Bauer Willi
Kommentare 174

Volksbegehren Bayern „Rettet die Bienen“

Verschiedene Organisationen haben in Bayern ein Volksbegehren zur Artenvielfalt vorgelegt, in das sich bis Mitte Februar die Bürger eintragen können.

Die AbL Bayern hat hierzu einen Argumentationsleitfaden herausgegeben, den ich hier zur Diskussion stelle:

http://www.abl-bayern.info/fileadmin/Dokumente/AbL-Bayern/Dokumente/AbL-Argumentationsleitfaden_Landwirtschaft_30.1.pdf?fbclid=IwAR0DlOJt-bIFFO40DwNbMqtnvsbx6S_VGmUrUdUVrKoy0yQqBAUNUq_JIMY

Der Bayrische Bauernverband lehnt dieses Volksbegehren ab:

https://www.bayerischerbauernverband.de/themen/landwirtschaft-umwelt/nein-zum-volksbegehren-5600

Wie ist eure Meinung?

 

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174 Kommentare

  1. Obstbäuerin sagt

    Hallo Marzellus, schaun sie mal auf das neueste Thema. Den Segelfalter habe ich 2018 unmittelbar neben unserem konventionellen Erdbeerfeld fotografiert (hab mich sehr gefreut, Bauer Willi) und nur 300 m von einer Apfelanlage, die mit Glyphosat und anderen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Vom Segelfalter wird behauptet, dass er ein Indikator für eine gesunde Umwelt ist. Deshalb fühlen sich auch die Wildbienen bei uns so wohl.

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    • Obstbäuerin sagt

      Übrigens habe ich schon zweimal hier im Blog auf dieses Experiment hingewiesen, das wurde in einer Sendung über das Insektensterben ausgestrahlt.

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  2. Marzellus sagt

    Ich kann es nicht lassen! Sorry, aber den Artikel, darf ich euch nicht vorenthalten. An dem Experiment ist ja ein richtiger Obstbauer beteiligt, vielleicht glaubt ihr dem eher als mir.

    Bemerkenswert der Satz:

    Die Handbestäubung dauert pro Baum eine Stunde.- Mit dem Mindestlohn eines Erntehelfers gerechnet, würden auf der Plantage Mehrkosten von rund einer Million Euro entstehen. Wenn das ganze Bodenseegebiet mit Erntehelfern bestäubt werden müsste, wären es 382 Millionen Euro.

    Und das bei einem um 30% geringeren Ertrag bei reiner Windbestäubung.

    Na dann!

    https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/bestaeubung-ohne-insekten-100.html

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    • Sabine sagt

      Was nichts an der Tatsache ändert, dass es nicht die Carnica ist, die auf der Roten Liste steht. Es sind wilde Bienen, wie die große Holzbiene, die gefährdet sind. Oft sind sie, wie auch Schmetterlinge dort gelandet, weil ihnen der Lebensraum abhanden gekommen ist und nicht weil sie „weg gespritzt“ wurden.
      Viele Arten benötigen trockene Magerrasen-Pflanzen, Holz in verschiedenen Verrottungsphasen, abgeknickte Äste oder abgestorbene Stauden, Pfützen oder Schlamm oder offene sandige Stellen. Manche brauchen zu verschiedenen Jahreszeiten ganz bestimmte Kombinationen all dieser Dinge.
      Einem Bauern krumm zu nehmen, dass er seine Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt und vor Krankheiten oder Schädlingen schützt, halte ich für Mumpitz, solange der Umsatz von Kunstrasen stetig steigt, jeder Hans und Franz seinen Vorgarten zubetoniert oder mit Mulchfolie abdichtet. Und Leute wie ich, sich rechtfertigen müssen, warum sie ihre abgestorbenen Stauden nicht zurückschneiden.
      Und ja, ich hatte auch schon Leute vom Umweltschutz auf der Zwergenwiese, die mein recht üppiges Beifuß ausrupfen wollten, weil sie es für Ambrosia hielten. Wie die auf den Trichter kamen, dass sie das dürfen, ist mir ziemlich schleierhaft. Jedenfalls waren das ganz große Naturspezialisten, die wären durch jede Erstsemesterprüfung in der Botanik gerasselt, weil der Unterschied von Kreuz-Jacobs und Johanniskraut wohl auch weniger geläufig war und der unterschied von Wasserschierling und Wilder Möhre wohl auch weniger bekannt war. Bei solcher geballten Fachkompetenz bekomme ich Angst. Die muss man auf der Wiese anleinen, sonst vergiften die sich noch aus Versehen.
      Der Landwirt, der die angrenzenden Heuwiesen, bewirtschaftet hat indes nie auch nur gezuckt, auch wenn Wilde Möhre und Johanniskraut sicher nicht zu seinen Lieblingen gehören.
      Dann ist es sicher löblich, wenn man versucht o.g. Magerwiesen zu schützen, nur sind die auf unseren schweren Böden von der Natur eher nicht vorgesehen. Dass man sie trotzdem im Naturschutz auch hier versucht mit Gewalt herzustellen, ist ziemlich dämlich. Auch das laute Hurra bei der Ankunft eines Sperberpärchens mag gerechtfertigt sein, aber danach den Rückgang von Singvögeln zu betrauern, finde ich recht merkwürdig. Der englische Name des ‚Greifs hilft weiter, Sparrowhawk. Dass der kleine Singvögel frisst, sollte eigentlich auch bei der Ortsgruppe des Nabus bekannt sein.
      Aber ist ja einfacher den Grund für den Rückgang dem einzig noch verbliebenen Milchbauern in die Schuhe zu schieben, weil der Silagemais auf seinen Feldern stehen hat. Man kann halt auch Zusammenhänge einfach konstruieren, irgendwelche Deppen werden es glauben und brav Vogelhäuschen und Bienenhotel an ihre Garagen hängen, um danach in den Baumarkt zu rennen und sich mit Rasendünger nebst Moosvernichter einzudecken.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Gestern,
        als ich genüsslich mit meiner Frau im Garten ein Tässchen Kaffee schlürfte,
        kam eine schwarze Holzbiene vorbei und schon kam der Gedanke in mir hoch, was bin ich für ein schlechter Hobby-Obst-Bauer, dass das Vieh überleben konnte.

        Das Glyphosat und wie das Zeugs alles heißt, taugt auch nichts mehr. 🙁 🙂 🙂

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        • Ja, du bist ein schlechter Bauer Ehemliger,

          weil du Insekten mit Glyphosat bekämpfen willst, 🙂

          aber ich habe da eine Frage,
          was ist eine schwarze Biene?
          Eine alte Bienenrasse, oder eine Hummel, weil die fliegen ja früger aus als die Bienen, oder?

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            • Danke für das Foto und die Aufklärung mit der Schwarzen Hornisse, die zu den Wildbienen gehört!

              Aber alle Obstbauern halten doch die 40 cm ein, oder?
              Steht das nicht irgendwo in Gesetz?
              Und der Rest kann mit Gras bewachsen sein.
              Ist das nun spezielles Gras oder ein besonderes?

              Wachsen da auch Wildpflanzen mit Blüten dür die Insekten drin?

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Die 40 cm stehen in keinem Gesetz.
                Jeder Obstbauer ist bestrebt den Streifen so schmal wie möglich zu halten, wegen den Mäusen ist es wichtig, ein Streifen Grasfrei zu halten.

                Beim Streuobstbau genügt auch eine Baumscheibe.

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                • Sabine sagt

                  Und genau diese grasfreien Streifen helfen vielen Insekten beim Überleben. Die dicke Holzbiene wird wohl in einem genau dieser Streifen überwintern und sich jetzt bald wieder in einem Holzstapel an die Arbeit machen.

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      • „Was nichts an der Tatsache ändert, dass es nicht die Carnica ist, die auf der Roten Liste steht. Es sind wilde Bienen, wie die große Holzbiene, die gefährdet sind. Oft sind sie, wie auch Schmetterlinge dort gelandet, weil ihnen der Lebensraum abhanden gekommen ist und nicht weil sie „weg gespritzt“ wurden. „

        Also Holzbienen, die sich in den fast vor je4dem Haus befindlichen Holzstabel etablieren konnten, oder.
        Nun heizen wir mit Öl und die Holzecke hinter dem haus wurde sauber gemacht.

        Eine Freundin von mir ist vor einigen Jahren im Februar beim Brennholzholen aus so einem Stapel mal gestochen worden, wir dachten es wäre ein Hummel!

        Jedenfalls, wenn es solche Holzstapel in Dörfern und Städten immer weniger gibt und im Wald auch weniger lang lagerndes Holz, dann ist ihr Lebensraum gefährdet!

        Wenn man 2 kleine Schwestern hat, dann weiß man wie das ist, mit dem „Schuld in die Schuhe schieben“

        Na ja, kleine Schwestern

        Aber erwachse Leute aus der Stadt, sind die auch wie Kinder???

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    • ´Thomas Apfel sagt

      Ich habe die Sendung in der Erstausstrahlung gesehen. Die Frau Doktor war völlig überrascht, dass die isolierte Variante den optimalen Ertrag hatte. Die Mehrerträge in den Varianten Insekten und Handbestäubung hätten für eine optimale Fruchtgröße und Alternanz- Vermeidung ausgedünnt werden müssen ! Der Bauer fand den Ertrag der isolierten Variante optimal. Der Kommentar der Frau Doktor war (da sie offensichtlich sehr überrascht vom Ergebnis war) „Aber die nicht durch Insekten bestäubten Äpfel haben zu wenig Kerne und das ist nicht gut für die Fruchtqualität.“
      Wenn also Insekten an die Bäume kommen (sofern sie da sind) ist der Ertrag bei Apfel ohne Haustierbienen gesichert. Genau das ist auch unsere Erfahrung und die vieler Obstbauern in Deutschland. Bei Steinobst sieht das sicher etwas anders aus, da hier eine Unmenge von Blüten in kurzer Zeit bestäubt werden müssen.
      Der Einsatz von Haustierbienen ist eher dem unsicheren Gefühl „vielleicht klappts ja sonst nicht“ geschuldet.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich habe den Beitrag in der Erstausstrahlung gesehen. Der optimale Ertrag war aus Sicht des Obstbauern der aus der Variante „Windbestäubung“. Beide anderen Varianten hätten zur Alternanzvermeidung händisch ausgedünnt werden müssen.
      Das hat sowohl mich als auch die Frau Doktor erstaunt. Was sie flugs zu der Äußerung führte: „Aber die Äpfel ohne Insektenbestäubung haben weniger Kerne, und das ist nicht gut für die Fruchtqualität.“
      Mein Fazit ist, wenn schon ohne Insektenbestäubung unter günstigen Bedingungen ein optimaler Ertrag erreicht wird, reichen die immer in Obstanlagen und deren Umfeld vorhandenen Insekten sicher für eine ausreichende Befruchtung bei Apfel.
      Der Einsatz der Haustierbienen ist Folge der Angst es könnte doch zu wenig dran sein.
      Ausdünnen kann man immer Früchte drankleben ist schwieriger.

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  3. Obstbäuerin sagt

    Bauer Franz, die Debatte ist vergiftet und daran ist nicht der Bauernverband schuld.

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    • Marzellus Boos sagt

      „Warum gibt es in einer Landschaft mit intensiver konventioneller Produktion (Glyphosat- und Neonicotinoideinsatz) eine ausgesprochen hohe Biodiversität, “ – Ich kapituliere: Gegen hausgemachte „Wahrheiten“ in Einweckgläsern hat man keine Chance.

      Woran die Bienen sterben? Meine Antwort: An der Borniertheit mit der wir (ausdrücklich nicht nur die Bauern) schleichende Katastrophen wie das Artensterben oder die Klimakatastrophe marginalisieren, weil wir sonst etwas anders machen müssten.

      Es gibt noch andere Gründe: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2019-02/artenvielfalt-insekten-pestizide-volksbegehren-bienensterben-faq

      Aber die sind dagegen sekundär. Auf Wiedersehen: Es hat keinen Zweck mit euch weiter zu diskutieren. Das ist Zeitverschwendung.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Der Begriff „Bienensterben“ wird in der Debatte um Artenvielfalt oft politisch verwendet. Gemeint ist dann ein flächendeckendes Aussterben aller Bienen, was wissenschaftlich nicht belegt ist. Zwar stünde die Hälfte der deutschen Wildbienenarten auf der Roten Liste gefährdeter Arten und man müsse damit rechnen, dass in den nächsten 25 Jahren jede dritte Art aussterbe, doch von einem Bienensterben im fachlichen Sinne könne man nicht sprechen, sagt der Wildbienenforscher Robert Paxton von der Universität Halle.
        Die Honigbiene ist ein Sonderfall, da sie kommerziell genutzt wird. Solange es Imker gebe, könne die Honigbiene nicht aussterben, sagt der Bienenforscher Peter Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim.

        Das ist in ihrem Link nachzulesen.

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      • Obstbäuerin sagt

        Welchen Vorschlag haben Sie, Marzellus Boos, wenn ich all die Theorien lese und höre aber sie nicht mit meinen Erfahrungen in der Praxis übereinstimmen. Soll ich so tun als ob es die Praxis nicht gibt? Wenn die Theorie nicht mit den Fakten übereinstimmt, muss man die Fakten aufgeben? Es kann ja sein, dass es nur bei uns so ist und am Bodensee aber warum?

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      • Thomas Apfel sagt

        „Es hat keinen Zweck mit euch zu diskutieren. Das ist Zeitverschwendung“
        – sagte der Missionar als die Indianer den Glauben nicht übernehmen wollten und sich nicht taufen ließen.

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      • Woran sterben nicht nur Bienen? An der Borniertheit penetranter Katastrophenalarmisten, die von tatsächlich existierenden Problemen ablenken.

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  4. Bauer Franz sagt

    Das erfreuliche an der ganzen Debatte ist doch, dass sie etwas bewegt – so unsachlich sie hier in Teilen auch geführt wird.

    Als größter Verlierer steht jetzt am Ende der Bayerische Bauernverband da, und das auch völlig zu recht: mehr als 2 Mio Euro wurden in die Anti-Kampagne gesteckt, um mit teilweise „alternativen“ Fakten gegen das Abkommen mobil zu machen. Und damit riskiert er den eh schon mittelmäßigen Rückhalt der Landwirtschaft in unserer Gesellschaft.
    Leider hat das im Endeffekt dem Image aller Landwirte geschadet.

    Ich selbst als Landwirt sehe die ganze Debatte als Chance: wir haben die historische Möglichkeit, endlich etwas zu verändern, und die gesetzlichen Rahmenbedingen mitzugestalten. Wir Landwirte tragen doch die Verantwortung unserer Kulturlandschaft.
    Es kann so nicht mehr weiter gehen, die Uhr schlägt 5 nach 12.

    Doch bis sich das an den Stammtischen der Bauerverband-treuen Nachplapperer durchgesetzt hat, müssen noch einige „des haben wir aber schon immer so gemacht“ und „warum soll ich und nicht die anderen“-Diskussionen durchgestanden werden. Denn die Umstellung muss im Kopf stattfinden, nicht nur auf dem Feld.

    10+
    • „Ich selbst als Landwirt sehe die ganze Debatte als Chance: wir haben die historische Möglichkeit, endlich etwas zu verändern, und die gesetzlichen Rahmenbedingen mitzugestalten. Wir Landwirte tragen doch die Verantwortung unserer Kulturlandschaft.“

      Warum respektiert das keiner?
      Wenn die jenigen, die jeden Tag in der freien Umwelt sind nicht mitreden dürfen, dann ist doch was faul im Staat, oder?
      Ist das Demokratie?

      „Es kann so nicht mehr weiter gehen, die Uhr schlägt 5 nach 12.“
      Warum, Bauer Franz?

      2+
    • „Es kann so nicht mehr weiter gehen, die Uhr schlägt 5 nach 12.“ ?
      Deswegen:

      „Seit der kleinen Geschichte, die der römische Dichter Ovid um den Anfang unserer Jahreszählung über den Jungen Narcissos geschrieben hat, gibt es eine breite Faszination für diesen Menschentypus. Zunächst in der Kunst um dann von Freud in die Psychoanalyse eingeführt zu werden. Die Störung hing nach Freud stark mit Autoerotik und Homosexualität zusammen. Erst in den 70er Jahren entwickelt die moderne Psychologie den Narzissmus als moderne Persönlichkeitsstörung, die vor allem auf Empathiemangel basiert, der mit Formen von Grandiosität kompensiert wird. „

      1+
    • Marzellus Boos sagt

      Eigentlich wollte ich ja mit meinem Beitrag nur darauf hinweisen, dass in der Tat nicht allein die moderne Landwirtschaft einen Anteil an der inzwischen immer deutlicher werdenden Biomasseverlusten hat. Das mag in dem einen oder anderen Fall subjektiv anders empfunden werden, aber die Fachwissenschaftler ( Ökologen, Entomologen, Ornithologen ) werden in ihren methodisch sauberen Erhebungen immer noch nicht ernst genommen, nicht nur bei den Landwirten. Unter den Fachleuten gibt es über die Tatsache des Insektensterbens und die kaskadenartigen katastrophalen Folgen für die gesamten noch existierenden tierische Nahrungsketten keinen Zweifel.

      Nur keiner will die Verantwortung dafür übernehmen und fühlt sich angesprochen:

      Die Bauern nicht (51,5 % der Gesamtfläche der BRD).
      Die Forstleute nicht, die zum Teil immer noch nicht begriffen haben, dass Wälder mehr sein müssen als Holzplantagen – Aber da sehe ich inzwischen einiges Licht am Horizont. (29,7% Waldfläche)
      Die Straßenverwaltungen nicht, die unter dem Vorwand der Verkehrssicherheit entlang des gesamten Deutschen Verkehrswegenetzes bis zu 8 Meter breite Streifen zwei mal im Jahr bis tief unter die Grasnarbe auffräsen.
      Die Dorf- und Stadtbewohner nicht, die neuerdings bequemlichkeitshalber mit Mährobotern auf ihren Zierrasenflächen noch nicht einmal einem Gänseblümchen eine Überlebenschance geben oder, alternativ, ihre Gärten einfach zuschottern.
      Die Kommunen nicht, die in ihren Grünanlagen und Parks das gleiche im großen Stil machen, was ihre Bürger im Kleinen tun. Die mit oft völlig überzogener Straßenbeleuchtung den millionenfachen Tod von Nachtinsekten zu verantworten haben. Da bleibt kein Blättchen liegen, unter dem ein Insekt überwintern kann, da ist kein Ast, an dem ganze Generationen an Käfern, Ameisen, Hautflüglern und Schmetterlingslarven Nahrung und Unterschlupf hätten finden können, der nicht geschreddert wird. Der überwiegende Teil unserer 1000 Wespen- und Bienenarten ist auf Alt- und Totholz angewiesen. (Siedlungs- und Verkehrsfläche 13,8%)

      Im Frühjahr 2018 betrug der Flächenanteil von Heiden und Mooren, die zu den wenigen ökologisch intakten Nischen gehören jämmerliche 0,8 Prozent. Bezeichnenderweise nennen wir solche ökologisch intakten Flächen in der
      offiziellen Flächenstatistik Unland.

      Ich finde es ziemlich scheinheilig, wenn alle hier angesprochenen landbesitzenden und landbewirtschaftenden Gesellschaftsgruppen ihre Hände in Unschuld waschen wollen und gegenseitig mit dem Finger aufeinanderzeigen. Beim Thema Artenschutz brennt es nicht nur auf Äckern und Wiesen lichterloh.

      Und wenn man dann mal speziell in diesem Forum etwas Konstruktives äußern will, was nicht meinungsblasenkonform ist, erhält man Shistormphrasen wie Oberbesserwisser, Oberlehrer, du bist inkompetent, du kannst nicht lesen, du hast hat keine Ahnung, sei froh, dass wir dich und eine parasitierenden Imkerkollegen überhaupt in die Nähe unserer Felder lassen, pflanz‘ dein Bienenfutter doch selber an, wir verpachten dir gerne ein Stück Land. …

      Sachlichkeit ist halt nicht jedermanns Sache. Das ist eine Frage von Diskussionskultur, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Mich juckt und beeindruckt das nur wenig.

      Lieber Bauer Willi und Kollegen, Dialog sieht anders aus. Den führt man vor allem nicht vom Standpunkt päpstlicher Unfehlbarkeit oder wahlweise kindlicher Unschuld aus.

      Ich bedanke mich an dieser Stelle für die klugen und fairen Kommentare von Bauer Franz und Marko und mit Einschränkung von Ehemaliger Landwirt, der zumindest im Verlauf der Diskussion zu diesem Thema nicht in die typische Wagenburgmentalität verfallen ist, die ich auch bei anderen Diskussionen auf dieser Seite feststellen kann.

      9+
      • Philip sagt

        „Beim Thema Artenschutz brennt es nicht nur auf Äckern und Wiesen lichterloh.“
        Sachlichkeit ist halt nicht jedermanns Sache. Stimmt!

        Also ganz sachlich, welche Arten wollen Sie denn schützen, die die als Kulturfolger die Äcker und Wiesen bevölkern oder die die vorher da waren?

        2+
      • Obstbäuerin sagt

        Sehr geehrter Herr Marzellus, im Osten sind 70% der Flächen von Landwirten gepachtet, müssen also bezahlt werden. Und meine viel gesellte Frage: Warum gibt es in einer Landschaft mit intensiver konventioneller Produktion (Glyphosat- und Neonicotinoideinsatz) eine ausgesprochen hohe Biodiversität und in einem Naturschutzgebiet wie Krefeld das genaue Gegenteil? hat mir bisher noch keiner beantwortet, geschweige denn überhaupt zur Kenntnis genommen. Vielleicht haben Sie ja eine Idee?

        3+
          • Brötchen sagt

            sandwege, unaufgeräumte Landschaft, niedrige bevölkerungsdichte, großräumige Naturschutzgebiete. teilweise würde schon zu ostzeiten etwas für die Natur getan, worauf sich heute viele ins gemachte Nest setzen.
            selbst in den Betriebe wurde teilweise auch für die Natur gedacht.
            unaufgeräumte vorgewende, viel misthaufen und unaufgeräumtes Zeugs.
            selbst der vielgescholtene tagebau bietet auch Lebensraum für pionierarten. extrem viel militärflächen mit umweltschäden, aber auch mit viel Rückzugsraum, wo niemand ist.
            .

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        @marzellus Boos
        Die meisten Imker die ich kenne, legen keinen so Aggressiven Ton an, nein, die berichten von sehr guten Honigergebnissen und kritisieren hinter vorgehaltener Hand ihren Vorsitzenden, der in der Öffentlichkeit genau so vorgeht wie sie Herr Boos. Die wissen genau dass ein pures, besserwissendes draufschlagen auf die Bauern zu keinem Erfolg führt. Warum soll der Bauer Blütenwiesen anlegen in der Gewissheit, dass er eh nur als Bienenvergifter betitelt wird. Wen interessiert das schon, dass im Jahre 2018 es kein Bienenschaden durch PSM in Baden-Württemberg gab?
        Auch wenn jetzt der obige Beitrag versöhnliche Töne anschlägt, gelesen habe ich alle. Und gerade alle Beiträge bewegen mich nicht dazu, dass ich die Imker lieber habe, als vorher.

        8+
    • Hallo Bauer Franz, ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum der BBV als der große Verlierer dasteht. Er hat meiner Meinung nach nur vehement darauf hingewiesen, dass es auch andere Ursachen für den Rückgang der Insekten gibt, und es angemessen gewesen wäre, wenn in dem Volksbegehren auch diese anderen Ursachen benannt worden wären, und auch hierzu konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht worden wären. Denn so war das Volksbegehren eine einzige Schuldzuweisung an die Landwirtschaft. Selbst die Initiatoren haben mittlerweile eingeräumt, dass sie stellenweise „unglücklich formuliert haben“. Wo der BBV alternativen Fakten verwendet haben soll, müssen sie mir bitte genauer erklären.

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  5. Mark Rössler sagt

    Als Imker solche Aussagen zu treffen ist – naja…
    Die Birnen in China, weltgrößter Birnenproduzent, neben ua auch Honig, werden (müssen!) kreuzbestäubt werden, ansonsten wächst da nicht eine Birne.
    Das passiert mittlerweile seit fast 50 Jahren per Hand.
    Es handelt sich um eine spezielle Birnensorte, andere werden daneben gar nicht angebaut.

    Das sowas in einem „Imker Magazin“ nicht mal recherchiert oder gar bekannt ist, ist mehr als peinlich.

    Lesen und lernen kann helfen:
    http://web.archive.org/web/20060513213901/http://www.fao.org/ag/AGP/AGPS/C-CAB/Castudies/pdf/6-005.pdf

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    • Mit lesen und lernen bin ich sehr einverstanden. Wer lesen kann ist eindeutig im Vorteil. Wem sagen Sie das?

      Die von Ihnen empfohlene Studie bestätigt die Handbestäubung, und sie gibt auch eine Antwort, warum diese aufwändige Art der Blütenbetäubung nicht von Insekten geleistet wird.

      Aber zum Grundsätzlichen: Dass für Apfelsorten und Birnensorten in der Regel andere Sorten als Pollenspender nötig sind, weil sie selbststeril sind, ist ja ein alter Hut. Da gibt es sogenannte Bestäubertabellen, z.B. hier: http://baumschule-kraemer.de/german/tip_birnen_befruchtertabellen.htm

      Aber gerade die von Ihnen empfohlene Studie sagt doch, dass seit Beginn der 1980er Jahre plötzlich ein Problem da war: Many flowers but no fruit. (Viele Blüten, keine Früchte) Ferner lese ich, dass die Imker, die bis Anfang der 80er Jahre in der Obstregioon aktiv waren, verschwunden sind. Und dann kommt der entscheidende Satz:

      „It was mentioned that a probable reason was that a large explosive of pear lice SOME YEARS AGO leading to OVER SPRAY OF INSECTICIDES, which might have killed most insects. Since then, pears have been sprayed often 12 times before harvesting of pears.“

      Ich übersetzte mal ins Deutsche, damit jeder folgen kann: „Es wurde erwähnt, dass ein wahrscheinlicher Grund darin bestand, dass eine explosionsartige Vermehrung der Birnenlaus vor einigen Jahren zu einem überdosierten Versprühung von Insektiziden führte, was die meisten Insekten wahrscheinlich abgetötet hat. Seitdem wurden Birnen vor der Ernte oft zwölfmal gespritzt.“

      Ich gehe mal davon aus, dass damals das Mittel der Wahl DDT war, das seit den 40er Jahren weltweit zum Einsatz kam und vor allem wegen seiner chemischen Stabilität noch bis heute Probleme macht. in gemäßigten Klimazonen hat DDT eine Halbwertzeit von bis zu 16,7 Jahren, heißt: Nach dieser Zeitspanne hat das Gift seine Wirksamkeit erst halbiert.

      Da haben wir den Zusammenhang ja sogar schwarz auf weiß. In einfachen Worten: Zuerst spritzt man alle Nützlinge kaputt, um danach noch mehr Insektizide gegen die Schädlinge spritzen zu müssen, die immer noch nicht eingegangen sind. Und dann wundert man sich, dass man nach 40 Jahren immer noch auf seiner Leiter steht und Birnen- oder Apfelblüten mit dem Pinselchen bestäubt.

      Über ökologische Zusammenhänge hatte man sich in den 80er Jahre noch keinen Kopf gemacht. Aber dass das heute immer noch nicht passiert – auch bei uns nicht – ist das eigentlich Fatale.

      Dass Handbestäubung funktioniert, steht ja außer Zweifel. Vor allem, wenn man wegen nachhaltiger ökologischer Zerstörung keine andere Wahl mehr hat. Und, das lese ich auch aus dem Bericht: Man macht daraus: „Handbestäubung hat in China Tradition“, das klingt dann wenigstens noch einigermaßen beruhigend – wobei 40 Jahre Notbefruchtung durch billige Landarbeiter sicherlich für uns in Mitteleuropa keine Option ist, vor allem nicht in Zeiten von „Mindestlohn“.

      Rechnen wir also mal mit den Angaben aus der Studie durch: Ihre empfohlenen Studie sagt: Ein Arbeiter bestäubt zwischen 11:00 – 16:00 Uhr (5 Stunden) zwischen 10 und 40 Bäume (Mittel 25) und das während der Blütezeit Anfang April bis Ende Mai (60 Tage) und das 2-5 mal. (Mittel 3,5)

      Das heißt: Der Arbeiter bestäubt in den 60 Tagen 428,57 Bäume bei 3,5 Durchgängen (In der Tat brauchen die meisten Blüten bei der Insektenbestäubung eine Mehrfachbestäubung); pro Tag sind das also 7,63 Bäume. Rechnet man mit dem Mindestlohn in 2019 (9,19€) würde allein an Arbeitskosten für die Bestäubungarbeit (ohne Pollensammeln) 7,23 € pro Birnbaum zu Buche schlagen. Im Internet finde ich für Birnen ein Pflanzdichte für Baden Würtenberg von 1600 Bäumen pro Hektar (statistisches Landesamt. Baden Würtemberg 2008; ich gehe mal davon aus, dass sich da nicht so viel geändert hat)

      Also fallen für eine Handbestäubung von Birnen Kosten von 11.568,- €uro pro Hektar an. Dafür muss eine alte Oma lange für stricken. Aber zuerst muss ja mal der Pollen der Bestäuberbäume gesammelt werden. Auf Zuruf wandern die ja auch nicht ins Tütchen. Die Kosten sind ja nicht in dieser Rechnung. Ich denke, es ist realistisch dafür noch einmal die Hälfte draufzulegen. Dann wären wir bei gut 17.000,- €uro pro Hektar

      Umweltschützer, die ökonomisch argumentieren, würden hier also von Ökosystemleistungen sprechen, an denen sogar bei Birnen die Imker in ihrer Nähe nicht unwesentlichen Anteil haben. (Wohl gemerkt: Bienen mögen eigentlich keine Birnen, wenn man nicht etwas trickreich ist, und weiß wie es geht. Die Lösung finden Sie bei Mandl, also lesen Sie ruhig)

      Wenn als Bauer Willi sich in seinem Kommentar gegenüber seinen Ortsimkern als großzügig bezeichnet, weil er ihnen für zwei Gläser Honig gestattet, ihre Völker an seinen Rapsfeldern aufzustellen, ist angesichts der Ökosystemleistung Gönnerhaftigkeit gegenüber Imkern völlig unangebracht. Ein herzliches Dankeschön wäre angebracht, denn gerade Rapsbauern sollten wiederum Mandl lesen. Denn weil wir Menschen mittlerweile herausgefunden haben, dass unserem „gesunden Menschenverstand“ und unserer subjektiven Einschätzung nicht unbedingt zu trauen ist, haben wir ein System namens Wissenschaft entwickelt. Mit dessen Hilfe kann man zu objektivierbaren Erkenntnissen darüber gelangen, wie die Dinge wirklich liegen. Gerade der Österreicher Mandl hat über die Ertragssteigerung bei Raps promoviert, und ich denke, er weiß worüber er redet. Seine Doktorarbeit an der Universität für Bodenkultur, Wien befasste sich mit der Steigerung der Hektarerträge bei landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere bei Raps in Österreich. Es konnte nachgewiesen werden, dass durch den Einsatz von Honigbienen zur Bestäubung die Erntemengen DEUTLICH gesteigert werden können.

      Um noch einmal auf die Birnen zu sprechen zu kommen: Da empfehle ich auch Ihnen sowie allen hier zu Wort kommenden Experten für Bestäubung die Lektüre von Dr. Mandls Bestäubungshandbuch. Ab Seite 63 können Sie auch eine Menge zum Thema Birne und Bestäubung lernen. Auch wenn die Bienen Birnennektar nicht wirklich mögen, steht dort, wie man sie ihnen trotzdem schmackhaft machen kann und man nachweislich seinen Ertrag steigern kann.

      Lesen und lernen kann helfen: RICHTIG! Aber wnn dann bitte gründlich und nicht selktiv das herauspicken, was man gerne lesen würde! Hier ist der Link zum kostenlosen Download: http://www.bestaeubungshandbuch.at/handbuch.html

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „Ich gehe mal davon aus, dass damals das Mittel der Wahl DDT war, das seit den 40er Jahren weltweit zum Einsatz kam und vor allem wegen seiner chemischen Stabilität noch bis heute Probleme macht. in gemäßigten Klimazonen hat DDT eine Halbwertzeit von bis zu 16,7 Jahren, heißt: Nach dieser Zeitspanne hat das Gift seine Wirksamkeit erst halbiert.“

        DDT war ein Mittel, bei der es keine Resistenz gab. Jeder Landwirt ist froh, dass er dieses Mittel nicht mehr anwenden muss. Man sollte nicht verkennen, dass DDT damals ein Segen war und bei der Malariabekämpfung immer noch ist.

        Raps war für mich kein Thema, weil bei uns die Felder viel zu klein sind, deshalb war Obst angesagt, in unserem Tal Brennkirschen. Ohne Zweifel, die Bäume sind auf Insektenbestäubung angewiesen und dem Imker seine Bienen auf die Obstblüten, somit hat jeder was davon.
        Leider gibt es Imker, die meinen einseitig nur die Bauern haben was davon. Viel leicht sollte man auf der Bezirksebene mehr mit den Bauern sprechen als über die Bauern.

        2+
  6. Gephard sagt

    Der Bauernverband schreibt: „Wir Bauern haben ein großes Interesse daran, die Artenvielfalt in Bayern zu schützen und die wichtigen natürlichen Kreisläufe zu erhalten.“. Ich kenne jetzt nicht Bayern, sondern nur NRW und Niedersachsen, aber wenn ich da durchs Land reise, sehe ich kaum Vielfalt, sondern große Felder mit Monokulturen. Bei einer Reise nach Polen war ich dann im Vergleich überrascht, dass die Monokulturen dort anders aussahen. Viele Kornfelder waren bunt und mit Klatschmohn durchzogen. Das sehe ich hier meist nur am Feldrand. Im Supermarkt herrscht zudem auch nur bei den verarbeiteten Produkten „Artenvielfalt“. Das Verhältnis Verarbeitet/Rohware ist im Bioladen zwar auch nicht unbedingt besser, dafür gibt’s dann aber auch häufiger alte Tomatensorten, mindestens drei Sorten Möhren und immer wieder zahlreiche Kartoffelsorten, etc. pp.

    1+
    • Obstbäuerin sagt

      Haben sie mal daran gedacht Gephard, dass Bauern auf ihren Feldern eigentlich Essen produzieren und keine Blumen? Wenn die Felder so bunt sind, wie Sie erwähnen, ist da was schief gelaufen. Ihre Bio-Werbung ist ja ganz nett aber Sie wissen sicherlich, dass von den unter 10% Biobauern nur 4% der Nahrungsmittel produziert werden und das meiste davon tierische Produkte sind. Ich glaube, der ganze Ökowahn, dem offensichtlich schon mehr als 10% der Bevölkerung verfallen ist, wird Verwerfungen in der Gesellschaft hervorrufen, von denen wir und heute noch keine Ahnung haben.

      3+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mein lieber Gephard,
      lange Jahre kauften wie die Möhren im LEH und die Möhren schmeckten nach gar nichts. Durch Zufall entdeckte ich Saatgut einer alten Sorte und pflanzte die selbst an, Die schmecken noch nach Karotten, haben den Nachteil, dass man mit 30% Abfall rechnen muss.
      Diese Karotten werden höchstens im Bio Laden gekauft, auch dort müsste man dem Kunden diese Karotten aufdrängen.

      Bei den Tomaten haben wir eine alte geschmackvolle Sorte, von denen ich einem Hofladen Pflanzgut geschenkt habe. Diese Tomaten fanden nicht den Zuspruch, sondern eine Sorte, so hart wie Kanonenkugeln von der Sorte ich im Gegenzug auch Pflanzmaterial bekommen habe. Dieses Zeugs war ungenießbar in meinen Augen.

      Jetzt kommen wir zum Handel, die brauchen große Mengen, die mindestens 3 Wochen haltbar sind, solange die Kunden auf die Abfahren, wird der große Tomatenerzeuger das liefern, was der Kunde verlangt.

      2+
        • Die sind sich selber nicht gut genug, deswgen stänkern sie so und müssen anderen friedlichen Leuten auf die Nerven gehen, sie müssen deren Idylle kaputtmachen!
          Die können diese Idylle nicht vertragen, deswegen wollen die sich da auch nicht einleben!

          Dass so eine Nichtigkeit in der Öffentlichkeit so bekannt gegeben wird?

          Auch hier,
          es sind nicht nur die Steingärten und Rasenroboter und die modernen billige Obstsorten aus Monoplantagen die unsere Insekten vertreiben, sondern auch unsere Lichtquellen in den Städten!

          Wer das nicht versteht muß schon ganz schön dumm sein, oder?

          Sollen die Bauern sich von dummen Leuten beeindrucken lassen?

          https://www.planet-wissen.de/video-helllichte-nacht–lichtverschmutzung-und-die-folgen-100.html

          1+
          • Obstbäuerin sagt

            Inga, unsere modernen Obstsorten sind nicht billig und vertreiben auch keine Insekten. Ganz im Gegenteil, es kreucht und fleucht im Sommer ganz gewaltig in unseren Anlagen und von einem stummen Frühling kann auch keine Rede sein.

            0
    • bauerhans sagt

      Gepard,das ist keine monokultur,sondern jeweils eine frucht aus der fruchtfolge.
      dass bioläden alte sorten anbauen,liegt in der natur der sache,der biokunde will ja auch was anderes als im supermarkt.
      alte sorten lassen sich grossflächig nicht anbauen,weil der verkauf aus verschiedenen gründen nicht klappt.

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Die Öbstbäuerin hat schon mal geschrieben, dass ihre alten Sorten kaum mehr gekauft werden.

        1+
        • Obstbäuerin sagt

          Stimmt, Ehemaliger und selbst in Berlin wird der Abkauf immer verhaltener. Es ist einfach so, dass die alten Sorten ein Mythos des Unübertrefflichen umweht, solange sie unerreichbar sind. Sobald das Angebot ständig da ist, können Vergleiche gezogen werden und da schneiden die alten Sorten selten besser ab.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Früher soll doch alles besser gewesen sein.also ich merke das bei meiner Frau, früher war sie jünger. 😉 🙂

            4+
            • Paulus sagt

              Ehemaliger, bei meiner Frau ist das anders. Ihre Attraktivität, die nicht nur das Äußere betrifft, nimmt zu mit dem Alter! Ich behaupte sogar exponentiell.
              Ist allerdings nicht ganz einfach das glaubhaft rüber zu bringen. 🙂

              1+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Paulus,
                die Erfahrung habe ich auch gemacht, in manchen Dingen hat sie sich positiv verändert. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sie älter geworden ist. 😉

                0
  7. Bauer Willi sagt

    Lieber Marcellus
    auf der Wiese gegenüber unserem Hof haben zwei Imker ihre Völker stehen. Einer ist IT-Fachmann, der andere bei der Berufsfeuerwehr. Die Völker stehen da seit 15 Jahren, weil sie die an ihrem Einfamilienhaus mit Rücksicht auf die Nachbarn nicht aufstellen können. Wegen der Stiche….
    Jedes Mal, wenn ich vorbeikomme und die beiden Hobbyimker sehe, unterhalte ich mich mit ihnen um was über Varroa, Faulbrut und andere Probleme zu erfahren. Ein großes Fass mit Zuckerlösung haben die auch auf der Weide stehen und mit dem Auto fahren sie auch über die Weide. Seit 15 Jahren.

    Dann fragen die mich, wo ich dieses Jahr den Raps stehen habe und setzen ihre Völker da hinein. Wenn wir Insektizide spritzen, machen wir das abends nach dem Bienenflug. Gibt dann zwar Kommentare „Siehste, jetzt spritzen die schon nachts“, aber das kann ich ab.

    Seit 15 Jahren hat es noch nie ein böses Wort gegeben. Warum auch, wir nehmen aufeinander Rücksicht. Einer von den beiden Imkern hatte vor einem Jahr 70% Winterverluste, der andere 15%. Die Völker stehen direkt nebeneinander. Woran das liegt? An mir nicht, denn im Winter spritzen wir nicht. Am Imker? Schon gut möglich.

    Wenn ich Ihre Kommentare lese, müsste ich mir überlegen, ob ich für meine Leistungen demnächst ein finanzielles Entgelt frage. Bisher lief das alles ohne Bezahlung ab, bis auf zwei Gläser Honig pro Jahr.

    Keine Angst, mache ich nicht, denn was 15 Jahre freundschaftlich geklappt hat, wird auch die nächsten Jahrzehnte gut klappen. Ob Sie Ihre Völker auch kostenlos dazustellen können? Das kommt ganz auf Sie an…

    Oberlehrer Willi

    4+
    • Lieber Bauer Willi,

      dass wir Rheinländer „Jönne könne“ haben wir schon mit der Muttermilch eingesogen. Und selbstverständlich „iss jede Jeck anders“., will heißen man respektiert andere Meinungen, aber es gilt auch: „Et es wie et es.“- oder „Sieh den Tatsachen ins Auge“.

      Tatsachen sind dabei nicht unbedingt deckungsgleich mit meiner eigenen Meinung und meinem gesunden Menschenverstand oder meinen subjektiven Erfahrungen.

      Der Deal, den Sie mit ihren Imkern machen würde man neudeutsch als eine „Win-Win-Situation betrachten“ Wenn die Imkerkollegen Ihnen zweiGläser Honig schenken dafür, dass sie ihre Völker in die Nähe Ihrer Rapsfelder stellen, ist das ein Zeichen von „Rheinischer Großzügigkeit“, dass Sie mindestens mit einer Flasche Branntwein erwiedern sollten.

      Mein Eindruck ist der: Ein Bauer heute muss von vielen Dingen viel wissen. Nur von dem Segen der Insektenbestäubung hat er wenig Ahnung. Sonst würde er erst gar nicht darauf kommen, dass der Imker ihm etwas schulde, das man nur gönnerhaft nicht einfordere. (Immer noch besser als Beiträge in denen Imker als „parasitär“ bezeichnet werden.)

      Wie ich Ihrem Text entnehme bauen Sie Raps an. Ich habe in dieser Diskussion mehrmals Ihren Kollegen empfohlen mal das Bestäubungshandbuch von Stefan Mandl zu lesen. Da gibt es ein langes Kapitel auch über den Raps und die Bienen. Mandl hat über die Ertragssteigerung bei Raps promoviert, und ich denke, er weiß worüber er redet. Seine Doktorarbeit an der Universität für Bodenkultur, Wien befasste sich mit der Steigerung der Hektarerträge bei landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere bei Raps in Österreich. Es konnte nachgewiesen werden, dass durch den Einsatz von Honigbienen zur Bestäubung die Erntemengen DEUTLICH gesteigert werden können. Das Bestäubungshandbuch geht weit über das Thema der zitierten Doktorarbeit hinaus, und untersucht den Zusammenhang zwischen Bestäubung und Ernteertrag bei zahlreichen anderen Kulturpflanzen. Der Download ist kostenlos. „Jönne könne“ gibt es auch in Österreich.

      Ich bin mir sicher: Wenn Sie das gelesen haben werden Sie Ihren Imkerfreunden mindestens noch eine Flasche Schnaps obendrauf legen.

      PS: Wenn meine Imkerkollegen ein „Ein großes Fass mit Zuckerlösung haben“, das auch auf der Weide steht, dann hoffentlich nur für die Wintereinfütterung. Unsere Bienen dürfen Honig nur aus Nektar und den Zuckerausscheidungen von Blattläusen gewinnen. Wenn meine Kollegen in der Honigsaison Zucker verfüttern, dann machen sie sich strafbar, weil sie gegen die Honigverordnung verstoßen. Wir sind doch nicht in China, wo man mehr Honig produziert als die dort stehenden Völker überhaupt produzieren können,

      3+
  8. Obstbäuerin sagt

    Laut Pressemeldung haben die Bienenretter die Bienen gerettet. Es sollen schon mehr als 1 Millionen Stimmen abgegeben worden sein. Mal sehen welche Bundesländer jetzt folgen.
    Das Desaster nimmt seinen Lauf.

    3+
  9. „Die Dreifelderwirtschaft mit der Brache ist verschwunden und hat der wechselnden Fruchtsolge Platz gemacht. Der Kunstwiesenbau hat die Naturwiese mit den vielen honigenden Unkräutern verdrängt. Die Kultur der Zuckerrübe mit der damit verbundenen
    Tilgung des Bodens vom Unkraut ist für die Freihaltung der Ackerböden von demselben bedeutungsvoll und bedingt höhere Erträge auch bei folgendem Getreidebau. Der sorgsame Landwirt bekämpft den Löwenzahn, der sich in den Luzernefeldern breit macht , durch den Kleegrasbau, da das Gras den Löwenzahn nicht aufkommen läßt . Hederich und Ackersenf werden auf mechanischem Wege oder durch Bestreuen mit Kalkstickstoff oder Kainit aus dem Haferfeld entfernt. Kurz, der neuzeitliche Betrieb der Landwirtschaft hat die Trachtquellen verringert , so daß es in manchen Gegenden geradezu eine
    Kunst ist, die Bienenvölker zu erhalten und denselben einen Ertrag abzuringen. “ klagt schon 1923 Alois Alfonsus, Schriftleiter des „Bienen-Vaters“ (traditionsreiche österreichische Imkerzeitschrift) in seiner Schrift: Die Bienenweide, ihre Vermehrung und Ausnützung.

    Wenn ich die hier geäußerten Statements zum Thema Volksbegehren lese, komme ich zu dem Schluss: Die hundert und mehr Jahre andauernde Klage der Imker gegen die Anbaupraktiken der Landwirte kommt bei den Bauern nicht an, und das obwohl der Zusammenhang zwischen Bestäubung und landwirtschaftlichem Ertrag völlig unzweifelhaft ist.

    Und seit die Landwirtschaft vermehrt die „chemische Keule“ zur Bekämpfung natürlicher Reaktionen auf Monokulturen einsetzt, ist das Imkern in Ackerbaugebieten zunehmend problematischer geworden.

    Das schreibe ich als praktizierender Imker. Ich gebe jedem in diesem Forum Recht, wenn er sich verbittet, dafür ausschließlich die Landwirte in die Verantwortung zu nehmen. Immer wieder finde ich hier den Verbraucher in der Kritik; einverstanden; es sind auch die Hausbesitzer mit ihren Schottergärten und Golfrasenflächen, die Straßenverwaltungen, die Straßenränder in bis zu 8 Metern Breite bis tief unter die Grasnarbe auffräsen, um sie dauerhaft von Bewuchs mit Kleinsträuchern und Wildpflanzen freizuhalten, oder die Kommunen mit ihren ökologisch fragwürdigen „Pflegemaßnahmen“, die mal ihr Verhalten grundsätzlich in Bezug auf Artenvernichtung hinterfragen und ändern sollten, wenn wir ein ökologisches Desaster vermeiden wollen.

    Ich kann nur jedem in diesem Forum raten, sich ein paar Bienenstöcke anzuschaffen und gewissenhaft zu betreuen. Dann würdet ihr euer Handeln und auch eure Polemik grundlegend ändern.

    10+
    • Obstbäuerin sagt

      Und ich rate Ihnen, Marzellus, nein ich biete Ihnen an, pachten Sie 2-3 ha Land und bauen Sie für Ihre Bienen Futter an. Raps und Klee, schaffen Sie sich eine Bienenweide ganz ohne Chemie. Das wird dann auch ein Paradies für viele andere Arten. Ich freue mich über Ihr Pachtangebot.

      6+
      • Da müsste ich zunächst einmal wissen, wo meine Obstbäuerin wohnt. Das wäre nämlich in der Tat ein interessantes Experiment. Allerdings ist mir schon klar, dass ich nicht von jetzt auf gleich als Landwirt antreten kann. Aber vielleicht wäre ja mal eine diesbezügliche Zusammenarbeit mit dem örtlichen Imkerverein sinnvoll.

        So ganz landwirtschaftsfremd bin ich im Übrigen nicht. Ich kenne auch die Situation vieler Landwirte, weil ich mit einigen gut befreundet bin. Ich kenne mich da ganz gut aus. Aber als Landwirt braucht man Kapital in Form von Grund und Boden, Maschinen, etc. ; das habe ich nicht.

        Aber vielleicht ist es auch mal ganz reizvoll, wenn sie selbst mal den Rat oder die Meinung von meinen Imkerkollegen einholen. Am Ende profitieren sie von einem solchen Austausch. Ich habe auch schon bei einigen Ihrer Kollegen durchaus offene Ohren gefunden.

        8+
        • Obstbäuerin sagt

          Leider möchte der Imkerverband uns so schnell wie möglich wichtige Pflanzenschutzmittel und Glyphosat verbieten lassen, so dass wir nicht mehr kostendeckend produzieren können und Kirschen ganz aufgeben müssten. Da gibt es zur Zeit Disharmonie.
          Wir haben jedoch gute Erfahrung in Apfelanlagen ganz ohne Haustierbienen, da wir eine sehr hohe Biodiversität in unseren Anlagen haben. Wie ich bei dem letzten Vortrag von der Wildbienenexpertin Dr. Melanie von Orlow erfahren habe, wird die Bestäubung nach neuesten Erkenntnissen zu 80% von Käfern erledigt.

          3+
          • „Die Bestäubung wird von Käfern erledigt“! ? Jaaa, Nein!!! Das kommt auf die jeweilige Pflanze an. Pflanzen haben sich in ihrer Evolution unterschiedlich entwickelt, genauso wie die Insekten. Das bekanntsete Beispiel ist die Magnolie. Der Baum ist entwicklungsgeschichtlich so alt, dass es noch gar keine Bienen gab, die die Pflanze hätte bestäuben können. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Forumsbeitrag in einer Facebook Gärtnergruppe, die eine Magnolie hat fällen lassen, weil sie nicht gut für Bienen war. Klar, für die Käfer, war das ein Desaster. Der Baum war mit Blick auf sie ökologisch wertvoll. Was kann man daraus lernen? Man muss genau hinsehen, worüber man redet, und dann handeln. Pflnzen und Insekten stehen in einer durchaus komplizierten Wechselbeziehung, z.B. Tomaten bringen den Bienen nichts. Da sind Hummeln gefragt. In Gewächshäusern weiß man das und setzt sie gezielt zu Bestäubung ein. Im Freiland sind es die „wilden“ Hummeln, die dafür sorgen, dass es eine Ernte gibt oder nicht. Die Bienen kommen gar nicht an den Nektar ran und interessieren sich nicht für Tomaten. Bei den Bohnen sieht es dann wieder anders aus. Unsere Honigbienen sind schon ganz schön aktiv bei vielen Pflanzen, aber nicht bei allen. Da muss man genau hinsehen.

            Wenn Sie das Thema Bestäubung interessiert, da gibt es ein sehr an der Pflanzenbaupraxis orientiertes Werk im Internet unter http://www.bestaeubungshandbuch.at/handbuch.html

            Das gehört in die Hand eines jeden Landwirts, Gärtners und auch Imkers

            6+
            • Obstbäuerin sagt

              In der Praxis ist es jedoch so, dass in 3 von 4 Jahren der Fruchtansatz in der Regel viel zu hoch ist (auch ohne Haustierbiene), was einerseits den Wildbienen und Hummeln zuzuschreiben ist aber wahrscheinlich auch den Käfern, die ja sehr zahlreich vorhanden sind. Sehr interessant war das Befruchtungsexperiment in einer Sendung zum Insektensterben, wo der Apfelbehang an den Bäumen ohne jegliche Bestäubung ausgesprochen gut war.

              2+
              • Die Honigbiene ist kein Haustier! So ein Unfug.

                Haben Sie wirklich versucht, den Anteil der Honigbienen am Fruchtansatz richtig zu untersuchen. Noch einmal. Lesen Sie bitte das Bestäubungshandbuch von Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Stefan Mandl, Arbeitsgemeinschaft Bienenforschung an der Universität für Bodenkultur Wien, dann können wir weiter diskutieren.

                http://www.bestaeubungshandbuch.at/handbuch.html

                8+
                • Brötchen sagt

                  es gibt belegstellen, es gibt künstliche Befruchtung der Königinnen, es wird die honigleistung der Völker gemessen. es wird auf gutmütigkeit gezüchtet. es werden königinnen zugesetzt und verschickt. und das gibt es schon ewig. Wer behauptet, das wäre noch ein Wildtier, ist in meinen Augen inkompetent.

                  4+
                • Obstbäuerin sagt

                  Wenn keine Bienenkästen in der Nähe (Umkreis von 4km) und die Bestäubungsleistung trotzdem hoch ist, was soll ich da untersuchen? Da geht es nach dem Ausschlussprinzip.
                  Für Gegenden in Brandenburg, wo es nicht so gut funktioniert wie bei uns, hatten wir einen Vortrag auf dem Obstbautag zur Ansiedlung von Wildbienen.

                  1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          “ Aber als Landwirt braucht man Kapital in Form von Grund und Boden, Maschinen, etc. ; das habe ich nicht.“

          Das sind die üblichen Ausreden.
          Es gibt jede Menge Bauernhöfe zu pachten, um das Paradies für Bienen zu schaffen. Wenn man mit dem Nachbar ein gutes Verhältnis pflegt, dann sät der mit seinen Maschinen die Blumenwiesen auch ein, kostet halt etwas, bietet aber einen hervorragende Anschauungsunterricht.

          3+
          • Soll ich jetzt drei Berufe ausüben? Noch bin ich nicht pensioniert. Ich bin Lehrer im Hauptberuf, Imker aus Liebhaberei, Autor mit Leidenschaft und jetzt noch Landwirt! Davon habe ich eigentlich immer schon geträumt, aber ich bin so etwas wie „Johann ohne Land!“

            Aber ich verstehe schon, was Sie zwischen den Zeilen sagen wollen. „Wenn Sie Ihre Bienen füttern wollen, dann bauen Sie doch Ihr Futter gefälligst selbst an!“ Ist es das?

            Vielleicht mal zum Nachdenken! In Deutschland und in ganz Europa gibt es ein eklatantes Bestäubungsdefizit bei den landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, das Forscher auf 50-80 % beziffern. Großbritanniens Honigbienen zum Beispiel können nicht einmal 25 Prozent der benötigten ¨Leistung¨ liefern, in Deutschland sind es zwischen 25 und 50 Prozent.

            Statt einseitig auf Monokultur und Chemieeinsatz für eine Ertragssteigerung zu setzen, hätte der Entdecker der Insektenbestäubung, Christian Konrad Sprengel, den Rapsbauern vorgerechnet, dass sie durch eine eigene Bienenhaltung nicht nur die Ernteerträge deutlich optimieren könnten, sondern darüber hinaus auch noch fast eine halbe Tonne Honig pro Hektar Raps ernten und vermarkten könnten. Aber er hätte auch Wege aufgezeigt, wie eine intelligente Feldernutzung den Insekten ein Futterangebot während des gesamten Bienenjahres garantieren kann.

            Eigentlich müssten die Bauern ein enormes Interesse daran haben, dass sie ihren Ernteerfolg durch eine erhöhte Bestäubungsquote erhöhen, statt uns Imker, wie bei gelegentlchen Blogkommentaren auf dieser Seite geschehen, als Parasiten der Landwirtschaft zu bezeichnen.

            Wie kommt es bloß, dass in den USA Imker richtig viel Geld damit verdienen, dass sie ihre Völker nicht nur in die Mandelplantagen bringen, damit diese Ertrag bringen? Da geht es nicht um Honig. Das ist bestenfalls ein Nebenprodukt der Imkerei. Der volkswirtschaftliche Beitrag der Imker besteht im Wesentlichen in der Bestäubungsleistung ihrer Völker.

            Es ist traurig, dass die meisten Landwirte meinen, dass das Thema Bestäubung nur eine Marginalie ist. Ölfrüchte, Steinobst etc. entstehen in erster Linie dadurch, dass sie ordentlich bestäubt werden, nicht aber daurch dass ihr mit den Parasiten auch die Bestäubungsinsekten totspritzt.

            10+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Fangen wir mal von hinten an, im Jahr 2018 gab es in Baden-Württemberg keinen Bienenschaden, der auf PSM zurückzuführen ist.

              Das Argument, dass in den USA die Farmer Geld für Bienenvölker bezahlen, das wird von dem obersten Bienenvorstand bei uns auch vorgebracht, das bedeutet nichts anderes, der will Kohle machen, um seine Pension aufzubessern, bei Gesprächen mit Imkern stellt sich klar heraus, dass sie dies als äußerst kritisch sehen.

              Klar freuen sich die Rapsbauern über einen guten Ertrag, sie freuen sich sicherlich auch über ihre Beamtenbesoldung, soll jetzt der Bauer auf die Knie fallen vor Dankbarkeit?

              Warum sollen die Rapsbauern selbst Bienen halten und mit den jetzigen Imkern in Konkurrenz gehen? Es ist richtig, dass ein User Bienenhalter als Parasiten bezeichnet hat, sie machen das was allgemein üblich ist, sie fallen jetzt über die Landwirte her, obwohl es einfach wäre, dass es sich bei dem betreffenden Unser NICHT um einen Landwirt handelt.

              Es erschießt sich mir nicht, was Sie mit benötigten ¨Leistung¨ meinen, ein Defizit bei der Bestäubung ist in meiner Gegend nicht zu erkennen. Ebenso ergeht es mir bei den Reizworten Monokultur und Chemieeinsatz, mit Blümchen und guten Sprüchen lässt sich kein Einkommen erzielen, der sich im Bereich von Harz IV bewegt.

              2+
            • bauerhans sagt

              „Wie kommt es bloß, dass in den USA Imker richtig viel Geld….“

              in usa wird gerechnet und dann angebaut z.b. mandeln und dann steht da nur die monokultur mandeln,nix anderes und deshalb brauchen die bienen und manchmal gehts wasser aus,pech gehabt.
              nach weizen bauen die sojabohnen an d.h. zwei ernten im jahr,danach mais (corn) oder wieder weizen,je nach börsenlage.

              1+
            • Paulus sagt

              Sehr geehrter Herr Marzellus, von einem Deutschlehrer erwarte ich, dass er mit den Feinheiten der deutschen Sprache vertraut und im Stande ist zu differenzieren. Ich habe die Imker ausdrücklich nicht als Parasiten bezeichnet, sondern unterstelle ihnen ein gewisses parasitäres Verhalten, was schwer zu widerlegen sein dürfte. Sie erkennen den Unterschied?
              Jetzt dürfen sie ihrem Ruf als Lehrer gerecht werden und meinen kurzen Beitrag gerne korrigieren.

              PS: ½ Tonne Honig je ha Raps bei gleichzeitig optimierter Ertragssteigung für die Bauern, hört sich gut an.
              Ich denke, mit der Imkerei anzufangen und stehe spätestens am Samstag bei Bauer Willi auf der Matte. Angenommen er baut auf 10 ha Raps an, dann erziele ich, nach ihrer Rechnung mit meinen Immen einen Ertrag von irgendwie 10.000 Stck. der üblichen Gläser zu 500g x 6,00 €. Den Wert der Ertragsoptimierung lasse ich mir von Willi unter der Hand auszahlen. Die paar Kröten wird er für einen armen Imker schon noch übrig haben.
              Jetzt rechne ich noch mit der einmaligen Investition, den Kosten für einen osteuropäischen Mindestlohnempfänger usw. …
              Warum nur bin ich nicht schon viel eher darauf gekommen? Wenn sie jetzt zu der Erkenntnis gelangen, dass meinen Gedanken ein gewisses parasitäres Verhalten zugrunde liegt haben sie sie nicht Unrecht.

              8+
              • Brötchen sagt

                man kann es auch so ausdrücken: es schimmert ein gewisses Anspruchsdenken durch.
                der lw muss! Tracht zur Verfügung stellen, oder der Landwirt kann ! Tracht zur Verfügung stellen.

                2+
                • Obstbäuerin sagt

                  Was sagt die Äbtissin zur nackten Nonne?
                  Du kriegst gleich ne Tracht!

                  2+
            • Thomas Apfel sagt

              Ich kann das Gejammer der Imker nicht mehr hören. Auch der Glaube an die Aussagen von Bienenforscher an „Bestäubungsdefizit“ wird durch die Praxis ad Absurdum geführt. Wir hatten bisher ein gutes Verhältnis zu den Imkern bei uns im Obstbau. Aber nach diesen Stellungnahmen der Imkerverbände und einzelner Imker kommt mir keine Haustierbiene mehr in die Anlage. Ich steige komplett auf Mauerbienen und Wildinsekten um.
              Ein Hinweis noch an den Herrn Imker : der konventionelle (mit Phyto- Schulmedizin behandelte) Raps macht 99,4 % der gesamten produzierten Rapsmenge aus.

              5+
              • Es gibt sie noch, die Dunkle Europäische Honigbiene.

                Wikipedia: „In den meisten Ländern Europas gibt es, wenn sich die Dunkle Biene überhaupt erhalten konnte, nur noch kleine Mellifera-Populationen. Dazu gehören unter anderen Großbritannien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Einzig an den Rändern Europas, in Irland und in Russland, sichern große Mellifera-Populationen den Bestand der einheimischen Honigbiene nördlich der Alpen.

                In der Schweiz gibt es heute rund 15’000 reinrassige Völker der Dunklen Biene, was zehn Prozent der gesamten Völkerzahl in der Schweiz entspricht.

                In Österreich gibt es heute rund 1000 reinrassige Völker der Dunklen Biene, was ein Prozent der gesamten Völkerzahl in Österreich entspricht.

                „In Deutschland gilt die Dunkle Biene nach dem Verschwinden der letzten Mellifera-Population 1975 in der Kleinstadt Suhl am Südhang des Thüringer Waldes als ausgestorben. Seit einigen Jahren arbeiten aber mehrere Organisationen unabhängig voneinander daran, die Mellifera in Deutschland wieder anzusiedeln. “

                Ich imkere mit der Carnica, welche direkt mit der Europäischen Honigbiene verwandt ist. Die Kärntner Biene (Apis mellifera carnica), auch Krainer Biene genannt, ist eine natürlich entstandene Unterart der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Von den Imkern wird sie auch einfach Carnica genannt.

                Diese Wahl ist vernünftig, weil das in meiner Region das Risiko herabsetzt, dass sich stechlustige Hybriden bilden. Ich möchte keinen unnötigen Streit mit meinen Nachbarn.

                Ob man die Carnica als „domestiziert“ bezeichnen kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Allein die Tatsache, dass man ein Verhaltensmerkmal wie „Sanftmütigkeit“ oder hoffentlich bald ein verbessertes Putzverhalten in Bezug auf Varroatoleranz durch gezielte Selektion verstärken ist noch keine Domestikation.

                Wenn ich ein Wildschwein mit einem Hausschwein vergleiche, oder einen Wolf mit einem Dackel, oder eine Zichorie mit der Gemeinen Wegwarte sieht man, dass Domestizierung vor allem die züchterische Verstärkung physiologischer Merkmale ist.

                Dazu kommt noch der Faktor „Zähmbarkeit“. Einen Wolf kann ich zähmen, er bleibt immer noch ein Wolf, im Zirkus sieht man Löwen, Tiger und Leoparden, die vor dem Dompteur kuschen, es sind und bleiben immer noch Wildtiere. Die Tatsache der Einlogierung in eine Bienenbeute, einen Raubtierkäfig oder einen Schweinekoben hat doch noch nichts mit Domestizierung zu tun.

                Soweit zum Biologischen.

                In der seit Jahrzehnten durchgängigen Rechtsprechung ist gerade wegen dieser Naturzugehörigkeit der Honigbienen noch nie ein Imker dafür belangt worden, dass ein Ditter von einer seiner Bienen gestochen wurde. §833 BGB regelt die Tierhalterhaftung. Seitdem versuchen gestochene Zeitgenossen von Imkern vergeblich Schmerzensgeld abzugreifen. Sie werden regelmäßig mit ihren Klagen abgewiesen. Die Begründung durchgängiger Rechtsprechung: Die Honigbiene entspricht insofern nicht dem Paragrafen 833 des BGBs und ist somit nach der Deutschen Gesetzgebung kein Haustier, da der Bienenhalter für Bienenstiche nicht gleichermaßen zur Verantwortung gezogen werden kann, wie ein Hundehalter für Hundebisse.

                3+
              • „Aber nach diesen Stellungnahmen der Imkerverbände und einzelner Imker kommt mir keine Haustierbiene mehr in die Anlage. Ich steige komplett auf Mauerbienen und Wildinsekten um.“

                Super Idee, die ist „Heute-Show“ verdächtig. Wie wollen Sie das machen? Stellen Sie ein Schild auf? Bauen Sie einen Zaun? Oder stellen Sie Honigbienenscheuchen auf?

                Das mit dem Umsteigen auf Mauerbienen und Wildinsekten ist super. Im Ernst jetzt. Das Erste, was Sie machen müssen, ist die Giftspritze einmotten. Dann haben Wildbienen in der Regel viel exklusivere Anforderungen an die verfügbare pflanzliche Artenvielfalt. Da kann man sich heute schon ziemlich schlau machen. Lesen Sie sich durch die Seiten des deutschen „Wildbienenpapstes“ Paul Westrich unter http://www.wildbienen.info dann könnten Sie dann auch erfolgreich „umsteigen“. Der beschreibt genau, was man bei guten Wildbienenhotels beachten muss. Welche Bienenpflanzen Sie anbauen sollten, um die erforderliche Masse an Insekten erfolgreich als Bestäuber ansiedeln zu können. Ärgern Sie sich nicht zu viel über die Kritik an der konventionellen Landwirtschaft.

                Wenn doch, sollten Sie noch ein paar Jährchen Geduld haben. Im Silicon Valley forscht man fleißig an Alternativen und entwickelt Minidrohnen für die Zeiten nach dem Insektensterben.

                Bis dahin können Sie ja wie die Chinesen in Sezuan Ihre Obstbaumblüten von Hand bestäuben. Billige Pinsel gibt es sicher bald beim Discounter Ihrer Wahl.

                8+
                • Thomas Apfel sagt

                  Mein lieber Überbienenvater, ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit Wildbienen und Sie werden staunen, das Buch von Paul Westrich ist tatsächlich in meinem Besitz.
                  Was mich ärgert ist Ihr kenntnisfreies Gesülze über „Giftspritzen“. Pflanzenschutz ist mein Spezialgebiet und dürfte für Sie etwas zu komplex sein. Ich wollte Sie vor allem darauf hinweisen, dass es eine der wichtigsten Trachten, den Raps ohne Pflanzenschutz nur noch marginal geben wird.
                  An die Regeln zum Schutz der Bienen bei Pflanzenschutzanwendungen habe ich mich bisher gehalten und werde das natürlich auch weiterhin tun.
                  Im Übrigen arbeite ich eng mit dem NABU und Entomologen zusammen, nur bei den Imkern steige ich nach Jahrzehnten guter Zusammenarbeit erstmal aus, wegen Leuten wie Sie es sind. Das ist allein meine Angelegenheit und geht Sie einen feuchten Kehricht an.

                  3+
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wenn doch, sollten Sie noch ein paar Jährchen Geduld haben. Im Silicon Valley forscht man fleißig an Alternativen und entwickelt Minidrohnen für die Zeiten nach dem Insektensterben.

                  Bis dahin können Sie ja wie die Chinesen in Sezuan Ihre Obstbaumblüten von Hand bestäuben. Billige Pinsel gibt es sicher bald beim Discounter Ihrer Wahl.

                  Der hanebüchene Unsinn ist in vielen Veröffentlichungen zu lesen und wird meist als „Zukunftsvision“ einer Chemie-Landwirtschaft dargestellt, die in China schon heute zu besichtigen sei. Die Handbestäubung von Apfel- und Birnbäumen in China ist aber keine globale Zukunftsvision, sondern die Auslauferscheinung der brachial „modernisierten“ und schnell auf Mengen getrimmten Kleinbauern-Landwirtschaft in der VR China.

                  Moderne Apfel- und Birnensorten wurden züchterisch auf Varianten mit mehrfachen Chromosomensätzen selektiert. Das macht Früchte, Blumen, Getreidesamen und Gemüsearten schön groß, aber Birnen- und Apfelbäume werden deswegen sortensteril. Sie können nicht mehr mit dem Pollen der gleichen Sorte bestäubt werden, brauchen eine – meist weniger begehrte – „Bestäubersorte“ in unmittelbarer Umgebung. In Deutschland wird das durch eine Reihenmischung sich gegenseitig gut befruchtender Sorten und durch eingestreute Wildapfelsträucher erreicht. Die ungenießbaren, krummwüchsigen Wildäpfelchen blühen üppigst und liefern den fruchtbarsten Pollen. Man pflanzt sie an den Beginn der Reihen und um die Bienenkästenparkplätze, damit die Bienen zuerst die Wildäpfel besuchen und dann die Hochzuchtsorten.

                  Luxusprodukte, wie am Baum handverpackte und handbestäubte Einzelbirnen der selbststerilen, sehr wohlschmeckenden festen Sorte „Jinhuali“, fanden aber auch immer mehr Käufer. Vor Deng Xiaoping spielte die Sorte Jinhuali keine besondere Rolle, wurde von Bienen bestäubt.

                  Der Anbau dieser gelben, runden, bissfesten Birnensorte nahm in der Umgebung der Stadt Hanyuan in der Provinz Sichuan ab den 1980er Jahren monokulturartig zu. Sollen Bienen diese Sorte befruchten, muss die Plantage mit 50 Prozent befruchtungsfähigen Birnensorten gemischt werden, am besten mit Pollen der unattraktiven Sorte „Yali“. Den Kleinbauern sind aber ihre Miniflächen zu schade für minderwertige Birnensorten, außerdem haben sie in der Regel viele Helfer, und der Preis für die Jinhuali lohnte auch den Einsatz von Wanderarbeitern zu Handbestäubung. Über die Handbestäubung lassen sich auch gewünschte Behangverteilungen an den Ästen besser steuern, die Handausdünnung überzähliger Früchte im Juli macht weniger Arbeit. Der Pollen für die Handbestäubung der Jinhuali-Plantagen wird von Yali-Bäumen in den Hausgärten der Bauern gewonnen.
                  Quelle: Achgut

                  Ein Beispiel:

                  Ich habe neben der Apfelsorte Sirius die Sorte Hilde stehen. Selbst 2,5 Millionen Bienen (50 Bienenstöcke) würden zu keinem Ertrag bei Hilde führen, weil die Sorte Sirius eine Triploide Sorte ist, deshalb habe ich ein paar Zieräpfel da zu gepflanzt.

                  2+
          • Obstbäuerin sagt

            Herr Marzellus, das müssen sie selbst entscheiden. Es wäre aber schön, wenn Sie die Hinweise aus der Praxis, die manchmal nicht mit der Theorie übereinstimmen, einfach zu Kenntnis nehmen. Wir haben lange gut mit Imkern zusammengearbeitet, ohne sie wirklich zu brauchen aber wenn sie gegen uns Politik machen und uns die Lebensgrundlage entziehen wollen, kann man doch nach Alternativen suchen, wenn man sie denn braucht.
            Und noch eins, wir spritzen keine Arten tot – weder Schädlinge noch Nützlinge. Nach kurzer Zeit sind alle wieder da, sonst hätten wir nicht diese hohe Biodiversität, von der sich jeder überzeugen könnte, wenn er denn wollte.

            6+
        • Für 2 – 3 ha, kann man sich die Maschinen leihen oder die Areit vom Maschinenring machen lassen!
          Das kommt billiger!
          Ist eben ein Rechenexempel!

          Die Obstbäuerin wird von Bienen mehr Ahnung haben wie ein Berufsfremder!
          Oder macht es Spaß sie zu beleidigen?
          Der Obstbau ist von den Bienen abhängig!

          2+
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Der Obstbau ist von Bestäubern abhängig, dazu gehören auch Bienen von Imkern. Ihre Bestäuber sind Käfer, Fliegen, Schmetterlinge, Wespen und Bienen; allein von letzteren gibt es in Deutschland ca. 570 Arten.
            Nur eine der vielen Wildbienenarten ist die Honigbiene, deren Wildform in Deutschland ausgerottet und durch domestizierte fremdländische Rassen ersetzt wurde.

            3+
            • Tja , Brötchen. Ich weiß ja wenig von dem, was Sie über Imkerei wissen. Meine Bienen jedenfalls bräuchten mich als Imker im Gegensatz zu euren Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen, Masthähnchen usw nicht, wenn zwei Bedingungen erfüllt wären:

              Erstens: es gibt keine von jetzt auf gleich keine Varroa mehr.
              Zweitens: Es gibt genügend Baumhöhlen in unseren Wäldern, wo sie neue Kolonien bauen können.

              Das erste hängt damit zusammen, dass unsere westlichen Honigbienen evolutionär keine geeignete Abwehrstrategie ausgebildet haben gegen die Milbe aus Fernost. Das andere hat vor allem darin seine Ursache, dass unsere betriebswirtschaftlich ausgerichtete Forstwirtschaft konsequent stehendes Totholz aus den Wäldern entfernt.

              Im Zeitalter uneinglöster politischer Versprechungen kann ich in diesem Zusammenhang darauf verweisen, dass die von der GroKo Merkel 1 gemachten Ankündigungen in der, man höre und staune, „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ (2007) noch weiter hinter den gesteckten Zielen geblieben ist als beim Klimaschutz. Hätte man das umgesetzt, was man bis 2020 erreichen wollte, stünde mehr als (statistisch) nur ein Biotopbaum auf 10 Hektar Waldfläche.

              Gäbe es solche Biotopbäume, gäbe es auch genügend wilde oder verwilderte Bienenvölker, die ganz ohne uns in „freier Wildbahn“ problemlos überleben könnten. Auch in der konventionellen Imkerei gehen genug Schwärme ab, die solche Baumhöhlen besiedeln würden.

              Bis vor 200 Jahren noch wurde mit den heimischen Bienenarten gezeidelt. Damals hat man die wild vorkommenden Honigbienen ausgeschwefelt (getötet) um naden Honig und das noch kostbarere Wachs zu kommen. Gut, dass es die Zeidlerei so nicht mehr gibt, und dass man gelernt hat, dass man Honig und Wachs gewinnen kann auch ohne massenhaft die Bienenpopulationen zu töten und ihre Bruthöhlen zu plündern. Wesentlich dazu geführt hat die heute übliche so genannte Magazinimkerei und der Aufschrei echter „Bienenväter“ gegen den Vandalismus der unbedarften Imkerkollegen.

              Das, was man so landläufig als „Sanfmütigkeit“ bezeichnet, ändert sich schlagartig, wenn Sie als bienenunerfahrener Mensch den Bienen an den Honig wollen. Probieren sie es einfach mal aus, wenn Sie es nicht glauben wollen.

              Sanfmütigkeit steht und fällt mit der rassereinen Befruchtung der Königin auf den Belegstellen, die in erster Linie für die Reinzucht von Bienenrassen dienen. Reden Sie mal mit erfahrenen Imkern über Kreuzungen von z.B. von sanftmütigen Carnica Königinnen mit sanftmütigen Buckfastdrohnen. Da kommt Freude auf, nicht nur beim Imker, auch bei den Passanten, die sich einem Stock unterhalb einer 20 Meter Grenze nähern. Sanfmütigkeit mag beim „Golden Retriever“ ein festgelegtes Rassemerkmal sein. Bei unseren Honigbienen ist das so nicht der Fall.

              Übrigens: Der Vorwurf der Inkompetenz juckt mich nicht besonders. Ich weiß worüber ich rede und schreibe. Wie ist das bei Ihnen? Welchen Zugang haben sie zur Imkerei? Das würde mich tatsächlich mal interessiern.

              5+
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Antworten die an den User Brötchen gehen, sollten sie nicht unter meinem Beitrag stellen.
                Danke!

                0
              • Brötchen sagt

                Mutterkühe die abhauen und nicht einzufangen sind , verwildern auch. die werden seit 100 Jahren gezüchtet.
                ich habe Kollegen die mit Imkerei zu tun haben und kann die befragen. da bekomm ich auch eine Menge mit, was so läuft. Ansonsten interessiere ich mich dafür.

                0
                • Brötchen sagt

                  Anderes bsp. Spiegelkarpfen, reines Zuchtprodukt, überlebt auch wild. Bornforelle auch gezüchtet auf dem Darß.
                  Sobald ich eine gezielte Verpaarung mache, ist es Zucht.
                  Sie beschreiben es ja selbst auch. Immer die Völker verkaufen werben mit sanftmütigkeit.

                  0
              • Sabine sagt

                Naja, schon die ganz alten Griechen brachten ihre Bienenvölker nach Sizilien, um dort im großen Stil Honig zu erzeugen. Honig aus Sizilien war sehr begeht, als Süßungsmittel für Wohlhabende, aber auch als Medizin und Schönheitsmittelchen. Zur Wintersonnenwende schenkte man sich im antiken Rom gerne Bienenwachskerzen, die sind sicher nicht alle von zufällig gefundenen Bienen gekommen. Wir haben Funde von Korb, Ton- und Klotzbeuten aus sehr vorchristlicher Zeit von Ägypten bis ins Baltikum. Eine der größten antiken Funde stammt, glaube ich, aus dem Nahen Osten mit über 100 Beuten. Sicher war die Honig- und Wachsgewinnung weniger tierfreundlich als heute, aber dass man Tiere tötet, um Nutzen von ihnen zu haben, ist schon das Schicksal von so ziemlich jedem Nutztier.
                Da man allerdings recht wenig über die Art der Vermehrung der Bienen wusste, verpaarten sich die Tiere ohne direktes Eingreifen des Menschen. Sicherlich gab es jedoch Regional schon unterschiedliche Züchtungslinien, denn – wie oben schon erwähnt – wurden die Tiere durch die ganze bekannte Welt gekarrt – und man fand sehr überrascht anatolische Bienen wohl in oben genannter Großimkerei. Von alleine sind die da nicht hingekommen.
                Jetzt ist das Wie und Was der Vererbung ja auch bei anderen Nutztieren nicht wirklich lange bekannt und eine Zucht im heutigen Sinn bei so ziemlich allen Nutztieren erst so vor 200 Jahren losgegangen. Ich hatte ja letztens schon Robert Bakewell und seine bahnbrechende Arbeit zur Verbesserung von Nutztierrassen an anderer Stelle erwähnt. Dass Honigbienen also irgendwie „wilder“ sind als andere Nutztierarten hat für mich nur begrenzte Aussagekraft. In für das jeweilige Nutztier günstiger Umgebung finden so ziemlich alle, selbst unsere hochgezüchteten Magerschwein-Gebrauchskreuzungen, sehr schnell zu ihrem ursprünglichen Verhalten und oft auch zu ihrer ursprünglichen Gestalt zurück, wie verwilderte Populationen unserer Haustiere rund um den Globus zeigen. In der richtigen Umgebung brauchen uns unsere Haustiere nicht wirklich. Das Huhn auf Hawaii, der Stier in Kalabrien, die Sau in Texas und das Kamel in Australien… die vermissen uns alle nicht wirklich lange. Denn einige der wahrscheinlichen Gründe warum uns ein paar wenige Tierarten seit so langer Zeit begleiten, ist ihre unfassbar hohe Anpassungsfähigkeit, ihre sagenhafte Fruchtbarkeit auch in wenig günstigen Jahren und ihre hohe soziale Kompetenz.

                3+
                • Was die Geschichte der Imkerei betrifft, kann man sogar noch weiter zurückdenken. Aber das hat nur bedingt die imkerliche Tradition in Germanien beeinflusst. Hier war die Waldimkerei zu Hause.

                  Zu dem Satz: „aber dass man Tiere tötet, um Nutzen von ihnen zu haben, ist schon das Schicksal von so ziemlich jedem Nutztier.“

                  Bienen hat man getötet um nicht gestochen zu werden; das kann man nur schwer als einen „Nutzen“ erklären. Mir ist nicht bekannt, dass man die toten Bienen gegessen hätte. Wohl aber die Bienenlarven.

                  0
              • bauerhans sagt

                „Es gibt genügend Baumhöhlen in unseren Wäldern, wo sie neue Kolonien bauen können.“

                da fällt mir die buche in meinem wald ein,die ca.3m von einem waldweg entfernt stand.
                ich bekam einen anruf von der verwaltung:
                der baum muss gefällt werden,der gefährdet spaziergänger!
                ich schaute mir den baum an und erkannte keine gefährdungslage.
                nach einem jahr meldete sich die verwaltung wieder:
                eine gasleitung wird gebaut,der baum muss weg.
                ich sprach mit der baufirma,die zusagte,den baum preisgünstig zu fällen,wenn er denn gefährdet.
                nach einem weiteren jahr hatte ich eine beschwerde an die verwaltung gerichtet,promt wurde der baum „wiederbelebt“.
                ich hatte ein gutachten gefordert,es kamen aber nur drohscenarien.
                der baum wurde gefällt.
                es waren löcher und höhlen drin,er war trocken aber nicht faul,niemand war gefährdet.

                1+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wie drückte sich der Bienenexperte Dr. Gerhard Liebig von der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart-Hohenheim aus:

      Das Problem steht hinter dem Kasten!

      Gerade die Imker, die 2-4 Stöcke anschaffen und keine Ahnung vom Imkern haben, die beklagen sich über die Landwirtschaft auch noch wenn die Bienen im Stock verhungert sind.

      Sämtliche Imker die ich kenne (Mittelbaden) waren begeistert von der Honigmenge 2017 und 2018.

      https://www.immelieb.de/bmel-honigbilanz-2017-baden-und-bayern-waren-am-ertragreichsten/

      2+
      • Das ist mal so ein typischer Kommentar, bei dem Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen werden. Liebig hat diese Meinung geäußert mit der unter Imkern diskutierten Varroabehandlung.

        Das hat nichts mit der Frage von Artenvielfalt und mit den Trachtmöglichkeiten in einer heutigen Agrarlandschaft nichts zu tun, um die es ja in meinem Beitrag geht. Die Anmerkung ist genau so doof wie ein Satz: Das Problem sitzt auf dem Trekker!

        6+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          In ihren Ausführungen sehen sie nur den Landwirt, als den Störenfried der Honigbienen. Auch als Landwirt in Rente habe ich 250 Mostobstbäume gepflanzt, die den Bienen Nahrung bieten, wenn sie für die restliche Zeit für Bienennahrung sorgen, dann passt es.

          Es ist Richtig, dass die Aussage im Zusammenhang der Varroabe gemacht wurde, er hat auch auf die folgende Frage geantwortet:

          Sie haben jahrzehntelange Erfahrung mit Bienen: Geht es den Tieren heute schlechter als früher – von der Milbe einmal abgesehen? Es heißt, die Bienen sind wegen der Pestizide aus der Landwirtschaft und aufgrund von Nahrungsmangel anfälliger als früher.

          Antwort: Diese Behauptung ist ähnlich zu bewerten wie die Handbestäubung in China. Sie wurde öffentlich gemacht von der Stiftung Warentest in ihrem Augustheft 2013 mit dem Artikel „Wenn das Summen verstummt“. An der Verbreitung dieser Behauptungen haben sich auch der BUND mit dem Flyer „Bienensterben stoppen! Pestizide – Gift für Mensch und Umwelt“ und Greenpeace mit der Broschüre „Bye, Bye Biene?“ beteiligt. Das Ganze gipfelte in einer Studie der Freien Universität Berlin, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde und die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es den Bienen in der Stadt besser gehe als den Bienen auf dem Land. Schuld sei die „Intensive Landwirtschaft“ mit ihren Monokulturen, durch ihren übermäßigen Pestizideinsatz und durch Düngung. Das ist schlichtweg falsch. Die Honigproduktion in Deutschland und auch die durchschnittliche Honigleistung pro Volk ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges stetig angestiegen. Das liegt in erster Linie an der Ausdehnung des Rapsanbaus. Dank Züchtung, Pflanzenschutz und Düngung ist nicht nur der Kornertrag gestiegen, der Raps honigt heutzutage besser als vor 40 Jahren, als ich mit meinen Langzeitstudien begonnen habe.

          3+
          • Obstbäuerin sagt

            Übrigens wurde jetzt festgestellt, dass der Honig, den die Stadtbienen produzieren, mit Schadstoffen belastet ist. Ich glaube es waren Schwermetalle.

            1+
            • Das wird aber endlich mal Zeit, dass das mal untersucht wurde.
              Das ist doch so etwas von logisch!
              Und dann jetz noch bei dem vielen Feinstaub in der Stadt!?!

              0
            • Wo war das, wann war das? Warum so pauschalieren? Meinen Sie den aktuellen Honigtest der Stiftung Warentest?

              Oder möchten Sie nur mal was Unfaires gegen Imker und/oder Städter loslassen. Es gibt auch Honige, in denen Pollen von Genmais nachgewiesen werden (Importhonige) oder aus der Nähe von Versuchsfeldern , und Glyphosat, und massenhaft andere Chemikalien… . Die Kollegen, deren Honige dami belastet sind fahren ihre Ernte zur Sondermüllverbrennung. Auf eigene Kosten, soviel ich gehört habe.

              Das ist aber keine Fehlleistung der Bienen.

              In manchen Regionen haben Imker auch Probleme mit leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloiden aus dem Jakobskreuzkraut. Interessanterweise baut sich das natürliche Pflanzengift im Honig ab und ist nach 6 Wochen Honiglagerung analytisch nicht mehr mehrnachweisbar.

              Übrigens: Ich bin kein Städter, dass wir uns da nicht falsch verstehen. Auch in ländlichen Regionen gibt es noch Imker und Gott sei Dank auch Lehrer.

              Ich habe von meinen 63 Jahren nur 3 Jahre in einer Stadt gelebt. Das war während meines Studiums; das war mir genug an Stadtluft.

              5+
              • Obstbäuerin sagt

                Warum fühlen sie sich denn immerzu angegriffen. Ich habe das nur allgemein daher gepostet, weil ich die Information, die ich aus glaubhafter Quelle bekam, interessant finde.

                2+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es ist lächerlich, wie die Handbestäubung in Chona für den angeblichen Weltuntergang herangezogen wird.

              Die Handbestäubung wird nur zu Züchtungszwecken gemacht, um eine Fremdbestäubung mit unerwünschten Pollen auszuschließen. China ist seit einigen Jahrzehnten der größte Honigexporteur so dass es dort einen Überfluss an Honigbienen gibt.
              Für die Presse ist es natürlich ein netter Clickbait, wenn man das angebliche weltweite Bienensterben mit solchen Bildern von Frauen, die mit einem Pinselchen in Obstbäumen herumturnen, belegen möchte.

              Wissenswertes auf dem Block von Herrn Barkmann.
              https://blogagrar.de/landwirtschaft/bienensterben/

              1+
                • Sabine sagt

                  Jetzt denke ich, können wir uns langsam auf die selbe Seite vorarbeiten.
                  Man kann über die Waren aus China die Nase rümpfen, Tatsache ist aber, die Chinesen verkaufen sie und der Verbraucher nimmt sie an. Von Plastiktüten über Jeans und Turnschuhe bis hin zum Honig wird gekauft.
                  Die allerletzte Wollfabrik am Niederrhein wird übrigens zum Ende des Monats schließen. Jahrzehnte hielt man sich dort mit einem auf die Bedürfnisse von Künstlern und Hobbyspinnern zugeschnittenem Programm über Wasser. Jetzt ist endgültig Schluss.
                  Nein, natürlich finden wir alle Kik ganz furchtbar und ,nein, eigentlich will keiner den Industriemüll aus Kunststofffaser und totgeätzter Wolle, aber 200 Euro für eine traditionell hergestellte Strickjacke aus zugegeben recht rauher Bergschafwolle? Nee, dann doch lieber im Multifunktionsplastik durch die von der pöhsen industriellen Landwirtschaft bedrohten Landschaft mit dem neuen total, schicken E-Fahrrad biken.
                  Das ist unser Problem.
                  Mit der Einstellung wurde aus der heimischen Wolle Abfall und aus dem Schäfer ein Landschaftsgärtner, aus dem etwas zähen, aber glücklichen Bauerngockel ein Turbomasthähnchen und der Bauer ein Massentierhalter… und der Wert von Leben und Arbeit in deutschen Ställen ging es recht schnell den Bach runter, dahin wo der Wert von vielen Arbeitern und Bauern in sog. Dritt-Welt-Ländern eh schon immer lag.
                  Wir haben unseren Konsum und unsere Handelsstrategien nicht überdacht, als uns ganze Industriezweige verloren gingen, wir werden uns sicher nicht wegen ein paar Immen zusammenreißen.
                  Wir werden es ganz schrecklich finden, was da passiert und dann doch Reissirup ganz toll finden.

                  10+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mit der Pension eines ehemaligen Gymnasiallehrers lässt es sich gut leben, da braucht es keine Monokultur und Wiesen ohne massenweise Löwenzahn.

      Wie schreiben sie in ihrem Buch „Die Seele des Sommers 2016“

      „Seit 1990 hat sich die Zahl der Bienenvölker fast halbiert. Wenn das nicht gestoppt wird, dann ist eine ökologische Katastrophe unausweichlich. Bienen befinden sich in vielen Regionen im Dauerstress. Eine industrialisierte Landwirtschaft mit artenarmen Monokulturen bietet den Nektarsammlerinnen pestizidbelastete Massentrachten im Wechsel mit langen Hungerperioden.“

      Der deutsche Imkerbund sieht das anders:
      https://deutscherimkerbund.de/161-Imkerei_in_Deutschland_Zahlen_Daten_Fakten

      Es dürfte ihnen nicht entgangen sein, dass der Rückgang der Bienenvölkern der Wende geschuldet war, die staatlichen Ablieferstellen für landwirtschaftliche Produkte in der DDR kauften den angebotenen Honig auf. Sie zahlten gut, 14 Ostmark für 1 kg.
      Nach der Wende viel das lukrative Geschäft mit dem Honig weg.
      Als es die DDR nicht mehr gab, fielen auch die Subventionierungen weg und sehr viele Imker wollten der Imkerei nicht mehr nachgehen, es folgte ein dramatischer Einbruch der Bienenvölker-Anzahl in Deutschland.

      3+
      • Danke für den Kommentar. Die „Lehrer und ihre satte Pension“. Okay. Erstens: Für mich ist der Lehrerberuf mindestens so ehrenwert wie der des Landwirts. Dabei ist das jetzt keine Ironie. Ich habe nicht vor, Ihnen mein Leben und meine berufliche Entwicklung darzustellen. Nur soviel: Ich wollte sogar mal Landwirtschaft studieren.

        Aber vielleicht sollte man hier diskutieren, statt irgendwelche Klischees zu bemühen.

        Der erfreuliche Anstieg der Zahlen im Bereich Imkerei hat damit zu tun, dass viele Menschen mit der Bienenhaltung einen aktiven Beitrag zur Erhaltung und Bewahrung der Schöpfung leisten wollen. Ich zähle mich auch dazu. Ihre Interpretation der Statistik ist absurd. Die meisten Imker, mich eingeschlossen, betreiben Imkerei als Hobby.

        Die Erlöse aus meinem Honigverkauf und meine Erlöse aus meinem Buchverkauf interessieren mich überhaupt nicht. Ich gebe auch Vorträge, meistens umsonst, oder ich spende mein Honorar für Naturschutzarbeit. Den meisten Honig, den ich ernte , verschenke ich.

        Ich versuche so meine Verantwortung für die Zukunft meiner Enkelkinder wahrzunehmen.

        Was tun Sie denn dafür? Ich hatte mich schon mal in die eine oder andere Diskussion in diesem Forum eingeklinkt. Aber Kommentare und Diskussionen auf dem Niveau: „Ein Lehrer“, „Das Problem steht hinter dem Kasten“ tue ich mir normalerweise nicht an. Ich bin kein Psychologe und auch kein Missionar, aber ich jammere nicht rum, wie schlecht die Welt ist, sondern ich tue was. Noch mal: Was tun Sie, außer mit Ressentiments Stimmung zu machen?

        7+
          • Dialog ist möglich. Ja, das ist gut. Ich habe mir das Interview mit Herrn Franciszak angesehen. Ich möchte mich in allen Punkten damit einverstanden erklären, außer der Behauptung, die Biene sei faul. Richtiger ist: Die Bienen ist hocheffizient. Und das hat ihren Grund darin, dass sie sich beeilen muss, Wintervorräte anzulegen. Denn im Gegensatz zu ihren wilden Verwandten überwintert das ganze Volk, um dann zeitig im Frühjahr alles, was blüht, zu bedienen.

            Herr Franciszak hat auch ganz richtig gesagt, dass es das Hauptproblem der Imker ist, dass das, was wir Trachtband nennen, nicht abreißt. Und da sind kleinräumliche Dialoge mit den Landwirten wichtig. Zur Zeit imkere ich im Raum Pulheim. Hier gelten ganz andere Gesetze als in Adenau, wo ich vorher gewohnt habe.

            Das Problem, das ich sehe, ist, dass man nicht den Bauern alleine sagen müsste, wie eine optimale Koordination zwischen den Fruchtfolgen der Landwirtschaft und den Bedürfnissen der Imkerei aussehen könnte, sondern dass oft auch die Imker vor Ort nicht über genügend Einblick in die Komplexität des Zusammenspiels zwischen Landwirtschaft und Imkerei verfügen.

            In der Tat: Da kann nur ein konstruktiver Dialog uns weiterhelfen. Dafür möchte ich auch hier mit Nachdruck werben. Aber das Ganze muss dann wirklich gut abgestimmt sein.

            0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Habe nirgends in Frage gestellt, dass der Lehrerberuf nicht Ehrenswert wäre, da ich selbst von Menschen umgeben bin, die diesen Beruf ausüben, so waren 2 Cousinen Lehrerinnen, eine Nichte und die Freundin eines Sohnes üben diesen Beruf aus.
          Sie werden es kaum glauben, auch Landwirte haben Interesse daran, den Wert ihrer Grundstücke zu erhalten und damit die Zukunft der Ernährung unseres Volkes zu sichern. Diese Erkenntnisse ist beim größten Teil unseres Volkes verloren gegangen.
          Nur, Forderungen an eine Berufsgruppe zu stellen ist einfacher, als den Lebensunterhalt mit diesem Beruf zu erwirtschaften.

          4+
        • Ist doch vorbildlich,
          wenn sich einer so für die Umwelt engagiert!
          So jemand muß ja Interesse für die Bewirtschaftung unseres Ackerlandes und der Ökologie haben, wo ja Bienen und andere Insekten auch beteiligt sind!.
          Also diskutieren wir!
          Und alle Bauern auch Obstbauern haben großes Interesse daran.

          Das kann man ihnen wirklich nicht absprechen!
          Wir mischen uns ja auch nicht in die Belange der Lehrer und ihre Berufe!

          Ist doch vorbildlich,
          wenn sich einer so für die Umwelt engagiert!
          So jemand muß ja Interesse für die Bewirtschaftung unseres Ackerlandes und der Ökologie haben, wo ja Bienen und andere Insekten auch beteiligt sind!.
          Also diskutieren wir!
          Und alle Bauern auch Obstbauern haben großes Interesse daran.

          Das kann man ihnen wirklich nicht absprechen!
          Wir mischen uns ja auch nicht in die Belange der Lehrer und ihre Berufe!

          Die können den Schülern ruhig mehr von Landwirtschaft und Umwelt beibringen!
          Denn dann beseht nicht mehr so ein große Graben zwischen Verbraucher und Bauer!
          Dann könnten wir zusammen halten!
          Und keiner bräuchte mehr die „Sauerei“ in Bauer Willis Buch zu lesen!?!

          2+
    • Marko sagt

      Hallo Marzellus,
      deine Einwände sind berechtigt. Vergiss aber bitte nicht, dass der Abgang von der 3-Felderwirtschaft und andere nachhaltige landschafts- und landwirtschaftsfördernde Aktivitäten, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahrzehnte zugrunde lagen.
      Die Landwirtschaft musste sich dem, aus ökonomischen Gründen, immer anpassen.
      Das die langfristige Ökologie dadurch zu kurz kommt, glaub mir, das ist den meisten Landwirten bewusst und schön finden die das auch nicht.

      Es ist jetzt natürlich schade, dass dein Einwand aufgrund der ganzen Kommentare den Eindruck erweckt, als siehst du die die Landwirtschaft als einziges Übel.
      Dabei hast du sehr gute Einwände gebracht, auch andere Sparten in die Verantwortung zu nehmen. Diese kann ich nur unterstreichen und bin da völlig bei dir.
      – übermäßige Straßenrandpflege der Kommunen
      – sterile Gärten

      Ich setze noch einen obendrauf:
      Warum müssen großflächig angelegte Photovoltaikanlagen im Außenbereich bis auf die Grasnarbe ganzjährig nieder gesenst werden?

      Ich habe übrigens auch Bienen, sehe aber die ganze Panikmacherei bezüglich Pflanzenschutz ziemlich gelassen.
      Wenn man bedenkt, was die Bienen in den 70ern und 80ern so überstehen mussten, davon träumen die letzten Überlebenden von Woodstock heute noch davon. 😉

      Von März bis Juni gibt es genug Tracht um ein Überleben der Insekten zu garantieren. Da kann sogar der Raps dezimiert werden. Interessiert dem Überleben der Insekten nicht.
      Dem Honigertrag freilich schon, aber wir wollen ja die Insekten retten, und nicht uns…. 🙂
      Das Problem der Honigbiene und auch anderen Insekten, ist die Nahrungsgrundlage ab Juli bis September.
      Und da sehe ich mit den Rahmenbedingungen, welche von der Regierung geschaffen werden, wenig konstruktive Rahmenbedingungen.
      Ganz gleich ob Landwirtschaft, Kommunal oder die sich schreiend anbietenden Freiflächen großangelegter PV-Anlagen.

      3+
  10. BugZ sagt

    Top!
    Freut mich riesig als Stadtmensch diese Seite ergoogelt zu haben. Bin was die ‚öffentliche grüne Meinung ‚ angeht mittlerweile sehr kritisch geworden und habe versucht, auch eine andere Sichtweise zu bekommen, als das, was hier in großer Presse und Plakaten zu finden ist. Nun, da ich quasi genötigt werde mich zu diesem Thema zu äußern… und morgen meine Stimme für das Begehren abzugeben, kann ich dies mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren. Vielen Dank an den Bauer Willi und alle seriösen Beitragsschreiber.
    P.S. Es ist echt nicht leicht als Unwissender eine unabhängige Meinung zu erlangen. Unter gefühlt 12 Ergebnissen, war dies die einzige, andere Sichtweise. Toll auch wegen der weiterführenden Links. Danke.

    10+
  11. Obstbäuerin sagt

    Wenn ich richtig gerechnet habe, müssten an den drei verbleibenden Tagen, an denen die Rathäuser geöffnet haben, pro Tag 75.000 weitere Unterschriften geleistet werden. Da kann man nur hoffen, dass die Reihen der Eiferer schon gelichtet sind und der Rest nur schwer vom Sofa hochkommt.

    3+
  12. Alexander Borchert sagt

    Das Volksbegehren wirkt wie ein moderner Ablaßhandel. Ich unterschreibe, die Bauern setzen um und ich brauche nichts tun.

    Doch ganz so einfach sehe ich es als Bauer nicht. Ich merke auch ohne Studien, dass sich allein durch die intensivere Grünlandnutzung, der Wegfall von Klee als Ackerfutter, die Ausdehnung des Maisanbaus (Biogas), der Wegfall von Sommergrünfütterung, mehr Insektizideinsatz im Ackerbau, der Wegfall von Misthäufen, der Wegfall der Stroheinstreu usw. etwas in der Insektenwelt verändert hat. Das ist Fakt. Doch warum ist das so?

    Weil unser Weltwirtschaftssystem nur höher, weiter, schneller,…. kennt. Genau dieses System wirkt auch auf die 2% landwirtschaftliche Bevölkerung und deren Betriebe.

    Und nun sollen diese 2% das ganze System für die 98% retten?

    Dieses Volksbegehren geht für die Insekten vollkommen ins Leere. Wie oben beschrieben fußt unser aller Wohlstand auf Wachstum. Weil keiner bereit ist, auf Wohlstand zu verzichten, brauchen wir jedes Jahr 2% Wirtschaftswachstum. Die Landwirtschaftsbetriebe müssen also weiter wachsen und weiter rationalisieren. Die Leistung auf dem Acker und im Stall muss wachsen, sonst gibt´s Wohstandsverluste. Die Natur muss mitwachsen, sonst gibt´s Wohlstandsverluste. Die Bauern müssen schneller, höher, weiter laufen, sonst gibt´s Wohlstandsverluste.

    Ich will damit nur das Hamsterrad aufzeigen, in dem wir uns alle befinden. Und damit meine ich 100% der Bevölkerung.
    Wie lange lässt die Natur die Entwicklung noch zu?

    13+
    • Bergbäuerin sagt

      Und was heißt Wohlstand im Bereich der Nahrungsmittel: jeden Tag Fleisch, Milch und Eier; ich bin so mit anderen Dingen beschäftigt, dass mir nicht auffällt, wie viel im Kühlschrank vergammelt; wenn das Brot hart wird, landet es halt im Biomüll – hat eh nix gekostet.

      2+
  13. Bauer Fritz sagt

    2 Beispiele zum Thema. Beide unter dem Motto „Sagen was ist“ statt „Sagen was Mainstream ist“ oder „Ich laß mir doch mein Bauchgefühl nicht durch Fakten widerlegen“:
    a) Keckl: Der BR in Dienste des Volksbegehrens „Rettet die Bienen (http://www.keckl.de/texte/Volksbegehren%20Bienen%20BR.pdf)
    b) Passauer Bauern sorgen mit Umfrage für Aufsehen (https://www.br.de/nachrichten/bayern/passauer-bauern-sorgen-mit-umfrage-fuer-aufsehen,RHNl3gS)

    5+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Im Jahre 2018 gab es in ganz Baden-Württemberg keine Bienenschäden, die auf PSM zurückzuführen waren. Die ganzen Imker die ich kenne, waren im letzten Jahr begeistert von der Honigmenge.

      2+
  14. Harald Müller sagt

    Alleine die geforderte Steigerung auf 30% Ökolandbau bis 2030 würde einen Anstieg von aktuell 320.000 ha auf 930.000 ha LNF bedeuten.
    Wenn die heutige Standard-Ökoprämie in Bayern von 273 €/ha beibehalten werden soll, wären alleine dies 166 Mio € Mehrkosten. Wobei die Prämie eher erhöht werden müsste, damit auch Ackerbauern dem Anreiz einer Umstellung auf Bio erliegen. Woher soll denn dieses Geld kommen, wenn mit der GAP2020-Reform eher eine Verschlankung der zweiten Säule zu erwarten ist?

    Wer derartige finanziellen Fragen mit einem lapidaren „Es spricht nichts dagegen, das Erreichen der Ziele des VB durch Fördermaßnahmen zu unterstützen“ vom Tisch fegt, zeigt, dass er von Agrarpolitik keine Ahnung hat. Die AbL gräbt nicht nur ihren eigenen Bauern das Grab, sondern auch vielen anderen. Pfui!

    11+
    • Inga sagt

       
      Aber die Menschen müssen auch mitmachen und dann auch bio kaufen,

      aber konvi Früchte, Obst und Gemüse muß auch mehr der Gesundheit zu Liebe gegessen werden. Denn die Vitamine und Spurenelemente darin überwiegen die Nachteile der eventuellen vorhanden Rückstande der PSM darin!

      Habe ich eben um 20:15 in der Sendung Entschlacken mit DETROX in 3sat gesehen!

      0
        • (Ja, wenn das so ist, Herr Müller,

          dann sind ja diese bösen Pestizide gar nicht giftig für uns? )

          Jedenfalls ist das ein Zeichen, dass die Lebensmittel gar nicht so sehr belastet sind, wie manche Nichtlandwirte es meinen.

          Frage:
          Soll tortzdem der Staat so viel Fördermittel für den Bioanbau ausgeben?
          und hineterher kauf es keiner, weil es doch so teuer ist?

          0
  15. Friedrich sagt

    Jeder muß sich im Klaren sein ,daß wenn hier ein Hektar aus der Produktion genommen wird, auf anderen Standorten der Welt 2 – 5 Hektar diesen ersetzen müßen. Wenn man sich die Forderungen des ABL ansieht , dann geht es denen nur um mehr Geld für die Biobetriebe. Geld für Nixtun und abkassieren. Der Verbraucher/Steuerzahler zahlt dann dreifach. Alles auf Bio in Niedersachsen umstellen , würde heißen statt einer Mrd. so wie heute, auf dann drei Mrd. Euro Prämien zahlen zu müßen. Dieses Geld kann kein Bundesland aufbringen. Für Deutschland würde die Prämie von 5 Mrd. auf 15 Mrd. Euro bei
    100% Bio steigen. Solange unsere NGOs von der Steuer freigestellt sind , wird dieser Ökowahn anhalten. Deshalb muß dieser Gemeinnützigkeitserlaß für die meisten NGOs gestrichen werden. Dann wäre der Spuk vorbei. Wenn die das so weiter treiben , dann ist unser Industriestandort am Ende und ebenso unser Wohlstand. Deshalb sollte jeder sich einmal über Ursache und Wirkung gedanken machen. Auch sollte jeder einmal selbst vor seiner eigenen Haustür schauen, was er selbst für die Umwelt tun kann, aber dort wird es dünn. Urlaubsflüge, Wohnungsheizung, unnötige Autofahrten uvm. Das sollen doch die Anderen machen. Demonstrieren ist doch einfacher.

    40+
    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Friedrich, „Deshalb sollte jeder sich einmal über Ursache und Wirkung Gedanken
      machen“. Das sollte der Anfang sein. Dabei darf es aber nicht bleiben. Mit dieser Einstellung, werden wir nicht viel ändern, wenn darauf keine Handlungen folgen.
      Wir müssen den Menschen, erklären und verständlich machen, das man durch persönliche Wahlentscheidungen Änderungen herbeiführen kann.
      Die Gelegenheiten werden sich ja in Kürze ergeben.

      0
  16. Jörg Niemeyer sagt

    Wenn dieser Irsinn in Bayern Erfolg hat, werden die NGO´s nicht eher ruhen, bis Sie die Gesetzeslage bundesweit gedreht haben.
    Dann nimmt das Höfesterben erstmal richtig Fahrt auf.
    Wenn diese Trennt anhällt, gehe ich davon aus, dass Deutschland in 20Jahren seinen Selbstversorgunggrad im Lebensmittelbereich von 80% auf höchtens 40% runtergeschraubt hat und die Landwirtschaft abgesehen von ein paar Hobbyfarmern auf unter Hunderttausend Betriebe gesunken ist.

    16+
    • Bauer Willi sagt

      Sorry, klappt heute morgen mit der Freigabe nicht so schnell. Jetzt müssten alle da sein.

      0
  17. Bauer S sagt

    Kann mir einer mal erklären, warum nur Bio die Welt retten kann? Und dann welches Bio, das Demeter oder das EU Bio ?

    6+
      • Obstbäuerin sagt

        Stimmt Inga, wir bräuchten unbedingt einen natürlichen Gegenspieler für Wildschweine, denn die bringen die ganzen Bodenbrüter um. Vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag.

        0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Die Gegenspieler können nur die Jäger bei Revier übergreifenden Drückjagden sein, vor 14 Tagen wurden 30 Sauen erlegt.
          Ein Gastronom hat 20 von denen gekauft.

          3+
          • Paulus sagt

            Wenn die Jäger zu Schädlingsbekämpfern degradiert werden und die Ausübung der Jagd aus vielen Gründen immer mehr erschwert wird, darf sich keiner wundern wenn bisher gut zahlende Pächter sagen l.m.a.A. Ich kenne einige Reviere, die nur noch zu einem symbolischen Preis bzw. gar nicht mehr verpachtet werden können. Das Konfliktpotenzial ist mit dem gewünschten jagdlichen Erlebnis und dem finanziellen Aufwand nicht mehr in Einklang zu bringen.
            @Ehemaliger, revierübergreifende Drückjagden erfordern einen hohen Organisations- und sonstigen Aufwand. Es kommt auch schon mal vor, dass am Ende nur 2 oder 3 Sauen auf der Strecke liegen. Auch die als Schützen beteiligten Bauern ballern nicht einfach drauf los.

            1+
            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es ist Aufgabe der Jäger das Schwarzwild auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, wird dies gemacht, dann wird dies seitens der Landwirtschaft anerkannt. Es waren doch gerade die „gut“ zahlenden Pächter, die meinten den Wildbestand hochhalten zu dürfen und zwar auf Kosten der Landwirtschaft. Gut finde ich, dass nicht mehr der Gemeinderat, sondern die Grundstücksbesitzer die Jagt vergeben dürfen.
              Auch ohne Jäger zu sein, ist mir bekannt, das die Wildschweinjagd nicht einfach ist, deshalb kann man als Grundstücksbesitzer auch erwarten, das man auch revierübergreifende Drückjagden durchführt. Den Schnaps und die Bratwurst wird der Jagdpächter noch aufbringen können.
              Jedes Hobby kostet Geld, der eine hält sich zwei Frauen, der andere geht auf die Jagt, beides kostet Geld. 😉

              0
              • Bergbäuerin sagt

                Der Wildbestand wird hochgehalten, weil die Herren und inzwischen auch Damen aus der Konzern- und Finanzkaste den Pächtern Unsummen dafür zahlen. Dieser Trophäenjagdtourismus gehört gänzlich verboten. DAS sind die Leute, denen die Ökologie wurscht ist.

                0
              • Bergbäuerin sagt

                Als das Schwarzwild begann, aus dem Osten wieder einzuwandern, wurde es von den Jägern mangels Erfahrung anfangs tatsächlich überhegt – bis dann die Schadenersatzforderungen der Bauern einen Gesinnungswandel erwirkt haben. Dass die Jäger die Bestände noch immer absichtlich hochhalten, glaube ich nicht.

                0
            • Inga sagt

              Werden Wildschweine als Schädlinge gedach, Paulus?

              Ich dachte die Jagd wäre dafür da, die Wildtiere zum naturverträglichen zu dezimieren, oder?
               
               

              0
        • jimbob sagt

          Die Bodenbrüter werden von den Waschbären und freilaufenden Katzen gefressen. Das darf man auch nicht laut sagen, sonst gibt’s auch wieder nen shitstorm

          4+
            • JimBob sagt

              @Inga
              Weil Waschbären ja so niedlich sind, Katzen ebenso.

              Menschen, die außerhalb unserer Spähren neben uns leben kommen mit der Tatsache nicht klar, das die zwar auch leben wollen, sollen, können und dürfen, aber wenn halt auf Kosten anderer Lebewesen im selben Lebensraum.

              Nur wenn man es ausspricht, das Waschbären die Eier in den Nester plündern, seltene Froscharten fressen, das Katzen Vögel fressen, die ja alle eigentlich geschützt werden sollen und deshalb abgeschossen werden müssen, muß man rechtzeitig seinen Namen und Adresse ändern….andernfalls kommen dann nachts millitante Tierrechtler und fackeln ihre Hochsitze, Autos ab und besprühen ihre Wände.

              aber so sind in der Hälfte aller jagdgebiete schon Waschbären gesichtet worden…. und die fressen, fressen und vermehren sich…. auch ein Grund warum es weniger Vögel gibt…. Kreisläufe halt

              Ideologie vor Realität halt.

              2+
              • „Weil Waschbären ja so niedlich sind, Katzen ebenso.
                Menschen, die außerhalb unserer Spähren….“

                Dann benehmen die sich ja wie kleine Kinder, oder?
                Hatten denn die alten Leute früher Recht,wenn man sie meinten, mit denen ist kein Krieg (Überlebenskampf) zu gewinnen?
                Hatten die schon befürchtet, dass wir zu sehr verzogen worden sind, von unseren Eltern und deswegen so reagieren?
                Ich meinte die von uns, die es sich dadurch leisten können in der von dir erwähnten andere Sphäre zu schlüpfen.
                Warum haben die in der Realität mehr Recht?
                Weil ihre Vorstellungen so traumhaft sind?
                Nur wegen der Wählerstimmen, wegen dieser Ideologie von Gutmenschen?

                Es muß doch staatlich geprüfte neutrale Fachgebietskenner oder /und Wissenschaftler geben, die diese Wahrheit aufzeichnen können, oder? Das muß unserer reiche Staat sich leisten können, oder nicht?
                Wir müssen uns eben an die Naturgesetze halten, denn scheibt uns die Ökologie vor!
                Und diese ideologisch verbohrten Gutmenschen müssen so viel Einsicht haben, dass sie nicht alles Wissen können und sie sich auf Wissenschaftler verlassen können müssen.
                Sonst sind sie ja genauso verbohrt wie die „schlimmen Jäger, die alles abballern, was ihnen vor die Flinte kommt“
                Deswegen verbreiten sie vielleicht so ein Bild von der Jagd hier zu lande!
                Weil es Ihrer vorystellung entspricht, ihre heilen Welt?

                Das solche Leute immer Recht bekommen?
                Wie die kleinen Schwestern beim Papa,

                aber Vater Staat muß da gerechter und realer sein oder nicht!
                Der darf keine Ideologie vor Realität zulassen.
                Jeder Waschbärenfreund weiß doch, dass die gar nicht in unsere Ökologie passen, weil sie hier gar nicht evolutionär eingebunden sind!
                Aber die Vögel und die seltenen Frösche schon!
                Haben es diese Leute nötig ihre Dummheit zu beweisen?

                0
            • Paulus sagt

              Mein vorheriger Beitrag sollte eigentlich hier erscheinen.
              Nein, die Jäger schaffen es nicht, selbst wenn sie Tag und Nacht draußen wären. Die Gründe dafür sind vielfältig und ich kann nach ca. 45 oder 46 Jahren der Jagd sagen, dass die LW daran den wesentlichen Anteil hat.

              0
              • Thomas Apfel sagt

                Bejagung mit Nachtsichtgerät könnte den erforderlichen höheren Anteil weiblicher Schwarzkittel in den Strecken
                deutlich verbessern da dann das Ansprechen wesentlich besser möglich ist. Es liegt nicht nur an den Landwirten sondern auch an überholter Jagdpraxis (soweit ich das als nicht praktizierender Jäger beurteilen kann ?).

                0
    • Der Brandenburgbauer sagt

      @ Bauer S, frag doch mal die beiden Profis , Herrn Ilchmann und Herrn Niemann. Bio ist doch der beiden Stammthema, da kennen sie sich am besten aus.
      Ich glaube Sie sind beide noch am überlegen. Oder Ottmar ist noch beim Kühe melken.

      1+
      • Ottmar Ilchmann sagt

        Ich bin kein Biobauer, Brandenburger. Insofern ist das auch keinesfalls mein Stammthema. Und bei dieser Abstimmung geht es auch beileibe nicht nur um Biolandbau. Ich finde es aber schön, dass du anscheinend ohne mich oder Eckehard Niemann etwas vermisst 😉 Ein nettes Kompliment!

        0
  18. Obstbäuerin sagt

    Sehr geehrter Herr Beeck, abgesehen von der ABL, die vorwiegend Weidetierhalter vertritt und mit etwa 1.000 Mitgliedern nur einen geringen Prozentsatz ausmacht, sehen garantiert mehr als 90 % der Bauern das Volksbegehren eben nicht positiv. Hier wird klar Stadt gegen Land ausgespielt und die Unwissenheit oder Fehlinformation genutzt, um politischen Rückhalt für Maßnahmen zu bekommen, die sonst kaum durchsetzbar wären. Ich kann Ihnen versichern, dass es dieses große Interesse am Insektensterben und Artenrückgang nur gibt, wenn sie medial stattfindet. Für reale Artenvielfalt im ländlichen Umfeld interessiert sich kein Journalist und kaum ein Städter. Das gleiche wird auch mit der erwünschten vorgeschrieben Erhöhung der Bioernährung erfolgen – in der Praxis wird sie nicht stattfinden.

    8+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Glaubst Du, dass der Städter, oder die Journalisten nach der Artenvielfalt auf dem Land schauen, die brauchen die Schlagzeilen, der Städter schreibt bitterböse Beiträge in Foren und geht anschließend zu ALDI und Co.

      5+
      • Stadtmensch sagt

        Ich fühle mich zwar überhaupt nicht angesprochen, aber ich wäre auch mit etwas Artenvielfalt in den Kommentaren zufrieden. 😉

        1+
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Habe ich jetzt den Städtern die Kompetenz in dieser Sache abgesprochen?

          Das tut mir jetzt aber Leid, habe tatsächlich vergessen, dass das „Fachwissen“ der Städter höher anzusiedeln ist, als der der Landwirte.

          Eine Frage:
          Pflanzen sie dieser Jahr wieder mit Herbizid behandelte Kartoffeln?

          0
          • Inga sagt

            Also Ehemaliger,

            man behandelt keine Kartoffeln mit Herbizide, höchstens den Kartoffelacker damit!

            Oder wolltest du den Stadtmensch nur aufklären?

            0
            • Stadtmensch sagt

              Der Ehemalige Landwirt hat eventuell schon zwei Badische Viertel intus und ist daher etwas schwer zu verstehen. Unsere Saatkartoffeln kungeln wir in sogenannten Saatguttauschbörsen aus. Oder wir nehmen einfach angekeimte Konvi-Kartoffeln…
              Wir wissen aber, dass die Qualität des Saatgutes entscheidend ist, damit man sich nicht irgendwelche Krankheiten ins Beet holt.

              0
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Es war einmal ein Mann,
                der sich bitter beklagte, dass ein Teil seiner gepflanzten Kartoffel nicht wuchsen, im Gegensatz zum Biosaatgut. Der gute Mann hat Kartoffeln im Supermarkt gekauft und sie gepflanzt, Kartoffeln die offensichtlich mit Maleinsäurehydrazid behandelt wurden, dies ist erlaubt.

                Ich überlege Fieberhaft, wer dieser Mann aus einer Stadt war,
                das mag an dem Mineralwasser und dem Kaffee liegen, das ich heut zu mir genommen habe, jetzt verlasse ich mein Büro und flöse mir zwei badische Veirtele rein, dann fällte es mir bestimmt wieder ein, dass es ein Stadtmensch war. 😉 🙂 🙂

                0
    • Ottmar Ilchmann sagt

      Weder vertritt die AbL vorwiegend Weidetierhalter, noch hat sie nur 1.000 Mitglieder. Einfach mal ein bisschen informieren, Obstbäuerin!

      0
      • Jochen Böhrer sagt

        Die genaue Mitgliederzahl der ABL scheint eines der bestgehüteten Geheimnisse der Gegenwart. Sie ist nirgends recherchierbar und deshalb hilft es nichts, sich zu informieren,. Aber der Herr Ilchmann wird das Geheimnis jetzt wohl lüften. Bitte mit genauer Nennung der Anzahl der dahinterstehenden Betriebe.

        0
        • Obstbäuerin sagt

          Deshalb verwendete ich vorwiegend und etwa. Zu gern hätte ich Kontakt zu einem konventionellen Obstbaubetrieb, der in der ABL organisiert ist, Jochen Böhrer. Vielleicht kann Herr Illchmann mir diesen Kontakt über Bauer Willi vermitteln? Ich hätte da einige Fragen.

          0
        • Ottmar Ilchmann sagt

          Die Zahl ist gar kein Geheimnis, Herr Böhrer, sondern ist allen AbL-Mitgliedern bekannt, weil sie bei jeder Bundesmitgliederversammlung mitgeteilt wird. Also einfach eintreten, dann werden Sie alle finsteren Geheimnisse der AbL lüften können.

          0
          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Mit der Höhe der Mitgliederzahlen der AbL kann es nicht weit her sein, sonst würde die AbL ihre Mitgliederzahlen veröffentlichen und damit Werbung machen.

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  19. Arnold Krämer sagt

    Die AbL wird mit der Unterstützung des Volksbegehrens den Prozess beschleunigen, den sie vorgibt, bremsen oder verhindern zu wollen. Während die bäuerlichen, deshalb meist flächenärmeren Betriebe durch die geforderten Beschränkungen in der Flächenbewirtschaftung insgesamt weiter eingeengt werden, können dies die flächenstarken Betriebe überall im Land ein Stück weit kompensieren. Einzelbetrieblich sinnvolle und vielfach notwendige Entwicklungsschritte (Wirtschaft ist immer etwas Dynamisches) werden erschwert oder unmöglich gemacht. Durch sinkende Pachtpreise (absehbar durch die Nutzungsauflagen) wird der Ausstieg (die Gründe dafür sind heute mehr und mehr familiärer Art und nicht „wachstumsgetrieben“) einzelbetrieblich erschwert und für den ländlichen Raum verringern sich die Einkommenspotentiale. Die ländlichen Räume werden geschwächt und nicht gestärkt. Die kleineren Betriebe werden noch stärker von staatlichen Kompensationszahlungen abhängig, um die ein harter Verteilungskampf in D entstehen wird, wenn die absehbare Deindustrialisierung des Landes demnächst weniger Geld in die Staatskassen spülen wird. „Warum sollen wir die Landwirte mit ihren grossen Vermögen so stark unterstützen? Die 2% sind als Wählermasse doch völlig uninteressant“.

    14+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Mit dieser banalen Erkenntnis wird die Bevölkerung nicht anfangen können, wie auch, die Politiker und NGOs können es ja auch nicht.
      Die kleineren Betriebe werden nicht stärker von staatlichen Kompensationszahlungen abhängig werden, sie werden den Betrieb mit dem Erreichen des Rentenalters schließen.

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      • Arnold Krämer sagt

        @ehem. Ldw.
        Meine Einlassungen waren nicht an die Bevölkerung gerichtet, sondern an die AbL, die offensichtlich auch „banale“Zusammenhänge nicht verstehen will, und deshalb auf der „falschen Seite“ kämpft.
        Übrigens: Klein oder groß ist immer relativ. Ein Unternehmen muss stark sein. Das habe ich hier in diesem Blog schon einmal erläutert. Auch große Betriebe hören auf, weil…..(tausend verschiedene Gründe, wie in den anderen Wirtschaftssektoren auch!)

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  20. Mark sagt

    2. Versuch
    Einen guten Überblick zur Thematikk Volksbegehren und den unterschiedlichen Sichtweisen bekommt man hier.
    https://www.br.de/mediathek/video/muenchner-runde-06022019-streit-um-die-bienen-av:5c193a69713b2a00186721cf
    In einem Einspieler kommt auch die Wissenschaft zu Wort, für mich ein weiteres Beispiel, dass (ÖKO)-Wissenschaften mehr und mehr zu blankem, medial-populärem Alarmismus verkommt! Heidl´s Auftritt war in Ordnung, allerdings hätte er bei der Frage nach „wissenschaftlichen Studien“ auch mal Fakten auf den Tisch legen müssen:http://www.keckl.de/texte/Volksbegehren%20Bienen%20BR.pdf
    Die Initiatorin des ganzen „Quatsches“ brillierte mit der stolzen Verbreitung von Fakenews und völliger Inkompetenz, was sie am Ende sogar noch zugab.

    5+
  21. Mark sagt

    Einen guten Überblick zur Thematikk Volksbegehren und den unterschiedlichen Sichtweisen bekommt man hier.
    https://www.br.de/mediathek/video/muenchner-runde-06022019-streit-um-die-bienen-av:5c193a69713b2a00186721cf
    In einem Einspieler kommt auch die Wissenschaft zu Wort, für mich ein weiteres Beispiel, dass (ÖKO)-Wissenschaften mehr und mehr zu blankem, medial-populärem Alarmismus verkommt! Heidl´s Auftritt war in Ordnung, allerdings hätte er bei der Frage nach „wissenschaftlichen Studien“ auch mal Fakten auf den Tisch legen müssen:http://www.keckl.de/texte/Volksbegehren%20Bienen%20BR.pdf
    Die Initiatorin des ganzen „Quatsches“ brillierte mit der stolzen Verbreitung von Fakenews und völliger Inkompetenz, was sie am Ende sogar noch zugab.

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  22. Die Ökologiesierung und die Dekultivierung unserer landwirtschaftlichen Flächen in Mitteleuropa einerseits und die Rodung riesiger Urwaldflächen andererseits stehen im direkten Zusammenhang.

    10+
  23. Thomas Apfel sagt

    Bayern ist der Probelauf für ganz Deutschland. Interessant ist, dass sich die AbL hinter die Ernährungsverbildungskampagne „Gutes Essen und Gesunde Ernährung “ der NGO´s und der Kirchen stellt. „Gut“ ist Bio-, Vegetarisch, Vegan. Diese Kampagne dient in erster Linie dem Kampf um Marktanteile für Bio. Sie ist der entscheidendste Teil der Verunglimpfung der modernen Landwirtschaft. Hier wird von Anbeginn den Kindern und Erwachsenen eingetrichtert, nur Bio-Fraß sei gesund. Diese Kampagnen sind gegen besseres Wissen (unser Essen war auch ausserhalb der 6 % Bio-Ware am Markt) noch nie in der Menschheitsgeschichte so gut und so sicher.
    Angesetzt wird im Bereich von Politik und Verwaltung, weil hier die Möglichkeit besteht Bio Zwangsfraß per Edikt durchzusetzen. Wenn mich mein 6-jähriger Enkel fragt: Opa, findest du BIO gut ? empfinde ich das als Kindesmißbrauch und fiese Spaltung der Gesellschaft von unten her. Der volkstümliche Begriff dafür ist „hintervotzig“.

    29+
  24. Das Volksbegehren ist ein guter Ansatz, um der Politik eine klare Botschaft mit auf den Weg zu geben. Denn viele Menschen wollen die Artenvielfalt bewahren. Engagierte Bauern aus dem Münsterland haben im letzten Jahr mit der Aktion Blühstreifen aufgezeigt, dass auch in der konventionellen Landwirtschaft längst ein Prozess der Neuorientierung greift. Der Bauernverband ist rückständiger als seine Mitglieder, die sich vielfach für die Rettung der Artenvielfalt einsetzen. Es geht nicht gegen die Bauern, sondern nur gemeinsam mit Ihnen. Das sollte auch der engagierte Lobbyist Bauer Willi stärker herausstellen, damit die Artenvielfalt nicht weiter zurückgeht, sondern sich die Populationen wieder erholen können. Allerdings wird die Neuorientierung und der stärkere Naturschutz erhebliches Geld kosten, aber das sollte uns unser Planet einfach Wert sein. Wie sagte es Präsident Macron so treffend: „Make our planet great again.“ Ich wünsche dem Volksbegehren in Bayern einen großartigen Sieg!

    1+
    • Bauer Willi sagt

      Diese Organisation kümmert sich im Rheinland darum: https://www.rheinische-kulturlandschaft.de/themen-projekte/kulturlandschaft-erhalten-und-foerdern/summendes-rheinland-landwirte-fuer-ackervielfalt/

      Und das seit 2013. Wir kennen uns mit Artenvielfalt aus. Allerdings ist Artenschutz nicht nur die Aufgabe der Bauern, sondern auch der Zivilgesellschaft. Davon ist im Volksbegehren nicht die Rede.

      Viele Grüße von einem „engagierten Lobbyist“ 🙂

      22+
    • Mark sagt

      „Ich wünsche dem Volksbegehren in Bayern einen großartigen Sieg“ Ich nicht, den sie wissen nicht was sie tun.

      16+
    • Sabine sagt

      Ich wünsche mir vor allem sinnvolles Wildtier- und Naturmanagement, nicht noch einen Maßnahmenkatalog, der am Ende niemandem hilft.
      Ich seh in dem Papier wieder Stichtage, die garantiert niemandem Helfen, ausser den Leuten mit Blockwartmenaltiät, die was neues zur Anzeige bringen können.
      Wir dürfen ja schon seit Jahrzehnten keinen Heckenschnitt mehr nach dem 1. März vornehmen. An sich ne gute Idee, nur werden seit dem um diese Jahreszeit an jeder Bundes- und Landstraße, aber auch an Gehwegen Büsche und Hecken radikal – oft bis zum Boden- runtergeschnitten.
      Da kann dann mit Sicherheit bis zum Oktober nichts mehr in die Fahrbahn und Gehweg hinein wachsen. Den armen, wilden Hähnchen und ihren Bräuten hilft so ein Vorgehen überhaupt nicht. Der Hahn hat u.U. über Wochen schon den Busch gegen Nebenbuhler verteidigt und ist mit einem Mal obdachlos. Viele Wildbüsche blühen und fruchten nach so einer Radikalbehandlung erst mal nicht, also gehen Wildbestäuber und kleine Säuger auch leer aus. Deckung und Schutz vor den allgegenwärtigen Krähen, Elstern und Greifvögeln, Fehlanzeige.
      Aber schon toll, wie wir die heimischen Singvögel schützen.
      Unser Umweltschutzmaßnahmen wimmeln von solchen gut gemeinten, aber in der Praxis völlig dämlichen Vorschriften, davon braucht niemand noch mehr. Ich befürchte ein Maßnahmenkatalog zur Rettung der Bienen wird diese ernsthaft gefährden.

      12+
    • Christian Bothe sagt

      Ja,ja,ja. Was haben wir noch für schützenswerte Tiere…Spitzohrfledermaus z.Bsp. DBV und Bauern tun genug,um nachhaltig zu produzieren und deshalb braucht‘s keine Neuorientierung der konventionellen LW.Produktivität und Effektivität sind die Basis für die Ernährungssicherheit der Zukunft.

      2+
    • Bergbäuerin sagt

      Plus:
      Als Hobbylandwirtin und vom Zwang nicht betroffenen Österreicherin kann ich mir beim Volksbegehren Anregungen holen: Ich kann einmal versuchen, auch unsere Hangwiese von der Mitte aus zu mähen.
      Minus:
      1) Die Produzenten sollen zu Maßnahmen für die Artenvielfalt GESETZLICH GEZWUNGEN werden, die Konsumenten sollen durch AUFKLÄRUNGSKAMPAGNEN ANIMIERT werden, für ökologischer produziertes Essen mehr Geld zu zahlen. (Der kleine Maxi muss dann ja auch das Bio-Schulbuffett nicht nutzen, er kann sich stattdessen eine Billigjause mitnehmen.) Auf welchem Menschenbild bzw. auf welchem politischen Konzept fußt eigentlich dieses Ungleichbehandlungsbegehren? Auf dem rechtsstaatlichen jedenfalls nicht.
      2) Vor welcher politischen Perspektive ist dieses Begehren verfasst, vor der globalen wie im Fall von Initiativen zum Klimaschutz, vor der europäischen oder gar vor der nationalistischen? Angesichts eines Weltagrarmarktes kommt realistischer Weise nur die globale in Frage. Als Ursachen für das Artensterben werden zusammenfassend ertragssteigernde Maßnahmen genannt, als Forderungen zusammenfassend der Verzicht auf Ertrag. Das Begehren liefert keine Antwort darauf, womit die auf dem Markt fehlenden Produkte kompensiert werden sollen in einem Land mit nur 85% Selbstversorgung. Ist in einem nationalistischen Geist vorgesehen, die Artenvielfalt in Bayern bzw. Deutschland mit dem Artensterben durch mehr Intensivlandwirtschaft anderswo zu retten? Oder soll auch eine ökologisch verträgliche Welternährung im Blick behalten werden? Dann wäre es keineswegs nationalistisch, sondern verantwortungsvoll, die Selbstversorgung auf 100% zu heben. Und das wäre vor dem Hintergrund dieses Volksbegehrens nur vorstellbar über eine geeignete Rationierung von Lebensmitteln. Bitte um eine politische Seriosität, welche diese Tatsache nicht populistisch verschweigt! Sonst trägt dieses Volksbegehren zur Demontage der Demokratie bei.

      5+

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