Bauer Willi
Kommentare 141

Eine Woche in Berlin…

Die “Grüne Woche” ist vorbei. Und? Was hat sie gebracht? Für die Berliner und andere Besucher war es eine – wie immer – bunte Darstellung der Lebensmitteln aus aller Welt. Man konnte probieren, was man vorher noch nicht probiert hatte und nach Herzenslust schlemmen. Lecker!

Doch neben den kulinarischen Köstlichkeiten gab es auch Veranstaltungen rund um Landwirtschaft und Ernährung. Es gab – wie immer – viele Foren, in denen über die genau gleichen Themen -Landwirtschaft und Ernährung – referiert und diskutiert wurde. Politik, Verbände und NGO´s aller Farben und Interessenslagen trafen sich in Berlin, um ihre Sache zu vertreten. Von daher ist es ein fixer Treffpunkt im Januar, auf dem man auch mal bei einem der vielen Empfänge unbeschwert und ohne Kamera und Mikrofon einmal “schwatzen” kann. Das ist gut, denn so lassen sich Differenzen klären. Ob man sie löst, steht auf einem anderen Blatt.

Die Demonstration(en)

Und wie jedes Jahr gab es eine Demonstration. Wieder am Brandenburger Tor, dass einst als Symbol der Trennung galt und daher einen hohen symbolischen Charakter hat. Und wie jedes Jahr ging es in der Demonstration gegen die Agrarindustrie, gegen die industrialisierte Landwirtschaft und – auch wie immer – gegen den/die Agrarminister/in. Eine kleinere, zweite Demonstration, die für Dialog statt Protest warb, wurde wenig beachtet.

Für den Erhalt einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft, für bessere und faire Preise, für mehr Nachhaltigkeit, für einen gerechten Welthandel und für bewussten Konsum wolle man sich einsetzen, so das Credo der Groß-Demonstration. Ja, wer wollte das nicht. Da könnte wohl jeder Bauer mitmachen.

Doch viele, vor allem konventionelle Landwirte empfinden diese Demo eher als Provokation. Wenn neben den verständlichen Forderungen gleichzeitig von Tierschändern oder Umweltvergiftern die Rede ist, wenn vehement eine Agrarwende oder ein Systemwechsel gefordert wird, sind diese Begriffe eher verstörend. Vor allem, wenn sie von Organisationen kommen, die sonst mit Landwirtschaft nicht viel am Hut haben. Sie mögen ja nichts Schlechtes wollen, sie machen auf Probleme aufmerksam. Aber die Konflikte bleiben unbewältigt, so wie jedes Jahr. Das ist das Traurige.

Die Mutmacher

Doch dann bin ich wieder auf dem Messegelände und treffe Menschen, die das alles nicht anficht. Menschen, die sich selbst auf den Weg gemacht haben und in ihrem Umfeld Geschäftsmodelle abseits der großen Lebensmittelketten aufziehen. Manch einer mag sie belächeln, die Betreiber eines Hofladens mit Bauernhof-Eis, die Vermarktung von regionaler Marmelade oder Fruchtsäften. Oder die Initiative “Wirkennendenlandwirt” in der zwei Frauen sich das Ziel gesetzt haben, Fleisch und Wurst von Aktivstall-Schweinen ganz zeitgemäß über ein Online-Portal zu vermarkten. Übrigens mit allem, was sich der Verbraucher wünscht: hohe Qualität, guter Geschmack, Transparenz, Regionalität, artgerechte Tierhaltung und erschwingliche Preise. Geht doch! Das macht Mut.

Der Alltag

Zurück in der U-Bahn komme ich an einer Station am “Denn´s Bio-Supermarkt” vorbei und schaue mir kurz das Angebot an: Trauben aus Südafrika, Ananas aus Costa Rica, alles in Bio-Qualität und nicht gerade billig. Dann fällt mir eine Packung mit  der Aufschrift “Bio-Hundefutter vom Bio-Bauer”  in´s Auge. Ein Kilo 25 €.  Ja, das ist gutes Marketing und ich denke, dass sich manch ein konventioneller Bauer da ein Stück abschneiden kann. Nur abzuliefern und bei anonymen und austauschbaren Produkten darauf zu hoffen, dass sich die Weltmarktpreis schon wieder erholen werden, ist langfristig kein gutes Geschäftsmodell. Und daran zu glauben, dass die Politik oder die Verbände es schon richten werden, hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert. Warum sollte sich das jetzt ändern?

Auf der langen Zugfahrt nach Hause habe ich viel Zeit, nachzudenken. Berlin war für mich eine Reise wert. Ich meine jetzt nicht die Grüne Woche, sondern das Erlebnis einer Großstadt mit so vielen Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen und Wünschen. Da müsste doch auch für unseren Betrieb was dabei sein…

Euer Bauer Willi

 

(Aufrufe 3.667 gesamt, 1 heute)

141 Kommentare

  1. Thomas Apfel sagt

    Hallo Herr Brändle,

    ich habe mal verschiedenste Betriebsformen in ihren Online-Rechner eingegeben.
    Neben der erkennbaren Kappung (Degression), zu der Sie ja auch stehen, sehe ich eine starke Bevorzugung der Weidetierhalter (ist ja auch Ihr Klientel). Kleine Weidetierhalter werden mit 700 – 800 €/ha beglückt, kleine Ackerbaubetriebe mit rund 330 €/ha. Womit begründen Sie das ? Schweinehalter und Geflügelbetriebe kommen gar nicht vor.
    Für mich ist das Klientelpolitik wie jede andere Interessenvertretungsgruppe das auch tut.
    Da gefällt mit ja sogar der NABU Entwurf zur GAP besser weil dort außer einer leichten Überpräferierung für Bio-Betriebe sonst keine Unterschiede zwischen Tierhaltern und reinen Marktfruchtbetrieben gemacht werden. Sie vertreten also keinesfalls alle Bauer.

    • Phillip Brändle sagt

      Hallo Herr Apfel,

      wenn sie wirklich den Rechner genutzen haben (Hier nochmal der Link: https://www.abl-ev.de/themen/agrarpolitik/punktesystem//) sollten Sie auch festgestellt haben das die Berechnung in GV/ha durchgeführt wird. Wie kommen Sie also drauf das z.B. Schweinehaltung und Geflügel nicht berücksichtigt wird?

      Wie sieht den der NABU Vorschlag aus? In meinen Augen möchte dieser vorallem Vertragsnaturschutz durch ein Naturschutzfonds entlohnen – wie sie als Landwirt diesen dunkelgrünen Vorschlag dem der AbL vorziehen können ist mir nicht klar. Aber Ihre Meinung lasse ich Ihnen natürlich.

      Beste Grüße,
      Phillip Brändle

  2. Bauer Willi sagt

    Lieber Herr Brändle,
    ich habe Ihre Kommentare gelesen und das Video gesehen. Die Frage ist doch jetzt, wie es weitergeht? Wie hier in den Kommentaren zu sehen, gibt es viele unterschiedliche Ansichten, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussieht.
    Meines Erachtens fehlt in all diesen Kommentaren ein wichtiger Faktor: das ist der Mensch, der unsere Produkte kaufen soll. Denn letztendlich ist es das, wovon wir Bauern leben: dem Einkommen bzw. Gewinn.
    Jeder Konsument kann das kaufen, was er für richtig hält. Der eine kauft Bio, der andere Billig-Fleisch. Der eine ist Vegetarier, weil ihm die Tiere wichtig sind, der andere möchte Fleisch essen. Dem einen ist ein niedriger Preis wichtig, der andere legt Wert auf Regionalität und ist bereit, dafür mehr zu bezahlen. Der Handel bietet alles an und macht damit immer Gewinn. Immer.
    Was ich damit sagen will: Wer hat den Königsweg? Ich schätze Ihre Vorstellungen von Landwirtschaft. Schätzen Sie auch die Leistung der konventionellen Landwirte? Denn nur bei gegenseitiger Wertschätzung kann man an Lösungen arbeiten. Streiten müssen wir uns, aber auch gegenseitig wertschätzen.
    Zitat von WHES aus 2018: “Wir sollten nicht nur miteinander denken, sondern auch aneinander denken” Was glauben Sie, hat das gesagt?

    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin, Zitat aus der Bauernzeitung vom 26.1.2018 ” Obwohl Kremmer- Schillings mit seinen leisen, überlegten Argumenten nur schwer durch den tosenden Lärm der Kundgebung drang , wird dem ein oder anderen vieleicht doch sein Schlussatz im Gedächtnis bleiben: Wir müssen miteinander reden und miteinander denken.
      Und wenn wir dann noch ein bischen aneinander denken, dann wäre das ein wunderschöner Anfang”

    • Phillip Brändle sagt

      Guten Abend Bauer Willi,

      Sie haben Recht, es geht auch um den Menschen und damit auch um uns Bäuerinnen und Bauern und unser Einkommen. Ich hoffe das auch, dass aus meinen bisherigen Äußerungen deutliche wurde!? Ebenso habe ich hoffentlich auch deutlich machen können das mir sehr klar ist das es unterschiedlichste Verbraucherbedürfnisse gibt die auf Vielfältige weiße bedient werden müssen. Gerde deswegen braucht es auch eine vielfältige Agrarstruktur. Uneinig sind wir offensichtlich in dem Punkt, dass einzig der Markt und die Verbraucher entscheiden. Wenn ich mir ansehe wie hoch der Anteil an Subventionen an dem Einkommen vieler Kolleginnen und Kollegen ist, ist eben auch die Politik und Ihre Rahmenbedingungen entscheidend. Und nicht nur der Markt. Hinzu kommt das wir ja nicht Ansatzweise die Transparenz am Markt haben von der die Marktheorie ausgeht.
      Was den Königsweg angeht: Ich behaupte nicht diesen in Gänze zu kennen. Aber ich engagiere mich für meine Ansichten, entwickle gemeinsam mit anderen Menschen Ideen und gebe mich gleichzeitig Mühe zuzuhören und auch die Bedürfnisse und Wünsche anderer Teile der Gesellschaft mit zu berücksichtigen.

      Was meine Wertschätzung für meine konventionellen Kolleginnen und Kollegen angeht: Wissen Sie ich denke eigentlich gar nicht so viel in dieser Kategorie und ich finde Sie auch nicht entscheidend. Ja der Ökolandbau – und ich spreche hier von seinen Prinzipien und nicht von den Richtlinien und Siegeln – hat in meinen Augen viele innovative Ansätze. Und ich finde auch das er vielen bäuerlichen Betrieben ein Überleben sichert und durch den Ansatz möglichst wissensbasiert und in möglichst in geschlossenen Kreisläufen zu wirtschaften die Changs bietet sich aus Abhängigkeiten zu lösen. Aber letztlich geht es mir um die gesamte Agrarstruktur du ich hinterfrage auch den Ökolandbau und seine Verbände kritisch. Pflanzenschutzmittel und synthetischer Dünger sind hierbei wirklich nicht der allentscheidende Faktor – im Gegenteil. Es geht wie so oft vielmehr um Balance und Ausgewogenheit. Und noch was: ich habe sehr gute Freunde die konventionell wirtschaften. Betrieblich arbeiten wir eng und sehr gut mit konventionellen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Und als AbLer vertrete ich konventionell und biologisch wirtschaftende Betriebe gleichermaßen und das sehr bewusst! Die ganze öko vs. konventionell Debatte ist weder mein Thema noch empfinde ich Sie als Zielführend.
      Um Ihre Schlussfrage zu beantworten: Genau das – also den gesamten Berufsstand mitzudenken – würde ich für mich an Anspruch nehmen. Zumindest nehme ich für mich in Anspruch dass ich es aktiv versuche!

      Beste Grüße,
      Phillip Brändle

      • Obstbäuerin sagt

        Dann gehört der Obstbau wohl nicht zum Berufsstand, Herr Brändle! Und wenn ich mich unter meinen Blogger-Kollegen so umschaue, fühlen sich die wenigsten von Ihnen vertreten.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Im Jahr 2017 gab es bei uns einen Frost, bei dem es in manchen Betrieben ohne Frostberegnung bis zu 100% Frostschaden entstanden ist.

          Obwohl ich auf dieses Schadereignis hingewiesen habe, hat es in diesem Forum niemand interessiert. Herr Brändle ist nicht alleine.

      • Bauer Willi sagt

        Lieber Herr Brändle
        auch da sind wir einer Meinung. Ich würde mir wünschen, dass alle Agrar-Subventionen abgeschafft würden. Ich habe das auch mit Grünen und Linken diskutiert und selbst die sehen das als Utopie an. Begründung: wir sind ein Land, das vom Export von Autos und Maschinen lebt. Ich finde das frustrierend.
        Auch ich kenne den Königsweg nicht. Leider. Und ja, an der Basis arbeiten Bios und Konvis problemlos zusammen. Ich hatte allerdings mehrere Erlebnisse, wo ich die Köpfe der Bios sehr ideologisch kennengelernt habe. Auch der DBV ist ideologisch geprägt. Das macht es so schwierig.
        Mein Auftritt und auch der von Bernhard Barkmann bei WHES waren singuläre Ereignisse. Bewirkt haben sie nichts und in 2019 wurde auch kein “normaler” Landwirt mehr eingeladen. Mit “Normal” meine ich die 94%, die konventionell wirtschaften. Sie sind auch über das Auftreten von Attac und Campact abgeschreckt worden. Und wenn PETA dann noch mitmarschiert.
        Ich nehme Dir ab, dass Du gute Absichten hast. Ich habe auch gute Kontakte zu konventionellen AbLern. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die AbL aber als Bio-Lobby, die sehr nahe mit obigen NGO´s zusammenarbeitet. Das macht es schwierig.
        Aber auf den Lebensmittelhandel und seine unrühmliche Rolle hinzuweisen, könnten alle Organisationen. Der spielt meiner Meinung nach mit allen Bauern ein böses Spiel.
        Du kannst mich übrigens ruhig duzen, auch wenn ich 5 Jahre älter bin als Du 🙂 🙂

        • Ich seh das so sagt

          Manch “Schwierige” werden sich selbst ja nicht als solche sehen oder sich gar selbst so bezeichnen.
          Es könnte gerade für “Schwierige” von Vorteil sein, die Rede von Henryk M. Broder vom 29.1. vor der AfD-Fraktion im Bundestag nachzulesen.
          (https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article187962993/Henryk-M-Broders-Rede-vor-der-AfD-Bundestagsfraktion.html)

          Und dann das eine oder andere ein wenig in die eigene Gedankenlage zu übertragen.
          Wird spannend sein, ob das die “Schwierigen” entspannt …

        • Phillip Brändle sagt

          Guten Morgen Bauern Willi,

          das es in allen politischen und gesellschaftlichen Lagern Ideologien gibt und Menschen bei denen diese stärker ausgeprägt sind als bei anderen ist in meinen Augen Unstrittig und ja auch irgendwie menschlich oder? Gleichwohl empfinde ich es vielfach so, dass gerade mir und vielen meiner Mitstreiter die reine Ideologie vorgeworfen wird, wohingegen die „Vertreter der modernen Landwirtschaft“ für sich immer das wissenschaftliche und Faktenbasierte in Anspruch nehmen. Wenn wir uns aus Augenhöhe begegnen könnten wär schon viel gewonnen.

          Was die Abschaffung der Subventionen angeht – ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen die ebenfalls der Meinung sind das die Zahlungen weg müssen und das Einkommen über die Preise generiert werden soll. Und auch ich finde den Gedanken erstrebenswert nichtmehr Spielball der Politik zu sein. Gleichwohl muss und möchte ich eben auch anerkennen das es im Moment diese Subventionen gibt und das ein politischer Prozess stattfindet welche die vergabe dieser Steuergelder neu regelt. Sich in der aktuellen politischer Debatte um die GAP hinzustellen und zu sagen „Weg mit dem Geld“ ist in meinen Augen politischer Selbstmord und würde auch den Bäuerinnen und Bauern und Ihren Interessen nicht gerecht. Mittel und Langfristig muss man über den Ausstieg und den Weg dorthin nachdenken.

          Zu Ihrem Auftritt bei WHES: natürlich ist das kein umfangreicher Dialog bei dem man sich substanziell und geordnet austauschen kann. Aber es ist eben auch ein Zeichen – finden Sie nicht? Und ich finde es gerechtfertigt von Menschen die den Slogan „Dialog statt Protest“ nutzen ähnliche Zeichen zu etwarten.

          Was die Beteiligung von z.B. Peta usw. angeht an der Demo angeht: Es ist doch wirklich allgemein bekannt das man von Demonstrationen erstmal niemanden ausschließen darf. Übrigens waren z.B. auch bei WMES Vertreter mit Schildern auf denen „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zu lesen war. Es ist nun mal so man es nicht 100% in der Hand hat wer zu einer Demo kommt. Aber: als Bündnis haben wir im Vorfeld der Demo auf allen Materialien, und auch wärend der Demo selbst, mehrfach klar gesagt und geschrieben das es die Diffamierungen von Bäuerinnen und Bauern ablehnen und diese auf der Demo nicht duldet. Es gab spezielle Ordner die nach entsprechenden Bannern und schildern Ausschau gehalten haben um ggf. dagegen vorgegangen sind. Kurz: wir tun was wir können um klarzumachen das wir eine Demonstration für Landwirtschaft, und die dort beschäftigen Menschen, sind und gehen gegen Diffamierungen konkret vor. Sie sollten sich in meinen Augen aber auch hinterfragen ob es gerechtfertigt ist eine Bewegung die sich nun schon seit 9 Jahren engagiert, und an der bislang in jedem Jahr mehr Traktoren teilgenommen haben komplett abgetan werden kann nur weil unter zehntausenden Demonstranten auch einzelne Schilder auftauchen die uns als Berufsstand nicht entsprechen. Machen Sie es sich damit nicht zu einfach? Eins letztes: Peta und co. waren nie Teil vom Trägerkreis und werden es auch nicht sein. Auch das wird nach meiner Wahrnehmung durchweg ignoriert.

          Mit besten Grüßen,
          Philip Brändle

          P.S.: Ich möchte wirklich nicht unhöflich sein aber ich würde gerne erstmal beim Sie bleiben. Immerhin haben wir uns ja noch die persönlich getroffen…

          • Bauer Willi sagt

            Lieber Herr Brändle,
            Mit Menschen wie Ihnen oder auch Jochen Fritz, den ich persönlich kenne und schätze, habe ich kein Problem. In meiner Wahrnehmung ist WHES aber eine Bewegung, die mehr und mehr zu einer reinen Protestaktion gegen alles Mögliche geworden ist. Jochen Fritz hat de Leitung der Organisation an eine Greenpeace-Mitarbeiterin abgegeben. Warum?
            Ich habe die Schilder auf den Traktoren im letzten Jahr gelesen. Mich schrecken diese Texte eher ab als dass ich ihnen zustimmen könnte. Das ist meine persönliche Meinung und die sollten Sie genau so akzeptieren, wie ich auch Ihre Meinung akzeptiere. Aber eben nicht teile.
            Wir müssen aufeinander zugehen. Im Moment passiert das nicht, übrigens von beiden Seiten. Das ist schade. Nicht nur miteinander denken, sondern auch aneinander denken.
            Ihr Bauer Willi

            • Phillip Brändle sagt

              Guten Morgen Bauern Willi,

              natürlich akzeptiere ich Ihre Meinung – was bleibt mir auch anderes übrig. Das meine Einschätzung eine adere ist, wurde ja bereits deutlich.

              Was Jochen Fritz angeht, sollten Sie ihn vielleicht selbst fragen wenn Sie bekannt sind. Ich werde mit Sicherheit nicht seine Beweggründe die Leitung der Kampagne abzugeben in einem öffentlichen Forum niederschreiben. Ich bitte hierfür um Verständnis.

              Beste Grüße und einen schönen Tag,
              Phillip Brändle

  3. Christian Bothe sagt

    Ich habe mich heute schon mal zu diesem jungen Herrn Brändle (You Tube Video) geäußert und ihm einiges für seine zukünftige Berufstätigkeit mit auf den Weg gegeben. Das mag zwar ziemlich anmaßend sein, aber ich hielt es für meine Pflicht ihn wieder auf den richtigen Pfad zu bringen und denke es ist nicht zu spät…
    Wichtiger ist mir aber der Dialog der Bauernschaft in BLN “Wir machen euch satt”. Genau das ist der richtige Weg um Verständnis für das Leben und Arbeiten der Bauern 365 Tage im Jahr zu vermitteln. Für mich sind solche Aktionen wie “WHES” nix weiter wie ein jährlicher Event für die Berliner und dann noch mit Traktoren zur Belustigung. Vielleicht sollten sich beide Kampagnen mal zusammensetzen und einen Standpunkt erarbeiten…

    • Ottmar Ilchmann sagt

      Vielleicht könnte man den gemeinsamen Standpunkt unter Ihrer Moderation erarbeiten, Herr Bothe? Ein derartig kluger Kopf hätte sicherlich alle Fragen im Handumdrehen gelöst.

      • Christian Bothe sagt

        Das sollte nur ein Denkanstoss sein.Genauso sehe ich die „Zusammenarbeit“ von DBV+AbL.Wem nützt am Ende die „teile und herrsche Politik“ eurer Verbände?

    • bauerhans sagt

      “ich hielt es für meine Pflicht ihn wieder auf den richtigen Pfad zu bringen”

      wie oft hatte ich das in meinem leben gehört und mich dann ganz akribisch in das leben desjenigen vertieft,der mir ungefragt ratschläge gab.
      oweia,was ich da oftmals entdeckt hatte!

  4. Phillip Brändle sagt

    @ Thomas Apfel:
    Woher nehmen Sie Die Info das der Bauerngarten stark subventioniert ist? Wie kommen Sie darauf dass ich davon ausgehe das ein landwirtschaftlicher Betrieb wie der Bauerngarten repräsentativ für alle landwirtschaftlichen Betriebe steht wie ich sie mir vorstelle? Woher wissen Sie was wir an Betriebentwicklungschritten vorhaben? Kennen Sie auch alle anderen betreibe auf denen ich schon tätig war? Sind sie schon mal auf die Idee gekommen wie schwer es für Leute ist in die Landwirtschaft einzusteigen wenn diese keinen Hof oder viele Euros erben und das man sich dann eben ein Konzept überlegen muss wie man mit wenigen Hektaren viel Wertschöpfung erreicht? Ich würde mir nie anmaßen derart abfällig über Berufskollegen zu sprechen die versuchen sich eine Existenz auf zu bauen – egal ob groß, klein, bio oder konventionell.

        • Brötchen sagt

          Herr Brändle!
          an ihrer Stelle würde ich einen guten Freund fragen, wie der sie wahrnimmt.
          hier haben ja gestandene Fachleute ihnen in etwa das gleiche gesagt. würde ich drüber nachdenken.

          • Phillip Brändle sagt

            Liebes Brötchen,

            sie stellen Behauptungen über mich auf und wenn ich Sie nach einem Beleg oder einer Quelle fragen können Sie nichts konkretes vorbringen? Ist das ein sauberes Vorgehen?

            Grüße,
            Phillip Brändle

    • Thomas Apfel sagt

      Lieber Phillip Brändle,

      natürlich weiß ich wie schwer es ist einen bäuerlichen Betrieb zu gründen. Wir sind 1990 in der Phase der Privatisierung der Landwirtschaftsbetriebe gemeinsam mit 16 weiteren “Pächtern” den steinigen Weg der Wiedereinrichtung gegangen, damals war ich in Ihrem Alter und ziemlich enthusiastisch. Ich bin damals mit 7 ha Apfelanlagen gestartet.
      Ich würde diesen Weg als weitgehend gescheitert, wenn auch historisch interessant, ansehen.
      Das Wachsen und Weichen haben wir sehr hautnah erlebt. Von ehemals 17 Betrieben sind noch 10 da. In den nächsten 10 Jahren werden noch 5 – 6 Betriebe übrigbleiben, die dann auf der halben Flächengröße wie 1990 die gleiche Menge Obst produzieren.
      Ansonsten arbeite ich angestrengt daran unser Konstrukt weiter überlebensfähig zu machen. Wir unterstützen derzeit die Ansiedlung von SOLAWI, Permakultur und Bio- Apfelanbau.
      Meine Empfehlung: weniger die Deutungshoheit bei Landwirtschaftlichen Zusammenhängen beanspruchen und mehr Ihr interessantes Projekt kommunizieren, gern auch mit Input und Output Daten hinsichtlich Arbeitszeit und Erzeugnismengen.!

      mit freundlichem Gruß Thomas Bröcker

      • Phillip Brändle sagt

        Guten Abend Herr Bröcker,

        ich behaupte aufgrund der geringeren Bodenpreise sowie der tatsache das deutlich weniger auserlandwirtschaftliches Kapital eingebracht wurde als heute hatten Sie es 1990 leichter – meinen Sie nicht? Die Behauptung ich würde die Deutungshoheit für mich beanspruchen empfunde ich als vermessen. Woher nehmen Sie diese Aussage?

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

        • Thomas Apfel sagt

          Wir sind bis heute Pächter und haben keinen eigenen Boden (außer meiner Hofstelle).

        • Thomas Apfel sagt

          Wir sind mit 32 Pächtern gestartet. Nachdem klar war, dass die Produktion vorfinanziert werden musste, haben sich 15 Starter wieder verabschiedet.
          1991 hatte jeder der Pachtbetriebe 150.000,- bis 250.000- DM Fremdkapital und kaum Eigenkapital im Betrieb. Das entspricht Inflations- bereinigt dem gleichen Betrag in € 2018. Aber warum jammern Sie, wenn Sie zum Beispiel Interesse an BIO – Mostobst- Erzeugung haben, können Sie bei uns sofort starten: 200,- €/ha Pacht. Investitionen im Gartenbau werden im Land Brandenburg gerade mit 45 % bezuschusst, günstiger geht’s nimmer.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ein Berufskollege vom Nachbarort hat am süßer See einen Obstbaubetrieb aufgebaut, allein bei einer heimischen Bank einen Kredit von 15 Millionen Mark aufgenommen, welche Kredite er noch bei einer Berliner Bank laufen hatte, entzieht sich meiner Kenntnis.
            Er wollte mich immer mit der Treuhand zusammen bringen, ich lehnte dankend ab.

            Nach der Insolvenz hat sein früheres Vermögen weg, ich habe es noch in voller Höhe. 🙂

  5. Phillip Brändle sagt

    Guten Abend allerseits,
    da ich nichtmehr unter Ihre Kommentare schreiben kann nun an dieser Stelle gebündelt:

    @ Jochen Böhrer: Welche Maske? Und: Wie kommen sie darauf das Frau Höhn für das Demobündnis spricht? Die Grünen sind – genau wie keine andere Partei – nicht Teil des Trägerkreises. Bleiben Sie doch einfach bei den Fakten für die Sie immer so werben.

    @ Obstbäuerin: Wenn man den weniger großen etwas von den Unsummen absprechen würde ginge eben beides: Natur- und Tierschutz und die Förderung bäuerlicher Strukturen.

    Hier der Vorschlag der AbL wie beides gelingen kann in ausführlich:
    https://www.abl-ev.de/fileadmin/Dokumente/AbL_ev/Neu_Themen/Agrarpolitik/Punktepapier_Aufl._2_-_Webversion_Hinweis_Direktzahlungsrechner.pdf

    Hier der Vorschlag als Onlinerechner:
    https://www.abl-ev.de/themen/agrarpolitik/punktesystem//

    Wie kommen Sie den auf die Idee das Ihnen jemand den Mineraldünger wegnehmen möchte? Das ist weder eine Forderung der NGOs noch Teil der politischen Debatte. Fakt ist doch das wir in Deutschland rund 80kgN/ha und Jahr an Stickstoffüberschuss haben. Und: das es in einigen Regionen ein zu hohes Aufkommen an Wirtschafsdüngern gibt – in anderen nicht. Entsprechend müssen wir uns eben mit den Überschüssen und Ihren Folgen auseinandersetzen und nach Lösungen suchen die auch für Bäuerinnen und Bauern aber eben auch für die Geselschaft, einen gangbaren Weg darstellen – oder nicht?

    Ach übrigens: Ich habe nicht nur Landwirtschaft Studiert sondern auch eine Lehre gemacht. Zudem habe ich als Betriebshelfer bei der SVLFG gearbeitet und arbeite auch aktuell in der Landwirtschaft. Sie haben es also nicht mit einem Theoretiker zu tun…

    @ Bauer Fritz: Sie haben recht. Wir müssen dafür Kämpfen das die Gelder auch weiterhin in der Landwirtschaft ankommen und bei Bäuerinnen und Bauern bleiben. Politisch sehe ich hier aktuell keine Gefahr – Sie?

    Beste Grüße,
    Phillip Brändle

    • Obstbäuerin sagt

      Sehr geehrter Herr Brändle, die AbL vertritt im Wesentlichen (mehr als 90%?) Tierhalter und Ackerbau. Somit hat sie keinen Bezug zum Obstbau und dahingehend auch kein positives oder negatives Engagement abgesehen von den Kollateralschäden, die durch das geforderte Verbot von Glyphosat und ausgewählten PSM entstehen. Durch die Forderung nach einer Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft (alle NGOs, Politik teilweise und ein kleiner Teil der Gesellschaft) kommt auch der Verzicht von Mineraldünger immer wieder ins Gespräch aber viel gravierender ist die Forderung wichtige PSM und Glyphosat möglichst schnell zu verbieten.
      Aus den Modellbeispielen in Ihrem Punktesystem, geht sehr schön hervor, wie das Geld umverteilt werden soll. Für die kleinen Betriebe gibt´s ein bisschen mehr, ob das für den Betrieb jetzt wirklich existenzerhaltend ist, kann ich nicht einschätzen aber für den großen Betrieb ist es garantiert ruinös. Wie muss ich mir das jetzt vorstellen? Gehen zuerst die Arbeitsplätze der Angestellten verloren, die keine Arbeit wieder auf dem Land finden? Kann der Betriebsinhaber kein Saatgut mehr kaufen? Fängt er an Maschinen oder andere Güter zu veräußern, um den Betrieb weiter am Leben zu halten? Wie geht es den Familien, die von dem Betrieb abhängen? Oder den Kindern? Soll der Betrieb, wenn er dann endlich pleite gegangen wurde, in kleinere Strukturen zerlegt werden und wer soll das tun? Wie viele große Betriebe gibt es in der Nähe ihrer AbL Mitglieder?

      • Obstbäuerin sagt

        Keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich mach jetzt eine Opferrolle in mein Bett. Gute Nacht.

  6. Phillip Brändle sagt

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Sie berufen sich doch immer so gerne auf Fakten. Hier einige Fakten zu Dialog statt Protest:

    2017: Bernhard Barkmann, einer der Initiatoren von „Wir machen euch satt!“, ist auf den zweiten „Wir haben es satt!“ Kongress in Berlin eingeladen und nimmt an einer öffentlichen Podiumsdiskussion teil.

    2018: Bauer Willi ist eingeladen auf der Abschlusskundgebung von „Wir haben es satt!“ zu sprechen und seinen Standpunkt zur Agrarpolitik klar zu machen. Anschließend hat er in der Heinrich-Böll Stiftung in einer Gesprächsrunde ebenfalls die Möglichkeit zum Dialog mit „Wir haben es satt!“.

    Angebote für Auftritte, gemeinsame öffentliche Veranstaltungen von Seiten „Wir machen euch satt“ an wir haben es satt in den letzten Vier Jahren = 0.

    Da drängt sich doch die Frage auf von wem hier der Dialog ausgeht oder?
    Beste Grüße,
    Phillip Brändle

      • Phillip Brändle sagt

        Guten Abend Obstbäuerin,

        tut mir leid aber ich kann da keine stichhaltige Antwort herauslesen. Vielleicht können Sie es mir nochmal erklären?

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

        • Obstbäuerin sagt

          Sehr geehrter Herr Brändle, offensichtlich klappt es mit Ihrer Dialogbereitschaft auch nicht so richtig, wenn Sie die Argumente von Bernhard Barkmann einfach als nicht stichhaltig abtun. Was soll dann ein Dialog bewirken? Aus meiner Sicht ist ein Dialog auch sehr schwierig, wenn auf der einen Seite (Wir haben es satt) der Entzug der Existenzgrundlage der anderen Seite gefordert wird. Einerseits fordern Sie den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen und gleichzeitig wollen Sie wichtige Produktionsmittel und Maßnahmen sofort verbieten, die für den Fortbestand gerade der kleinen Betriebe zwingend nötig sind.
          Auf die Frage, warum die Initiative keine großen Kongresse usw. abhält, um in den Dialog mit Ihnen zu treten, bin ich nicht befugt zu antworten aber ich vermute, dass es an der Finanzierung liegt. Großveranstaltungen kosten sehr viel Geld und hinter WIR HABEN ES SATT stehen große Stiftungen, NGOs und Vereine.

          • Phillip Brändle sagt

            Guten Tag Obstbäuerin,

            wenn ich Sie jetzt richtig verstehe sagen sie: Aufgrund der Forderungen von „Wir haben es satt!“ – die Sie übrigens nochmal genauer anschauen sollten da Sie diese offensichtlich falsch wiedergeben – kann es keinen Dialog geben. Ist der Titel „Dialog statt Protest“ dann nicht widersprüchlich? Es müsste dann ja eher heißen „Dialog statt Protest aber nicht mit allen!“. Und was die art der Veranstaltung (Demonstration oder Kongress) angeht – es geht doch nicht darum ob es ein Kongress oder eine Demonstration ist. Und es geht auch nicht um die finanzielle Ausstattung oder die Größe der Veranstaltung. Es geht darum, dass Vertreter von „Wir haben es satt!“, Vertreter von „Wir machen euch satt!“ eingeladen haben und, dass es andersrum nie eine Einladung gab. Geld spielt hier doch gar keine Rolle. Tut mir leid aber Ihrer Argumentation kann ich tatsächlich nicht folgen.

            Beste Grüße,
            Phillip Brändle

            • Obstbäuerin sagt

              Obwohl ich die Initiative WIR MACHEN EUCH SATT unterstütze, weil es ja eine objektive Tatsache ist und 94 % der Bauern 98 % der Nahrungsmittel produzieren und zwar konventionell , fühle ich mich nicht berufen, für die Initiative zu sprechen. Ich kann das nur für mich, eventuell für meine Branche aber ganz gewiss für meinen Betrieb. Je mehr ich mich mit der WIR HABEN ES SATT Kampagne beschäftige, umso mehr werde ich darin bestätigt, dass es nicht um alle kleinen Bauern geht – sondern ausschließlich um die sogenannten GUTEN (6 % Bio). Das viele der Demonstranten glauben, für eine gute Sache zu demonstrieren, will ich gar nicht in Abrede stellen aber wenn man hinter die Kulissen schaut, sieht man sehr deutlich worum es geht – ums Geld. Die Umverteilung der EU-Mittel ist der zentrale Punkt, um den sich alles rankt und wenn man die Zusammenhänge verstehen will, gilt nach wie vor der Spruch: FOLGE DEM GELD!

              • Phillip Brändle sagt

                Guten Abend Obstbäuerin,

                wenn ich mir anschaue das 20% der Betriebe rund 80% der Subventionen bekommen und gleichzeitig jedes Jahr 2-3% der Betriebe schließen finde ich eine Umverteilung der Subventionen in die Breite der landwirtschaftlichen Betriebe folgerichtig. Entsprechend verstehe ich Ihre Abwehrhaltung gegen die Umverteilung nicht. Das die Gelder in der LSW bleiben müssen ist ja vollkommen unstrittig!

                Woher nehmen Sie eigentlich die Annahme das „Wir haben es satt!“ nur für Biolandbau streitet?

                Beste Grüße,
                Phillip Brändle

                • Bauer Fritz sagt

                  Könnte es nicht sein, daß viel zu viele “Selbstbediener” da kräftig im Agrarbudget zulangen, sodaß für Bauern selbst immer weniger überbleibt ?
                  z.B.: https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/830528/naturschutzverbaende-erhalten-umstrittene-eu-agrarsubventionen

                  Hier ein paar Millionen für die eine NGO, dort ein paar Millionen für die andere NGO ….. aber dann laut jammern, daß für die Bauern kaum was übrig bleibt. Paßt auch irgendwie nicht zusammen – oder gibt´s da wieder Extraregeln ? Wenn sie auch das mal ankreiden, schadet das sicher nicht der Glaubwürdigkeit.

                • Obstbäuerin sagt

                  Offiziell natürlich nicht, Herr Brändle, durch die konkreten Forderungen aber schon. Natürlich freue ich mich als kleiner Betrieb über mehr Förderung je ha aber wenn mir im gleichen Atemzug Glyphosat und PSM, sowie mineralischer Dünger entzogen wird, nutzt mir die höhere Förderung gar nichts, dann muss ich meinen Hof dicht machen. Wenn Sie Landwirtschaft studiert haben, kann Ihnen das doch nicht vollkommen fremd sein?

                • Jochen Böhrer sagt

                  Zitat Bärbel Höhn zur Demo: “Ein Zeichen gegen die konventionelle Landwirtschaft gesetzt”. Die Maske ist gefallen, Herr Brändle

            • Sehr geehrter Herr Brändle,

              es wurde schon mehrfach gesprochen – nur muss ein solches Gespräch immer an die große Glocke gehängt werden. Wir waren im letzten Jahr am Samstag am Berliner Hauptbahnhof und haben so viele Gespräche mit Anhängern von WHES geführt. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich Ihre Kritik nicht nachvollziehen kann – muss ein Dialogangebot immer eine offizielle Einladung zu irgendetwas beinhalten? Zum anderen ist das Angebot “redet mit uns” an alle gerichtet, die gerne etwas über das Thema Landwirtschaft erfahren möchten. Dieses Dialogangebot gilt nicht ausschließlich der WHES Fraktion. Deswegen muss ich sagen, verstehe ich ganz ehrlich gesagt nicht, worauf Sie hinaus möchten.

              Viele Grüße
              Nadine Henke

              • Phillip Brändle sagt

                Guten Abend Frau Henke,

                um die internen Gespräche weiß ich. Und ich weiß auch um die Gespräche am Rande der Demos. Gleichwohl empfinde ich es durchaus als qualitativ sehr großen Unterschied ob man am Straßenrad mir willkürlich ausgewählten Personen, hinter verschlossenen Türen, oder eben auf einer Bühne und mit offizieller Einladung spricht – sie nicht?

                Beste Grüße,
                Phillip Brändle

      • Phillip Brändle sagt

        Guten Abend Obstbäuerin,

        ich empfinde es nicht als gerecht wenn Sie mich mit Behauptungen konfrontieren die z.B. sagen das es Forderungen und Ansätze bei WHES gibt, die Ihnen den Mineraldünger wegnehmen möchten, auf welche ich versuche im Detail zu reagieren und Sie antworten dann mit einem Link zu einer sehr umfangreichen Seite ohne zu sagen auf welche Aussagen oder teile Sie sich konkret beziehen. Könnten Sie Ihre Antwort präzisieren?

        Beste Grüße,
        Phillip Brändle

    • Arnold Krämer sagt

      Die Bioschiene steht für 5 bis max. 10 % der Konsumentennachfrage.
      Die Aggressivität und Radikalität der Forderungen sowie auch der Verhaltensweisen einiger ihrer Verfechter und Aktivisten steht in keinem angemessenen Verhältnis zur volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung des Biosektors. Seine Bedeutung zur erhöhen, ist legitim. Der „Kampf“ und Einsatz dafür muss in einer demokratischen Gesellschaft aber auch mit fairen Mitteln erfolgen. Das ist bisher erkennbar längst nicht immer der Fall.

        • Arnold Krämer sagt

          Herr Ilchmann!!!!
          Das weiß ich doch auch. Altersdemenz hat mir noch niemand unterstellt. Sie wären der Erste. Dies Sammelsurium unterschiedlichster Interessengruppen mit einigen „nützlichen Idioten“ in ihrer Mitte ist das Problem der WHES-Aktivitäten. Sie wissen ganz genau, dass ich sehr wohl für bäuerliche Landwirtschaft zu haben bin. Aber das dürfen keine „Quälbetriebe“ sein. Die sollen ordentlich im umfassenden Sinne arbeiten, Geld verdienen und Steuern zahlen. Dann sind sie abgesehen vom Steuern zahlen auch am besten zufrieden.

          • Ottmar Ilchmann sagt

            Ja dann schreiben Sie doch nicht einen Kommentar, der die WHES-Unterstützer auf Bioverfechter reduziert! Ich unterstelle Ihnen gar nichts, ich lese nur, was Sie schreiben!

        • Jochen Böhrer sagt

          Zitat Bärbel Höhn zur Demo: „Ein Zeichen gegen die konventionelle Landwirtschaft gesetzt“. Die Maske ist gefallen, Herr Ilchmann. Was ist eigentlich IHRE Rolle? Der Quotenkonvi um doe Leute zu täuschen? Wie hoch ist der Judaslohn?

          • Phillip Brändle sagt

            Hallo Herr Böhrer,

            wie kommen Sie darauf das Bärbel Höhn für das Demobündniss spricht?

            Beste Grüße,
            Phillip Brändle

            • Jochen Böhrer sagt

              Die Grünen sind doch aktiv dabei. Und selbst wenn sie nicht fürs Bündnis sprechen würde, so stünde ihre Wahrnehmung der Demobotschaft stellvertretend für die Wahrnehmung der Öffentlichkeit.

              • Phillip Brändle sagt

                Hallo Herr Böhrer,

                tut mir leid aber dem kann ich nicht folgen. Wenn Sie vermeintliche Forderungen und Ansichten des Bündnisses zitieren, müssen Sie auch Äußerungen des Bündnisses nutzen. Das setzt sich eben nicht nur für Ökolandbau ein. Und das sehr bewusst! Wenn Sie den Gegenbeweis mit Quellen und Zitaten belegen, die nicht aus dem Bündnis selbst stammen empfinde ich Ihr Vorgehen als unsauber und unfair.

                Beste Grüße,
                Phillip Brändle

          • Ottmar Ilchmann sagt

            Frau Höhn spricht natürlich mit ihrem Kommentar keineswegs für die Veranstalter und Organisatoren der Demo. Die von Ihnen zitierte Äußerung von Frau Höhn finde ich im Übrigen völlig daneben. Wer mit sozialen Netzwerken augenscheinlich nicht umgehen kann, sollte vielleicht dem Vorbild des Parteivorsitzenden folgen und sich daraus zurückziehen.

            Ihre Anwürfe gegen mich kommentiere ich nicht, wer mich kennt weiß, wie sehr Sie daneben liegen. Auch Ihnen täte etwas Social-Media-Abstinenz mal ganz gut.

          • Phillip Brändle sagt

            Hallo Obstbäuerin,

            worum geht es den genau, dan kann ich es beim nächstenmal besser machen. Sie müssten nur etwas genauer werden damit ich weiß was sie meinen. Was ist falsch an dem was ich sage?

            Beste Grüße,
            Phillip

            • Obstbäuerin sagt

              Der ganze Ansatz ist falsch, Herr Brändle und wenn Sie auf der Seite von blogagrar waren, haben Sie vielleicht den kritischen Beitrag gesehen, der zeigt, wohin diese ganze Diskussion führt. Da werden Kinder der 1. Klasse spielerisch mit dem Feindbild des konventionellen Bauern vertraut gemacht. Und wenn sie mal schauen, wer da die Geldgeber und Unterstützer sind – wird Ihnen auffallen, welche Überschneidungen es so gibt. Und wenn sie mich fragen, was Sie besser machen können, dann glaube ich, dass es dafür zu spät ist, weil die Lawine rollt und ob sie noch zu stoppen ist, wage ich zu bezweifeln.

              • Phillip Brändle sagt

                Liebe Obstbäuerin,

                alles was ich in der Rede sage ist Falsch? Die steigenden Bodenpreise, das Gutachten des wissenschaftlichen Beirats zur Tierhaltung, das Verschwinden von immer mehr Höfen, das wenige Betriebe viele Subventionen bekommen, der Konzentrationsprozess auf dem Saatgutmarkt – alles Falsch? Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die Realitäten zweier Menschen aussehen können.

                Dass meine Rede für das mobbing von Kindern verantwortlich ist weise ich im Übrigen klar zurück!

                Das Sie jede Hoffnung aufgegeben haben und keinen einzigen Konkreten Vorschlag anbringen können oder möchten tut mir leid für Sie. Ich persönlich fühle mich besser damit mich für etwas einzusetzen und zu engagieren als mich immer nur in die Opferrolle zu begeben.

                Gute Nach,
                Phillip Brändle

                • Thomas Apfel sagt

                  Lieber Herr Brändle,
                  Ich finde es schon recht anmaßend, wenn Jemand, der in einem stark subventionierten “Schulgartenprojekt” angestellt ist, und somit noch nie einen Betrieb geführt hat, solche großen Töne spuckt.
                  Und gehen Sie bitte davon aus, dass Analysen zum gleichen Thema durchaus zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen können und anders geartetes Engagement als das Ihre auslösen können.

                  Ihre kreisförmigen Gemüsebeete finde ich im Übrigen eine tolle Idee. Sie bringt Menschen zum Gärtnern und das ist gut. Eine “Kühlschrank-Souveränität” ist damit aber nicht zu erreichen, höchstens ein gutes Gefühl. Für die Versorgung braucht es die spezialisierte arbeitsteilige moderne Landwirtschaft und nicht “Betriebe” die wie im 19. Jhd. Generalisten sein wollen.

                • Christian Bothe sagt

                  Mit den Bodenpreisen haben Sie recht H. Brändle und ich sehe das ähnlich, aber die Sache mit dem Gutachten des wissenschaftlichen Beirates oder Bio-LW und deren Subventionierung durch die EU??? Lesen Sie mal bei agrarfakten.de ,was andere Wissenschaftler zur Entwicklung einer zukünftigen LW sagen, um sich nicht nur in eine Richtung zu orientieren.

        • Schmeckt gut sagt

          Zukunftslandwirtschaft ernährt an erster Stelle die drei Generationen, die auf dem Hof leben. Hier fängt “Nachhaltigkeit” an. Sollten die ganzen – oft wirklich gut gemeinten Ratschläge – der Whes-Bewegung umgesetzt werden und greifen, habe ich so meine Zweifel, ob die deutschen Bauern nicht doch wegen der hohen Umbaukosten geopfert werden. Denn es gibt gesellschaftlich gesehen doch sehr viel wichtigere “Wendeaufgaben”, als die sicherlich weiterhin ständig verfügbaren und preiswerten Lebensmittel im Supermarkt. LIDL, ALDI, Kaufland… werden schon dafür sorgen, dass Bio und Regional vorangebracht werden – selbstverständlich “zum ALDI-Preis”. Was sollen noch einmal dies “Raus aus Kohle und Atomstrom” kosten? Die Verkehrswende hin zur E-mobilität? KI und Digitalgesellschaft 4.0? Bleibt da noch Platz für die Agrarwende und die nötige finanzielle Unterstützung? Wenn die Politik Rahmenbedingungen schafft, die im Agrarmarkt sicherstellen, dass die Auflagen handhabbar sind und Subventionen nur noch wirklich zielgerichtet vergeben werden, kann es gelingen. Allein mir fehlt der Glaube. Stichworte: GMO, Subventionen in Drittländern zum Aufbau von Agrarindustriellen Großstrukturen (Geflügel in Käfigen, Obst- und Gemüseanbau, Bioanbau, O&G-verarbeitung…) um AK in den Ländern zu binden und anschließend Export in die EU, immer strengere Auflagen bei der Verarbeitung von LM in der 2. Verarbeitungsstufe mit Vorteilen zugunsten der LMindustrie, massive Einschränkungen bei fast allen Produktionsmitteln (PSM und Dünger für Bio und Konvis, Boden, Wasser, usw.)…Es bleibt weiterhin gültig, dass Menge mal Preis abzüglich aller Kosten den Gewinn ergibt. Die Menge wird sinken, soviel steht fest, aber der Preis im notwendigen Rahmen steigen? Die Kosten werden allerdings auf jeden Fall steigen. Achtet auf die O&G-Branche, hier ist der Strukturwandel in vollem Gange. Das Zähneklappern beginnt.

          • Phillip Brändle sagt

            Hallo Schmeckt gut,
            unsere Agrarpolitik opfert den Berufsstand doch schon seit Jahrzenten und das nicht weil die Verbände und Organisationen von WHES die Politik machen – oder? Haben Sie denn bessere Vorschläge wie es gehen kann den gesellschaftlichen Wünschen Rechnung zu tragen und gleichzeitig den Verlust von immer mehr Höfen zu stoppen? Ihrem Beitrag entnehme ich nur Bedenken und Kritik aber keine Ideen oder Konzepte.

            Beste Grüße,
            Phillip Brändle

            • Brötchen sagt

              bisher war das grüne Klientel so unfähig, Massnahmen zu fordern, die zuerst euer Klientel treffen. Ihre Rede offenbart, dass sie nicht ansatzweise begriffen haben, was ihnen helfen würde! Es kommen nur Traumwelten.
              Das sagt Herr Krämer zwischen den Zeilen, aber das begreifen sie auch nicht!

              • Phillip Brändle sagt

                Guten Abend,

                das einzige was Sie mit diesem Kommentar Vorbringen sind Verunglimpfungen meiner Person. Ist das Ihre Form der Diskussion und Auseinandersetzung in einer Demokratie? Empfinden Sie das als Angemessen? Was ist den „mein Klientel“ in Ihren Augen? Was habe ich konkret nicht Begriffen? Werden Sie doch konkret anstatt mit solchen pauschalen Anschuldigungen zu arbeiten.

                Grüße,
                Phillip Brändle

            • Schmeckt gut sagt

              Was ich mit meiner langen Erfahrung im Handel, auch dem direkten Handel mit dem LEH, sagen kann, ist, dass es tatsächlich ausnahmslos um das “liebe Geld” geht. Das wird sich auch nicht ändern, denn auch dem Staat kann es nur ums Geld gehen, denn die von mir beschriebenen Risiken sind real – den Brexit hatte ich noch vergessen. LM müssen also preiswert bleiben, auch Möbel, Kleidung, Elektronik usw. Nur so kann D sein KnowHow und auch den Vorsprung in gewissen Bereichen der Wirtschaft lohnend in D, EU und der Welt verkaufen – es bleibt genug über für begehrenswerte Konsumgüter. Hochpreisige Produkte lassen sich in den hierfür identifizierten Nischen gut verkaufen. Allerdings sind und bleiben dies Nischen, sagen wir mal um die 20% des Marktes. Der Rest ist und bleibt ein preissensibler Massenmarkt. Mengenverschiebungen sind sicher mit grossem Werbeaufwand möglich. Effektiver allerdings funktioniert es durch ein Schlechtmachen der Konkurrenzprodukte. Eigentlich sehr stark reguliert, klappt es beim “Gegeneinander Ausspielen” von Konvi vs. Bio ganz gut – noch. Dies wird sich ändern, wenn die Mengen steigen. Hier nun meine Vorschläge: – ständige Erfassung von Mengen, Preisen, Ernteerwartung, Qualität und Nachfrage mit Reaktionen im Markt je nach Marktlage. Selbstverständlich gilt dies auch für den Import und hierbei insbesondere für die Qualität (innere und äußere und soziale Komponenten). Fachleute für diesen Ansatz wären genug vorhanden – in unseren Überwachungbehörden und in den aufgeblähten EOs und Vermarktungssystemen. Zugegeben, ein provokanter Ansatz, aber nur so sind in unserem Hochpreisland kostendeckende Ansätze möglich. Besteht eine Chance, so etwas konsequent umzusetzen? Nein? Sehe ich genauso. Ein Punkt ist der LEH, der zur Zeit gerade massiv die Marge hochfährt. Sicherlich auch bedingt durch steigende Kosten, aber die Aktionäre wollen auch am Erfolg beteiligt werden. Können wir die Vermarktung alternativ selber übernehmen? In einigen Bereichen sicherlich-mit hohem Einsatz an AK und Risikokapital. Unternehmerisches Handeln ist hier gefragt mit der Gefahr gleich wieder industrielle Strukturen aufzubauen (wie war hier nochmal die Deffinition?), denn die Nachfrage wird hoch sein mit geringer Marge (Spezialisten sind gefragt). Meiner Meinung nach kann nur eine Mischung aus mehreren Ansätzen viele Betriebe retten: Gute Ausbildung, dadurch die Kosten im Griff behalten (auch unrentable PV rausschmeißen, möglicherweise ganz aus LW aussteigen), die Vermarktung so beeinflussen, dass genügend Marge bleibt, falls möglich, mehr in einzelbetriebliche und branchenspezifische Werbung stecken (mindestens 1% vom Umsatz) und vieles mehr. Es ist halt extrem komplex. Einfache Lösungen gibt es nicht, wer dies sagt, lügt. Und viele Aussagen von NGOs und auch Gruppierungen bei Whes sind mir viel zu einfach.

              • Phillip Brändle sagt

                Hallo Schmeckt gut,

                vorweg besten Dank für Ihre inhaltliche Antwort und das Sie sich nicht nur darauf beschränken mich zu diskreditieren!

                In vielen Punkten gebe ich Ihnen Recht. Auch in dem Punkt, dass viele Verbände bei WHES oft zu undifferenziert und zu pauschal argumentieren und dadurch der Komplexität der Sachlage nicht gerecht werden. Entsprechend setze ich mich auch innerhalb der Verbände für mehr Differenzierung und weniger platte Parolen ein. Was die Demonstration angeht bitte ich zu berücksichtigen das in unserer Verfassung Demonstrationen dafür vorgesehen sind politische Missstände zu benennen. Dieser Aufgabe wird WHES in meinen Augen mehr als gerecht. Zudem sehe ich neben dem benennen von Missstände durchaus auch sehr viele konstruktive und konkrete Verbesserungsvorschläge die von den beteiligten Organisationen vorgebracht werden. Manche sind besser, manche sind schlechter…
                Auch inhaltlich kann ich Ihnen bei einigen Punkten zustimmen. Auch ich gehe nicht davon aus das wir 100% Biodirektvermarkter bekommen werden sondern das es eben die Vielfalt an Höfen und Vermarktungswegen braucht. Und eben genau diese Vielfalt sehe ich bedroht. Zum einen druch die Konzentrationsprozesse im Nachgelagerten Bereich und zum anderen die die politischen Rahmenbedingungen. Wenn man nur noch eine Mühle hat um sein Getreide anzuliefern und nur noch eine Molkerei die mit dem Tankwagen zu einem kommt haben wir doch keinen funktionierenden und gerechten Markt – oder? Und wenn die politisch diese Strukturen in der Marktordnung und durch z.B. ihre Investition Förderung auch noch stütze und fördert stimmt in meinen Augen etwas nicht. Wer profitiert den von der Weltmaktorientierung? Doch nicht die breite der landwirtschaftlichen Betriebe!
                Was Ihren Vorschlag zu Transparenz auf dem Markt angeht kann ich grundsätzlich folgen. Das schlimme ist ja das viele Daten sogar vorliegen. Aber Sie werden nicht genutzt…

                Soviel in Kürze.
                Beste Grüße,
                Phillip Brändle

        • Arnold Krämer sagt

          Danke Mark für den Hinweis auf YouTube!
          An welcher Uni hat Herr Brändle die betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Grundkenntnisse beigebracht bekommen? Ich wünsche ihm, das er nicht dauerhaft von „Staatsknete“ abhängig wird und bleibt, wenn er tatsächlich selbstständiger Landwirt werden sollte.

          • Phillip Brändle sagt

            Guten Abend Herr Krämer,

            und besten Dank das Sie mir Unabhängigkeit wünschen. Gleiches wünsche ich Ihnen auch.

            Beste Grüße,
            Phillip Brändle

        • Phillip Brändle sagt

          Es ging eigentlich nicht um mich sondern um die Möglichkeit für Herrn Barkmann als Vertreter von “Wir machen euch satt!” auf einer Podiumsdiskussion in zuge eines Kongresses von “Wir haben es satt!” seine Positionen zu beschreiben:

          https://www.youtube.com/watch?v=222f1GBSPg8

          Für konstruktive Kritik an meinen Äußerungen bin ich aber sehr offen!

        • Christian Bothe sagt

          zu Brändle “Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute…”Habe mir gerade mal das “Landwirtschaftsmärchen” von einem H. Brändle auf You Tube angeschaut.Trotzdem wünsche ich ihm, das er es schafft einen Bauernhof zu bekommen, um seine Utopien einer zukünftigen LW zu realisieren. Ich wünsche ihm das tatsächlich, da die LW engagierte Leute braucht und er so seinen Horizont erweitern kann! Die Praxis wird dann beweisen, ob er dann Investitionen, den Kapitaldienst, ohne Subventionen, etc. mit seinen Theorien den Bauernhof am laufen hält und nicht pleite geht. Ich würde so einem jungen Mann empfehlen die landwirtschaftliche Praxis in einem Betrieb an verantwortlicher Stelle zu erlernen ehe solche großen Töne gesteuert von AbL und “WMES” spukt. Früher haben wir gesagt: “er sollte erst einmal arbeiten…”

          • Phillip Brändle sagt

            Guten Abend Herr Bothe,

            es fällt mir schwer auf Sie zu antworten da Sie mir offensichtlich jede Kompetenz absprechen ohne meinen Werdegang zu kennen und etwas über mich zu wissen. Einfach zu behaupten ich solle erstmal Arbeiten und ich hätte noch nie eine ökonomische Betriebsplanung erstellt und würde in einem „Landwirtschaftsmärchen“ leben empfinde ich als Unverschämt. So würde ich mit einem Kollegen oder auch sonst jedem Mitmenschen niemals umgehen. Das offensichtlich alle in diesem Forum einen Solchen Umgang dulden spricht in meinen Augen Bände.
            Sollten Sie noch irgendwelche inhaltlichen oder konstruktiven Anmeldungen haben die nicht nur darauf abzielen mich als Mensch schlecht zu machen stehe ich gerne für ein Gespräch bereit.

            Ihnen einen schönen Abend und beste Grüße,
            Phillip Brändle

  7. Obstbäuerin sagt

    Hallo Bergbäuerin, nach mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Direktvermarktung mit unmittelbarer Grenznähe zu Billiglohn und Billigmarkt ist mir der Glaube an diese Form einfach verloren gegangen. Ein kleines Beispiel:
    Wir haben in den 90gern Spargel angebaut. Das lief über die Direktvermarktung und war ein gutes Standbein. Dann kam die Grenzöffnung nach Polen und die Verkaufsbuden mit polnischem Spargel, die es heute noch gibt, haben die gesamte Grenzregion erobert. mit Preisen von 2 kg Spargel für 5 €. Der Spargelanbau ist komplett eingestellt worden von kleinen deutschen Produzenten in Grenznähe, was auch die großen um Berlin herum nicht geärgert hat. Das gleiche bahnt sich jetzt mit Erdbeeren und Kirschen an, gepaart mit einer Stimmung in der Verwaltungsebene, die sich sehr zu unseren Ungunsten (Vergifter, Insektenmörder usw.) entwickelt hat.
    Auch wenn es bei uns hier extrem ungünstig für Direktvermarkter ist, scheint dieser Trend auch ganz Deutschland erfasst zu haben, denn die Direktvermarktung schrumpft deutschlandweit.

    • Bergbäuerin sagt

      Das mag bei uns besser laufen, auf der rein regionalen Ebene ist aber das Potential auch begrenzt. Die Kunden sitzen in der Stadt, wie das auch Bauer Willi oben anmerkt.
      Ja, auch wenn bei uns derzeit fieberhaft nach Wegen gasucht wird für das Überleben der Landwirtschaft, Deutschland und Österreich sind da sicher nicht 1:1 zu vergleichen: Bei uns haben sie 1992, ein Jahr vor Beginn der EU – Beitrittsverhandlungen, gleich die Agrarmarkt Austria gegründet mit dem Ziel, Österreich als Feinkostladen der EU zu positionieren. Da haben sie dann jeden Abend in der Fernsehwerbung das Logo präsentiert mit der rot-weiß-roten Flagge und den Leuten eingebläut: unsere Qualitätskriterien sind höher als überall sonstauf der Welt (da gings nicht nur um bio), also kauft Ware aus Österreich. Das hat bis zu einem gewissen Grad eingeschlagen. Bei der letzten Präsidentschaftswahl hat man eine Umfrage gemacht, worauf die Österreicher besonders stolz sind: Da kam 1) Landschaft 2) Tracht 3) die hohe Qualität der Lebensmittel. Trotzdem regen sich die Konsumentenschützer auf, dass die Lebensmittel bei uns teurer sind als in Deutschland.

  8. Ehemaliger Landwirt sagt

    Gestern waren wir zu Besuch eines Ehepaares mit Nebenerwerbslandwirtschaft (Obst) mit Hofladen. Sie macht auch Marmelade und packt zum Teil noch etwas exotische Früchte rein, das läuft recht gut, zu einem gutem Preis. Ist der Ehemann nicht dabei, ist eine Unzufriedenheit zu erkennen. Sie meint, es wäre nach der Kindererziehung besser gewesen, in ihren alten Beruf als technische Zeichnerin zurückzukehren.
    Nach unserer Einschätzung ist nicht die finanzielle Situation an diesen Gedanken schuld, sondern die Arbeitsbelastung.

    • Bergbäuerin sagt

      Diese Leute wissen halt nicht, dass es für Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft auch immer ungemütlicher wird, die gehen auch zunehmend am Rande des Burnout spazieren. Die ganze Gesellschaft hat das gleiche Problem: wir haben es dem Geld erlaubt, zum Selbstzweck zu werden.

      • Brötchen sagt

        bergbäuerin, das ist doch nicht richtig!
        Bsp. Flughafen sicherheitspersonal bekommt jetzt 20 Euro je Stunde. Ausbildung..2 Tage schnellkurs.
        Angestellte lw bekommen Mindestlohn 8,5 Euro.
        die marmeladenkocherin wird vielleicht noch nicht mal 1 Euro realisieren.
        das ist Fakt!

        • Bergbäuerin sagt

          Schon richtig, aber in diesem Fall hat Ehemaliger Landwirt geschrieben: Nach unserer Einschätzung ist nicht die finanzielle Situation an diesen Gedanken schuld, sondern die Arbeitsbelastung.

          • Brötchen sagt

            sie muss ja viel arbeiten, um auf den Umsatz zu kommen bzw. sie haben keine Maschinen usw. z.b. Etiketten mit Hand kleben sie.

            • Schmeckt gut sagt

              Und auf diesen Etiketten muss penibel drauf geachtet werden, dass die Angaben stimmen: Nährwerttabelle, genaue Bezeichnung, Inhalt, MHD… Und wehe, es fällt bei einer Kontrolle auf, dass etwas nicht stimmt. Abmahnung, Bußgeld… Selbstverständlich für jede kleinste Partie. Die Lebensmittelkontrolle ist in D sehr unnachgiebig. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Marmeladenherstellung haben wir gestrichen – lohnt nicht mehr. Uuups – falsche Bezeichnung, muß Fruchtaufstrich heißen. Und wenn dieser deutlich teurer ist, als bei ALDI (und das sollte er), bleibt er stehen. Gilt übrigens auch für Fruchtsaft, den wir schon vor 10 Jahren gestrichen haben. Meiner Meinung nach hat hier die LMindustrie gute Lobbyarbeit gemacht, um die Herstellung in Kleinmengen zu unterbinden (gilt auch für die Hausschlachtung). Neueinstieg erwünscht? Aber ohne uns, denn wir wissen, wieviel Arbeit die 2. Verarbeitungsstufe macht. Insbesondere auch bei der Qualitätssicherung/Dokumentation/Erfüllung aller Auflagen.

              • Inga sagt

                Es geht doch um die Arbeitsbelastung in bebachteiligten Gebieten, wo man mit den Geräten nicht so hin kann wie im Flachland.

                • Schmeckt gut sagt

                  Nein, es geht um alternative Vermarktungsformen, wie die immer wieder als Rettung der LW herausgestellte Direktvermarktung. Mein Hinweis auf die immer weiter zunehmenden Anforderungen (in meinem Kommentar die Auszeichnung bzw. Eikettierung) soll zeigen, wie komplex, kostenträchtig und arbeitsaufwändig eine Direktvermarktung mittlerweile ist. Insbesondere in benachteiligten Gebieten sehe ich hier große Probleme in der Umsetzung. Hierzu gehört die Marktferne, geringe Bevölkerungsdichte (Kunden) und auch den von Ihnen angesprochenen unrentablen, aber notwendigen Maschineneinsatz.

          • Obstbäuerin sagt

            Wenn ich das richtig verstanden habe, arbeitet der Mann nicht mit und hat wohl ein außerlandwirtschaftliches Einkommen, Bergbäuerin. Nur mit dem Hofladen könnte die Familie wohl nicht leben.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Der Mann hat eine Arbeitsstelle bei einem Automobilzulieferer, bewirtschaftet die Landwirtschaft und hilft auch mal im Hofladen mit, zb. beim Brotbacken, da fängt er an seinem außerlandwirtschaftlichem Arbeitsplatz erst um 9 Uhr, statt um sechs an.
              Der Erlös des Hofladens würde nicht für den Lebensunterhalt ausreichen.
              Man muss ein gewisses Angebot bereit halten, wenn man die Kundschaft halten will, besonders wenn in unmittelbarer Nähe sich weitere 4 Hofläden befinden.

      • Alois Wohlfahrt sagt

        @Bergbäuerin
        Zur Entwicklung unserer hochtechnisierten Arbeitswelt, kann ich Dir das Buch „Bullshit-Jobs“ sehr empfehlen.

    • Paulus sagt

      Hallo Ehemaliger,
      „ …nach den Jahren der Kindererziehung wieder in ihren alten Beruf der techn. Zeichnerin zurück zu kehren.“ Den Beruf gibt es nicht mehr, genau so wenig wie den eines Stellmachers.
      Die gute Frau sollte sich, wenn sie schon die Möglichkeit hat, weiterhin auf die Herstellung regionaler Spezialitäten und deren Vermarktung konzentrieren. Was nach meiner Erfahrung den meisten fehlt, ist der Mut eine gewisse Hürde zu überspringen, was zweifelsfrei anderes Denken voraussetzt und mit wirtschaftlichen Risiken verbunden ist. Ich kenne ein erfolgreiches Modell, in denen sich die regionalen Kleinerzeuger einem erfolgreichen Vertriebspartner angeschlossen haben, das ist z.B. unser Metzger. Da ist das Angebot saisonal und limitiert und somit entsteht der Eindruck einer gewissen Knappheit. Da kaufen die Leute nicht „ein“ Gläschen Marmelade sondern kartonweise. Voraussetzung ist natürlich erstklassige Qualität, die auch wahrnehmbar ist und somit überzeugt. Und da Du ja der Zwetschenspezialist bist, nenn mir bitte ein Geschäft in dem ich ein ordentliches Pflaumenmus, so wie ich es aus meiner armseligen Zeit in einem Konvikt kenne, kaufen kann.

      PS: Wenn wir schon bei dem Thema sind: Unsere Pflaumenbäumchen tragen nicht. Der Baumschulist hat sie aufgrund deiner Empfehlung und meines Wunsches von einem Kollegen bezogen. Wie oft die verpflanzt wurden weiß ich nicht. Bei uns stehen sie im 2. Jahr, Blüten waren dran aber keine Früchte. Mein Versprechen, dich zum ersten Zwetschenkuchen einzuladen habe ich nicht vergessen 🙂

      • bauerhans sagt

        Paulus,hier kam einer aus einer rheinischen grossstadt hin,pachtete einen hof, ackerte und pflanzte,eröffnete einen hofladen und erzählte mir,wenn man ohne teure technik und direktverkauf landwirtschaft betreibt,bleibt viel mehr hängen.
        der hatte es einige jahre durchgehalten,musste aber jedes jahr geld zuschiessen,bis nix mehr da war.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Paulus,
        um gutes Pflaumenmus zu machen, braucht es entsprechende Sorten, besonders geeignet ist die Bühler Zwetschge, es wird immer schwieriger die zu bekommen, die Sterben aus, lohnt sich nicht mehr für den Erzeuger.

        Von der Baumschule bekommen wir 2 jährige Bäume, die unteren Äste sind in einer Höhe von ca 50 bis 60 cm. Die Erziehung erfolgt als Tellerkrone oder Spindel. Bei der Tellerkrone werden 6 bis 8 gleich starke Gerüstäste aufgebaut, die Dominanz der Mitte wird gebremst. Der Abgangswinkel der Leitäste sollte 50-60° betragen, da sich die Äste mit zunehmendem Alter infolge des Fruchtgewichts nach unten senken. Zu steile Äste werden auf Beiaugen geschnitten. Bei der Spindelerziehung bleibt die Mitte dominant, zu steil abgehende Äste werden auch auf Beiaugen geschnitten.
        Triebe die nicht als Gerüstäste gebraucht werden, auch senkrecht stehende, werden während der Vegetation die Spitze abgetrennt, das geht mit 2 Fingern. Bei entsprechender Baumqualität tragen diese Triebe im ersten Standjahr, das heißt ein Jahr nach der Pflanzung Früchte. Notwendig ist während der Blüte und kurz nach der Blüte entsprechende Wärme, ist beides nicht vorhanden, gibt es auch in Mittelbaden nix.
        Ersinger und Hanita habe ich alle vom Boden aus geerntet, Cacas Schöne zu 90 %, den Rest mit einem Pflückschlitten.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @ Paulus

        “„ …nach den Jahren der Kindererziehung wieder in ihren alten Beruf der techn. Zeichnerin zurück zu kehren.“ Den Beruf gibt es nicht mehr, genau so wenig wie den eines Stellmachers.”

        Die Frau ist jetzt in einem Alter, wo man nicht mehr in den ehemaligen Beruf wechselt. Das Ingenieurbüro für Tiefbau gibt es noch.
        Dass die Zeichnungen, bzw. Pläne heutzutage am PC erstellt werden, ist sogar einem ehemaligen bekannt.

  9. Obstbäuerin sagt

    Die Frage – Was ist Wunsch und was ist Wirklichkeit? – bleibt nach wie vor offen, wenn es um das Handeln der Kunden geht. Von allen Seiten, selbst von unserem Bürgermeister, bekomme ich gesagt, wie begehrt regionale Waren sind und das der Kunde dann auch bereit ist, mehr zu bezahlen. Er tut es aber nicht!!! Der Kunde hat doch schon seit Jahren die Möglichkeit, sich alle Wünsche nach Bio, regional, fair und was weiß ich nicht noch zu erfüllen aber das einzige, was in diesem Sektor wächst, sind die Umsätze dieser Waren, die in den Ketten angeboten und billig aus anderen EU-Ländern importiert werden. So billig kann hier gar keiner produzieren und deshalb bleibt die Produktion zurück.
    Diese Nischenproduktion, wie Bio-Hundefutter, ist ein sehr fragliches Modell, um die Probleme von 94% der Landwirte zu lösen.

    • Bergbäuerin sagt

      Wie Thomas Apfel schon einmal geschrieben hat: Wir haben alle Möglichkeiten, unser Geld auf die Bank zu tragen, und wenn es dort nicht weniger wert werden soll, dann müssen wir es auf eine Weise anlegen, wo wir uns wohlweislich nicht dafür interessieren, welchen Schaden wir damit anrichten. Dass wir damit zum Beispiel jene Supermarkt-Kette belohnen, die dem Bauern noch weniger zahlt als die Konkurrenz. Und wenn diese Kette von unserer Anlege-Philosophie abhängig ist, dann kann sie eigentlich gar nichts anderes tun. Und wenn dann dort etwas billig angeboten wird, und wenn dieser Markt um die Ecke ist, und wenn der Kunde gerade genau das braucht, was da angeboten wird, dann kann er ja gar nicht zur Kassierin gehen und sagen: Ich zahl Ihnen mehr, geben Sie das dem Bauern. Und wenn er selber nichts verdient, dann kann man ihm das schon gar nicht übel nehmen. Und deshalb sind im Weltbild dieser Unzufriedenen in der Stadt die Bauern, die an diese Ketten liefern, ein Teil des Systems, das sie beklagen, sie sind dann eben ein Teil der “Agrarindustrie” oder wie immer sie das dann nennen: diejenigen halt, die immer effizienter produzieren und damit die Umwelt ruinieren. Das ist natürlich insofern ungerecht, als die Bauern der übertölpelte Teil dieses Systems sind, aber ganz unrecht haben diese Leute trotzdem nicht. Wer mitmacht, gehört dazu. Und deshalb gehen die zum Bauern ihres Vertrauens selber und kaufen dort. Das Hauptproblem sind nicht die Bauern und auch nicht die naiven Städter, das Hauptproblem ist, dass nach der Wende der Kapitalismus gesiegt hat, den es vorher hier gar nicht in Reinkultur gegeben hatte: Dass jetzt das Geld wichtiger ist als alles, was es repräsentieren sollte. Und nicht mitmachen heißt: Ware und Geld wieder miteinander in Beziehung zu setzen – über die Person des Kunden.
      Und wenn Du das nicht glaubst, Obstbäurin, dann wirds halt bei dir auch nichts werden, da können deine Produkte noch so qualitativ hochwertig sein.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Hallo Bergbäuerin,
        ich meine in Erinnerung zu haben, dass sie gesagt haben, sie Wohnen in Österreich.

        Jetzt schreiben sie:
        “Das Hauptproblem sind nicht die Bauern und auch nicht die naiven Städter, das Hauptproblem ist, dass nach der Wende der Kapitalismus gesiegt hat, den es vorher hier gar nicht in Reinkultur gegeben hatte”

        Was stimmt denn nun?

        • Bergbäuerin sagt

          Bei uns im Westen hat es soziale Marktwirtschaft gegeben, nicht Kapitalismus. Das soziale Element ist nach der Wende im Osten hier nach und nach abgeschafft worden. Die Sozialisten sind flugs in den Nadelstreif geschlüpft. War das in Deutschland anders als in Österreich?

          • Brötchen sagt

            na ja ihr wart durch die Mauer abgeschirmt. seit der Wende gibt es erst die Globalisierung! also nivelliert sich alles auf das niedrigste Niveau, auch die Löhne!
            Österreich ist jetzt auch noch ein wenig abgeschottet durch die alpenlage. anders ist es nicht zu erklären, das bestimmte Preise viel höher sind und z.b. dänische Ferkel und zuchtunternehmen nicht über die Alpen kommen!

            aus dem Osten sind 2 Mio junge Leute nach Westdeutschland abgewandert, weil es keine Arbeit mehr gab. dann wanderten die Polen. und jetzt wandert die ganze Welt.

            • Bergbäuerin sagt

              Das ist sehr wohl anders zu erklären: Die österreichische Landwirtschaft ist auf Grund der Geografie bis heute extrem klein strukturiert, und das lässt sich auch nur sehr eingeschränkt ändern. Da haben es auch die Bauernvertreter schon kapiert, dass es da keine andere Chance gibt als auf Selbstvermarktung zu setzen, weil man in der globalisierten Welt sonst tot ist. Ich hab schon einmal einen Link geschickt mit den entsprechenden Initiativen.

                • Obstbäuerin sagt

                  Inga, das ist es nicht. Wenn ein Biobetrieb aus Italien mit 1000 ha noch 10.000 ha in Rumänien bewirtschaftet, kann man wohl kaum von kleinen Strukturen reden. Und Selbstvermarktung dürfte da eher keine Rolle spielen.

                • Inga sagt

                  Ich meinte doch nur in klein strukturierten Zonen , eben benachteiligten Gegenden in der EU!

                  In guten Ackerbaulichen Gegenden, wie vielleicht Italien, Rumänien oder ganze ehemlige LPGen in Ostdeutschland, da ist es eben nicht so!
                  Es gibt eben benachteiligte Gegenden, wo es schwieriger ist zu wirtschaften.

                  Das müßte die EU durch Fördergelder ausgleichen.
                  Sonstist es ja unsozial, oder?

          • Inga sagt

            In Westdeutschland war auch Soziale Marktwirtschaft!

            Das wird sich auch nach der Wende in reine Marktwirtschaft verändert haben, für die in Ostdeutschland wird das viel deutlicher zu spüren gewesen sein!

    • Ferkelhebamme sagt

      Ja, Wunsch und Wirklichkeit, da liegen manchmal Welten dazwischen. Das zeigt auch eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück:
      https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/01/nur-wenige-verbraucherinnen-und-verbraucher-zahlen-mehr-fuer-tierwohl-beim-fleisch/
      Nur 16% greifen zum Tierwohl Fleisch, und auch nur, wenn es nicht mehr als 30 Cent mehr kostet, als die herkömmliche Ware. Tja, der Geist ist willig, aber die Kaufentscheidung wird zwischen Daumen und Mittelfinger getroffen.
      Allerdings sehe ich diese 16% „Bewußt-Käufer“ auch als Chance. Während ich das staatliche Tierwohl-Label als totgeborenes Kind sehe, denn es wird ja jetzt schon von den NGOs zerredet und mit Mißtrauen belegt, denke ich, dass man diese 16% doch mit „regional, ehrlich, transparent“ erreichen müsste. Direktvermarktung kommt allerdings nicht in Frage für uns Ferkelzüchter und Schweinehalter. Mal sehen, wir sind dran…

  10. Heinrich. Krüger sagt

    Die Gespräche am Rande sind ein Grund, wieder dabei zu sein. Fressmesse ist ansonsten der richtige Ausdruck.

    • Inga sagt

      Ja,
      ich war auch überrascht, als der HR die GRÜNE WOCHE als
      Nahrungsmittelmesse betittelte.

      Warum wird das Wort Landwirtschaft dabei in den öffentlichne Medien verschwiegen?

      Nicht die Bauern, sondern die Medien sind schuld!?!
      🙂

  11. Bergbäuerin sagt

    Sag ich doch: Letzten Endes kann der einzelne Bauer in der Stadt SEINE Kunden finden. Und deswegen bin ich so begeistert von diesen jungen Wirtschaftsstudenten, die dieses MARKTA – Projekt aufgezogen haben, wo sie dem einzelnen Bauern, der nicht die Zeit hat, das allein zu machen, gegen einen kleinen Aufpreis auf ihre Produkte die Vermarktung in der Stadt übernehmen, die mit Know-how ein Filmchen drehen, wo sich der einzelne Bauer vorstellen kann mit seiner individuellen Philosophie – ausdrücklich nicht nur bio! Wo der Kunde dann ein Gesicht hat und einen Hof und einen Grund und eben die Produkte. Deren Projekt wächst und wächst. Gerade suchen sie in Wien dringend ein Lager, weil schon alles aus den Nähten platzt.

    • Bergbäuerin sagt

      Die größte Gefahr: Dass die Handelsketten sich demnächst diesen Trick abschauen und Filmchen machen, aber billiger anbieten. Und da muss die Bauernvertretung rechtzeitig gegensteuern. Die müssen jetzt gleich aufhören, das alles zu belächeln.

      • Alois Wohlfahrt sagt

        @Bergbäuerin
        Das mit dem Belächeln hast Du richtig erkannt. Während die einen reden und immer alles besser wissen, beobachten die Anderen aufmerksam Märkte, Innovationen und auch die Bedürfnisse der Menschen. Und danach wird gehandelt und Fakten geschaffen.

        • bauerhans sagt

          “beobachten die Anderen aufmerksam Märkte”

          Alois,genau,allerdings beobachte ich die aktienmärkte.

      • Brötchen sagt

        die handelsketten machen das bei uns längst bergbäuerin! biocompany z.b.bietet sogar Touren zu den Erzeuger an. die haben sehr gute newszeitungen mit fachonfos über Produktionsweise und Produkte. Demeter hat das auch, die Zeitung heißt “schrot und korn”
        Rewe und Edeka haben so aufstellen für regionalerzeuger und und und.
        bei und der einzige fleischvermarkter, der auch zur biocompany liefert Bio Manufaktur havelland. die haben auch eine ganz gute Webseite.

          • Brötchen sagt

            Weil sich das andere nicht lohnt. Tirol usw. die haben auch überall Stände und im Gartencenter gehen die einem auch auf den Keks;), weil es ja dort in Tirol so super läuft 😉
            Weit ab von der grossen Stadt (100km) gibt es wieder eine Ecke mit Hausschlachtutensilien im Baumarkt. Grossabpackungen Gewürze, Wolfscheiben, Därme……alles was man so braucht auf dem Lande.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Idee ist sicher gut, man braucht jedoch eine bezahlbaren Raum mit U, oder S-Bahnanschluss und das in einer Entfernung, die der Bauer bei der Lieferung auch täglich anfahren kann.

      Ein Tal weiter und Verkehrsgünstig an einer Bundesstraße will man so was bauen, bekommt jedoch keine Baugenehmigung. Neben dem vorgesehenen Bauplatz wird eine Tankstelle betrieben, mit direkter Anbindung an die Bundesstraße.
      So siehts aus.

      • Bergbäuerin sagt

        Die Bauern müssen nicht selber nach Wien fahren; da gibt es am Land Sammelstellen, z.B. in nahegelegenen Geschäften. Und von dort übernimmt das Markta-Team die Vertriebslogistik.

  12. Arnold Krämer sagt

    Das gleiche Hundefutter wird auch in einem Supermarkt in Meran, Südtirol für einen Kilopreis von 24,70 € angeboten, aus Geflügelfleisch und Getreide bestehend. Wieviel davon dem freundlich lächelnden Biobauer auf der Verpackung zufließt, würde mich schon interessieren. Aber immerhin wird den Hunden nichts Veganes „aufgetischt“.

    • Sabine sagt

      Der Haustiermarkt ist ein riesen Geschäft, wo sich die großen Lebensmittelkonzerne schon seit Jahren drum balgen und trotzdem gibt es da noch breite Nischen. Schau Dir an, was der Meerschweinchen- oder Zwergkaninchenhalter für 100g getrockneten Löwenzahn oder Spitzwegerich nicht nur im Winter auf den Tisch legt.
      Sicher, man muss das Kräuterheu in kleine Einheiten abpacken und dem ganzen einen schönen Namen geben, trotzdem verstehe ich nicht, warum dieses Geschäft Nestle und Fressnapf überlassen wird. Selbst in Raiffeisenmärkten findet man kaum Alternativen.
      Und über Nichts kommt man mit Leuten so gut ins Gespräch wie über ihre kleinen Lieblinge.

        • Sabine sagt

          Sieh es mal so. Vielen Menschen geben ihre Tiere dringend benötigte emotionale Unterstützung und eine Struktur im Alltag abseits von Arbeit und Leistung. Statt das Geld irgendwelchen mehr oder weniger erfolgreiche Therapeuten in den Hals zu stopfen oder in der Apotheke zu lassen, geben sie es halt für jemanden aus, der ihnen wirklich hilft.
          Dann darf das Streichelhuhn auch eine Schaukel bekommen, das Häschen oder Meerli Knabberäste für 20 Cent das Stück und Hund oder Katze werden dann halt mit dem Besten gefüttert, was der Markt zu bieten hat.

          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Sicherlich profitieren manche Menschen, wenn sie ein Tier als ständiger Begleiter haben, wenn der Hund nicht mehr ein Herr, oder eine Herrin haben, sondern ein Papa und eine Mama, dann hört es bei mir auf. Unverständlich ist es für mich, dass Menschen ohne Arbeit 3 große Hunde durchfüttern, die Felder und Gehsteige zu kacken.
            Wenn dann noch eine Rentnerin, nicht nur die eigenen Hunde, sondern auch andere mit Rinderfilet füttert, da wäre es angebracht das Geld an arme Menschen zu verteilen, dass die auch ein angenehmes Leben haben.

            • bauerhans sagt

              “Unverständlich ist es für mich, dass Menschen ohne Arbeit 3 große Hunde durchfüttern”

              im ruhrpott gibts jetzt sogar ne “Tafel für Haustiere”,wo futter kostenlos verteilt wird.

          • Bergbäuerin sagt

            Ich würde als Bauer nur damit ein Geschäft zu machen suchen, wovon ich auch überzeugt bin, ich glaub, dass man nur so die entsprechenden Kunden findet. Wer die Haustierbesitzer versteht, kann ihnen Tierfutter verkaufen; wer das dekadent findet, verkauft besser etwas anderes. Ich halt auch von dieser Haustiermanie nichts, allein deshalb, weil bereits ein Drittel des produzierten Fleisches im Tierfutter landet. Wir müssen weniger Fleisch produzieren, wenn wir die Ansprüche der Unzufriedenen nach Ökologisierung erfüllen wollen. Und die Unzufriedenen sind eh tendenziell Veganer.

            • Sabine sagt

              Naja, wenn Du die Äste vom Obstbaumschnitt als Knabberhölzer für Meersau oder Kaninchen verkaufst, nimmst Du keinem Armen was weg. Die Viecher werden nämlich sonst zum Tierarzt geschleppt und bekommen für so ziemlich das gleiche Geld die Zähne geschnitten. So ist den Hopps nicht langweilig und sie nutzen sich die Zähne ab.
              Das mit den drei riesen Kötern bei Hartzlern ist einfach erklärt. Unser Tierheim z.B. rekrutiert Harzler gerne als Pflegestellen. Das findet unser Amt sogar ganz gut so. Die haben Zeit sich mit den Tieren zu beschäftigen und bekommen so wieder einen geregelten Tagesablauf. Das hilft u.a. auch Langzeitarbeitslosen sich aus ihren oft recht tiefen depressiven Löchern herauszuarbeiten. Das Futter bezahlt das Tierheim und ist hier wohl so eine Art erster Wiedereingliederungsversuch für viele, die ganz unten angekommen sind.

              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Das finde ich vernünftig, so lange die Hunde nicht auf meine Obstgrundstücke und den Bürgersteig scheißen. 😉

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Bergbäuerin,
              bei der ganze Diskussion um die Fleischproduktion bleibt der Verbrauch für Tiere außen vor.

              Wenn man mir das Schnitzelchen und die Frühstückswurst verbieten will und bei einem Hund kein Thema der das vierfache frisst kein Thema ist, dann reagiere ich allergisch.

  13. Arnold Krämer sagt

    Wie sagte mir ein Thüringer auf dem Empfang der Landwirtschaftsministerin:
    „Die Grüne Woche ist für die Berliner das, was für die Kölner der Karneval ist“.

  14. bauerhans sagt

    das ist eine fress-messe mit sehr dichtem gedränge,tierschauen mit “süssen kleinen tierkindern” und ner menge “durchgeknallter”,die “dagegen” sind,die bio,öko oder solidarisch leben wollen und sehr aggressiv auftreten,aber von landwirtschaft NULL AHNUNG haben.
    muss ich nicht mehr hinfahren.

    • Obstbäuerin sagt

      Geht man von 12.000 Demonstranten (nach Polizeizählung) aus haben tatsächlich etwa
      0,02 % Bauern teilgenommen. Bei 35.000 Teilnehmern, wie von den Veranstaltern behauptet waren es dann nur noch 0,006 % Bauern. Da sollte man nicht davon reden, dass dort Bauern und Bäuerinnen demonstriert haben.

        • Obstbäuerin sagt

          Stimmt, ich habe mich verrechnet, Herr Niemann. Es sind 1,67 % bei 12.000 Teilnehmern und 0,6 % bei 35.000 Teilnehmern. Das sieht schon besser aus …

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Laut Statistik gibt es in Deutschland 266.000 landwirtschaftliche Betriebe. Jetzt müssen wir noch wissen, wie viel von den 12, oder 35.000 Demonstranten waren Landwirte?

              Können sie mir da weiterhelfen?
              Erst dann kann ich ihre Rechnung überprüfen.

              Besser ist, wir nehmen die 83.000.000 Einwohner von Deutschland,
              35.000 Demonstranten sind wie viel %?
              Bitte helfen sie mir weiter.

              • Obstbäuerin sagt

                Ich geb zu, etwas verwirrend, Ehemaliger. Ich bin von folgenden Zahlen ausgegangen: 170 Bauern mit Trecker + 30 Bauern ohne Trecker = 200 Bauern als Teilnehmer. Das ist geschätzt also etwa. Dann kommt man bei 1,67 % oder 0,6 % Bauern als Teilnehmer an. Selbst bei der Annahme,dass es doppelt oder dreimal so viele waren, bleiben wir bei 35.000 Teilnehmern unter 2 % Bauern.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Meine Frage war an Herrn Niemann gerichtet. Wer Zahlen angreift, sollte auch die Lösung anbieten.

                  Interessant ist immer, das bei Demos die Zahl der Teilnehmer bei den Angaben der Polizei immer geringer ist, wer wohl die Probleme bei der Zählung hat?

                • Eckehard Niemann sagt

                  Lieber “Ehemaliger Landwirt”, ich habe auf der Demo viele andere Bauern und Bäuerinnen getroffen, die nicht zu den 170 TreckerfahrerInnen gehörten. Allerdings konnte ich von den 35.000 TeilnehmerInnen nur jene identifizieren, die ich persönlich kannte – den anderen sah man es nicht an, ob Bauer oder Nicht-Bauer. So blieben sie für mich anonym. Wir könnten doch aber hier auf der Kommentarseite von Bauer Willi den Anfang machen und generell Klarnamen anstelle von Pseudonymen nutzen. Oder?

                • Eckehard Niemann sagt

                  Nachtrag: Wenn solche Rechenspiele offenbar so interessant sind, könnte man doch auch ausrechnen, wie viel Prozent aller Bauern die ca. 50 rotgekleideten Aktivisten von “Wir machen euch satt” am Vortage vor dem Brandenburger Tor ausmachten…

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Lieber Eckehard Niemann,

                  Bauer Willi kennt meinen Namen, auch meine genaue Adresse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert