Alle Artikel in: Bauer Willi

Bürgerbefragung Palmöl

Die EU-Kommission hat eine Bürgerbefragung zum Thema Bioenergie, hier im Speziellen zu Palmöl, gestartet. Vom 8.2 bis 19.2. gingen bisher 47 Kommentare ein. Das ist nicht viel. Scheint niemanden zu interessieren. Aber warum? Und wo bleiben die Nicht-Regierungsorganisationen? Sammeln die nur Unterschriften für ihre Mailing-Listen? Hier kann sich hier beteiligen, ohne anschließend eine Mail mit Bitte um eine Spende zu bekommen: https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2019-762855_en Die Möglichkeit zur Meinungsäußerung besteht noch bis zum 8. März. Antworten sind auch in Deutsch möglich. Einen sehr interessanten Artikel, der eine „Verteufelung“ des Palmöls für den falschen Weg hält, findet ihr beim Institut für Weltwirtschaft: https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/kiel-focus/2018/eu-palmoel-bann-verbot-ohne-nutzen-11470/ Diese Aspekte waren mir neu, ich finde sie aber nachvollziehbar. Bauer Willi

Ackerbaustrategie – mit Maß und Ziel

Ein Gastbeitrag von Arnold Krämer, Meppen Aufgrund einer Forderung des Koalitionsvertrages bereitet die Bundesregierung aktuell die Formulierung einer Ackerbaustrategie vor: Folgende Ziele sollen damit erreicht werden: Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie biobasierten Rohstoffen, Schutz natürlicher Ressourcen (Boden, Wasser, Luft), Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf der Ackerbaufläche positiver Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz, Anpassung der landwirtschaftlichen Erzeugung an den Klimawandel Stabilisierung und Sicherung der Einkommen in der Landwirtschaft. Als mögliche Handlungsfelder nennt sie: Boden Kulturpflanzenvielfalt und Fruchtfolge Düngung Pflanzenschutz Pflanzenzüchtung Digitalisierung Biodiversität Klimaschutz Klimaanpassung Ausbildung und Beratung gesellschaftliche Akzeptanz ökonomische Bewertung und Folgenabschätzung Infrage kommende Maßnahmen zur Erreichung insbesondere der Ziele 2-5 (siehe oben) kursieren bereits in Hülle und Fülle und werden vor allem, aber nicht nur, von den Kritikern der konventionellen und leistungsorientierten Agrarerzeugung formuliert. Die Ziele 1 (Erzeugung von Lebensmitteln) und 6 (Sicherung der Einkommen der Landwirte) treten in der öffentlichen Diskussion bisher eher in den Hintergrund. Die dazu notwendigen Verhaltensänderungen kann man erreichen durch Bildung, Beratung, Aufklärung (Wissensvermittlung, Überzeugungsarbeit) starke finanzielle Anreize (Förderung, Motivation) Zwang (Ordnungsrecht und Kontrolle) In …

Ernste Sorgen…

…haben derzeit die Zuckerrüben-Anbauer sicher nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas. Dies war auch der Grund, warum am 15. Februar nicht nur die Bauern, sondern auch die Mitarbeiter der Zuckerfabrik für eine faire Behandlung demonstrierten. Diese Demonstrationen finden und fanden auch an anderen Orten statt. Der Hintergrund Nach dem Wegfall der Zuckerquote haben sich viele Länder der EU nicht an die Abmachungen gehalten und zahlen ihren Rübenanbauern eine an den Rübenanbau gekoppelte Zahlung. Welche Größenordnungen das annimmt, kann man auf nachfolgendem Chart lesen. Der Anteil der gekoppelten Zahlung am Preis liegt zwischen 7%  in Finnland und 68% in Rumänien.  In Spanien sind es 39%. Eine solch hohe staatliche Förderung bedeutet eine Wettbewerbsverzerrung, da Deutschland sich an die Abmachungen hält und keine Zahlungen leistet.  Von daher ist die Forderung an die EU-Kommission „Gekoppelte Zahlung für alle oder keinen“ mehr als verständlich.  Es ist wie beim Sport: wenn einige Sportler verbotene Doping-Mittel nehmen, ist der Wettbewerb nicht mehr fair und die sauberen Sportler sind benachteiligt. Dies trifft auch für andere Bereiche zu. Die insektiziden Beizen mit der umstrittenen …

Ein Atlas für Bauern?

Vor kurzem ist der Agraratlas 2019 erschienen. Herausgegeben wird er von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem BUND und Le monde diplomatique. Um es vorab zu sagen: Ich finde die knapp 50 Seiten lesenswert. https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/agraratlas-2019/ Gleich im Vorwort finde ich einen Satz, der zum Nachdenken anregt: „Dass sich Wirtschaftssysteme ebenso dynamisch verändern wie die Gesellschaft, ist weder gut noch schlecht“. Und weiter heißt es: „Wir müssen uns entscheiden, welche Leistungen wir neben der Erzeugung von Nahrungsmitteln von den Bäuerinnen und Bauern erwarten und bezahlen wollen“. Diese Satz ist wirklich bemerkenswert. Neben einem geschichtlichen Rückblick wird dann in den ersten Kapiteln auf ländliche Räume, Höfesterben, Strukturwandel und Einkommen der Landwirte eingegangen. Natürlich dürfen auch die Themen Biodiversität, Pestizide, Dünger und Tierhaltung nicht fehlen. Das Thema Klima ist überschrieben mit „Täter und Opfer zugleich„. Und beim Thema Gesundheit heißt es: „Nicht alle Fragen lassen sich einfach beantworten“. Die dazu passende Grafik (S. 43) zeigt das deutlich. Auch wenn manch einer mit den Aussagen in den verschiedenen Artikeln so seine Probleme haben wird, ist genau deshalb diese Veröffentlichung aus meiner Sicht so lesenswert: Weil …

Wildbienen – Obstbauern schaffen Trendwende!

Am Bodensee hat man es geschafft: Nicht nur die Zahl der Wildbienen hat zugenommen, sondern auch verschollen geglaubte Arten sind wieder aufgetaucht. http://www.proplanet-label.com/aktuelles_03_05_2018.html?fbclid=IwAR1FP98kVBmNXBMkhBvDIWLCEaJS84BNlVzaPzkJ9WwiLyDU8x7SYUxY6gU Dies berichtet REWE auf seiner Seite Pro Planet. Die Meldung ist zwar nicht neu (3.5.2018) aber bemerkenswert. Und gute Nachrichten sollen sich ja auch verbreiten…  🙂 Danke an einen aufmerksamen Leser für die Weiterleitung der Info. Bauer Willi  

Die Vergiftung einer Debatte

Eine Buchbesprechung von Rainer Winter. Es geht dabei um das neue Buch von Jan Grossarth, in dem er sich mit dem Wandel von Begriffen rund um den Agrarbereich befasst. Lesenswert! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Immer noch zu trocken…

Ja, seit dem Dürresommer hat es geregnet. Der Oberboden bis 25 cm ist auch gut durchfeuchtet. In tieferen Bodenschichten (bis 180 cm) ist es aber immer noch erschreckend trocken. Das zeigt diese Karte des Helmholtz-Institutes für Umweltforschung mit Datum vom 7. Februar 2019. https://files.ufz.de/~drought/SM_Lall_aktuell.pdf Bis auch die tieferen Bodenschichten gut durchfeuchtet sind und ein störungsfreies Wachstum aller Kulturen (incl. Wald!) möglich ist, muss es noch viel regnen. Auch bei uns im Rheinland. Bauer Willi

Erbsen anbauen?

Es gibt wohl wenig Punkte, wo sich Landwirte und Umweltschützer so einig sind wie bei der Fruchtfolge. Es wäre wünschenswert, dass diese vielfältiger würde, als sie es heute ist. Eine wirklich tolle Kultur ist da die Futtererbse. Sie hat eine Reihe von Vorteilen: Bindung von Luftstickstoff Mobilisierung von Bodenphosphat Lieferung von Humus Verbesserung der Bodenstruktur Verminderte Bodenbearbeitungsintensität Verminderung von Krankheiten und Schädlingen Wechsel von Sommer- und Winterung Entzerrung von Arbeitsspitzen Das alles gilt es zu nutzen. Doch die Sache hat einen Haken: Die Wirtschaftlichkeit. Das beginnt mit dem Ertrag. Aus langjährigen Versuchen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Fachhochschule Ostwestfalen errechnet sich ein durchschnittlicher Ertrag von rund 40 dt/ha. Im Rheinland werden auch schon mal 50 dt/ha geerntet, aber dann muss alles stimmen. Bei einem Preis von 20 €/dt und Kosten von rund 1.000 €/ha (incl. Arbeitserledigung) führt dies zu einem negativen Ergebnis. Wenn ich den Vorfruchtwert mit 160 €/ha ansetze, ist es ein Nullsummenspiel. Gegenüber Weizen, Winterraps und Zuckerrüben fehlen zumindest bei mir im Betrieb 400 bis 550 €/ha. Bei Ackerbohnen (auch eine Leguminose und damit …

Es ist nichts wert…

Dieser Brief erreichte mich diese Woche. Was soll man antworten? Lieber Bauer Willi, Sie wissen, dass ich Ihre Arbeit sehr schätze. Besonders bewundere ich, wie Sie beharrlich neue Themen aufgreifen und diskutieren. Ich gestehe, dass ich oft diese Diskutiererei richtig satt bin. Nicht, weil ich sie für unnötig halte, sondern weil ich keine kurz- oder langfristigen Verbesserungen für die Landwirtinnen und Landwirte erkennen kann – leider. Ich gestehe auch, längere Zeit nicht auf Ihrer Internetseite gewesen zu sein (auch aus diesem Grund). Nun kommt es heute für mich – wie man so sagt, knüppeldick. Ich glaube, ich verspüre gerade die gleiche Wut im Bauch, wie Sie damals beim Verfassen des Briefes: Lieber Verbraucher… Wie lange setze ich mich nicht nur für Wertschätzung und auch für Wertschöpfung in der Landwirtschaft ein – und das tun viele andere Mitkämpfer auch. Manchmal, wenn man zusammen mit Bäuerinnen und Bauern gute Projekte oder Veranstaltungen mit Verbrauchern durchgeführt hat, bin ich voller Hoffnung. Irgendwann wird sich das auch auf der Habenseite der Kollegen auszahlen, so denke ich. Aber das Gegenteil …

Volksbegehren Bayern „Rettet die Bienen“

Verschiedene Organisationen haben in Bayern ein Volksbegehren zur Artenvielfalt vorgelegt, in das sich bis Mitte Februar die Bürger eintragen können. Die AbL Bayern hat hierzu einen Argumentationsleitfaden herausgegeben, den ich hier zur Diskussion stelle: http://www.abl-bayern.info/fileadmin/Dokumente/AbL-Bayern/Dokumente/AbL-Argumentationsleitfaden_Landwirtschaft_30.1.pdf?fbclid=IwAR0DlOJt-bIFFO40DwNbMqtnvsbx6S_VGmUrUdUVrKoy0yQqBAUNUq_JIMY Der Bayrische Bauernverband lehnt dieses Volksbegehren ab: https://www.bayerischerbauernverband.de/themen/landwirtschaft-umwelt/nein-zum-volksbegehren-5600 Wie ist eure Meinung?