es ja auch eine räumliche Trennung der Funktion: Gewerbegebiete, Wohngebiete, Erholungsgebiete. Da wird ja auch nicht verlangt, dass Gewerbegebiete auch ein bisschen Erholungscharakter und geeignet zum Wohnen sein sollen.

    3+
    • Bauer Willi sagt

      Das war ein sehr intensiv diskutiertes Thema. Wir Landwirte haben uns auch für die Schaffung von Habitaten für die jeweiligen Zielorganismen ausgesprochen. Den Naturschützern waren aber andere Ziele wichtiger.
      So ist halt ein Kompromiss entstanden. Immerhin ein Anfang.

      3+
      • Schmeckt gut sagt

        Immerhin. Ist denn auch darüber gesprochen worden, wie die hohen Qualitätsansprüche des Handels erfüllt werden können? Die Aussage, dass mehr in Forschung und Beratung investiert werden sollte, reicht nicht aus.

        3+
  13. Schmeckt gut sagt

    Danke BW, für den Link – ist ansonsten nicht so einfach zu finden. Über alle angesprochenen Punkte kann man diskutieren und findet auch sicherlich ein Ergebnis, eventuell sogar einen Konsenz. Es werden auch die Leistungen der Bauern anerkannt, was toll ist. Nur wenn es um unsere Lebensgrundlage, den Verkauf unserer Produkte, geht, wird es „schwammig“. Wie soll ich als Bauer, der sich mit dem Gedanken trägt, seine Anbausysteme in Richtung minimalste Eingriffe in Flora und Fauna umzustellen, Vertrauen in die Politik und Gesellschaft aufbauen? Anscheinend ist nicht geplant, den LEH zu zwingen, uns angemessen zu bezahlen, wenn ich in der Zusammenfassung folgendes finde (ich hoffe, das Zitat ist okay):
    „LandwirtInnen sichern unsere Ernährung und prägen durch ihre Wirtschaftsweise unsere Kulturlandschaft und sind damit mit verantwortlich für den Lebensraum einer Vielzahl an Arten von Tieren und Pflanzen in der Agrarlandschaft. Ihr Einkommen generieren LandwirtInnen jedoch fast ausschließlich durch den Verkauf pflanzlicher und tierischer Produkte. Eine stärkere Honorierung einer tatsächlich erbrachten ökologischen Leistung für die Gesellschaft, etwa durch gezielte Umwidmung von Geldern aus der GAP-Förderung, würde LandwirtInnen mehr Spielraum für eine umweltfreundlichere und biodiversitätsschonende Wirtschaftsweise erlauben.
    Absatz stärken: Höhere Diversität in der Agrarlandschaft durch erweiterte Fruchtfolgen oder eine höhere Vielfalt an Kulturpflanzen erfordert auch die Anpassung der Absatzmärkte und Wege. Der Lebensmitteleinzelhandel muss auch den Endverbraucher davon überzeugen, entsprechende Produkte nachzufragen. Die Einrichtung von Gütesiegeln für besonders biodiversitätsfördernde Anbauweisen schafft Verbraucherbewusstsein und erlaubt die Weitergabe der gestiegenen Produktionskosten oder die Kompensation reduzierter Einnahmen.“
    Im Moment überzeugt der LEH den Verbraucher davon, dass er Bio-Lebensmittel zunehmend zu Discountpreisen (aus dem Ausland) bekommen kann. Label dienen nur dazu, diese Entwicklung mit einem Feigenblatt zu versehen und zu beschleunigen. Mir fehlt ein ganz klares Bekenntnis zur LM-erzeugung in D mit kontrollierter Änderung des Einkaufsverhalten des LEH, um aus dem jetzigen Käufermarkt einen wirklichen Verkäufermarkt zu machen, der den Namen auch verdient. Im O&G-bereich haben wir zur Zeit einen Käufermarkt bei einer Selbstversorgung um die 50%.

    5+
  14. Friedrich sagt

    Das hört sich auf den ersten Blick schon mal ganz gut an. Wenn das aber alles in Richtung Bio gehen soll , dann naja. Wenn dabei raus kommt , daß jeder Betrieb freiwillig sich etwas aussuchen kann , dann hört sich erst einmal toll an, aber wenn ich sehe , daß ordentlich Berater eingestellt werden sollen , dann zieht sich schon der Magen wieder zusammen. Berater und Kontrolleure habe wir schon im Übermass, da gibt es keinen Mangel . Da soll wohl ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Landwirtschaftskammer /Ämter geschaffen werden. Genau das lehne ich ab. Auch möchte ich mal die Finanzierung wissen. Wenn es weniger Prämie für die Betriebe und damit mehr Geld für Berater geben soll ,ist das abzulehnen. Auch führt es sicherlich wieder zu mehr Bürokratie, was auch abzulehnen ist.
    Was wir brauchen ist Anerkennung , Vertrauen, Gesetze auf wissenschaftlicher Basis und vernünftige Einkommen. Der jetzige Weg zur Kriminalisierung , Niedermache , Totalkontrolle, Niedrigstpreise , ohne Vertrauen und geringes, abhängiges Einkommen führt so an die Wand.

    8+
    • Bauer Willi sagt

      @Friedrich
      siehe es einfach mal als ersten Schritt auf einem langen Weg. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden 🙂

      2+
  15. bauerhans sagt

    ich lese absichtserklärungen.
    die politik,die EU legt die regeln fest,die deutschen setzen immer „noch einen drauf“.
    wichtig in D ist und bleibt günstige ernährung!
    der schutz der umwelt,wofür hauptsächlich die landwirtschaft verändert werden soll,wird
    durch einige programme gefördert,die wirtschaftlich sind.
    dass bio die doppelte förderung der konventionellen bekommt,wird nicht infage gestellt.

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    • Bauer Willi sagt

      Wo hat man das in einem Papier von Naturschützern schon mal gelesen:

      „Für LandwirtInnen stellen ihre Ackerflächen die Grundlage ihres Wirtschaftens dar. Jegliche Maßnahme, die sie dort ergreifen, um Biodiversität zu fördern, die gleichzeitig den Mehraufwand steigert und ihre Erträge schmälert, ist aus betrieblicher Sicht ein Verlust, der kompensiert werden muss.“

      Euch kann man aber auch nichts recht machen. Ich bat um wohlwollende (gemeint ist konstruktive!!) Kritik. Es gibt auch Gläser, die halbvoll sind.

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  16. Obstbäuerin sagt

    Sosehr ich mich auch anstrenge, die positiven Aspekte wahrzunehmen, lese ich genau das heraus, was von NGO`s, den Grünen und Öko`s für die GAP gefordert wird. Allerdings haben sie sehr nette Umschreibungen und Worte gewählt. Lässt man die Redundanz weg, bleiben folgende Forderungen:
    Beratung für Biodiversität als Pflicht aufbauen (neues Geschäftsfeld für NGO)
    Umwidmung von Geldern in Richtung Bio
    Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln
    Umstrukturierung in kleinteiligere Landwirtschaft
    Dabei wird an keiner Stelle erwähnt, dass alle Biobetriebe die Höchstanzahl der Punkte automatisch jetzt schon erfüllen. Diese Frage habe ich persönlich an Prof. Oppermann gestellt und die Antwort entsprechend bekommen. Damit reduzieren sich die vorhandenen Mittel natürlich erheblich.

    5+
  17. Mark sagt

    „Trotz unterschiedlicher Instrumente, sowohl auf europäischer (Greening, CrossCompliance) als auch auf nationaler (AUKM, GAK) Ebene, konnte keine
    Stabilisierung oder gar Umkehr dieser Entwicklung erreicht werden.“ Dieser Satz stimmt definitiv nicht. Wer mit offenen Augen ideolgiefrei durch die Lande fährt, sieht dass sich im Grunde sehr viel getan hat. Ökoprogramme, wie z.B. das FAKT in BW erfahren s große Nachfrage, dass gedeckelt werden muss. Erste Vorraussetzung für einen Kompromiss wäre, dies Anzuerkennen.

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    • Arnold Krämer sagt

      @Mark
      Ich kann Ihrer Feststellung für den Nordwesten Deutschlands nur zustimmen. Das verpflichtende Greening hat schon für positive Veränderungen gesorgt. Wenn man aber Fördergelder umlenken will, muss man das Bestehende schlechtreden.

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  18. Harald Müller sagt

    Sehr schön; insbesondere die Gedanken eines Punktesystems und einer überbetrieblichen Koordination von Maßnahmen finde ich ausbaufähig. Und wichtig ist auch, die Finanzierung anzusprechen. Zu viele Leute haben einfach keine Vorstellung über Aufwand, Kosten und Ertragsausfall ökologischer Maßnahmen.

    Ich möchte aber noch einen weiteren ganz persönlichen Kritikpunkt am aktuellen Fördersystem einwerfen:

    Meine konkrete Anbauplanung beginnt mit der Ernte, also im Juli des Jahres. Wenn ich Blühstreifen etc. einplanen soll, möchte ich also bereits zu diesem Zeitpunkt zumindest eine rudimentäre Planungssicherheit haben, welche Maßnahmen über Programme wie z.B. das bayerische KULAP (Kulturlandschaftsprogramm) finanziert werden können.

    Die Liste der KULAP-Fördermaßnahmen wird aber erst im Dezember vorgestellt. Anträge werden frühestens im Februar bewilligt. Somit ist dieses Programm mit meinen Abläufen weitgehend unvereinbar. Das ist der Hauptgrund, warum ich mich an ökologischen Maßnahmen bisher nicht beteilige. Eine größere zeitliche Flexibilität dieses Programms wäre vermutlich nicht nur für mich interessant.

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  19. Piet van Veghel sagt

    „Reduzierung Pflanzenschützmittel“, erneute Zulassung Neonicotinoiden, oder Ernteverlust im Kauf nehmen?

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      • Obstbäuerin sagt

        Eigentlich ist das dann keine Frage mehr, Inga. Biodiversität schlägt Produktivität.

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        • Inga sagt

          Wenn die Biodiversität uns alle angeht, muß das Defizit der Produktivität vom Steuerzahler zugezahlt werden,oder die landwirtschaftlichen Produkte müssen deswegen teurer werden.
          Warum gibt es dazu keinen Kompromiss?
          Weil sich einige weigern die Biodiversität mit zu finanzieren?
          Die sollen sich was schämen. Oder?

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